| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 844 206 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
07.01.2009 Patentblatt 2009/02 |
| (22) |
Anmeldetag: 09.02.2007 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE2007/000255 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2007/095896 (30.08.2007 Gazette 2007/35) |
|
| (54) |
ANLENKVORRICHTUNG
PIVOT DEVICE
DISPOSITIF D'ARTICULATION
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
22.02.2006 DE 102006008525 08.04.2006 DE 102006016670
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
17.10.2007 Patentblatt 2007/42 |
| (73) |
Patentinhaber: |
|
- Goller, Hans-Peter
42897 Remscheid (DE)
- Morawetz, Richard
42289 Wuppertal (DE)
|
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Morawetz, Richard
42289 Wuppertal (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Christophersen, Ulrich Rudolf et al |
|
Christophersen & Partner
Patentanwälte
Feldstrasse 73 40479 Düsseldorf 40479 Düsseldorf (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 19 625 556 US-A- 1 956 040
|
DE-B3-4102005 008 21
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlenkvorrichtung mit einem ersten Scharnierteil, einem
gegenüber dem ersten Scharnierteil auf einer Schwenkachse schwenkbeweglichen zweiten
Scharnierteil, einer die Scharnierteile gegen Hin- und Rückschwenken sichernden Hemmvorrichtung,
die zwei beim Verschwenken der Scharnierteile aneinander entlang gleitende Reibflächen
aufweist, die sich mit zunehmendem Schwenkwinkel axial zueinander bewegen, und einem
die Reibflächen axial zueinander bewegenden Antrieb.
[0002] Aus der
WO 2005/ 031 097 A1 ist eine Anlenkvorrichtung mit zwei Scharnierteilen und einer zugehörigen Hemmvorrichtung
bekannt. Sie dient der schwenkbeweglichen Anlenkung von Fahrzeugtüren an der Karosserie
eines Kraftfahrzeugs. Das eine Scharnierteil ist als Türscharnierteil an der Fahrzeugtür,
und das andere Scharnierteil ist als Karosseriescharnierteil an der Fahrzeugkarosserie
festgelegt, so dass beim Öffnen der Fahrzeugtür die beiden Scharnierteile gegeneinander
verschwenken. Das Scharnier ist mit einer Hemmvorrichtung versehen. Dazu gehört eine
Rastbahn mit mehreren Rastkonturen, die bei bestimmten Schwenkwinkeln des Türscharnierteils
mit einem zugehörigen Rastkörper zu einer Verrastung führt. Unerwünschte Schwenkbewegungen
der Scharnierteile bzw. ein ungewolltes Öffnen oder Schließen der Fahrzeugtür werden
auf diese Weise gehemmt. Erst durch Aufbringen einer gewissen Schwenkkraft kann die
Tür aus der Hemmung gelöst werden.
[0003] Eine weitere mit einer Hemmvorrichtung versehene Anlenkvorrichtung ist aus der
DE 198 33 924 A1 bekannt. Hierbei sind die beiden Scharnierteile über einen relativ langen Schraubbolzen
verbunden. Dieser sitzt mit seinem Kopf drehfest in dem ersten Scharnierteil und greift
mit seinem Gewinde in ein korrespondierendes Gewinde des zweiten Scharnierteils. Ein
Verschwenken der Scharnierteile zueinander führt zu einer axialen Dehnung des Schraubbolzens.
Dies hat zur Folge, dass Reibflächen an dem ersten und dem zweiten Scharnierteil,
zwischen denen sich ein scheibenförmiges Lagerblech befindet, mit zunehmender Normalkraft
aneinander reiben, und eine mit dem Schwenkwinkel zunehmende Hemmung eintritt. Im
Betrieb sind die quer zur Scharnierachse angeordneten Reibflächen und das Lagerblech
einer erheblichen Flächenpressung ausgesetzt mit der Folge eines starken Verschleißes.
Dieser kann auf Dauer dazu führen, dass sich aus dem ursprünglich gleichförmig ansteigenden
Widerstand der Hemmung im Laufe längeren Gebrauchs Unstetigkeiten entwickeln.
[0004] Eine Anlenkvorrichtung mit einer in Umfangsrichtung arbeitenden Hemmung ist aus der
DE 197 26 536 A1 bekannt. Hierbei sind die beiden Scharnierteile mit zueinander drehbaren, ineinander
gesetzten Buchsen versehen. Die Innenfläche der Außenbuchse und die Außenfläche der
durch den Scharnierbolzen gebildeten Innenbuchse sind mit leicht nockenförmig gestalteten
Reibkonturen versehen, die auf einem Teilumfang zueinander Übermaß aufweisen. Die
Außenbuchse ist daher verformbar gestaltet. Trotzdem sind abhängig vom Verdrehwinkel
einzelne Flächenbereiche der Reibkonturen sehr viel mehr als andere Flächenbereiche
druckbelastet. Die ungleiche Flächenpressung hat einen erhöhten örtlichen Verschleiß
zur Folge. Dies kann auf Dauer zu einer zunehmend undefinierten Hemmwirkung führen.
[0005] Eine Anlenkvorrichtung gemäß Oberbegriff ist aus der
DE 196 25 556 A1 bekannt. Als Reibflächen dienen korrespondierende Kegelflächen an dem ersten Scharnierteil
sowie an dem im zweiten Scharnierteil sitzenden Scharnierbolzen. Mit Hilfe zusätzlicher
Tellerfedern, welche auf dem Scharnierbolzen sitzen, stützen sich die Kegelflächen
unter Vorspannung gegeneinander ab und stehen auf diese Weise in dauerndem Reibschluss.
