[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung einer mindestens
eine Fluidaustrittsöffnung umfassenden Auftragseinrichtung zum Auftragen eines fluiden
Mediums, insbesondere von Spuren eines Klebstoffes, auf ein relativ zur Fluidaustrittsöffnung
bewegtes Gut, insbesondere auf eine Lasche eines Wellpappenzuschnitts, auch "Laschenbeleimung"
genannt.
[0002] Die Laschenbeleimung ist ein Prozessschritt bei der Herstellung von Wellpappenboxen,
die beispielsweise in Anlagen erfolgt, die auch "Inliner (Flexofoldergluer)" genannt
werden. Dieser Herstellungsprozess in der Wellpappenindustrie wird zunehmend automatisiert,
so dass die Anlagen weitestgehend ohne Eingriff des Bedienpersonals arbeiten müssen.
[0003] Die Erfindung hat ihren Ausgangspunkt bei Beleimungseinrichtungen für diese Laschenbeleimung
gefunden, so dass sie nachfolgend am Beispiel selbiger beschrieben wird. Das Anwendungsgebiet
der Erfindung ist jedoch nicht auf Beleimungseinrichtungen beschränkt. Es ist ebenfalls
möglich, die Erfindung im Zusammenhang mit anderen Auftragseinrichtungen zum Auftrag
eines fluiden Mediums zu verwirklichen.
[0004] Bei bekannten Beleimungseinrichtungen arbeiten die Leimauftragsdüsen, die jeweils
zumindest eine Leimaustrittsöffnung aufweisen, überwiegend in Kontakt zum Wellpappenzuschnitt.
Die Leimauftragsdüsen bzw. deren Leimauftragsöffnungen werden nicht automatisch gereinigt
oder gegen Eintrocknen verschlossen. Der Leimauftrag erfolgt, je nach Faltrichtung
der Anlage und Art der Wellpappenbox (Innenlasche oder Außenlasche) von oben oder
unten, auf der Bedien- oder der Antriebsseite der Anlage.
[0005] Die Leimauftragsdüsen verschmutzen während der Produktion durch Pappenabrieb und
Klebstoffreste. Dies verursacht durch Ablenkung, Verzögerung oder Absperren eines
aus der Leimaustrittsöffnung der Leimauftragsdüse austretenden Leimstrahls einen unregelmäßigen
oder aussetzenden Leimauftrag und damit unzureichend oder falsch verklebte Wellpappenboxen.
Deshalb müssen die Leimauftragsdüsen in regelmäßigen Abständen vom Bedienpersonal
der Anlage gereinigt werden. Hierzu ist die gesamte Anlage zu stoppen, da der Zugang
über Sicherheitseinrichtungen nur bei stehender Anlage zugelassen wird.
[0006] In Produktionspausen für Einricht- oder Wartungszwecke trocknen die Leimauftragsdüsen
schon nach kurzer Zeit ein und verstopfen. Für jeden Anlauf der Produktion sind die
Leimauftragsdüsen deshalb jeweils vom Bedienpersonal der Anlage zu säubern. Dies bedeutet
bei den in der Wellpappenproduktion sehr häufigen Neueinrichtungen auf einen neuen
Wellpappenboxentyp deutlich längere Rüstzeiten und einen erheblichen Aufwand für die
Anlagenbediener.
[0007] Aus der
DE 199 36 670 C1 und der
DE 41 13 441 A1 sind Leimauftragsdüsen bekannt, die kontaktlos arbeiten und die in Produktionspausen
automatisch mit Gummi besetzten Verschlussschiebern verschlossen werden. Dabei werden
entweder die Verschlussschieber unter die Düsenschlitze bewegt oder die Leimauftragsdüsen
werden über die Verschlussschieber geschoben oder geschwenkt.
[0008] All diesen Lösungen zur "trockenen" Reinigung ist eigen, dass die Düsen nur unvollkommen
gereinigt und abgedichtet werden. Weiterhin sind die Reinigungsgummis selbst einem
starken Verschleiss ausgesetzt und bedürfen einer intensiven Wartung.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, bei
welcher die Gefahr des Verstopfens von Fluidaustrittsöffnungen, insbesondere einer
Leimaustrittsöffnung einer Leimauftragsdüse reduziert ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 wiedergegebene Verfahren und die in Anspruch
6 wiedergegebene Vorrichtung gelöst.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Auftragseinrichtung - insbesondere die
Leimauftragseinrichtung - aus einer Arbeits- in eine Reinigungsposition verlagert.
