[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Führungselement zum Führen einer Reinigungsvorrichtung
einer Druckmaschine, umfassend eine umschaltbare Weiche, nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] In
WO 2004/087422 A1 ist ein Montagesystem beschrieben, welches eine Reinigungsvorrichtung und ein Führungselement
mit einer einstellbaren Verschlussplatte umfasst. Das Führungselement dient zum Führen
der Reinigungsvorrichtung bei deren Installation und Deinstallation in den Druckmaschinen.
[0003] In
DE 36 14 542 A1 ist ein Führungselement beschrieben, welches dazu dient, eine Reinigungsvorrichtung
zu verschiedenen Zylindern einer Druckmaschine zu führen. Das Führungselement umfasst
eine als Abzweigstation bezeichnete Weiche, welche durch ein Betätigungselement umgeschaltet
wird. Dieses Betätigungselement ist zeichnerisch in Form eines Arbeitszylinders dargestellt
und wird durch programmgesteuerte Stellbefehle aktiviert. Das Führungselement und
die dafür notwendige Steuerungseinrichtung sind aufwendig und deshalb nur für häufige
Verlagerungen der Reinigungsvorrichtung geeignet.
[0004] In vielen Fällen ist aber nur eine seltene Verlagerung der Reinigungsvorrichtung
erforderlich, z. B. um diese für Wartungszwecke aus der Druckmaschine zu entnehmen
und nach erfolgter Wartung wieder einzusetzen.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist auch
DE 43 26 833 B4 nicht wirklich hilfreich. Darin ist ein Führungselement mit einer Weiche beschrieben,
mittels welchem sich die Reinigungsvorrichtung wahlweise in verschiedene Waschpositionen
und in eine Parkposition verlagern lässt. In der Parkposition ist die Reinigungsvorrichtung
zum Austausch ihres Waschelements, z. B. eines Waschtuchs, oder für Reparaturzwecke
leicht zugänglich.
[0006] Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein unaufwendiges Führungselement
der eingangs genannten Gattung zu schaffen, das für weniger häufige Verlagerungen
der Reinigungsvorrichtung geeignet ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Führungselement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das erfindungsgemäße Führungselement zum Führen einer Reinigungsvorrichtung einer
Druckmaschine, umfassend eine umschaltbare Weiche, ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Weiche durch die Reinigungsvorrichtung umschaltbar ausgebildet ist.
[0008] Das erfindungsgemäße Führungselement ist manuell bedienbar und deshalb vergleichsweise
unaufwendig. Ein Stellantrieb für die Weiche ist, weil nicht erforderlich, nicht vorhanden.
Das Führungselement ist bestens für gelegentliche Wartungsarbeiten geeignet, bei denen
die Reinigungsvorrichtung aus der Druckmaschine entnommen und wieder eingesetzt werden
muss.
[0009] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Führungselements kann die Weiche durch
eine Rolle der Reinigungsvorrichtung umschaltbar ausgebildet sein.
[0010] Bei einer weiteren Weiterbildung kann das Führungselement eine untere Führungsbahn
für die Rolle und eine obere Führungsbahn für eine weitere Rolle der Reinigungsvorrichtung
aufweisen.
[0011] Bei einer weiteren Weiterbildung kann die Weiche mehrarmig sein.
[0012] Bei einer weiteren Weiterbildung kann die Weiche zwei im Wesentlichen auf derselben
Linie liegende Arme aufweisen.
[0013] Zur Erfindung gehört auch ein Montagesystem, umfassend eine Reinigungsvorrichtung
und ein Führungselement mit einer Weiche zum Führen der Reinigungsvorrichtung bei
deren Installation und Deinstallation in einer Druckmaschine, welches dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Reinigungsvorrichtung ein durch das Führungselement geführtes Element
aufweist, welches als ein Schaltelement zum Umschalten der Weiche ausgebildet oder
angeordnet ist.
[0014] Ein Bestandteil dieses Montagesystems ist das erfindungsgemäß oder einer der Weiterbildungen
entsprechend ausgebildete Führungselement.
[0015] Bei einer Weiterbildung des Montagesystems kann das geführte Element eine Rolle sein.
[0016] Weitere konstruktiv und funktionell vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen
Zeichnung.
[0017] In dieser zeigt:
- Figur 1
- ein Montagesystem mit einem Führungselement und einer Reinigungsvorrichtung, welche
sich in einer Betriebsposition innerhalb eines Druckwerks befindet, und
- Figur 2
- das Montagesystem aus Figur 1, wobei sich die Reinigungsvorrichtung außerhalb des
Druckwerks und auf dem Führungselement befindet.
[0018] In den Figuren 1 und 2 ist ein Montagesystem zum Installieren und Deinstallieren
einer Reinigungsvorrichtung 1 in einer Druckmaschine dargestellt. Die Reinigungsvorrichtung
1 ist eine Gummituchwascheinrichtung und umfasst eine Bürstenwalze 2. Weiterhin umfasst
die Reinigungsvorrichtung 1 ein Zahnradgetriebe 3 zum Antreiben der Bürstenwalze 2.
Das Zahnradgetriebe 3 ist mit einem Zahnrad 4 koppelbar, das ortsfest am Maschinengestell
gelagert ist. Das Zahnrad 4 treibt über das Zahnradgetriebe 3 die Bürstenwalze 2 an.
[0019] Die Reinigungsvorrichtung 1 ist als ein so genannter Einschub ausgebildet und hat
geführte Elemente in Form von Rollen 5, 6. Es ist eine Modifikation denkbar, bei welcher
Gleitsteine statt der Rollen 5, 6 als geführte Elemente vorhanden sind. In der Druckmaschine
sind dauerhaft Führungsschienen 7 mit Nuten 8 angebracht. Die Rollen 5, 6 greifen
in die Nuten 8 ein, wenn sich die Reinigungsvorrichtung 1 in ihrer Betriebsposition
befindet, die in Figur 1 gezeigt ist. Selbstverständlich hat die Reinigungsvorrichtung
1 sowohl auf der Antriebsseite als auch auf der Bedienungsseite solch ein Rollenpaar
und ist auf jeder Seite eine Führungsschiene angeordnet.
[0020] Zum Montagesystem gehört auch ein Führungselement 9, welches mittels Schrauben 10
und Stiften 11 an der Druckmaschine angebracht wird, wenn die Reinigungsvorrichtung
1 ein- oder ausgebaut werden soll. Das Führungselement 9 ist also ein Montagewerkzeug,
welches nach erfolgter Installation der Reinigungsvorrichtung 1 in der Druckmaschine
von letzterer wieder abgelöst wird. Das Führungselement 9 hat eine obere Führungsbahn
12 für die bezüglich der Einschubrichtung vordere Rolle 5 und eine untere Führungsbahn
13 für die hintere Rolle 6. In einer Gabelung, in der die Führungsbahnen 12, 13 voneinander
abzweigen, ist eine umschaltbare Weiche 14 angeordnet. Die obere Führungsbahn 12 fällt
von der Weiche 14 weg ab.
[0021] Die Weiche 14 ist um ein Gelenk 15 wahlweise in zwei Schaltpositionen drehbar gelagert,
von denen die eine in Figur 1 dargestellt ist und die andere in Figur 2. Die Weiche
14 weist einen ersten Arm 16, einen zweiten Arm 17 und einen dritten Arm 18 auf. Der
erste Arm 16 und der dritte Arm 18 liegen im Wesentlichen auf derselben Linie und
der zweite Arm 17 ist zu den beiden anderen Armen 16, 18 unter einem rechten oder
fast rechten Winkel orientiert. An dem Führungselement 9 ist eine Festhalteeinrichtung
in Form von Magneten 19, 20 angeordnet, durch welche die Weiche 14 in ihren beiden
Schaltpositionen wahlweise festgehalten wird. In der ersten Schaltposition (vgl. Figur
1) wird der dritte Arm 18 vom Magnet 20 festgehalten und in der zweiten Schaltposition
(vgl. Figur 2) der zweite Arm 17 vom Magnet 19.
[0022] Es versteht sich von selbst, dass auch die Führungsbahnen 12, 13 und die Weiche 14
in doppelter Anordnung vorgesehen sind, einmal auf der Antriebsseite und einmal auf
der Bedienungsseite.
[0023] Das Montagesystem funktioniert folgendermaßen: Um die Reinigungsvorrichtung 1, z.
B. für Wartungszwecke, aus der Druckmaschine entnehmen zu können, wird vom Bedienungs-
oder Wartungspersonal zuerst das Führungselement 9 angeschraubt. Dann wird die Weiche
14 von Hand in ihre erste Schaltposition verstellt, falls sie sich nicht bereits in
dieser befindet. Nachfolgend wird die Reinigungsvorrichtung 1 entlang der Führungsschienen
7 aus der Druckmaschine gezogen, wobei die hintere Rolle 6 an die Weiche 14 stößt.
In der ersten Schaltposition fungiert der erste Arm 16 als ein Anschlag für die hintere
Rolle 6. Eine unbeabsichtigte Verdrehung der Weiche 14 infolge des Anschlagens der
hinteren Rolle 6 an den ersten Arm 16 wird durch den dritten Arm 18 blockiert, indem
dieser an einen Grundkörper des Führungselements 9 oder den in den Grundkörper eingelassenen
Magnet 20 anliegt und von diesem festgehalten wird.
[0024] Wenn sich die hintere Rolle 6 auf dem zweiten Arm 17 befindet, der in der ersten
Schaltposition mit der Nut fluchtet, wird die Weiche 14 über die hintere Rolle 6 in
die zweite Schaltposition umgeschaltet. Dabei wird vom Personal und auch unter der
Wirkung des Eigengewichts der Reinigungsvorrichtung 1 deren hinteres Ende zusammen
mit der hinteren Rolle 6 nach unten bewegt, so dass die hintere Rolle 6 auf den zweiten
Arm 17 so stark drückt, dass sich der dritte Arm 18 vom Magnet 20 ablöst und die Weiche
14 bezüglich der Figuren 1 und 2 entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht wird. Das geführte
Element, also die hintere Rolle 6, ist somit als Schaltelement zum Schalten der Weiche
14 angeordnet.
[0025] Während die hintere Rolle 6 den zweiten Arm 17 beiseite drückt, tritt sie in die
untere Führungsbahn 13 ein, welche nutförmig ist. Die hintere Rolle 6 tritt in einen
im Wesentlichen vertikalen Abschnitt der unteren Führungsbahn 13 ein, an dessen oberen
Ende sich die Weiche 14 befindet und an dessen unterem Ende sich ein im Wesentlichen
horizontaler Abschnitt anschließt. Infolge der durch die hintere Rolle 6 ausgelösten
Umschaltbewegung der Weiche 14 kommt der zweite Arm 17 in Kontakt mit dem Magnet 19,
welcher den zweiten Arm 17 nunmehr festhält.
[0026] Nachdem die Weiche 14 in die zweite Schaltposition verstellt worden ist, bilden der
erste Arm 16, der dritte Arm 18 und die obere Führungsbahn 12 eine gemeinsame Ebene,
wie dies in Figur 2 gezeigt ist. Im Laufe des weiteren Herausziehens der Reinigungsvorrichtung
1 aus der Druckmaschine wird die vordere Rolle 5 über die Weiche 14 - genauer gesagt
über den ersten Arm 16 und den dritten Arm 18 - von der Führungsschiene 7 auf die
obere Führungsbahn 12 geführt. Währenddessen bewegt sich die hintere Rolle 6 entlang
des horizontalen Abschnitts der unteren Führungsbahn 13. Schließlich erreicht die
vordere Rolle 5 einen muldenförmigen Anschlag 21 (vgl. Figur 1) am Ende der oberen
Führungsbahn 12 und die hintere Rolle 6 einen muldenförmigen Anschlag 22 (vgl. Figur
2) am Ende der unteren Führungsbahn 13, wie dies in Figur 2 gezeigt ist. In dieser
Position kann die Reinigungsvorrichtung 1 problemlos aus der Druckmaschine entnommen
werden.
[0027] Nach erfolgter Wartung wird die Reinigungsvorrichtung 1 wieder in besagte Position
gebracht, in der sich die vordere Rolle 5 am Anschlag 21 befindet und die hintere
Rolle 6 am Anschlag 22. Ausgehend von dieser Position wird die Reinigungsvorrichtung
1 entlang des Führungselements 9 ins Innere der Druckmaschine zurückgeschoben, wobei
die vordere Rolle 5 die Weiche 14 in die zweite Schaltposition (vgl. Figur 2) zurückverstellt,
falls die Weiche 14 nach der Entnahme der Reinigungsvorrichtung 1 aus Versehen in
die erste Schaltposition (vgl. Figur 1) geschaltet worden ist. Die vordere Rolle 5
stößt an die Weiche 14 an, so dass der erste Arm 16 nach unten klappt und der dritte
Arm 18 nach oben klappt, falls sich die Weiche 14 noch nicht in der erforderlichen
zweiten Schaltposition befindet.
[0028] Wenn die Weiche 14 die Lücke zwischen der oberen Führungsbahn 12 und der Führungsschiene
7 überbrückt, kann die vordere Rolle 5 von der vorderen Führungsbahn 12 über die Weiche
14 auf die Führungsschiene 7 rollen. Im Laufe der weiteren Einschubbewegung stößt
die hintere Rolle 6 von unten gegen den ersten Arm 16, wodurch die Weiche 14 in die
erste Schaltposition geschaltet wird. Die hintere Rolle 6 befindet sich während ihrer
Bewegung nach oben zwischen dem zweiten Arm 17 und dem ersten Arm 16, welchen sie
wegdrückt, so dass der Weg aus der unteren Führungsbahn 13 in die Nut 8 für die hintere
Rolle 6 frei wird.
[0029] Danach wird die Reinigungsvorrichtung 1 entlang der Führungsschiene 7 in die Betriebsposition
geschoben, welche in Figur 1 gezeigt ist, und wird das Führungselement 9 nach erfolgter
Wiederinstallation der Reinigungsvorrichtung 1 von der Druckmaschine abgenommen.
[0030] Das Führungselement 9 kann als Montagehilfsmittel nacheinander an verschiedenen Druckwerken
der Druckmaschine und an verschiedenen Druckmaschinen des entsprechenden Typs angesetzt
werden, um die jeweilige Reinigungsvorrichtung aus diesen Druckwerken und -maschinen
entnehmen zu können.
[0031] Das Führungselement 9 gewährleistet ein von Kollisionen mit benachbarten Maschinenteilen
freies Entnehmen und Einsetzen der Reinigungsvorrichtung 1. Beispielsweise werden
Kollisionen der Reinigungsvorrichtung 1 mit dem Zahnrad 4 vermieden, um welches die
Reinigungsvorrichtung 1 aufgrund des Verlaufes des Führungselements 9 sicher herumgeführt
wird.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Reinigungsvorrichtung
- 2
- Bürstenwalze
- 3
- Zahnradgetriebe
- 4
- Zahnrad
- 5
- vordere Rolle
- 6
- hintere Rolle
- 7
- Führungsschiene
- 8
- Nut
- 9
- Führungselement
- 10
- Schraube
- 11
- Stift
- 12
- obere Führungsbahn
- 13
- untere Führungsbahn
- 14
- Weiche
- 15
- Gelenk
- 16
- erster Arm
- 17
- zweiter Arm
- 18
- dritter Arm
- 19
- Magnet
- 20
- Magnet
- 21
- Anschlag
- 22
- Anschlag
1. Führungselement (9) zum Führen einer Reinigungsvorrichtung (1) einer Druckmaschine,
umfassend eine umschaltbare Weiche (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weiche (14) durch die Reinigungsvorrichtung (1) umschaltbar ausgebildet ist.
2. Führungselement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weiche (14) durch eine Rolle (6) der Reinigungsvorrichtung (1) umschaltbar ausgebildet
ist.
3. Führungselement nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Führungselement (9) eine untere Führungsbahn (13) für die Rolle (6) und eine
obere Führungsbahn (12) für eine weitere Rolle (5) der Reinigungsvorrichtung (1) aufweist.
4. Führungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weiche (14) mehrarmig ist.
5. Führungselement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weiche (14) zwei im Wesentlichen auf derselben Linie liegende Arme (16, 18) aufweist.
6. Montagesystem, umfassend eine Reinigungsvorrichtung (1) und ein Führungselement (9)
- insbesondere ein nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildetes Führungselement
- mit einer Weiche (14) zum Führen der Reinigungsvorrichtung (1) bei deren Installation
und Deinstallation in einer Druckmaschine,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Reinigungsvorrichtung (1) ein durch das Führungselement (9) geführtes Element
aufweist, welches als ein Schaltelement zum Umschalten der Weiche (14) ausgebildet
ist.
7. Montagesystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das geführte Element eine Rolle (6) ist.