[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren,
die am unteren Rand des Vorhangs befestigt sind, und am oberen Rand des Vorhangs in
einer Klemmeinrichtung an einer Wickelwelle fixiert sind, um mittels einer Bedieneinrichtung
auf die Wickelwelle aufgezogen zu werden, nach dem Oberbegriff der Ansprüche.
[0002] Raffvorhänge dieser Art sind seit langem bekannt. In der
DE G 89 07 957 wird ein Raffvorhang beschrieben, bei dem für jede Einzelzugschnur eine Wickeltrommel
mit seitlichen Flanschen vorhanden ist, und die Einzelzugschnur in einem Radialschlitz
eines Flansches befestigt ist. Die Montage dieses Raffvorhangs ist sehr aufwendig.
Außerdem müssen die Abstände der Einzelzugschnüre stets die gleichen sein. Das erfordert,
dass nur ein Vorhang mit vorgegebenen Anständen der Zugschnüre aufgezogen werden kann.
[0003] In einem anderen Dokument, der
DE 202 21 426 U1, wird ein Raffvorhang offenbart, bei dem die Einzelzugschnüre einzeln in Halteelementen,
in denen die Zugschnüre befestigt sind, in einer hinterschnittenen Nut in der Wickelwelle
eingeführt und formschlüssig gehalten werden. Die Montage dieses Vorhangs ist ebenfalls
sehr kompliziert. Außerdem müssen die Halteelemente genau mittig zu den Einzelzugschnüren
positioniert werden, damit der Vorhang gleichmäßig gerafft wird. Bei Belastung, d.h.
wenn der Vorhang gerafft wird, verkanten sich die Halteelemente und können sich dann
nicht mehr zentrieren. Sind nämlich die Halteelemente nicht über den Einzelzugschnüren
genau positioniert, sind die Einzelzugschnüre scheinbar unterschiedlich lang, d.h.
einige Einzelzugschnüre sind weiter von dem Einzugskanal der Einzelzugschnüre entfernt
und der Vorhang wird ungleichmäßig gerafft.
[0004] Beiden Lösungen ist gemein, dass sie die Zugschnüre ungleichmäßig, auch übereinanderliegend,
aufgezogen werden.
[0005] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung vorzuschlagen,
mit deren Hilfe Vorhänge mit Einzelzugschnüre gleichmäßig gerafft werden.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 6 gelöst. Die Vorrichtung
zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren, die am unteren Rand des Vorhangs
befestigt sind, und am oberen Rand des Vorhangs in einer Montageöffnung an je einem
mit der Wickelwelle verbundenen Mitnehmer fixiert sind, um mittels einer Bedieneinrichtung
aufgezogen zu werden, zeichnet sich dadurch aus, dass eine Verschiebeeinrichtung vorhanden
ist, mit deren Hilfe die Wickelwelle und der Mitnehmer bei jeder Umdrehung des Raffvorgangs
um einen Betrag in der Größenordnung des Durchmessers der Zugschnur von der Lage der
Einzelzugschnüre im Vorhang, also von der Einlaufstelle der Einzelzugschnur auf die
Wicklung, verschoben wird, so dass die Zugschnüre nebeneinander auf der Wickelwelle
abgelegt werden.
[0007] In einer anderen Lösung besitzen die Wickelwelle und die Mitnehmer eine Geometrie,
durch die die Mitnehmer drehsicher aber axial frei beweglich auf der Wickelwelle angeordnet
sind.
[0008] In beiden Lösungen werden die Mitnehmer gegenüber der Lage der Einzelzugschnüre im
Vorhang verschoben, so dass die Einzelzugschnüre nebeneinander auf der Wickelwelle
oder einer Spule abgelegt werden können.
[0009] Zwischen der Wickelwelle und der Bedieneinrichtung kann ein Führungsbolzen vorhanden
sein, der die Lage der Wickelwelle bei der Verschiebung stabilisiert, und auf der
anderen Seite der Wickelwelle kann ein Innengewinde mit der Steigung in der Größenordnung
des Durchmessers der Zugschnur vorhanden sein. Die Wickelwelle wird in diesem Ausführungsbeispiel
mit dem Innengewinde auf einer feststehenden Gewindestange angeordnet, auf die die
Wickelwelle mit dem Mitnehmer beim Raffen des Vorhangs aufgeschraubt wird. Es ist
aber auch möglich, die Gehwindestange zwischen Wickelwelle und Bedieneinrichtung fest
anzuordnen und die Wickelwelle auf der anderen Seite mit dem den Führungsbolzen zu
koppeln.