Anschließend wird die Fluidaustrittsöffnung - insbesondere die Leimaustrittsöffnung
- einer Auftragsdüse mit Flüssigkeit beaufschlagt. Das erfindungsgemäße Verfahren
zeichnet sich somit durch den wesentlichen Vorteil aus, dass bei Produktionsunterbrechungen
nicht nur ein Verschluss der Austrittsöffnungen erfolgt, sondern diese aktiv gereinigt
und durch Flüssigkeitsbeaufschlagung von einem Austrocknen des in den Auftragsdüsen
befindlichen Mediums - insbesondere des Leimes - verhindert wird.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das
Beaufschlagen der Fluidaustrittsöffnung mit Flüssigkeit durch Eintauchen der Fluidaustrittsöffnung
in ein Flüssigkeitsvolumen. Umfasst die Auftragseinrichtung eine Auftragsdüse, so
wird diese über einen Teil ihrer Länge in das Flüssigkeitsvolumen eingebracht.
[0013] Alternativ oder zusätzlich kann das Beaufschlagen der Fluidaustrittsöffnung mit Flüssigkeit
durch Überstreichen der Fluidaustrittsöffnung mit einer flüssigkeitsbeaufschlagten
Reinigungseinrichtung erfolgen. Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass zusätzlich auf
die verschmutzten Bereiche mechanisch eingewirkt wird, so dass der Reinigungseffekt
nochmals verbessert ist. Die Reinigungseinrichtung kann eine Walzeneinrichtung umfassen.
[0014] Besonders bevorzugt ist es, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Flüssigkeit
zum Einsatz kommt, die ein Lösungsmittel des fluiden Mittels enthält. Handelt es sich
bei dem fluiden Mittel beispielsweise um einen Dispersionsklebstoff, der bei der Laschenbeleimung
wegen seiner Umweltverträglichkeit insbesondere eingesetzt wird, so umfasst die Flüssigkeit
beispielsweise Wasser.
[0015] Um das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren bestmöglich in den Produktionsablauf
integrieren zu können, wird der Ablauf der Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorzugsweise von der Steuereinrichtung einer Auftragsanlage gesteuert oder
geregelt.
[0016] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Auftragen eines fluiden Mediums, insbesondere
eines Leimes, mit einer Auftragseinrichtung, insbesondere einer Leimauftragseinrichtung,
die zumindest eine Austrittsöffnung für das fluide Medium aufweist, auf eine relativ
zur Austrittsöffnung bewegtes Gut, insbesondere auf einen Wellpappenzuschnitt, ist
erfindungsgemäß die Auftragseinrichtung zwischen einer Arbeits- und einer Ruhestellung
verlagerbar. Ferner weist die Vorrichtung eine Reinigungseinrichtung auf, mittels
welcher die Austrittsöffnung in der Ruhestellung der Auftragseinrichtung unter Flüssigkeitsbeaufschlagung
gereinigt werden kann. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich somit dadurch
aus, dass in Produktionspausen die Austrittsöffnungen aktiv gereinigt werden können,
so dass ein Verstopfen derselben durch ein Eintrocknen des abgegebenen Mediums oder
durch Verschmutzungen zuverlässig verhindert wird.
[0017] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei
welcher die Reinigungseinrichtung ein Flüssigkeitsvolumen umfasst, in welches die
Austrittsöffnung der Auftragseinrichtung einbringbar ist. Aufgrund dieser Maßnahme
werden während der Ruhezeiten der Vorrichtung nicht nur Verschmutzungen abgelöst,
sondern die Austrittsöffnung wird durch die umgebende Flüssigkeit von der Umgebungsluft
abgeschlossen, so dass ein Eintrocknen von Fluidresten in der Austrittsöffnung verhindert
wird.
[0018] Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei
der die mindestens eine Austrittsöffnung von mindestens einer Auftragsdüse gebildet
ist.
[0019] Das Flüssigkeitsvolumen kann dann insbesondere von einem Behälter aufgenommen sein,
der einen Deckel umfasst, der in der Position der Auftragsdüse mit einer Durchführung
versehen ist, die mit einer Verschlussdichtung ausgerüstet ist, die die Durchführung
beim Einbringen der Auftragsdüse selbsttätig freigibt und nach Entfernen der Auftragsdüse
selbsttätig verschließt. Aufgrund dieser Maßnahme befindet sich das Flüssigkeitsvolumen
dauerhaft in einem geschlossenen Behälter, so dass ein Verdunsten der Flüssigkeit
und das Eindringen von Verunreinigungen zuverlässig verhindert werden.