Ferner ist ein Antrieb vorgesehen, der mit zunehmendem Verschwenken des Scharniers
die Tellerfedern in Längsrichtung komprimiert. Dies erhöht deren Federkraft mit der
Folge einer größer werdenden Vorspannung und damit Reibung der Kegelflächen. Zum Antrieb
der Tellerfedern dienen zwei Steigungsscheiben. Die eine Steigungsscheibe sitzt drehfest
auf dem Scharnierbolzen, die andere Steigungsscheibe drehfest, aber längsverschiebbar
in einer mehreckigen Führung des ersten Scharnierteils. Die Bauweise dieser Anlenkvorrichtung
erfordert eine größere Anzahl teils speziell gestalteter Bauteile.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine mit einer Hemmvorrichtung versehene Anlenkvorrichtung
in einfacher Bauweise zu schaffen, die auch noch nach längerem Betrieb mit definierter
Hemmwirkung arbeitet.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Anlenkvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass der die Reibflächen axial zueinander bewegende Antrieb ein mit dem ersten Scharnierteil
drehfestes Gewinde und ein korrespondierendes Gewinde, das drehfest zum zweiten Scharnierteil
ist, umfasst.
[0008] Eine solche Anlenkvorrichtung ist von einfacher Bauweise, da der Antrieb ein mit
dem ersten Scharnierteil drehfestes Gewinde und ein korrespondierendes Gewinde, das
drehfest zu dem zweiten Scharnierteil ist, umfasst. Die wendelförmige Relativbewegung
ermöglicht auf konstruktiv einfache Weise eine Überführung der Schwenkbewegung der
Scharnierteile in eine Axialbewegung der Reibflächen entlang der Schwenkachse der
Scharnierteile.
[0009] Mit der Anlenkvorrichtung ist eine unabhängig vom Schwenkwinkel zuverlässig arbeitende
Schwenksicherung gegeben. Die Scharnierteile werden über die Hemmvorrichtung in allen
Winkellagen, d. h. stufenlos, gegen Hin- und Rückschwenken gesichert, weshalb sich
z.B. bei einer Kraftfahrzeugtür der seitlich neben dem Fahrzeug zur Verfügung stehende
Platz effektiv nutzen lässt. Durch die axial verlaufende Bewegung der Reibflächen
zueinander erhöht sich die zwischen den Scharnierteilen wirkende Reibkraft gleichmäßig,
indem mit zunehmendem Schwenkwinkel der Scharnierteile eine immer stärkere Hemmung
erreicht wird. Die Hemmvorrichtung arbeitet auch noch nach längerem Gebrauch mit reproduzierbarer
Wirkung, ohne dass sich im Laufe der Zeit Unstetigkeiten beim drehwinkelabhängigen
Anstieg der Hemmkraft einstellen. Ruckartige Belastungen der Scharnierteile werden
auch bei längerem Einsatz vermieden.
[0010] Zur Erzielung einer großen Gewindelänge und damit eines ruhig und verkantungsarm
laufenden Gewindetriebs ist eine Ausgestaltung von Vorteil, bei der sich in Scharnierlängsrichtung
der Antrieb über einen Längsabschnitt, und die Reibflächen über einen Längsabschnitt
erstrecken, und dass sich die Längsabschnitte in Scharnierlängsrichtung teilweise
überdecken.
[0011] Vorgeschlagen wird ferner, dass die eine Reibfläche drehfest zu dem zweiten Scharnierteil
und dass die andere Reibfläche drehfest zu dem ersten Scharnierteil ist.
[0012] In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, wenn die eine Reibfläche axial beweglich
ist und die andere Reibfläche axial feststeht. Die Bewegung von nur einer Reibfläche
in Richtung einer feststehenden zweiten Reibfläche erlaubt eine einfache Bauweise
der Anlenkvorrichtung.
[0013] Von Vorteil für eine einfache und kompakte Bauweise ist eine Ausgestaltung, bei der
die eine Reibfläche ein Innenkonus ist, in dem die nach Art eines korrespondierenden
Kegelstumpfs gestaltete weitere Reibfläche gleitet. Bei einer solchen Ausgestaltung
bilden die Reibflächen eine Art Konusbremse, deren Reibflächen sich insbesondere für
die erfindungsgemäße Reibkraftsteigerung durch die Axialbewegung der Reibpartner eignen.
[0014] In montagetechnischer Hinsicht vorteilhaft ist eine Ausgestaltung, bei der die Scharnierteile
gemeinsam mit der Hemmvorrichtung eine gemeinsam montierbare Baueinheit bilden, wodurch
sich ein geringer Aufwand bei der Montage der Anlenkvorrichtung ergibt.
[0015] Ferner vorgeschlagen wird eine Ausgestaltung, bei der eine der Reibflächen an einem
sowohl in Bezug auf das erste Scharnierteil, als auch in Bezug auf das zweite Scharnierteil
axial beweglichen Bremskörper ausgebildet ist. An dem Bremskörper wiederum ist das
eine Element des Antriebs ausgebildet, also z. B. eines der beiden Gewinde. Von Vorteil
ist es hierbei, wenn der Bremskörper als Hülse mit einer Innen- und einer Außenwandung
ausgebildet ist, und die Reibfläche auf der einen, und das Gewinde auf der anderen
dieser beiden Wandungen ausgebildet ist. Dies ermöglicht für den Antrieb die Gestaltung
eines Gewindes mit großer Traglänge, und damit einen ruhig und verkantungsarm laufenden
Wendeltrieb.
[0016] In diesem Zusammenhang ist es von konstruktivem Vorteil, wenn der Bremskörper über
eine Klauenkupplung mit dem zweiten Scharnierteil verbunden ist, wodurch sich eine
insgesamt einfache und kompakte Bauweise der Anlenkvorrichtung ergibt. Auch erlaubt
diese Ausgestaltung eine einfache Montage des Bremskörpers.
[0017] Ferner vorgeschlagen wird eine Ausgestaltung, bei der die Reibflächen an zwei separaten
Hülsen angeformt sind. Sollte einmal eine der Reibflächen verschlissen sein, so kann
die Funktion der Anlenkvorrichtung durch Austausch einer oder beider Hülsen auf einfache
Weise wieder hergestellt werden.
[0018] Von Vorteil kann eine Ausgestaltung sein, bei der die mit der kegelstumpfförmigen
Reibfläche versehene Hülse über ihren Umfang verteilte Axialnuten oder Axialschlitze
aufweist. Durch die Axialnuten bzw. Axialschlitze wird die Elastizität der kegelstumpfförmigen
Hülse erhöht, so dass sie in radialer Richtung nachgiebig ist und im Durchmesser gestaucht
werden kann. Über die Größe und/oder Anzahl der Axialschlitze bzw. -nuten lässt sich
der Anstieg der Reibkraft beim Verschwenken der Scharnierteile variieren, wodurch
sich die Charakteristik der Anlenkvorrichtung entsprechend z.B. den speziellen Anforderungen
im Automobilbau einstellen lässt.
[0019] Von Vorteil ist ferner eine Ausgestaltung bei der eine der Hülsen gegenüber dem zweiten
Scharnierteil drehfest und in axialer Richtung beweglich ist, um hierdurch die Axialbewegung
der Reibflächen zu realisieren.
[0020] Für eine kompakte Bauweise ist es von Vorteil, wenn die Hülsen in einer zylindrischen
Öffnung des ersten oder zweiten Scharnierteils angeordnet sind.
[0021] Schließlich wird vorgeschlagen, dass das erste Scharnierteil ein Türscharnierteil,
das zweite Scharnierteil ein Karosseriescharnierteil und die Hemmvorrichtung ein Türfeststeller
zum Feststellen einer Fahrzeugtür an der Karosserie eines Kraftfahrzeugs sind. Insbesondere
bei Kraftfahrzeugtüren ist eine das Rückschwenken der Fahrzeugtür stufenlos hemmende
Vorrichtung von Vorteil, um den vorhandenen Platz zum Aus- bzw. Einsteigen optimal
nutzen zu können. Auch der schwenkwinkelabhängige Anstieg der Reibkraft ist von Vorteil,
da z. B. bei stark geneigter Fahrbahn und weit geöffneter Fahrzeugtür oftmals größere
Kräfte auf die Tür wirken, als dies bei geringen Öffnungswinkeln der Fall ist. Durch
den Reibkraftanstieg wird ferner eine ruckartige Belastung des Karosseriescharnierteils
bzw. des mit diesem verbundenen Karosserieteils, beispielsweise einer Fahrzeugsäule,
vernieden.
[0022] Weitere Einzelheiten und Vorteile einer erfindungsgemäßen Anlenkvorrichtung werden
nachfolgend unter Zuhilfenahme der beigefügten Zeichnungen erläutert, in denen
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Anlenkvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung entsprechend der in Fig. 1 mit II-II bezeichneten Schnittebene,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung der in Fig. 2 mit III-III bezeichneten Schnittebene,
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung der in Fig. 2 mit IV-IV bezeichneten Schnittebene,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Detaildarstellung der in Fig. 2 mit V bezeichneten Einzelheit,
- Fig. 6
- ein die Abhängigkeit zwischen der Reibkraft bzw. dem Bremsmoment und dem Schwenkwinkel
veranschaulichendes Diagramm,
- Fig. 7
- eine Hülse mit kegelstumpfförmiger Reibfläche,
- Fig. 8
- eine Hülse mit innenkonischer Reibfläche,
- Fig. 9
- eine weitere Hülse mit kegelstumpfförmiger Reibfläche,
- Fig. 10
- eine dem Schnitt II-II der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer Anlenkvorrichtung
gemäß einer zweiten Ausführung der Erfindung,
- Fig. 11
- eine Seitenansicht des oberen Endes der innenkonischen Hülse aus Fig. 10,
- Fig. 12
- eine Draufsicht auf die Hülse nach Fig. 11,
- Fig. 13
- eine Seitenansicht einer abgewandelten innenkonischen Hülse und
- Fig. 14
- eine Draufsicht auf die Hülse nach Fig. 13
zeigt.
[0023] In den Fign. 1 bis 9 und 10 bis 14 sind Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen
Anlenkvorrichtung zum Anlenken von Fahrzeugtüren an der Karosserie eines Kraftfahrzeugs
dargestellt. Die Erfindung beschränkt sich jedoch nicht auf das Anlenken von Kraftfahrzeugtüren,
sondern kann in nahezu allen Bereichen der Technik überall dort verwendet werden,
wo zwei Bauteile schwenkbeweglich nach Art einer Schamierverbindung aneinander angelenkt
sind und eine stufenlos arbeitende Hemmung der Schwenkbeweglichkeit gewünscht ist.
Beispielsweise kann die Anlenkvorrichtung bei Haustüren oder -fenstern verwendet werden,
um z.B. ein Zuschlagen durch Wind zu verhindern. Auch z.B. bei Haushaltsmülltonnen
kann sie eingesetzt werden, um z.B. den geöffneten Deckel beim Befüllen der Mülltonne
oben zu halten, usw.
[0024] Wie sich der Darstellung in Fig. 1 entnehmen lässt, weist die erfindungsgemäße Anlenkvorrichtung
zwei um die Schwenkachse A gegeneinander verschwenkbare Scharnierteile 1, 2 auf. Bei
dem ersten Scharnierteil 1 handelt es sich um ein Türscharnierteil, an dem die Tür
eines Kraftfahrzeugs festlegbar ist, wohingegen es sich bei dem zweiten Scharnierteil
2 um ein Karosseriescharnierteil handelt, welches über den Flansch 34 an der Fahrzeugkarosserie
festgelegt ist. Zwischen den beiden Scharnierteilen 1, 2 ist eine Hemmvorrichtung
3 angeordnet, die ungewollte Schwenkbewegungen der Scharnierteile 1, 2 hemmt. In der
geöffneten Stellung wird die Tür über die Hemmvorrichtung 3 so gehalten, dass sie
nur entgegen einem gewissen Widerstand weiter geöffnet oder geschlossen werden kann.