[0010] In einem anderen Ausführungsbeispiel kann zwischen der Wickelwelle und der Bedieneinrichtung
ein Führungsbolzen vorhanden sein, der die Lage der Wickelwelle bei der Verschiebung
stabilisiert, und auf der anderen Seite der Wickelwelle kann eine Gewindestange mit
der Steigung des Gewindes in der Größenordnung des Durchmessers der Zugschnur vorhanden
sein. Die Gehwindestange läuft dann in einer Mutter, in die die Wickelwelle mit dem
Mitnehmer beim Raffen des Vorhangs eingeschraubt wird. Auch in diesem Ausführungsbeispiel
können Gehwindestange und Führungsbolzen in der Anordnung vertauscht werden.
[0011] Der Mitnehmer kann eine Mitnehmerscheibe darstellen, und die Klemmvorrichtung in
den Mitnehmerscheiben kann so gestaltet sein, dass die Einzelzugschnüre auf der Seite
der Mitnehmerscheibe abgelegt werden, die der Bewegungsrichtung der Wickelwelle und
der Mitnehmerscheibe beim Raffen des Vorhangs abgewendet ist.
[0012] Die Mitnehmer können auch Spulen mit einer Wange darstellen, wobei die Spulen so
auf der Wickelwelle angeordnet sind, dass die Wangen jeweils an der Seite liegen,
die der Bewegungsrichtung der Wickelwelle und der Spule beim Raffen des Vorhangs zugewendet
ist, und die Klemmvorrichtungen in den Wangen ist dann so gestaltet, dass die Einzelzugschnüre
auf dem Spulenkörper abgelegt werden.
[0013] In einer weiteren Lösung der Aufgabe sind Wickelwelle und Mitnehmer über eine Geometrie
so miteinander gekoppelt, dass die Mitnehmer axial frei beweglich jedoch verdrehsicher
auf der Wickelwelle angeordnet sind. Diese Geometrie kann im einfachsten Fall darin
bestehen, dass eine Längsnut in der Wickelwelle vorhanden ist, in der die Mitnehmer
laufen. Die Mitnehmer können sich dann, nachdem die Zugschnüre befestigt sind, selbständig
axial ausrichten, d.h. sie können sich an der Lage der Einzelzugschnüre im Vorhang
ausrichten, so dass keine Kräfte auf den Mitnehmer mehr wirken. Beim Raffen des Vorhangs
werden dann die Mitnehmer ständig an der letzen Windung der Einzelzugschnüre neu zentriert,
so dass sie sich axial auf der Wickelwelle verschieben und so die Windungen genau
nebeneinander ablegen. Auf den Vorhang werden dadurch keine Kräfte übertragen werden,
so dass dieser sauber gerafft wird.
[0014] Die Aufgabe kann also entweder dadurch gelöst werden, dass die Wickelwelle bei jeder
Umdrehung in der Größenordnung des Durchmessers der Einzelzugschnüre verschoben wird
oder indem die Mitnehmer auf der Wickelwelle axial verschoben werden. Diese Lösungen
sorgen in jedem Fall dafür, dass die Windungen beim Raffen des Vorhangs nebeneinander
auf der Wickelwelle oder auf dem Spulenkörper abgelegt werden. Die Wirkung der axialen
Verschiebung der Mitnehmer kann verbessert werden, wenn die Gleitflächen der Geometrie
mit einer gleitfähigen Beschichtung versehen sind oder wenn die Gleitflächen zwischen
Wickelwelle und Mitnehmer in Kugelkäfigen laufen.
