[0001] Die Erfindung betrifft einen Falzanleger mit einer Trommel, mit welcher Bogen und
insbesondere Druckbogen, beispielsweise von einem Stapel abziehbar und einer Falzvorrichtung
zuführbar sind, mit einem ersten Rillrad, das auf der Trommel angeordnet ist und mit
einem zweiten Rillrad, das zum Rillen der abgezogenen Bogen mit dem ersten Rillrad
zusammenarbeitet.
[0002] Ein Falzanleger dieser Art ist beispielsweise aus der
EP-A-1 247 775 bekannt geworden. Mit diesem Falzanleger werden Druckbogen mit Saugern und Greifern
als Einzelblätter von einem Stapel abgezogen und auf einem Falzschwert im Durchlauf
gefalzt. Die gefalzten Druckbogen werden auf eine Sammelkette abgelegt und von dieser
mit Mitnehmern erfasst. Um einen scharfen, möglichst vollständigen und geschlossenen
Falz zu erhalten, werden die abgezogenen Bogen vor dem Falzen gerillt. Die gerillten
Druckbogen werden entlang der gebildeten Rille auf dem Falzschwert im Durchlauf gefalzt.
Die Qualität des Falzes ist weitgehend abhängig von der Qualität der Rille. Eine nicht
gleichmässig tiefe oder sogar unterbrochene Rille kann zu einem unscharfen, unvollständigen
oder nicht geschlossenen Falz führen. Mit den gefalzten Bogen werden Druckerzeugnisse,
beispielsweise Broschüren, Zeitschriften, Kataloge oder Bücher hergestellt. Die Qualität
dieser Druckerzeugnisse ist schliesslich ebenfalls abhängig von der Falzqualität der
Bogen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Falzanleger der genannten Art zu
schaffen, der eine höhere Falzqualität und trotzdem eine hohe Leistung und Funktionssicherheit
ermöglicht.
[0004] Die Aufgabe ist bei gattungsgemässen Falzanleger dadurch gelöst, dass das zweite
Rillrad an einem Tastrad gelagert ist, das auf dem ersten Rillrad läuft und an eine
Lauffläche des ersten Rillrades federnd angepresst wird und das den Abstand des zweiten
Rillrades zur Umfangsfläche des ersten Rillrades konstant hält. Unter einem Rillrad
wird hierbei auch ein Rad verstanden, welches die Bogen perforiert.
[0005] Es hat sich gezeigt, dass das Tastrad sehr wirksam einen unrunden Lauf des ersten
Rillrades ausgleicht. Ein solcher unrunder Lauf kann besonders bei hohen Leistungen
durch eine Unwucht, eine Unrundheit oder Exzentrizität der Trommel verursacht sein.
Das Rillrad greift mit seinem Rillrand immer gleich tief in die Nut des ersten Rillrades
ein und entsprechend ist gewährleistet, dass die gebildete Rille immer gleichmässig
tief ist. Die Achse des zweiten Rillrades hält somit einen konstanten Abstand zur
Umfangsfläche des ersten Rillrades. Da das zweite Rillrad dauern an das erste Rillrad
angepresst wird, wird eine Unrundheit oder Exzentrizität des ersten Rillrades sofort
ausgeglichen. Es können Bogen gerillt und gefaltet werden, die ein sehr unterschiedliches
Gewicht aufweisen, beispielsweise ein Gewicht im Bereich von 70 g/m
2 bis 260 g/m
2. Die Rillentiefe kann beispielsweise 0,02 mm betragen. Aufgrund des genannten Ausgleichs
können die Anforderungen an die Fertigungstoleranzen und damit die Herstellungskosten
des Falzanlegers gesenkt werden.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zweite Rillrad einstellbar
am Tastrad gelagert ist. Vorzugsweise ist das zweite Rillrad über einen Exzenter am
Tastrad gelagert. Dadurch ist es in einfacher Weise möglich, den Abstand des zweiten
Rillrades zur Umfangsfläche des ersten Rillrades und damit die Tiefe der Rille einzustellen.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zweite Rillrad und
das erste Tastrad eine Einheit bilden, die mit einem Arm an einer Stange gelagert
ist, die parallel und im Abstand zur Welle des ersten Rillrades bzw. der Trommel verläuft.
Dies ermöglicht eine besonders funktionssichere und stabile Lagerung des zweiten Rillrades
und des Tastrades.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann der Anpressdruck des zweiten Rillrades
mit einer Verstellvorrichtung verändert werden. Die ist besonders einfach und genau
mit einem Bowdenzug möglich, der am genannten Arm angreift.
[0009] Vorzugsweise werden die Bogen beim Rillen im Wesentlichen vertikal transportiert.
Hierbei werden die Bogen mit einer Greifertrommel gefasst und zwischen Bändern geführt.
Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Ansicht eines erfindungsgemässen Falzanlegers,
- Fig. 2
- ein Schnitt entlang der Linie II-II der Figur 3,
- Fig. 3
- eine Teilansicht des erfindungsgemässen Falzanlegers, wobei insbesondere die Lagerung
des zweiten Rillrades illustriert ist,
- Fig. 4
- eine teilweise geschnittene Ansicht eines Teils des erfindungsgemässen Falzanlegers
und
- Fig. 5
- in vergrössertem Massstab eine Teilansicht der Figur 5.
[0011] Der in Figur 1 gezeigte Falzanleger 1 weist eine Trommel 7 auf, die in bekannter
Weise durch eine Welle 9 im Uhrzeigersinn angetrieben ist. Die Trommel 7 weist wenigstens
zwei im Abstand zueinander angeordnete Trommelräder 57 auf, die an ihrem Umfang jeweils
einen beweglichen Greifer 8 sowie eine Saugvorrichtung 34 aufweisen. Mit diesen werden
Bogen 4 aus einem Stapel 3 abgezogen, der in einem Magazin 5 gelagert ist. Bei rotierender
Trommel 7 wird jeweils der unterste Bogen 4 des Stapels 3 gefasst und im Uhrzeigersinn
nach unten bewegt.
[0012] Hierbei werden die abgezogenen Bogen 4 jeweils zwischen Transportbändern 23 geführt.
[0013] In Figur 2 sind zwei solche Transportbänder 23 angedeutet. Diese sind jeweils u.a.
mit einem Wälzlager 22 um eine gestellfeste Stange 19 geführt. Die Bogen 4 sind insbesondere
Druckbogen, die beispielsweise zur Herstellung von Zeitschriften, Broschüren oder
Büchern vorgesehen sind.
[0014] Die abgezogenen Bogen 4 werden jeweils einzeln einer Falzvorrichtung 6 zugeführt.
Diese besteht aus einem Falzschwert 39, das -wie ersichtlich- geneigt und tangential
zu der Trommel 7 verläuft. Am Falzschwert 39 ist eine endlose Rundsaite 36 gelagert,
die um zwei im Abstand zueinander angeordnete Rollen 37 und 38 gelegt ist. Die Rundsaite
36 arbeitet mit einem Falzriemen 35 zusammen, der in Richtung des Pfeils 42 angetrieben
ist. Die abgezogenen Bogen 4 werden auf dem Falzschwert 39 von der Rundsaite 36 und
dem Falzriemen 35 von den Transportbändern 23 übernommen und zwischen Falzrollen 44
gefalzt. Durch Pressrollen 41 werden die Falzstellen jeweils nachgepresst und schliesslich
werden die Bogen 4 einzeln über eine Schwertverlängerung 40, beispielsweise an eine
hier lediglich angedeutete Fördervorrichtung 2 eines Sammelhefters abgegeben, wo sie
von Mitnehmern 52 erfasst und in Figur 1 nach links in Richtung des Pfeils 43 bewegt
werden. Die Bogen 4 liegen hierbei rittlings mit dem Falz oben auf der Fördervorrichtung
des Sammelhefters auf.
[0015] Bevor die Bogen 4 jeweils auf das Falzschwert 39 geführt werden, werden sie gemäss
Figur 4 zwischen einem Rillrad 17 einer Rillvorrichtung 10 in Transportrichtung gerillt.
Die Rillvorrichtung 10 ist an der Trommel fest angeordnet und das Rillrad 17 ist gemäss
Figur 1 im Uhrzeigersinn angetrieben. Die Rillvorrichtung 10 besitzt ein weiteres
Rillrad mit zylindrischer Umfangsfläche 11, in welche eine umlaufende Nut 13 eingearbeitet
ist. Im Abstand zur Nut 13 besitzt die Umfangsfläche 11 gemäss Figur 5 eine Lauffläche
12 für ein Tastrad 15, das rotierbar an einem Arm 21 gelagert ist. Dieser Arm 21 ist
gemäss den Figuren 2 und 3 mit der Stange 19 verbunden, die durch ihre Enden mittels
Flansche 20 an einem hier nicht gezeigten Maschinengestell befestigt ist. Das Tastrad
15 ist mit einem Wälzlager 26 auf einer Achse 28 gelagert, die wiederum mit Lager
27 in Arm 21 gelagert ist. Das Tastrad 15 besitzt eine zylindrische Umfangsfläche
45, die mit einer Spannvorrichtung 30 federnd an der Lauffläche 12 angepresst wird.
Die Anpresskraft wird gemäss Figur 3 von einer Feder 33 erzeugt, die an einer Mutter
53 abgestützt ist, welche auf eine zylindrische Schraube 53 aufgeschraubt ist. Die
Mutter 53 ist über ein Teil 54 an einem hier lediglich angedeuteten Gestell 55 abgestützt.
Ein Langloch 56 ermöglicht es, die Spannung der Feder 33 einzustellen. Die gespannte
Feder 33 wirkt über einen Halter 31 der Spannvorrichtung 30 auf den Arm 21. Der Halter
31 ist fest mit dem Arm 21 verbunden und verläuft etwa rechtwinklig zu diesem. Die
Kraft wirkt gemäss Figur 3 in Richtung des Pfeils 47, wobei die Stange 19 die Drehachse
bildet. Durch diese Kraft wird das Tastrad 15 am weiteren Rillrad der Rillvorrichtung
10 mit konstanter aber einstellbarer Kraft angepresst.
[0016] Die Achse 28 ist gemäss Figur 2 über eine exzentrische Verbindung 16 mit einer Achse
18 verbunden, auf welcher mit einem Wälzlager 25 das Tastrad 15 rotierbar gelagert
ist. Das Rillrad 17 besitzt an seinem Umfang einen umlaufenden Rillrand 24. Dieser
Rillrand 24 greift gemäss Figur 5 bei angepresstem Tastrad 15 mit gleichbleibender
Tiefe in die Nut 13 ein. Die Tiefe der Nut 13 beträgt beispielsweise 0,02 mm. Denkbar
ist hier auch eine Ausführung, bei welcher die Nut 13 durch einen Steg ersetzt ist
und das Rillrad 17 anstelle des Rillrandes 24 eine entsprechende umlaufende Nut besitzt.
Wie bereits erwähnt, können beide Rillräder auch so ausgebildet sein, dass die durchlaufenden
Bogen 4 perforiert werden.
[0017] Die abgezogenen Bogen 4 werden zwischen den Rillrädern 10, 17 bei im Wesentlichen
vertikalem Transport im Durchlauf gerillt. Das Tastrad 15 läuft hierbei jeweils auf
dem abgezogenen Bogen 4, der durch den Anpressdruck des Tastrades 15 an die Umfangsfläche
11 angepresst wird. Rillrad 17 dreht passiv um die Achse 18, deren Abstand zur Umfangsfläche
11 bzw. zur Nut 13 durch das abtastende Tastrad 15 konstant gehalten wird. Die Lauffläche
12 ist hierbei die Referenzfläche, die konzentrisch zur Nut 13 verläuft. Durch die
Verbindung 16 folgt Rillrad 17 den Nachstellbewegungen des Tastrades 15. Eine während
der Produktion veränderte Unrundheit oder Exzentrizität wird dadurch ausgeglichen.
Der Eingriff des Rillrades 17 in die Nut 13 wird somit konstant gehalten und entsprechend
wird die gebildete Rille bzw. Perforation im abgezogenen Bogen 4 gleichmässig tief.
Aufgrund der exzentrischen Verbindung zwischen dem Tastrad 15 und der Achse 18 kann
der Abstand zwischen der Achse 18 und der Umfangsfläche 11 verstellt werden. Somit
ist es möglich, die Rilltiefe genau einzustellen.
[0018] Die gerillten Bogen 4 werden wie oben erläutert der Falzvorrichtung 6 übergeben und
mit dieser werden die Bogen 4 entlang der gebildeten Rille zwischen den Falzrollen
44 gefalzt.
[0019] Die Anpresskraft des Tastrades 15 am weiteren Rillrad kann gemäss Figur 3 mit einer
einen Bowdenzug 29 aufweisenden Verstellvorrichtung 14 verstellt werden. Der Bowdenzug
29 greift mit einem Seil 49 an einer Feder 32 an, welche mit dem Halter 31 verbunden
ist. Der Bowdenzug 29 ist an einem gestellfesten Träger 50 angebracht und kann an
einem hier nicht gezeigten Handrad betätigt werden. Die Führungshülle 51 des Bowdenzuges
29 ist wie ersichtlich über einen Halter 48 mit dem Arm 21 verbunden. Wird die Feder
32 mit dem Bowdenzug 29 gespannt, so wird ein Gegendruck auf die Feder 33 aufgebaut
und damit die Anpresskraft des Tastrades 15 an dem weiteren Rillrad verkleinert. Umgekehrt
kann entsprechend die Anpresskraft vergrössert werden.
1. Falzanleger mit einer Trommel (7), mit welcher Druckbogen (4), beispielsweise von
einem Stapel (3) oder einem Schuppenstrom abziehbar und einer Falzvorrichtung (6)
zuführbar sind, mit einer Rillvorrichtung (10), die an der Trommel (7) angeordnet
ist und ein Rillrad (17) aufweist, das zum Rillen der abgezogenen Druckbogen (4) mit
der Trommel (7) zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) koaxial oder achsparallel an einem Tastrad (15) gelagert ist, das
auf der Trommel (7) läuft und den Abstand des Rillrades (17) zur Umfangsfläche (11)
der Trommel (7)) konstant hält.
2. Falzanleger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tastrad (15) federnd an die Umfangsfläche (11) der Trommel (7) angepresst wird.
3. Falzanleger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) gegenüber dem Tastrad (15) radial verstellbar gelagert ist.
4. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) und das Tastrad (15) eine Einheit bilden.
5. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) und das Tastrad (15) durch eine exzentrische Verbindung (16) miteinander
verbunden sind.
6. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) und das Tastrad (15) an einem um eine parallel zur Achse der Trommel
(7) schwenkbar angeordneten Arm (21) gelagert sind.
7. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verstellvorrichtung (14) vorgesehen ist, mit welcher die Anpresskraft des Tastrades
(15) an die Umfangsfläche (11) der Trommel (7) verstellbar ist.
8. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillvorrichtung (10) zwischen zwei die Trommel (7) bildenden Rädern angeordnet
ist, mit denen die Druckbogen (4) jeweils von einem Stapel (3) abziehbar und im Wesentlichen
vertikal nach unten transportierbar sind.
9. Falzanleger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillvorrichtung (10) als an der Trommel (7) wenigstens teilweise umlaufender
Steg oder umlaufende Nut (13) ausgebildet ist.
10. Falzvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rillrad (17) am Umfang komplementär zur Rillvorrichtung (10) ausgebildet ist.
11. Falzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, die zur zusätzlichen Perforation
der Druckbogen parallel zur Falzkante ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass neben der als Steg ausgebildeten Rillvorrichtung (10) oder neben dem Rillrad (17)
eine Perforationsvorrichtung angeordnet ist.