[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schaltkammer eines Hochspannungsschalters
mit einem Heizvolumen nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1. Die Erfindung betrifft
auch einen Schalter mit einer solchen Schaltkammer.
[0002] Der gasisolierte Hochspannungsschalter dient in einem hochspannungsführenden elektrischen
Netzwerk dem Ein- und Ausschalten von Strömen, deren Stärke sich von sehr kleinen
induktiven und kapazitiven Ströme über normale Lastströme bis hin zu mittleren und
grossen Kurzschlussströmen erstreckt. Zur Löschung eines beim Ausschalten gebildeten
Lichtbogens wird in diesem Schalter ein Isoliergas mit guten Lichtbogenlöscheigenschaften
verwendet, welches beim Ausschaltvorgang komprimiert wird und nachfolgend als Löschgas
den Lichtbogen solange bebläst, bis dieser im Nulldurchgang des zu unterbrechenden
Stroms erlischt. Als Kompressionsmittel dienen eine vom Schalterantrieb betätigte
und daher Antriebsenergie benötigende Kompressionsvorrichtung und/oder der Schaltlichtbogen
selber, dessen Energie ausgenutzt wird, um in einem Heizvolumen heisse Lichtbogengase
unter Druck zu speichern (sogenanntes Selbstblasprinzip).
[0003] Nach dem Selbstblasprinzip arbeitende Schalter verbrauchen keine Antriebsenergie
und führen zudem in vorteilhafter Weise Abbrandmaterial einer Isolierdüse ins Heizvolumen.
Der Druck wie auch die Temperatur im Heizvolumen nehmen nichtlinear und fast quadratisch
mit der Stromstärke des Lichtbogens zu. Im allgemeinen sind eine vom Schaltlichtbogen
ausgelöste Aufheizströmung und die Grösse des Heizvolumens auf Ströme kleiner und
mittlerer Höhe optimal abgestimmt, da bei Abstimmung auf Ströme grosser Höhe die Aufheizströmung
bei kleinen Strömen sonst viel zu gering wäre und keinen zur erfolgreichen Lichtbogenbeblasung
ausreichend hohen Löschgasdruck im Heizvolumen aufbauen könnte.
STAND DER TECHNIK
[0004] Eine Schaltkammer der eingangs genannten Art mit einem flexibel ausgebildeten Heizvolumen
ist beschrieben in
DE 44 12 249 A1. Ein Teil der Begrenzungswand des Heizvolumens ist von einem Kolben gebildet, der
entgegen einer Rückstellkraft in einem Hohlzylinder verschiebbar gelagert ist. Der
Rauminhalt des Heizvolumens ist so bemessen, dass beim Ausschalten kleiner Ströme
in seinem Inneren ein Löschgasdruck aufgebaut wird, der ausreicht, um einen zugeordneten
leistungsschwachen Schaltlichtbogen im allgemeinen erfolgreich beblasen zu können.
Beim Ausschalten eines starken Kurzschlussstroms wird im Heizvolumen ein hoher Löschgasdruck
aufgebaut, der den Kolben entgegen der Rückstellkraft verschiebt und das Heizvolumen
vergrössert. Zur Beblasung des leistungsstarken Schaltlichtbogens steht dann Löschgas
hohen Drucks und hoher Temperatur aus einem vergrösserten Volumen zur Verfügung. Um
beim Verschieben des Kolbens den Aufbau eines hohen Gegendrucks im Hohlzylinder zu
vermeiden, ist der Hohlzylinder mit einem Expansionsraum der Schaltkammer verbunden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Schaltkammer der eingangs genannten Art zu schaffen, welche sich nach Einbau
in einem gasisolierten Hochspannungsschalter trotz geringer Antriebsleistung durch
ein gutes Schaltvermögen auszeichnet.
[0006] Bei der Schaltkammer nach der Erfindung ist ein einen Teil der Wand eines Heizvolumens
bildender Kolben als Differentialkolben ausgeführt und weist auf seiner vom Heizvolumen
abgewandten Seite eine Kolbenstufe auf, welche eine in einem Expansionsraum wirkende
erste Arbeitsfläche und eine in einem isoliergasgefüllten Speicherraum wirkende zweite
Arbeitsfläche bildet. Durch den Kolben ist ferner ein das Heizvolumen mit dem Speicherraum
verbindender Kanal geführt, der geöffnet ist, wenn der Isoliergasdruck im Speicherraum
grösser ist als der Löschgasdruck im Heizvolumen.