[0015] Stellen die Mitnehmer Mitnehmerscheiben dar, kann jede Mitnehmerscheibe am Außenbereich
eine Montageöffnung zur Aufnahme und zum Halten der Einzelzugschnur besitzen, und
entgegengesetzt zur Montageöffnung eine radial nach außen verjüngte Erweiterung, an
der die Einzelzugschnur beim Raffen des Vorhangs auf die Wickelwelle gleitet. Am oberen
Rand des Vorhangs ist an jeder Einzelzugschnur ein Fixierteil vorhanden, das in der
Montageöffnung fixierbar ist, und für jede Einzelzugschnur ist am oberen Rand des
Vorhangs eine Einnähöse vorhanden, durch die die Einzelzugschnur eingefädelt und mit
dem Fixierteil fixierbar ist.
[0016] Das Fixierteil besteht gemäß Erfindung aus einer Verdickung zum Einhängen in die
Montageöffnung und einem Passelement zum Fixieren in der Klemmgeometrie der Mitnehmerscheibe
oder der Einnähöse. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Montageöffnungen
der Mitnehmerscheiben bei vollständig entrafften Vorhang gegenüber der Einnähösen
liegen. Das Passelemente besitzt z.B. kleine Erhebungen, mit denen es wahlweise in
die Montageöffnung oder die Einnähöse einklickbar ist. Das Passelement kann aber auch
eine andere Passform, wie einen Dreikant oder dergleichen besitzen. Beim Abnehmen
des Vorhangs wird das Fixierelement in die Einnähöse eingeklickt. Der Vorhang bleibt
dann auch beim Reinigen entrafft.
[0017] Die Mitnehmer können auch Spulen mit einer Wange darstellen, wobei die Spulen so
auf der Wickelwelle angeordnet sind, dass die Wangen jeweils an der Seite liegen,
die der Bewegungsrichtung der Wickelwelle und der Spule beim Raffen des Vorhangs zugewendet
ist, und die Klemmvorrichtungen in den Wangen ist dann so gestaltet, dass die Einzelzugschnüre
auf dem Spulenkörper abgelegt werden.
[0018] Ist die Wickelwelle nicht, aber die Spule verschiebbar, können die Spulenkörper vorteilhafterweise
spiralförmige Kanäle besitzen, in die die Einzelzugschnüre beim Raffen des Vorhangs
eingelegt werden. Auf spiralförmigen Kanälen der Spulenkörper kann jeweils eine Abdeckung
liegen, in der nur ein schmaler Einlaufspalt für die Zugschnur offen ist, so dass
die Windungen nebeneinander in den spiralförmigen Kanälen abgelegt werden können.
[0019] Ein Führungsstift, der ortsfest an der Vorhangleiste oder dem Gehäuse angeordnet
ist, kann in die spiralförmigen Kanäle der Spulenkörper ragen. Der Führungsstift verlagert
die Spule beim Raffen des Vorhangs zwangsweise, so dass die Windungen der Einzelzugschnüre
nebeneinander abgelegt werden können.
[0020] Zur Montage des Raffvorhangs mit Einzelschnüren wird der Vorhang zunächst im entrafften
Zustand in bekannter Weise an der Vorhangsleiste, die mit einem Klettband versehen
ist, befestigt. Dann werden die Einzelzugschnüre, die am oberen Enden mit einer Klemmvorrichtung
versehen sind, in die Montageöffnungen der Mitnehmer eingeführt und fixiert. Die Mitnehmer
sind dabei entweder fest mit der Wickelwelle verbunden und die Wickelwelle wird mit
jeder Umdrehung beim Raffvorgang verschoben oder sie sind über eine geeignete Geometrie
miteinander gekoppelt und auf der Wickelwelle axial verschiebbar. Sind die Mitnehmer
fest mit der Wickelwelle verbunden und werden beide gemeinsam bewegt, müssen diese
vorher so eingerichtet werden, dass die Einzelzugschnüren auf der Seite abgelegt werden,
die der Bewegung der Wickelwelle abgewendet ist. Sind die Mitnehmer auf der Wickelwelle
axial beweglich, zentrieren sich die Mitnehmer selbst. Beim Raffen des Vorhangs schiebt
sich entweder die Welle oder die Mitnehmer mit den Windungen derart, dass die Einzelzugschnüre
stets an derselben Stelle auf die Wickelwelle oder den Spulenkörper auflaufen. Da
die Wickelwelle mit jeder Umdrehung um einen Betrag, der etwa gleich dem Durchmesser
der Zugschnur ist, bewegt wird, werden die Zugschnüre in einzelnen Windungen auf die
Wickelwelle oder die Spulen gezogen. Werden axial auf der Wickelwelle bewegliche Mitnehmer
verwendet, kann sich eine bewegte Wickelwelle erübrigen, da sich die Mitnehmer dann
selbständig an den Einzelzugschnüren ausrichten.
[0021] Der entscheidende Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass Vorhänge
mit Einzelzugschnüre in jedem Fall gleichmäßig gerafft werden können. Die mit jeder
Umdrehung der Wickelwelle vorhandene Vorschub, gleichgültig, ob durch die Verschiebung
der Wickelwelle oder der Mitnehmer, garantiert ein Aufwickeln der Zugschnüre in nebeneinanderliegenden
Windungen. Auch ungünstige Einflüsse auf den Vorhang, wie Zugluft eines offenen Fensters
oder ein auf der Fensterbank stehender Gegenstand, auf den der Vorhang beim Entraffen
aufläuft, bleibt ohne Auswirkungen auf die Funktion des Raffvorhangs.
[0022] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Zeichnungen an Ausführungsbeispielen erläutert
werden In den einzelnen Zeichnungen bezeichnen gleiche Bezugszahlen gleiche oder ähnliche
Teile.
[0023] Fig. 1A zeigt eine Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren, wenn
der Vorhang entrafft ist;
[0024] Fig. 1 B zeigt ein Detail von Fig. 1A;
[0025] Fig. 2A zeigt eine Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren, wenn
der Vorhang gerafft ist;
[0026] Fig. 2B zeigt ein Detail von Fig. 2A;
[0027] Fig. 3A bis 3C zeigt die Lage der Wickelwelle vor und nach dem Raffen des Vorhangs;
[0028] Fig. 4 zeigt eine Mitnehmerscheibe mit Einzelzugschnur in der Montageöffnung der
Mitnehmerscheibe in schematischer Darstellung;
[0029] Fig. 5A bis 5B zeigen die Mitnehmerscheibe in zwei Ansichten;
[0030] Fig. 5C zeigt eine Mitnehmerscheibe mit Einzelzugschnur in der Montageöffnung der
Mitnehmerscheibe;
[0031] Fig. 6A und 6B zeigen das Fixierteil in zwei Ansichten;
[0032] Fig. 7A und 7B zeigen die Einnähöse in zwei Ansichten;
[0033] Fig. 8 zeigt eine Wickelwelle mit einer Mitnehmerscheibe mit einer Montageöffnung
entsprechend der vorliegenden Erfindung;
[0034] Fig. 9 zeigt die Wickelwelle mit der Mitnehmerscheibe, wobei eine radial nach außen
verjüngte Erweiterung erkennbar ist;
[0035] Fig. 10A bis 10C zeigt einen spulenförmigen Mitnehmer;
[0036] Fig. 11A und 11 B zeigt eine weitere Ausführungsform des Mitnehmers; und
[0037] Fig. 12 zeigt eine noch andere Ausführungsform des Mitnehmers.
[0038] In Fig. 1A ist ein Wickelwelle 1 entsprechend der vorliegenden Erfindung dargestellt.
An der rechten Seite in der Zeichnung ist die Bedieneinrichtung 3 mit der Bedienkette
dargestellt. Auf der Wickelwelle 1 befindet sich ein Mitnehmer 5 mit einer Montageöffnung
für das Fixierteil 7, das sich an der Einzelzugschnur 6 befindet. Die Einzelzugschnur
6 ist in diesem Ausführungsbeispiel durch eine Klettöse 4 geführt, die sich am Vorhang
befindet. Der Übersicht halber ist der Vorhang, der an der Vorhangleiste 2 befestigt
ist, nicht gezeigt. Der Vorhang wäre in dieser Darstellung entrafft. Die Wickelwelle
1 befindet sich in der Endlage an der Bedieneinrichtung 3 (rechts in der Zeichnung).
In Fig. 1 B ist der Mitnehmer 5 der Anordnung vergrößert gezeigt.
