[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Tor, welches insbesondere als Schnelllauftor
ausgebildet ist, wobei unter Schnelllauftoren Tore zu verstehen sind, die eine Öffnungs-
bzw. Schließgeschwindigkeit von ca. 1,0 bis 3,5 m/s aufweisen.
[0002] Die aus dem Stand der Technik bekannten Schneillauftore weisen im wesentlichen ein
Torblatt auf, welches eine Türöffnung abdeckt und als Behang bezeichnet wird. Dieser
Behang wird zur Öffnung des Tores auf eine Welle bzw. einen Zylinder aus Metall oder
Kunststoff gewickelt. Problematisch bei derartigen Toren ist, daß diese bei einer
Verwendung von durchsichtigem Material, wie z.B. PVC, aufgrund der Reibung der einzelnen
Wicklungen ihre Transparenz verlieren, so daß eine, einen Unfall vorbeugende Durchsicht
nicht erhalten bleibt. Darüber hinaus neigen derartige Tore durch immer wieder erfolgendes
Aufwinden oder aufgrund von erhöhten Temperaturen von ca. über 30°C zum Verlust ihrer
Festigkeit, so daß die Tore mit der Zeit zu schwach werden, um einem Winddruck standzuhalten.
[0003] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Tor, insbesondere Schnelllauftor,
vorzusehen, bei welchem das Torblatt eine ausreichende Festigkeit aufweist, um Winddruck
standzuhalten, und bei welchem die Durchsicht auch bei wiederholtem Aufwinden erhalten
bleibt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Tor, insbesondere Schnelllauftor, mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen
Unteransprüchen.
[0005] Erfindungsgemäß ist ein Tor, insbesondere Schnelllauftor, vorgesehen, umfassend zumindest
ein Torblatt aus einem flexiblem Material, einem Torantrieb zum Bewegen des Torblatts
zwischen einer Offen-Stellung und einer Geschlossen-Stellung, wobei das Torblatt und
der Torantrieb über eine Befestigungseinrichtung miteinander koppelbar sind, wobei
sich die Befestigungseinrichtung entlang einer in der Geschlossen-Stellung oberen
Kante des Torblatts zumindest bereichsweise über die Torblattbreite erstreckt, um
eine Wickelachse rotierbar und in Form einer offenen Zylindermantelfläche ausgebildet
ist.
[0006] Das Tor ist vorteilhafterweise als Schnelllauftor ausgebildet, welches das Torblatt
zwischen der Offen-Stellung und der Geschlossen-Stellung mit einer Geschwindigkeit
von ca. 1,0 bis 3,5 m/s, bevorzugterweise 1,8 bis 3,5 m/s, bewegt. Vorteilhafterweise
weist das Tor ein einziges Torblatt auf, welches in der Geschlossen-Stellung die vom
Torrahmen umfaßte Toröffnung abdeckt. Es kann jedoch auch eine Vielzahl von gelenkig
miteinander verbundenen Torblättern vorgesehen sein. Das Torblatt ist vorzugsweise
aus einem flexiblem Material ausgebildet. In anderen Worten kann das Torblatt als
dünne Platte oder Folie ausgebildet sein, welche flexibel ausgebildet ist. In diesem
Zusammenhang ist flexibel dahingehend zu verstehen, daß das Material derart biegsam
ist, daß ein Aufwickeln des Torblatts möglich ist und nicht im Sinne einer Längen-
oder Breitenänderung des gewählten Materials. Zur Bewegung des Torblatts zwischen
der Offen-Stellung und der Geschlossen-Stellung weist das Tor einen Torantrieb auf.
Dieser kann manuell erfolgen, wird in der Regel jedoch elektrisch über einen Motor
betätigt. Zur Umsetzung des Antriebs von Torantrieb zu Torblatt ist eine Befestigungseinrichtung
vorgesehen, über welche der Torantrieb mittelbar oder unmittelbar an das Torblatt
gekoppelt ist. Die Befestigungsvorrichtung ist vorteilhafterweise an einer oberen
Kante des Torblatts vorgesehen und erstreckt sich zumindest bereichsweise vorteilhafterweise
über die gesamte Torblattbreite. In anderen Worten ist eine Befestigungseinrichtung
im Bereich des oberen Sturzes des Tores vorgesehen, d.h. bei einem Torblatt in der
Geschlossen-Stellung an der oberen, sich im wesentlichen horizontal erstreckenden
Kante bzw. Torblattbreitenseite. Die Befestigungseinrichtung ist um eine Wickelachse
rotierbar.
[0007] Infolgedessen ist die Befestigungseinrichtung nicht koaxial mit der Wickelachse ausgebildet,
sondern rotiert um die Wickelachse herum. Die Wickelachse entspricht im wesentlichen
der Rotationsachse des während des Aufwickelns durch das Torblatt gebildeten zylindrischen
bzw. rohrförmigen Elements. In anderen Worten wird das Torblatt um die Wickelachse
herum aufgewickelt. Die Befestigungseinrichtung ist in Form einer offenen Zylindermantelfläche
ausgebildet. In anderen Worten bildet die Befestigungseinrichtung keinen in sich geschlossenen
Zylinder aus, sondern lediglich einen Teil einer Zylindermantelfläche, welcher an
keiner Stelle geschlossen ist. Im Querschnitt bildet die Befestigungseinrichtung somit
einen Kreisbogenabschnitt oder beliebig gekrümmten Abschnitt aus. Bei einem aufgewickelten
Torblatt, d.h. einem Torblatt in der Offen-Stellung, bildet das Torblatt somit ein
im wesentlichen zylinderförmiges Element aus, welches die Befestigungseinrichtung
umschließt. Die Befestigungseinrichtung kann alternativ ebenfalls massiv ausgebildet
sein und somit ein Zylindersegment eines massiven Zylinders ausbilden.
[0008] Vorzugsweise bildet das Torblatt in der Offen-Stellung ein formstabiles, selbsttragendes,
röhrenförmiges Element. In der Offen-Stellung ist das Torblatt im wesentlichen aufgewickelt,
so daß es im Querschnitt eine spiralförmige Konfiguration aufweist. Es ergibt sich
somit eine geometrische Konfiguration, die in einer Rolle bzw. einem röhrenförmiges
Element resultiert, welches biege- und/oder verformungssteif ausgebildet ist. Somit
trägt sich das röhrenförmige Element, d.h. das Torblatt in der Offen-Stellung, selbst,
ohne daß eine tragende Funktion der Befestigungseinrichtung erforderlich ist. Die
selbsttragende Eigenschaft wird durch eine geeignete Materialwahl unterstützt, wobei
ein flexibles Material, welches keine oder sehr geringe elastische Eigenschaften aufweist,
besonders geeignet ist.
[0009] Bevorzugterweise weist die Befestigungseinrichtung zumindest eine Klemmvorrichtung
zur Befestigung des Torblatts daran auf, welche sich vorzugsweise im wesentlichen
über die gesamte Torblattbreite erstreckt. Es versteht sich, daß anstelle oder zusätzlich
zu der Klemmvorrichtung ebenfalls eine beliebig andere Befestigungseinrichtung vorgesehen
werden kann, beispielsweise über eine Verklebung, eine Verschweißung oder eine Befestigung
mit mechanischen Befestigungsmitteln, wie das Torblatt durchgreifende Schrauben oder
Nieten.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Befestigungsvorrichtung in Bezug auf
die Wickelachse im wesentlichen radial gegenüberliegend eine Unwuchtsausgleichsvorrichtung
auf, vorzugsweise in Form eines Gegengewichts. In anderen Worten ist die Unwuchtsausgleichsvorrichtung
im wesentlichen zu der Befestigungsvorrichtung um 180°C radial versetzt, um somit
einen Rundlauf der Befestigungsvorrichtung um die Wickelachse zu gewährleisten.
[0011] Vorteilhafterweise ist der radiale Abstand der Unwuchtsausgleichsvorrichtung zur
Wickelachse über eine Justiereinrichtung einstellbar. Diese kann beispielsweise in
Form eines mit einem Gewinde versehenen Bolzen ausgebildet sein, welcher sich radial
von der Wickelachse weg erstreckt und an dessen distalem bzw. freien Ende die Unwuchtsausgleichsvorrichtung
derart festgelegt ist, daß diese in ihrem Abstand zur Wickelachse über das Gewinde
einstellbar ist.
[0012] Weiterhin bevorzugt weist das Tor Beabstandungsmittel auf, welche ausgelegt sind,
einen Abstand zwischen den einzelnen Wicklungen des Torblatts in der Offen-Stellung
vorzusehen. Es versteht sich, daß bei einem Tor in einer Zwischenstellung zwischen
Offen-Stellung und Geschlossen-Stellung zumindest derjenige Bereich, der bereits aufgewickelt
ist, durch die Beabstandungsmittel beabstandet ist. Somit ist es vorteilhafterweise
möglich, ein Tor vorzusehen, bei welchem sich die Wicklungen des Torblatts in der
Offen-Stellung des Torblatts nicht berühren und somit ein Abrieb oder ein Verkratzen
aufgrund eines Kontakts der einzelnen Wicklungen des Torblatts ausgeschlossen werden
kann.
[0013] Vorteilhafterweise sind die Beabstandungsmittel in Form zumindest eines Gurtes oder
Bandes ausgebildet, welcher bzw. welches in der Offen-Stellung zwischen den einzelnen
Wicklungen des Torblatts angeordnet ist. Der Gurt bzw. das Band wirkt somit als Abstandshalter
der einzelnen Wicklungen des Torblatts zueinander, so daß sich die Wicklungen des
Torblatts in der Offen-Stellung bzw. im aufgewickelten Zustand nicht gegenseitig berühren.
Dies wird insbesondere durch das Material des Torblatts gefördert, welches vorteilhafterweise
im wesentlichen biegesteif ausgebildet ist, so daß selbst in Bereichen zwischen den
Beabstandungsmitteln entlang der Breitenseite des aufgewickelten Torblatts ein Aufeinanderaufliegen
der Wicklungen des Torblatts nicht erfolgt.
[0014] Vorzugsweise sind die Beabstandungsmittel in Form von zumindest zwei Gurten oder
Bändern ausgebildet, welche in der Offen-Stellung zwischen den einzelnen Wicklungen
des Torblatts im wesentlichen an den distalen Breitenseiten des Torblatts angeordnet
sind.
[0015] Zweckmäßigerweise ist der Gurt auf zumindest einer im wesentlichen an der distalen
Breitenseite des Torblatts angeordneten Wickelvorrichtung aufwickelbar. Die Wickelvorrichtung
wird bei einem aufgewickelten Torblatt bzw. einem Torblatt in der Offen-Stellung im
wesentlichen von dem aufgewickelten Torblatt umschlossen, wobei zwischen Wickelvorrichtung
und erster Wicklung des Torblatts eine Lage des Gurtes vorgesehen ist und bei weiterem
Aufwickeln des Torblatts sich somit eine alternierende Folge von Gurt und Torblatt
ergibt, da Gurt und Torblatt spiralförmig aufgewickelt werden.
[0016] Vorteilhafterweise ist die Wickelvorrichtung als Zylinder ausgebildet, welcher einen
spiralförmigen Querschnitt mit einer Steigung entsprechend der Gurtdicke aufweist.
Beim Aufwickeln des Torblatts wird somit vorteilhafterweise eine zur Unwucht führende
Ausbeulung vermieden, da die spiralförmige Steigung bei einer Wegstrecke von einem
Umfangswinkel von 360° (d.h. der Strecke entsprechend dem Umfang) der Gurtdicke entspricht.
