(19)
(11) EP 1 847 402 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.10.2007  Patentblatt  2007/43

(21) Anmeldenummer: 06405170.9

(22) Anmeldetag:  20.04.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B42B 2/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Müller Martini Holding AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Franz, Mezger
    97922 Lauda-Königshofen (DE)
  • Holger, Arendt
    97950 Grossrinderfeld-Gerchsheim (DE)

   


(54) Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken


(57) Eine Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken aus einem Stapel flach aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen die Falze der Druckbogen mehrfach doppelsträngig geführten Bindefaden rechtwinklig zu den Falzen gebildete Nähte aneinandergeheftet sind, besteht aus einer den Bindefaden einziehenden ersten Nähnadel und einer den Bindefaden von innen durch den Falz ausziehenden zweiten Nähnadel, wobei den jeweils eine Naht bildenden ersten und zweiten Nähnadeln eine den Falz von der Innenkante zur Bildung eines vorgestochenen Loches durchsetzende Vorstechnadel (1) gegenüberliegend zugeordnet ist und der zum Durchstechen eines Falzes beanspruchte Abschnitt einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.







Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken aus einem Stapel flach aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen die Falze der Druckbogen jeweils von aussen nach innen durchsetzenden, entlang der Innenkante der Falze verlaufenden und jeweils von innen nach aussen die Falze durchsetzenden, doppelsträngig geführten Bindefaden durch rechtwinklig zu den Falzen gebildete Nähte aneinandergeheftet sind, und dass den Nähten jeweils eine den Bindefaden von aussen durch einen Falz eines Druckbogens einziehende erste Nähnadel und eine den Bindefaden von innen durch den Falz dieses Druckbogens ausziehende zweite Nähnadel zugeordnet sind und Mittel zum Transport des Bindefadens entlang der Innenkante des Falzes von der ersten zur zweiten Nähnadel, auch Hakennadel bezeichnet, vorgesehen sind, wobei den jeweils eine Naht bildenden ersten und zweiten Nähnadeln eine den Falz von der Innenkante zur Bildung eines vorgestochenen Loches durchsetzende Vorstechnadel gegenüberliegend zugeordnet ist.

[0002] Ausführungen einer Vorrichtung nach der eingangs beschriebenen Art vermitteln u.a. das Buch "Polygraphische Technik" vom VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1978, 1. Auflage, die EP 0 295 220 A und die EP 0 832 758 A2.

[0003] Bei diesen Vorrichtungen zum Fadenheften werden Näh- und Vorstechnadeln verwendet, deren Spitze jeweils aus einem kegeligen Abschnitt gebildet ist, der an einem zylindrischen Schaft befestigt ist. Die kegelige Spitze und der nachfolgende Schaft der Nadel bilden beim Durchstechen durch den Falz kreisrunde Löcher, durch welche nach dem Heftvorgang ein Bindefaden verläuft, der die Druckbogen in einem Buchblock zusammen hält. Der Rücken der gebundenen Buchblocks wird danach beleimt, um eine grössere Festigkeit am Rücken erreichen zu können. Der Leimauftrag erfolgt bei geringem Aushang des Rückens zwischen Pressbacken, sodass ein Druck auf die Umrisse der vom Bindefaden durchsetzten Löcher eintritt. Dieser Druck reicht jedoch nicht aus, die vorkommenden Löcher vollkommen zu schliessen, sodass der dem Buchblockrücken zugeführte Leim in die Löcher eindringen und an der Innenkante eines Falzes austreten kann. Das Erscheinungsbild an den Falzinnenkanten führt zu einer Qualitätseinbusse am Buchblock.
Es ist auch eine keilförmige Spitze einer Vorstechnadel bekannt, die zum Zweck eines quetschbaren Loches verwendet wird. Der Einsatz dieser Vorstechnadel führte zu ausgerissenen Ecken der sich ergebenden rechteckigen Löcher.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, diese Nachteile zu verhindern.

[0005] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass der zum Durchstechen eines Falzes beanspruchte Abschnitt einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
Diese konstruktive Massnahme führt an den Druckbogen zu einer mit dem vorhandenen Druck auf die Flachseite der Druckbogen, insbesondere auf die Falze wirksameren Deformation der vorgestochenen Löcher im Falz, da die mehreckige Form sich leichter und flach zusammendrücken lässt, sodass an den Löchern ein grösserer Abdichteffekt entstehen kann, durch den sich der Leimdurchsatz durch die Falze weitgehend verhindern lässt. Dabei ist es wichtig, dass die Vorstechnadeln nach dem Durchstechen ein Loch mit mehreckiger Form hinterlassen.

[0006] Vorteilhaft erweist sich die Vorrichtung, wenn eine an dem vorderen Ende einer Nadel angeordnete Spitze wenigstens an dem in Durchstechrichtung hinteren Ende eine mehreckige Querschnittsform aufweist.

[0007] Alternativ kann die Spitze einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweisen, beispielsweise mit drei oder mehr Ecken.

[0008] Vorzugsweise besitzen wenigstens die Vorstechnadeln eine mehreckige Querschnittsform.

[0009] Zweckmässig weist die Querschnittsform wenigstens drei Ecken auf, damit die angestrebte Wirkung eintritt.

[0010] Die Querschnittsform kann auch sternfömig sein.

