[0001] Die Erfindung richtet sich auf viskose wässrige Weichspülmittel.
[0002] Wässrige Weichspülmittel werden üblicherweise beim Waschen von Wäsche in einer Waschmaschine
dem letzten Spülgang zugesetzt, um der Wäsche einen weicheren Griff zu geben. Solche
Weichspülmittel enthalten üblicherweise textilweichmachende quaternäre Ammoniumsalze
in einer Menge von 2 bis 20 Gew.-% als aktive Komponenten, dispergiert in einer wässrigen
Lösung. Ohne weitere Zusätze weisen Weichspülmittel mit einem Gehalt an aktive Komponenten
von bis zu 10 Gew.-% meist nur eine geringe Viskosität auf und sind deshalb bei der
Anwendung schlecht zu dosieren. Außerdem beurteilen Verbraucher die Wirksamkeit eines
Weichspülmittels in der Regel nach dessen Viskosität und schätzen ein höher viskoses
Weichspülmittel als wirksamer ein. Eine zu hohe Viskosität ist allerdings unerwünscht,
da sie bei der Anwendung zu unvollständigem Einspülen in die Waschmaschine führt.
Deshalb besteht ein Bedarf an wässrigen Weichspülmitteln mit einer erhöhten, genau
vorherbestimmten Viskosität.
[0003] Im Stand der Technik ist vorgeschlagen worden, die Viskosität eines wässrigen Weichspülmittels
durch Zusatz von Verdickern zu erhöhen.
[0004] Aus
EP 0 051 983 ist bekannt, die Viskosität von wässrigen Weichspülmitteln durch den Zusatz von nichtionischen
oder schwach anionischen polymeren Verdickern zu erhöhen. Als geeignete Polymere sind
modifizierte Cellulosen, Guar Gum und modififizierter Guar Gum, Polyacrylamide und
Polyvinylacetate genannt. Mit 0,08 bis 0,3 Gew.-% Guar Gum wurden verdickte Weichspülmittel
erhalten, deren Viskosität sich bei Lagerung bei 20°C nur wenig änderte. Guar Gum
und modifizierte Cellulosen haben allerdings den Nachteil, dass sie vor der Herstellung
des Weichspülmittels gequollen und aufgelöst werden müssen. In diesen Lösungen erfolgt
leicht ein mikrobieller Abbau des Verdickers, der zu einer Abnahme der Viskosität
führt. Deshalb lässt sich mit diesen Verdickern die Viskosität des fertigen Weichspülmittels
nicht zuverlässig vorherbestimmen.
[0005] Aus
EP 0 385 749 ist bekannt, die Viskosität von wässrigen Weichspülmitteln durch den Zusatz von hydrophob
modifizierten nichtionischen Polymeren zu erhöhen, die eine hydrophile Kette aufweisen.
Als geeignete Polymere sind hydrophob modifizierte Polyoxyalkylene oder Polyvinylalkohole
genannt. In Beispiel 2 wird die Verdickung mit dem von Rohm und Haas vertriebenen
Polyurethanpolymer Acrysol RM-825
™ offenbart.
[0006] Aus
US 6,881,716 sind Weichspülmittel bekannt, die ein oligomeres Esterquat und einen Verdicker enthalten,
der aus ethoxylierter und/oder propoxylierter Cellulose, ethoxyliertem und/oder propoxyliertem
C
10-15 Fettalkohol oder einem ethoxyliertem und/oder propoxyliertem Fettalkoholpolyurethan
ausgewählt wird. Als geeigneter Verdicker wird das von Rohm und Haas vertriebene Polyurethanpolymer
Accusol 880
™ genannt.
[0007] Aus
WO 00/04118 sind Weichspülmittel bekannt, die ein quaternäres Ammoniumsalz und ein Fettalkoholethoxylatdiurethanpolymer
als Verdicker enthalten. Als geeignete Verdicker werden Produkte von BASF mit den
Codenummern 71495, 71496 und 71497 genannt.
[0008] Für die Herstellung der wässrigen Weichspülmittel ist es von Vorteil, wenn das Weichspülmittel
während des Mischens und Abfüllens eine geringere Viskosität aufweist als die angestrebte
Viskosität des Endprodukts. Außerdem ist es wünschenswert, dass sich die Viskosität
des Weichspülmittels während der Lagerung nicht mehr verändert, damit bei der Herstellung
eine Qualitätskontrolle der Viskosität des hergestellten Produkts erfolgen kann und
sich die Qualität des Produkts während der Lagerung nicht mehr ändert.
[0009] Es wurde nun gefunden, dass sich diese Aufgaben durch wässrige Weichspülmittel lösen
lassen, die einen Polyurethanverdicker enthalten und ein reversibel thixotropes Fließverhalten
aufweisen.
[0010] Gegenstand der Erfindung sind deshalb wässrige Weichspülmittel, die mindestens ein
textilweichmachendes quaternäres Ammoniumsalz und mindestens einen Polyurethanverdicker
enthalten und die ein reversibel thixotropes Fließverhalten aufweisen.
[0011] Thixotropes Fließverhalten eines Weichspülmittels bedeutet, dass die Viskosität des
Weichspülmittels bei einer Scherbelastung abnimmt und nach Ende der Scherbelastung
wieder ansteigt. Ein reversibel thixotropes Fließverhalten im Sinne der Erfindung
liegt vor, wenn die Viskosität des Weichspülmittels bei einer Scherbelastung abnimmt
und nach Ende der Scherbelastung innerhalb von kurzer Zeit, d.h. in der Regel weniger
als einer Stunde, wieder auf mindestens 90 % des Ausgangswerts ansteigt.
[0012] Vorzugsweise weisen die erfindungsgemäßen Weichspülmittel eine Ruheviskosität im
linear-viskoelastischen Bereich von mehr als 100 mPa·s auf, wobei die Viskosität nach
DIN 53019 in einem Rotationsviskosimeter mit Zylindergeometrie gemessen wird. Der
linear-viskoelastische Bereich ist dabei der Bereich kleiner Schubspannungen, in dem
der elastische Anteil G' des komplexen Schubmoduls unabhängig von der Schubspannung
ist. Bei einer Scherbelastung mit einer Schubspannung von 30 Pa nimmt die Viskosität
dieser bevorzugten Weichspülmittel auf weniger als 30 % der Ruheviskosität ab und
steigt nach Ende der Scherbelastung innerhalb von weniger als 10 Minuten wieder auf
mehr als 80 % der Ruheviskosität an. Besonders bevorzugt sind Weichspülmittel, bei
denen die Viskosität bei einer Scherbelastung mit einer Schubspannung von 30 Pa auf
weniger als 20 % der Ruheviskosität abnimmt und nach Ende der Scherbelastung innerhalb
von weniger als 10 Minuten wieder auf mehr als 90 % der Ruheviskosität ansteigt.
[0013] Bei Bestimmung der Viskosität mit einem Brookfield-Viskosimeter (Spindel LVT Nr.
2, Rotationsgeschwindigkeit 30 min
-1) weisen die erfindungsgemäßen Weichspülmittel vorzugsweise eine Viskosität im Bereich
von 200 bis 3000 mPa·s auf, besonders bevorzugt im Bereich von 400 bis 1500 mPa·s.
[0014] Polyurethanverdicker im Sinn der Erfindung sind in wässriger Lösung verdickend wirkende
Polymere, deren Polymergerüst durch Polyaddition aus Diisocyanaten und Diolen erhalten
wird. Solche Polyurethanverdicker und deren Herstellung sind dem Fachmann aus dem
Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus
US 4,155,892.
[0015] Das Fließverhalten des Weichspülmittels wird im Wesentlichen durch die Struktur des
Polyurethanverdickers bestimmt. Weitere Faktoren, die das Fließverhalten beeinflussen
können, sind allerdings auch die Art und Menge der quaternären Ammoniumsalze, sowie
die Art und Menge von weiteren Additiven, insbesondere von Salzen und sauren Komponenten.
Falls mit einem Polyurethanverdicker bei der angestrebten Zusammensetzung des Weichspülmittels
nicht das gewünschte reversibel thixotrope Fließverhalten erzielt wird, kann der Fachmann
durch eine oder mehrere der folgenden Veränderungen an der Struktur des Polyurethanverdickers
zu einem erfindungsgemäßen Weichspülmittel mit reversibel thixotropen Fließverhalten
gelangen:
- Einführung von zwei oder mehr Substituenten mit einem langkettigen Alkylrest in das
Polyurethan.
- Herstellung des Polyurethans aus einem sterisch weniger anspruchsvollen Diisocyanat.
- Herstellung des Polyurethans aus einem Polyalkylenglykol mit höherem Molekulargewicht.
[0016] Die erfindungsgemäßen Weichspülmittel enthalten vorzugsweise einen Polyurethanverdicker,
der ein Additionsprodukt eines Diisocyanats mit einem Polyalkylenglykol ist, wobei
das Additionsprodukt an den Kettenenden jeweils einen C
14-C
20-Alkylrest trägt. Das Diisocyanat ist vorzugsweise ein aliphatisches Diisocyanat und
wird besonders bevorzugt ausgewählt aus Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat
und Dicyclohexylmethylendiisocyanat. Das Polyalkylenglykol umfasst vorzugsweise mehr
als 80 mol-% Ethylenoxid-Monomereinheiten und weist vorzugsweise ein Molekulargewicht
von mindestens 3000 g/mol auf. Der Alkylrest ist an den Kettenenden vorzugsweise in
Form einer Gruppe R
1-NH-C(=O)O- verknüpft, wobei R
1 der C
14-C
20-Alkylrest ist.
[0017] Quaternäre Ammoniumsalze mit textilweichmachender Wirkung und deren Herstellung sind
dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt.
[0018] Die erfindungsgemäßen Weichspülmittel enthalten vorzugsweise quaternäre Ammoniumsalze
der Formel (I)
(I) R
24-mN
+[(CH
2)
n-Q-R
3]
m X
-
worin die Gruppen R
2 unabhängig voneinander C
1-C
6-Alkyl, C
1-C
6-Hydroxyalkyl oder Benzyl sind,
die Gruppen R
3 unabhängig voneinander Wasserstoff oder lineares oder verzweigtes C
11-C
22-Alkyl oder -Alkenyl sind, wobei mindestens einer der Reste R
3 nicht Wasserstoff ist,
die Gruppen Q unabhängig voneinander ausgewählt sind aus Gruppen der Formeln -O-C(O)-,
-C(O)O-, -NR
4-C(O)-, -C(O)-NR
4-, -O-C(O)-O-, -CHR
5-O-C(O)- oder -CH(OCOR
3)-CH
2-O-C(O)-, wobei R
4 Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl oder Butyl ist und R
5 Wasserstoff oder Methyl ist,
m von 1 bis 4 ist,
n von 1 bis 4 ist,
und X
- ein für Weichspüler geeignetes Anion ist.
[0019] Für Weichspüler geeignete Anionen sind insbesondere Chlorid, Bromid, Methylsulfat,
Ethylsulfat, Sulfat und Nitrat.
[0020] Besonders bevorzugt sind Verbindungen der Formel (I), in denen R
2 Methyl ist, Q -O-C(O)- oder -NH-C(O)- ist, m = 2 oder 3 ist, n = 2 ist und X
- Chlorid oder Methylsulfat ist. Vorzugsweise werden diese Verbindungen in Form von
Mischungen verwendet, wobei Verbindungen im Mittel 1,2 bis 2,5 Gruppen R
3 enthalten, die nicht Wasserstoff sind. Weiter bevorzugt beträgt der Anteil an Nicht-Wasserstoff-Gruppen
R
3 im Mittel 1,4 bis 2,0, am meisten bevorzugt 1,6 bis 1,9.
[0021] Bevorzugte Verbindungen der Formel (I) sind quaternäre Ammoniumsalze der Formeln
(II) bis (IV)
(II) R
6N
+[CH
2CHR
8OH] [CH
2CHR
8OC(O)R
7]
2 X
-
(III) R
62N
+[CH
2CHR
8OC(O)R
7]
2 X
-
(IV) R
6N
+[CH
2CHR
8OH] [CH
2CH
2NHC(O)R
7]
2 X
-
wobei die Gruppen R
6 unabhängig voneinander C
1-C
6-Alkyl, C
1-C
6-Hydroxyalkyl oder Benzyl sind,
die Gruppen R
7 unabhängig voneinander lineares oder verzweigtes C
11-C
22-Alkyl oder -Alkenyl sind, und
die Gruppen R
8 Wasserstoff oder Methyl sind.
[0022] In diesen Formeln ist die Gruppe -C(O)R
7 vorzugsweise ein Fettsäurerest. Geeignete Fettsäuren sind aus natürlichen Triglyceriden
erhältlich, vorzugsweise aus Talg, Pflanzenölen, teilhydriertem Talg oder teilhydrierten
Pflanzenölen. Geeignete Quellen für Triglyceride sind beispielsweise Sojaöl, Talg,
teilhydrierter Talg, Palmöl, Palmkernöl, Rapsöl, Kokosnussöl, Sonnenblumenöl, Maisöl,
Reisöl und Tallöl. Die Fettsäuren aus natürlichen Quellen sind in der Regel Mischungen
von unverzweigten und verzweigten, sowie gesättigten und ungesättigten aliphatischen
Fettsäuren. Um die Eigenschaften des Weichspülers, wie weich machende Wirkung und
Rücknetzvermögen des behandelten Gewebes, einzustellen, können aus unterschiedlichen
natürlichen Quellen erhaltene Fettsäuren in Mischung verwendet werden. Der Anteil
an ungesättigten Fettsäureresten R
7 beträgt vorzugsweise mindestens 10 %, besonders bevorzugt mindestens 25 % und insbesondere
40 % bis 70 %. Der Anteil an mehrfach ungesättigten Gruppen R
7 beträgt vorzugsweise weniger als 10 %, besonders bevorzugt weniger als 5 % und insbesondere
weniger als 3 %. Falls erforderlich kann der Anteil an mehrfachungesättigten Fettsäureresten
durch eine Teilhydrierung verringert werden, um die Lagerstabilität des Produkts hinsichtlich
Farbveränderung und Geruchsentwicklung zu verbessern. Der Anteil an ungesättigten
Fettsäureresten, ausgedrückt als Iodzahl der freien Fettsäure, liegt vorzugsweise
im Bereich einer Iodzahl von 5 bis 150, besonders bevorzugt 5 bis 50. In den ungesättigten
Fettsäureresten ist Verhältnis von cis- und trans-Isomeren der Doppelbindungen vorzugsweise
größer als 1:1 und besonders bevorzugt im Bereich von 4:1 bis 50:1.
[0023] Ebenfalls bevorzugt sind quaternäre Ammoniumsalze der Formeln (V) bis (VII)
(V) R
62R
72N
+ X
-
(VI) [R
7-C(O)NHCH
2CH
2]
2N
+R
6[CH
2CH
2OH] X
-

wobei die Reste R
6, R
7 and X die gleiche Bedeutung wie in den Formeln (II) bis (IV) haben und Q für -O-C(O)-
oder -NH-C(O)- steht.
[0024] Die erfindungsgemäßen wässrigen Weichspülmittel enthalten vorzugsweise ein oder mehrere
quaternäre Ammoniumsalze in einer Menge von insgesamt 2 bis 10 Gew.-%, besonders bevorzugt
2 bis 6 Gew.-%, und einen oder mehrere Polyurethanverdicker in einer Menge von insgesamt
0,001 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,005 bis 1 Gew.-% und insbesondere 0,005
bis 0,5 Gew.-%.
[0025] Die erfindungsgemäßen wässrigen Weichspülmittel können darüber hinaus noch weitere
Additive enthalten, die dem Fachmann für die Formulierung von Weichspülmitteln bekannt
sind, insbesondere die aus
US 6,737,392 Spalte 8, Zeile 1 bis Spalte 14, Zeile 6 bekannten Additive.
[0026] Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen die Erfindung, ohne jedoch deren Gegenstand
zu beschränken.
Beispiele
Herstellung der wässrigen Weichspülmittel
[0027] Bei 35°C wurde Wasser mit dem Farbstoff Sandolan Walkblau NBL 150 (Hersteller Clariant,
0,15 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge an Weichspüler) vorgelegt. Unter Rühren mit
500 Umdrehungen/min wurde auf 50°C erwärmtes Rewoquat WE 18 (teilhydriertes Methyl-tris-(hydroxyethyl)-ammonium-di-talgfettsäureester-methosulfat,
90 Gew.-% in Isopropanol) in der angegebenen Menge zugegeben. Die erhaltene Dispersion
wurde weitere 20 min mit 620 Umdrehungen/min gerührt. Danach wurde abgekühlt und bei
30°C 0,2 Gew.-% Parfumöl Skyline DW 10557 (Hersteller Symrise) zugegeben. Nach Abkühlen
auf Raumtemperatur wurde das Verdickungsmittel zugegeben und die Dispersion 10 min
bei 520 Umdrehungen/min gerührt.
[0028] Folgende Verdickungsmittel wurden verwendet:
Tego Visco Plus 3030™ (Polyurethanverdicker, Polymergehalt 60 Gew.-%), Hersteller Degussa AG
Accusol 880™ (Polyurethanverdicker, Polymergehalt 35 Gew.-%), Hersteller Rohm und Haas
Acrysol RM-8W™, (Polyurethanverdicker, Polymergehalt 17,5 Gew.-%), Hersteller Rohm und Haas
Acrysol RM-825™, (Polyurethanverdicker, Polymergehalt 25 Gew.-%), Hersteller Rohm und Haas
[0029] Die Zusammensetzungen der hergestellten wässrigen Weichspülmittel sind in Tabelle
1 angeführt.
Tabelle 1
| Zusammensetzungen der Weichspülmittel (Der Rest zu 100 Gew.-% ist Wasser, Farbstoff
und Parfumöl) |
| Beispiel |
Rewoquat WE 18
[Gew.-%] |
Tego Visco Plus 3030
[Gew.-%] |
Accusol 880
[Gew.-%] |
Acrysol RM-8W
[Gew.-%] |
Acrysol RM-825
[Gew.-%] |
| 1 |
3 |
0,1 |
- |
- |
- |
| 2 |
3 |
0,25 |
- |
- |
- |
| 3 |
3 |
0,5 |
- |
- |
- |
| 4* |
3 |
- |
0,17 |
- |
- |
| 5* |
3 |
- |
0,43 |
- |
- |
| 6* |
3 |
- |
0,86 |
- |
- |
| 7 |
4 |
0,5 |
- |
- |
- |
| 8* |
4 |
- |
0,86 |
- |
- |
| 9* |
4 |
- |
- |
1,7 |
- |
| 10* |
4 |
- |
- |
- |
1,2 |
| 11 |
5 |
0,1 |
|
|
|
| 12 |
5 |
0,05 |
- |
- |
- |
| 13 |
5 |
0,025 |
- |
- |
- |
| 14* |
5 |
- |
0,17 |
- |
- |
| 15* |
5 |
- |
0,085 |
- |
- |
| 16* |
5 |
- |
0,043 |
- |
- |
Bestimmung des Fließverhaltens
[0030] Das thixotrope Fließverhalten wurde mit einem Rotationsviskosimeter Modell Stresstech
des Herstellers Reologica bestimmt. Die Messungen erfolgten mit Zylindergeometrie
durch oszillierende Messung bei einer Oszillationsfrequenz von 1 Hz in einem Messbecher
Modell EMB-Z3 mit 26,5 mm Inndurchmesser unter Verwendung eines oszillierenden Zylinders
Modell CC25 mit 25 mm Außendurchmesser. Es wurde bei 23°C unmittelbar nacheinander
300 s bei einer Schubspannung von 0,2 Pa, 120 s bei einer Schubspannung von 30 Pa
und 900 s bei einer Schubspannung von 0,2 Pa gemessen. Durch Kontrollmessungen bei
der gleichen Oszillationsfrequenz, bei denen die Viskosität in Abhängigkeit von der
Schubspannung bestimmt wurde, wurde sichergestellt, dass bei allen Proben die Messung
mit einer Schubspannung von 0,2 Pa im linear-viskoelastischen Bereich erfolgte.
[0031] Die Ergebnisse der Messungen sind in Tabelle 2 und Fig. 1 bis 4 wiedergegeben.
Tabelle 2
| Viskosität vor Scherbelastung (0-300 s), unter Scherbelastung** (300-420 s) und nach
Scherbelastung (420-1200 s). |
| |
Beispiel 7 |
Beispiel 8* |
Beispiel 9* |
Beispiel 10* |
| t [s] |
Viskosität η [Pa s] |
| 1 |
3,32 |
0,864 |
1,05 |
1,07 |
| 62 |
3,35 |
1,00 |
1,23 |
0,976 |
| 121 |
3,39 |
1,01 |
1,30 |
0,950 |
| 182 |
3,42 |
0,992 |
1,34 |
0,939 |
| 271 |
3,45 |
0,952 |
1,38 |
0,957 |
| 301** |
0,211** |
0,240** |
0,269** |
0,221** |
| 362** |
0,200** |
0,236** |
0,243** |
0,218** |
| 421 |
2,02 |
0,388 |
0,752 |
0,465 |
| 482 |
2,51 |
0,438 |
0,789 |
0,465 |
| 541 |
2,71 |
0,427 |
0,775 |
0,444 |
| 602 |
2,85 |
0,418 |
0,760 |
0,409 |
| 662 |
2,96 |
0,409 |
0,749 |
0,411 |
| 842 |
3,17 |
0,384 |
0,710 |
0,377 |
| 1020 |
3,32 |
0,368 |
0,689 |
0,362 |
| 1200 |
3,43 |
0,359 |
0,668 |
0,366 |
Fig. 1: Beispiel 7 (erfindungsgemäß)
Fig. 2: Beispiel 8 (nicht erfindungsgemäß)
Fig. 3: Beispiel 9 (nicht erfindungsgemäß)
Fig. 4: Beispiel 10 (nicht erfindungsgemäß)
Bestimmung der Lagerstabilität
[0032] Zur Bestimmung der Lagerstabilität wurde die Viskosität innerhalb von 0,5 h nach
der Herstellung und nach 12 Wochen Lagerung bei Zimmertemperatur bestimmt. Die Messung
der Viskosität erfolgte mit einem Brookfield-Viskosimeter bei 20°C mit Spindel LVT
Nr. 2 bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 30 min
-1.
[0033] Die Ergebnisse der Messungen sind in Tabelle 3 wiedergegeben.
Tabelle 3
| Viskosität vor und nach 12 Wochen Lagerung |
| Beispiel |
Viskosität nach Herstellung
[mPa s] |
Viskosität nach Lagerung
[mPa s] |
Viskositätsänderung
[%] |
| 1 |
235 |
265 |
+13 |
| 2 |
410 |
420 |
+ 2 |
| 3 |
510 |
560 |
+10 |
| 4* |
325 |
210 |
-35 |
| 5* |
345 |
280 |
-19 |
| 6* |
950 |
480 |
-49 |
| 11 |
745 |
880 |
+18 |
| 12 |
530 |
620 |
+17 |
| 13 |
375 |
340 |
- 9 |
| 14* |
760 |
300 |
-61 |
| 15* |
740 |
320 |
-57 |
| 16* |
430 |
265 |
-38 |
[0034] Die erfindungsgemäßen Weichspülmittel mit einem Polyurethanverdicker, der ein reversibel
thixotropes Fließverhalten bewirkt, zeigen eine gute Stabilität der Viskosität, die
sich während einer Lagerung über 12 Wochen nur wenig gegenüber der Viskosität unmittelbar
nach der Herstellung ändert. Durch eine Qualitätskontrolle nach der Produktion kann
bei diesen Weichspülmitteln sicher gestellt werden, dass das Produkt den Verbraucher
mit einer vorherbestimmten Viskosität erreicht. Die Weichspülmittel mit einem aus
dem Stand der Technik bekannten Polyurethanverdicker, der kein reversibel thixotropes
Fließverhalten bewirkt, zeigen während der Lagerung eine stärkere Veränderung der
Viskosität. Bei ihnen kann nicht vorherbestimmt werden, mit welcher Viskosität das
Produkt den Verbraucher erreicht.
1. Wässriges Weichspülmittel, enthaltend mindestens ein textilweichmachendes quaternäres
Ammoniumsalz und mindestens einen Polyurethanverdicker,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Weichspülmittel ein reversibel thixotropes Fließverhalten aufweist.
2. Weichspülmittel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es eine Ruheviskosität im linear-viskoelastischen Bereich von mehr als 100 mPa·s
aufweist, die Viskosität bei einer Schubspannung von 30 Pa auf weniger als 30 % der
Ruheviskosität abnimmt und nach Ende der Scherbelastung innerhalb von weniger als
10 Minuten wieder auf mehr als 80 % der Ruheviskosität ansteigt, wobei die Viskositäten
nach DIN 53019 in einem Rotationsviskosimeter mit Zylindergeometrie gemessen werden.
3. Weichspülmittel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Polyurethan ein Additionsprodukt eines Diisocyanats mit einem Polyalkylenglykol
ist, das an den Kettenenden jeweils einen C14-C20-Alkylrest trägt.
4. Weichspülmittel nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Diisocyanat ausgewählt ist aus Hexamethylendiisocyanat, Isophorondiisocyanat
und Dicyclohexylmethylendiisocyanat.
5. Weichspülmittel nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Polyurethan an den Kettenenden jeweils eine Gruppe R1-NH-C(=O)O- trägt, wobei R1 ein C14-C20-Alkylrest ist.
6. Weichspülmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es ein quaternäres Ammoniumsalz der Formel (I)
(I) R24-mN+[(CH2)n-Q-R3]m X-
enthält,
worin die Gruppen R2 unabhängig voneinander C1-C6-Alkyl, C1-C6-Hydroxyalkyl oder Benzyl sind,
die Gruppen R3 unabhängig voneinander Wasserstoff oder lineares oder verzweigtes C11-C22-Alkyl oder -Alkenyl sind, wobei mindestens einer der Reste R3 nicht Wasserstoff ist,
die Gruppen Q unabhängig voneinander ausgewählt sind aus Gruppen der Formeln -O-C(O)-,
-C(O)O-, -NR4-C(O)-, -C(O)-NR4-, -O-C(O)-O-, -CHR5-O-C(O)- oder -CH(OCOR3)-CH2-O-C(O)-, wobei R4 Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Propyl oder Butyl ist und R5 Wasserstoff oder Methyl ist,
m von 1 bis 4 ist,
n von 1 bis 4 ist,
und X- ein für Weichspüler geeignetes Anion ist.
7. Weichspülmittel nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Formel (I) R2 Methyl ist, Q -O-C(O)- oder -NH-C(O)- ist, m = 2 oder 3 ist, n = 2 ist und X- Chlorid oder Methylsulfat ist.
8. Weichspülmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass es ein quaternäres Ammoniumsalz ausgewählt aus Verbindungen der Formeln (II) bis
(VII)
(II) R
6N
+[CH
2CHR
8OH] [CH
2CHR
8OC(O)R
7]
2X
-
(III) R
62N
+[CH
2CHR
8OC(O)R
7]
2 X
-
(IV) R
6N
+[CH
2CHR
8OH] [CH
2CH
2NHC(O)R
7]
2 X
-
(V) R
62R
72N
+ X
-
(VI) [R
7-C(O)NHCH
2CH
2]
2N
+R
6[CH
2CH
2OH] X
-

enthält,
wobei die Gruppen R
6 unabhängig voneinander C
1-C
6-Alkyl, C
1-C
6-Hydroxyalkyl oder Benzyl sind,
die Gruppen R
7 unabhängig voneinander lineares oder verzweigtes C
11-C
22-Alkyl oder -Alkenyl sind,
die Gruppen R
8 Wasserstoff oder Methyl sind, Q -O-C (O) - oder -NH-C (O) - ist,
und X
- ein für Weichspüler geeignetes Anion ist.
9. Weichspülmittel nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es quaternäre Ammoniumsalze in einer Menge von 2 bis 10 Gew.-% und Polyurethanverdicker
in einer Menge von 0,001 bis 2 Gew.-% enthält.