[0007] Beim Ausschalten von Strömen kleiner bis mittlerer Höhe steht daher eine im allgemeinen
ausreichende Menge an lichtbogenerzeugtem Löschgas zur Verfügung und wird dann allenfalls
eine geringe Antriebsleistung zur Erzeugung von zusätzlichem Löschgas in einer Kompressionsvorrichtung
benötigt. Beim Ausschalten von Strömen mittlerer bis grosser Höhe wird hingegen der
Rauminhalt des Heizvolumens unter Zufuhr von frischem Isoliergas aus dem Speicherraum
vergrössert. Die Dichte des im Heizvolumen vorgesehenen Löschgases wird daher unabhängig
von der Grösse des abzuschaltenden Stroms auf einem für eine gute Aussschaltleistung
erforderlichen hohen Wert gehalten. Dieser Wert entspricht einem Dichtewert, der mit
einem von Anfang an grösseren Heizvolumen erreicht wird, dessen Rauminhalt allerdings
zu gross wäre, um beim Ausschalten kleinen bis mittleren Strömen einen Löschgasdruck
zu erzeugen, der eine zur erfolgreichen Lichtbogenbeblasung ausreichende Grösse aufweist.
[0008] Die erste Arbeitsfläche sollte derart bemessen sein, dass oberhalb eines Grenzwerts
des im Heizvolumen herrschenden Löschgasdrucks die Rückstellkraft kleiner ist als
eine aus der Differenz zwischen Löschgasdruck und Gasdruck im Expansionsraum gebildeten
Gegenkraft. Durch diese Bemessung ist sichergestellt, dass der Kolben unter Vergrösserung
des Rauminhalts des Heizvolumens verschoben werden kann und so in der Hochstromphase
des abzuschaltenden Stroms stets frisches Isoliergas aus dem Speicherraum ins Heizvolumen
tritt.
[0009] Die Rückstellkraft wird in im allgemeinen durch eine auf den Kolben wirkende Druckfeder
erzeugt, welche in fertigungstechnisch einfacher Weise im Speicherraum oder im Expansionsraum
angeordnet ist.
[0010] Für eine stetige Frischgaszufuhr aus dem Speicherraum ins Heizvolumen und damit für
eine hohe Dichte des Löschgases ist beim Schalten mittlerer bis grosser Ströme gesorgt,
wenn in der Hochstromphase des abzuschaltenden Stroms die Kraft der Druckfeder über
einen durch zwei Anschläge begrenzten Verschiebungsweg des Kolbens kleiner ist als
eine auf den Kolben wirkende Differenzkraft A
2·(p
1 - p
0), wobei p
1 der durch die Arbeit eines Schaltlichtbogens in der Heizkammer erzeugte Gasdruck
ist, p
0 der Gasdruck im Expansionsraum und A
2 die Grösse der ersten Arbeitsfläche.
[0011] Um Platz zu sparen und um so die Abmessungen der Schaltkammer klein zu halten, ist
die erste Arbeitsfläche von einem axial erstreckten Kolbenfortsatz gebildet und enthält
der Expansionsraum einen axial ausgerichteten Teilraum, in dem die erste Arbeitsfläche
verschiebbar geführt ist. Ist der Kolbenfortsatz rohrförmig ausgeführt und weist der
Teilraum ein als Hohlzylinder ausgeführtes Volumen auf, so zeichnet sich die Schaltkammer
durch eine grosse Betriebssicherheit aus, da betriebstechnisch wichtige Eigenschaften,
wie insbesondere die Gasdichtigkeit, die mechanische und die dielektrische Festigkeit
sowie die Stromtragfähigkeit, mit einfachen Mitteln optimiert werden. Ist die Aussenfläche
des Hohlzylinders von einem das Heizvolumen nach aussen begrenzenden Metallrohr und
die Innenfläche von der Isolierdüse gebildet, so kann für eine kostengünstige Fertigung
der Schaltkammer auf sowieso schon vorhandene Bauteile zurückgegriffen werden.
