[0001] Die Erfindung betrifft eine Sitzvorrichtung mit einem Gestell und einem Sitz, der
auf dem Gestell in einer Führung zwischen einer hinteren Ausgangsstellung und einer
vorderen Endstellung in der Neigung verlagerbar ist, wobei die Führung aus in parallelen
Führungswangen des Gestells gebildeten Führungskulissen für am Sitz vorgesehene Führungsansätze
besteht und die Führungskulissen zum Einstellten der Neigung des Sitzes sowohl einen
im wesentlichen horizontal verlaufenden ersten Abschnitt und einen eine Ausnehmung
in den Führungswangen aufweisenden zweiten Abschnitt, der im wesentlichen gegenüber
dem horizontal verlaufenden ersten Abschnitt in seiner Längserstreckung geneigt verläuft.
[0002] Um beim Sitzen eine vorteilhafte Sitzlage zur Entlastung der Wirbelsäule durch ein
Vorkippen des Beckens zu erreichen, wurde bereits ein Stuhl mit einem Gestell vorgeschlagen,
dessen Sitz zwischen einer hinteren Ausgangsstellung und einer vorderen Endstellung
verschwenkt werden kann (
AT 004 154 U1). Hiefür weist das Gestell Führungen auf, die von parallelen Führungswangen des Gestells
gebildet werden. Führungsansätze des Sitzes greifen in diese Führung ein, so daß je
nach Verlauf der Führung der Sitz in seiner Neigung zu verstellen ist. Von Nachteil
dieser Sitzvorrichtung gemäß der
AT 004 154 U1 ist, die aufwendige Montage des Sitzes, weil dessen Führungsansätze erst in Montagelage
zur Führungskulisse der Führung befestigt werden können. Derartige Sitzvorrichtungen
sind daher vergleichsweise kostenintensiv in der Fertigung. Außerdem können solche
Sitzvorrichtungen keine niedrige Sitzhöhe bieten, da die Führungswangen mit ihren
Festigkeitsvoraussetzungen eine Mindesthöhe erfordern, wodurch die niedrigste Sitzhöhe
durch den horizontalen Abschnitt der Führungskulisse vorgegeben ist. Hohe Belastungen
auf die Sitzvorrichtung erfordern daher konstruktionsbedingt eine erhöhte Mindesthöhe
des Sitzes, was derartige Sitzvorrichtungen von bestimmten Anwendungen ausschließt.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Sitzvorrichtung der eingangs geschilderten
Art auf konstruktiv einfache Weise derart zu verbessern, daß geringe Herstellungskosten
bestehen und außerdem unabhängig von der Sitzbelastung eine niedrige Sitzhöhe möglich
ist.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Ausnehmungen des ersten
und des zweiten Abschnitts je in einer Stirnseite, insbesondere der oberen Stirnseite,
der jeweils zugehörigen Führungswange ausmünden.
[0005] Indem nicht nur der zweite Abschnitt sondern auch der erste Abschnitt Ausnehmungen
in der jeweiligen Führungswange aufweisen, ist es erfindungsgemäß möglich, nahezu
unabhängig gegenüber den Festigkeitsvoraussetzungen der Führungswangen die Mindesthöhe
des Sitzes zu bestimmen, da im Gegensatz zum Stand der Technik der erste Abschnitt
in die Tiefe der jeweiligen Führungswange versetzt werden kann. Somit kann unabhängig
von der festgelegten Stuhlbelastung, welche ja über die Führungswangen abzutragen
ist, die Höhe der Sitzfläche festgelegt werden, was trotz beispielsweise hoher Führungswangen
eine niedrige Sitzhöhe erlaubt. Münden außerdem die Ausnehmungen des ersten und zweiten
Abschnitts je in einer Stirnseite der jeweils zugehörigen Führungswange aus, so können
die Führungsansätze des Sitzes in die Führungskulissen mit einfachen Handgriffen eingesetzt
werden, was eine einfache Fertigung ermöglicht. Gegenüber dem Stand der Technik können
so die Führungskulissen vor Einsetzen des Sitzes im Gestell befestigt werden und der
Sitz muß hiefür nicht in einer Montagelage gegenüber den Führungskulissen gehalten
werden, was die Montage der Sitzvorrichtung erheblich vereinfacht und somit kostengünstig
ist.
[0006] Um ein leichtgängiges Verstellen der Neigung des Sitzes zu ermöglichen, bestehen
die Führungsansätze zumindest für die im wesentlichen horizontal verlaufenden Abschnitte
der Führungskulissen aus Rollen.
[0007] Sind die Führungsansätze am Sitz der Höhe nach verstellbar gelagert, so kann ausgehend
von einer niedrigen Ausgangsstellung des Sitzes je nachdem welche Sitzhöhe verlangt
wird, die Sitzhöhe auf einfache Weise gewählt werden. Trotz niedriger Ausgangssitzhöhe
kann hiemit die Sitzvorrichtung auf alle Sitzanforderungen eingestellt werden.
[0008] In den Figuren wird der Erfindungsgegenstand beispielsweise anhand eines Ausführungsbeispiels
dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht auf die Sitzvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht nach II-II der Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine abgerissene und teilweise aufgerissene Seitenansicht der Fig. 1 mit einem in
der Höhe verstellten Sitz.
