[0001] Die Erfindung betrifft ein stirnseitiges Ende einer Walze, über welches die Walze
derart angetrieben werden kann, dass sie eine Rotationsbewegung über ihre Längsachse
ausführt. Bei der Walze handelt es sich insbesondere um eine Walze zur Herstellung
und/oder Behandlung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn. Ferner
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Montage beziehungsweise zum Umbau
eines solchen Walzenantriebsendes.
[0002] Herkömmlich erfolgt der Antrieb entsprechender Walzen, beispielsweise des Trockenzylinders
einer Papiermaschine, auf der Triebseite der Trockenpartie über einen Antriebszapfen,
der mittels einer Passfeder an eine Gelenkwelle oder Ganzstahlkupplung angekoppelt
ist. Der Antriebszapfen kann dabei über einen Einzelantrieb oder über ein Verteilergetriebe,
das die Antriebsleistung einer Antriebsvorrichtung auf mehrere Walzen verteilt, angetrieben
werden.
[0003] Insbesondere zum Anschließen eines Einzelantriebs - das heißt, dass jede Walze mittels
einer eigenen Antriebsvorrichtung angetrieben wird - erfordert es der Anschluss des
Antriebs regelmäßig, an dem Antriebszapfen einen Antriebsflansch anzuschließen, über
welchen das Antriebsmoment beziehungsweise die Antriebsleistung von der Antriebsvorrichtung
auf den Antriebszapfen übertragen wird, um die Walze in die gewünschte Richtung zu
drehen. Der Antriebsflansch wird dabei mit einer Vielzahl von Schrauben auf der äußeren
Stirnseite des Antriebszapfens angeschraubt, um über die entsprechende Anzahl von
Schrauben das gewünschte hohe Drehmoment von dem Antriebsflansch auf den Antriebszapfen
übertragen zu können.
[0004] In der Praxis hat sich herausgestellt, dass insbesondere beim Umrüsten von bestehenden
Walzenantrieben auf Einzelantriebe, welche insbesondere auf der sogenannten Führerseite
der Papiermaschine angeordnet sind, vor Ort erhebliche Nacharbeiten zum nachträglichen
Bohren der notwendigen Gewindebohrungen für die Axialverschraubung erforderlich sind,
und häufig die geringe Wandstärke des Antriebszapfens das Einbringen von entsprechenden
Bohrungen mit einem großen Durchmesser unmöglich oder schwierig macht.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Walzenantriebsende mit einem am Antriebszapfen
angeschlossenen Antriebsflansch anzugeben, bei welchem die genannten Probleme vermieden
werden und insbesondere eine sichere Verbindung zwischen Antriebsflansch und Antriebszapfen
erreicht wird, die einerseits mit geringem Aufwand auch vor Ort montierbar ist und
andererseits die Übertragung eines hohen Drehmoments ermöglicht. Ferner soll ein Verfahren
angegeben werden, mit welchem der walzenförmige Trockenzylinder einer Papiermaschine
mit einem entsprechenden Antriebsende nachgerüstet werden kann, um den Trockenzylinder
insbesondere über einen Einzelantrieb auf der Führerseite oder der Triebseite anzutreiben.
[0006] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Walzenantriebsende mit den Merkmalen
von Anspruch 1, ein Montageverfahren mit den Merkmalen von Anspruch 13 und ein Umbauverfahren
mit den Merkmalen von Anspruch 14 gelöst. Die abhängigen Ansprüche beschreiben vorteilhafte
und besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung.
[0007] Das erfindungsgemäße Walzenantriebsende ist besonders dafür geeignet, die Walze über
eine Antriebsvorrichtung auf der Führerseite anzutreiben. Selbstverständlich ist es
jedoch auch möglich, das Antriebsende der Walze auf der Triebseite entsprechend auszugestalten,
und die Walze über eine entsprechende triebseitige Antriebsvorrichtung anzutreiben.
Unter Triebseite wird dabei die Seite des axialen Endes der Walzen verstanden, an
welchem die Walzen herkömmlich durch Antriebsvorrichtungen angetrieben wurden, und
welches axiale Ende mittels eines Axialradiallagers gelagert ist. Unter Führerseite
wird das entgegengesetzte axiale Ende der Walze verstanden, welches für den Maschinenführer
während des Betriebs der Walze zugänglich ist, und an welchem die Walze mittels eines
Radiallagers axial verlagerbar gelagert ist.
[0008] Der Antrieb der Walze kann insbesondere mittels eines Einzelantriebs erfolgen, das
heißt bei einer Vielzahl von nebeneinander oder übereinander angeordneten Walzen wird
jede Walze von einer eigenen Antriebsvorrichtung angetrieben, wobei die Antriebsvorrichtung
insbesondere von dem Antriebszapfen beziehungsweise dem Antriebsflansch, beispielsweise
fliegend, getragen wird.
[0009] Im einzelnen weist das erfindungsgemäße Antriebsende einer Walze zur Herstellung
und/oder Behandlung einer Materialbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
einen an einem hohlzylinderförmigen Walzenmantel angeschlossenen Antriebszapfen auf,
über welchen der Walzenmantel drehend angetrieben werden kann. Der Antriebszapfen
ist in der Regel drehstarr an dem Walzenmantel angeschlossen, beispielsweise verschraubt.
Selbstverständlich kommt auch eine einteilige Ausführung oder eine Verschweißung oder
dergleichen in Betracht.
[0010] Der Antriebszapfen steht in einer Triebverbindung mit einer Antriebsvorrichtung oder
ist in eine solche Triebverbindung schaltbar. Insbesondere steht der Antriebszapfen
in einer ständigen Triebverbindung mit einer einzigen, ausschließlich dem Antrieb
dieser Walze dienenden Antriebsvorrichtung.
[0011] Der Antriebszapfen weist eine Axialbohrung auf, die in Richtung der Drehachse und
insbesondere fluchtend mit dieser verläuft. Die Axialbohrung reicht von einer äußeren
Stirnseite des Antriebszapfens, die in der Regel axial außerhalb des Walzenmantels
angeordnet ist, bis zu einer inneren Stirnseite des Antriebszapfens, die axial innerhalb
des Walzenmantels angeordnet ist. Die innere Stirnseite ist insbesondere nur vom Innenraum
des Walzenmantels zugänglich, so dass insbesondere im Bereich des stirnseitigen Endes
zwischen dem Antriebszapfen und dem Walzenmantel eine Mannlochöffnung vorgesehen sein
kann, über welche ein Monteur in den von dem Walzenmantel umschlossenen Innenraum
gelangen kann. Die Mannlochöffnung kann beispielsweise in einer Zylinderkappe vorgesehen
sein, welche den Antriebszapfen mit dem Walzenmantel verbindet, wobei die Zylinderkappe
integral, das heißt einstückig, mit dem Antriebszapfen ausgeführt sein kann, beispielsweise
aus Guss wie GG-25.
[0012] Im Bereich der äußeren Stirnseite des Antriebszapfens beziehungsweise an dieser ist
ein Antriebsflansch vorgesehen, über welchen ein Antriebsmoment beziehungsweise Antriebsleistung
von der Antriebsvorrichtung direkt oder mittelbar auf den Antriebszapfen übertragbar
ist.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist ein Rotor der Antriebsvorrichtung am
Antriebsflansch angeflanscht beziehungsweise allgemein angeschlossen. Gemäß einer
anderen Ausführungsform kann der Rotor jedoch auch einteilig mit dem Antriebsflansch
ausgebildet sein.
[0014] Erfindungsgemäß weist der Antriebsflansch einen Zuganker auf, der durch die Axialbohrung
des Antriebszapfens von der äußeren Stirnseite bis zu der inneren Stirnseite verläuft.
Der Zuganker ist gegen die innere Stirnseite, beispielsweise mittels einer vorgesehenen
Druckplatte, derart verspannt, dass er den Antriebsflansch gegen die äußere Stirnseite
des Antriebszapfens oder zumindest im Bereich der äußeren Stirnseite des Antriebszapfens
reibschlüssig und/oder formschlüssig mit dem Antriebsflansch verspannt.
[0015] Der Antriebsflansch ist mit seinem Zuganker somit in der Art eines Kerns in den Antriebszapfen
eingesetzt und kann mit diesem verschweißt, verschraubt oder dergleichen werden. Durch
Verspannen des Antriebsflansches mit Hilfe des Zugankers gegen den Antriebszapfen
wird jedoch eine Funktionsfläche eines Reibschlusses beziehungsweise Formschlusses
zwischen dem Antriebszapfen und dem Antriebsflansch geschaffen, welche den größten
Teil des zu übertragenden Drehmoments von dem durch die Antriebsvorrichtung angetriebenen
Antriebsflansch auf den Antriebszapfen überträgt.
[0016] Der Zuganker kann einen einzigen Zugstab umfassen oder eine Vielzahl von insbesondere
parallel zueinander angeordneten Zugstäben. Unter Zugstab ist dabei jener in Axialrichtung
der Walze lang ausgestreckte Bereich des Zugankers zu verstehen, der an den Antriebsflansch,
insbesondere jenem axialen Abschnitt des Antriebsflansches, welcher axial außerhalb
der äußeren Stirnseite des Antriebszapfens angeordnet ist, angeschlossen ist.
[0017] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist im Bereich der äußeren Stirnseite
des Antriebszapfens, an welcher der Antriebsflansch am Antriebszapfen anliegt, keinerlei
Verschraubung des Antriebsflansches mit dem Antriebszapfen vorgesehen, sondern die
Übertragung des Drehmoments an dieser Stelle erfolgt ausschließlich durch eine reibschlüssige
Verbindung.
[0018] Der Antriebszapfen kann in einem Lager, insbesondere Wälzlager, gelagert sein. Somit
kann die gesamte Walze über diesen Antriebszapfen und in der Regel einen zweiten,
am entgegengesetzten axialen Ende der Walze vorgesehenen Zapfen, der ebenfalls in
einem Lager gelagert ist, getragen werden. Wenn das erfindungsgemäße Walzenantriebsende
auf der Führerseite der Walze angeordnet ist und dieses Ende einer Axialverlagerung
durch Wärmedehnung unterliegt, kann das Lager, welches den Walzenzapfen des erfindungsgemäßen
Walzenendes trägt, vorteilhaft als toroidales Rollenlager ausgeführt sein. Ein solches
toroidales Rollenlager weist als Wälzkörper tonnenförmige, konvexe Rollen auf, die
das Ausgleichen von Fluchtungsfehlern und Axialversätzen des Antriebszapfens ermöglichen.
Solche toroidale Rollenlager sind beispielsweise unter der geschützten Bezeichnung
CARB von der Firma SKF erhältlich.
[0019] Insbesondere wenn die Antriebsvorrichtung, beispielsweise in Form eines Elektromotors,
fliegend auf dem Antriebszapfen beziehungsweise getragen von dem Antriebsflansch gelagert
ist, so kann eine Drehmomentstütze am Stator der Antriebsvorrichtung vorgesehen sein,
mit welcher der Stator gegen das Lager oder gegen einen das Lager tragenden Ständer
(auch Stuhlung genannt) beziehungsweise ein zugeordnetes Fundament abgestützt ist.
Die Abstützung mittels der Drehmomentstütze kann vorteilhaft derart erfolgen, dass
die Abstützkräfte in der Ebene der axialen Mitte, insbesondere bezogen auf die Wälzkörper
des Lagers, abgeleitet werden.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Montage eines entsprechenden Walzenantriebsendes
bei einem bestehenden Trockenzylinder einer Papiermaschine sieht vor, die vorhandene
Axialbohrung des Walzenzapfens, in welche herkömmlich ein Dampfkopf oder ein Syphon
eines Dampfleitungssystems, mit welchem Dampf in den Trockenzylinder eingeleitet werden
kann, zu verwenden, um den Antriebsflansch mittels des Zugankers am Walzenzapfen zum
Antrieb desselben zu befestigen. Hierzu wird der Dampfkopf beziehungsweise das Syphon
des Dampfleitsystems aus dem Zapfen ausgebaut, und der Zuganker wird anstelle des
Dampfkopfes beziehungsweise Syphons eingebaut. Somit ist die erfindungsgemäße Gestaltung
des Walzenantriebsendes besonders für Umbauten geeignet, das heißt um bestehende Walzen
mit einem neuen Antriebskonzept nachzurüsten.
[0021] Das erfindungsgemäße Umbauverfahren sieht vor, aus einem nicht angetriebenen Zapfen
einer Walze zur Herstellung und/oder Behandlung einer Materialbahn, insbesondere eines
Trockenzylinders, einen angetriebenen Zapfen mit dem erfindungsgemäßen Aufbau zu machen.
Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wie der Umbau erfolgen kann.
So kann entweder der Zuganker in eine vorhandene Axialbohrung des Zapfens der Walze
eingesetzt werden, um den Antriebsflansch durch Verspannung des Zugankers an der inneren
Stirnseite des Zapfens gegen die äußere Stirnseite oder im Bereich der äußeren Stirnseite
des Zapfens reibschlüssig und/oder formschlüssig zu verspannen. Gegebenenfalls kann
die Axialbohrung zuvor zum Einsetzen des Zugankers angepasst werden, beispielsweise
kann sie aufgebohrt oder allgemein aufgeweitet werden.
[0022] Wenn noch keine Axialbohrung im Zapfen vorhanden ist, kann entsprechend eine geeignete
Axialbohrung vor dem Einsetzen des Zugankers in den Zapfen des zuvor nicht angetriebenen
Walzenendes eingebracht werden. Alternativ ist es möglich, den Zapfen ohne Bohrung
beziehungsweise ohne eine geeignete Bohrung gegen einen neuen Zapfen auszutauschen,
wobei der neue Zapfen dann bereits die geeignete Axialbohrung aufweisen kann.
[0023] Schließlich ist es möglich, an den vorhandenen Zapfen einen weiteren Zapfen anzufügen,
für den Fall, dass die Axialbohrung in dem vorhandenen Zapfen nicht oder in keiner
günstigen Form vorhanden ist. Der angefügte Zapfen weist dann die axiale Bohrung in
der gewünschten Form bereits auf.
[0024] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen exemplarisch erläutert
werden.
[0025] Es zeigen:
- Figur 1
- das axiale Ende eines Trockenzylinders mit einem Zylinderzapfen, aus dessen Axialbohrung
ein Dampfkopf ausgebaut worden ist;
- Figur 2
- einen durch die Axialbohrung des Zylinderzapfens aus der Figur 1 geführten Zuganker
eines Antriebsflansches, um die Walze mittels einer Antriebsvorrichtung über den Antriebsflansch
und den Zapfen (jetzt Antriebszapfen genannt) anzutreiben;
- Figur 3
- eine von der Figur 2 abweichende Ausführung des Antriebsflansches, welche ermöglicht,
das Wälzlager, in welchem der Antriebszapfen gelagert ist, ohne eine Demontage des
Antriebsflansches zu wechseln;
- Figur 4
- eine weitere alternative Ausgestaltung des Antriebsflansches, der zusätzlich über
einen Ringspannsatz gegen den Antriebszapfen verkeilt ist und mittels eines Zwischenflansches
am Rotor der Antriebsvorrichtung angeschlossen ist;
- Figur 5
- eine entsprechend der Figur 2 ausgestaltete Ausführung, wobei der Antriebsflansch
jedoch zusätzlich mit dem Antriebszapfen verstiftet ist;
- Figur 6
- eine Ausführungsform mit zweiteiligem Antriebsflansch, wobei der Antriebsflansch jedoch
zusätzlich mit dem Antriebszapfen verstiftet ist.
[0026] In der Figur 1 erkennt man den hohlzylinderförmigen Walzenmantel 1 einer Trockenwalze,
der stirnseitig durch eine Zylinderkappe 18, die in einem Zylinderzapfen (vorliegend
Antriebszapfen 2 genannt, da dieser zum Antrieb der Walze dienen soll) mündet. Der
Antriebszapfen 2 ist in einem Lager 11 in Form eines Wälzlagers gelagert. Das Lager
11 weist eine Vielzahl von Wälzkörpern auf, die von einem Lagergehäuse 19 umschlossen
werden. Das Lagergehäuse 19 ist wiederum auf einem Fundament beziehungsweise einer
Stuhlung 13 gelagert.
[0027] Wie man in der Figur 1 erkennen kann, weist der Antriebszapfen 2 eine Axialbohrung
4 auf, die entlang der Drehachse 20 der Walze verläuft. Die Axialbohrung 4 diente
herkömmlich dazu, einen Dampfkopf eines Dampfleitungssystems aufzunehmen. Mit diesem
Dampfleitungssystem (nicht gezeigt) war es möglich, Dampf in den Trockenzylinder einzuleiten,
um damit den Walzenmantel 1 aufzuheizen und damit an der Außenfläche des Trockenzylinders
eine Materialbahn zu trocknen. In der gezeigten Darstellung wurde der Dampfkopf bereits
aus der Axialbohrung 4 ausgebaut.
[0028] In der Figur 2 erkennt man, dass ein Antriebsflansch 7, der einen lang ausgestreckten
Zuganker 8 aufweist, in die Axialbohrung 4 eingesetzt worden ist. Der Zuganker 8 wird
somit von dem Antriebszapfen 2 in Umfangsrichtung umschlossen. Der Antriebsflansch
7 liegt bündig auf der äußeren Stirnseite 5 des Antriebszapfens 2 an. Die Flächen
des gegenseitigen Kontakts von Antriebsflansch 7 und Antriebszapfen 2 können zur Herstellung
eines guten Reibschlusses bearbeitet werden.
[0029] Auf der inneren Stirnseite 6 des Antriebszapfens 2 liegt eine Druckplatte 14 bündig
an, durch welche der Zuganker 8 geführt ist. Die Druckplatte 14 weist hierzu eine
Bohrung 15 auf, die mittig in der Druckplatte 14 angeordnet ist.
[0030] Im Bereich des axialen Endes, an welchem die Druckplatte 14 angeordnet ist, ist der
Zuganker 8 mit einem Außengewinde 16 versehen. Auf das Außengewinde 16 ist eine Spanneinrichtung
17, hier in Form einer Sechskantmutter, aufgeschraubt. Diese kann gegen Losdrehen
gesichert sein. Beim Anziehen der Spanneinrichtung 17 wird die Druckplatte 14 und
somit der Zuganker 8 gegen die innere Stirnseite 6 des Antriebszapfens 2 verspannt.
Diese Verspannung bewirkt, dass auch der Antriebsflansch 7 im Bereich des anderen
axialen Endes des Zugankers 8 gegen die äußere Stirnseite 5 gepresst wird, so dass
an der äußeren Stirnseite 5 eine Funktionsfläche zu Kraft- beziehungsweise Drehmomentübertragung
mittels Reibschluss vom Antriebsflansch 7 auf den Antriebszapfen 2 entsteht. Neben
der reibschlüssigen Verbindung kann auch eine formschlüssige Verbindung vorgesehen
sein, beispielsweise durch entsprechende Vertiefungen und Vorsprünge auf der Stirnseite
5 des Antriebszapfens 2 und der gegenüberstehenden Stirnseite des Antriebsflansches
7. Die formschlüssige Verbindung kann beispielsweise mittels einer Hirthverzahnung
hergestellt werden. Die formschlüssige Verbindung kann auch durch Verstiften des Antriebsflansches
7 mit dem Antriebszapfen 2 hergestellt werden, wobei insbesondere Zylinderstifte,
Kegelstifte oder Scherspannstifte verwenden werden.
[0031] Der Antriebsflansch 7 ist mittels einer Flanschverschraubung 21 an dem Rotor 9 der
Antriebsvorrichtung 3 in Form eines Elektromotors drehstarr angeschlossen. Der Rotor
9 wird von einem Stator 10 in Umfangsrichtung umschlossen. Die gesamte Antriebsvorrichtung
3 ist fliegend an dem Antriebsflansch 7 gelagert.
[0032] Der Stator 10 ist über eine Drehmomentstütze 12 an der Stuhlung 13 in einem vorgegebenen
Fixpunkt 22 abgestützt. Dabei werden die Stützkräfte vorzugsweise in der Ebene 23
der axialen Mitte des Lagers 11 in die Stuhlung 13 abgeleitet.
[0033] Das Lager 11 kann beispielsweise als CARB
®-Lager, Pendelrollenlager oder Kegelrollenlager ausgeführt sein.
[0034] Die in der Figur 3 gezeigte Ausführung unterscheidet sich im wesentlichen dadurch
von der Ausführung der Figur 2, dass der Antriebsflansch 7 einen maximalen Außendurchmesser,
zumindest im Bereich axial außerhalb der äußeren Stirnseite 5 des Antriebszapfens
2, aufweist, der gleich oder kleiner ist als der Außendurchmesser des Antriebszapfens
2 an der axialen Stelle, an welcher der Antriebszapfen 2 vom Lager 11 unmittelbar
getragen wird. Das bedeutet, dass der Antriebsflansch 7 auch einen maximalen Außendurchmesser
aufweist, der kleiner ist als der Innendurchmesser des Lagers 11
. In der gezeigten Ausführung ist der maximale Außendurchmesser des Antriebsflansches
7 zudem gleich oder kleiner als der axial äußere Außendurchmesser des Antriebszapfens
2. Somit ist es möglich, das Lager 11 zu wechseln, ohne dass der Antriebsflansch 7
demontiert werden muss. Der Zuganker 8 kann mithin gespannt bleiben.
[0035] Ein weiteres unterscheidendes Merkmal in der Figur 3 ist die Anordnung eines Zwischenflansches
24 zwischen dem Antriebsflansch 7 und dem Rotor 9. Der Zwischenflansch 24 ist sowohl
mit dem Antriebsflansch 7 als auch mit dem Rotor 9 insbesondere jeweils stirnseitig
verschraubt. Die Ausführung gemäß der Figur 3 kann jedoch genausogut ohne den Zwischenflansch
24 bei einem direkten Anschluss des Rotors 9 an dem Antriebsflansch 7 ausgeführt werden.
[0036] Sowohl bei der in der Figur 2 als auch bei der in der Figur 3 gezeigten Ausführung
erfolgt die Drehmomentübertragung von dem Antriebsflansch 7 auf den Antriebszapfen
2 im wesentlichen über die äußere Stirnseite 5 des Antriebszapfens 2 durch einen entsprechenden
dort hergestellten Reibschluss beziehungsweise Formschluss. Bei der in der Figur 4
gezeigten Ausführung ist diese Funktionsfläche zur Drehmoment- beziehungsweise Kraftübertragung
dadurch vergrößert, dass auch ein Reibschluss zwischen dem äußeren Umfang des Antriebsflansches
7 und der Lochleibung der Axialbohrung 4 und zwischen einem von außen auf den Antriebszapfen
2 aufgeschobenen Ringspannsatz 25 und dem Antriebszapfen 2 hergestellt ist. Die primäre
Funktionsfläche ist in der Figur 4 mit dem Bezugszeichen F bezeichnet.
[0037] Wie man sieht, wird durch den Ringspannsatz 25, der ein in Axialrichtung verlaufendes
keilförmiges beziehungsweise konisch erweitertes Element und einen darauf aufgeschobenen
Ring aufweist, der Antriebsflansch 7, keilförmige beziehungsweise das mit dem Antriebsflansch
7 verschraubte Element mit dem Antriebszapfen 2 verkeilt. Durch axiales Aneinanderziehen
des Ringes und des keilförmigen Elementes und somit durch ein weiteres Aufschieben
des Ringes auf das keilförmige Element wird das keilförmige Element beziehungsweise
der Ringspannsatz 25 von außen gegen die äußere Mantelfläche des Antriebszapfens 2
gepresst. Der Ringspannsatz 25 ist mit dem Antriebsflansch 7 verschraubt.
[0038] Der Reibschluss zwischen der Lochleibung der Axialbohrung 4 und der äußeren Mantelfläche
des Antriebsflansches 7 kann beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass auch
diese beiden Bauteile konisch zueinander verlaufen. Alternativ oder zusätzlich kann
der Antriebsstrang 7 in die Axialbohrung 4 eingeschrumpft werden.
[0039] Auch bei der in der Figur 4 gezeigten Ausführungsform kann der Zwischenflansch 24
eingespart werden, und stattdessen der Rotor 9 unmittelbar am Antriebsflansch 7 angeschlossen
werden.
[0040] Bei allen Ausführungsformen ist es auch möglich, den Rotor 9 einstückig mit dem Antriebsflansch
7 auszubilden.
[0041] In den Figuren 5 und 6 sind nochmals Ausführungsformen der Erfindung gezeigt, wobei
die Ausführungsform gemäß der Figur 5 weitgehend jener der Figur 2 entspricht. Abweichend
umfassen die Ausführungsformen gemäß der Figuren 5 und 6 jedoch zusätzlich eine Verstiftung
zwischen dem Antriebsflansch 7 und dem Antriebszapfen 2 mittels der gezeigten über
dem Umfang des Antriebszapfen 2 und in der Stirnseite desselben angeordneten Stiften
26. Dieselben Stifte 26 ragen in entsprechende Bohrungen in der Stirnseite des Antriebsflansches
7, welche der axial äußeren Stirnseite 5 des Antriebszapfens 2 gegenübersteht, hinein.
Zum leichteren Einsetzen der Stifte 26 können diese Bohrungen für die Stifte 26 in
dem Antriebsflansch 7 beispielsweise als durchgehende Axialbohrungen ausgeführt sein.
[0042] Die Stifte 26 stellen eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Antriebsflansch
7 und dem Antriebszapfen 2 her. Beispielsweise können die Stifte in einer Presspassung
mit dem Antriebszapfen 2 und dem Antriebsflansch 7 stehen. Die Stifte können beispielsweise
Zylinderstifte sein.
[0043] Gemäß der in der Figur 6 gezeigten Ausführung sind der Antriebsflansch 7 und der
Zuganker 8 nicht einteilig ausgeführt, sondern der Zuganker 8 wird vom Antriebsflansch
7 umschlossen und stützt sich in Axialrichtung gegen den Antriebsflansch 7 ab, und
zwar derart, dass der Zuganker 8, wenn er in Axialrichtung gespannt wird, den Antriebsflansch
7 gegen die äußere Stirnseite 5 des Antriebszapfens 2 presst.
[0044] Dies kann beispielsweise dadurch ausgeführt sein, dass der Zuganker 8 an seinem axial
äußeren Ende eine Erweiterung aufweist, welche gegen den Antriebsflansch 7 drückt.
Entsprechend kann dann, wie in den Figuren 2 bis 4 dargestellt, am axial inneren Ende
des Zugankers 8 eine Spanneinrichtung 17, beispielsweise in Form einer Mutter, vorgesehen
sein, um den Zuganker 8 zu spannen.
[0045] Bei der in der Figur 6 gezeigten Ausführung ist die Spanneinrichtung 17 jedoch am
axial äußeren Ende des Zugankers 8 angeordnet, und hierdurch von außerhalb der Walze
beziehungsweise des vom Walzenmantel 1 umschlossenen Raums zugänglich. In der gezeigten
Ausführung weist der Zuganker 8 im Bereich seines axial äußeren Endes ein Außengewinde
auf, auf welches die Spanneinrichtung 17, wiederum in Form einer Sechskantmutter,
mit ihrem Innengewinde aufgeschraubt ist, so dass sich die Spanneinrichtung 17 beim
Aufschrauben gegen den Antriebsflansch 7 axial abstützt und den Zuganker 8 spannt.
[0046] Am axial inneren Ende des Zugankers 8 kann eine weitere Spanneinrichtung oder Halteeinrichtung,
beispielsweise wiederum in Form einer Mutter, vorgesehen sein. Bei der gezeigten Ausführung
ist jedoch der Zuganker 8 in die Druckplatte 14 eingeschraubt, um ein Spannen des
Zugankers 8 zu ermöglichen. Alternativ wäre es auch möglich, den Zuganker 8 mit der
Druckplatte 14 einteilig auszuführen oder beispielsweise einen Vorsprung am axial
inneren Ende des Zugankers 8 vorzusehen, mit welchem sich der Zuganker 8 gegen die
Druckplatte 14 in Axialrichtung abstützt.
[0047] Wie bei den anderen gezeigten Ausführungsformen ist die Druckplatte 14 wiederum axial
innen am Antriebszapfen 2 angeschraubt, beziehungsweise an der Zylinderkappe 18.
[0048] Auch bei der Ausführung gemäß der Figur 6 ist der Antriebsflansch 7 mit dem Antriebszapfen
2 verstiftet, siehe die entsprechend der Figur 5 angeordneten Stifte 26, um eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Antriebszapfen 2 und dem Antriebsflansch 7 herzustellen.
1. Antriebsende einer Walze zur Herstellung und/oder Behandlung einer Materialbahn, insbesondere
Papier- oder Kartonbahn,
mit einem hohlzylinderförmigen Walzenmantel (1);
mit einem Antriebszapfen (2), der an dem Walzenmantel (1) zum Antreiben desselben
angeschlossen ist; wobei
der Antriebszapfen (2) in einer Triebverbindung mit einer Antriebsvorrichtung (3)
steht oder in eine solche schaltbar ist; und
der Antriebszapfen (2) eine Axialbohrung (4) in Richtung der Drehachse der Walze aufweist,
die von einer äußeren Stirnseite (5) des Antriebszapfens (2) bis zu einer inneren,
innerhalb des Walzenmantels (1) liegenden Stirnseite (6) des Antriebszapfens (2) reicht,
wobei
ein Antriebsflansch (7) auf der äußeren Stirnseite (5) des Antriebszapfens (2) vorgesehen
ist, über welchen ein Antriebsmoment auf den Antriebszapfen (2) übertragbar ist;
dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) einen Zuganker (8) aufweist oder an einem solchen angeschlossen
ist, der durch die Axialbohrung (4) des Antriebszapfens (2) verläuft und gegen die
innere Stirnseite (6) derart verspannt ist, dass er den Antriebsflansch (7) gegen
die äußere Stirnseite (5) oder im Bereich der äußeren Stirnseite (5) des
Antriebszapfens (2) reibschlüssig und/oder formschlüssig verspannt.
2. Walzenantriebsende gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebszapfen (2) in einem Lager (11), insbesondere Wälzlager, gelagert ist
und den Walzenmantel (1) trägt.
3. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) axial an einem Rotor (9) der Antriebsvorrichtung (3) angeschlossen
ist, insbesondere mittels einer Flanschverschraubung (21), oder integral mit diesem
ausgebildet ist.
4. Walzenantriebsende gemäß der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (3) einen Stator (10) aufweist, welcher insbesondere den
Rotor (9) in Umfangsrichtung von außen umschließt, und der Stator (10) über eine Drehmomentstütze
(12) gegen Verdrehung gegen das Lager (11) oder eine(n) das Lager (11) tragende(n)
Ständer oder Stuhlung (13) abgestützt ist, wobei die Stützkräfte insbesondere in der
Ebene der axialen Mitte des Lagers (11) oder versetzt hierzu in das Lager beziehungsweise
den Ständer oder die Stuhlung abgeleitet werden.
5. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuganker (8) mittels einer Druckplatte (14) gegen die innere Stirnseite (6) des
Antriebszapfens (2) oder einer am Antriebszapfen (2) angeschlossenen Zylinderkappe
(18) verspannt ist.
6. Walzenantriebsende gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckplatte (14) eine Bohrung (15) aufweist, durch welche der Zuganker (8) mit
einem axialen Ende geführt ist, und dieses axiale Ende des Zugankers (8) mit einem
Außengewinde (16) versehen ist, das eine Spanneinrichtung (17) wie eine Mutter oder
dergleichen mit einem entsprechenden Innengewinde trägt, die sich an der Druckplatte
(14) abstützt und mittels welcher der Zuganker (8) spannbar ist.
7. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) axial außerhalb der äußeren Stirnseite (5) des Antriebszapfens
(2) einen gleichen oder kleineren Außendurchmesser als im Bereich seines axial äußeren
Endes, an welchem er in einem Lager (12) gelagert ist, aufweist.
8. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) gegen den Antriebszapfen (2) verkeilt und/oder mit diesem
verstiftet ist.
9. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) reibschlüssig gegen die Lochleibung der Axialbohrung (4),
gegen die äußere Stirnseite (5) des Antriebszapfens (2) und insbesondere von außen
gegen die äußere Mantelfläche des Antriebszapfens (2) verspannt ist.
10. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) frei von einer axialen Verschraubung mit der äußeren Stirnseite
(5) des Antriebszapfens (2) ist und insbesondere bis auf die spannende Verschraubung
des Zugankers (8) frei von jeglicher axialen Verschraubung mit dem Antriebszapfen
(2) ist.
11. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsflansch (7) einteilig mit dem Zuganker (8) ausgeführt ist, und die Verspannung
des Antriebsflansches (7) am Antriebszapfen (2) insbesondere ausschließlich mittels
zwei oder drei Bauteilen erfolgt.
12. Walzenantriebsende gemäß einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (11) als toroidales Rollenlanger ausgeführt ist.
13. Verfahren zur Montage eines Antriebsendes einer Walze gemäß einem der Ansprüche 1
bis 12, wobei die Walze ein Trockenzylinder einer Papiermaschine ist, und in der Axialbohrung
(4) des Antriebszapfens (2) ein Dampfkopf oder Siphon eines Dampfleitungssystems zum
Einleiten von Dampf in den Trockenzylinder angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Dampfkopf oder Siphon entfernt und der Zuganker (8) anstelle desselben angeordnet
wird.
14. Verfahren zum Umbau eines nicht angetriebenen Zapfens einer Walze zur
Herstellung und/oder Behandlung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn,
zu einem Antriebszapfen (2) in einem Antriebsende gemäß einem der Ansprüche 1 bis
12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zuganker (8) in eine vorhandene Axialbohrung (4) des Zapfens eingebracht wird,
und/oder der Zuganker (8) in die Axialbohrung (4) eingesetzt wird, nachdem zuvor die
Axialbohrung (4) in den Zapfen neu eingebracht worden ist oder eine vorhandene Bohrung
angepasst worden ist und/oder der Zapfen durch einen Antriebszapfen (2) mit einer
Axialbohrung (4) ausgetauscht worden ist, und/oder ein zusätzlicher Antriebszapfen
(2) an dem vorhandenen Zapfen angeordnet oder angeschlossen worden ist.