(19)
(11) EP 1 847 194 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.10.2007  Patentblatt  2007/43

(21) Anmeldenummer: 07007745.8

(22) Anmeldetag:  17.04.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A43D 1/02(2006.01)
A43D 1/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 19.04.2006 DE 202006006243 U

(71) Anmelder: FAGUS-GRECON GRETEN GMBH & CO. KG
31061 Alfeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Greten, Ernst
    31073 Delligsen (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Matthias et al
Jabbusch Arendt & Siekmann Patentanwälte Roscherstrasse 12
30161 Hannover
30161 Hannover (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengrössen eines Fussbekleidungsstückes, insbesondere eines Schuhs


(57) Bei einer Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengröße eines Fußbekleidungsstückes, insbesondere eines Schuhs auf Paßgenauigkeit, ist vorgesehen, daß sie zumindest eine im Zehenbereich eines in den Schuh eingeführten Fußes angeordnete Anschlageinrichtung aufweist, welche einen Anschlag dokumentierende Signalelemente hat.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengröße eines Fußbekleidungsstückes, insbesondere eines Schuhes auf Paßgenauigkeit.

[0002] Für das Wohlbefinden eines Trägers von Fußbekleidungsstücken, insbesondere von Schuhen oder Stiefeln, ist es notwendig, daß die Fußbekleidungsstücke an seine Fußgröße angepaßt sind. Neben der Fußweite kommt dabei insbesondere die Fußlänge in Betracht.

[0003] Häufig werden Fußbekleidungsstücke, insbesondere Schuhe, getragen, deren Länge nicht optimal an die Länge des Fußes angepaßt ist. Insbesondere bei Kindern kommt es dabei aufgrund des Wachstums vor, daß Schuhe getragen werden, die zu klein sind. Bei erwachsenen Personen werden häufig falsche Schuhe dann getragen, wenn immer Schuhe nach der gleichen Konfektionsgröße gekauft werden, diese aufgrund verschiedener Hersteller und bei diesen auftretenden Toleranzen aber verschieden groß ausfallen.

[0004] Insbesondere für Kinder ist es daher notwendig, die richtige Angepaßtheit der getragenen Schuhe an die Länge der Füße regelmäßig zu kontrollieren. Dies erfolgt meistens durch Befragen des Kindes, dieses kann aber manchmal nicht objektiv Auskunft geben. Das Aufzeichnen von Füßen auf ein Blatt Papier zeigt die Füße im statischen Zustand. Auf das tatsächliche Verhalten des Fußes innerhalb eines Fußes beim Gehen, also im dynamischen Zustand, kann nur schwer rückgeschlossen werden. Im Ergebnis tragen viele Menschen daher Schuhe mit nicht passenden Schuhgrößen.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, mit der objektiv und auf einfache Weise festgestellt werden kann, ob das getragene Fußbekleidungsstück die richtige Größe hat.

[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Vorrichtung eine im Zehenbereich eines in den Schuh eingeführten Fußes angeordnete Anschlageinrichtung aufweist, welche einen Anschlag dokumentierende Signalelemente hat.

[0007] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird dem Zehenbereich eines in den Schuh eingeführten Fußes eine Anschlageinrichtung zugeordnet, die also im dynamischen Zustand des Fußes zur Längenkontrolle eingesetzt wird. Somit wird der Fuß während seines tatsächlichen Angeordnetseins im Schuh überprüft. Das Überprüfen erfolgt durch die vorgesehene Anschlageinrichtung, welche Signalelemente aufweist. Schlägt der Fuß an der Anschlageinrichtung an, wird dieser Anschlag durch Signalelemente dokumentiert. Die Anschlageinrichtung kann nun so im Zehenbereich angeordnet werden, daß ein Anschlag dann auftritt, wenn die Größe des Schuhs nicht mehr optimal auf die Länge des Fußes abgestellt ist.

[0008] Nach einer ersten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anschlageinrichtung im Schuh oder in einem Strumpf befestigbar ist. Die Anschlageinrichtung kann beispielsweise in einen Schuh eingelegt sein und von Zeit zu Zeit aus dem Schuh herausgenommen werden, um zu prüfen, ob an dieser die freien Enden der Zehen angeschlagen haben. In entsprechender Weise kann eine Anordnung in einem Strumpf erfolgen, wobei dann beispielsweise ein stärkeres Anschlagen von Zehen an der Anschlageinrichtung dokumentierbar ist.

[0009] Nach einer Alternative der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anschlageinrichtung an einem oder mehreren Zehen befestigt ist. Diese Befestigungsart ist insbesondere dazu geeignet, ein einmaliges Überprüfen der richtigen Schuhgröße vorzunehmen. Dieses einmalige Überprüfen kann beispielsweise in Schuhgeschäften, insbesondere Kinderschuhgeschäften, oder auch zu Hause erfolgen. Die Anschlageinrichtung kann dabei zum Beispiel an wenigstens einem Zeh festgeklebt werden, vorzugsweise ist die Anschlageinrichtung dabei selbstklebend.

[0010] Zur konstruktiven Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor, daß die Anschlageinrichtung nach Art eines Heftpflasters ausgebildet ist, wobei das Heftpflaster einen Mullbereich hat, welchem die Signalelemente zugeordnet sind. Der Mullbereich ist ein beispielsweise wattierter Bereich zwischen Abschnitten, die lediglich dem Festkleben der Anschlageinrichtung an dem Zeh dienen. Die Signalelemente sind innerhalb des Mullbereiches angeordnet, daher wird der Mullbereich in dem Abschnitt des Zehs gebracht, welcher an der Innenseite des Schuhs anstoßen würde. Die selbstklebende Anschlageinrichtung wird somit um den Zeh herum geklebt.

[0011] Dem Mullbereich kann auf seiner Außenseite ein festes Abdeckelement zugeordnet sein. Dieses bewirkt bei einem Anstoßen an der Innenwand des Schuhs ein definiertes Auslösen der Anschlageinrichtung. Der durch das Abdeckelement herausgebildete Druckpunkt kann relativ weit oben im Bereich des Fußnagels angeordnet sein. Das feste Abdeckelement ist beispielsweise winkelartig ausgebildet und mit einem Winkelschenkel auf dem Fußnagel befestigt. Der andere Winkelschenkel ist dann vor dem vorderen Ende des Zehs angeordnet.

[0012] Der Mullbereich kann beispielsweise aus einem plastisch verformbaren Material ausgebildet sein. Stößt der Zeh an der Innenseite des Schuhs an, tritt eine Verformung des Mullbereiches auf. Ist diese Verformung plastisch, so bleibt sie auch dann erhalten, wenn der Fuß wieder aus dem Schuh herausgezogen wird. Die Druckstellen sind an der Anschlageinrichtung erkennbar.

[0013] Alternativ kann vorgesehen sein, daß in dem Mullbereich Markierungskörper als Signalelemente eingesetzt sind, welche sich bei einer Druckbelastung bleibend verändern. Die Markierungskörper führen bei einer Druckbelastung zu einer bleibenden Markierung des Mullbereiches. Werden auf mehreren Zehen voneinander unabhängig erfindungsgemäße Vorrichtungen angeordnet, können auch einzelne Zehen hinsichtlich eines Anstoßens an der Innenseite des Schuhes markiert werden. Die Markierungskörper enthalten beispielsweise Farbpartikel, welche bei einer Druckbelastung ausgeschüttet werden. Dieses Ausschütten ist nicht reversibel, wenn der Fuß aus dem Schuh herausgezogen wird. Der Mullbereich einer pflasterartigen Anschlageinrichtung kann zum Beispiel vollständig durchgefärbt sein.

[0014] Bei einer Durchfärbung des Mullbereiches kann durch geeignete Ausgestaltung der dem Zeh zugekehrten Rückseite des Mullbereiches verhindert werden, daß eine Färbung des Zehs eintritt. Im Mullbereich kann dabei Lackmuspapier als Indikator eingesetzt werden, das einen gut erkennbaren Farbumschlag in kräftigen Farben aufweist. Die Farbpartikel können in Form von Farbkapseln, Mikroverkapselungen vorliegen. Ausgeschüttete Farbe kann beispielsweise durch ein saugfähiges Papier aufgenommen werden.

[0015] Insbesondere bei einem Einsatz von Lackmuspapier können in Mikroverkapselungen auch saure oder basische Stoffe enthalten sein. Treten diese Stoffe, z.B. eine Säure aus, führt auch dies zur Umfärbung des Lackmuspapiers.

[0016] Neben einer Verwendung von Markierungskörper sieht eine Alternative der Erfindung vor, daß die Anschlagrichtung zumindest einen elektrischen Schalter umfaßt. Ein elektrischer Schalter kann bei Anstoßen der Zehen an den Innenwänden des Schuhs geschlossen werden. Ein dadurch hergestellter Stromfluß kann Signalelemente ansteuern. Entsprechende Signalelemente können der Anschlagseinrichtung selbst zugeordnet sein, beispielsweise als Speicher im Schuh oder am Körper für die Aufnahme erfolgter Schaltvorgänge. Es ist aber auch möglich, daß die Signalelemente von der Anschlageinrichtung entfernt angeordnet sind und mit dieser über eine Funkverbindung verknüpft sind. Diese Funkverbindung ist vorzugsweise drahtlos ausgebildet, sie zeigt an, wann der Schalter geschlossen ist. Auf diese Weise können Anschläge der Zehen an den Innenseiten der Schuhe in Echtzeit festgestellt werden, beispielsweise dann, wenn der Schuhträger eine Treppe hinauf- oder hinuntergeht. Übertragende Signale können aufgezeichnet werden, beispielsweise in Form eines Zeit-Druck-Diagramms. Auf diese Weise wird durch die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht nur das einmalige Anstoßen des Zehs an den Innenwänden des Schuhs angezeigt, also ein Umschlagen in irreversibler Weise, sondern es erfolgt eine Kontrolle in Echtzeit mit Hinweisen auf den tatsächlichen Druckzustand. Verschiedene Tragezustände eines Schuhs sind überprüfbar, neben dem bereits genannten Treppenlaufen auch das Springen, Gehen oder Abbremsen.

[0017] Zur weiteren Ausbildung der Erfindung ist schließlich vorgesehen, daß der Mullbereich eine Bauhöhe von etwa 5 mm bis 10 mm aufweisen kann. Mit dieser Bauhöhe kann noch ein Abstand zwischen dem Zeh und einer Innenseite eines Schuhs simuliert werden. Somit ist der möglicherweise gewünschte Abstand zwischen den Zehen und der Innenseite des Schuhs berücksichtigbar.

[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1:
eine Teilschnittansicht eines in einem Schuh befindlichen Fußes,
Fig. 2:
eine weitere Teilschnittansicht des im Schuh befindlichen Fußes gemäß Fig. 1 und
Fig. 3:
eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengröße eines Fußbekleidungsstückes.


[0019] Der in Fig. 1 gezeigte Fuß 1 ist in einen teilweise dargestellten Schuh 2 eingesteckt. Die Zehen 3 des Fußes 1 stehen in den vorderen Fußraum des Schuhs 2 vor, ohne an der Innenseite des Schuhs 2 anzustoßen.

[0020] Jeder Zeh 3 ist mit einer Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengröße eines Fußbekleidungsstückes, wie in Fig. 3 gezeigt, ausgerüstet. Die Vorrichtung weist eine Anschlageinrichtung 4 auf, welche einen Mullbereich 5 hat. Die Anschlageinrichtung 4 ist wie ein Heftpflaster ausgebildet, das auf seiner in Fig. 3 gezeigten, dem Mullbereich 5 abgewandten Seite mit einer Selbstklebeschicht 6 belegt ist.

[0021] Fig. 2 zeigt, daß die Anschlageinrichtung 4 derart um den Zeh 3 herumgeklebt ist, daß der Mullbereich 5 in einem Raumbereich vor dem Zeh 3 angeordnet ist. Die Abschnitte des Zehs 3, die diesem Raumbereich zugekehrt sind, würden bei einem zu kleinen Schuh 2 an der Innenseite des Schuhs 2 anstoßen. In Fig. 2 findet kein Anstoßen statt, zwischen dem Mullbereich 5 und der Innenseite des Schuhs 2 ist noch ein Abstand ausgebildet.

[0022] Ist dieser Abstand nicht mehr gegeben und findet ein Anschlagen des Mullbereiches 5 an der Innenseite des Schuhs statt, werden im Mullbereich 5 enthaltene Markierungskörper gestaucht und gequetscht. Diese Markierungskörper enthalten Farbpartikel, welche bei diesem Stauchen und Quetschen ausgeschüttet werden. Wird der Fuß 1 wieder aus dem Schuh herausgenommen, ist dieses Farbausschütten deutlich zu erkennen, so daß für jeden einzelnen Zeh 3 festgestellt werden kann, ob der Schuh 2 zu klein ist oder ob der Schuh 2 passend ausgebildet ist.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Überprüfen der gewählten Längengröße eines Fußbekleidungsstückes, insbesondere eines Schuhs auf Paßgenauigkeit,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zumindest eine im Zehenbereich eines in den Schuh (2) eingeführten Fußes (1) angeordnete Anschlageinrichtung (4) aufweist, welche einen Anschlag dokumentierende Signalelemente hat.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlageinrichtung (4) im Schuh (2) oder in einem Strumpf befestigbar ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlageinrichtung (4) an einem oder mehreren Zehen (3) befestigbar ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlageinrichtung (4) selbstklebend ist.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlageinrichtung (4) nach Art eines Heftpflasters ausgebildet ist, wobei das Heftpflaster einen Mullbereich (5) hat, welchem die Signalelemente zugeordnet sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Mullbereich (5) auf seiner Außenseite ein festes Abdeckelement hat.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Mullbereich (5) aus einem plastisch verformbaren Material ausgebildet ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Mullbereich (5) Markierungskörper als Signalelemente eingesetzt sind, welche sich bei einer Druckbelastung bleibend verändern.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierungskörper Farbpartikel enthalten, welche bei Druckbelastung ausgeschüttet werden.
 
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierungskörper Mikroverkapselungen sind, welche Säure oder basische Stoffe enthalten.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlageinrichtung (4) zumindest einen elektrischen Schalter umfaßt.
 
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalelemente in der Nähe der Anschlageinrichtung (4) angeordnet sind und mit dieser über eine Kabelverbindung verknüpft sind.
 
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalelemente von der Anschlageinrichtung (4) entfernt angeordnet sind und mit dieser über eine Funkverbindung verknüpft sind.
 
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Mullbereich (5) eine Bauhöhe von etwa 5 mm bis 10 mm hat.
 




Zeichnung







Recherchenbericht