Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen handbetätigten Schutzschalter für Motorschutz und/oder
Leitungsschutz nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Derartige Schutzschalter sind
bekannt als Motorschutzschalter, die in ihrem Auslöseverhalten (bis zum mehrfachen
Anlaufstrom) auf den zu schützenden Elektromotor abgestimmt sind, oder als Leitungsschutzschalter
zum Schutz von elektrischen Leitungen oder Anlagen gegen thermische Überlastung oder
Kurzschlussschäden dienen. Das Auslöseverhalten und damit der Einsatz derartiger Schutzschalter
werden bestimmt von den thermischen und den Kurzschluss-Auslösewerten.
Stand der Technik
[0002] Solche Motorsschutzschalter können mit auswechselbarem Überstrom-Auslöser-Modul ausgerüstet
sein (
CH-PS 319019,
DE 36 42 719 A1). Dabei kann ein Bediener durchaus unterschiedliche Auslöser-Module aufsetzen, die
sich durch unterschiedliche Strombereiche, bzw. unterschiedliche Trägheitsklassen
unterscheiden.
[0003] Aus sicherheitstechnischen Gründen soll ein Auslöser-Module nicht in der Stellung
EIN des Schutzschalters gezogen werden können. Hierzu ist in der
DE 36 42 719 A1 ein Sicherheitseinrichtung in Form einer Klappe vorgesehen. In der Klappe ist ein
Fenster vorhanden, durch das der Betätigungsdrehknopf hindurch greift. Das Fenster
ist derart ausgebildet, dass der Betätigungsdrehknopf in der EIN-Stellung die Ränder
des Fensters sperrend übergreift, so dass das Auslöser-Modul aus der gesteckten Stellung
nicht ziehbar ist. Die Sicherheitseinrichtung (die Klappe) ist ein sehr aufwändig
gestaltetes Teil.
[0004] Von Nachteil bei solchen oder ähnlichen Geräten kann auch sein, dass der Betätigungsdrehknopf
von der Betätigungswelle abgezogen werden kann, da dieser gegen das Abnehmen nicht
besonders gesichert ist. Weiterhin ist die Sicherheitseinrichtung (die Klappe) in
der
DE 36 42 719 A1 mechanisch relativ dünn und damit verletzbar ausgebildet, so dass diese bei roher
Beanspruchung zerstört werden kann. In beiden Fällen ist die Verriegelungsfunktion
außer Kraft gesetzt.
[0005] In der
DE 195 15 923 A1 ist ein Schutzschalter beschrieben, welcher modular erweitert werden kann durch das
Anstecken von austauschbaren Zusatzmodulen. Der Schutzschalter hat ein zur Bedienfront
hin hervorstehendes prismatisches Gehäuseteil, an dem senkrecht zur Bedienfront zwei
Anschlussflächen und Kontaktflächen ausgebildet sind. Die Zusatzmodule können bei
diesem Stand der Technik direkt an den Schutzschalter gesteckt werden oder sie werden
getrennt vom Schutzschalter auf einer Unterlage (Tragschiene) befestigt. Der modulare
Zusammenbau des hier beschriebenen Schutzschalters ist unabhängig davon möglich, ob
sich der Schutzschalter in der EIN-Stellung befindet oder nicht.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einem Schutzschalter einen modularen
Zusammenbau mit mindestens einem austauschbaren Zusatzmodul zu ermöglichen und eine
Vorrichtung vorzusehen, mit der der Zusammenbau mit mindestens einem Zusatzmodul,
bzw. das Trennen eines Zusatzmoduls aus dem Zusammenbau nicht bei eingeschaltetem
Schutzschalter möglich ist.
[0007] Ausgehend von einem handbetätigten Schutzschalter der eingangs genannten Art wird
die Aufgabe erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des unabhängigen Anspruches
gelöst, während den Unteransprüchen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zu
entnehmen sind.
[0008] Der Kern der Erfindung besteht darin, dass das Einführen eines Zusatzmoduls in und/oder
das Herausziehen eines Zusatzmoduls aus einem Einführschacht mit einer Sperrvorrichtung
sperrbar ist, welche an der Betätigungswelle ausgebildet und durch Drehung der Betätigungswelle
aktivierbar ist. Ein Vorteil liegt darin, dass neben einer einfachen Handhabung eine
sichere Verriegelung gegen unzulässiges oder unbefugtes Wechseln des Zusatzmoduls
vorhanden ist. Die Zusatzmodule können unterschiedliche Zusatzfunktionen am Schutzschalter
ausüben. So sind als steckbare, austauschbare Zusatzmodule einsetzbar: Überstrom-Auslöser-Module,
Buskoppel-Bausteine, Elektronik-Teile, Verbinderbausteine zum Überbrücken von Kontakten,
ferngeschaltete Stellantriebe und andere.
[0009] Mit dem erfindungsgemäßen Schutzschalter ist der Vorteil eines steckbaren, ohne besondere
Maßnahmen austauschbaren Zusatzmoduls (beispielsweise ein Auslöser-Modul) verbunden,
mit dem der Schutzschalter selbst "vor Ort" noch auf den Einsatz abgestimmt oder,
falls erforderlich, in seinen Werten verändert werden kann. Gleichzeitig kann bei
Arbeiten an der elektrischen Anlage oder an einem zu schützenden Elektromotor das
Zusatzmodul gezogen werden, wobei eine sichtbare Trennstelle entsteht und der Leitungszug
sicher unterbrochen ist. Hierbei ist es außerdem noch wichtig, dass die Öffnungen
für die Steckkontakte fingersicher ausgeführt und damit gegen unbeabsichtigtes Berühren
gesichert sind. Die vorgeschlagene Verriegelung erfolgt autonom ohne zusätzliche Betätigung
von außen durch die Drehung der Betätigungswelle. Durch die Verriegelung ist eine
sichere Fixierung des Zusatzmoduls bei eingeschaltetem Schutzschalter gewährleistet.
Im eingeschalteten Zustand ist der Schutzschalter durch die mit dem Betätigungsdrehknopf
aktivierte Sperrvorrichtung blockiert. Dadurch kann ein Zusatzmodul nicht im eingeschalteten
Zustand aus der Schalterkombination herausgezogen werden. Das Zusatzmodul kann nur
bei ausgeschaltetem Schutzschalter abgezogen und gewechselt werden. Vorzugsweise Ausführungsformen
sind wie folgt gekennzeichnet.
[0010] Die Sperrvorrichtung tritt in den Einführschacht ein oder aus und blockiert die Bewegung
eines Zusatzmoduls.
[0011] Unter erste Steckmittel sollen vorzugsweise Steckkontakte und unter zweite, korrespondierende
Steckmittel sollen vorzugsweise Steckbuchsen verstanden werden. Allerdings kann auch
eine Vertauschung von Steckkontakte und Steckbuchsen in den beanspruchten Anordnungen
vorhanden sein.
[0012] Der Begriff Einführschacht soll in breiter Bedeutung verstanden werden, so dass Führelemente
für die Steckmittel (Steckkontakte, Steckbuchse) ebenso als Einführschacht oder als
wesentliches Teil des Einführschachts zu verstehen sind. Solche Teile können körperliche
Ausbildungen am Gehäuse mit Wandelementen sein, die seitlich der Führung von Zusatzmodulen
bei deren Einstekken dienen. Die Steckrichtung ist in der Regel senkrecht zur Bedienfront.
Daher ist an der Basisbaugruppe senkrecht zur Bedienfront mindestens eine Anschlussfläche
für ein Zusatzmodul ausgebildet und die mindestens eine Anschlussfläche ist mit einem
linearen Führelement versehen, welches mit mindestens einem an dem Zusatzmodul ausgebildeten
Aufnahmeelement derart zusammenwirkt, dass das Zusatzmodul in dem Führelement ("Einführschacht")
eingeschoben werden kann. Das Einschieben oder das Entnehmen eines Zusatzmoduls wird
durch die Sperrvorrichtung blockiert. Bei einem mit der Betätigungswelle in die EIN-Stellung
geschalteten Schutzschalter kann ein Zusatzmodul nicht bis zum Kontaktschluss eingeführt
werden.
[0013] Die Sperrvorrichtung besteht aus einem den Umfang der Betätigungswelle umgreifenden
Kragen. Der Kragen tritt bei Drehen der Betätigungswelle in das Profil eines Führelements
ein oder aus; oder allgemeiner gesagt: der Kragen tritt in den Weg des in einen Einführschacht
eingeführten Zusatzmoduls. Dabei greift ein am Kragen ausgebildeter erster Abschnitt
nur in der Stellung EIN des Schutzschalters in das Profil des Führelements ("Einführschacht").
[0014] Die Sperrvorrichtung kann jedoch auch in anderer Form ausgebildet sein, aber auch
von dem die Betätigungswelle umgreifenden Kragen betätigt werden. Der Kragen beaufschlagt
bei Drehen der Betätigungswelle einen translatorisch beweglichen Schieber derart,
dass der Schieber nur in der Stellung EIN des Schutzschalters die Bewegung eines Zusatzmoduls
blockiert.
[0015] Das lineare Führelement kann als das Profil von Führelement und Profilschiene in
Form eines am Zusatzmodul ausgebildeten Schwalbenschwanzes ausgebildet sein. Das lineare
Führelement kann aber auch in Form von Kontaktbuchsen ausgebildet sein, wobei sich
die Steckkontakte in den Kontaktbuchsen finden und dort geführt werden.
[0016] Die an dem Zusatzmodul ausgebildete Profilschiene kann einen als Lücke ausgebildeten
Eingriff-Schlitz für den Kragen aufweisen. Der in Sperrsituation ausgefahrene Kragen
tritt in den Eingriff-Schlitz ein und blockiert die Bewegung eines Zusatzmoduls entweder
in die Stecklage hinein oder aus der Stecklage heraus. Die Lücke ist so angeordnet,
dass sie mit der Lage des Kragens in der gesteckten Position des Zusatzmoduls korrespondiert.
In Verlängerung der Profilschiene ist im Anschluss an die Lücke eine Nase ausgebildet.
[0017] Die Länge und die Lage der Nase und ihr Abstand von den Kontaktbuchsen im Schutzschalter
ist derart, dass die Steckkontakte eines bis zum Anschlag der Nase an den Kragen eingeschobenes
Zusatzmoduls die Kontaktbuchsen noch nicht erreicht haben.
[0018] Da der Schieber nur in der vom Kragen betätigten Lage in den Eingriff-Schlitz ausfahren
soll, ist der Schieber gegen die Kraft einer Rückstellfeder gelagert. Mit dem Austritt
des Schiebers aus dem Eingriff-Schlitz heraus, bewegt sich der Schieber wieder zurück
in eine nicht sperrende Ruhe- oder Ausgangslage.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0019] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Schutzschalters mit zwei Zusatzmodulen;
- Figur 2
- eine perspektivische Sicht auf die Betätigungswelle mit Verriegelungskragen und den
Verriegelungsschieber und der Darstellung des linearen Führelements an einer ersten
Ebene des Schutzschalters;
- Figur 3
- eine Aufsicht von oben auf die Betätigungswelle mit Verriegelungskragen und mit Andeutung
der beiderseits der beiden Ebenen angeordneten Zusatzgeräte (Auslöse-Modul; Verbinderbaustein);
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung des Steckvorgangs für ein AuslöseModul und einen
Verbinderbaustein.
Bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0020] Die Figuren beziehen sich auf einen Schutzschalter, der Bestandteil einer zusammensteckbaren
Schalterkombination ist, deren Komponenten nach dem Baukastensystem ausgebildet sind.
Dem handbetätigten Schutzschalter (schematisch in Fig. 1) sind zwei Zusatzmodule 10,
20 zugeordnet. In der Mitte befindet sich auskragend ein prismatisches Gehäuseteil
110 mit einer Bedienfront 102. Zusatzmodule sind an dem Schaltergehäuse neben dem
auskragenden Gehäuseteil parallel zur Achse des Betätigungsdrehknopfs einschiebbar.
Das Gehäuseteil umfasst im wesentlichen eine mit einer Betätigungswelle 44 über einen
Drehknopf 42 manuell zu betätigende Einrichtung für die Betätigung mindestens eines
Schaltmechanismus des Schutzschalters.
[0021] Der Schutzschalter wird am Betätigungsdrehknopf 42 betätigt, mit dem eine AUS- und
eine EIN-Stellung mit einer Drehung von 90° schaltbar ist. In der EIN-Stellung sind
die Schaltkontakte geschlossen und die Auslöseeinheit kann aktiviert werden. Aus dieser
Stellung können die Schaltkontakte des Schutzschalters manuell durch eine erste Drehung
der Antriebswelle 44 über den Betätigungsdrehknopf 42 geöffnet werden. Die Antriebswelle
löst im Schalterantriebsmechanismus das Schloss und öffnet die Schaltkontakte. Zur
manuellen Ausschaltung reicht eine kurze Drehung in Gegenrichtung, um das Schloss
zu betätigen. Eine volle Drehung um 90° ist hierzu nicht erforderlich. Beim automatischen
Ausschalten im Fehlerfall und Öffnen der Schaltkontakte wird zwangsweise die Antriebswelle
44 mitbewegt.
[0022] Im ausgeschalteten Zustand des Schutzschalters, dort sind Schaltschloss und Schaltkontakte
offen, ist es nicht möglich, unmittelbar den Schutzschalter in den eingeschalteten
Zustand zu versetzen. Der mechanische Kraftspeicher der Auslöseeinheit muss vorerst
gespannt werden. Hierzu wird mit einer Linksdrehung des Betätigungsdrehknopfs (und
der Antriebswelle) aus der AUS-Position um etwa 20° bis 30° (also in Gegenrichtung
zur EIN-Schaltbewegung) die Auslöseeinheit aktiviert.
[0023] Für die Erfindung ist von Bedeutung, dass die Betätigungswelle 44 senkrecht zur Bedienfront
102 und zur Befestigungsfläche (auf der Rückseite des Schutzschalters) angeordnet
ist. An dem Gehäuseteil 110 sind senkrecht zur Bedienfront 102 (rechts und links)
Anschlussflächen 104, 106 für austauschbare Zusatzmodule 10, 20 ausgebildet. Beide
Anschlussflächen sind mit linearen Führelementen (z.B. profilierte Nut 116) und Verbinderelementen
(z.B. Kontaktbuchsen 122) ausgebildet. Die Führ- und Verbinderelemente wirken mit
korrespondierenden Elementen (Aufnahmeelemente) an den Zusatzmodulen zusammen, in
die jeweils ein Zusatzmodul eingeschoben werden kann.
[0024] Die in den bevorzugten Ausführungsformen angesprochenen Zusatzmodule sind ein Überstrom-Auslöser-Modul
und ein Verbinderbaustein oder Kontaktbrücke. Mit letzteren wird ein Schütz an den
Schutzschalter angekoppelt. Die Zusatzmodule haben Steckkontakte 17, 27, die in entsprechende
Kontaktbuchsen 122 am Schutzschalter steckbar sind. Wesentlich ist noch, dass ein
Zusatzmodul im sperrenden Zustand der Sperrvorrichtung nur soweit eingesteckt werden
kann, dass noch Trennstrecke zwischen Steckkontakten und Kontaktbuchsen vorhanden,
bzw. insbesondere sichtbar ist.
[0025] Die Fig. 2 zeigt links und rechts je eine perspektivische Sicht auf die mit einem
Betätigungsdrehknopf 42 zu drehende Betätigungswelle 44. Die Betätigungswelle 44 ragt
auf der Bedienfront 102 des Schutzschalters aus dem Gehäuseteil 110 des Schutzschalters
heraus. Das Gehäuseteil 110 hat zwei Anschlussflächen 104 und 106, die parallel zueinander
angeordnet sind. Die Flächen liegen parallel zur Achse der Betätigungswelle 44 und
senkrecht zur Befestigungsebene und ebenso senkrecht zur Bedienfront 102. In der Fläche
102 ist ein lineares Führelement 116 ausgebildet, welches gemäß Figur 2 als Schwalbenschwanzführung
geformt ist. Das lineare Führelement 116 dient der Führung der am Auslöse-Modul 10
ausgebildeten Führungsschiene 16 (vgl. Fig. 3 und 4). Führungsschiene und lineares
Führelement arbeiten in Art einer Nut- und Federführung zusammen. An der Betätigungswelle
44 ist ein Verriegelungskragen 48 ausgebildet, der nicht um den gesamten Umfang -
sondern etwa mit 150° des Kreissektors - vorhanden ist. Wie auch in Fig. 3 erkennbar,
hat der Kragen 48 zwei Abschnitte 50 und 52, die sich um den Radius R1 und R2 unterscheiden.
Der erste Abschnitt 52 hat einen größeren Radius R1 als der zweite Abschnitt 50 gemessen
vom Mittelpunkt der Achse der Betätigungswelle 44.
[0026] In der Stellung EIN des Schutzschalters und der Betätigungswelle 44 tritt der Abschnitt
52 des Kragens durch eine Öffnung 118 (siehe Fig. 2 links) aus der Wand 102 in das
Führungsprofil hinaus und greift in voller Breite in das Profil des Führelements 116,
wie dies in unteren Teil der Fig. 3 erkennbar ist. Nach einer Links-Drehung der Betätigungswelle
um 90° (wieder in der Sicht der Fig. 3) tritt der Abschnitt 52 außer Eingriff mit
dem Führelement 116; allein der zweite Abschnitt 50 befindet sich im Bereich des Profils
des Führelements 116. Damit wird damit erreicht, dass in der EIN-Stellung des Schaltmechanismus
der Kragen voll im Profil des Führelements steht und das Einführen des Zusatzmoduls
sperrt. Bei Drehung um 90° - und damit Drehung in die Schalter-Stellung AUS - gibt
der erste Abschnitt 52 das Profil frei. In der Stellung AUS des Schutzschalters und
der Betätigungswelle 44 greift der erste Abschnitt 52 des Kragens 48 nicht in das
Profil des Führelements 116. Die Profilschiene kann im linearen Führelement 116 gleiten,
das Zusatzmodul 10 kann gesteckt oder gezogen werden.
[0027] Um den Schutzschalter mit einem weiteren Gerät, z.B. mit einem Schütz, verbinden
zu können, kann eine starre Kontaktbrücke (oder auch als Verbinderbaustein bezeichnet)
als Zusatzmodul vorgesehen sein. In der in Fig. 4 gezeichneten Ausführungsform ist
der Verbinderbaustein 20 etwa plattenförmig ausgebildet. An ihm sind beidseitig, nach
unten abstehend und herausragend drei Paare von Steckkontakten (27', 27") vorhanden.
Erste Steckkontakte 27' greifen in entsprechende Klemmbuchsen des Schütz - in der
Figur nicht näher gezeichnet - ein, während zweite Steckkontakte 27" in entsprechenden
Kontaktöffnungen des Schutzschalters oder eines weiteren vorher angesteckten Mechanikverbinders
eingesteckt werden und in leitenden Kontakt mit den dort befindlichen Klemmbuchsen
kommen. Die erwähnten Kontaktöffnungen sind in Fig. 4 nicht näher eingezeichnet. Über
jedes Kontaktpaar 27'-27" kommt eine Stromverbindung zwischen dem Schutzschalter und
dem Schütz zustande.
[0028] Bei der Montage einer Schalter-Schütz-Kombination wird in der Weise vorgegangen,
dass zunächst der Schutzschalter auf einer Unterlage (zum Beispiel auf eine Tragschiene)
festgelegt wird. Weitere Geräte, z.B. das Schütz und ein Mechanikverbinder, werden
(insbesondere bei Anwendungen bei größerer Schaltleistung) ebenfalls auf der Unterlage
(Tragschiene) befestigt und mit einer Kontaktbrücke (20) mit Kontakten des Schutzschalters
verbunden. Kontaktbrükke (20) in Kombination mit dem Mechanikverbinder haben noch
die besondere Funktion, die mechanische Stabilität der Schutzschalter-Schütz-Kombination
zu erhöhen.
[0029] Eine Kontaktbrücke soll nur bei ausgeschaltetem Schalter eingesteckt oder gezogen
werden können. Zur Sicherung, dass die Kontaktbrücke nur in der vorgenannten Situation
bewegbar ist, ist die zweite zugeordnete Verriegelungsfunktion vorgesehen. Am Kragen
sind zwei Abschnitte vorhanden: ein erster Abschnitt als Riegel für das Führungsprofil
und ein zweiter Abschnitt als Betätigerkante (Stoßkante) 53 für ein gegen die Kraft
einer Feder gelagertes Sperrelement 60. Das Sperrelement 60 ist in Fig. 2 links, in
Fig. 3 und 4 eingezeichnet. Die Wirkungsweise ist derart, dass mit einer Bewegung
der Betätigungswelle die Stoßkante 53 den Schieber 60 geradlinig translatorisch durch
eine Öffnung aus der Wand 104 in das Profil des Führelements 117 hineinbewegt. Die
Bewegung der Betätigungswelle ist gemäß Ansicht Fig. 3 rechts herum; diese entspricht
der Drehung in EIN-Schaltrichtung.
[0030] In dem (in Figur 1 und in Fig. 4) als halbrund dargestellten Profil des Führelements
117 gleitet eine halbrunde Nase 28. Der Schieber 60 tritt somit in den Weg der halbrunden
Nase 28. In Fig. 4 ist unten dargestellt, dass der Verbinderbaustein sich in der gesteckten
Position befindet, und der Sperrschieber das Herausziehen aus dieser Lage blockiert,
da der Schieber der Bewegung der Nase 28 im Wege steht. Zwischen einem Zusatzmodul
und der Basisbaugruppe des Schutzschalters befindet sich eine Trennstrecke zwischen
Steckkontakten und Kontaktbuchsen. Es ist von Vorteil, wenn diese Trennstrecke bei
nicht gestecktem Zusatzmodul sichtbar ist. Die an dem Zusatzmodul 10 ausgebildete
Profilschiene 16 weist eine als Lücke ausgebildeten Eingriff-Schlitz 19 für den Kragen
48 auf. Der in Sperrsituation ausgefahrene Kragen tritt in den Eingriff-Schlitz 19
ein und blockiert die Bewegung eines Zusatzmoduls. Die Lücke 19 ist so angeordnet,
dass sie mit der Lage des Kragens in der gesteckten Position des Zusatzmoduls korrespondiert.
In Verlängerung der Profilschiene ist im Anschluss an die Lücke eine Nase 18 ausgebildet.
Die Länge (T2) und die Lage der Nase (T1 + T2 in Fig. 4) und ihr Abstand von den Kontaktbuchsen
im Schutzschalter sind derart, dass die Steckkontakte eines bis zum Anschlag der Nase
an den Kragen eingeschobenes Zusatzmoduls die Kontaktbuchsen noch nicht erreicht haben.
1. Handbetätigter Schutzschalter für Motorschutz und/ oder Leitungsschutz, umfassend
- eine Basisbaugruppe, die im wesentlichen mindestens einen Schaltmechanismus des
Schutzschalters, eine manuelle Betätigungsvorrichtung mit einem Drehknopf (42) und
einer Betätigungswelle (44) mindestens eines Schaltmechanismus und
- mindestens einen mit zweiten Steckmitteln (122) ausgestatteten Einführschacht (120)
für mindestens ein mit zu den zweiten Steckmitteln (122) korrespondierenden ersten
Steckmitteln (17, 27) versehenes austauschbares Zusatzmodul (10, 20) enthält,
- wobei die manuelle Betätigungsvorrichtung in einem zur Bedienfront (102) auskragenden
prismatischen Gehäuseteil (110) untergebracht ist, und die Betätigungswelle (44) senkrecht
zur Bedienfront (102) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Einführen eines Zusatzmoduls (10, 20) in einen und/oder das Herausziehen eines
Zusatzmoduls (10, 20) aus einem Einführschacht (120) mit einer Sperrvorrichtung (48)
sperrbar ist, welche an der Betätigungswelle (44) ausgebildet und durch Drehung der
Betätigungswelle (44) aktivierbar ist.
2. Schutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrvorrichtung (48) in den Einführschacht (120) ein- und austritt und die Bewegung
eines Zusatzmoduls (10, 20) blockiert.
3. Schutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Basisbaugruppe senkrecht zur Bedienfront (102) mindestens eine Anschlussfläche
(104, 106) für ein Zusatzmodul (10, 20) ausgebildet ist und die mindestens eine Anschlussfläche
(104, 106) mit einem linearen Führelement (116) versehen ist, welches mit mindestens
einem an dem Zusatzmodul (10, 20) ausgebildeten Aufnahmeelement (16, 28) derart zusammenwirkt,
dass das Zusatzmodul (10, 20) in dem Führelement (116) eingeschoben werden kann.
4. Schutzschalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrvorrichtung (48) in das Führelement (116) ein- und austritt und die Bewegung
eines Zusatzmoduls (10, 20) blockiert.
5. Schutzschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrvorrichtung ein den Umfang der Betätigungswelle (44) umgreifender Kragen
(48) ist.
6. Schutzschalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (48) bei Drehen der Betätigungswelle (44) in das Profil eines Führelements
(116) ein- und austritt, derart dass der erste Abschnitt (52) nur in der Stellung
EIN des Schutzschalters in das Profil des Führelements (116) greift.
7. Schutzschalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrvorrichtung von einem am Umfang der Betätigungswelle (44) umgreifenden Kragen
(48) gebildet ist, welcher bei Drehen der Betätigungswelle einen translatorisch beweglichen
Schieber (60) derart beaufschlagt, dass der Schieber (60) nur in der Stellung EIN
des Schutzschalters die Bewegung eines Zusatzmoduls (10, 20) blockiert.
8. Schutzschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das lineare Führelement als das Profil von Führelement (116) und Profilschiene (16)
in Form eines am Zusatzmodul (10) ausgebildeten Schwalbenschwanzes ausgebildet sind.
9. Schutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das lineare Führelement in Form von Kontaktbuchsen (122) vorhanden ist.
10. Schutzschalter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die an dem Zusatzmodul (10) ausgebildete Profilschiene (16) eine Lücke (19) aufweist,
die so angeordnet ist, dass sie mit der Lage des Kragens (48) in der gesteckten Position
des Zusatzmoduls (10, 20) korrespondiert.
11. Schutzschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber (60) gegen die Kraft einer Rückstellfeder gelagert ist.
12. Schutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzmodul ein Überstrom-Auslöser-Modul (10) ist.
13. Schutzschalter nach Anspruch 1 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzmodul ein als Kontaktbrücke zu einem Schütz ausgebildeter Verbinderbaustein
(20) ist.