[0011] Anschliessend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die bezüglich aller in der Beschreibung nicht erwähnten Einzelheiten verwiesen wird, anhand mehrerer Ausführungsbeispiele erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1
eine Vorstechnadel zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken,
Fig. 2
eine Seitenansicht der in Fig. 1 dargestellten Vorstechnadel gemäss Pfeilrichtung F,
Fig. 3
eine vergrösserte Darstellung von Detail X in Fig. 1,
Fig. 4
eine alternative erfindungsgemässe Nadel,
Fig. 5
einen Schnitt gemäss Linie V - V durch die Nadelspitze der in Fig. 4 dargestellten Nadel,
Fig. 6
eine Seitenansicht gemäss Pfeilrichtung P der in Fig. 4 dargestellten Nadel,
Fig. 7
eine weitere alternative erfindungsgemässe Nadel,
Fig. 8
einen Schnitt gemäss Linie VIII - VIII durch die Nadelspitze der in Fig. 7 dargestellten Nadel,
Fig. 9
eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Nadel und
Fig. 10
einen Schnitt gemäss Linie X - X durch die Nadelspitze der in Fig. 9 gezeigten Nadel.


[0012] Die Fig. 1 bis 3 veranschaulichen eine Vorstechnadel 1 einer Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken wie eingangs beschrieben, wobei auch die den Bindefaden führenden Nähnadeln nach den erfindungsgemässen konstruktiven Vorschlägen ausgebildet resp. erfasst sein könnten.
Die Vorstechnadel 1 besteht im Wesentlichen aus einer Nadelspitze 2 an die ein Nadelschaft 3 anschliesst. Der Nadelschaft 3 dient der Einspannung der Nadel resp. der Vorstechnadel 1 an einem Ende, wogegen die Nadelspitze 2 am anderen, dem vorderen Ende der Vorstechnadel 1 dem Vorstechen von Löchern durch die Falzinnenkante von Druckbogen dient. Der zylinderisch ausgebildete Nadelschaft 3 verläuft zur Nadelspitze 2 hin sich leicht verjüngend konisch, zumindest auf einer Länge, die der Bewegung der Nadel beim Durchstechen des Falzes entspricht, damit die Nadeln ohne ein Anhängen an den Rändern der gestochenen Löchern resp. den Druckbogen zurückgezogen werden kann. Die Konizität des sog. Vorstechschaftes 4 kann ausgehend von dem Nadelschaftquerschnitt resp. -durchmesser für die Länge ersterens bestimmend sein. Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Vorstechnadel 1 weist eine pyramidenförmige Nadelspitze 2 auf, deren freies Ende sich auf der Längsmittelachse 5 der Nadel befindet. Diese fluchtende Anordnung zwischen Nadelspitze 2 und Längsmittelachse 5 der Nadel ist zum Erfolg nicht zwingend notwendig.

[0013] Die weiteren Fig. 4 bis 10 zeigen alternative Ausführungsformen einer Nadelspitze 2 für Näh- oder Vorstechnadeln.

[0014] Die Nadelspitze 2 der Vorstechnadel 1 gemäss den Fig. 4 bis 6 weist eine Pyramidenform mit drei regelmässig verteilt angeordneten Mantelflächen 6 auf. Diese bilden im Uebergangsbereich zum Nadelschaft 4 mit diesem eine gekrümmte Durchdringungslinie.

[0015] Aehnlich zeigen sich die geometrischen Verhältnisse auch bei einer pyramidischen Nadelspitze 2 mit fünf Mantelflächen 6 gemäss den Fig. 7 und 8.

[0016] Die Nadelspitze 2 einer Vorstechnadel 1 gemäss den Fig. 9 und 10 besitzt einen sternförmigen Querschnitt, bei dem die keiligen Mantelflächen 6 sternförmig angeordnet sind.


Ansprüche

1. Vorrichtung zur Herstellung von fadengehefteten Buchblöcken aus einem Stapel flach aneinandergereihter Druckbogen, die durch einen die Falze der Druckbogen jeweils von aussen nach innen durchsetzenden, entlang der Innenkante der Falze verlaufenden und jeweils von innen nach aussen die Falze durchsetzenden, doppelsträngig geführten Bindefaden durch rechtwinklig zu den Falzen gebildete Nähte aneinandergeheftet sind, und dass den Nähten jeweils eine den Bindefaden von aussen durch einen Falz eines Druckbogens einziehende erste Nähnadel und eine den Bindefaden von innen durch den Falz dieses Druckbogens ausziehende zweite Nähnadel zugeordnet sind und Mittel zum Transport des Bindefadens entlang der Innenkante des Falzes von der ersten zur zweiten Nähnadel vorgesehen sind, wobei den jeweils eine Naht bildenden ersten und zweiten Nähnadeln eine den Falz von der Innenkante zur Bildung eines vorgestochenen Loches durchsetzende Vorstechnadel (1) gegenüberliegend zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zum Durchstechen eines Falzes beanspruchte Abschnitt einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine an dem vorderen Ende einer Nadel angeordnete Spitze (2) wenigstens an dem in Durchstechrichtung hinteren Ende eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze (2) einer Nadel eine mehreckige Querschnittsform aufweist.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Vorstechnadeln (1) eine mehreckige Querschnittsform aufweisen.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform wenigstens drei Ecken aufweist.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsform etwa sternförmig ausgebildet ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich das freie Ende der Nadel auf einer Längsmittelachse (5) der Nadel befindet.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur