[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken
aus einem Stapel flach aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen die Falze der
Druckbogen jeweils von aussen nach innen durchsetzenden, entlang der Innenkante der
Falze verlaufenden und jeweils von innen nach aussen die Falze durchsetzenden, doppelsträngig
geführten Bindefaden durch rechtwinklig zu den Falzen gebildete Nähte aneinandergeheftet
sind, und dass den Nähten jeweils eine den Bindefaden von aussen durch einen Falz
eines Druckbogens einziehende erste Nähnadel und eine den Bindefaden von innen durch
den Falz dieses Druckbogens ausziehende zweite Nähnadel zugeordnet sind und Mittel
zum Transport des Bindefadens entlang der Innenkante des Falzes von der ersten zur
zweiten Nähnadel, auch Hakennadel bezeichnet, vorgesehen sind, wobei den jeweils eine
Naht bildenden ersten und zweiten Nähnadeln eine den Falz von der Innenkante zur Bildung
eines vorgestochenen Loches durchsetzende Vorstechnadel gegenüberliegend zugeordnet
ist.
[0003] Bei diesen Vorrichtungen zum Fadenheften werden Näh- und Vorstechnadeln verwendet,
deren Spitze jeweils aus einem kegeligen Abschnitt gebildet ist, der an einem zylindrischen
Schaft befestigt ist. Die kegelige Spitze und der nachfolgende Schaft der Nadel bilden
beim Durchstechen durch den Falz kreisrunde Löcher, durch welche nach dem Heftvorgang
ein Bindefaden verläuft, der die Druckbogen in einem Buchblock zusammen hält. Der
Rücken der gebundenen Buchblocks wird danach beleimt, um eine grössere Festigkeit
am Rücken erreichen zu können. Der Leimauftrag erfolgt bei geringem Aushang des Rückens
zwischen Pressbacken, sodass ein Druck auf die Umrisse der vom Bindefaden durchsetzten
Löcher eintritt. Dieser Druck reicht jedoch nicht aus, die vorkommenden Löcher vollkommen
zu schliessen, sodass der dem Buchblockrücken zugeführte Leim in die Löcher eindringen
und an der Innenkante eines Falzes austreten kann. Das Erscheinungsbild an den Falzinnenkanten
führt zu einer Qualitätseinbusse am Buchblock.
Es ist auch eine keilförmige Spitze einer Vorstechnadel bekannt, die zum Zweck eines
quetschbaren Loches verwendet wird. Der Einsatz dieser Vorstechnadel führte zu ausgerissenen
Ecken der sich ergebenden rechteckigen Löcher.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diese Nachteile zu verhindern.
[0005] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der zum Durchstechen eines Falzes
beanspruchte Abschnitt einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
Diese konstruktive Massnahme führt an den Druckbogen zu einer mit dem vorhandenen
Druck auf die Flachseite der Druckbogen, insbesondere auf die Falze wirksameren Deformation
der vorgestochenen Löcher im Falz, da die mehreckige Form sich leichter und flach
zusammendrücken lässt, sodass an den Löchern ein grösserer Abdichteffekt entstehen
kann, durch den sich der Leimdurchsatz durch die Falze weitgehend verhindern lässt.
Dabei ist es wichtig, dass die Vorstechnadeln nach dem Durchstechen ein Loch mit mehreckiger
Form hinterlassen.
[0006] Vorteilhaft erweist sich die Vorrichtung, wenn eine an dem vorderen Ende einer Nadel
angeordnete Spitze wenigstens an dem in Durchstechrichtung hinteren Ende eine mehreckige
Querschnittsform aufweist.
[0007] Alternativ kann die Spitze einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweisen,
beispielsweise mit drei oder mehr Ecken.
[0008] Vorzugsweise besitzen wenigstens die Vorstechnadeln eine mehreckige Querschnittsform.
[0009] Zweckmässig weist die Querschnittsform wenigstens drei Ecken auf, damit die angestrebte
Wirkung eintritt.
[0010] Die Querschnittsform kann auch sternfömig sein.
[0011] Anschliessend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die bezüglich
aller in der Beschreibung nicht erwähnten Einzelheiten verwiesen wird, anhand mehrerer
Ausführungsbeispiele erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorstechnadel zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der in Fig. 1 dargestellten Vorstechnadel gemäss Pfeilrichtung
F,
- Fig. 3
- eine vergrösserte Darstellung von Detail X in Fig. 1,
- Fig. 4
- eine alternative erfindungsgemässe Nadel,
- Fig. 5
- einen Schnitt gemäss Linie V - V durch die Nadelspitze der in Fig. 4 dargestellten
Nadel,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht gemäss Pfeilrichtung P der in Fig. 4 dargestellten Nadel,
- Fig. 7
- eine weitere alternative erfindungsgemässe Nadel,
- Fig. 8
- einen Schnitt gemäss Linie VIII - VIII durch die Nadelspitze der in Fig. 7 dargestellten
Nadel,
- Fig. 9
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Nadel und
- Fig. 10
- einen Schnitt gemäss Linie X - X durch die Nadelspitze der in Fig. 9 gezeigten Nadel.
