[0001] Die Erfindung betrifft einen Vorderschaftrepetierer gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Bei Repetiergewehren erfolgt die Repetierbewegung im Gegensatz zu automatischen bzw.
halbautomatischen Waffen von Hand. Um diese rasch auszuführen, bedient man sich Techniken,
die ein Umgreifen vom Gewehrgriff auf den Kammergriff erübrigen. So erfolgt bei Vorderschaftrepetierern
mit Patronenmagazin die Öffnung des Verschlusses, der Auswurf der Hülse einer abgeschossenen
Patrone, die Zuführung einer für einen nachfolgenden Schuss bestimmten Patrone in
den Lauf der Waffe und das Spannen des Schlosses allein durch manuelle Verschiebung
des Vorderschafts mittels der Führungshand des Schützen.
[0003] Bei bekannten Vorderschaftrepetierern befindet sich der Vorderschaft der schussbereiten
Waffe stets in der vorderen Endlage, also der dem Schützen abgewandten Endlage. In
dieser Position ist der Verschluss der Waffe geschlossen. Die Öffnung des Verschlusses,
der Auswurf der leeren Patrone und das Spannen des Schlosses erfolgt durch manuelle
Verschiebung des Vorderschafts von der vorderen Endlage in die dem Schützen zugewandte
hintere Endlage. Durch die anschließende Verschiebung des Vorderschafts in die vordere
Endlage wird dem Lauf des Vorderschaftrepetierers aus dem Magazin die für den nachfolgenden
Schuss bestimmte Patrone zugeführt und der Verschluss geschlossen. Der Vorderschaftrepetierer
ist dann schussbereit.
[0004] Bei Abgabe eines Schusses und bei jedem Anschlagen des Gewehres zieht man jedoch
den in der vorderen Endlage befindlichen Vorderschaft, der bei Schussabgabe in der
Führungshand liegt, unweigerlich auf sich zu. Ungewollt kann dabei der Verschluss
geöffnet werden. Um dies zu vermeiden, weisen bekannte Vorderschaftrepetierer für
den Vorderschaft in der vorderen Endlage eine Arretierungsvorrichtung auf, die ein
unbeabsichtigtes Zurückziehen des Vorderschafts unterbindet. Ohne eine derartige Arretierungsvorrichtung
kann eine sichere Handhabung des Vorderschaftrepetierers nicht gewährleistet werden.
[0005] Ein wesentlicher Nachteil bekannter Vorderschaftrepetierer liegt damit grundsätzlich
in ihrer bautypischen Handhabung begründet. Zum Schließen des Verschlusses muss der
Schütze den Vorderschaft in Schussrichtung schieben. Für die Schussabgabe unmittelbar
danach jedoch auf sich zu ziehen. Die Arretierungsvorrichtung verhindert dabei das
ungewollte Öffnen der Waffe. Ein solcher Bewegungsablauf ist umständlich, zeitraubend
und der natürlichen Veranlagung des Schützen zuwider.
[0006] Da sich der Vorderschaft des schussbereiten Vorderschaftrepetierers in der vorderen
Endlage befindet, weist die Mehrzahl bekannter Vorderschaftrepetierer in der Ausgangsposition
zwischen dem Gehäuse und dem Vorderschaft eine Repetierhublücke von der Größe des
Repetierhubs auf. Dies hat zur Folge, dass ein Teil der Führung und der Stangen des
Vorderschaftrepetierers ungeschützt ist. Bekannte Vorderschaftrepetierer sind daher
recht anfällig für Funktionsstörungen, die beispielsweise durch das Eindringen von
Schmutz hervorgerufen werden. Der Schütze hat daher stets dafür Sorge zu tragen, dass
ein Eindringen von Schmutz vermieden wird. Dies ist insbesondere im Hinblick auf eine
möglichst komfortable Handhabung des Vorderschaftrepetierers von Nachteil.
[0007] Um dem zu begegnen offenbart
EP 0 692 696 B1 einen Vorderschaftrepetierer, der im schussbereiten Ausgangszustand keine Repetierhub-Lücke
aufweist. Bei dem in dieser Druckschrift offenbarten Vorderschaftrepetierer ist der
Vorderschaft um einen Fixpunkt schwenkbar gelagert. In Verbindung mit einer geeigneten
Führung wird der Vorderschaft bei Verschiebung in Richtung Schütze unter das Gehäuse
geschwenkt. Dies hat zur Folge, dass die im schussbereiten Ausgangszustand üblicherweise
vorhandene Repetierhub-Lücke entfällt. Der Vorderschaft schließt vielmehr mit seinem
hinteren Ende an das Gehäuse an, was letztlich dadurch erzielt wird, dass die Repetierhub-Bewegung
gegenüber üblichen Vorderschaftrepetierern unter den Rahmen verlagert worden ist.
Da sich jedoch der Vorderschaft in der Ausgangsstellung des Vorderschaftrepetierers
in der vorderen Endlage befindet, kann auch bei diesem bekannten Vorderschaftrepetierer
ohne eine Arretiervorrichtung keine sichere Handhabung gewährleistet werden. Zudem
erfordert die Schiebe-Schwenk-Kinematik einen relativ klobigen Vorderschaft, der keine
elegante Linienführung der Waffe erlaubt.
[0008] Ziel der Erfindung ist es, einen Vorderschaftrepetierer zu schaffen, der ohne eine
Arretierungsvorrichtung sicher zu handhaben ist und der im schussbereiten Ausgangszustand
keine Repetierhublücke aufweist. Angestrebt wird ferner eine Waffe, die auf die Ergonomie
des Schützen abgestimmt ist und die in geschlossenem bzw. schussbereitem Zustand ein
gefälliges Erscheinungsbild aufweist.
[0009] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 angegeben.
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 16.
[0010] Bei einem Vorderschaftrepetierer mit einem Lauf, einem Schafthauptteil, einem längsverschieblich
gelagerten Vorderschaft und einer mit diesem gekoppelten Verschlussvorrichtung, die
in Schließstellung des Repetierers mit dem rückwärtigen Laufende in Eingriff bringbar
ist, sieht die Erfindung vor, dass die Verschlussvorrichtung und der Vorderschaft
derart gekoppelt sind, dass beim Verschieben des Vorderschafts die Verschlussvorrichtung
entgegengesetzt zur Verschiebungsrichtung des Vorderschafts betätigbar ist.
[0011] Durch die entgegengesetzt zur Verschiebungsrichtung des Vorderschafts vorgenommene
Betätigung der Verschlussvorrichtung erfolgt eine vollständige Umkehr der den beiden
Verschiebungsrichtungen des Vorderschafts zugeordneten Funktionen. So wird bei dem
erfindungsgemäßen Vorderschaftrepetierer durch Verschiebung des Vorderschafts von
der dem Schützen abgewandten vorderen Endlage in die dem Schützen zugewandte hintere
Endlage dem Lauf des Vorderschaftrepetierers eine Patrone zugeführt und die Verschlussvorrichtung
geschlossen.
[0012] Erfindungsgemäß definiert daher nicht - wie bekannt - die vordere, sondern die hintere
Endlage des Vorderschafts den schussbereiten Ausgangzustand des Vorderschaftrepetierers,
in der sich das hintere Ende des Vorderschafts auf Anschlag zum Gehäuse befindet.
Eine unbeabsichtigte Verschiebung des Vorderschafts durch die Führungshand ist daher
ausgeschlossen und hat ferner den Vorteil, dass auf die bei bekannten Vorderschaftrepetierern
notwendige Arretierungsvorrichtung verzichtet werden kann.
[0013] Weil sich der Vorderschaft im schussbereiten Ausgangszustand in der hinteren Endlage
befindet, weist der erfindungsgemäße Vorderschaftrepetierer im schussbereiten Ausgangszustand
keine Repetierhublücke mehr auf, also eine Lücke von der Größe des Repetierhubs. lm
schussbereiten Ausgangszustand ist der Vorderschaftrepetierer im Unterschied zu den
bekannten Vorderschaftrepetierern vielmehr vollständig geschlossen. Das Eindringen
von Schmutz in das Innere der Waffe ist daher weitestgehend ausgeschlossen. Im Unterschied
zu bekannten Vorderschaftrepetierern ist überdies eine komfortable Handhabung gewährleistet.
Der Schütze kann die schussbereite Waffe ohne Bedenken auch verschmutzten Umgebungen
aussetzten, ohne stets dafür Sorge tragen zu müssen, das Schmutz in die Waffe eindringt.
[0014] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorderschaftrepetierers sind der
Verschluss und der Vorderschaft zur Realisierung der oben dargelegten Bewegungsumkehr
über ein Wendegetriebe miteinander gekoppelt, welches bei einer konkreten Ausführungsform
gebildet ist aus einer mit dem Vorderschaft verbundenen Schubstange, einer mit der
Verschlussvorrichtung verbundenen Betätigungsstange und mindestens einem drehbar angeordneten
Zahnrad, das in für den Eingriff des Zahnrads ausgebildete Abschnitte der Schubstange
und der Betätigungsstange eingreift.
[0015] Hierbei dient die mit der Verschlussvorrichtung verbundene Betätigungsstange der
Betätigung des Verschlusskopfes. Mittels des Zahnrads, das in die zum Eingriff des
Zahnrades ausgebildeten Abschnitte der Schubstange des Vorderschafts und der Betätigungsstange
eingreift, wird die Bewegung der mit dem Vorderschaft verbundenen Schubstange in eine
Entgegengesetzte Bewegung der Betätigungsstange umgesetzt.
[0016] Vorzugsweise sind die für den Eingriff des Zahnrads ausgebildeten Abschnitte der
Betätigungsstange und der Schubstange verzahnt oder gelocht. Oder sie weisen bei einer
alternativen Ausführungsform leiterartig angeordnete Ausnehmungen auf, die vorzugsweise
durchgehend ausgebildet sind, wobei sich diese alternative Ausführungsform mittels
eines leiterartigen Stanzgitters kostengünstig realisieren lässt.
[0017] Konstruktiv ist es günstig, wenn das Zahnrad auf einer gehäusefesten Achse gelagert
ist.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorderschaftrepetierers
ist das Zahnrad an einer längs des Laufs angeordneten Führung drehbar angebracht,
auf der ein Schlitten verschiebbar angeordnet ist. An diesem ist der Vorderschaft
und die Schubstange befestigt, so dass eine manuelle Verschiebung des Vorderschafts
unmittelbar in eine Verschiebung des Schlittens auf der längs des Laufs angeordneten
Führung und letztlich in eine Verschiebung der Schubstange umgesetzt wird. Diese wiederum
wird über das Zahnrad in eine entgegengesetzt gerichtete Verschiebung der Betätigungsstange
des Verschlusses umgesetzt. Durch die Führung des Schlittens auf der längs des Laufs
angeordneten Führung wird erfindungsgemäß eine geschmeidige und damit auch in ergonomischer
Hinsicht vorteilhafte Handhabung des Vorderschafts realisiert.
[0019] Bei einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorderschaftrepetierers
sind die Verschlussvorrichtung und der Vorderschaft zur Realisierung der Bewegungsumkehr
über einen Hülltrieb, einen Riementrieb, ein Riemengetriebe o.dgl. gekoppelt, der
in einer konkreten Ausführungsformen als Seiltrieb, als Kettentrieb, als Riementrieb
oder als Zahnriementrieb ausgebildet sein kann, wobei der Seiltrieb zwei Rollen und
ein die Rollen umspannendes Seil, der Kettentrieb zwei Kettenrädern und eine die Kettenräder
umspannende Kette, der Riementrieb zwei Scheiben und einen die Scheiben umspannenden
Riemen und der Zahnriementrieb zwei Zahnscheiben und einen die Zahnscheiben umspannenden
Zahnriemen umfasst.
[0020] Bei einer praktischen Ausführungsform zur Realisierung der erfindungsgemäßen Bewegungsumkehr
mittels eines Hülltriebs sind die Rollen, die Kettenräder, die Scheiben oder die Zahnscheiben
des Hülltriebes an einer längs des Laufs angeordneten Führung drehbar angebracht,
auf der ein Schlitten verschiebbar angeordnet ist, an dem der Vorderschaft befestigt
ist, wobei der Schlitten mit einem der beiden Trums des Hülltriebes verbunden ist
und eine mit dem Verschluss verbundene Betätigungsstange mit dem anderen der beiden
Trums. Mit dem Begriff Trums werden hierbei vorliegend jeweils die freien Abschnitte
des Hülltriebs benannt, also die freien Abschnitte des Seils, der Kette, des Riemens
bzw. des Zahnriemens, welche die "Umhüllung" des Hülltriebs bilden.
[0021] Bei der obigen praktischen Ausführungsform wird eine manuelle Verschiebung des Vorderschafts
unmittelbar in eine Verschiebung des Schlittens auf der längs des Laufs angeordneten
Führung umgesetzt, die wiederum aufgrund der bestehenden Verbindung des Schlittens
mit einem der beiden Trums des Hülltriebs in eine Drehung der Rollen, der Kettenräder,
der Scheiben oder der Zahnscheiben des Hülltriebes umgesetzt wird, was letztlich zu
einer entgegengesetzt gerichteten Verschiebung der mit dem anderen Trum des Hülltriebs
verbundenen Betätigungsstange der Verschlussvorrichtung führt.
[0022] Die Erfindung sieht ferner vor, dass das Wendegetriebe, der Hülltrieb, der Riementrieb,
das Riemengetriebe o.dgl. ein Untersetzungs- oder Übersetzungsgetriebe ist. Dadurch
können der Vorderschaft und der Verschlusskopf bei Bedarf unterschiedliche Wegstrecken
zurücklegen.
[0023] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- zwei schematische Seitenansichten eines Vorderschaftrepetierers,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer anderen Ausführungsform eines Vorderschaftrepetierers,
- Fig. 3
- den Vorderschaftrepetierer aus Fig. 2 in perspektivischer Teildarstellung,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung des Vorderschaftrepetierers aus Fig.2 mit dem Vorderschaft
in der vorderen Endlage,
- Fig. 5
- den Vorderschaftrepetierer aus Fig. 4 in perspektivischer Teildarstellung,
- Fig. 6
- eine perspektivische Teildarstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Vorderschaftrepetierers,
- Fig. 7
- eine perspektivische Teildarstellung des Vorderschaftrepetierers aus Fig. 6 mit dem
Vorderschaft in einer Position zwischen der vorderen und der hinteren Endlage und
- Fig. 8
- eine perspektivische Teildarstellung des Vorderschaftrepetierers aus Fig. 6 mit dem
Vorderschaft in der vorderen Endlage.
[0024] Der in Fig. 1 in der oberen und unteren Bildhälfte allgemein mit 10 bezeichnete Vorderschaftrepetierer
hat einen Lauf 11 sowie einen Schafthauptteil 13, der rückwärtig einen Gewehrkolben
14 aufweist und vorderseitig in einen Vorderschaft 12 übergeht. Zwischen dem Schaft
13 und dem Kolben 14 ist ein Pistolengriff 15 ausgebildet, der die bequeme Betätigung
eines Abzugs 16 ermöglicht. Letzterer ist unmittelbar vor dem Pistolengriff 15 von
unten in den Schafthauptteil 13 eingelassen. Er steht zwecks Schussauslösung in an
sich bekannter Weise mit einem (nicht dargestellten) Hahn in Verbindung, der einen
(ebenfalls nicht gezeigten) Schlagbolzen betätigt. Der Schafthauptteil 13 trägt als
Systemgehäuse den sich in Axialrichtung der Repetierbüchse 10 nach vorne erstreckenden
Lauf 11, dessen rückwärtiges Ende 21 von einer Verschlussvorrichtung 17 verschließbar
ist. Letztere weist einen Verschlusskopf 18 auf, der in Schließstellung der Waffe
10 mit dem hinteren Ende 21 des Laufs 11 in Eingriff bringbar ist.
[0025] Zur Betätigung der Verschlussvorrichtung 17 ist der Vorderschaft 12 längs des Laufs
11 verschiebbar ausgebildet. Die obere Bildhälfte von Fig. 1 zeigt den Vorderschaftrepetierer
10 mit dem Vorderschaft 12 in einer hinteren Endlage und die Verschlussvorrichtung
17 in ihrer vorderen Schließstellung. In der unteren Bildhälfte von Fig. 1 befindet
sich der Vorderschaft 12 in seiner vorderen Endlage, während die Verschlussvorrichtung
17 nach hinten geöffnet ist.
[0026] Die Kopplung des längsverschieblichen Vorderschafts 12 mit der ebenfalls längsverschieblich
gelagerten Verschlussvorrichtung 17 erfolgt über eine parallel zum Lauf 11 angeordnete
Betätigungsstange 19 und eine sich längs des Laufs 11 erstreckende Schubstange 20.
Letztere ist mit dem Vorderschaft 12 verbunden, während die Betätigungsstange 19 an
der Verschlussvorrichtung 17 festgelegt ist. Zwischen beiden Stangen 19, 20 ist ein
drehbar gelagertes Zahnrad 29 angeordnet, welches in (nicht näher gezeigte) verzahnte
Abschnitte der Betätigungsstange 19 und der Schubstange 20 eingreift.
[0027] Bei manueller Verschiebung des Vorderschafts 12 von der vorderen Endlage (siehe untere
Bildhälfte in Fig. 1) in die hintere Endlage (siehe obere Bildhälfte in Fig. 1) wird
die Schubstange 20 über den Vorderschaft 12 zur hinteren Endlage hin bewegt. Dabei
dreht sich das Zahnrad 29 und die Betätigungsstange 19 wird von ihrer hinteren Endlage
in eine vordere Endlage gebracht. Gleichzeitig bewegt sich der Verschlusskopf 18 auf
das Laufende 21 zu; die Verschlussvorrichtung 17 wird geschlossen.
[0028] Die Bewegung des Vorderschafts 12 von der vorderen Endlage in die hintere Endlage
wird mithin in eine Entgegengesetzte Bewegung der Verschlussvorrichtung 17 bzw. des
Verschlusskopfes 18 umgesetzt. Zieht also der Schütze den Vorderschaft 12 auf sich
zu, wird die Waffe 10 geschlossen und zugleich in die Schulter gezogen. Zum Öffnen
der Waffe 10 wird der Vorderschaft 12 ohne Umgreifen einfach von der hinteren Endlage
in die vordere Endlage gebracht. Die mit der Schubstange 20 über das Zahnrad 29 gekoppelte
Betätigungsstange 19 bewegt die Verschlussvorrichtung 17 unmittelbar nach hinten.
Der Verschlusskopf 18 bewegt sich nach hinten; die Waffe 10 wird geöffnet und eine
abgeschossene Patrone ausgeworfen.
Durch die erfindungsgemäß ausgebildete Bewegungsumkehr lässt sich ein Vorderschaftrepetierer
10 realisieren, in dessen schussbereiter Ausgangsstellung sich der Vorderschaft 12
in einer hinteren geschlossenen Endlage befindet. In dieser Ausgangstellung weist
der Vorderschaftrepetierer 10 keine Repetierhublücke mehr auf, wie dies bei bekannten
Vorderschaftrepetierern der Fall ist. Ein nachteiliges Eindringen von Schmutz wird
daher zuverlässig vermieden. Ferner ist auch keine Arretierungsvorrichtung mehr notwendig,
da sich der Vorderschaft 12 in seiner schussbereiten Ausgangsstellung bereits auf
Anschlag zu dem Gehäuse 13 befindet. Die Waffe 10 kann vielmehr äußerst schlank ausgebildet
werden, was zu einem beispielsweise für Jagdwaffen oft wichtigen gefälligen und eleganten
Erscheinungsbild führt.
[0029] Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform eines Vorderschaftrepetierers 10 in perspektivischer
Darstellung, wobei gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Für
den Hülsenauswurf und/oder zum Entladen einer noch nicht verschossenen Patrone 31
ist seitlich im Gehäuse 13 eine Längsausnehmung 32 eingebracht. Durch diese wird eine
abgeschossene Patronenhülse ausgeworfen und eine neue Patrone 31 aus einem Magazin
30 nachgeladen. Letzteres ist beispielsweise von unten in das Gehäuse 13 einsteckbar.
[0030] Die Teildarstellung von Fig. 3 zeigt den vom Vorderschaft 12 sonst verdeckten inneren
Aufbau des Vorderschaftrepetierers 10. Man erkennt, dass sich der Vorderschaft 12
des Vorderschaftrepetierers 10 in seiner hinteren Endlage befindet, also in schussbereiter
Ausgangsstellung. Längs des Laufs 11 ist eine Führung 22 angebracht, auf der ein Schlitten
23 verschiebbar aufgenommen ist. In endseitig ausgebildeten Durchbrüchen 24 der Führung
22 ist jeweils eine Scheibe 25 drehbar gelagert (siehe auch Fig. 5), die beide von
einem Riemen 26, einer Kette oder einem Endlosband umspannt sind. Der Vorderschaft
12 ist an dem Schlitten 23 befestigt, der wiederum mit einem der beiden Trums (in
Fig. 3 nicht sichtbar) des von den beiden Scheiben 25 und dem Riemen 26 gebildeten
Hülltriebs verbunden ist.
[0031] Eine manuelle Verschiebung des Vorderschafts 12 wird damit unmittelbar in eine Verschiebung
des Schlittens 23 umgesetzt, die wiederum aufgrund der bestehenden Verbindung des
Schlittens 23 mit dem Trum 27 in eine Drehung der Scheiben 25 umgesetzt wird, was
letztlich zu einer entgegengesetzt gerichteten Verschiebung der mit dem anderen Trum
27 des Hülltriebs verbundenen Betätigungsstange 19 der Verschlussvorrichtung 17 führt.
Insgesamt betrachtet kann daher die Verschlussvorrichtung 17 des Vorderschaftrepetierers
10 durch eine Verschiebung des Vorderschafts 12 zur vorderen Endlage hin geöffnet
werden, wie es die Fig. 4 und 5 veranschaulichen. So zeigt Fig. 5 den Vorderschaft
12 in der vorderen Endlage mit geöffnetem Verschluss 17 und der Betätigungsstange
19, die im Vergleich zu der in Fig. 3 dargestellten Lage in das Gehäuse 13 eingeschoben
ist.
[0032] Bei der Schussabgabe unterliegt die aus Vorderschaft 12, Schubstange 20 und Schlitten
23 bestehende Baugruppe einer Trägheitskraft, welche die gesamte Baugruppe relativ
zur rückstoßbedingt nach hinten fahrenden Lauf-Gehäuse-Verschluss-Baugruppe verharren
lassen will. Den dadurch erzeugten Kraftspritzen kann durch im Kraftfluss angeordnete
federelastische Bauteile wie z.B. Schraubenfedern oder Dämpfungselementen begegnet
werden.
[0033] Die Fig. 4 und 5 zeigen auch, dass obwohl sich der Vorderschaft 12 in der vorderen
Endlage und der Verschluss 17 in der hinteren Endlage befindet, die wirksame Führungslänge
des Schlittens 23 und damit die des Vorderschafts 12 erhalten bleibt. Vorteilhaft
ist ferner auch, dass die vorliegende Hülltriebkonstruktion keinen unmittelbaren Kontakt
zum Lauf aufweist, was für gute Schussbilder zwingend vorauszusetzen ist.
[0034] Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vorderschaftrepetierers
10 mit dem Vorderschaft 12 in der hinteren Endlage. Die mit der Verschlussvorrichtung
17 verbundene Betätigungsstange 19 (siehe dazu auch die Fig. 7 und 8) und die mit
dem Vorderschaft 12 über den Schlitten 23 verbundene Schubstange 20 ist in Form eines
kostengünstig herstellbaren leiterartigen Stanzgitters ausgebildet.
[0035] Durch manuelle Verschiebung des Vorderschafts 12 und damit des Schlittens 23 wird
letztlich die Schubstange 20 verschoben, wobei deren Bewegung über das Zahnrad 29
in eine entgegengesetzt gerichtete Verschiebung der Betätigungsstange 19 des Verschlusses
28 umgesetzt wird (siehe Fig. 7 und 8).
[0036] Die Fig. 7 und 8 zeigen zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Mechanismus die
Ausführungsform der Fig. 6 mit einem Vorderschaft 12 in einer Position zwischen der
hinteren und der vorderen Endlage (vgl. Fig. 7) und einem Vorderschaft 12 in der vorderen
Endlage. So ist der Verschluss 17 in Fig. 7 nur teilweise und in Fig. 8 vollständig
geöffnet.
[0037] Die Erfindung ist nicht auf eine der Vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. So kann das Zahnrad (29) beispielsweise
abgestuft (zweilagig) ausgebildet sein, wobei die Zahnradstufen unterschiedliche Anzahl
an Zähnen aufweisen. Steht die Betätigungsstange (19) mit der ersten und die Schubstange
(20) mit der zweiten Zahnradstufe in Eingriff, bildet das Wendegetriebe ein Unter-
oder Übersetzungsgetriebe und die beiden Stangen (19, 20) legen bei der Betätigung
des Vorderschafts (12) unterschiedliche Wegstrecken zurück. Selbstverständlich können
auch zwei Zahnräder (29) parallel nebeneinander angeordnet werden. Wichtig ist nur,
dass diese fest miteinander gekoppelt sind.
[0038] Die in den Fig. 2 bis 8 dargestellten erfindungsgemäßen Ausführungsformen eignen
sich auch zum Bau einer Waffe nach der so genannten Bullpup-Bauart, weil das umständliche
Umgreifen vom Vorderschaft auf den in Schulternähe befindlichen Kammerstengel entfällt.
Bei "Bullpup"-Waffen handelt es sich um Waffen, bei denen der Lauf gegenüber sonstigen
bekannten Waffen weiter nach hinten zum Hinterschaft hin verlegt worden ist und sich
das Magazin 30 im Gewehrkolben 14 befindet. Dadurch lässt sich eine sehr kurze kompakte
Waffe realisieren.
[0039] Eine kurze Bauform der Waffe erreicht man ferner, wenn der Abzug 16 nicht fest in
dem Schafthauptteil 13 eingelassen ist, sondern im Vorderschaft 12 integriert ist.
Der Abzug 16 gehört damit zur Vorderschaft-Baugruppe, die relativ zur Lauf-Gehäuse-Verschluss-Baugruppe
bewegt und damit zum Öffnen der Waffe in Schussrichtung nach vorn gebracht wird. Damit
ist es möglich, das Magazin 30 (bei geschlossener Waffe) unmittelbar über dem Abzug
16 oder sogar dahinter anzuordnen, was sich äußerst günstig auf die Baulänge der Waffe
auswirkt. Ist die Waffe geöffnet, kann man das Magazin ungehindert nach unten entnehmen.
Die Handhabung der Waffe wird weiter verbessert.
[0040] Der in Fig. 1 in der oberen und unteren Bildhälfte allgemein mit 10 bezeichnete Vorderschaftrepetierer
hat einen Lauf 11 sowie einen Schafthauptteil 13, der rückwärtig einen Gewehrkolben
14 aufweist und vorderseitig in einen Vorderschaft 12 übergeht. Zwischen dem Schaft
13 und dem Kolben 14 ist ein Pistolengriff 15 ausgebildet, der die bequeme Betätigung
eines ermöglicht. Letzterer ist unmittelbar vor dem Pistolengriff 15 von unten in
den Schafthauptteil 13 eingelassen. Er steht zwecks Schussauslösung in an sich bekannter
Weise mit einem (nicht dargestellten) Hahn in Verbindung, der einen (ebenfalls nicht
gezeigten) Schlagbolzen betätigt. Der Schafthauptteil 13 trägt als Systemgehäuse den
sich in Axialrichtung der Repetierbüchse 10 nach vorne erstreckenden Lauf 11, dessen
rückwärtiges Ende 21 von einer Verschlussvorrichtung 17 verschließbar ist. Letztere
weist einen Verschlusskopf 18 auf, der in Schließstellung der Waffe 10 mit dem hinteren
Ende 21 des Laufs 11 in Eingriff bringbar ist.
[0041] Schließlich können die in den Fig. 2 bis 8 dargestellten Ausführungsformen auch an
Schrotflinten mit Röhrenmagazin verwirklicht werden, wobei der Schlitten auf dem Magazinrohr
längsverschieblich und drehfest geführt ist und den Vorderschaft 12 trägt. Hierbei
sind die Drehelemente des Hülltriebs bzw. das Zahnrad 29 seitlich am Magazinrohr drehbar
anzubringen.
[0042] Man erkennt, dass der erfindungsgemäße Vorderschaftrepetierer 10 einen Lauf 11, einen
Schafthauptteil 12, einen längsverschieblich gelagerten Vorderschaft 12 und eine mit
diesem gekoppelte Verschlussvorrichtung 17 aufweist, wobei letztere in Schließstellung
des Repetierers 10 mit dem rückwärtigen Laufende 21 in Eingriff bringbar ist. Dabei
sind die Verschlussvorrichtung 17 und der Vorderschaft 12 derart gekoppelt, dass beim
Verschieben des Vorderschafts 12 die Verschlussvorrichtung 17 entgegengesetzt zur
Verschiebungsrichtung des Vorderschafts 12 betätigbar ist. Hierdurch wird erreicht,
dass der Vorderschaftrepetierer 10 ohne Arretierungsvorrichtung sicher zu handhaben
ist und im schussbereiten Ausgangszustand keine Repetierhublücke aufweist. Weiterhin
wird eine auf die Ergonomie des Schützen abgestimmte Waffe geschaffen, die in geschlossenem
bzw. schussbereitem Zustand ein gefälliges Erscheinungsbild aufweist
[0043] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Vorderschaftrepetierer
- 11
- Lauf
- 12
- Vorderschaft
- 13
- Schafthauptteil / Gehäuse
- 14
- Gewehrkolben
- 15
- Pistolengriff
- 16
- Abzug
- 17
- Verschlussvorrichtung
- 18
- Verschlusskopf
- 19
- Betätigungsstange
- 20
- Schubstange
- 21
- Laufende
- 22
- Führung
- 23
- Schlitten
- 24
- Durchbruch
- 25
- Scheibe
- 26
- Riemen
- 27
- Trum
- 28
- Verschluss
- 29
- Zahnrad
- 30
- Magazin
- 31
- Patrone
- 32
- Längsausnehmung
1. Vorderschaftrepetierer (10) mit einem Lauf (11), einem Schafthauptteil (12), einem
längsverschieblich gelagerten Vorderschaft (12) und einer mit diesem gekoppelten Verschlussvorrichtung
(17), die in Schließstellung des Repetierers (10) mit dem rückwärtigen Laufende (21)
in Eingriff bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung (17) und der Vorderschaft (12) derart gekoppelt sind, dass
beim Verschieben des Vorderschafts (12) die Verschlussvorrichtung (17) entgegengesetzt
zur Verschiebungsrichtung des Vorderschafts (12) betätigbar ist.
2. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung (17) und der Vorderschaft (12) über ein Wendegetriebe miteinander
gekoppelt sind.
3. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wendegetriebe gebildet ist aus einer mit dem Vorderschaft (12) verbundenen Schubstange
(20), einer mit der Verschlussvorrichtung (17) verbundenen Betätigungsstange (19)
und mindestens einem drehbar angeordneten Zahnrad (29), das in für den Eingriff des
Zahnrads (29) ausgebildete Abschnitte der Schubstange (20) und der Betätigungsstange
(19) eingreift.
4. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte der Schubstange (20) und der Betätigungsstange (19) für den Eingriff
des Zahnrads (29) verzahnt oder gelocht sind.
5. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte der Schubstange (20) und der Betätigungsstange (19) für den Eingriff
des Zahnrads (29) leiterartig angeordnete Ausnehmungen aufweisen.
6. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen durchgehend ausgebildet sind.
7. Vorderschaftrepetierer nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Zahnrad (29) auf einer gehäusefesten Achse gelagert ist.
8. Vorderschaftrepetierer nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zahnrad (29) an einer längs des Laufs (11) angeordneten Führung (22) drehbar
angebracht ist.
9. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Führung (22) ein Schlitten (23) verschiebbar angeordnet ist, an dem der Vorderschaft
(12) und die Schubstange (20) befestigt sind.
10. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung (17) und der Vorderschaft (12) über einen Hülltrieb, einen
Riementrieb, ein Riemengetriebe o.dgl. gekoppelt sind.
11. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülltrieb aus zwei Scheiben (25) und einem Riemen (26) gebildet ist, der die
Scheiben (25) umspannt.
12. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülltrieb aus zwei Rollen und einem Endlosseil gebildet ist, das die Rollen umspannt.
13. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülltrieb aus zwei Kettenrädern und einer Kette gebildet ist, welche die Kettenräder
umspannt.
14. Vorderschaftrepetierer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hülltrieb aus zwei Zahnscheiben und einem Zahnriemen gebildet ist, der die Zahnscheiben
umspannt.
15. Vorderschaftrepetierer nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen, die Kettenräder, die Scheiben (25) oder die Zahnscheiben des Hülltriebes
an einer längs des Laufs angeordneten Führung (22) drehbar gelagert sind, wobei auf
der Führung (22) ein Schlitten (23) verschiebbar angeordnet ist, an dem der Vorderschaft
(12) befestigt ist, und wobei der Schlitten (23) mit einem der Trums (27) des Hülltriebes
und eine mit der Verschlussvorrichtung (17) verbundene Betätigungsstange (19) mit
dem anderen der beiden Trums (27) verbunden ist.
16. Vorderschaftrepetierer nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Wendegetriebe, der Hülltrieb, der Riementrieb, das Riemengetriebe o.dgl. ein
Untersetzung oder Übersetzungsgetriebe ist.