[0012] Ist in einer zwischen Speicherraum und Expansionsraum vorgesehenen Verbindung ein
Rückschlagventil angeordnet, welches bei Bildung eines Überdrucks im Speicherraum
gesperrt ist, so kann der Speicherraum nach einem Ausschaltvorgang rasch wieder mit
frischem Isoliergas gefüllt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0013] Anhand von Zeichnungen wird nachfolgend ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher
erläutert. Hierbei zeigt die einzige Figur eine Aufsicht auf einen längs einer Achse
geführten Schnitt durch eine für einen gasisolierten Hochspannungsschalter bestimmte
Schaltkammer nach der Erfindung, bei dem die Schaltkammer oberhalb der Achse bei geschlossenem
Schalter dargestellt ist und unterhalb der Achse beim Öffnen des Schalters.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0014] Die in der einzigen Figur dargestellte Schaltkammer eines Hochspannungsleistungsschalters
enthält ein mit einem komprimierten Isoliergas, etwa auf der Basis von Schwefelhexafluorid,
Stickstoff, Sauerstoff oder Kohlendioxid oder von Mischungen dieser Gase untereinander,
beispielsweise Luft, gefülltes Gehäuse 1 sowie eine vom Gehäuse 1 aufgenommene und
vom Gehäuse gehaltene, vorwiegend axialsymmetrisch ausgebildete Kontaktanordnung 2
mit zwei längs einer Achse A relativ zueinander beweglichen Lichtbogenkontakten 3,
4. Der Lichtbogenkontakt 3 kann entlang der Achse A bewegt werden, wohingegen der
Lichtbogenkontakt 4 im allgemeinen feststehend im Gehäuse 1 gehalten ist, gegebenenfalls
aber auch längs der Achse verschoben werden kann. Die beiden Lichtbogenkontakte 3,
4 sind von einer Isolierdüse 5 und einem Heizvolumen 6 zum Speichern von Löschgas
koaxial umfasst. Das Heizvolumen 6 ist nach Art eines Torus mit einem rechteckigen
Querschnitt in Umfangsrichtung ausgeführt. Bei einem für Nennspannungen von typischerweise
200 bis 300 kV und für einen Nenn-Kurzschlussausschaltstrom von typischerweise 50
bis 70 kA bestimmten Schalter kann das Heizvolumen 6 im allgemeinen ca. 1 bis 2 Liter
unter Druck stehendes Löschgas aufnehmen. Ins Heizvolumen 6 mündet ein Heizkanal 7,
der eine beim Öffnen des Schalters durch Trennen der Abbrandkontakte 3, 4 gebildete
und durch die Isolierdüse 5 radial begrenzte Lichtbogenzone 8 mit dem Heizvolumen
6 verbindet. Ein Teil der Wand des Heizvolumens 6 ist von einem Differentialkolben
9 gebildet, der entgegen einer von einer Druckfeder 10 aufgebrachten Rückstellkraft
F gasdicht in einem axialsymmetrisch angeordneten Ringraum 11 verschoben werden kann.
[0015] Der Kolben 9 weist auf seiner das Heizvolumen 6 begrenzenden Seite eine mit dem Bezugszeichen
A
1 gekennzeichnete ringförmige Arbeitsfläche mit einem wirksamen Querschnitt der Grösse
A
1 auf. Auf der vom Heizvolumen 6 abgewandten Seite ist er stufenförmig ausgebildet
und enthält eine durch einen Rohrstutzen 91 gebildete Kolbenstufe, welche zwei Arbeitsflächen
A
2 und A
1 - A
2 jeweils mit einem wirksamen Querschnitt A
2 bzw.A
1 - A
2 bildet. Die Arbeitsfläche A
2 wirkt in einem Expansionsraum 12, in dem das Isoliergas einen Druck p
0 aufweist, die Kolbenfläche A
1 - A
2 hingegen in einem mit frischem Isoliergas gefülltem Speicherraum 13. Im Kolben 9
ist ein von einem nicht federbelasteten Rückschlagventil 14 verschliessbarer, aus
Gründen der Übersichtlichkeit nicht bezeichneter Kanal angeordnet, der das Heizvolumen
6 und den Speicherraum 13 miteinander verbindet.
[0016] Der Speicherraum 13 ist als Ringkammer ausgeführt und wird radial von zwei koaxial
angeordneten Hohlzylindern und axial von zwei Stirnkörpern begrenzt. Der innenliegende
Hohlzylinder wird von einem in die Isolierdüse 5 eingeformten rohrförmigen Kolbenfortsatz
51 gebildet, welcher einen axial geführten Abschnitt des Heizkanals 7 nach aussen
begrenzt. Der aussenliegende Hohlzylinder ist von zwei teleskopartig verschiebbaren,
rohrförmigen Fortsätzen 52 und 91 gebildet, von denen der Fortsatz 52 ebenfalls in
die Isolierdüse 5 eingeformt ist, während der Fortsatz 91 in den Kolben 9 eingeformt
ist. Die zur axialen Begrenzung vorgesehenen beiden Stirnkörper werden zum einen von
einem radial geführten Abschnitt 92 des Kolbens 9 gebildet und zum anderen von einem
radial geführten Abschnitt 53 der Isolierdüse 5. Der Kolbenabschnitt 92 bildet die
Arbeitsfläche A
1-A
2. Die Druckfeder 10 ist im Speicherraum 13 angeordnet und ist mit einem Ende auf dem
Abschnitte 92 und dem anderen Ende auf dem Abschnitt 53 abgestützt.
In einer in den Abschnitt 53 eingeformten Verbindung zwischen dem Expansionsraum 12
und dem Speicherraum 13 ist ein Rückschlagventil 15 angeordnet, welches derart ausgerichtet
ist, dass es bei Bildung eines Überdrucks im Speichervolumen 13 gesperrt ist.
[0017] Die Arbeitsfläche A
1 wird vom Kolbenfortsatz 91 gebildet und ist in einem axial ausgerichteten Teilraum
16 des Expansionsraums 12 verschiebbar geführt. Der Teilraum 16 weist ersichtlich
ein als Hohlzylinder ausgeführtes Volumen auf. Die Aussenfläche des Hohlzylinders
ist von einem das Heizvolumen 6 nach aussen begrenzenden und im allgemeinen zur Führung
von Betriebsströmen verwendeten Metallrohr 17 gebildet, die Innenfläche hingegen von
den Teilen 52, 53 der Isolierdüse 5.
[0018] In der in der oberen Hälfte der Figur dargestellten Einschaltposition der Kammer
ist das linke Ende des Lichtbogenkontakts 4 in stromleitender Weise in das rechte
Ende des rohrförmig ausgebildeten Lichtbogenkontakts 3 eingeschoben. Beim Ausschalten
eines Stroms trennen sich die beiden Lichtbogenkontakte 3, 4 voneinander und bildet
sich hierbei ein auf den beiden Enden der Lichtbogenkontakte fussender Lichtbogen
L, der in der Lichtbogenzone 8 heisse Gase hohen Drucks erzeugt. Die Temperatur und
der Druck der Lichtbogengase sind durch die Lichtbogenarbeit bestimmt und sind daher
der Dauer der durch den Stromnulldurchgang bestimmten Lichtbogenzeit und annähernd
dem Quadrat des auszuschaltenden Stroms proportional.
[0019] Der Druck der Lichtbogengase in der Lichtbogenzone 8 ist im allgemeinen grösser als
im Heizvolumen 6. Im Heizkanal 7 strömt daher heisses Gas aus der Lichtbogenzone 8
ins Heizvolumen 6. Lässt die Heizwirkung des Lichtbogens L bei Annäherung an den Nulldurchgang
des Stroms nach, so erfolgt eine Strömungsumkehr. Im Heizvolumen 6 gespeichertes Gas
mit einem Druck p
1 strömt als Löschgas über den Heizkanal 7 in die Lichtbogenzone 8 und bebläst dort
den Lichtbogen L mindestens solange bis dieser im Stromnulldurchgang gelöscht ist.
[0020] Der Rauminhalt des Heizvolumens 6 ist so bestimmt, dass beim Abschalten kleiner bis
mittlerer Ströme im Heizvolumen 6 eine zur Lichtbogenlöschung im allgemeinen ausreichende
Menge an komprimiertem Löschgas zur Verfügung steht. Zusätzliches Löschgas kann aus
einem bei kleinem Löschgasdruck p
1 mit dem Heizvolumen 6 verbundenen Kompressionsraum 18 einer schwach dimensionierten
Kolben-Zylinder-Kompressionsvorrichtung eingespeist werden. Der Kolben 9 ist dann
unter der rückstellenden Wirkung einer geringfügig vorgespannten Druckfeder 10 stehend
gegen einen am Metallrohr 17 gehaltenen Anschlag 19 geführt. Die Vorspannkraft F
1 der Feder ist so eingestellt, dass sie unterhalb eines Grenzwerts p
1G des Löschgasdrucks p
1 im Heizvolumen 6 den Kolben 9 am Anschlag 19 hält. Bei unverschobenem Kolben 9 ist
das Rückschlagventil 15 geöffnet. Der Speicherraum 13 ist dann mit dem isoliergasgefüllten
Expansionsraum 12 verbunden, in dem das Isoliergas auf einem Druck p
0 gehalten wird. Die Vorspannkraft F
1 muss daher A
1·(p
1G - po) betragen.
[0021] Bei Strömen mittlerer bis grosser Höhe übersteigt p
1 den Grenzwertdruck p
1G. Der Kolben 9 wird nun nach rechts verschoben, so dass sich hierbei der Druck p
2 im Speicherraum 13 gegenüber dem Druck p
0 im Expansionsraum erhöht und das Rückschlagventil 15 nun geschlossen wird. Sobald
der Druck p
2 im Speicherraum 13 den Druck p
1 im Heizvolumen 6 übertrifft, öffnet das Rückschlagventil 14 und strömt frisches Isoliergas
aus dem Speicherraum 13 in das Heizvolumen 6. Hierdurch wird die Dichte des Gases
im Heizvolumen 6 auf einem erwünscht hohen Wert gehalten. Dieser Wert entspricht demjenigen,
der mit einem von Anfang an grösseren Heizvolumen erreicht wird, dessen Rauminhalt
allerdings zu gross wäre, um bei Strömen kleiner bis mittlerer Höhe einen zur erfolgreichen
Lichtbogenbeblasung ausreichenden Löschgasdruck p
1 zu erreichen.
[0022] Je nach Höhe des Drucks p
1 im Heizvolumen 6 wird der Kolben mehr oder weniger weit nach rechts verschoben. Die
Bewegung des Kolbens 9 nach rechts ist durch einen vom Fortsatz 52 gebildeten Anschlag
begrenzt. Über den durch den Anschlag 20 und den Fortsatz 52 bestimmten Weg der Länge
I muss eine vom Kolben 9 aufgebrachte Kraft grösser sein als die von der Druckfeder
9 aufgebrachte Rückstellkraft F. Die vom Kolben 9 durch Differenzwirkung der Drücke
p
1 im Heizvolumen 6 und p
0 im Teilraum 12 erzeugte Kraft beträgt A
2·(p
1 - p
0). Daher sollte die Kolbenfläche A
2 so bemessen sein, dass über den ganzen Weg I die an einem Ort des Wegs herrschende
Federkraft F kleiner oder höchstes gleich der am Kolben 9 wirkenden Differentialkraft
ist. Es ist dann sichergestellt, dass über den ganzen Verschiebungsweg I p
2 grösser p
1 ist und so im Heizvolumen 6 ein Löschgas grösserer Dichte gebildet wird als bei einem
Schalter nach dem Stand der Technik, bei dem der Kolben zwar durch Verschiebung den
Rauminhalt des Heizvolumens vergrössert, die Qualität des Löschgases durch Reduktion
des Löschgasdichte jedoch erheblich herabsetzt.
[0023] Durch Beblasen des Schaltlichtbogens L im Stromnulldurchgang sinkt der Löschgasdruck
p
1 im Heizvolumen 6. Die Rückstellkraft F der Druckfeder 10 überwiegt dann die Differentialkraft
und führt den Kolben 9 wieder in die Ausgangslage zurück, in der er gegen den Anschlag
19 geführt ist. Frisches Isoliergas kann dann aus dem Expansionsraum 12 über das nun
geöffnete Rückschlagventil 15 in den Speicherraum 13 eintreten.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0024]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Kontaktanordnung
- 3, 4
- Kontaktstücke
- 5
- Isolierdüse
- 6
- Heizvolumen
- 7
- Heizkanal
- 8
- Lichtbogenzone
- 9
- Kolben
- 10
- Druckfeder
- 11
- Ringraum
- 12
- Expansionsraum
- 13
- Speicherraum
- 14, 15
- Rückschlagventile
- 16
- Teilraum
- 17
- Metallrohr
- 18
- Kompressionsraum
- 19
- Anschlag
- 51, 52
- Fortsätze der Isolierdüse
- 53
- Abschnitt der Isolierdüse
- 91
- Kolbenfortsatz
- 92
- Kolbenabschnitt
- A
- Achse
- A1, A2, A1 - A2
- Arbeitsflächen am Kolben
- F
- Rückstellkraft
- F1
- Vorspannkraft
- L
- Lichtbogen
- p0
- Gasdruck im Expansionsraum
- p1
- (Lösch)gasdruck im Heizvolumen
- p2
- (Isolier)gasdruck im Speicherraum
- I
- maximale Länge des Verschiebungswegs des Kolbens
1. Schaltkammer für einen gasisolierten Hochspannungsschalter mit einem isoliergasgefüllten
Gehäuse (1), in dem zwei längs einer Achse (A) relativ zueinander bewegliche Lichtbogenkontakte
(3, 4) angeordnet sind, ein die beiden Lichtbogenkontakte koaxial umgebendes Heizvolumen
(6) zur Aufnahme von komprimiertem Löschgas aus einem Lichtbogenraum (8) und ein Raum
(12) zur Aufnahme von expandiertem Löschgas, wobei ein Teil der Wand des Heizvolumens
(6) von einem Kolben (9) gebildet ist, der entgegen einer Rückstellkraft (F) verschiebbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (9) als Differentialkolben ausgeführt ist und auf der vom Heizvolumen
(6) abgewandten Seite eine Kolbenstufe aufweist, welche eine im Expansionsraum (12)
wirkende erste Arbeitsfläche (A2) und eine in einem isoliergasgefüllten Speicherraum (13) wirkende zweite Arbeitsfläche
(A1 - A2) bildet, und dass durch den Kolben (9) ein das Heizvolumen (6) mit dem Speicherraum
(13) verbindender Kanal geführt ist, der geöffnet ist, wenn der Isoliergasdruck (p2) im Speicherraum (13) grösser ist als der Löschgasdruck (p1) im Heizvolumen (6).
2. Schaltkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Arbeitsfläche (A2) derart bemessen ist, dass oberhalb eines Grenzwerts des im Heizvolumen (6) herrschenden
Löschgasdrucks (p1) die Rückstellkraft (F) kleiner ist als eine aus der Differenz zwischen Löschgasdruck
(p1) und Gasdruck (p0) im Expansionsraum (12) gebildeten Gegenkraft.
3. Schaltkammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Speicherraum (13) eine auf den Kolben (9) wirkende Druckfeder (10) zur Erzeugung
der Rückstellkraft (F) angeordnet ist.
4. Schaltkammer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfeder (12) anstatt im Speicherraum (13) im Expansionsraum (12) angeordnet
ist.
5. Schaltkammer nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft (F) der Druckfeder (10) über einen durch zwei Anschläge (20, 52) begrenzten
Verschiebungsweg (I) des Kolbens (9) kleiner ist als eine auf den Kolben (9) wirkende
Differenzkraft A
1·(p
1 - p
0), wobei
p1 der durch die Arbeit eines Schaltlichtbogens (L) in der Heizkammer (6) erzeugte Gasdruck
ist,
p0 der Gasdruck im Expansionsraum (12), und
A2 die Grösse der ersten Arbeitsfläche (A2).
6. Schaltkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Arbeitsfläche (A2) von einem axial erstreckten Kolbenfortsatz (91) gebildet ist, und dass der Expansionsraum
(12) einen axial ausgerichteten Teilraum (16) enthält, in dem die erste Arbeitsfläche
(A2) verschiebbar geführt ist.
7. Schaltkammer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenfortsatz (91) rohrförmig ausgeführt ist, und dass der Teilraum (16) ein
als Hohlzylinder ausgeführtes Volumen aufweist.
8. Schaltkammer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenfläche des Hohlzylinders von einem das Heizvolumen (6) nach aussen begrenzenden
Metallrohr (17) und die Innenfläche von der Isolierdüse (5) gebildet ist.
9. Schaltkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einer zwischen Speicherraum (13) und Expansionsraum (12) vorgesehenen Verbindung
ein Rückschlagventil (15) angeordnet ist, welches bei Bildung eines Überdrucks im
Speicherraum (13) gesperrt ist.
10. Hochspannungsschalter mit einer Schaltkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 9.