[0025] Die Hemmvorrichtung 3 ist, wie sich der Darstellung in Fig. 2 entnehmen lässt, in
einem als Gelenkauge dienenden Gehäuse 25 des Scharnierteils 1 bzw. einem Gehäuse
18 des Scharnierteils 2 integriert, so dass sich die Anlenkvorrichtung insgesamt als
eine Baueinheit 13 montieren lässt.
[0026] Beim ersten Ausführungsbeispiel ist im Inneren der Gehäuse 18 bzw. 25 eine Scharnierwelle
14 vorgesehen, die die beiden Gehäuse 18, 25 in vertikaler Richtung durchsetzt und
so die Scharnierteile 1, 2 axial gegeneinander verspannt. Die Scharnierwelle 14 ist
am unteren Ende über das Gehäuse 18 drehfest mit dem zweiten Scharnierteil 2 gekoppelt.
Hierzu ist die Scharnierwelle 14 an ihrem unteren Ende mit einer Gewindebohrung versehen,
in die eine Schraube 17 eingeschraubt ist, die die Scharnierwelle 14 drehfest gegen
eine Fläche 15 verspannt. Durch die drehfeste Verbindung mit dem Karosseriescharnierteil
2 folgt die Scharnierwelle 14 den Schwenkbewegungen des ersten Scharnierteils 1 bzw.
des Gehäuses 25 beim Öffnen bzw. Schließen der Fahrzeugtür nicht. Die Scharnierwelle
14 ist mit ihrem anderen Ende durch die Öffnung des Gehäuses 25 des zweiten Scharnierteils
2 hindurchgeführt. Am oberen Ende ist die Scharnierwelle 14 über eine Mutter 20 und
unter Zwischenlage einer Gleitscheibe 16 gegenüber dem ersten Scharnierteil 1 axial
verschraubt. Die Scharnierwelle 14 weist darüber hinaus einen Radialbund 43 auf, dessen
Unterseite eine Anlage an einer Stirnseite des Gehäuses 18 bildet. Auf der Oberseite
des Radialbundes 43 ist eine abgewinkelte Gleitbuchse 12 angeordnet, gegenüber der
sich das Gehäuse 25 des ersten Scharnierteils 1 drehbeweglich abstützt.
[0027] Im Inneren des Gehäuses 25 sind die wesentlichen Elemente der Hemmvorrichtung 3 untergebracht.
Bestandteile der Hemmvorrichtung 3 sind eine innenkonische Hülse 6 und eine kegelstumpfförmige
Hülse 5, die nach Art einer Reibbremse das Hin- bzw. Rückschwenken der Scharnierteile
1 bzw. 2 hemmen. Einzelheiten der Funktion der Hemmvorrichtung 3 werden nachfolgend
unter Zuhilfenahme der vergrößerten Detailansicht der Fig. 5 erläutert.
[0028] Die mit der kegelstumpfförmigen Reibfläche 8 versehene Hülse 5 ist axial unbeweglich
und verdrehgesichert in der Öffnung des Gehäuses 25 des Scharnierteils 1 festgelegt,
weshalb sie eine Art Bremsläufer der Reibbremse bildet. Die Hülse 5 ist oberhalb ihrer
kegelstumpfförmigen Reibfläche 8 mit einem Außengewinde 39 versehen (vgl. auch Fign.
7, 9), das in ein Innengewinde 32 des Gehäuses 25 eingeschraubt ist. Am oberen Ende
weist die Hülse 5 einen Radialbund 38 auf, der über eine Ringdichtung 22 an einer
Stirnseite des Gehäuses 25 anliegt. Über eine weitere Dichtung 40 ist die Innenbohrung
der Hülse 5 gegenüber der sich in ihrem Inneren drehenden Scharnierwelle 14 abgedichtet,
so dass auch dort kein Schmiermittel aus dem Innern der Hemmvorrichtung austreten
bzw. kein Schmutz oder Staub in diese eindringen kann. Über die mit dem oberen Ende
der Scharnierwelle 14 verschraubte Mutter 20 ist die Hülse 5 in ihrer eingeschraubten
Stellung gesichert. Sofern eine Sicherung der Schraubverbindung zwischen der Hülse
5 und dem Gehäuse 25 nicht vorgesehen ist, sollte das Anzugsmoment der Schraubverbindung
größer als das größtmögliche Drehmoment der Hemmvorrichtung 3 sein, so dass ein unbeabsichtigtes
Losdrehen der Hülse 5 aus dem Gehäuse 25 sicher vermieden wird.
[0029] Die andere Hülse 6 ist an ihrer Innenwandung mit der als Innenkonus gestalteten Reibfläche
7 versehen. Diese Hülse 6 ist der Bremskörper oder auch Bremsanker der Reibbremse
und ist über die Scharnierwelle 14 drehfest mit dem zweiten, beim Ausführungsbeispiel
an der Fahrzeugkarosserie festgelegten Scharnierteil 2 gekoppelt. Die Drehbewegung
des ersten Scharnierteils 1 beim Öffnen der Fahrzeugtür wird über einen Wendelantrieb
31, der eine Art axiale Zwangsführung für den Bremskörper 6 bildet, in eine Axialbewegung
des Bremskörpers 6 überführt, wodurch sich die Reibflächen 7, 8 mit zunehmendem Schwenkwinkel
des Scharnierteils 1 aufeinander zu bzw. bei abnehmendem Schwenkwinkel voneinander
weg bewegen.