[0012] Die Fig. 1 bis 3 veranschaulichen eine Vorstechnadel 1 einer Vorrichtung zur Herstellung
von fadengehefteten Buchblöcken wie eingangs beschrieben, wobei auch die den Bindefaden
führenden Nähnadeln nach den erfindungsgemässen konstruktiven Vorschlägen ausgebildet
resp. erfasst sein könnten.
Die Vorstechnadel 1 besteht im Wesentlichen aus einer Nadelspitze 2 an die ein Nadelschaft
3 anschliesst. Der Nadelschaft 3 dient der Einspannung der Nadel resp. der Vorstechnadel
1 an einem Ende, wogegen die Nadelspitze 2 am anderen, dem vorderen Ende der Vorstechnadel
1 dem Vorstechen von Löchern durch die Falzinnenkante von Druckbogen dient. Der zylinderisch
ausgebildete Nadelschaft 3 verläuft zur Nadelspitze 2 hin sich leicht verjüngend konisch,
zumindest auf einer Länge, die der Bewegung der Nadel beim Durchstechen des Falzes
entspricht, damit die Nadeln ohne ein Anhängen an den Rändern der gestochenen Löchern
resp. den Druckbogen zurückgezogen werden kann. Die Konizität des sog. Vorstechschaftes
4 kann ausgehend von dem Nadelschaftquerschnitt resp. -durchmesser für die Länge ersterens
bestimmend sein. Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Vorstechnadel 1 weist eine pyramidenförmige
Nadelspitze 2 auf, deren freies Ende sich auf der Längsmittelachse 5 der Nadel befindet.
Diese fluchtende Anordnung zwischen Nadelspitze 2 und Längsmittelachse 5 der Nadel
ist zum Erfolg nicht zwingend notwendig.
[0013] Die weiteren Fig. 4 bis 10 zeigen alternative Ausführungsformen einer Nadelspitze
2 für Näh- oder Vorstechnadeln.
[0014] Die Nadelspitze 2 der Vorstechnadel 1 gemäss den Fig. 4 bis 6 weist eine Pyramidenform
mit drei regelmässig verteilt angeordneten Mantelflächen 6 auf. Diese bilden im Uebergangsbereich
zum Nadelschaft 4 mit diesem eine gekrümmte Durchdringungslinie.
[0015] Aehnlich zeigen sich die geometrischen Verhältnisse auch bei einer pyramidischen
Nadelspitze 2 mit fünf Mantelflächen 6 gemäss den Fig. 7 und 8.
[0016] Die Nadelspitze 2 einer Vorstechnadel 1 gemäss den Fig. 9 und 10 besitzt einen sternförmigen
Querschnitt, bei dem die keiligen Mantelflächen 6 sternförmig angeordnet sind.
1. Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken aus einem Stapel flach
aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen die Falze der Druckbogen jeweils von
aussen nach innen durchsetzenden, entlang der Innenkante der Falze verlaufenden und
jeweils von innen nach aussen die Falze durchsetzenden, doppelsträngig geführten Bindefaden
durch rechtwinklig zu den Falzen gebildete Nähte aneinandergeheftet sind, und dass
den Nähten jeweils eine den Bindefaden von aussen durch einen Falz eines Druckbogens
einziehende erste Nähnadel und eine den Bindefaden von innen durch den Falz dieses
Druckbogens ausziehende zweite Nähnadel zugeordnet sind und Mittel zum Transport des
Bindefadens entlang der Innenkante des Falzes von der ersten zur zweiten Nähnadel
vorgesehen sind, wobei den jeweils eine Naht bildenden ersten und zweiten Nähnadeln
eine den Falz von der Innenkante zur Bildung eines vorgestochenen Loches durchsetzende
Vorstechnadel (1) gegenüberliegend zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Durchstechen eines Falzes beanspruchte Abschnitt einer Nadel eine mehreckige
Querschnittsform aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine an dem vorderen Ende einer Nadel angeordnete Spitze (2) wenigstens an dem in
Durchstechrichtung hinteren Ende eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze (2) einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Vorstechnadeln (1) eine mehreckige Querschnittsform aufweisen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform wenigstens drei Ecken aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform etwa sternförmig ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich das freie Ende der Nadel auf einer Längsmittelachse (5) der Nadel befindet.
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