[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Transportband, das bei der Herstellung von
Bahnmaterial, wie z.B. Papier oder Karton, dazu eingesetzt wird, das Bahnmaterial
bzw. das Ausgangsmaterial dafür durch verschiedene Bearbeitungsstationen, wie z.B.
Presssektionen, hindurchzuführen.
[0002] Ein derartiges Transportband ist beispielsweise aus der
EP 1 069 235 B1 bekannt. Bei diesem Transportband sind in das Aufbaumaterial desselben in einem der
bahnmaterialseitigen Oberfläche nahen Bereich Hohlräume mit einer Größe von bis zu
2µm gebildet. Diese Hohlräume beeinflussen mit dem durch diese bereitgestellten Volumen
und der dadurch geschaffenen Möglichkeit, aus dem Bahnmaterial herausgepresste Flüssigkeit
aufnehmen zu können, das Loslöseverhalten (Release) eines derartigen Transportbandes
von dem gefertigten Bahnmaterial. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einerseits zwischen
dem vorantransportierten Bahnmaterial und dem Transportband eine ausreichende Haftung
bestehen soll, andererseits soll jedoch dort, wo das Bahnmaterial in eine andere Arbeitsstation
übergeben wird und somit das dieses zuvor transportierende Transportband vom Bahnmaterial
abgelöst wird, dieses Ablösen ohne Beeinträchtigung oder Beschädigung des gefertigten
Bahnmaterials auch bei sehr hoher Transportgeschwindigkeit erfolgen. Ein dabei zwischen
dem Bahnmaterial und dem Transportband gebildeter sehr dünner, homogener Flüssigkeitsfilm
führt zu einem ungewünschten Anhafteffekt, der durch das Bereitstellen der Hohlräume
mit ihrem Flüssigkeitsaufnahmevolumen und die durch diese Hohlräume auch generierte
Unterbrechung der Oberfläche des Transportbandes gemindert werden kann.
[0003] Bei dem aus der
EP 1 069 235 B1 bekannten Transportband werden diese Hohlräume dadurch gebildet, dass bei der Herstellung
des Transportbandes in das Aufbaumaterial desselben in einem der bahnmaterialseitigen
Oberfläche nahen Bereich Salzpartikel eingestreut werden. Diejenigen Salzpartikel,
die nicht vollständig von dem Aufbaumaterial umgeben sind, sondern bereichsweise zur
Oberfläche frei liegen, werden bei einem weiteren Bearbeitungsprozess im Zuge der
Herstellung eines solchen Transportbandes mit Wasser herausgewaschen, so dass lediglich
die zuvor durch diese Salzpartikel eingenommenen Volumina als Hohlräume bestehen bleiben
und mithin eine porige Struktur bilden.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Transportband zur Herstellung
von Bahnmaterial, insbesondere Papier oder Karton, bereitzustellen, mit welchem über
die Betriebslebensdauer desselben hinweg während des Transportbetriebs eine gleich
bleibende Oberflächencharakteristik und somit ein gleich bleibendes Loslöseverhalten
von dem zu transportierenden Bahnmaterial sichergestellt werden kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Transportband zur Herstellung
von Bahnmaterial, insbesondere Papier oder Karton, umfassend einen Bandkörper mit
einer an einer Bahnmaterialseite oder/und einer Maschinenseite durch Aufbaumaterial
überdeckten Verstärkungsstruktur, wobei in das Aufbaumaterial wenigstens im Bereich
einer bahnmaterialseitigen Oberfläche oder/und im Bereich einer maschinenseitigen
Oberfläche Partikel eingebettet sind, wobei wenigstens ein Teil der Partikel zur bahnmaterialseitigen
Oberfläche frei liegt oder/und wenigstens ein Teil der Partikel zur maschinenseitigen
Oberfläche frei liegt und wobei die zur bahnmaterialseitigen Oberfläche frei liegenden
Partikel oder/und die zur maschinenseitigen Oberfläche frei liegenden Partikel im
Transportbetrieb sich über die Betriebslebensdauer des Transportbandes hinweg wenigstens
zum Teil auflösen.
[0006] Auch bei dem erfindungsgemäßen Transportband wird durch Einlagern von Partikelmaterial
in das Aufbaumaterial des Transportbandes dafür gesorgt, dass in oberflächennahen
Bereichen bzw. an einer jeweiligen Oberfläche des Transportbandes unterschiedliche
Oberflächencharakteristiken generiert wird, primär dadurch begründet, dass das Aufbaumaterial
des Bandkörpers sich von dem Partikelmaterial unterscheiden wird. Bereits diese "Störungen"
in der Oberfläche beeinflussen das Loslöseverhalten positiv, da damit ganz allgemein
Oberflächenbereiche verschiedener Oberflächenenergie bereitgestellt werden.
[0007] Ein weiteres elementares Charakteristikum der bei dem erfindungsgemäßen Transportband
eingebetteten Partikel ist, dass diese im Transportbetrieb über die Betriebslebensdauer
hinweg sich auflösen. Im Allgemeinen werden derartige Transportbänder, selbstverständlich
je nach Beanspruchung und je nach Aufbauart, etwa über einen Zeitraum von vier bis
sechs Monaten eingesetzt. Über diesen Zeitraum hinweg werden diejenigen Partikel,
die zur Oberfläche des Transportbandes frei liegen, zumindest teilweise aufgelöst.
Somit bilden diese Partikel nicht nur Bereiche anderer Oberflächenenergie, welche
an sich bereits das Loslöseverhalten positiv beeinflussen, sondern stellen auch sicher,
dass die im Betrieb im Allgemeinen abnehmende Oberflächenrauigkeit des Transportbandes
durch das zunehmende Herauswaschen von Partikelmaterial und somit das kontinuierliche
Bilden von Einsenkungen dort, wo zur Oberfläche frei liegende Partikel vorhanden sind,
kompensiert wird. Da bei dem erfindungsgemäßen Transportband dieses Herauslösen von
Partikelmaterial sehr langsam vonstatten geht, also sich über die Betriebslebensdauer
verteilt, wird ein entsprechend dem Einsatz bzw. der Betriebsdauer auftretender kontinuierlicher
Anpassungseffekt erzielt. Es tritt kein spontanes Herauslösen von Partikeln auf, wie
dies beim Herstellungvorgang des aus der
EP 1 069 235 bekannten Transportbandes der Fall ist, so dass eine sehr gleichmäßige Oberflächencharakteristik,
gleichmäßig betrachtet über die Betriebslebensdauer hinweg, sichergestellt werden
kann. Der eben beschriebene Effekt tritt dann ein, wenn Partikel gewählt werden, deren
Auflösen stärker als der Abtrag des Aufbaumaterials vonstatten geht.
[0008] Es sind aber auch weitere Konstellationen möglich. So ist es bspw. denkbar, dass
das Auflösen der Partikel langsamer als der Abtrag des Aufbaumaterials verläuft, so
dass im Resultat die bahnmaterialseitige Oberfläche über die Betriebslebensdauer des
Transportbandes hinweg Erhöhungen hat, die durch die Partikel gebildet sind.
[0009] Des weiteren ist es denkbar, dass das Auflösen der Partikel gleich schnell wie der
Abtrag des Aufbaumaterials vonstatten geht, so dass die bahnmaterialseitige Oberfläche
über die Betriebslebensdauer des Transportbandes hinweg glatt bleibt.
[0010] Es sei hier darauf hingewiesen, dass selbstverständlich neben den bei dem erfindungsgemäßen
Transportband eingesetzten Partikeln, die in der Betriebsumgebung sich allmählich
auflösen, auch andere Partikel eingesetzt werden können, die in dieser Umgebung nicht
löslich sind und lediglich die Funktion der Beeinflussung der physikalischen Eigenschaften,
wie z.B. der Härte, der Wärmeleitfähigkeit und der Oberflächenenergie, haben. Weiter
sei darauf hingewiesen, dass im Sinne der vorliegenden Erfindung als zur Oberfläche
frei liegende Partikel nicht nur derartige Partikel zu betrachten sind, die im Neuzustand
des Transportbandes bereits frei liegen bzw. bei der abschließenden Oberflächenbearbeitung
freigelegt werden, sondern auch solche Partikel, die über die Betriebslebensdauer
hinweg durch den zwangsweise auftretenden Abrieb an der Oberfläche eines Transportbandes
allmählich freigelegt werden, im Neuzustand jedoch noch vollständig von dem Aufbaumaterial
des Transportbandes umhüllt sind.
[0011] Die Partikel können eine Korngröße von weniger als 200µm aufweisen.
[0012] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Partikel aus bzw. mit CaCO
3 aufgebaut sind. CaCO
3, auch als Kalk bezeichnet, ist zwar grundsätzlich in Wasser nicht chemisch löslich.
Insbesondere beim Herstellungvorgang von Papier bzw. Karton werden jedoch in Verbindung
mit derartigen Transportbändern häufig diesen gegenüber liegende und somit das zu
fertigende Bahnmaterial überdeckende Filzbänder eingesetzt, die in saurer Umgebung
gereinigt werden. Dieses saure Reinigungsmedium gerät zwangsweise in den Bereich der
Transportbänder und hat somit zur Folge, dass auch in einem Transportband enthaltene
Kalkpartikel allmählich aufgelöst werden.
[0013] Alternativ oder zusätzlich können Partikel, die aus bzw. mit Polyester oder Polyamid
aufgebaut sind, eingesetzt werden. Auch diese Materialien haben eine geringe Löslichkeit
in Umgebungsbedingungen, wie sie beispielsweise bei der Konditionierung bzw. Reinigung
von Transportbändern in hierfür vorgesehenen und von diesen Transportbändern durchlaufenen
Reinigungsstationen auftreten. Während aus oder mit Polyestermaterial aufgebaute Partikel
in verdünnten Laugen, also in basischem Medium, löslich sind, sind aus bzw. mit Polyamidmaterial
aufgebaute Partikel in saurer Umgebung löslich. Dieser Effekt kann dazu genutzt werden,
in entsprechenden Reinigungsstationen ein Reinigungsmedium einzusetzen, das entweder
einen leicht basischen oder einen leicht sauren Charakter aufweist, um auf diese Art
und Weise ein allmähliches Auflösen dieser Partikel zu erlangen. Selbstverständlich
kann auch in Verbindung mit CaCO
3-Partikeln das Herauslösen nicht oder nicht nur durch aus dem Bereich der Filzreinigung
übertragenes saures Medium erlangt werden, sondern auch oder alternativ durch den
Kontakt eines so aufgebauten Bandes mit saurem Medium in einer dafür vorgesehenen
Konditionierungsstation.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Transportband kann weiter vorgesehen sein, dass die Partikel
im Wesentlichen nur in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche nahen Bereich oder/und
im Wesentlichen nur in einem der maschinenseitigen Oberfläche nahen Bereich in das
Aufbaumaterial eingebettet sind. Dies bedeutet, dass zumindest der innere Volumenbereich
des Transportbandes nicht mit Partikeln durchsetzt ist, was für die strukturelle Integrität
des Transportbandes von Vorteil sein kann.
[0015] Weiter kann bei dem erfindungsgemäßen Transportband vorgesehen sein, dass in einem
der bahnmaterialseitigen Oberfläche nahen Bereich eingebettete Partikel mit anderem
Material oder/und anderer Korngröße aufgebaut sind, als in einem der maschinenseitigen
Oberfläche nahen Bereich eingebettete Partikel. Dieser Aspekt basiert auf der Erkenntnis,
dass an der bahnmaterialseitigen Oberfläche einerseits und der maschinenseitigen Oberfläche
andererseits verschiedene Anforderungen bestehen. Die bahnmaterialseitige Oberfläche
soll im Allgemeinen möglichst glatt sein, um Markierungseffekte im Bahnmaterial zu
vermeiden, gleichwohl jedoch sollte sie eine derartige Oberflächenstrukturierung oder
Oberflächenbeschaffenheit aufweisen, dass ein möglichst leichtes Loslösen des Transportbandes
vom Bahnmaterial gewährleistet ist. An der maschinenseitigen Oberfläche soll ein möglichst
schlupffreier Antriebskontakt zu den das Transportband führenden und zur Bewegung
antreibenden Rollen bzw. Walzen vorhanden sein. Auch hierfür ist es vorteilhaft, eine
gewisse Oberflächenstrukturierung bzw. Oberflächenrauigkeit bereitzuhalten, deren
Abnahme über die Betriebslebensdauer hinweg ebenfalls zu nachteilhaften Effekten führen
kann. Da jedoch an der maschinenseitigen Oberfläche die Oberflächenrauigkeit weniger
kritisch ist bzw. eine größere Rauigkeit zur Aufnahme größerer Feuchtigkeits- bzw.
Partikelmengen vorteilhaft ist, wird weiter vorgeschlagen, dass in einem der maschinenseitigen
Oberfläche nahen Bereich eingebettete Partikel eine größere Korngröße aufweisen, als
in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche nahen Bereich eingebettete Partikel.
[0016] Bei einer sehr einfach zu realisierenden Ausgestaltungsform wird vorgeschlagen, dass
im Wesentlichen im gesamten Bandkörper Partikel in das Aufbaumaterial eingebettet
sind. Wie bereits vorangehend ausgeführt, ist es vorteilhaft, wenn der Bandkörper
im Neuzustand an der bahnmaterialseitigen Oberfläche oder/und an der maschinenseitigen
Oberfläche mit einer Oberflächenstrukturierung ausgebildet ist.
[0017] Das Aufbaumaterial des Bandkörpers kann beispielsweise Polymermaterial, vorzugsweise
Polyurethan, umfassen.
[0018] Die Einbringung des die Auflösung auslösenden und bereits beschriebenen zusätzlichen
Mediums kann vorzugsweise mittels mindestens einer dem Fachmann bekannten Einrichtung
erfolgen. Eine derartige, vorzugsweise steuer-/regelbare Einrichtung kann beispielsweise
eine einem bekannten Spritzeinrichtung, insbesondere Spritzrohr, ähnliche Einrichtung
sein, die eine beispielhafte bahnbreite Einbringung des Mediums in der entsprechende
Sektion der Maschine, insbesondere Papier- oder Kartonmaschine, erlaubt.
[0019] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
anhand bevorzugter Ausgestaltungsformen detailliert beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- in ihren Darstellungen a), b), c) und d) verschiedene Schnitte durch erfindungsgemäß
aufgebaute Transportbänder;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Schnittdarstellung eines erfindungsgemäß aufgebauten Transportbandes
in einem oberflächennahen Bereich.
[0020] In Fig. 1 ist ein Transportband allgemein mit 10 bezeichnet. Die Fig. 1 zeigt in
Schnittdarstellung jeweils Abschnitte eines derartigen Transportbandes mit, wie im
Folgenden noch dargelegt, unterschiedlichem internen Aufbau. Dabei könnten die verschiedenen
Darstellungen der Fig. 1 sowohl ein Längsschnitt, als auch ein Querschnitt eines derartigen
Transportbandes 10 sein.
[0021] Das in Fig. 1 dargestellte Transportband 10 umfasst grundsätzlich einen Bandkörper
12, der beispielsweise in einem zentralen Bereich - zentral bezüglich der Dicke des
Bandkörpers 12 - eine Verstärkungsstruktur 14 enthält. Diese kann beispielsweise ein
Gewebe, ein Fasergewirk oder sonstiges faserartiges Material umfassen, welches dem
Transportband 10 insbesondere in seiner Längsrichtung, vorteilhafterweise aber auch
in seiner Querrichtung eine erforderliche Dehnstabilität und somit einen erforderlichen
strukturellen Zusammenhalt gibt.
[0022] An einer Bahnmaterialseite 16 und an einer Maschinenseite 18 ist die Verstärkungsstruktur
14 mit Aufbaumaterial 20 überdeckt und ist somit vollständig in dieses Aufbaumaterial
20 eingebettet. Dieses Aufbaumaterial kann beispielsweise Polymermaterial, wie z.B.
Polyurethan, sein. An der Bahnmaterialseite 16 weist das Transportband 10 bzw. der
Bandkörper 12 eine bahnmaterialseitige bzw. Bahnmaterialkontakt-Oberfläche 22 auf,
mit welcher das zu fertigende Bahnmaterial im Transportprozess in Berührung kommt.
An der Rückseite, also der Maschinenseite 18, weist der Bandkörper 12 eine maschinenseitige
bzw. Maschinenkontakt-Oberfläche 24 auf. Mit dieser maschinenseitigen Oberfläche 24
tritt das Transportband 10 in Kontakt mit verschiedenen dieses führenden und zur Bewegung
antreibenden Walzen.
[0023] In Fig. 1a) erkennt man, dass in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche 22 nahe
liegenden Volumenbereich des Bandkörpers 12 durch Punkte dargestellte Partikel 26
in das Aufbaumaterial 20 eingebettet sind. Diese Situation ist in Fig. 2 vergrößert
dargestellt. Die Partikel 26, die beispielsweise aus CaCO
3, also Kalkmaterial, aufgebaut sind und eine Größe von bis zu 200µm aufweisen können,
sind so in den der bahnmaterialseitigen Oberfläche 22 nahen Bereich des Bandkörpers
12 bzw. des Aufbaumaterials 20 eingebettet, dass zumindest ein Teil dieser Partikel
26 so nahe an der bahnmaterialseitigen Oberfläche 22 liegt, dass, wie in Fig. 2 verdeutlicht,
Bereiche 28 gebildet sind, in welchen derartige Partikel 26 zur Oberfläche 22 hin
frei liegen.
[0024] Durch das Eingliedern der Partikel 26, beispielsweise der Kalkpartikel 26, in den
der Oberfläche 22 nahen Bereich werden verschiedene Effekte erzielt. Zum einen bilden
die Bereiche 28 Oberflächenbereiche, in welchen eine andere Oberflächenbeschaffenheit
bzw. Oberflächenenergie vorhanden ist, als in den durch das Aufbaumaterial 20 selbst
gebildeten Oberflächenbereichen. Bereits dies führt dazu, dass auf Grund der Inhomogenität
der Oberflächenenergie das Loslösen eines derart aufgebauten Transportbandes 10 von
dem vorangeförderten Bahnmaterial erleichtert wird. Weiterhin hat der Einsatz von
Partikeln 26 aus Kalkmaterial zur Folge, dass über die Betriebslebensdauer eines derartigen
Transportbandes 10, die beispielsweise im Bereich von etwa sechs Monaten liegen kann,
hinweg im Betrieb durch die vorherrschenden Umgebungsbedingungen das Material dieser
Partikel 26, die zur Oberfläche 22 frei liegen, allmählich aufgelöst wird. Obgleich
Kalk im Wasser nicht löslich ist, wird dieser Effekt deshalb auftreten, da im Einsatz
derartiger Transportbänder bzw. in Maschinen zur Fertigung von Bahnmaterial auch Reinigungsmedien
mit saurem Charakter eingesetzt werden. Diese Lösen das Kalkmaterial der Partikel
26 allmählich auf, so dass mit zunehmendem Betriebsalter sich dort, wo Partikel 26
zur bahnmaterialseitigen Oberfläche 22 frei liegen, zunehmend tiefer werdende Einsenkungen
bilden. Diese Reinigungsmedien können beispielsweise eingesetzt werden, um ein einem
derartigen Transportband gegenüber liegend verlaufendes und das zu fertigende Bahnmaterial
überdeckendes Filzband zu reinigen. Das hierfür eingesetzte Reinigungsmaterial wird
zwangsweise auch in den Bereich des Transportbandes übertragen werden und dort dann
zum allmählichen Auflösen der Kalkpartikel führen. Selbstverständlich ist es auch
möglich, für das Transportband in einer Reinigungs- bzw. Konditionierungsstation,
welches das Transportband im Transportbetrieb kontinuierlich durchläuft, eine Oberflächenbehandlung
mit Reinigungsmedium mit saurem Charakter durchzuführen, so dass hier definiert und
abgestimmt auf das Transportband 10 selbst das allmähliche Auflösen der Partikel 26
betrieben werden kann.
[0025] Es wird damit der Effekt erreicht, dass dem allgemein im Betrieb auftretendes Einebnen
der im Neuzustand beispielsweise durch Schleifbehandlung oder sonstige Behandlung
aufgerauten Oberfläche 22 ein allmähliches Auftreten von Einsenkungen entgegengesetzt
wird. Somit kann über die Betriebslebensdauer hinweg eine näherungsweise gleich bleibende
Oberflächencharakteristik beibehalten werden. Dabei ist es beispielsweise möglich,
die Größe der eingesetzten Partikel 26 abzustimmen auf die im Neuzustand vorhandene
Oberflächenstrukturierung bzw. Oberflächenrauigkeit, so dass die allmählich im Bereich
der Partikel 26 gebildeten Einsenkungen die durch Abrieb oder starke Pressbelastung
allmählich abnehmende Oberflächenstrukturierung bzw. Oberflächenrauigkeit ersetzen.
[0026] Es ist selbstverständlich möglich, bei dem erfindungsgemäßen Transportband 10 durch
die Auswahl der Größe, der Dichte und des Materials der Partikel 26 einen Einfluss
auf die über die Betriebslebensdauer hinweg eintretende Veränderung im Bereich der
Partikel 26 selbst und somit die Absicht, die Gesamtcharakteristik des Transportbands
beizubehalten, zu nehmen. So kann die Verteilung der Partikel 26 über die Oberfläche
22 des Bandkörpers 12 näherungsweise konstant sein bzw. kann, beispielsweise angepasst
auch an variierende Oberflächenrauigkeiten, entsprechend inhomogen sein. Auch die
Verteilung der Partikel 26 im Volumenbereich des Bandkörpers 12 kann variieren, während
bei dem Beispiel 1a nur in dem der bahnmaterialseitigen Oberfläche 22 nahe liegenden
Bereich derartige Partikel 26 vorhanden sind, zeigt das in Fig. 1d dargestellte Beispiel,
dass über den gesamten Volumenbereich des Bandkörpers 12 derartige Partikel 26 vorhanden
sein können. Diese in Fig. 1d) dargestellte Variante hat den Vorteil, dass bei der
Herstellung eines derartigen Transportbandes 10 ein die Verstärkungsstruktur vollständig
einbettendes, ansonsten jedoch homogenes Aufbaumaterial/Partikel-Gemisch eingesetzt
werden kann. Selbstverständlich können insbesondere zur Erlangung der in Fig. 1a)
dargestellten Ausgestaltungsform auch mehrlagige Schichtungen des Aufbaumaterials
20 bzw. auch verschiedene Aufbaumaterialien vorgesehen sein.
[0027] Die Fig. 1b) zeigt ein Beispiel, bei welchem nicht nur nahe der bahnmaterialseitigen
Oberfläche 22 derartige Partikel 26 dargestellt sind, sondern auch nahe der maschinenseitigen
Oberfläche 24 Partikel 30 vorhanden sind. Diese Partikel 30 können den gleichen Effekt
mit sich bringen, wie vorangehend mit Bezug auf die Partikel 26 beschrieben, um somit
auch an der Maschinenseite 18 die Eigenschaften des Transportbandes 10 über die Betriebslebensdauer
hinweg näherungsweise konstant zu halten. Da die Oberflächencharakteristik an der
Maschinenseite 18 eine größere Strukturierung erlaubt, um dort sich ansammelnde Flüssigkeit
und Abriebpartikel verstärkt aufnehmen zu können, können beispielsweise die Partikel
30 mit einer größeren Korngröße ausgewählt werden, als die Partikel 26. Insofern hier
von einer größeren Korngröße die Rede ist, kann dies beispielsweise anhand der mittleren
Korngröße derartiger eingesetzter Partikel bestimmt werden.
[0028] Die Fig. 1c) zeigt eine Verschmelzung der Ausgestaltungsformen gemäß den Figuren
1b) und 1d). Also auch hier ist über den gesamten Volumenbereich des Aufbaumaterials
20 ein Partikelanteil vorhanden, wobei die nahe der maschinenseitigen Oberfläche 24
vorhandenen Partikel 30 wieder eine größere Korngröße aufweisen können, oder/und aus
anderem Material aufgebaut sein können.
[0029] Ein weiterer das Konstanthalten der Oberflächeneigenschaften unterstützender Effekt
ist, dass nicht nur Partikel 26 oder/und 30, die bereits im Neuzustand der jeweiligen
Oberfläche 22 oder 24 frei liegen, durch allmähliches Auflösen über die Betriebslebensdauer
hinweg zur Bildung von Einsenkungen führen. Auch Partikel, die im Neuzustand eines
derartigen Transportbandes zur jeweiligen Oberfläche hin noch geringfügig mit Aufbaumaterial
20 überdeckt sind, können durch den im Betrieb allmählich auftretenden Abrieb des
Aufbaumaterials 20 allmählich freigelegt werden, so dass diese dann auch durch die
im Betrieb langsam, allmählich auftretende Auflösung zum Bilden von tiefer werdenden
Oberflächenstrukturierungen beitragen können.
[0030] Weiter ist es selbstverständlich, dass der Einsatz derartiger Partikel 26 bzw. 30,
die sich über die Betriebslebensdauer hinweg auflösen, kombiniert werden kann mit
Partikeln, die eine derartige sich auflösende Charakteristik nicht haben. Diese Partikel
können dann primär durch Auswahl ihrer Materialien und ihrer Größen zur Beeinflussung
der Oberflächenenergie, der Härte des Transportbandes, der Wärmeleitfähigkeit und
dergleichen beitragen. Weiter sei darauf hingewiesen, dass auch andere Partikelmaterialien
als CaCO
3 eingesetzt werden können. Auch Polyester oder Polyamid ist ein derartiges Material,
das zum allmählichen Auflösen neigt. Dabei ist Polyester in einer basischen Umgebung
löslich, während Polyamid, ähnlich wie CaCO
3, in saurer Umgebung löslich ist. Auch hier können zum Erreichen dieses Auflösungseffekts
entsprechende Behandlungsstationen vorgesehen sein, in welchen über die Betriebslebensdauer
hinweg das Transportband mehr oder weniger kontinuierlich in Kontakt mit einem das
jeweilige Material der eingesetzten Partikel lösenden Medium kommt.
[0031] Um bei einem erfindungsgemäßen Transportband im Neuzustand die gewünschten Oberflächeneigenschaften
bereitzustellen, kann dieses nach dem Vorgang, in welchem die Struktur 14 mit Aufbaumaterial
20 und Partikeln 26 bzw. 30 umgeben wird, an seiner Oberfläche beispielsweise einer
Schleifbehandlung unterzogen werden, um dafür zu sorgen, dass auch über die Oberfläche
des Aufbaumaterials 20 zu weit hervorstehende Partikel 26 bzw. 30 abgeschliffen und
auf das Niveau bzw. die Strukturierung des Bandkörpers 12 an dieser Oberfläche 22
bzw. 24 gebracht werden.
[0032] Mit dem erfindungsgemäßen Aufbau eines Transportbandes wird es also durch das Einlagern
von Kleinstpartikeln bzw. Nanopartikeln möglich, über die Betriebslebensdauer hinweg
eine gleich bleibende Oberflächencharakteristik beizubehalten, was insbesondere zum
Beibehalten des Loslöseverhaltens eines derartigen Transportbandes vorteilhaft beiträgt.
Es wird somit nicht nötig, ein derartiges Transportband nach bestimmten Betriebsdauern
wiederholt Oberflächenbearbeitungsvorgängen zu unterziehen, um wieder die gewünschten
Charakteristiken einstellen zu können.
1. Transportband zur Herstellung von Bahnmaterial, insbesondere Papier oder Karton, umfassend
einen Bandkörper (12) mit einer an einer Bahnmaterialseite (16) oder/und einer Maschinenseite
(18) durch Aufbaumaterial (20) überdeckten Verstärkungsstruktur (14), wobei in das
Aufbaumaterial (20) wenigstens im Bereich einer bahnmaterialseitigen Oberfläche (22)
oder/und im Bereich einer maschinenseitigen Oberfläche (24) Partikel (26, 30) eingebettet
sind, wobei wenigstens ein Teil der Partikel (26) zur bahnmaterialseitigen Oberfläche
(22) frei liegt oder/und wenigstens ein Teil der Partikel (30) zur maschinenseitigen
Oberfläche (24) frei liegt und wobei die zur bahnmaterialseitigen Oberfläche (22)
frei liegenden Partikel (26) oder/und die zur maschinenseitigen Oberfläche (24) frei
liegenden Partikel (30) im Transportbetrieb sich über die Betriebslebensdauer des
Transportbandes (10) hinweg wenigstens zum Teil auflösen.
2. Transportband nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (26, 30) eine Größe von weniger als 200µm aufweisen.
3. Transportband nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (26, 30) mit CaCO3 aufgebaut sind.
4. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (26, 30) mit Polyester oder Polyamid aufgebaut sind.
5. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (26, 30) im Wesentlichen nur in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche
(22) nahen Bereich oder/und im Wesentlichen nur in einem der maschinenseitigen Oberfläche
(24) nahen Bereich in das Aufbaumaterial (20) eingebettet sind.
6. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche (22) nahen Bereich eingebettete Partikel
(26) mit anderem Material oder/und anderer Korngröße aufgebaut sind, als in einem
der maschinenseitigen Oberfläche (24) nahen Bereich eingebettete Partikel (30).
7. Transportband nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem der maschinenseitigen Oberfläche (24) nahen Bereich eingebettete Partikel
(30) eine größere Korngröße aufweisen, als in einem der bahnmaterialseitigen Oberfläche
(24) nahen Bereich eingebettete Partikel (26).
8. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass im Wesentlichen im gesamten Bandkörper (12) Partikel (26, 30) in das Aufbaumaterial
(20) eingebettet sind.
9. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bandkörper (12) im Neuzustand an der bahnmaterialseitigen Oberfläche (22) oder/und
an der maschinenseitigen Oberfläche (24) mit einer Oberflächenstrukturierung ausgebildet
ist.
10. Transportband nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbaumaterial (20) Polymermaterial, vorzugsweise Polyurethan, umfasst.