Somit wird eine Stufung an der Montagestelle, an welcher der Gurt an der Wickelvorrichtung
befestigt ist, vermieden, so daß sich eine im wesentlichen kreisrunde Form der mit
dem Gurt versehenen Wickelvorrichtung im Querschnitt ergibt. Dies führt zu einem vorteilhafterweise
ruhigen, ausgewuchteten Lauf, so daß Öffnungsgeschwindigkeiten des Tores von über
2 m/s möglich sind.
[0017] Zweckmäßigerweise entspricht die Dicke des Gurtes zumindest der Höhe der Klemmvorrichtung,
so daß eine durch die Klemmvorrichtung verursachte Ausbeulung und Unwucht zusätzlich
vermieden wird.
[0018] Vorteilhafterweise ist der Gurt aus einem Textilmaterial ausgebildet und weist vorzugsweise
zumindest bereichsweise einen oder mehrere rückstellfähige Abschnitte auf. Die rückstellfähigen
Abschnitte sind zweckmäßig, um eine beim Auf- und Abwickeln entstehende Längenänderung
auszugleichen, welche sich aufgrund der unterschiedlichen Materialdicken von Gurt
und Torblatt ergibt. Vorzugsweise ist ein rückstellfähiger Abschnitt insbesondere
an demjenigen Ende des Gurtes vorgesehen, welcher nicht an der Wickelvorrichtung befestigt
ist, sondern vorzugsweise an einem unteren Teil des Torblatts.
[0019] Alternativ kann der Gurt jedoch auch gänzlich aus einem rückstellfähigen Material,
vorzugsweise einem Gummi, ausgebildet sein.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Beabstandungsmittel in Form
von zwei zur Wickelachse koaxial an den distalen Breitenseiten des Torblatts angeordneten
Konusse bzw. Konen ausgebildet, wobei das Torblatt eine trapezförmige Grundfläche
aufweist, so daß die einander zulauferiden Kanten des Torblatts beim Überführen in
die Offen-Stellung mit den Manteloberflächen der Konen in Eingriff gelangen. Die Rotationssymmetrieachse
der Konen entspricht im wesentlichen der eingangs erwähnten Wickelachse. Mittels der
Steigung der Konen läßt sich somit der Abstand der einzelnen Wicklungen des aufgewickelten
Torblatts festlegen.
[0021] Bevorzugterweise weisen die Konen eine gestufte, spiralförmige Manteloberfläche auf.
Hierdurch ist es möglich, das Torblatt derart zu wickeln, daß jede Wicklung mit seiner
eigenen Stufe der Manteloberfläche in Eingriff steht und somit die einzelnen Wicklungen
des Torblatts sicher voneinander beabstandet sind.
[0022] Vorteilhafterweise ist das Torblatt aus vorzugsweise transparentem Poly-Carbonat
ausgebildet. Dieses weist - im Gegensatz zu den Torblättern aus dem Stand der Technik
aus Weich-Poly-Vinyl-Chlorid- keine nach außen diffundierenden Weichmacher auf, welche
sich auf der Oberfläche des Torblatts absetzen und aufgrund ihrer gesundheitsschädlichen
Eigenschaften, insbesondere in sensiblen Bereichen, wie der Lebensmittelindustrie,
nicht einsetzbar sind. Im übrigen ist eine beim Auf- und Abwickeln entstehende statische
Aufladung der Oberfläche bei Poly-Carbonat nicht gegeben, so daß ein Absetzen von
Staubpartikeln aus der Raumluft auf der Oberfläche des Torblatts vermieden wird und
somit die Durchsichtigkeit des Tores erhalten bleibt. Schließlich ist Poly-Carbonat
derart hitzebeständig, daß das Torblatt seine Festigkeit selbst bei Temperaturen von
bis zu 90°C beibehält und somit selbst unter diesen Extrembedingungen einem Winddruck
standhält.
[0023] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgend
mit Bezug auf die Figuren beschriebenen beispielhaften Ausführungsform. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht sowie eine Seitenansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Tores.
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines teilweise aufgewickelten Torblatts gemäß einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Tores.
- Fig. 3
- eine Querschnittsansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Tores im aufgewickelten
Zustand bzw. in der Offen-Stellung des Tores.
- Figs. 4 und 5
- Querschnittsansichten des in Fig. 3 dargestellten erfindungsgemäßen Tores.
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Tores.
- Fig. 7
- eine alternative Ausführungsform des erfindungsgemäßen Tores.
[0024] Das in Fig. 1 dargestellte erfindungsgemäße Tor in einer bevorzugten Ausführungsform
umfaßt ein Torblatt 2, welches ausgelegt ist, in der in Fig. 1 dargestellten Geschlossen-Stellung
eine Tor- bzw. Türöffnung abzudecken. In der dargestellten Ausführungsform vollzieht
das Torblatt 2 beim Öffnen bzw. Schließen eine Vertikalbewegung. Es versteht sich,
daß das erfindungsgemäße Tor ebenfalls derart eingesetzt werden kann, daß das Torblatt
2 während des Öffnens bzw. Schließens eine Horizontalbewegung durchführt. Das Torblatt
2 weist eine obere Kante 4 sowie eine untere Kante 6 auf. Zum Bewegen des Torblatts
2 zwischen der Offen-Stellung und der Geschlossen-Stellung ist ein Torantrieb 8 vorgesehen.
Dieser kann manuell erfolgen, jedoch bevorzugterweise über einen Motorantrieb. Torblatt
2 und Torantrieb 8 sind über eine Befestigungseinrichtung 10 derart miteinander koppelbar,
daß durch eine Betätigung des Torantriebs 8 das Torblatt 2 zwischen der Offen-Stellung
und der Geschlossen-Stellung bewegt wird.
[0025] Das Torblatt 2 ist aus einem flexiblen, vorteilhafterweise zumindest teilweise transparenten
Material ausgebildet, welches vorzugsweise keine elastischen Fähigkeiten aufweist.
Es wird somit ein Torblatt 2 bereitgestellt, welches in der Geschlossen-Stellung ein
formstabiles, selbsttragendes, röhrenförmiges Element bildet, wie in Fig. 2 dargestellt
ist. Insbesondere entsteht durch das Aufwickeln des Torblatts 2 ein Zylinder bzw.
eine Rolle, die im Querschnitt eine im wesentlichen spiralförmige Konfiguration aufweist
und biege- und/oder verformungssteif ist. Infolgedessen ist es nicht notwendig, das
Torblatt 2 über die Torblattbreitenrichtung X auf einem Zylinder oder einer Walze
aufzuwickeln, wie es im Stand der Technik üblich ist. Vielmehr ist es ausreichend,
die Befestigungseinrichtung 10 derart vorzusehen, daß diese lediglich einen Teil einer
Zylindermantelfläche ausbildet, um einen Kraftschluß zwischen Torantrieb 8 und Torblatt
2 zu erzielen. Die Befestigungseinrichtung 10 weist hierbei jedoch keine über die
Torblattbreitenrichtung X tragenden Eigenschaften auf, da das Torblatt 2 im aufgewickelten
Zustand eine selbsttragende Spirale ausbildet.
[0026] In Fig. 3 ist ein Querschnitt entlang der Torblattbreitenrichtung X durch das erfindungsgemäße
Tor gemäß einer bevorzugten Ausführungsform im aufgewickelten Zustand bzw. in der
Offen-Stellung dargestellt, wobei die Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie A-A und
die Fig. 5 einen Schnitt entlang der Linie B-B darstellt. Bei Bewegung des Torblatts
2 in die Offen-Stellung des Tores, d.h. beim Aufwickeln des Torblatts 2, wird das
Torblatt 2 im wesentlichen spiralförmig um eine Wickelachse Y aufgewickelt. Um die
Wickelachse Y ist ebenfalls die Befestigungseinrichtung 10 rotierbar. Die Befestigungseinrichtung
10 ist in Form einer offenen Zylindermantelfläche ausgebildet, welche sich zumindest
bereichsweise über die Torblattbreitenrichtung X erstreckt. An der Befestigungseinrichtung
10 ist eine Klemmvorrichtung 12 vorgesehen, um die obere Kante 4 des Torblatts 2 an
der Befestigungseinrichtung 10 zu befestigen. Die Klemmvorrichtung 12 kann sich, wie
in Fig. 3 dargestellt, über im wesentlichen die gesamte Torblattbreitenrichtung X
erstrecken. Es können jedoch auch eine Vielzahl von einzelnen, laschen-förmigen Klemmvorrichtungen
12 vorgesehen sein, welche verteilt über die Torblattbreitenrichtung X angeordnet
sind. Der Befestigungseinrichtung 10 in Bezug auf die Wickelachse Y im wesentlichen
radial gegenüberliegend ist eine Unwuchtsausgleichsvorrichtung 14 vorgesehen. Die
Unwuchtsausgleichsvorrichtung 14 kann in Form eines Gegengewichts ausgebildet sein,
um somit einen Rundlauf um die Wickelachse Y zu gewährleisten. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist eine Justiereinrichtung 16 vorgesehen, mittels welcher die Unwuchtsausgleichsvorrichtung
14 in ihrem Abstand zur Wickelachse Y einstellbar ist. Die Justiereinrichtung 16 ist
vorteilhafterweise als an der Wickelachse Y befestigter Bolzen ausgebildet, welcher
zumindest im Befestigungsbereich an der Unwuchtsausgleichsvorrichtung 14 ein Gewinde
aufweist, um somit den Abstand der Unwuchtsausgleichsvorrichtung 14 zur Wickelachse
Y veränderlich festzulegen.
[0027] Um eine Berührung bzw. ein Kontaktieren der einzelnen Wicklungen des Torblatts 2
im zumindest teilweise aufgewickelten Zustand zu vermeiden, sind vorteilhafterweise
Beabstandungsmittel in Form eines Gurtes 18 vorgesehen. Dieser Gurt 18 ist im wesentlichen
an den distalen Breitenseiten des Torblatts 2 derart angeordnet, daß dieser zwischen
den einzelnen Wicklungen des Torblatts 2 vorgesehen ist. Infolgedessen ergibt sich
im aufgewickelten Zustand des Torblatts 2 eine alternierende Folge von Torblattwicklung
und Gurtwicklung. Die Dicke des Gurtes 18 ist vorteilhafterweise größer als die Höhe
der Klemmvorrichtung, so daß die zwischen der ersten und zweiten Wicklung des Torblatts
2 angeordnete Klemmvorrichtung 12 (Fig. 3) nicht mit der zweiten Wicklung des Torblatts
kontaktiert und somit eine Unwucht aufgrund einer Ausbeulung der Torblattwicklung
in diesem Bereich und ein Verkratzen des Torblatts vermieden wird. Der Gurt ist vorteilhafterweise
aus einem Textilmaterial oder einem Gummi ausgebildet. An den distalen Breitenseiten
des Torblatts 2 ist vorteilhafterweise eine Wickelvorrichtung 20 vorgesehen, an welcher
ein erstes Ende 22 des Gurtes 18 befestigt ist. Die Wickelvorrichtung 20 dient dem
Aufwickeln des Gurtes 18 und Torblatts 2 in einer alternierenden Folge. Die Wickelvorrichtung
20 verleiht dem Torblatt 2 jedoch in Torblattbreitenrichtung X gesehen keine Stabilität;
vielmehr ist das Torblatt 2, wie eingangs erwähnt, in der Offen-Stellung im wesentlichen
selbsttragend. Um eine zur Unwucht führende Ausbeulung während des Aufwickelns zu
vermeiden, ist die Wickelvorrichtung 20 als Zylinder ausgebildet, welcher einen spiralförmigen
Querschnitt aufweist (Fig. 4). Die Spirale der Wickelvorrichtung 20 weist hierbei
eine Steigung auf, die bei einer einer Umdrehung der Wickelvorrichtung 20 entsprechenden
Wegstrecke der Dicke des Gurtes 18 entspricht. Da das erste Ende 22 des Gurtes 18
an der Stufe der Wickelvorrichtung angeordnet ist, welche der Dicke eines Gurtes 18
entspricht, ergibt sich somit beim Aufwickeln des Gurtes 18 auf der Wickelvorrichtung
20 eine im wesentlichen gleichmäßige stetige Steigung vom Anbeginn des Wickelvorgangs
ohne eine den Gleichlauf negativ beeinflussende Ausbeulung.
[0028] Der Gurt 18 ist vorteilhafterweise aus einem Textilmaterial ausgebildet und weist
zumindest bereichsweise einen oder mehrere rückstellfähige Abschnitte 24 auf. Der
rückstellfähige Abschnitt 24 ist insbesondere am zweiten Ende 26 des Gurtes 18 vorgesehen
(Figur 6). Infolgedessen ist es möglich, die beim Auf- und Abwickeln entstehende Längenänderung
auszugleichen, welche sich insbesondere aus den unterschiedlichen Dicken von Gurt
18 und Torblatt 2 ergibt. Vorteilhafterweise ist das zweite Ende 26 des Gurtes 18
an der unteren Kante 6 des Torblatts 2 befestigt.
[0029] In einer in Fig. 7 dargestellten alternativen Ausführungsform kann eine Beabstandung
der einzelnen Wicklungen des Torblatts 2 ebenfalls durch Vorsehen von zwei Konen 28
ermöglicht werden. Die Konen 28 sind hierbei im wesentlichen koaxial zur Wickelachse
Y angeordnet und an den distalen Breitenseiten des Torblatts 2 vorgesehen, wobei die
sich verjüngenden Bereiche der Konen 28 zueinander zugewandt sind. Das Torblatt 2
ist hierbei vorteilhafterweise derart ausgebildet, daß es eine trapezförmige Grundfläche
aufweist. Infolgedessen gelangen die einander zulaufenden Kanten des Torblatts 2 beim
Überführen in die Offen-Stellung mit den Manteloberflächen der Konen 28 in Eingriff
bzw. kontaktieren diese. Aufgrund der Steigung der Konen 28 wird das Torblatt 2 spiralförmig
auf diesen aufgewickelt. Vorteilhafterweise können die Konen 28 eine gestufte, spiralförmige
Manteloberfläche aufweisen, um eine noch präziser beabstandete
Bezugszeichenliste
[0030]
- 2
- Torblatt
- 4
- obere Kante
- 6
- untere Kante
- 8
- Torantrieb
- 10
- Befestigungseinrichtung
- 12
- Klemmvorrichtung
- 14
- Unwuchtsausgleichsvorrichtung
- 16
- Justiereinrichtung
- 18
- Gurt
- 20
- Wickelvorrichtung
- 22
- erstes Ende
- 24
- rückstellfähiger Abschnitt
- 26
- zweites Ende
- 28
- Konus
- X
- Torblattbreitenrichtung
- Y
- Wickelachse
1. Tor, insbesondere Schnelllauftor, umfassend
zumindest ein Torblatt (2) aus einem flexiblen Material, einem Torantrieb (8) zum
Bewegen des Torblatts zwischen einer Offen-Stellung und einer Geschlossen-Stellung,
wobei das Torblatt (2) und der Torantrieb (8) über eine Befestigungseinrichtung (10)
miteinander koppelbar sind, und
wobei sich die Befestigungseinrichtung (10) entlang einer in der Geschlossen-Stellung
des Torblatts (2) oberen Kante (4) des Torblatts (2) zumindest bereichsweise über
die Torblattbreite erstreckt, um eine Wickelachse (Y) rotierbar und in Form einer
offenen Zylindermantelfläche ausgebildet ist.
2. Tor nach Anspruch 1, wobei das Torblatt (2) in der Geschlossen-Stellung ein formstabiles,
selbsttragendes röhrenformiges Element bildet.
3. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungseinrichtung (10)
zumindest eine Klemmvorrichtung (12) zur Befestigung des Torblatt (2) daran aufweist,
welche sich vorzugsweise im wesentlichen über die gesamte Torblattbreite erstreckt.
4. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungseinrichtung (10)
in Bezug auf die Wickelachse (Y) im wesentlichen radial gegenüberliegend eine Unwuchtsausgleichsvorrichtung
(14), vorzugsweise in Form eines Gegengewichts, aufweist.
5. Tor nach Anspruch 4, wobei der radiale Abstand Unwuchtsausgleichsvorrichtung (14)
zur Wickelachse (Y) über eine Justiereinrichtung (16) einstellbar ist.
6. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin aufweisend Beabstandungsmittel,
welche ausgelegt sind, einen Abstand zwischen den einzelnen Wicklungen des Torblatts
(2) in der Offen-Stellung vorzusehen.
7. Tor nach Anspruch 6, wobei die Beabstandungsmittel in Form zumindest eines Gurtes
(18) oder Bandes ausgebildet sind, welcher in der Offen-Stellung zwischen den einzelnen
Wicklungen des Torblatts (2) angeordnet ist.
8. Tor nach Anspruch 6, wobei die Beabstandungsmittel in Form von zumindest zwei Gurten
(18) oder Bändern ausgebildet sind, welche in der Offen-Stellung zwischen den einzelnen
Wicklungen des Torblatts (2) im wesentlichen an den distalen Breitenseiten des Torblatts
(2) angeordnet sind.
9. Tor nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei der Gurt (18) auf zumindest einer im
wesentlichen an der distalen Breitenseite des Torblatts (2) angeordneten Wickelvorrichtung
(20) aufwickelbar ist.
10. Tor nach Anspruch 9, wobei die Wickelvorrichtung (20) als Zylinder ausgebildet ist,
welcher einen spiralförmigen Querschnitt mit einer Steigung entsprechend der Dicke
des Gurtes (18) aufweist.
11. Tor nach einem der Ansprüche 7 - 10, wobei die Dicke des Gurtes (18) zumindest der
Höhe der Klemmvorrichtung (12) entspricht.
12. Tor nach einem der Ansprüche 7 - 11, wobei der Gurt (18) aus einem Textilmaterial
ausgebildet ist und vorzugsweise zumindest bereichsweise einen oder mehrere rückstellfähige
Abschnitte (24) aufweist.
13. Tor nach einem der Ansprüche 7 - 11, wobei der Gurt (18) aus einem rückstellfähigen
Material, vorzugsweise einem Gummi, ausgebildet ist.
14. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beabstandungsmittel in Form
von zwei zur Wickelachse (Y) koaxial an den distalen Breitenseiten des Torblatts (2)
angeordneten Konen (28) ausgebildet sind und das Torblatt (2) eine trapezförmige Grundfläche
aufweist, so daß die einander zulaufenden Kanten des Torblatts (2) beim Überführen
in die Offen-Stellung mit den Manteloberflächen der Konen (28) in Eingriff gelangen.
15. Tor nach Anspruch 14, wobei die Konen (28) eine gestufte, spiralförmige Manteloberfläche
aufweisen.
16. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Torblatt (2) aus vorzugsweise
transparentem Poly-Carbonat ausgebildet ist.