[0001] Die Erfindung betrifft eine Halteplatte für einen Staubsaugerfilterbeutel und einen
Staubsaugerfilterbeutel mit einer solchen Halteplatte.
[0002] Staubsaugerfilterbeutel werden im Innem des Gehäuses eines Staubsaugers angeordnet,
um den angesaugten Staub aufzunehmen. Zur Befestigung des Staubsaugerfilterbeutels
im Innem des Gehäuses umfassen Staubsaugerfilterbeutel jeweils eine Halteplatte, über
die der Staubsaugerfilterbeutel an einer im Innern des Gehäuses vorgesehenen Halteeinrichtung
fixiert werden kann.
[0003] Derartige Halteplatten weisen eine Durchtrittsöffnung auf, durch die ein Luftstrom
mit Staubpartikeln in das Innere des Filterbeutels eintreten kann. Aus verschiedenen
Gründen ist es wünschenswert, dass diese Durchtrittsöffnung verschlossen werden kann.
Zum einen kann durch eine verschlossene Durchtrittsöffnung beim Entsorgen eines gefüllten
Staubsaugerfilterbeutels verhindert werden, dass im Filterbeutel angesammelter Staub
austritt. Weiterhin enthalten manche Staubsaugerfilterbeutel lose Partikel, beispielsweise
zur Geruchsabsorption. Um ein Herausfallen dieser Partikel zu verhindern, ist ebenfalls
ein Verschließen der Durchtrittsöffnung von Vorteil.
[0004] Eine derartige Halteplatte mit einer Durchtrittsöffnung, die mittels eines Verschlussteiles
verschließbar ist, ist aus der
WO 01/26526 bekannt. Bei dieser Halteplatte wirkt eine Blattfeder mit dem Verschlussteil zusammen,
wobei die Federcharakteristik derart gewählt ist, dass die Biegekraft ausgehend von
einer Verschlussstellung zunächst stark ansteigt, danach nahezu schlagartig auf ein
Minimum abfällt und anschließend wieder ansteigt. Der Nachteil dieser Halteplatte
besteht darin, dass die Biegekraft bei größeren Öffnungswinkeln verhältnismäßig stark
ansteigt. Auf diese Weise wird ein vollständiges Öffnen der Durchtrittsöffnung, was
im Betrieb durch den Saugluftstrom des Staubsaugers erreicht werden muss, erschwert.
[0005] Eine weitere Halteplatte ist aus der
DE 102 09 718 bekannt. Bei dieser Halteplatte ist ein Federelement für eine Verschlussklappe als
Zugfeder ausgebildet, die auf der Seite der Verschlussklappe angebracht ist, auf welcher
sie beim Öffnen der Verschlussklappe auf Zug belastet wird. Der Nachteil besteht darin,
dass sich dieses Federelement im Betrieb des Staubsaugers immer im Strömungsweg der
Luftströmung befindet, wodurch sich Schmutz an der Feder ablagert. Dieser oft faserförmige
Schmutz beeinträchtigt die Funktion der Feder und die Verschlussfunktion der Klappe.
Zudem unterliegt die Zugfeder einem hohen Verschleiß durch die auftreffenden Schmutzpartikel.
[0006] Angesichts des genannten Standes der Technik ist es somit Aufgabe der Erfindung,
eine Halteplatte für einen Staubsaugerfilterbeutel bereitzustellen, bei der ein verbesserter
Öffnungs- und Schließmechanismus ermöglicht wird. Diese Aufgabe wird gelöst durch
eine Halteplatte gemäß Anspruch 1.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine Halteplatte für einen Staubsaugerfilterbeutel mit einer
Grundplatte mit einer Durchtrittsöffnung, einem Verschlusselement, das verschwenkbar
an der Grundplatte angeordnet ist, zum Verschließen der Durchtrittsöffnung, und einem
Federelement, das derart angeordnet ist, dass der Biegewinkel des Federelements bei
einem Schwenken des Verschlusselements in einer Öffnungsrichtung aus einer ersten
Stellung, in der die Durchtrittsöffnung verschlossen ist, in eine zweite Stellung,
in der die Durchtrittsöffnung geöffnet ist, in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich
geringer als der entsprechende Öffnungswinkel des Verschlusselements ist, und das
Verschlusselement durch eine Rückstellkraft des Federelements entgegen der Öffnungsrichtung
von der zweiten Stellung in die erste Stellung bringbar ist, bereitgestellt.
[0008] Durch die derartige Anordnung des Federelements, dass der Biegewinkel bei einem Öffnen
der Durchtrittsöffnung durch Schwenken des Verschlusselements in einem Schwenkwinkelbereich
geringer als der entsprechende Öffnungswinkel des Verschlusselements ist, wird erreicht,
dass die beim Schwenken des Verschlusselements zur Überwindung der Rückstellkraft
der Feder erforderliche Biegekraft verhältnismäßig schwach ansteigt. Dadurch wird
ein zuverlässiges und weites Öffnen der Durchtrittsöffnung auch bei schwachen Saugluftströmen
ermöglicht.
[0009] Der Öffnungswinkel ist der Winkel, um den das Verschlusselement aus der ersten Stellung,
in der die Durchtrittsöffnung verschlossen ist, und einer zweiten Stellung, in der
die Durchtrittsöffnung geöffnet ist, verschwenkt ist. Der Biegewinkel ist der Winkel,
um den das Federelement bei einem Schwenken des Verschlusselements aus der ersten
Stellung in die zweite Stellung gebogen wird. Bei geschlossener Durchtrittsöffnung
ist der Öffnungswinkel gleich Null; der Ausgangsbiegewinkel nimmt dann auch einen
festen Wert an, der beispielsweise Null oder (je nach Vorspannung) klein ist. Von
diesem Ausgangsbiegewinkel ausgehend, wird dann bestimmt, um welchen Biegewinkel das
Federelement bei einem Verschwenken des Verschlusselements gebogen wird.
[0010] Der Biegewinkel kann insbesondere über den gesamten Schwenkwinkelbereich geringer
als der Öffnungswinkel sein. Alternativ kann der Biegewinkel für Öffnungswinkel größer
als 10°, insbesondere größer als 20°, geringer als der Öffnungswinkel sein.
[0011] Der Biegewinkel des Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements in der
Öffnungsrichtung aus der ersten Stellung in eine zweite Stellung kann in dem vorherbestimmten
Schwenkwinkelbereich 10 % geringer, insbesondere 20 % geringer, vorzugsweise 30 %
geringer, mehr bevorzugt 40 % geringer, am meisten bevorzugt 50 %, geringer als der
Öffnungswinkel des Verschlusselements sein.
[0012] Das Federelement ist vorzugsweise derart ausgebildet und/oder angeordnet, dass es
durch einen Saugluftstrom von der ersten Stellung in die zweite Stellung und/oder
in Abhängigkeit von einem Saugluftstrom von der zweiten Stellung in die erste Stellung
bringbar ist.
[0013] Das Federelement kann, in Öffnungsrichtung gesehen, hinter dem Verschlusselement
angeordnet sein. Dies hat den Vorteil, dass das Federelement bei geöffneter Durchtrittsöffnung
nicht im Strömungsweg angeordnet ist.
[0014] Die Öffnungsrichtung ist die Richtung, in der das Verschlusselement von der ersten
Stellung, in der die Durchtrittsöffnung verschlossen ist, in eine zweite Stellung,
in der die Durchtrittsöffnung geöffnet ist, geschwenkt wird. Somit ist das Federelement
in diesem Fall in Luftströmungsrichtung hinter dem Verschlusselement angeordnet.
[0015] Das Verschlusselement oder die Grundplatte kann ein Loch aufweisen und das Federelement
derart angeordnet sein, dass ein Ende des Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements
in Öffnungsrichtung in das Loch eingreift. Bei einer Blattfeder als Federelement kann
das Ende insbesondere ein Längsende der Blattfeder sein.
[0016] Durch dieses Eingreifen in das Loch wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass der
Biegewinkel des Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements in Öffnungsrichtung
geringer als der Öffnungswinkel des Verschlusselements ist.
[0017] Das Federelement kann an dem gegenüberliegenden Ende mit der Grundplatte oder dem
Verschlusselement fest verbunden sein und am Verschlusselement bzw. der Grundplatte
bewegbar anliegen. Insbesondere wenn das Verschlusselement ein Loch, insbesondere
ein Sackloch bzw. eine Vertiefung, aufweist, kann das Federelement an dem anderen
Ende mit der Grundplatte fest verbunden sein und am Verschlusselement verschiebbar
anliegen. Bei einem Schwenken des Verschlusselements aus der ersten Stellung in eine
zweite Stellung wird dann der Auflagebereich des Verschlusselements entlang des Federelements
verschoben, so dass das Ende des Federelements in das Loch eingreift.
[0018] Das Loch kann ein durchgehendes Loch oder ein Sackloch sein. Insbesondere das Sackloch
bzw. eine Vertiefung im Verschlusselement hat den Vorteil, dass der Luftströmungsweg
im geöffneten Zustand der Durchtrittsöffnung nur geringfügig behindert wird.
[0019] Das Loch kann insbesondere ein Sackloch sein, dessen Boden ein elastisches Material
und/oder eine Folie, insbesondere eine elastische Folie, umfasst. Greift das eine
Ende des Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements in das Loch ein
und erreicht den Boden, so erlaubt ein elastisches Material in vorteilhafter Weise
ein weiteres Schwenken des Verschlusselements, bei dem dann der Lochboden, nämlich
das elastische Material, durch die Beaufschlagung mit dem Ende des Federelements verformt
wird. Auf diese Weise lässt sich die Federkennlinie zusätzlich beeinflussen.
[0020] Insbesondere wenn das Loch in der Grundplatte vorgesehen ist, kann es als durchgehendes
Loch ausgebildet sein. In diesem Fall kann die Verbindung der Halteplatte mit einer
Beutelwand derart ausgebildet sein, dass das durchgehende Loch nicht das Beutelinnere
mündet. Bei einer derart geeigneten Verschweißung oder Verklebung der Beutelwand mit
der Halteplatte wird damit verhindert, dass durch dieses durchgehende Loch Schmutz
aus dem Beutelinnem austritt.
[0021] Das Federelement kann eine Flachfeder, eine Blattfeder, insbesondere eine bombiert
Blattfeder, eine Torsionsfeder oder eine Formfeder sein. Beispielsweise eine bombierte
Blattfeder, d.h., eine Blattfeder mit einer durchgehenden Wölbung quer zur Längsachse,
führt schon bei dünnen Federn zu einer hohen Andruckkraft.
[0022] Bei den zuvor beschriebenen Halteplatten kann das Verschlusselement oder die Grundplatte
einen Auflagebereich aufweisen, an dem das Federelement in einem Kontaktbereich des
Federelements bewegbar aufliegt, wobei der Auflagebereich bei einem Schwenken des
Verschlusselements in der Öffnungsrichtung derart entlang des Kontaktbereichs bewegbar
ist, dass der Biegewinkel in dem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich geringer als
der entsprechende Öffnungswinkel ist. Insbesondere wenn das Federelement fest mit
der Grundplatte verbunden ist, kann das Verschlusselement den Auflagebereich aufweisen.
[0023] Das Federelement kann an dem Verschlusselement oder der Grundplatte der zuvor beschriebenen
Halteplatten bewegbar angeordnet sein und derart mit dem Verschlusselement bzw. der
Grundplatte zusammenwirken, dass die Federkennlinie bei einem Schwenken des Verschlusselements
in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich degressiv ist.
[0024] Insbesondere kann das Verschlusselement oder die Grundplatte einen Auflagebereich
aufweisen, an dem das Federelement in einem Kontaktbereich des Federelements bewegbar
aufliegt, wobei der Auflagebereich und/oder der Kontaktbereich derart ausgebildet
sind, dass die Federkennlinie bei einem Schwenken des Verschlusselements in einem
vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich degressiv ist.
[0025] Damit kann insbesondere für größere Öffnungswinkel eine degressive Federkennlinie
gewählt werden, was ein weiteres Öffnen in diesen Öffnungswinkeln vereinfacht. Bei
größeren Öffnungswinkeln ist es ausreichend, wenn die erforderliche Biegekraft für
einen bestimmten Schwenkwinkel klein ist, solange die Biegekraft bei kleinen Öffnungswinkeln
ausreichend groß ist, um die Durchtrittsöffnung sicher zu verschließen, wenn das Verschlusselement
in der ersten Stellung über keinen Saugluftstrom mit einer Kraft beaufschlagt wird.
[0026] Unter einer degressiven Federkennlinie versteht man eine Kennlinie, bei der die über
das Verschlusselement aufgewendete Federkraft oder Biegekraft in Abhängigkeit vom
Öffnungswinkel oder Schwenkwinkel eine mit wachsendem Öffnungswinkel abnehmende Ableitung
aufweist. Der Betrag der Federkraft oder Biegekraft entspricht dabei dem Betrag der
auf das Verschlusselement bei dem entsprechenden Öffnungswinkel wirkenden Rückstellkraft.
[0027] Das Federelement kann im Kontaktbereich eine Ausnehmung oder eine Vertiefung aufweisen.
Dies ergibt in einfacher Weise eine geeignete Federkennlinie; bei einem Schwenken
des Verschlusselements in der Öffnungsrichtung entlang des Kontaktbereichs erhält
man einen degressiven Verlauf der Kennlinie sobald der Auflagebereich die Ausnehmung
oder Vertiefung erreicht.
[0028] Der Auflagebereich kann in Form einer Erhebung ausgebildet sein. Eine derartige Erhebung
erlaubt es, das Zusammenwirken von Verschlusselement bzw. Grundplatte und Federelement,
insbesondere die entsprechende Auflage des Federelements, präzise zu wählen. Wenn
außerdem eine derartige Erhebung beim Schwenken des Verschlusselements in einer Ausnehmung
oder Vertiefung des Federelements eingreift, wird ein degressives Verhalten der Federkennlinie
erzielt.
[0029] Das Verschlusselement kann eine Fläche, insbesondere eine plane Fläche, umfassen,
die auf der in Öffnungsrichtung vorderen Seite wenigstens teilweise einen Kragen umfasst.
[0030] Ein solche Kragen, d.h., eine wenigstens teilweise die Fläche des Verschlusselements
umlaufende Erhebung, erhöht im Betrieb der Halteplatte die Angriffsfläche für einen
Luftstrom, was das Öffnen der Durchtrittsöffnung durch ein Schwenken des Verschlusselements
begünstigt.
[0031] Bei den zuvor beschriebenen Halteplatten können die Grundplatte und/oder das Verschlusselement
einen Kunststoff oder Pappe umfassen.
[0032] Insbesondere können Grundplatte und Verschlusselement einstückig ausgebildet sein
und das Verschlusselement über eine Falzlinie oder ein Filmscharnier mit der Grundplatte
verbunden sein, wobei durch die Falzlinie oder das Filmscharnier eine Schwenkachse
gebildet wird.
[0033] Damit kann in besonders einfacher Weise eine der zuvor beschriebenen Halteplatten
hergestellt werden.
[0034] Die Erfindung stellt weiterhin einen Staubsaugerfilterbeutel mit einer der zuvor
beschriebenen Halteplatten bereit.
[0035] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren
beispielhaft erläutert. Dabei zeigt
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Halteplatte mit geschlossener Durchtrittsöffnung;
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht der Halteplatte von Figur 1;
- Figur 3
- eine Querschnittsansicht einer Halteplatte mit geöffneter Durchtrittsöffnung;
- Figur 4
- eine Querschnittsansicht einer alternativen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Halteplatte; und
- Figur 5
- eine Draufsicht auf eine Ausführungsform einer Blattfeder für eine Halteplatte.
[0036] Figur 1 zeigt eine schematische Draufsicht (entgegen der Öffnungsrichtung) auf eine
erfindungsgemäße Halteplatte 1. Diese Halteplatte 1 umfasst eine Grundplatte 2, die
beispielsweise in Form eines Spritzgussteils aus einem Kunststoff bereitgestellt wird.
In der Grundplatte 2 ist eine Durchtrittsöffnung 3 vorgesehen, die im gezeigten Beispiel
durch ein Verschlusselement oder eine Verschlussklappe 4 verschlossen wird. Verschlusselement
4 und Grundplatte 2 sind einstückig als ein Spritzgussteil ausgebildet, wobei das
Verschlusselement 4 über ein Filmscharnier 5, durch das eine Schwenkachse gebildet
wird, mit der Grundplatte 2 verbunden ist.
[0037] Weiterhin ist ein Federelement 6 in Form einer Blattfeder vorgesehen, um das Verschlusselement
4 in der gezeigten ersten Stellung, der Verschlussstellung, zu halten. Ein Längsende
7 der Blattfeder 6 ist durch eine Einbettung in den Kunststoff fest mit der Grundplatte
2 verbunden. Das andere Längsende 8 liegt beweglich auf dem Verschlusselement 4 auf.
Die Blattfeder 6 ist in Öffnungsrichtung hinter, in der gezeigten Draufsicht entgegen
der Öffnungsrichtung dagegen vor dem Verschlusselement 4 angeordnet.
[0038] Im Verschlusselement 4 ist weiterhin ein Loch 9 vorgesehen, in das die Blattfeder
6 bei einem Schwenken des Verschlusselements 4 in Öffnungsrichtung eingreift. Die
Blattfeder 6 ist bombiert, weist also quer zur Längsachse eine durchgehende Wölbung
auf. Aufgrund dieser Wölbung berührt die Blattfeder 6 die Oberfläche des Verschlusselements
4 nur an ihren längs verlaufenden Seitenkanten.
[0039] Figur 2 ist eine schematische Querschnittsansicht durch die Halteplatte der Figur
1 entlang der Linie A-A, die entlang einer der Längsachsen der Blattfeder 6 verläuft.
[0040] Wie dieser Querschnittsansicht zu entnehmen ist, ist das eine Längsende 7 der Blattfeder
6 in den Kunststoff der Grundplatte 2 eingebettet und damit fixiert. Das andere Längsende
8 berührt im Bereich der Seitenkanten der Blattfeder (dem Kontaktbereich) das Verschlusselement
4, so dass bei einer geeignet gewählten Vorspannung der Blattfeder das Verschlusselement
durch die Rückstellkraft der Feder in der gezeigten ersten Stellung oder Verschlussstellung
gehalten wird.
[0041] Die Halteplatte 1 ist mit der Beutelwand 10 eines Staubsaugerfilterbeutels verbunden,
beispielsweise verklebt. Alternativ kann die Beutelwand auch damit fest verbundene
Befestigungselemente aufweisen, mit denen dann eine Halteplatte zerstörungsfrei lösbar
verbunden werden kann, so dass eine derartige Halteplatte mehrfach verwendbar ist.
Die Beutelwand kann eine Filterstruktur aufweisen, wie sie beispielsweise in der
EP 0 960 645 beschrieben ist.
[0042] Das Loch 9 ist in dem gezeigten Beispiel in Sackloch, dessen Boden 12 durch eine
elastische Folie gebildet wird. Eine solche elastische Abdeckung des Lochs 9 kann
dadurch erfolgen, dass ein TPE (Thermoplastisches Polymer) im 2K-Verfahren auf diesen
Bereich des Verschlusselements gespritzt wird. Aufgrund eines solchen Bodens wird
verhindert, dass Schmutz durch das Loch aus dem Beutelinnem austritt.
[0043] Im Betrieb des Staubsaugerfilterbeutels in einem Staubsaugergehäuse wird das Verschlusselement
4 durch einen Saugluftstrom mit einer Kraft beaufschlagt, die entgegen der Rückstellkraft
der Blattfeder 6 wirkt. Übersteigt die Kraft des Saugluftstroms die Rückstellkraft
der Blattfeder, wird das Verschlusselement in Öffnungsrichtung 11, siehe Figur 2,
und somit in Richtung des Innem des Filterbeutels um die durch das Filmscharnier 5
gebildete Schwenkachse geschwenkt.
[0044] Aufgrund dieser Schwenkbewegung verschiebt sich der Anlagebereich des Verschlusselements
2 entlang der Seitenkanten der Blattfeder 6 in Richtung des eingespannten Längsendes
7. Dies führt dazu, dass das andere Längsende 8 in das in dem Verschlusselement vorgesehene
Loch 9 eingreift. Aufgrund dieses Eingreifens ist der Biegewinkel β der Blattfeder
6 geringer als der Öffnungswinkel α des Verschlusselements. Auf diese Weise wird die
zum Schwenken des Verschlusselements 4 erforderliche Biegekraft gering gehalten, so
dass die Durchtrittsöffnung 3 auch bei einem schwachen Saugluftstrom zuverlässig geöffnet
werden kann.
[0045] Bei ausreichend tiefem Eindringen der Blattfeder 6 in das Loch 9 erreicht diese den
Boden 12 in Form einer Folie, der bei weiterem Schwenken in Öffnungsrichtung deformiert
wird. Auf diese Weise kann die Federkennlinie durch den elastischen Boden zusätzlich
modifiziert werden.
[0046] Alternativ zu dem gezeigten Beispiel kann das Sackloch auch durch eine Vertiefung
im Verschlusselement ausgebildet sein, so dass der Boden bei einem steifen Kunststoff
nicht elastisch ausgebildet ist. Weiterhin kann es sich bei dem Loch 9 stattdessen
auch um ein durchgehendes Loch handeln. Letzteres ist insbesondere bei einer Ausführung
mit einem Loch in der Grundplatte und nicht im Verschlusselement von Vorteil, da dann
die Verbindung der Halteplatte mit dem Filtermaterial der Beutelwand derart gewählt
werden kann, dass das Loch nicht in das Beutelinnere mündet (also außerhalb der Beutelwand
mündet) und somit durch dieses kein Schmutz aus dem Beutel austreten kann.
[0047] In Figur 4 ist schematisch eine Querschnittsansicht einer alternativen Ausführungsform
einer Halteplatte gezeigt. Die Querschnittsansicht der Figur 4 verläuft entlang der
Längsachse der Blattfeder 6. Auch hier ist die Blattfeder 6 bombiert, weist jedoch
zusätzlich in Längsrichtung eine Vertiefung 13 auf. In dem gezeigten Beispiel liegt
weiterhin die Blattfeder 6 nicht unmittelbar mit ihren Seitenkanten auf der planen
Oberfläche des Verschlusselements 4 auf. Statt dessen ist auf der planen Oberfläche
des Verschlusselements 4 eine Erhebung in Form eines Stifts 14 vorgesehen, durch den
der Auflagebereich des Verschlusselements 4 für den Kontaktbereich der Blattfeder
6 gebildet wird.
[0048] Bei einem Schwenken des Verschlusselements 4 in Öffnungsrichtung bewegt sich der
Stift 13 entlang der Längsachse der Blattfeder in Richtung des eingespannten Längsendes
7. Sobald der Stift 13 die Vertiefung 13 der Blattfeder erreicht, wird, aufgrund der
Anordnung von Blattfeder und Stift, die Federkennlinie degressiv, so dass ab diesem
Öffnungswinkel des Verschlusselements 4 die weiter aufzuwendende Kraft zum Schwenken
des Verschlusselements 4 geringer wird.
[0049] Eine alternative Ausführungsform einer Blattfeder 6 zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen
Halteplatte ist schematisch in der Draufsicht von Figur 5 gezeigt. Die Blattfeder
ist bombiert und weist an ihren beiden Längsseiten in der gewölbten Wandung Ausnehmungen
15 auf.
[0050] Eine derartige Blattfeder 6 kann beispielsweise bei den in Figuren 1 bis 3 gezeigten
Halteplatten eingesetzt werden. Dabei liegt im verschlossenen Zustand der Durchtrittsöffnung
das bewegbare Längsende der Blattfeder an seinen Seitenkanten auf dem Verschlusselement
auf. Bei einem Schwenken des Verschlusselements um die Schwenkachse wandert der Auflagebereich
des Verschlusselements entlang des durch die Seitenkanten der Blattfeder gebildeten
Kontaktbereichs der Blattfeder in Richtung des eingespannten Längsendes, wobei das
bewegbare Längsende in das in dem Verschlusselement vorgesehene Sackloch eingreift.
Sobald die Blattfeder mit ihren Ausnehmungen 14 in das Sackloch des Verschlusselements
eingreift, wird dann auch hier die Federkennlinie degressiv.
[0051] Alternativ zu den in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispielen kann die Blattfeder
auch am Verschlusselement fixiert werden und beweglich an der Grundplatte angeordnet
sein. In diesem Fall kann dann in der Grundplatte ein Loch vorgesehen sein, in das
das nicht eingespannte Längsende der Blattfeder bei einem Schwenken des Verschlusselements
in Öffnungsrichtung eingreift.
[0052] Grundsätzlich können auch andere Federn, wie beispielsweise Torsionsfedern oder Formfedern,
anstelle der in den Ausführungsbeispielen beschriebenen Blattfeder eingesetzt werden.
[0053] Es versteht sich, dass die zuvor beschriebenen Ausführungsformen beispielhaft zu
verstehen sind und die gezeigten und beschriebenen Merkmale auch in anderer Weise
miteinander kombiniert werden können.
1. Halteplatte (1) für einen Staubsaugerfilterbeutel mit
einer Grundplatte (2) mit einer Durchtrittsöffnung (3),
einem Verschlusselement (4), das verschwenkbar an der Grundplatte angeordnet ist,
zum Verschließen der Durchtrittsöffnung, und
einem Federelement (6), das derart angeordnet ist, dass
der Biegewinkel (β) des Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements in
einer Öffnungsrichtung (11) aus einer ersten Stellung, in der die Durchtrittsöffnung
verschlossen ist, in eine zweite Stellung, in der die Durchtrittsöffnung geöffnet
ist, in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich geringer als der entsprechende
Öffnungswinkel (α) des Verschlusselements ist, und
das Verschlusselement durch eine Rückstellkraft des Federelements entgegen der Öffnungsrichtung
von der zweiten Stellung in die erste Stellung bringbar ist.
2. Halteplatte nach Anspruch 1, wobei das Federelement in Öffnungsrichtung hinter dem
Verschlusselement angeordnet ist.
3. Halteplatte nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Verschlusselement oder die Grundplatte
ein Loch (9) aufweist und das Federelement derart angeordnet ist, dass ein Ende des
Federelements bei einem Schwenken des Verschlusselements in Öffnungsrichtung in das
Loch eingreift.
4. Halteplatte nach Anspruch 3, wobei das Federelement an dem gegenüberliegenden Ende
mit der Grundplatte oder dem Verschlusselement fest verbunden ist und am Verschlusselement
bzw. der Grundplatte bewegbar anliegt.
5. Halteplatte nach Anspruch 3 oder 4, wobei das Loch ein durchgehendes Loch oder ein
Sackloch ist.
6. Halteplatte nach Anspruch 5, wobei das Loch ein Sackloch ist, dessen Boden (12) eine
Folie, insbesondere eine elastische Folie, umfasst.
7. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Federelement eine
Flachfeder, eine Blattfeder, insbesondere eine bombiert Blattfeder, eine Torsionsfeder
oder eine Formfeder ist.
8. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Federelement an dem
Verschlusselement oder der Grundplatte bewegbar angeordnet ist und derart mit dem
Verschlusselement bzw. der Grundplatte zusammenwirkt, dass die Federkennlinie bei
einem Schwenken des Verschlusselements in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich
degressiv ist.
9. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Verschlusselement
oder die Grundplatte einen Auflagebereich aufweist, an dem das Federelement in einem
Kontaktbereich des Federelements bewegbar aufliegt, wobei der Auflagebereich und/oder
der Kontaktbereich derart ausgebildet sind, dass die Federkennlinie bei einem Schwenken
des Verschlusselements in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich degressiv ist.
10. Halteplatte nach Anspruch 9, wobei das Federelement im Kontaktbereich eine Ausnehmung
(15) oder eine Vertiefung (13) aufweist.
11. Halteplatte nach Anspruch 9 oder 10, wobei der Auflagebereich in Form einer Erhebung
(14) ausgebildet ist.
12. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Verschlusselement
eine Fläche umfasst, die auf der in Öffnungsrichtung vorderen Seite wenigstens teilweise
einen Kragen umfasst.
13. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Grundplatte und/oder
das Verschlusselement einen Kunststoff oder Pappe umfasst.
14. Halteplatte nach Anspruch 13, wobei Grundplatte und Verschlusselement einstückig ausgebildet
sind und das Verschlusselement über eine Falzlinie oder ein Filmscharnier (5) mit
der Grundplatte verbunden ist, wobei durch die Falzlinie oder das Filmscharnier eine
Schwenkachse gebildet wird.
15. Staubsaugerfilterbeutel mit einer Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Halteplatte (1) für einen Staubsaugerfilterbeutel mit
einer Grundplatte (2) mit einer Durchtrittsöffnung (3),
einem Verschlusselement (4), das verschwenkbar an der Grundplatte angeordnet ist,
zum Verschließen der Durchtrittsöffnung, und
einem Federelement (6), das derart angeordnet ist, dass der Biegewinkel (β) des Federelements
bei einem Schwenken des Verschlusselements in einer Öffnungsrichtung (11) aus einer
ersten Stellung, in der die Durchtrittsöffnung verschlossen ist, in eine zweite Stellung,
in der die Durchtrittsöffnung geöffnet ist, in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich
geringer als der entsprechende Öffnungswinkel (α) des Verschlusselements ist, und
das Verschlusselement durch eine Rückstellkraft des Federelements entgegen der Öffnungsrichtung
von der zweiten Stellung in die erste Stellung bringbar ist,
wobei das Federelement in Öffnungsrichtung hinter dem Verschlusselement angeordnet
ist.
2. Halteplatte nach Anspruch 1, wobei das Verschlusselement oder die Grundplatte ein
Loch (9) aufweist und das Federelement derart angeordnet ist, dass ein Ende des Federelements
bei einem Schwenken des Verschlusselements in Öffnungsrichtung in das Loch eingreift.
3. Halteplatte nach Anspruch 2, wobei das Federelement an dem gegenüberliegenden Ende
mit der Grundplatte oder dem Verschlusselement fest verbunden ist und am Verschlusselement
bzw. der Grundplatte bewegbar anliegt.
4. Halteplatte nach Anspruch 2 oder 3, wobei das Loch ein durchgehendes Loch oder ein
Sackloch ist.
5. Halteplatte nach Anspruch 4, wobei das Loch ein Sackloch ist, dessen Boden (12) eine
Folie, insbesondere eine elastische Folie, umfasst.
6. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Federelement eine
Flachfeder, eine Blattfeder, insbesondere eine bombiert Blattfeder, eine Torsionsfeder
oder eine Formfeder ist.
7. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Federelement an dem
Verschlusselement oder der Grundplatte bewegbar angeordnet ist und derart mit dem
Verschlusselement bzw. der Grundplatte zusammenwirkt, dass die Federkennlinie bei
einem Schwenken des Verschlusselements in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich
degressiv ist.
8. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Verschlusselement
oder die Grundplatte einen Auflagebereich aufweist, an dem das Federelement in einem
Kontaktbereich des Federelements bewegbar aufliegt, wobei der Auflagebereich und/oder
der Kontaktbereich derart ausgebildet sind, dass die Federkennlinie bei einem Schwenken
des Verschlusselements in einem vorherbestimmten Schwenkwinkelbereich degressiv ist.
9. Halteplatte nach Anspruch 8, wobei das Federelement im Kontaktbereich eine Ausnehmung
(15) oder eine Vertiefung (13) aufweist.
10. Halteplatte nach Anspruch 8 oder 9, wobei der Auflagebereich in Form einer Erhebung
(14) ausgebildet ist.
11. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Verschlusselement
eine Fläche umfasst, die auf der in Öffnungsrichtung vorderen Seite wenigstens teilweise
einen Kragen umfasst.
12. Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Grundplatte und/oder
das Verschlusselement einen Kunststoff oder Pappe umfasst.
13. Halteplatte nach Anspruch 12, wobei Grundplatte und Verschlusselement einstückig
ausgebildet sind und das Verschlusselement über eine Falzlinie oder ein Filmscharnier
(5) mit der Grundplatte verbunden ist, wobei durch die Falzlinie oder das Filmscharnier
eine Schwenkachse gebildet wird.
14. Staubsaugerfilterbeutel mit einer Halteplatte nach einem der vorangegangenen Ansprüche.