[0020] Alternativ oder zusätzlich kann die Reinigungseinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine flüssigkeitsbenetzbare Einrichtung umfassen, mit der die Abgabeöffnung überstreichbar
ist. Diese Einrichtung kann beispielsweise als Walzeneinrichtung ausgebildet sein,
die mindestens eine rotierbare Reinigungswalze umfasst, die unter Anlage an der Austrittsöffnung
relativ zu dieser verlagerbar ist. Die Walze wird dann rotierend unter Anlage an der
Auftragseinrichtung an der Austrittsöffnung vorbeibewegt. Durch die Rotation der Walze
wird die Austrittsöffnung besonders effektiv auch mechanisch gereinigt.
[0021] Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die Reinigungswalze in eine stillstehende,
die Austrittsöffnung verschließende Position bringbar ist. Aufgrund dieser Maßnahme
wirkt die Reinigungswalze nicht nur reinigend, sondern auch als Verschluss, so dass
auch bei längerem Anlagenstillstand ein Eintrocknen noch in der Auftragseinrichtung
befindlichen fluiden Mediums verhindert wird.
[0022] Die Zufuhr der Flüssigkeit zur Walzeneinrichtung kann grundsätzlich in beliebiger
Weise erfolgen. Besonders bevorzugt ist es jedoch, wenn die Walzeneinrichtung ein
Flüssigkeitsbad umfasst, in das die Reinigungswalze mit einem Teil ihres Umfanges
eintaucht. Durch die Rotation der Reinigungswalze während des Reinigungsvorganges
reißt diese stets eine gewisse Menge an Flüssigkeit mit, wobei überschüssige Flüssigkeit
in das Flüssigkeitsbad zurückläuft.
[0023] Darüber hinaus kann die Walzeneinrichtung eine in dem Flüssigkeitsbad angeordnete
Transferwalze umfassen, die mit der Reinigungswalze zusammenwirkt und mittels welcher
Flüssigkeit der Reinigungswalze zugeführt wird. Ein Vorteil dieser Weiterbildung ist,
dass die Reinigungswalze durch das Zusammenwirken mit der Transferwalze selbst gereinigt
wird.
[0024] Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Figuren am Beispiel einer Beleimungseinrichtung
zum Auftragen von Dispersionsleim auf die Lasche eines Wellpappenzuschnitts erläutert
werden. Es zeigen:
- Fig.1
- - schematisch - eine Beleimungsanlage mit einer Beleimungseinrichtung;
- Fig. 2a
- ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer Reinigungseinrichtung
in Arbeitsstellung der Beleimungseinrichtung in einer Seitenansicht;
- Fig. 2b
- dieselbe Vorrichtung wie in Fig. 2a in einer Ansicht von oben;
- Fig. 3a
- dieselbe Vorrichtung wie in Fig. 2a in derselben Ansicht, jedoch in Ruhestellung der
Beleimungseinrichtung;
- Fig. 3b
- die Vorrichtung gemäß Fig. 3a in einer Ansicht von oben;
- Fig.4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Fig.
3a entsprechenden Ansicht;
- Fig. 5a
- ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Fig.
4 entsprechenden Ansicht sowie
- Fig. 5b
- das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5a in einer Ansicht A in Fig. 5a.
[0025] Die in Fig. 1 dargestellte Anlage zur Laschenbeleimung umfasst eine Klebstoffversorgung
100, eine oder mehrere Beleimungseinrichtungen 200 und eine Positionier- und Dosiersteuerung
300. Die Klebstoffversorgung 100 saugt den Klebstoff aus einem Gebinde 110 und fördert
diesen unter Druck über eine Pumpe 120 und einen Druckregler 130 zur Beleimungseinrichtung.
Der Leimdruck wird in Abhängigkeit der Produktgeschwindigkeit während des Beleimungsvorganges
jeweils so geregelt, dass pro Wegeinheit des Produktes gleich bleibende Leimmengen
aus Leimauftragsdüsen 230 (s. beispielsweise Fig. 2a) austreten.
[0026] Wie insbesondere Fig. 2 entnehmbar ist, umfasst die Beleimungseinrichtung 200 eine
Zuschnittführung 220, die Leimauftragsdüsen 230 und eine Reinigungseinrichtung 240.
Ein Wellpappenzuschnitt 10 läuft durch die Zuschnittführung 220 und wird von dieser
so in Position gehalten, dass ein nahezu gleichmäßiger, vertikaler Abstand von einer
zu beleimenden Lasche 11 des Zuschnitts 10 zu den Leimauftragsdüsen 230 eingehalten
wird.
