[0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes
des Patentanspruches 1,
[0002] Steckverbinder, aufweisend ein Gehäuse aus Kunststoff, wobei das Gehäuse zumindest
eine Kontaktkammer aufweist, in der ein Kontaktpartner, insbesondere ein Buchsenkontakt,
angeordnet ist, der in der Kontaktkammer eingesetzt und zumindest einmal verriegelt
ist, sind beispielsweise für Anwendungen in der Automobiltechnik bekannt. Solche Steckverbinder,
insbesondere mehrreihige Steckverbinder, werden automatisiert in sehr hohen Stückzahlen
hergestellt, so dass es erforderlich ist, den fertigen Steckverbinder einer elektrischen
Prüfung zu unterziehen. Bei bekannten Steckverbindern, die beispielsweise in Figur
3 dargestellt sind, werden Kontaktpartner in einer Kontaktkammer eines Gehäuses des
Steckverbinders angeordnet und zum Beispiel durch abstehende Laschen zumindest einmal
verriegelt. Der Kontaktpartner ist auf der einen Seite aus dem Gehäuse herausgeführt,
an dem er an einem Kabel befestigt und elektrisch kontaktiert ist. Auf der gegenüber
liegenden Seite, der Steckseite des Steckverbinders, auf der er mit einem Gegensteckverbinder
in Wirkverbindung bringbar ist, ist der Kontaktpartner des Steckverbinders für seinen
Gegenkontaktpartner des Gegensteckverbinders zugänglich. Von dieser Seite erfolgt
die elektrische Prüfung mit einem Kontaktprüfstift, wobei zwecks Funktionsprüfung
die Kontaktierung des Kontaktprüfstiftes mit dem Kontaktpartner auf der Kontaktstirnseite,
jedoch nicht in der Kontaktierungszone des Kontaktpartners erfolgt. Diese bekannte
Funktionsprüfung hat den Nachteil einer großen Krafteinwirkung auf den Kontaktpartner,
und kann nur bei montierten Kontaktpartnern verwendet werden. Außerdem ist es erforderlich,
den Kontaktprüfstift in einem Adapter, der auf das Gehäuse aufgesteckt wird, anzuordnen,
damit der Kontaktprüfstift axial genau zur Lage des Kontaktpartners des Steckverbinders
ausgerichtet wird.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder bereit zu stellen,
mit dem die eingangs geschilderten Nachteile vermieden werden. Vor allen Dingen soll
mit einem solchen Steckverbinder erreicht werden, dass die elektrische Funktionsprüfung
einfach, schnell und zuverlässig durchführbar ist und die Hilfsmittel, die hierfür
erforderlich sind, kostengünstig verstellbar und dauerhaltbar sind.
[0004] Diese Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Kontaktkammer in dem Gehäuse einen Prüfschlitz
aufweist, der einen Kontaktprüfstift aufnimmt, der zwecks Funktionsprüfung des Steckverbinders
in die zumindest eine Kontaktkammer einsetzbar ist. Auch bei einem solchen Steckverbinder
kann die Funktionsprüfung im Zuge der elektrischen Prüfung des Steckverbinders erfolgen.
Damit wird sichergestellt, dass die spätere Funktion des Steckverbinders, nämlich
die Strom- oder Signalübertragung, zuverlässig erfolgt, so dass z. B. schlechte elektrische
Verbindungen zwischen Kontaktpartner und Kabel erfasst werden können. Weiterhin erfolgt
die Kontaktierung zwischen dem Kontaktprüfstift und dem Kontaktpartner nach wie vor
auf der Kontaktstirnseite und damit nicht in der Kontaktierungszone, um dort Beschädigungen
bei der Funktionsprüfung zu vermeiden. Allerdings ist es aufgrund des erfindungsgemäß
vorhandenen Prüfschlitzes in der Kontaktkammer in dem Gehäuse nicht mehr erforderlich,
dass der Kontaktprüfstift und der Kontaktpartner axial exakt zueinander ausgerichtet
sind (d. h. heißt, dass vermieden werden kann, dass der Querschnitt des Kontaktpartners
in dem Steckverbinder voll mit dem Querschnitt des Kontaktprüfstifts sich überdecken
muss). Erfindungsgemäß ist es möglich, dass sich die Querschnitte von Kontaktpartner
und Kontaktprüfstift lediglich teilweise überlappen müssen, was zur Folge hat, dass
kleine Kontaktierungskräfte bei der Funktionsprüfung bei der elektrischen Prüfung
realisiert werden können. Außerdem ist aufgrund der zulässigen größeren Toleranzen
ein kostengünstiger Adapteraufbau gegeben, da mit dem Adapter, der den Kontaktprüfstift
aufnimmt und der für die Funktionsprüfung mit dem Gehäuse des Steckverbinders in Verbindung
gebracht werden muss, geringere Toleranzen zulässig sind. Außerdem wird vermieden,
dass die Adaptertoleranzen nicht mehr das Prüfergebnis beeinflussen.
[0006] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Prüfschlitz auf nur einer
Innenseite in der Kontaktkammer, auf zwei Innenseiten in der Kontaktkammer und hier
vorzugsweise auf zwei gegenüber liegenden Innenseiten der Kontaktkammer angeordnet
ist. Dadurch ist es möglich, dass bei der elektrischen Funktionsprüfung der Kontaktprüfstift
Spiel innerhalb der Kontaktkammer hat, so dass dadurch Toleranzen größer gehalten
werden können.
[0007] In Weiterbildung der Erfindung ist einem Kontaktpartner ein Konfaktprüfstift zugeordnet,
wobei der Kontaktprüfstift in einem mit dem Gehäuse zwecks Funktionsprüfung in Wirkverbindung
bringbaren Adapter angeordnet ist. Hierdurch wird eine schnelle Funktionsprüfung ermöglicht,
in dem der Adapter mit dem Gehäuse des Steckverbinders in Wirkverbindung gebracht
(aufgesteckt) wird, wobei der Kontaktprüfstift stirnseitig auf die Stirnseite des
Kontaktpartners drückt. Anschließend kann diese Anordnung an eine elektrische Prüfeinrichtung
angeschlossen werden, um z. B. zu überprüfen, ob in diesem Fall ein elektrischer Stromkreis
geschlossen wird.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Steckverbinder mehrere Kontaktpartner
aufweist, insbesondere in Reihen aufweist, wobei zwecks Funktionsprüfung jeder Kontaktpartner
mit jeweils einem Kontaktprüfstift in Wirkverbindung bringbar ist. Das bedeutet, dass
je nach Anzahl der Kontaktpartner in dem Steckverbinder in einer Reihe oder in mehreren
parallelen Reihen, auch entsprechende Anzahlen von Kontaktprüfstiften vorhanden sind.
Damit wird es in vorteilhafter Weise ermöglicht, mit einem Prüfadapter mit dort entsprechend
angeordneten Kontaktprüfstiften den jeweiligen Steckverbinder auf seine elektrische
Funktion hin schnell und zuverlässig zu überprüfen.
[0009] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren 1 und 2 dargestellt, wohingegen
Figur 3 eine Ausführung gemäß dem Stand der Technik zeigt.
[0010] In den Figuren 1 und 2 ist, soweit im Einzelnen dargestellt, im Schnitt und schematisch
ein Steckverbinder mit 1 bezeichnet, der ein Gehäuse 2 aus Kunststoff aufweist, wobei
in dem Gehäuse 2 zumindest eine Kontaktkammer 3 vorhanden ist, in der ein Kontaktpartner
4, insbesondere ein Buchsenkontakt, angeordnet und z. B. mittels abstehender Laschen,
die sich an einem Anschlag in dem Gehäuse 2 abstützen, verriegelt ist. Figur 1 zeigt
den Buchsenkontakt mit einseitiger primärer Konttaktverriegelung, während in Figur
2 der Buchsenkontakt mit zweiseitiger primärer Kontaktverriegelung dargestellt ist.
Mit 5 ist eine Kontaktprüfstift bezeichnet, der ein Stück weit in die Kontaktkammer
3 hinein bewegt werden kann, bis er stirnseitig auf der Stirnseite des Kontaktpartners
4 zur Anlage kommt, um auf diese Weise eine elektrische Verbindung zur elektrischen
Funktionsprüfung herzustellen. Um dem Kontaktprüfstift 5 zwecks Vergrößerung der zulässigen
Toleranzen eine größere Bewegungsfreiheit zu geben, ist in Figur 1 einseitig auf nur
einer Innenseite in der Kontaktkammer 3 ein Prüfschlitz 6 eingebracht. In Figur 2
ist dieser Prüfschlitz 6 auf zwei Innenseiten, nämlich auf zwei gegenüber liegenden
Innenseiten der Kontaktkammer 3 angeordnet.
[0011] Durch den Prüfschlitz 6 auf eine begrenzte Tiefe in axialer Richtung in die Kontaktkammer
3 des Gehäuses 2 hinein, kann die richtige Position des in die Kontaktkammer 3 eingesetzten
Kontaktpartner 4 mittels eines einfachen Kontaktprüfstiftes 5 geprüft werden. Der
Kontaktprüfstift 5 kontaktiert den Kontaktpartner 4 in dem Prüffenster, wenn dieser
die korrekte Position innerhalb der Kontaktkammer 3 eingenommen hat. Ist der Kontaktpartner
4 nicht in der richtigen Position innerhalb der Kontaktkammer 3, so trifft der Kontaktprüfstift
5 auf die Positionierfläche in dem Prüfschlitz 6 und wird nicht mehr kontaktiert.
Diese Positionierfläche wird bei dem Steckverbinder 1 gemäß Figur 1 oder 2 z. B. gebildet
durch den Absatz, bei dem der Prüfschlitz 6 in das Gehäuse 2 übergeht. Ist also bei
Betrachtung der beiden Figuren 1 und 2 der Kontaktpartner 4 über diesen Absatz zu
weit nach links hinaus verschoben (weil z. B. die Verriegelungslasche zusammen gedrückt
war), so kann der Kontaktprüfstift 5 nicht mehr eine elektrische Verbindung mit dem
Kontaktpartner 4 bilden. Damit ermöglicht es die Erfindung, dass über die Positionierfläche,
die der Prüfschlitz 6 bildet, die korrekte Lage des Kontaktpartners 4 innerhalb der
Kontaktkammer 3 in dem Gehäuse 2 des Steckverbinders 1 abgestimmt werden kann.
[0012] Während in den Figuren als Kontaktpartner 4 lediglich Buchsenkontakte mit einer Planenstirnseite
dargestellt ist, lässt sich die Erfindung auch auf Steckkontakte anwenden, wozu der
Kontaktprüfstift 5 dann auf die entsprechend geformte Stirnseite des Steckkontaktes
abgestimmt werden muss.
Bezugszeichenliste
[0013]
- 1.
- Steckverbinder
- 2.
- Gehäuse
- 3.
- Kontaktkammer
- 4.
- Buchsenkontakt
- 5.
- Kontaktprüfstift
- 6.
- Prüfschlitz
- X
- Toleranzbereich
1. Steckverbinder (1), aufweisend ein Gehäuse (2) aus Kunststoff, wobei das Gehäuse (2)
zumindest eine Kontaktkammer (3) aufweist, in der ein Kontaktpartner, insbesondere
ein Buchsenkontakt (4), angeordnet ist, der in der Kontaktkammer (3) eingesetzt und
zumindest einmal verriegelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktkammer (3) in dem Gehäuse (2) einen Prüfschlitz (6) aufweist, der einen
Kontaktprüfstift (5) aufnimmt, der zwecks Funktionsprüfung des Steckverbinders (1)
in die zumindest eine Kontaktkammer (3) einsetzbar ist.
2. Steckverbinder (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Prüfschlitz (6) auf nur einer Innenseite in der Kontaktkammer (3) eingebracht
ist.
3. Steckverbinder (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Prüfschlitz (6) auf zwei Innenseiten in der Kontaktkammer eingebracht ist.
4. Steckverbinder (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Prüfschfitz (6) auf zwei gegenüber liegenden Innenseiten der Kontaktkammer (3)
angeordnet ist.
5. Steckverbinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einem Kontaktpartner ein Kontaktprüfstift (5) zugeordnet, wobei der Kontaktprüfstift
(5) in einem mit dem Gehäuse (2) zwecks Funktionsprüfung in Wirkverbindung bringbaren
Adapter angeordnet ist.
6. Steckverbinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckverbinder (1) mehrere Kontaktpartner aufweist, insbesondere in Reihen aufweist,
wobei zwecks Funktionsprüfung jeder Kontaktpartner mit jeweils einem Kontaktprüfstift
(5) in Wirkverbindung bringbar ist.