[0001] Die Erfindung betrifft ein spindelförmiges Bauteil für eine Luftdüsenspinnvorrichtung
mit einem Grundkörper und einer aufgesetzten Spitze sowie mit einem durch Grundkörper
und Spitze verlaufenden Garnabzugskanal, der eine in der Spitze angeordnete Eintrittsöffnung
aufweist, wobei das spindelförmige Bauteil wenigstens einen in den Garnabzugskanal
mündenden Injektionskanal aufweist, der in Richtung der Eintrittsöffnung des Garnabzugskanals
gerichtet ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Spitze und einen Grundkörper für ein derartiges
spindelförmiges Bauteil.
[0003] Ein spindelförmiges Bauteil dieser Art ist durch die
DE 10 2004 044 345 A1 Stand der Technik. Während des Spinnvorganges wird ein Faserbändchen aus Stapelfasern
einer Luftdüsenspinnvorrichtung zugeführt und dort die Spinndrehung erteilt. Hierzu
wird das Faserbändchen durch einen Faserzuführkanal der Luftdüsenspinnvorrichtung
zunächst in eine Wirbelkammer geführt, der eine Fluideinrichtung zum Erzeugen einer
Wirbelströmung um eine Eintrittsöffnung eines Garnabzugskanals herum zugeordnet ist.
Dabei werden zunächst die vorderen Enden der im Faserbändchen gehaltenen Fasern in
den Garnabzugskanal geführt, während hintere freie Faserenden abgespreizt, von der
Wirbelströmung erfasst und um die sich bereits in der Eintrittsöffnung des Garnabzugskanals
befindlichen, also eingebundenen vorderen Enden herumgedreht werden, wodurch ein Garn
mit weitgehend echter Drehung erzeugt wird.
[0004] Wenn aus irgendeinem Grund das noch sehr schwache ungedrehte Faserbändchen oder das
ersponnene Garn bricht, muss ein Ansetzvorgang stattfinden, bei welchem das Ende des
bereits ersponnenen Garnes durch die Luftdüsenspinnvorrichtung zurückgeführt wird.
Hierzu ist in dem spindelförmigen Bauteil ein Injektionskanal angeordnet, der in den
Garnabzugskanal mündet und gegen die Eintrittsöffnung des Garnabzugskanals gerichtet
ist. Dieser Injektionskanal wird bei einem Ansetzvorgang mit Druckluft beaufschlagt,
so dass in der Luftdüsenspinnvorrichtung eine entgegen der Spinnrichtung verlaufende
Luftströmung entsteht. Durch die Injektionswirkung kann ein bereits gesponnener Faden
in den Garnabzugskanal eingesaugt und entgegen der normalen Spinnrichtung durch die
Luftdüsenspinnvorrichtung transportiert werden. Das durch die Luftdüsenspinnvorrichtung
hindurchgeführte Fadenende kann dann in an sich bekannter Weise abgelenkt und entsprechend
vorbereitet werden, so dass es mit einem neu zugeführten Faserbändchen verbunden werden
kann. Nach dem Ansetzen des Faserbändchens an dieses Fadenende ist der Spinnvorgang
wieder hergestellt.
[0005] Das bekannte spindelförmige Bauteil hat dabei den Nachteil, dass der in den Garnabzugskanal
mündenden Injektionskanal durch eine sehr dünne Bohrung gebildet wird. Die Bohrung
für den Injektionskanal ist in einer auf einen Grundkörper des spindelförmigen Bauteiles
aufgesetzten Spitze angeordnet. Die Bohrung des Injektionskanals ist in einem spitzen
Winkel zum Garnabzugskanal gebohrt und weist üblicherweise einen Durchmesser von einigen
Zehntel Millimetern auf. Die Herstellung dieses Injektionskanals ist sehr aufwändig,
zumal oftmals die Spitze des spindelförmigen Bauteils aus einem harten und verschleißfesten
Material besteht.
[0006] Aus der
DE 103 49 651 A1 ist eine andere Art eines spindelförmigen Bauteils für eine Luftdüsenspinnvorrichtung
bekannt, bei der ein anders verlaufender Injektionskanal vorgesehen ist. Der Injektionskanal
mündet rechtwinklig in einen Garnabzugskanal und ist somit nicht in Richtung der Eintrittsöffnung
des Garnabzugskanals gerichtet. Diese Anordnung des Injektionskanals hat den Nachteil,
dass die Injektionswirkung der Druckluftströmung im Garnabzugskanal schlechter ist,
so dass ein für einen Ansetzvorgang benötigtes Fadenende nicht immer sicher entgegen
der Spinnrichtung in den Garnabzugskanal eingesaugt und durch die Luftdüsenspinnvorrichtung
transportiert werden kann. Durch den senkrecht in den Garnabzugskanal mündenden Injektionskanal
kann es nämlich passieren, dass die einströmende Druckluft auch in Spinnrichtung durch
den Garnabzugskanal strömt, und somit keine durchgängig entgegen der Spinnrichtung
verlaufende Luftströmung in der Luftdüsenspinnvorrichtung entsteht.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Herstellbarkeit eines spindelförmigen
Bauteiles der eingangs genannten Art zu vereinfachen.
[0008] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der wenigstens eine Injektionskanal durch einen
Oberflächenbereich des Grundkörpers und durch einen Oberflächenbereich der Spitze
gebildet wird.
[0009] Durch diese Ausführung wird ein Injektionskanal in seinem Querschnitt gesehen nicht
nur von einer der Komponenten Grundkörper oder Spitze umgeben, sondern von beiden
gleichzeitig. Ein Teil der Umfangswand des Injektionskanals wird durch den Grundkörper
und ein anderer Teil der Umfangswand des Injektionskanals durch die Spitze gebildet.
Das hat den Vorteil, dass der Injektionskanal weder im Grundkörper noch in der Spitze
komplett vorhanden ist. Der Injektionskanal entsteht erst beim Zusammenfügen der Spitze
mit dem Grundkörper bei der Montage des spindelförmigen Bauteils. Es lassen sich somit
die Oberflächenbereiche des Grundkörpers und diejenigen Oberflächenbereiche der Spitze,
die später im montierten Zustand den Injektionskanal bilden jeweils an Grundkörper
und an der Spitze getrennt herstellen und bearbeiten. Die Herstellung wird dadurch
vereinfacht, da die sehr dünne Bohrung nicht mehr erforderlich ist.
[0010] Es ist vorteilhaft, wenn ein Injektionskanal durch einen kegelmantelförmige ausgebildeten
Oberflächenbereich des Grundkörpers und/oder durch einen kegelmantelförmig ausgebildeten
Oberflächenbereich der Spitze gebildet wird. Durch einen kegelmantelförmig ausgebildeten
Oberflächenbereich kann besonders gut gewährleistet werden, dass der in den Garnabzugskanal
mündende Injektionskanal in Richtung der Eintrittsöffnung des Garnabzugskanals gerichtet
ist, und dass die beim Ansetzvorgang benötigte, entgegen der Spinnrichtung gerichtete
Luftströmung in der Luftdüsenspinnvorrichtung, insbesondere im Garnabzugskanal, zuverlässig
gebildet wird, wenn der Injektionskanal mit Druckluft beaufschlagt wird. Durch einen
kegelmantelförmig ausgebildeten Oberflächenbereich an Grundkörper oder Spitze wird
erreicht, dass der Injektionskanal in einem spitzen Winkel zum Garnabzugskanal verläuft,
und zwar wenigstens in einem Bereich kurz bevor der Injektionskanal in den Garnabzugskanal
mündet.
[0011] Es kann dabei vorgesehen sein, dass der Injektionskanal am fertigen spindelförmigen
Bauteil durch einen kegelmantelförmig ausgebildeten Oberflächenbereich der Spitze
gebildet wird, der einen definierten Abstand zu einem kegelmantelförmig ausgebildeten
Oberflächenbereich des Grundkörpers aufweist. In Ausgestaltung der Erfindung kann
auch vorgesehen sein, dass einem kegelmantelförmig ausgebildeten Oberflächenbereich
in Spitze oder Grundkörper ein nutförmiger Oberflächenbereich in der jeweiligen anderen
Komponente zugeordnet ist.
[0012] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einiger Ausführungsbeispiele.
[0013] Es zeigen:
Figur 1 in stark vergrößerter Darstellung einen Axialschnitt durch ein spindelförmiges
Bauteil und eine zugehörige Luftdüsenspinnvorrichtung bei Betrieb,
Figur 2 eine Ansicht ähnlich Figur 1 auf eine andere Ausgestaltung eines spindelförmigen
Bauteils.
[0014] Die in Figur 1 dargestellte Luftdüsenspinnvorrichtung 1 dient dem Herstellen eines
gesponnenen Garnes 2 aus einem Faserbändchen 3 aus Stapelfasern. Der Luftdüsenspinnvorrichtung
1 ist ein Streckwerk 4 vorgeordnet, dass das dünne Faserbändchen 3 aus einem Stapelfaserverband
5 erzeugt und an die Luftdüsenspinnvorrichtung 1 liefert.
[0015] Der zu verspinnende Stapelfaserverband 5 wird im Streckwerk 4 in Verzugsrichtung
A zugeführt und in bekannter Weise bis zu einer gewünschten Feinheit verzogen. Das
nur teilweise dargestellte Streckwerk 4 ist vorzugsweise ein Vier-Zylinder-Streckwerk
und enthält somit insgesamt vier Walzenpaare, die jeweils eine angetriebene Unterwalze
und eine als Druckwalze ausgebildete Oberwalze aufweisen. Dargestellt ist lediglich
das die Verzugszone des Streckwerks 4 begrenzende Lieferwalzenpaar 6, 7. Im Anschluss
an das Streckwerk 4 liegt dann ein dünnes Faserbändchen 3 vor, welches verstreckt
und noch ungedreht ist.
[0016] Der Luftdüsenspinnvorrichtung 1 wird das Faserbändchen 3 über einen Faserzuführkanal
8 zugeführt. Es folgt eine so genannte Wirbelkammer 9, in der dem Faserbändchen 3
die Spinndrehung erteilt wird, so dass das gesponnene Garn 2 entsteht, das durch ein
Garnabzugskanal 10 in Abzugsrichtung B abgezogen und einer nicht dargestellten Aufspuleinrichtung
zugeführt wird.
[0017] Der Garnabzugskanal 10 ist in einem spindelförmigen, bei Betrieb stationären Bauteil
11 angeordnet, das aus einem Grundkörper 12 und einer Spitze 13 besteht. Der Garnabzugskanal
10 weist eine in der Spitze 13 angeordnete Eintrittsöffnung 14 für das entstehende
Garn 2 auf.
[0018] Eine Fluideinrichtung erzeugt während des Spinnvorganges in der Wirbelkammer 9 durch
Einblasen von Druckluft durch tangential in die Wirbelkammer 9 mündende Druckluftdüsen
15 eine Wirbelströmung. Die aus den Druckluftdüsen 15 austretende Druckluft wird durch
einen Abluftkanal 16 abgeführt, wobei dieser einen ringförmigen Querschnitt um das
spindelförmige Bauteil 11 herum aufweist, das den Garnabzugskanal 10 enthält. Der
Abluftkanal 16 ist hierzu in nicht dargestellter Weise mit einer Unterdruckquelle
verbunden.
[0019] Im Bereich der Wirbelkammer 9 ist als Drallsperre eine Kante einer Faserführungsfläche
17 angeordnet, die leicht exzentrisch zum Garnabzugskanal 10 im Bereich von dessen
Eintrittsöffnung 14 angeordnet ist.
[0020] In der Luftdüsenspinnvorrichtung 1 werden die zu verspinnenden Fasern einerseits
im Faserbändchen 3 gehalten und so vom Faserzuführkanal 8 im Wesentlichen ohne Drehungserteilung
in den Garnabzugskanal 10 geführt, andererseits sind die Fasern in dem Bereich zwischen
dem Faserzuführkanal 8 und dem Garnabzugskanal 10 der Wirkung der Wirbelströmung ausgesetzt.
Durch diese werden die Fasern oder mindestens ihre Endbereiche von der Eintrittsöffnung
14 des Garnabzugskanals 10 radial weggetrieben. Die mit der beschriebenen Luftdüsenspinnvorrichtung
1 hergestellten Garne 2 zeigen daher einen Kern von im Wesentlichen in Fadenlängsrichtung
verlaufenden Fasern oder Faserbereichen ohne wesentliche Drehung und einen äußeren
Bereich, in welchem die Fasern oder Faserbereiche um den Kern herum gedreht sind.
Eine Luftdüsenspinnvorrichtung 1 dieser Art erlaubt sehr hohe Spinngeschwindigkeiten,
die in der Größenordnung zwischen 300 und 600 m pro Minute liegen.
[0021] Die aus den Druckluftdüsen 15 in die Wirbelkammer 9 austretende Druckluft wird der
Luftdüsenspinnvorrichtung 1 bei Betrieb über einen Druckluftkanal 18 und einen die
Wirbelkammer 9 umgebenden Ringkanal 19 zugeführt. Wenn nun aus irgendeinem Grund das
Faserbändchen 3 oder das Garn 2 bricht, wird zunächst diese die Druckluftdüsen 15
speisende Druckluft abgeschaltet. Gleichzeitig können die Antriebe des Streckwerks
4 und der nicht dargestellten Garnabzugswalzen und der Aufspuleinrichtung abgeschaltet
werden.
[0022] Bevor nun der notwendige Ansetzvorgang durchgeführt wird, kann es vorteilhaft sein,
das spindelförmige Bauteil 11 kurzzeitig zu Reinigungszwecken von dem Faserzuführkanal
8 wegzubewegen. Im Betriebszustand besteht ein sehr kleiner Abstand zwischen der Eintrittsöffnung
14 des Garnabzugskanals 10 und der Faserführungsfläche 17, der beispielsweise 0,5
mm betragen kann. Das spindelförmige Bauteil 11 kann hierzu eine kolbenartige Komponente
20 enthalten, so dass das Wegbewegen des spindelförmigen Bauteils 11 mit sehr einfachen
Mitteln durchführbar ist. Um das spindelförmige Bauteil 11 herum ist ein Ringkanal
21 angeordnet, der mit Druckluft beaufschlagt werden kann. Die Druckluft im Ringkanal
21 drückt die fest am Grundkörper 12 des spindelförmigen Bauteils 11 befestigte kolbenartige
Komponente 20 gegen die Kraft einer Feder 22 in der Ansicht der Figur 1 nach oben.
Die Spitze 13 des spindelförmigen Bauteils 11 mit der Eintrittsöffnung 14 des Garnabzugskanals
10 wird dadurch vom Faserzuführkanal 8 und der Faserführungsfläche 17 wegbewegt, so
dass in der Wirbelkammer 9 mehr Raum entsteht. Hierdurch können eventuell in der Wirbelkammer
vorhandene Faserreste über den Abluftkanal 16 abgesaugt werden. Nach Abschalten der
Druckluft im Ringkanal 21 drückt die Feder 22 das spindelförmige Bauteil 11 wieder
in seine Betriebsposition zurück.
[0023] Zum Wiederherstellen des Spinnvorgangs ist nun ein Ansetzvorgang notwenig, bei dem
ein Ende eines bereits gesponnenen Garnes 2 entgegen der Abzugsrichtung B durch den
Garnabzugskanal 10 und dann weiter entgegen der Spinnrichtung durch die gesamte Luftdüsenspinnvorrichtung
1 bis zu dem Streckwerk 4 zurückgeführt wird. Das durch die Luftdüsenspinnvorrichtung
1 zurückgeführte Ende des Garnes 2 kann dann im Streckwerk 4 mit dem Faserbändchen
3 verbunden und der Spinnvorgang wieder gestartet werden. Zum Zurückführen des Garnes
2 bei dem Ansetzvorgang ist ein Injektionskanal 23 in dem spindelförmigen Bauteil
11 vorgesehen, der in den Garnabzugskanal 10 mündet und der gegen die Eintrittsöffnung
14 gerichtet ist. Der Injektionskanal 23 wird während des Ansetzvorganges mit Druckluft
beaufschlagt und erzeugt eine Luftströmung im Garnabzugskanal 10 und im Faserzuführkanal
8, die entgegen der Spinnrichtung zum Streckwerk 4 hin verläuft. Es ist dabei wichtig,
dass der Injektionskanal 23 in einem spitzen Winkel zu dem Garnabzugskanal 10 verläuft,
bevor er in diesen einmündet, damit die Injektionswirkung im Garnabzugskanal 10 ausreichend
groß ist, um ein sicheres Einsaugen des zurückzuführenden Endes des Garnes 2 zu gewährleisten.
Es kann vorteilhaft sein, den Injektionskanal 23 auch während des beschriebenen Reinigungsvorganges
schon mit Druckluft zu beaufschlagen, um die Reinigung der Wirbelkammer 9 zu erleichtern.
[0024] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass der Injektionskanal 23 durch einen Oberflächenbereich
24 des Grundkörpers 12 und durch einen Oberflächenbereich 25 der Spitze 13 gebildet
wird. Das spindelförmige Bauteil 11 ist aus den Komponenten Grundkörper 12 und Spitze
13 zusammengesetzt. Dies ist vorteilhaft, da die Spitze 13 insbesondere im Bereich
der Eintrittsöffnung 14 des Garnabzugskanals 10 einem hohen Verschleiß unterliegt
und deshalb zweckmäßig aus einem verschleißfesten Werkstoff hergestellt ist. Es ist
ein im Wesentlichen zylindrischer Aufnahmeteil 26 vorgesehen, über den die Spitze
13 mit dem Grundkörper 12 verbunden ist. Die Befestigung der Spitze 13 kann dabei
beispielsweise über einen Presssitz oder über ein Gewinde am Aufnahmeteil 26 erfolgen.
Zur Abdichtung zwischen Grundkörper 12 und Spitze 13 kann ein Dichtring 27 vorgesehen
sein, der beispielsweise aus Kupfer bestehen kann.
[0025] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Injektionskanals 23 wird eine besonders
einfache Herstellbarkeit des spindelförmigen Bauteils 11 gewährleistet, da der Oberflächenbereich
24 bei der Herstellung des Grundkörpers 12 bearbeitet wird, während der Oberflächenbereich
25 bei der Herstellung der Spitze 13 bearbeitet wird. Die Oberflächenbereiche 24 und
25 des Injektionskanals 23 werden also vor der Montage des spindelförmigen Bauteils
11 getrennt voneinander bearbeitet und ergeben erst bei der Zusammenfügung von Spitze
13 und Grundkörper 12 den Injektionskanal 23. Der Injektionskanal 23 mit seinem geringen
Querschnitt wird also nicht als Ganzes hergestellt, sondern entsteht erst wenn die
Oberflächenbereiche 24 und 25 bei der Montage des spindelförmigen Bauteils 11 einander
zugeordnet werden. Betrachtet man den Injektionskanals 23 in seinem Querschnitt, so
wird ein Teil seiner Umfangswand durch den Oberflächenbereich 24 des Grundkörpers
12 und ein anderer Teil seiner Umfangswand durch den Oberflächenbereich 25 der Spitze
13 gebildet.
[0026] Der Oberflächenbereich 24 des Grundkörpers 12 ist kegelmantelförmig ausgebildet,
so dass der Injektionskanal 23 in einem spitzen Winkel zum Garnabzugskanal 10 verläuft
und in Richtung der Eintrittsöffnung 14 gerichtet ist. Der Oberflächenbereich 25 kann
nutförmig in der Spitze 13 ausgebildet sein. Der nutförmige Oberflächenbereich 25
ist dem kegelmantelförmigen Oberflächenbereich 24 zugeordnet, wodurch der Injektionskanal
23 entsteht. Alternativ kann der Oberflächenbereich 25 ebenfalls kegelmantelförmig
ausgebildet und in einem geringen Abstand den kegelmantelförmigen Oberflächenbereich
24 umgeben. Dies ist mit dem Bezugszeichen 25' gestrichelt angedeutet. Hierdurch würde
statt eines einzelnen Injektionskanals 23 ein ringförmig um den Garnabzugskanal 10
verlaufender Injektionskanal 23 entstehen.
[0027] Zur Zuführung der Druckluft zum Injektionskanal 23 ist in der Spitze 13 im Bereich
des Aufnahmeteils 26 eine parallel zum Garnabzugskanal 10 verlaufende Nut 28 vorgesehen,
die mit einem Ringkanal 29 und einem Zwischenkanal 30 verbunden ist. Der Zwischenkanal
30 steht wiederum mit einem den Grundkörper 12 des spindelförmigen Bauteils 11 umgebenden
Ringkanal 31 in Verbindung, der über eine Zuleitung 32 mit der notwendigen Druckluft
versorgt werden kann. Im Falle eines nutförmigen Oberflächenbereiches 25 an der Spitze
13 kann es vorteilhaft sein, rund um den Garnabzugskanal 10 mehrere nutförmige Oberflächenbereiche
25 und entsprechend natürlich Nuten 28 anzuordnen. Beispielsweise können vier nutförmige
Oberflächenbereiche 25 gleichmäßig um den Garnabzugskanals 10 herum angeordnet sein.
[0028] Die nutförmigen Oberflächenbereiche 25 an der Spitze 13 sowie die Nut 28 können besonders
vorteilhaft spanlos an der Spitze 13 erzeugt werden. Dies ist beispielsweise durch
einen Prägevorgang oder eine direkte Herstellung der Spitze 13 in einem Formwerkzeug
möglich. Die Herstellung der Spitze 13 ist dadurch im Gegensatz zu dem eingangs genannten
Stand der Technik sehr einfach möglich.
[0029] In Figur 2 ist eine andere Ausgestaltung des spindelförmigen Bauteils 11 und des
Injektionskanals 23 dargestellt. Gleiche Bauteile weisen dabei dieselben Bezugszeichen
wie in Figur 1 auf. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird deshalb auf die dortige
Beschreibung verwiesen.
[0030] In dem in Figur 2 dargestellten Fall ist eine Nut 33 in dem Grundkörper 12 im Bereich
des Aufnahmeteils 26 vorgesehen, um den Injektionskanal 23 vom Ringkanal 29 aus mit
Druckluft zu versorgen. Der Injektionskanal 23 wird durch einen kegelmantelförmigen
Oberflächenbereich 35 der Spitze 13 und durch einen nutförmigen Oberflächenbereich
34 des Grundkörpers 12 gebildet. Die Anbringung der Nut 33 und des nutförmigen Oberflächenbereiches
34 im Grundkörper 12 kann vorteilhaft sein, wenn die Spitze 13 aus einem schwer formbaren
Werkstoff, beispielsweise Keramik, besteht. Der nutförmige Oberflächenbereich 34 wird
bei der Montage der Spitze 13 auf den Grundkörper 12 dem kegelmantelförmig ausgebildeten
Oberflächenbereich 35 zugeordnet, so dass der Injektionskanal 23 entsteht.
[0031] Alternativ kann auch bei der Ausführung nach Figur 2 wiederum vorgesehen sein, dass
der Oberflächenbereich 34 des Grundkörpers 12 ebenfalls kegelmantelförmig ausgebildet
ist, und in einem geringen Abstand zu dem kegelmantelförmigen Oberflächenbereich 35
angeordnet ist. Hierdurch ergibt sich wiederum ein ringförmiger Injektionskanal 23
der gestrichelt durch das Bezugszeichen 34' angedeutet ist. Die Nut 33 bzw. der nutförmige
Oberflächenbereich 34 am Grundkörper 12 können vorteilhafterweise durch Fräsen hergestellt
werden. Wie bei Figur 1 erwähnt, können selbstverständlich auch hier mehrere Nuten
33 bzw. nutförmige Oberflächenbereiche 34 um den Garnabzugskanal 10 herum angeordnet
werden.
1. Spindelförmiges Bauteil (11) für eine Luftdüsenspinnvorrichtung (1) mit einem Grundkörper
(12) und einer aufgesetzten Spitze (13) sowie mit einem durch Grundkörper (12) und
Spitze (13) verlaufenden Garnabzugskanal (10), der eine in der Spitze (13) angeordnete
Eintrittsöffnung (14) aufweist, wobei das spindelförmige Bauteil (11) wenigstens einen
in den Garnabzugskanal (10) mündenden Injektionskanal (23) aufweist, der in Richtung
der Eintrittsöffnung (14) des Garnabzugskanals (10) gerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Injektionskanal (23) durch einen Oberflächenbereich (24; 34)
des Grundkörpers (12) und durch einen Oberflächenbereich (25; 35) der Spitze (13)
gebildet wird.
2. Spindelförmiges Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Injektionskanal (23) durch einen kegelmantelförmig ausgebildeten Oberflächenbereich
(24; 34') des Grundkörpers (12) gebildet wird.
3. Spindelförmiges Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Injektionskanal (23) durch einen kegelmantelförmig ausgebildeten Oberflächenbereich
(25', 35) der Spitze (13) gebildet wird.
4. Spindelförmiges Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Injektionskanal (23) durch einen nutförmigen Oberflächenbereich (25) der Spitze
(13) gebildet wird.
5. Spindelförmiges Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Injektionskanal (23) durch einen nutförmigen Oberflächenbereich (34) des Grundkörpers
(12) gebildet wird.
6. Spitze (13) für ein spindelförmiges Bauteil (11) einer Luftdüsenspinnvorrichtung (1)
mit einem eine Eintrittsöffnung (14) aufweisenden Garnabzugskanal (10), dadurch gekennzeichnet, dass ein Oberflächenbereich (25; 35) an der Spitze (13) vorhanden ist, der mit einem Oberflächenbereich
(24; 34) eines Grundkörpers (12) für ein spindelförmiges Bauteil (11) beim Zusammenfügen
wenigstens einen zur Eintrittsöffnung (14) gerichteten Injektionskanal (23) bildet.
7. Grundkörper (12) für ein spindelförmiges Bauteil (11) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Oberflächenbereich (24; 34) an dem Grundkörper (12) vorhanden ist, der mit einem
Oberflächenbereich (25; 35) einer Spitze (13) für ein spindelförmiges Bauteil (11)
beim Zusammenfügen wenigstens einen Injektionskanal (23) bildet.