[0027] Die Leimauftragsdüsen 230 sind vertikal in Distanz zur Oberfläche der Leimlasche
11 des Wellpappenzuschnitts 10 befestigt und tragen den Klebstoff in Leimspuren 12
auf die durchlaufende Leimlasche 11 auf. Die Leimauftragsdüsen 230 ist horizontal
über eine Transfereinrichtung 244 verfahrbar. Die Reinigungseinrichtung 240 ist über
eine Transfereinrichtung 243 vertikal verfahrbar.
[0028] Während der Produktion befindet sich die Beleimungsstation in Arbeitsstellung, d.h.
die Leimauftragsdüsen 230 befinden sich über der Leimlasche 11 und die Reinigungseinrichtung
240 in der unteren Position (Fig. 2).
[0029] Bei Produktionsunterbrechungen wird die Beleimungseinrichtung in die Ruhestellung
überführt. Dazu werden die Leimauftragsdüsen 230 mittels der Transfereinheit 244 horizontal
quer zur Vorlaufrichtung der Leimlasche 11 weg bewegt und nachfolgend die Reinigungseinrichtung
240 mit der Transfereinheit 243 vertikal nach oben verfahren. Dabei werden die Leimauftragsdüsen
gereinigt und luftdicht verschlossen, um ein Eintrocknen des Leimes zu vermeiden (Fig.
3).
[0030] Vor dem Produktionsstart wird die Beleimungseinrichtung wieder in Arbeitsstellung
gebracht. Dazu wird die Reinigungseinrichtung 240 mit der Transfereinheit 243 vertikal
nach unten verfahren und anschließend die Leimauftragsdüse 230 mittels der Transfereinheit
244 über die Leimlasche 11 bewegt.
[0031] Bei der in Fig. 2 und 3 dargestellten vorteilhaften Ausgestaltung der Reinigungseinrichtung
ist ein Flüssigkeitsbad 241 vorgesehen. Das Flüssigkeitsbad 241 umfasst einen Behälter,
der mit einer Flüssigkeit, die den Klebstoff löst (bei Dispersionsleim beispielsweise
mit Wasser) befüllt ist, so dass die Leimauftragsdüsen 230 in der Ruhestellung eintauchen.
Die Flüssigkeit verhindert durch luftdichten Verschluss das Eintrocknen der Leimauftragsdüsen
und löst anhaftende Leimreste. Der Behälter ist mit einem Deckel verschlossen, der
in der Position der Leimauftragsdüsen 230 mit Durchführungen versehen ist, die mit
elastischen Verschlussdichtungen 242 ausgerüstet sind. Die Verschlussdichtungen 242
reinigen die Leimauftragsdüsen 230 beim Eintauchen in das Flüssigkeitsbad und beim
Verlassen desselben. Weiterhin wird der Eintrag von Papierabrieb in das Flüssigkeitsbad
deutlich vermindert.
[0032] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung, die in Fig. 4 dargestellt ist, umfasst eine
flüssigkeitsbenetzte Walzeneinrichtung 245, die durch eine Relativbewegung zu den
Leimauftragsdüsen 230 eine weitere Verbesserung der Reinigungswirkung erreicht. Die
Walzeneinrichtung umfasst ein Flüssigkeitsbecken 246, eine Reinigungswalze 247, deren
Oberfläche aus einem elastischen Material gebildet ist, sowie einen Walzenantrieb
249, der die Reinigungswalze 247 in eine drehende Bewegung versetzt.
[0033] Während des Reinigungsvorganges befindet sich die Reinigungswalze 247 in einer Position,
dass deren Außenumfang die Leimauftragsdüsen überstreicht. In Ruhestellung der Reinigungswalze
tauchen die Leimauftragsdüsen in die Reinigungswalze ein. Die Leimaustrittsöffnungen
werden somit durch die Reinigungswalze wirksam verschlossen. Die Reinigungswalze wird
zur Reinigung solange in eine Rotation versetzt, bis die an den Düsen anhaftenden
Verschmutzungen entfernt sind. Verschmutzungen werden beim Durchlauf des Umfangs der
Reinigungswalze durch das Flüssigkeitsbad abgelöst. Nach Beendigung der Drehbewegung
werden die Leimauftragsdüsen 230 durch die feuchte Walze luftdicht abgeschlossen und
gegen Eintrocknen geschützt.
[0034] Bei einem weiteren, bevorzugten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
das in Fig. 5a und b dargestellt ist, umfasst die Reinigungseinrichtung zusätzlich
eine Transferwalze 248, die innerhalb des Flüssigkeitsbades angeordnet ist und den
Flüssigkeitstransfer auf die Reinigungswalze 247 bewerkstelligt.
[0035] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden die Leimauftragsdüsen 200 in Abhängigkeit
vom vorgegebenen Leimmuster und der aktuellen Position des Wellpappenzuschnitts 10
über eine Positionier- und Dosiersteuerung 300 (s. Fig. 1) geöffnet und geschlossen.
Ferner wird mit der Positionier- und Dosiersteuerung 300 der von der Klebstoffversorgung
100 erzeugt Leimdruck geregelt und der Antrieb für den Übergang der Beleimungseinrichtung
aus der Ruhestellung in die Arbeitsstellung und zurück betätigt. Die Auslösung des
Übergangs erfolgt durch Signalvorgabe von der Steuerung der Anlage oder zeitgesteuert
in Abhängigkeit vom Verschmutzungsverhalten der Leimauftragsdüsen. Die Positionier-
und Dosiersteuerung 300 meldet die Betriebsbereitschaft der Beleimungseinrichtung,
wenn sich diese in Arbeitsstellung befindet, an die Steuerung der Anlage und gibt
damit bzw. verhindert den Anlauf der Produktion, wenn sich die Beleimungseinrichtung
in Ruhestellung befindet. Der Datenaustausch kann über Hardwaresignale oder über eine
Feldbusverbindung hergestellt werden. Der Datenaustausch kann uni- oder bidirektional
erfolgen.
1. Verfahren zur Reinigung einer mindestens eine Fluidaustrittsöffnung umfassende Auftragseinrichtung
zum Auftragen eines fluiden Mediums auf ein relativ zur Fluidaustrittsöffnung bewegtes
Gut mit den folgenden Verfahrensschritten:
- Verlagern der Auftragseinrichtung aus einer Arbeits- und einer Reinigungsposition
- Beaufschlagen der Fluidaustrittsöffnung mit Flüssigkeit.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Beaufschlagen der Fluidaustrittsöffnung mit Flüssigkeit durch Eintauchen der
Fluidaustrittsöffnung in ein Flüssigkeitsvolumen erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Beaufschlagen der Fluidaustrittsöffnung mit Flüssigkeit durch Überstreichen der
Fluidaustrittsöffnung mit einer Flüssigkeitsbeaufschlagten Reinigungseinrichtung,
insbesondere einer Walzeneinrichtung erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit ein Lösungsmittel des fluiden Mittels enthält.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ablauf der Verfahrensschritte von der Steuereinrichtung einer Auftragsanlage
gesteuert oder geregelt wird.
6. Vorrichtung zum Auftragen eines fluiden Mediums, mit einer Auftragseinrichtung die
zumindest eine Austrittsöffnung für das fluide Medium aufweist, auf ein relativ zur
Austrittsöffnung bewegtes Gut,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragseinrichtung zwischen einer Arbeits- und einer Ruhestellung verlagerbar
ist, die Vorrichtung eine Reinigungseinrichtung umfasst, mittels welcher die Austrittsöffnung
in der Ruhestellung der Auftragseinrichtung unter Flüssigkeitsbeaufschlagung gereinigt
werden kann.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungseinrichtung ein Flüssigkeitsvolumen umfasst, in welches die Austrittsöffnung
einbringbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Austrittsöffnung von mindestens einer Austrittsdüse gebildet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsvolumen von einem Behälter aufgenommen ist, der einen Deckel umfasst,
der in der Position der Auftragsdüse mit einer Durchführung versehen ist, die mit
einer Verschlussdichtung ausgerüstet ist, die die Durchführung beim Einbringen der
Auftragsdüse selbsttätig freigibt und nach Entfernen der Auftragsdüsen selbsttätig
verschließt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungseinrichtung eine flüssigkeitsbenetzbare Einrichtung umfasst, mit der
die Abgabeöffnung überstreichbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzeneinrichtung mindestens eine rotierbare Reinigungswalze umfasst, die unter
Anlage an der Austrittsöffnung relativ zu dieser verlagerbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungswalze in eine stillstehende, die Austrittsöffnung verschließende Position
bringbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzeneinrichtung ein Flüssigkeitsbad umfasst, in das die Reinigungswalze mit
einem Teil ihres Umfanges eintaucht.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzeneinrichtung eine in dem Flüssigkeitsbad angeordnete Transferwalze umfasst,
die mit der Reinigungswalze zusammenwirkt und mittels welcher Flüssigkeit der Reinigungswalze
zugeführt wird.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragseinrichtung eine Leimauftragseinrichtung und das bewegte Gut ein vorlaufender
Wellpappenzuschnitt ist.