[0039] In Fig. 2A ist ein Wickelwelle 1 im gerafften Zustand des Vorhangs dargestellt. An
der rechten Seite in der Zeichnung ist die Bedieneinrichtung 3 mit der Bedienkette
dargestellt. Auf der Wickelwelle 1 befindet sich ein Mitnehmer 5 mit einer Montageöffnung
für das Fixierteil 7, das sich an der Einzelzugschnur 6 befindet. Die Einzelzugschnur
6 ist in diesem Ausführungsbeispiel durch eine Klettöse 4 geführt, die sich am Vorhang
befindet. Auf der Wickelwelle 1 sind nebeneinanderliegende Windungen der Einzelzugschnur
6 erkennbar. Der Mitnehmer 5, der sich im entrafften Zustand des Vorhangs gegenüber
der Klettöse 4 befand, ist auf der Wickelwelle 1 nach links in der Zeichnung verschoben.
Die von der Klettöse 4 einlaufende Einzelzugschnur 6 kann dadurch nacheinander in
nebeneinanderliegenden Windungen auf die Wickelwelle 1 aufgezogen werden. An der rechten
Seite in der Zeichnung ist der Führungsdorn 8 erkennbar. In Fig. 2B ist der Mitnehmer
5 der Anordnung vergrößert gezeigt.
[0040] In den Fign. 3A bis 3C ist die Stellung der Wickelwelle 1 im entrafften und im gerafften
Zustand des Vorhangs dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Wickelwelle
1 mit dem Mitnehmer 5 (nicht gezeigt) in einem Gehäuse 9 zu einem geschlossenen System
angeordnet. Fig. 3A zeigt die Wickelwelle 1 im entrafften Zustand des Vorhangs. Auf
der linken Seite in der Zeichnung ist die Gehwindestange 10 erkennbar. Fig. 3B zeigt
die Stellung der Wickelwelle 1 im gerafften Zustand des Vorhangs. Auf der rechten
Seite in der Zeichnung ist der Führungsdorn 8 erkennbar. Während des Raffvorgangs
hat sich die Wickelwelle 1 in der Zeichnung nach links bewegt. Fig. 3C zeigt einen
Teil A der Fig. 3A vergrößert. Sie zeigt die Lage der Wickelwelle 1 im entrafften
Zustand des Vorhangs.
[0041] In Fig. 4 ist die Montageöffnung 16 an der Mitnehmerscheibe 5 mit dem darin enthaltenen
Fixierteil 7 an der Einzelzugschnur 6 mit der Verdickung 15 gezeigt. Das Passelement
19 ist in der Montageöffnung 16 eingeklickt.
[0042] In Fig. 5A bis 5C ist die Mitnehmerscheibe 5 in drei Ansichten dargestellt. Die Mitnehmerscheibe
5 ist an der Innenseite mit Kufen 17 versehen, mit denen die Mitnehmerscheibe 5 leichtgleitend
in den Längsnuten 14 der Wickelwelle 1 eingelegt werden. Die Montageöffnung 16 dient
zur Aufnahme des Fixierteils 7 und die entgegengesetzt zur Montageöffnung 16 vorhandene
radial nach außen verjüngten Erweiterung 18 dient dazu, die Einzelzugschnüre 6 beim
Raffen des Vorhangs auf die Wickelwelle 1 gleiten zu lassen.
[0043] Fig. 6A und 6B zeigen das Fixierelement. Die Einzelzugschnur 4 wird durch die Öffnung
11 eingefädelt. Die Verdickung 6 liegt danach am äußeren Ende der Einzelzugschnur
4, die in die Montageöffnung 3 eingehängt wird. Mit dem Passelement 8, das in dieser
Ausführungsform 3 Noppen 10 besitzt, wird das Fixierteil entweder in der Montageöffnung
3, beim Raffen der Vorhangs, oder in der Einnähöse 12, beim Abnehmen und Reinigen
der Vorhangs, fixiert. In Fig. 4C ist erkennbar, dass das Passelement 8 in die Montageöffnung
3 eingeklickt ist.
[0044] Fig. 7A und 7B zeigen die Einnähöse 12 in zwei Ansichten. Die Einnähöse 12 besteht
aus einer Platte, die am oberen Rand des Vorhangs eingenäht wird und einer senkrechten
Öffnung 13, durch die die Einzelzugschnur 4 eingefädelt und mit dem Fixierteil versehen
wird. Nach der Montage des Fixierteils kann die Einzelzugschnur 4, wie in der Fig.
7B gezeigt, mit dem Passelement 8 in der Öffnung 13 fixiert werden.
[0045] Das Passelement ist in dieser Ausführungsform mit Noppen 10 versehen. Es ist durch
aus möglich, auch andere Passformen zu wählen, die einen sicheren Halt in der Einnähöse
12 und der Montageöffnung 3 gewährleisten.
[0046] In Fig. 8 ist eine Wickelwelle 1 mit einer Mitnehmerscheibe 5 entsprechend der vorliegenden
Erfindung in perspektivischer Ansicht dargestellt. Die Wickelwelle 1 besitzt in dieser
Ausführung zwei Längsnuten 14, in denen die Mitnehmerscheibe 5 mit zwei Kufen 17,
die am Innenbereich der Mitnehmerscheibe 5 vorgesehen sind, verdrehsicher aber leicht
in Längsrichtung 5 verschiebbar gelagert sind. Für die Funktion ist es wichtig, dass
alle Montageöffnungen 16 in einer Richtung an der Wickelwelle 1 ausgerichtet sind.
In der Montageöffnung 16 der Mitnehmerscheibe 5 wird die Zugschnur 6 gehalten und
fixiert. Eine radial nach außen verjüngte Erweiterung 18 gegenüber der Montageöffnung
16 an der Mitnehmerscheibe 5 ist in Fig. 9 erkennbar. An dieser Erweiterung 18 gleitet
die Zugschnur 6 beim Raffen des Vorhangs auf die Wickelwelle 1. Am oberen Rand des
Vorhangs ist an jeder Einzelzugschnüre 4 ein Fixierteil 7 vorhanden. Das Fixierteil
7 besteht aus einer Verdickung 15, die in der Montageöffnung 16 gehalten wird und
einem Passelement 19, das in der Montageöffnung 16 fixierbar ist. Für jede Einzelzugschnur
6 ist am oberen Rand des Vorhangs eine Einnähöse 21 vorhanden, durch deren Öffnung
22 die Einzelzugschnur 6 eingefädelt und mit dem Passelement 19 des Fixierteils 7,
wenn der Vorhang von der Raffvorrichtung abgenommen wird, in der Einnähöse 21 fixiert.
[0047] Die Raffvorrichtung ist vorteilhafterweise so eingestellt, dass alle Montageöffnung
16 bei vollständig entrafften Vorhang gegenüber den Fixierteilen 7 liegen.
[0048] Fig. 9 zeigt die Mitnehmerscheibe 5 an der Wickelwelle 1 mit der radial nach außen
verjüngten Erweiterung 18. Diese radial nach außen verjüngten Erweiterung 18 dient
dazu, die Einzelzugschnur 6, die durch die zentrale Lage der Mitnehmerscheibe 5 zunächst
auf diese aufgezogen wird, auf die Wickelwelle 1 zu führen.
[0049] Fig. 10A bis 10C zeigt Mitnehmer 5, die als Spulen ausgebildet sind. Jeder dieser
Mitnehmer 5 ist in zwei Längsnuten 14 in der Wickelwelle 1 gelagert und leichtgängig
in axialer Richtung auf der Wickelwelle 1 verschiebbar. Durch diese Lagerung kann
sich der Mitnehmer 5 nach der Montage des Vorhangs und der Einzelzugschnüre 6 im Mitnehmer
5 selbst zentrieren. D.h. der Mitnehmer 5 steht dann genau über der Einzelzugschnur
6 im Vorhang. Der Vorhang wird dadurch nicht seitlich belastet. Außerdem wird dadurch
die Möglichkeit geschaffen, Vorhänge mit unterschiedlichen Abständen der Einzelzugschnüre
6 an ein und derselben Vorrichtung zu montieren.
[0050] Fig. 11A und 11 B zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel des Mitnehmers 5. Der als
Spule ausgebildete Mitnehmer 5 besitzt einen spiralförmigen Kanal 11, in den die Einzelzugschnüre
6 beim Raffen des Vorhangs eingezogen werden. Die Einzelzugschnüre 6 werden in diesem
Ausführungsbeispiel aus einem Ring 12, der sich unterhalb des Flauschbandes am Vorhang
befindet und damit einen gewissen Spielraum für die Einzelzugschnur 6 bietet, in die
Montageöffnung 16 der Wange der Spule geführt. In diesem Ausführungsbeispiel muss
die Wickelwelle 1 nicht zwangsläufig bei jeder Umdrehung des Raffvorgangs verschoben
werden. Da diese Spule auf der Wickelwelle 1 axial leicht verschiebbar ist, kann sich
der Mitnehmer 5 ständig zentrieren, so dass die Einzelzugschnüre 6 immer nebeneinander
aufgewickelt werden.
[0051] Fig. 12 zeigt den gleichen Aufbau wie das Ausführungsbeispiel in Fig. 5, jedoch ist
in diesem Ausführungsbeispiel fest im Gehäuse 9 oder an der Vorhangsleiste ein Führungsstift
13 angeordnet. Durch diesen Führungsstift 13 erhält der Mitnehmer 5 eine Zwangsführung,
so dass auch bei ungünstigen Einflüssen, wenn sich z.B. der Mitnehmer 5 in den Längsnuten
14 verkantet, ein zuverlässiges Raffen der Vorhangs mit nebeneinander abgelegten Windungen
der Einzelzugschnüren 6 möglich ist
[0052] Bezugszeichen
- 1. Wickelwelle
- 2. Vorhangsschiene
- 3. Bedieneinrichtung
- 4. Öse
- 5. Mitnehmer
- 6. Einzelzugschnur
- 7. Fixierteil
- 8. Führungsdorn
- 9. Gehäuse
- 10. Gehwindestange
- 11. Spiralförmiger Kanal
- 12. Ring
- 13. Führungsstift
- 14. Längsnut
- 15. Verdickung
- 16. Montageöffnung
- 17. Kufe
- 18. Radial nach außen verjüngte Erweiterung
- 19. Passelement
- 20. Noppen
- 21. Einnähöse
1. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren, die am unteren Rand des
Vorhangs befestigt sind, und am oberen Rand des Vorhangs in einer Klemmeinrichtung
an je einem mit der Wickelwelle gekoppelten Mitnehmer fixiert sind, um mittels einer
Bedieneinrichtung auf die Wickelwelle aufgezogen zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelwelle (1) mit einer Verschiebeeinrichtung gekoppelt ist, die die Wickelwelle
(1) mit dem Mitnehmer (5) bei jeder Umdrehung des Raffvorgangs um einen Betrag in
der Größenordnung des Durchmessers der Einzelzugschnur (6) so verschiebt, dass die
Einzelzugschnüre (6) nebeneinander auf der Wickelwelle (1) abgelegt werden.
2. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Wickelwelle (1) und der Bedieneinrichtung (3) ein Führungsdorn (8) vorhanden
ist, der die Lage der Wickelwelle (1) bei der Verschiebung stabilisiert, und auf der
anderen Seite der Wickelwelle (1) ein Innengewinde mit der Steigung in der Größenordnung
des Durchmessers der Einzelzugschnur (6) vorhanden ist, dass die Wickelwelle (1) mit
dem Innengewinde auf einer feststehenden Gewindestange (10) angeordnet ist, auf die
die Wickelwelle (1) mit dem Mitnehmer (5) beim Raffen des Vorhangs aufgeschraubt wird.
3. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Wickelwelle (1) und der Bedieneinrichtung (3) ein Führungsdorn (8) vorhanden
ist, der die Lage der Wickelwelle (1) bei der Verschiebung stabilisiert, und auf der
anderen Seite der Wickelwelle (1) eine Gewindestange (10) mit der Steigung des Gewindes
in der Größenordnung des Durchmessers der Einzelzugschnur (6) vorhanden ist, dass
die Gehwindestange (10) die in einer Mutter läuft, in die die Wickelwelle (1) mit
dem Mitnehmer (5) beim Raffen des Vorhangs eingeschraubt wird.
4. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (5) Mitnehmerscheiben darstellen und die Klemmvorrichtungen in den
Mitnehmerscheiben so gestaltet sind, dass die Einzelzugschnüre (6) auf der Seite der
Mitnehmerscheibe abgelegt werden, die der Bewegungsrichtung der Wickelwelle (1) und
der Mitnehmerscheibe beim Raffen des Vorhangs abgewendet ist.
5. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (5) Spulen mit einer Wange darstellen, wobei die Spulen so auf der
Wickelwelle (1) angeordnet sind, dass die Wangen jeweils an der Seite liegen, die
der Bewegungsrichtung der Wickelwelle (1) und der Spule beim Raffen des Vorhangs zugewendet
ist, und die Klemmvorrichtungen in den Wangen so gestaltet sind, dass die Einzelzugschnüre
(6) nebeneinander auf dem Spulenkörper abgelegt werden.
6. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren, die am unteren Rand des
Vorhangs befestigt sind, und am oberen Rand des Vorhangs in einer Klemmeinrichtung
an je einem mit der Wickelwelle gekoppelten Mitnehmer fixiert sind, um mittels einer
Bedieneinrichtung auf die Wickelwelle aufgezogen zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelwelle (1) und die Mitnehmer (5) eine Geometrie mit Gleitflächen besitzen,
durch die die Mitnehmer (5) drehsicher aber axial frei beweglich auf der Wickelwelle
(1) angeordnet sind.
7. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitflächen mit einer gleitfähigen Beschichtung versehen sind.
8. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Gleitflächen Kugelkäfige vorhanden sind.
9. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach einem der Ansprüche
6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelwelle (1) mindestens eine Längsnut (14) besitzt, in der die Mitnehmer (5)
axial frei beweglich sind.
10. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (5) Mitnehmerscheiben darstellen, dass jede Mitnehmerscheibe am Außenbereich
eine Montageöffnung (16) zur Aufnahme und zum Halten der Einzelzugschnur (6), und
entgegengesetzt zur Montageöffnung (16) eine radial nach außen verjüngte Erweiterung
(18) besitzt, an der die Einzelzugschnur (6) beim Raffen des Vorhangs auf die Wickelwelle
(1) gleitet, dass am oberen Rand des Vorhangs an jeder Einzelzugschnur (6) ein Fixierteil
(7) vorhanden ist, das in der Montageöffnung (16) fixierbar ist, und dass für jede
Einzelzugschnur (6) am oberen Rand des Vorhangs eine Öse (4) vorhanden ist, durch
die die Einzelzugschnur (6) eingefädelt und mit dem Fixierteil (7) fixierbar ist.
11. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixierteil (7) aus einer Verdickung (15) zum Einhängen in die Montageöffnung
(16) und einem Passelement (19) zum Fixieren in der Klemmgeometrie der Mitnehmerscheibe
oder der Öse (4) besteht.
12. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Passelemente (19) kleine Noppen (20) besitzen, mit denen sie wahlweise in die
Montageöffnung (16) oder die Öse (4) einklickbar sind.
13. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs nach Anspruch 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageöffnungen (16) der Mitnehmerscheiben bei vollständig entrafften Vorhang
gegenüber den Ösen (4) am Vorhang liegen.
14. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (5) Spulen mit einer Wange darstellen.
15. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulenkörper einen spiralförmigen Kanal (11) besitzen, in die die Einzelzugschnüre
(6) nach dem Raffen des Vorhangs eingelegt sind.
16. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem spiralförmigen Kanal (11) der Spulenkörper eine Abdeckung liegt, in der nur
ein schmaler Einlaufspalt für die Einzelzugschnur (6) offen ist.
17. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach einem der Ansprüche
1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gehäuse (9) vorgesehen ist, in dem die Wickelwelle (1) mit den Mitnehmern (5)
und die Bedieneinrichtung (3) angeordnet sind.
18. Vorrichtung zum Raffen eines Vorhangs mit Einzelzugschnüren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass Führungsstifte (13), die ortsfest an der Vorhangleiste oder dem Gehäuse (9) angebracht
sind, in den spiralförmigen Kanal (11) der Spulenkörper ragen.