[0030] Der Antrieb 31 setzt sich aus zwei dessen Wendelbewegung bestimmenden Elementen 32,
33 zusammen. Das erste Element wird gebildet von dem Innengewinde 32 des Gehäuses
25, und das zweite Element von einem entsprechenden Außengewinde 33. Dieses Außengewinde
33 befindet sich auf der der konischen Reibfläche 7 abgewandten Wandung des hülsenförmigen
Bremskörpers 6, d.h. beim Ausführungsbeispiel auf der Außenwandung des Bremskörpers
6. Dadurch wird es möglich, dass sich das Außengewinde 33 über einen relativ großen
Längsabschnitt des Bremskörpers 6 erstreckt. Dies führt zu einer Vergrößerung der
wirksamen Traglänge des Wendelantriebs 31 mit der Folge eines ruhig und verkantungsarm
laufenden Antriebs. Hierzu trägt ferner bei, dass sich in Scharnierlängsrichtung der
Gewindetrieb 31 über einen ersten Längsabschnitt L1, und die Reibflächen 7, 8 über
einen zweiten Längsabschnitt L2 erstrecken, wobei sich diese beiden Längsabschnitte
7, 8 teilweise überdecken, d.h. sie erstrecken sich über einen gemeinsamen Längsabschnitt.
[0031] Bei Drehung des Gehäuses 25 um die Achse A wandert die als Bremskörper dienende Hülse
6 entsprechend der Gewindesteigung innerhalb des Gehäuses 25 nach oben in Richtung
der kegelstumpfförmigen Reibfläche 8 der axial feststehenden Hülse 5, bis sich zwischen
den beiden Reibflächen 7, 8 eine in Umfangsrichtung orientierte Reibkraft einstellt.
Beim weiteren Verschwenken des Scharnierteils 1 wird die Hülse 6 über den Wendelantrieb
31 weiter axial nach oben gegen die feststehende Hülse 5 bewegt, wodurch die innenkonische
Fläche 7 mit zunehmendem Schwenkwinkel stärker gegen die kegelstumpfförmige Reibfläche
8 der Hülse 5 gepresst wird. In Abhängigkeit dieser Pressung ergibt sich mit ansteigendem
Schwenkwinkel ein Anstieg der Reibkraft zwischen den Reibflächen 7 und 8, wodurch
ungewollte Schwenkbewegungen der Scharnierteile 1, 2 in allen Schwenklagen bzw. Öffnungsstellungen
der Tür zuverlässig gehemmt werden. Zweckmäßigerweise ist dieser Zusammenhang so bestimmt,
dass die Anpresskraft, bzw. die von der Pressung abhängige Reibkraft, beginnend bei
vollständig geschlossener Tür mit zunehmendem Schwenk- bzw. Öffnungswinkel monoton
ansteigt. Entscheidend für diese Funktion ist, dass die Hülse 6 zwar in Bezug auf
beide Scharnierteile 1, 2 axial beweglich konstruiert ist, sie jedoch nur in Bezug
auf eines der beiden Scharnierteile drehbar ist.
[0032] Die zwischen den Flächen 7 und 8 anliegende Reibkraft dient quasi als eine Haltekraft
für die geöffnete Fahrzeugtür, die ein weiteres Öffnen bzw. Schließen der Fahrzeugtür
stufenlos, d.h. in jeder beliebigen Schwenkstellung, hemmt. Bei schweren Fahrzeugtüren
können auch mehrere Anlenkvorrichtungen für eine Tür verwendet werden, um auf diese
Weise eine ausreichende Haltekraft für z. B. besonders schwere Lkw-Türen zu erreichen.
Neben der dargestellten Ausführung mit konischen bzw. kegelstumpfförmigen Hülsen sind
auch andere Geometrien, beispielsweise mit elliptischen Querschnitten, denkbar.
[0033] Zur Realisierung der Axialbeweglichkeit der innenkonischen Hülse 6 ist diese an ihrem
unteren Ende mit einer Klauenkupplung versehen, deren einzelne Klauen 21 (vgl. auch
Fig. 8) in entsprechende Ausnehmungen 41 der Scharnierwelle 14 eingreifen. Wie sich
der Darstellung in Fig. 4 entnehmen lässt, besteht die Klauenkupplung beim Ausführungsbeispiel
aus insgesamt drei über den Umfang der Scharnierwelle 14 verteilten Klauen 21. Selbstverständlich
kann die Kupplung auch mehr oder weniger als drei Klauen aufweisen. Wiederum der Darstellung
in Fig. 5 lässt sich entnehmen, dass die Hülse 5 ein gewisses Radialspiel 30 gegenüber
der Scharnierwelle 14 aufweist. Auf diese Weise kann der Kegelstumpf 8 bei großen
Kräften radial gestaucht werden, ohne dass die Innenfläche des Kegelstumpfs 8 gegen
die Scharnierwelle 14 drückt, vgl. auch Fig. 3.
[0034] Der Zusammenhang zwischen dem Schwenkwinkel S und der Reibkraft F bzw. dem Bremsmoment
der Hemmvorrichtung 3 ist in Fig. 6 schematisch dargestellt. Nach Überwinden eines
Anfangsschwenkwinkels von in etwa 10°, bis zu dem das Öffnen der Tür mit keinem nennenswerten
Anstieg der Reibkraft F bzw. des Bremsmoments verbunden ist, gelangen die beiden Reibflächen
7, 8 miteinander in Anlage, wonach das weitere Verschwenken der Scharnierteile 1,
2 unter stetiger Erhöhung der Reibkraft F erfolgt. Über die Reibkraft F wird die Fahrzeugtür
in ihrer Schwenklage so gegen Hin- und Rückschwenken gesichert, dass erst nach Überwinden
der Reibkraft F die Tür geschlossen oder weiter geöffnet werden kann. Die Größe des
Reibkraftanstiegs in Abhängigkeit vom Schwenkwinkel S, d. h. die Steigung des Linearabschnitts
in Fig. 6, hängt z.B. von der Gewindesteigung des Wendelantriebs 31 ab. Auch lässt
sich der Reibkraftanstieg über die Neigung der konischen Innenfläche 7 bzw. der Kegelstumpffläche
8 einstellen. Darüber hinaus kann die Reibkraft F über in der kegelstumpfförmigen
Reibfläche 8 der Hülse 5 vorgesehene Nuten 23 (vgl. Fig. 9) bzw. durchgehende Schlitze
24 (vgl. Fig. 7) für verschiedene Anwendungen eingestellt werden.