[0009] Gemäß Fig. 1 wird eine Sitzvorrichtung gezeigt, das ein Gestell 1 mit Standbeinen
2 und einer Lehne 3 mit einer Polsterung 4 aufweist. Die Sitzvorrichtung weist ebenso
einen Sitz 5 auf, wobei der Sitz 5 auf dem Gestell 1 in einer Führung zwischen einer
hinteren Ausgangsstellung und einer vorderen Endstellung in der Neigung verlagerbar
ist. Diese Führung wird aus in parallelen Führungswangen 6, 7 des Gestells 1 gebildeten
Führungskulissen 8 gebildet, die als Langsackloch ausgeführt sind. Es ist aber auch
vorstellbar, anstatt der Langsacklöcher Langlöcher zu verwenden. In diese Führungskulissen
8 greifen am Sitz 5 als Rollen 9 vorgesehene Führungsansätze ein. Anhand des Verlaufs
der Führungskulissen 8 kann somit die Neigung des Sitzes 5 eingestellt werden. Die
Führungskulissen 8 weisen einen im wesentlichen horizontal verlaufenden ersten Abschnitt
10 und einen im wesentlichen gegenüber dem ersten Abschnitt 10 in seiner Längserstreckung
geneigt verlaufenden zweiten Abschnitt 11 auf. Die beiden Abschnitte 10 und 11 werden
je von als Langsackloch ausgeführten Ausnehmungen in den Führungswangen ausgebildet,
wobei um einfache Montageverhältnisse zu schaffen, die Langsacklöcher je auf der oberen
Stirnseite 12 der jeweiligen Führungswange 6, 7 ausmünden. Es ist aber vorstellbar,
daß die Ausnehmungen auf verschiedenen Stirnseiten ausmünden. Damit kann nicht nur
eine geringe Sitzhöhe ermöglicht, sondern es können auch über die Mündung der beiden
Abschnitte 10 und 11 die Rollen 9 des Sitzes 5 in die Führungskulissen 8 einfach eingesetzt
werden.
[0010] Um einfache konstruktive Voraussetzungen für eine Höhenverstellung zu schaffen, sind
die Rollen 9 an einem Wagen 13 befestigt, wobei der Sitz 5 am Wagen 13 über einen
Montagewinkel 14 gehalten wird, was der Fig. 2 besser entnommen werden kann. Die Montagewinkel
14 sind mit dem Sitz 5 fest verbunden und weist höhenversetzte Aufnahmen auf, so daß
je nachdem welche Sitzhöhe gewünscht ist, die Befestigungsachse 16 der Rollen 9 am
Wagen 13 eingehängt werden kann. Hierfür ist zwischen der Befestigungsmutter 17 und
dem Wagen 13 ein Spiel vorgesehen, so daß der Montagewinkel 14 frei bewegt werden
kann. Gemäß Fig. 3 ist solch ein in der Sitzhöhe verstellter Sitz 5 erkennbar, in
dem in die mittlere Aufnahme 15 des Montagewinkels 14 die Befestigungsachse 16 der
Rolle 9 eingehängt ist. Somit können auch vergleichsweise hohe Sitzhöhen gewährleistet
werden, obwohl von niedrigen Ausgangshöhen eines Sitzes 5 ausgegangen wird.
[0011] Um den Sitz 5 in einer bestimmten Kipplage halten zu können, sind in den Führungswangen
6, 7 und/oder auch im Wagen 13 Rastpunkte in Form von Löchern 18 bzw. auch vorstellbar
in Form von Sachlöcher vorgesehen, in die ein Raststift 19 einrasten kann, so daß
damit der Wagen 13 am Gestell 1 fixiert gehalten werden kann.
1. Sitzvorrichtung mit einem Gestell (1) und einem Sitz (5), der auf dem Gestell (1)
in einer Führung zwischen einer hinteren Ausgangsstellung und einer vorderen Endstellung
in der Neigung verlagerbar ist, wobei die Führung aus in parallelen Führungswangen
(6, 7) des Gestells (1) gebildeten Führungskulissen (8) für am Sitz (5) vorgesehene
Führungsansätze besteht und die Führungskulissen (8) zum Einstellten der Neigung des
Sitzes (5) sowohl einen im wesentlichen horizontal verlaufenden ersten Abschnitt (10)
und einen eine Ausnehmung in den Führungswangen (6, 7) aufweisenden zweiten Abschnitt
(11), der im wesentlichen gegenüber dem horizontal verlaufenden ersten Abschnitt (10)
in seiner Längserstreckung geneigt verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen des ersten und des zweiten Abschnitts (10, 11) je in einer Stirnseite
(12), insbesondere der oberen Stirnseite, der jeweils zugehörigen Führungswange (6,
7) ausmünden.
2. Sitzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsansätze zumindest für die im wesentlichen horizontal verlaufenden Abschnitte
(10) der Führungskulissen (8) aus Rollen (9) bestehen.
3. Sitzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsansätze am Sitz (5) der Höhe nach verstellbar gelagert sind.
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