[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Notabschaltdetektorvorrichtung für eine Gasturbine,
insbesondere für eine Notabschaltdetektorvorrichtung, welche auf einen Wellenbruch
einer Gasturbine reagiert, um in einem derartigen Notfall die Brennstoffzufuhr zu
unterbrechen bzw. die Turbinensteuerung entsprechend anzusteuern.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedlichste Ausgestaltungsvarianten bekannt,
die teils mechanische teils elektromechanisch funktionieren, siehe insbesondere die
US-Patente 6,607,349 B2,
5,293,774,
4,737,709 und
3,6-12,710 oder die
DE 197 27 296 A1. Bei diesen vorbekannten Vorrichtungen besteht das Problem, dass bei einem Bruch
einer Kabelverbindung oder bei Kontaktschwierigkeiten der Notabschaltdetektorvorrichtung
selbst ein Störfall vorgetauscht werden kann, der jedoch nicht vorliegt, da kein Wellenbruch
aufgetreten ist und das eigentliche Sensorelement nicht durchtrennt wurde.
[0003] Erschwerend kommt hinzu, dass sich beim Betrieb einer Gasturbine ganz erhebliche
Temperaturunterschiede ergeben können, so dass auch hierdurch Fehlfunktionen der vorbekannten
Vorrichtungen nicht auszuschließen sind.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Notabschaltdetektorvorrichtung für
eine Gasturbine zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und einfacher, kostengünstiger
Herstellbarkeit ein Höchstmaß an Betriebssicherheit aufweist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Hauptanspruchs
gelöst, die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0006] Der erfindungsgemäßen Notabschaltdetektorvorrichtung liegt der Grundgedanke zugrunde,
mittels zumindest eines Widerstandes eine Schaltung zu schaffen, welche nicht nur
einen unendlich großen oder unendlich kleinen elektrischen Widerstand aufweist (in
Abhängigkeit davon, ob eine elektrische Leitung unterbrochen ist oder Kontakt hat),
sondern welche einen definierten elektrischen Widerstand hat, der eine definitive
Aussage darüber zulässt, ob ein sonstiger elektrischer Defekt der Notabschaltdetektorvorrichtung,
des Sensorelements oder der zugehörigen Steuerung vorliegt oder ob ein Wellenbruch
aufgetreten ist, bei welchem das Sensorelement mechanisch durchtrennt wurde.
[0007] Bei einem Wellenbruch bewegt sich die Welle in axialer Richtung über einen gewissen
Bereich, beispielsweise über 5 mm. Mittels geeigneter Zähne oder Schermesser, die
in Kontakt mit dem mechanisch durchtrennbaren Sensorelement geraten, wenn die Welle,
gebrochen ist, kann dieses abgetrennt werden. Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung,
insbesondere bei der Verwendung der in den Unteransprüchen beschriebenen drei Widerstände
und der zugehörigen Schaltung wird somit ein Widerstand gezielt aus der Gesamtschaltung
abgetrennt. Somit sind nur noch die beiden anderen Widerstände wirksam. Hierdurch
ändert sich der Gesamtwiderstand in definierter Weise. Diese Widerstandsänderung ist
steuerungsmäßig vorgebbar und regelungstechnisch überprüfbar. Sollte jedoch ein Kurzschluss
innerhalb der elektrischen Leitung oder im Bereich von Zuleitungen etc. vorliegen,
so ändert sich der elektrische Widerstand auf Null. Die Steuerung kann hierdurch leicht
ersehen, dass kein Wellenbruch und damit kein Abtrennen des freien Endbereichs des
Sensorelements vorliegen. Sollten die Zuleitungen, beispielsweise durch Kontaktschwierigkeiten
oder sonstige Defekte unterbrochen sein, so würde sich ein unendlicher Widerstand
ergeben. Auch dieser kann kein Indiz für einen Wellenbruch darstellen.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist somit sichergestellt, dass sich ein
definierter Widerstand in der Gesamtschaltung ergibt, der nur dann auftreten kann,
wenn ein Wellenbruch auftritt und entsprechend das freie Ende des Sensorelements abgetrennt
oder abgeschert wird. Andere Störungen, beispielsweise auch ein Kurzschluss im Bereich
des Sensorelements, führen zu geänderten Widerstandswerten, welche spezifisch den
eingesetzten Widerständen entsprechen und somit von der Steuerung erfasst werden können.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung weist auch den Vorteil auf, dass sich bei Temperaturänderungen
im Bereich der Widerstände, welche beispielsweise in einem Bereich von -55°C bis +260
°C auftreten können, eine definierte Betriebsweise ergibt. Da bei derartigen Temperaturänderungen
sich die spezifischen Widerstandswerte der einzelnen Widerstände proportional zueinander
ändern, ist die eingangs beschriebene spezifische Proportionalität oder Zuordnung
von Widerstandswerten bei unterschiedlichen Funktionsstörungen oder bei einem tatsächlichen
Wellenbruch weiterhin gegeben. Insbesondere bei Verwendung von Widerständen mit standardisierten
Temperaturkoeffizienten weist somit die erfindungsgemäße Vorrichtung ein Höchstmaß
an Betriebssicherheit auf.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Gesamtanordnung der erfindungsgemäßen Notabschaltdetektorvorrichtung
mit dem Sensorelement,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Explosionsansicht einer Halterung des freien Endbereichs des Sensorelements,
- Fig. 3
- eine vereinfachte Darstellung der erfindungsgemäßen Schaltung, und
- Fig. 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Anordnung.
[0011] Die Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Teilbereich einer Gasturbine
im Schnitt. Dabei ist ein Sensorelement 5 dargestellt, welches in Form eines länglichen
Sensors ausgebildet ist und einen Anschlussbereich 6 aufweist, der in üblicher Weise
montierbar ist.
[0012] Wie sich aus der Zusammenschau der Fig. 1 und 2 ergibt, ist das freie Ende 7 des
Sensorelements 5 U-förmig gebogen und in eine Halterung 8 aufgenommen und mittels
einer Abdeckung 9 gesichert. Die Halterung 8 umfasst eine Nut 10, welche im montierten
Zustand mit einer Nut 11 der Abdeckung 9 fluchtet, so wie sich dies aus Fig. 1 ergibt.
Im Bereich der Turbine ist ein Trennvorsprung 12 ausgebildet, welcher bei einem Wellenbruch
axial verschoben wird und durch Eingreifen in die Nuten 10, 11 in Kontakt mit dem
freien Ende 7 des Sensorelements 5 gelangt und dessen Spitzenbereich abtrennt oder
abschert. Die Abscherung erfolgt im Bereich einer in den Fig.3 und 4 schematisch dargestellten
Trennlinie 13.
[0013] Die Fig. 3 zeigt in schematischer Darstellung die elektrische Schaltung der erfindungsgemäßen
Notabschaltdetektorvorrichtung. Diese umfasst einen bereits erwähnten Anschlussbereich
6, welcher über nicht dargestellte elektrische Verbindungselemente mit einer Regelung/Steuerung
verbunden ist. An dem Anschlussbereich 6 ist das Sensorelement 5 befestigt, dessen
freies Ende 7 längs der Trennlinie 13 abtrennbar ist.
[0014] Im Inneren des Sensorelements 5 verlaufen jeweils eine elektrische Zuleitung 1, 3
sowie eine elektrische Ableitung 2, 4. Im Bereich des freien Endes 7 sind die beiden
Zulaufleitungen 3, 4 über einen Widerstand R1 elektrisch verbunden. Im oberen Bereich
des Sensorelements 5, angrenzend an den Anschlussbereich 6, sind die Zuleitungen 1,
3 mit den Ableitungen 2, 4 über einen zweiten elektrischen Widerstand R2 verbunden.
Die Widerstände R1 und R2 sind parallel angeordnet. In der Zuleitung 1 ist weiterhin
ein Widerstand R3 in Reihe angeordnet. Das Ausführungsbeispiel der Fig. 4 unterscheidet
sich von dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 dadurch, dass der Widerstand R1 ebenfalls
benachbart zu dem Anschlussbereich 6 angeordnet ist, so dass sowohl die Zuführleitung
3 als auch die Abführleitung 4 jeweils schlaufenartig auch das freie Ende 7 des Sensorelements
5 durchlaufen.Diese Anordnung ist so gewählt, dass alle drei Widerstände gleiche thermische
Umgebung haben. Hierdurch ergibt sich eine weitere Steigerung der Betriebssicherheit.
Das Bezugszeichen 14 bezeichnet einen Flansch, der zur Befestigung der Notabschaltdetektorvorrichtung
bzw. des Anschlussbereichs 6 vorgesehen sein kann.
[0015] Die Widerstandswerte betragen bei den gezeigten Ausführungsbeispielen:
R1: 1250 Ω,
R2: 1750 Ω,
R3: 750 Ω.
[0016] Diese Widerstandswerte wurden unter der Annahme gewählt, dass der Widerstand-Messbereich
des Messgerätes limitiert auf 3000 Ohm maximal mit einer genauigkeit von +/- 150 Ohm
ist. Durch die oben aufgeführten Widerstände ergeben sich nahezu equidistante Widerstandswerte
im Bereich des genannten Messbereiches, um eine bessere Unterscheidung der verschiedenen
Fehlerkonditionen zu ermöglichen.
[0017] Wie sich aus der Darstellung der rechten Hälfte der Fig. 3 ergibt, ist beim normalen
Betrieb der Notabschaltdetektorvorrichtung der Gesamtwiderstand 1499 Ω. Bei einer
Unterbrechung einer der Leitungen 3 bzw. 4 in dem Sensorelement 5 bzw. in dessen freiem
Ende 7 ergibt sich ein Widerstand von 2518 Ω.
[0018] Bei einem Kurzschluss zwischen den Leitungen 3, 4 ergibt sich ein Widerstand von
769 Ω. Bei einem Kurzschluss zwischen den Leitungen 1 und 2 ergibt sich ein sehr geringer
Widerstand (< 13 Ω). Bei einem Bruch einer der Leitungen 1 oder 2 ergibt sich ein
unendlicher Widerstand.
[0019] Durch die auftretenden Temperaturänderungen im Bereich der Widerstände beim Betrieb
einer Gasturbine ergeben sich bei dem Ausführungsbeispiel beispielsweise Schwankungen
von 8 % hinsichtlich der jeweiligen Widerstandswerte. Es versteht sich, dass die oben
genannten Werte nur exemplarisch sind. Erfindungsgemäß liegen jedoch bei den einzelnen
Betriebszuständen oder Betriebsstörungen ganz definierte Widerstandswerte in der Schaltung
vor, so dass es auf einfachste Weisemöglich ist, den Betriebszustand eines Wellenbruchs
und somit einer Abtrennung des freien Endes 7 des Sensorelements 5 von sonstigen Betriebsstörungen
(Kurzschlüsse, Verbindungsunterbrechungen oder Ähnlichem) zu unterscheiden.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Zuleitung
- 2
- Ableitung
- 3
- Zuleitung
- 4
- Ableitung
- 5
- Sensorelement
- 6
- Anschlussbereich
- 7
- Freies Ende
- 8
- Halterung
- 9
- Abdeckung
- 10
- Nut
- 11
- Nut
- 12
- Trennvorsprung
- 13
- Trennlinie
- 14
- Flansch
1. Notabschaltdetektorvorrichtung für eine Gasturbine, mit einem länglichen, mechanisch
durchtrennbaren Sensorelement (5), in welchem isoliert zumindest eine elektrische
Leitung (1 bis 4) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der elektrischen Leitung zumindest ein Widerstand (R1 bis R3) so angeordnet ist,
dass bei der Durchtrennung des Sensorelements (5) ein vorgegebener Widerstandswert
vorliegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine elektrische Zuleitung (1, 3) und eine elektrische Ableitung (2, 4),
welche im Bereich des freien Endes (7) des Sensorelements (5) elektrisch leitend miteinander
verbunden sind, vorgesehen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zuleitung (1, 3) in Reihe ein Widerstand (R3) angeordnet ist und dass nachfolgend
zwei Widerstände (R2 und R1), welche, zueinander parallel geschaltet sind, vorgesehen
sind, wobei die Zuleitung (1, 3) und die Ableitung (2, 4) nur durch diese beiden Widerstände
verbunden sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass einer (R1) der parallelen Widerstände im freien Endbereich des Sensorelements (5)
und die beiden anderen Widerstände (R2, R3) im Anschlussbereich (6) der Vorrichtung
angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Widerstände (R1 bis R3) im Anschlussbereich (6) der Vorrichtung angeordnet sind.