[0035] Für bestimmte Anwendungen kann es von Vorteil sein, auf den am Anfang vorgesehen,
reibkraftfreien Anfangsschwenkwinkel zu verzichten oder diesen über einen größeren
bzw. kleineren Winkelbereich vorzusehen. Bei Kraftfahrzeugtüren hat sich ein Anfangsschwenkwinkel
ohne Erhöhung der Reibkraft von 10° als vorteilhaft erwiesen, da bei kleineren Schwenkwinkeln
der Ein- bzw. Ausstieg aus dem Fahrzeug ohnehin nicht möglich ist und eine Hemmung
der Rückschwenkbewegung insoweit nicht erforderlich ist.
[0036] Das Bremsmoment bzw. die Reibkraft F der Hemmvorrichtung 3 muss nicht unbedingt dem
in Fig. 7 dargestellten Verlauf folgen. Mit der Erfindung können je nach Anwendung
auch progressive und degressive Verläufe realisiert werden.
[0037] Eine zweite Ausführung einer erfindungsgemäßen Anlenkvorrichtung ist in Fig. 10 dargestellt.
Wiederum ist die Hemmvorrichtung 3 innerhalb des Gehäuses 25 des zweiten Scharnierteils
2 untergebracht. Im Gegensatz zu der anhand der Fign. 1 bis 9 beschriebenen Ausführung
weist die in Fig. 10 dargestellte Anlenkvorrichtung keine durchgehende Scharnierwelle
auf, weshalb sich diese Ausführung durch eine gegenüber der ersten Ausführung vereinfachte
Bauweise auszeichnet.
[0038] Bei der Anlenkvorrichtung gemäß den Fign. 10 bis 12 weist der innenkonische Bremskörper
6 an seinem oberen Ende einen Zapfen 42 auf. Das erste Scharnierteil 1 ist in Richtung
der Schwenkachse A von oben her auf den Zapfen 42 aufgesteckt und über beim Ausführungsbeispiel
insgesamt vier Nocken 26 (vgl. Fign. 11, 12) gegenüber der Hülse 6 verdrehgesichert.
Hierzu weist das erste Scharnierteil 1 unterseitig Ausnehmungen 27 auf, in die die
Nocken 26 der Hülse 6 formschlüssig eingreifen. Im Gegensatz dazu weist die Hülse
6 bei der in den Fign. 13 und 14 dargestellten Anlenkvorrichtung am oberen Ende einen
Befestigungsabschnitt 35 mit einer Gewindebohrung 36 auf, der exzentrisch zu der Schwenkachse
A angeordnet ist. Seitlich neben dem Befestigungsabschnitt 35 befindet sich das erste
Scharnierteil 1, das mit einer Bohrung 37 fluchtend neben der Gewindebohrung 36 liegt,
so dass das erste Scharnierteil 1 von der Seite her quer zur Schwenkachse A mit dem
Befestigungsabschnitt 35 verschraubt werden kann, so dass die Hülse 6 verdrehgesichert
mit dem Scharnierteil 1 verbunden ist.
[0039] Die Arbeitsweise der in den Fign. 10 bis 14 dargestellten Anlenkvorrichtung entspricht
im Wesentlichen der der zuvor ausführlich beschriebenen Ausführung. Beim Verschwenken
des Scharnierteils 1 dreht sich die Hülse 6 in dem zylindrischen Gehäuse 25 gegenüber
der feststehenden Hülse 5. Die feststehende Hülse 5 ist unterhalb ihrer konischen
Reibfläche 8 mit einem Außengewinde 39 in ein Innengewinde 32 des Gehäuses 25 eingeschraubt
und über einen Sicherungsring 29 verdrehgesichert, so dass sich die Hülse 5 weder
drehen noch axial verschieben lässt.
[0040] Über den Wendelantrieb 31 wird die Hülse 6 beim Schwenken des Scharnierteils 1 um
die Schwenkachse A axial gegenüber der festen Hülse 5 bewegt. Im Gegensatz zu dem
ersten Ausführungsbeispiel bewegt sich dabei das erste Scharnierteil 1 gemeinsam mit
der Hülse 6 gegenüber dem zweiten Scharnierteil 2 in axialer Richtung. Wird z. B.
ein Wendelantrieb 31 mit einer Gewindesteigung der Gewinde 32, 33 von 1,5 mm vorgesehen,
so beträgt der resultierende Axialhub zwischen den Scharnierteilen 1, 2 bei einem
Schwenkwinkel von 90° in etwa 0,375 mm. Aus diesem Grund ist der zwischen dem Radialbund
38 der Hülse 6 und dem Gehäuse 25 vorgesehene Dichtring 22 in vertikaler Richtung
elastisch, um in den Endstellungen der Scharnierteile 1, 2 eine zuverlässige Abdichtung
des Inneren des Gehäuses 25 zu gewährleisten. Eine solche Abdichtung ist erforderlich,
um den Austritt von Schmiermittel 28 aus dem Gehäuseinneren, sowie das Eindringen
von Schmutzpartikeln in das Innere des Gehäuses 25 zu verhindern. Neben der dargestellten
Flüssigkeitsschmierung ist auch eine Trockenschmierung möglich.
Bezugszeichen
[0041]
- 1
- Scharnierteil, Türscharnierteil
- 2
- Scharnierteil, Karosseriescharnierteil
- 3
- Hemmvorrichtung
- 5
- Hülse
- 6
- Bremskörper, Hülse
- 7
- Reibfläche
- 10
- Zustellrichtung
- 12
- Gleitbuchse
- 13
- Baueinheit, Baugruppe
- 14
- Scharnierwelle
- 15
- Fläche
- 16
- Gleitscheibe
- 17
- Schraube
- 18
- Gehäuse
- 19
- Kegelstumpf
- 20
- Mutter
- 21
- Klauen, Klauenkupplung
- 22
- Dichtung, Dichtring
- 23
- Nut
- 24
- Schlitz
- 25
- Gehäuse
- 26
- Nocken
- 27
- Ausnehmung
- 28
- Schmiermittel
- 29
- Sicherungsring
- 30
- Radialspiel
- 31
- Antrieb, Wendelantrieb, Gewindetrieb
- 32
- Gewinde, erstes Element des Antriebs
- 33
- Gewinde, zweites Element des Antriebs
- 34
- Flansch
- 35
- Montageabschnitt
- 36
- Gewindebohrung
- 37
- Bohrung
- 38
- Radialbund
- 39
- Außengewinde
- 40
- Dichtung, Dichtring
- 41
- Ausnehmung
- 42
- Zapfen
- 43
- Radialbund
- F
- Kraft
- L1
- erster Längsabschnitt
- L2
- zweiter Längsabschnitt
- S
- Schwenkwinkel
- A
- Schwenkachse
1. Anlenkvorrichtung mit einem ersten Scharnierteil (1), einem gegenüber dem ersten Scharnierteil
(1) auf einer Schwenkachse (A) schwenkbeweglichen zweiten Scharnierteil (2), einer
die Scharnierteile (1, 2) gegen Hin- und Rückschwenken sichernden Hemmvorrichtung
(3), die zwei beim Verschwenken der Scharnierteile (1, 2) aneinander entlanggleitende
Reibflächen (7, 8) aufweist, die sich mit zunehmendem Schwenkwinkel axial zueinander
bewegen, und einem die Reibflächen (7, 8) axial zueinander bewegenden Antrieb (31),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Antrieb (31) ein mit dem ersten Scharnierteil (1) drehfestes Gewinde (32) und
ein korrespondierendes Gewinde (33), das drehfest zum zweiten Scharnierteil (2) ist,
umfasst.
2. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich in Scharnierlängsrichtung der Antrieb (31) über einen Längsabschnitt (L1), und
die Reibflächen (7, 8) über einen Längsabschnitt (L2) erstrecken, und dass sich die
Längsabschnitte (L1, L2) in Scharnierlängsrichtung teilweise überdecken.
3. Anlenkvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Reibfläche (7) drehfest zu dem zweiten Scharnierteil (2) und dass die andere
Reibfläche (8) drehfest zu dem ersten Scharnierteil (1) ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Reibfläche (7) axial beweglich ist, wohingegen die andere Reibfläche (8)
axial feststeht.
5. Anlenkvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibfläche (7) ein Innenkonus ist, in dem die nach Art eines korrespondierenden
Kegelstumpfs gestaltete Reibfläche (8) gleitet.
6. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnierteile (1, 2) gemeinsam mit der Hemmvorrichtung (3) eine gemeinsam montierbare
Baueinheit (13) bilden.
7. Anlenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Reibflächen (7, 8) an einem sowohl in Bezug auf das erste Scharnierteil
(1), als auch in Bezug auf das zweite Scharnierteil (2) axial beweglichen Bremskörper
(6) ausgebildet ist, an dem das eine Element (33) des Antriebs (31) ausgebildet ist.
8. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (6) als Hülse mit einer Innen- und einer Außenwandung ausgebildet
ist, und dass die Reibfläche (7) auf der einen, und das an dem Bremskörper (6) ausgebildete
Element (33) des Antriebs (31) auf der anderen dieser beiden Wandungen ausgebildet
ist.
9. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das an dem Bremskörper (6) ausgebildete Element (33) des Antriebs (31) ein Gewinde
ist.
10. Anlenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die an dem Bremskörper (6) ausgebildete Reibfläche (7) konisch ist.
11. Anlenkvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremskörper (6) über eine Klauenkupplung (21) mit dem zweiten Scharnierteil (2)
verbunden ist.
12. Anlenkvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibflächen (7, 8) an zwei separaten Hülsen (5, 6) angeformt sind.
13. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der kegelstumpfförmigen Reibfläche (8) versehene Hülse (5) über deren Umfang
verteilte Axialnuten (23) oder Axialschlitze (24) aufweist.
14. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Hülsen (6) gegenüber dem zweiten Scharnierteil (2) drehfest und in axialer
Richtung beweglich ist.
15. Anlenkvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülsen (5, 6) in einer zylindrischen Öffnung des ersten Scharnierteils (1) oder
des zweiten Scharnierteils (2) angeordnet sind.
16. Anlenkvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Scharnierteil (1) ein Türscharnierteil, das zweite Scharnierteil (2) ein
Karosseriescharnierteil, und die Hemmvorrichtung (3) ein Türfeststeller zum Feststellen
einer Fahrzeugtür an der Karosserie eines Kraftfahrzeugs sind.
1. Pivot apparatus having a first hinge part (1), a second hinge part (2) which is pivotably
movable on a pivot axis (A) with respect to the first hinge part (1), an inhibiting
apparatus (3) which secures the hinge parts (1, 2) against pivoting to and fro and
has two friction faces (7, 8) which slide along one another during pivoting of the
hinge parts (1, 2) and move axially with respect to one another with an increasing
pivoting angle, and having a drive (31) which moves the friction faces (7, 8) axially
with respect to one another, characterized in that the drive (31) comprises a thread (32) which is rotationally fixed to the first hinge
part (1) and a corresponding thread (33) which is rotationally fixed to the second
hinge part (2).
2. Pivot apparatus according to Claim 1, characterized in that, in the longitudinal direction of the hinge, the drive (31) extends over a longitudinal
section (L1) and the friction faces (7, 8) extend over a longitudinal section (L2),
and in that the longitudinal sections (L1, L2) partially overlap one another in the longitudinal
direction of the hinge.
3. Pivot apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that one friction face (7) is rotationally fixed to the second hinge part (2), and in that the other friction face (8) is rotationally fixed to the first hinge part (1).
4. Apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that one friction face (7) is axially movable, whereas the other friction face (8) is
fixed axially.
5. Pivot apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the friction face (7) is an internal cone, in which the friction face (8) which is
configured in the manner of a corresponding truncated cone slides.
6. Pivot apparatus according to Claim 1, characterized in that the hinge parts (1, 2) together with the inhibiting apparatus (3) form a structural
unit (13) which can be mounted jointly.
7. Pivot apparatus according to one of Claims 1 to 6, characterized in that one of the friction faces (7, 8) is formed on a brake element (6) which is axially
movable both in relation to the first hinge part (1) and in relation to the second
hinge part (2) and on which one element (33) of the drive (31) is formed.
8. Pivot apparatus according to Claim 7, characterized in that the brake element (6) is configured as a sleeve with an inner and an outer wall,
and in that the friction face (7) is formed on one of these two walls and that element (33) of
the drive (31) which is formed on the brake element (6) is formed on the other of
the said two walls.
9. Pivot apparatus according to Claim 7 or 8, characterized in that that element (33) of the drive (31) which is formed on the brake element (6) is a
thread.
10. Pivot apparatus according to one of Claims 7 to 9, characterized in that the friction face (7) which is formed on the brake element (6) is conical.
11. Pivot apparatus according to one of Claims 7 to 10, characterized in that the brake element (6) is connected to the second hinge part (2) via a claw coupling
(21).
12. Pivot apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the friction faces (7, 8) are integrally formed on two separate sleeves (5, 6).
13. Pivot apparatus according to Claim 12, characterized in that the sleeve (5) which is provided with the frustoconical friction face (8) has axial
grooves (23) or axial slots (24) which are distributed over its circumference.
14. Pivot apparatus according to Claim 12, characterized in that one of the sleeves (6) is rotationally fixed with respect to the second hinge part
(2) and is movable in the axial direction.
15. Pivot apparatus according to Claim 12, characterized in that the sleeves (5, 6) are arranged in a cylindrical opening of the first hinge part
(1) or the second hinge part (2).
16. Pivot apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the first hinge part (1) is a door hinge part, the second hinge part (2) is a vehicle-body
hinge part, and the inhibiting apparatus (3) is a door stop for fixing a vehicle door
on the vehicle body of a motor vehicle.
1. Dispositif d'articulation avec une première partie de charnière (1), une deuxième
partie de charnière (2) mobile par pivotement sur un axe de pivotement (A) par rapport
à la première partie de charnière (1), un dispositif de coincement (3) immobilisant
les parties de charnière (1, 2) contre un pivotement en va et vient, qui présente
deux surfaces de frottement (7, 8) glissant l'une sur l'autre lors du pivotement des
parties de charnière (1, 2), surfaces qui se rapprochent axialement l'une de l'autre
quand l'angle de pivotement augmente, ainsi qu'avec un entraînement (31) rapprochant
les surfaces de frottement (7, 8) axialement l'une de l'autre,
caractérisé en ce que l'entraînement (31) comprend un filetage (32) solidaire en rotation de la première
partie de charnière (1) et un filetage correspondant (33) qui est solidaire en rotation
de la deuxième partie de charnière (2).
2. Dispositif d'articulation selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans la direction longitudinale de la charnière, l'entraînement (31) s'étend sur
une section de longueur (L1) et les surfaces de frottement (7, 8) sur une section
de longueur (L2), et en ce que les sections de longueur (L1, L2) se recouvrent partiellement dans la direction longitudinale
de la charnière.
3. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une première surface de frottement (7) est solidaire en rotation de la deuxième partie
de charnière (2) et l'autre surface de frottement (8) est solidaire en rotation de
la première partie de charnière (1).
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une première surface de frottement (7) est mobile axialement, tandis que l'autre surface
de frottement (8) est immobile axialement.
5. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface de frottement (7) est un cône intérieur dans lequel glisse la surface
de frottement (8) conformée à la manière d'un cône tronqué correspondant.
6. Dispositif d'articulation selon la revendication 1, caractérisé en ce que les parties de charnière (1, 2) forment en commun avec le dispositif de coincement
(3) un ensemble (13) pouvant se monter comme une unité.
7. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'une des surfaces de frottement (7, 8) est formée sur un corps de freinage (6) mobile
axialement tant par rapport à la première partie de charnière (1) que par rapport
à la deuxième partie de charnière (2), sur lequel est formé le premier élément (33)
de l'entraînement (31).
8. Dispositif d'articulation selon la revendication 7, caractérisé en ce que le corps de freinage (6) est conformé en douille avec une paroi intérieure et une
paroi extérieure, et en ce que la surface de frottement (7) est formée sur l'une et l'élément (33) de l'entraînement
(31) est formé sur le corps de freinage (6) sur l'autre de ces deux parois.
9. Dispositif d'articulation selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que l'élément (33) de l'entraînement (31) formé sur le corps de freinage (6) est un filetage.
10. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la surface de frottement (7) formée sur le corps de freinage (6) est conique.
11. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que le corps de freinage (6) est relié à la deuxième partie de charnière (2) par un accouplement
à griffes (21).
12. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications précédentes caractérisé en ce que les surfaces de frottement (7, 8) sont formées sur deux douilles (5, 6) séparées.
13. Dispositif d'articulation selon la revendication 12, caractérisé en ce que la douille (5) munie de la surface de frottement tronconique (8) présente des rainures
axiales (23) ou des fentes axiales (24) réparties sur sa circonférence.
14. Dispositif d'articulation selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'une des douilles (6) est immobile en rotation et mobile dans la direction axiale
par rapport à la deuxième partie de charnière (2).
15. Dispositif d'articulation selon la revendication 12, caractérisé en ce que les douilles (5, 6) sont placées dans une ouverture cylindrique de la première partie
de charnière (1) ou de la deuxième partie de charnière (2).
16. Dispositif d'articulation selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première partie de charnière (1) est une partie de charnière de porte, la deuxième
partie de charnière (2) une partie de charnière de carrosserie, et le dispositif de
coincement (3) une immobilisation de porte destinée à immobiliser une porte de véhicule
sur la carrosserie d'un véhicule motorisé.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente