Technisches Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Stapeletikett für einen Behälter mit einem bedruckbaren
und für einen Nassklebauftrag geeigneten Basisabschnitt (sogenanntes "wet glue labelling").
Stand der Technik
[0002] Bekannte Etikettier-Stapelanlagen mit hohem Durchsatz nutzen Stapeletiketten (auch
"cut & stack"-Etiketten genannt), auf die vor dem Zusammenbringen von Stapeletikette
und Behälter ein Nassklebstoffauftrag auf der Rückseite des Stapeletiketts aufgebracht
wird.
[0003] In der heutigen Zeit wird von den Produkteherstellern immer mehr Platz für vermehrte
Informationsübermittlungen auf den Etiketten verlangt. Eine bekannte Lösung ist die
Doppel- oder Prospektetikette, beispielsweise nach der
EP 1 521 228 der Anmelderin.
[0004] Eine solche Doppel- oder Prospektetikette ist als Rollenetikette bekannt, bei denen
der Basisabschnitt auf seiner nach aussen weisenden Rückseite gummiert und auf einer
Trägerfolie angeordnet ist, um bei Abzug der Etikette von der Rolle auf einen Behälter
aufklebbar zu sein. Solche Doppeletiketten werden mehr und mehr verwendet, um mehr
Informationen auf der Verpackung selbst verfügbar zu machen.
[0005] Der Einsatz eines Rollenetiketts hat den Nachteil, dass es auf typischen Etikettier-Stapelanlagen
nicht verwendbar ist und somit eine zweite Etikettieranlage beschafft werden muss.
Darüber hinaus muss die Etikettierstrasse entsprechend umgebaut werden.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Aus dem vorliegenden Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde,
ein Stapeletikett der eingangs genannten Art anzugeben, welches als Doppeletikett
ausgestaltet ist.
[0007] Diese Aufgabe der Etikette der Eingangs genannten Art wird erfindungsgemäss mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Damit kann ein Stapeletikett als Doppeletikett ausgestaltet werden, was eine Vergrösserung
der auf dem Etikett vorhandenen Nutzfläche mit sich bringt.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0010] Die Erfindung wird nun beispielhaft an einem Ausführungsbeispiel in Zusammenhang
mit der Beschreibung zu den beigelegten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine nicht massstabsgemässe Schnittansicht durch ein Etikett gemäss einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung, sowie
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines geöffneten Doppeletiketts nach Fig. 1.
Ausführliche Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0011] Die Fig. 1 zeigt eine Querschnittsansicht eines Etiketts gemäss einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Das Etikett ist ein Doppeletikett, welches aus einem Basisabschnitt
10 besteht, welches eine für einen Nassklebstoffauftrag geeignete Seite 15 hat. Dies
bedeutet, dass der Basisabschnitt 10 beispielsweise aus einem dem Fachmann bekannten
Papier besteht, welches mindestens auf der Unterseite 15 eine Oberflächenstruktur
aufweist, wie es für das Nasskleben erforderlich ist. Diese dem Fachmann bekannten
Anforderungen sind wesentlich unterschiedlich zu Basisabschnitten, die für Selbstklebeetikteen
Verwendung finden.
[0012] Auf der dieser Seite 15 gegenüberliegenden Seite ist ein Auftrag einer Klebstoffschicht
20 eines ersten permanenten Klebers vorgesehen. Die Permanenz des Klebers 20 bezieht
sich auf die Befestigung des zweiten Etikettabschnittes 40 in einem Scharnierbereich
41. In diesem Scharnierbereich 41 ist die Unterseite des oberen Etikettabschnitts
40 auf die Klebstoffschicht 20 angepresst und haftet. Der nicht als Scharnierteil
41 vorgesehene Abschnitt 42 des oberen Etikettabschnitts 40 ist mit einer silikonisierten
Beschichtung 30 versehen, die bei einem Aufeinanderliegen der Doppeletikettabschnitte
10 und 40 dafür sorgt, dass der Kleber 20 nicht permanent mit den meisten Teilen des
oberen Etikettteils 40 verhaftet ist.
[0013] Eine andere Sichtweise des Doppeletiketts nach Fig. 1 ergibt sich aus der Fig. 2,
welche ein teilweise geöffnetes Doppeletikett nach Fig. 1 zeigt. Gleiche Merkmale
sind in allen Zeichnungen mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet. Die Darstellung
der Fig. 1 ist insbesondere im Hinblick auf die Klebeschichten und deren Dicke nicht
massstabsgerecht. Auf dem Basisabschnitt 10 ist im Scharnierbereich 41 die obere Etikettschicht
40 angebracht. Bei dem hier dargestellten Etikett handelt es sich um ein rechteckiges
Etikett, so dass ein durchgehender immer gleichbreiter Scharnierbereich 41 entsteht.
Eine entsprechende Ausstanzung kann auch nach Zusammenfügung des Etiketts vorgenommen
worden sein.
[0014] Die dem Basisabschnitt 10 zugewandte Seite 43 des oberen Etikettteils 40 ist nahezu
vollständig silikonisiert 30, mit der Ausnahme eines Griffbereichs 31 und dem Scharnierteil
41. Gegenüber dem Greifbereich 31 in geschlossener Stellung ist vorteilhafterweise
eine Greiflasche 11 vorgesehen, an der es auf dem Basisabschnitt 10 an dem Klebauftrag
20 mangelt.
[0015] Das Basisetikett besteht aus einem Papier, welches einen Ausdehnungskoeffizienten
aufweist, der zu dem Klebstoff 20 ähnlich ist, wenn das Basisetikett von seiner Unterseite
benässt wird. Diese Eigenschaft ist wesentlich, da bei der Stapeletikett-Verarbeitung
die Rückseite des Etiketts mit einem Nassklebestoff versehen wird, und dieser nicht
zu Verwerfungen des Etiketts führen darf. Hier besteht ein wesentlicher Unterschied
zu einem Einzeletikett, bzw. zu einem Doppeletikett, welches selbstklebend gummiert
auf Rollen angeboten wird. Statt der Grifflasche 11 kann auch ein Bereich auf dem
Basisetikett vorgesehen sein, in welchem der Klebstoffauftrag 20 fehlt, so dass der
Greifbereich etwas grösser ausgestaltet ist.
[0016] Neben der hier dargestellten rechteckigen Form mit grösserer Höhe als Breite, also
längerem Scharnierbereich 41 als die Breite des silikonisierten Bereichs 30, ist es
natürlich auch möglich, anders geformte, runde und auch konvex oder konkav geformte
Etiketten als Stapeletiketten gemäss der vorliegenden Lehre auszugestalten. Ein konvexes
oder tonnenförmiges Etikett ist ein Etikett, bei dem bei zwei gegenüberliegenden parallelen
Etikettkanten die verbleibenden Etikettkanten konvex oder konkav ausgestaltet sind.
Dann kann ein konvexes Etikett in seiner Mitte des Scharnierbereichs 41 vorteilhafterweise
einen breiteren Scharnierbereich 41 haben, das heisst, dass der nicht silikonisierte
Bereich 30 weiter in einer geraden Linie endet, oder der Klebstoffauftrag kann natürlich
auch weiter ein schmales immer gleich breites Band sein. Ein konkav geformtes Etikett
weist eine taillierte Form auf, bei der die Scharnierbereiche 41 auseinanderfallen,
das heisst, durch beispielsweise eine spätere Ausstanzung des hergestellten Etiketts
verbleiben direkte Kontaktzonen von oberem zweiten Etikettabschnitt 40 und erstem
Etikettabschnitt 10 nur in an den oberen und unteren Enden des Etiketts, während im
mittleren Bereich, die beiden Etikettbereiche nur durch die Silikonschicht getrennt
sind.
[0017] Der Basisabschnitt 10 ist für einen Nassklebauftrag geeignet. Dies bedeutet, dass
der Fachmann aus den bekannten Druckmaterialien ein entsprechendes Papier oder einen
Kunststoff für den Basisabschnitt 10 auswählt, welcher für den vorgesehenen Nassklebauftrag
geeignet ist und trotzdem vorgängig einseitig oder gar beidseitig bedruckbar ist.
[0018] Die permanente Klebstoffschicht 20 besteht vorteilhafterweise aus einem Klebstoff,
der gegenüber dem Basisabschnitt 10 einen bei Feuchtigkeitsaufnahme ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten
aufweist.
[0019] Vorteilhafterweise weist auch der zweite Abschnitt 40 bei Feuchtigkeitsaufnahme einen
Ausdehnungskoeffizienten auf, der dem des ersten Abschnittes 10 bei Feuchtigkeitsaufnahme
entspricht.
[0020] Wenn ein geschlossenes doppeltes Stapeletikett eingesetzt wird, dann wird die Rückseite
15 kürz vor dem Verkleben desselben auf einem Behälter mit einem Klebauftrag versehen.
Dieser Auftrag führt zu einer Erhöhung der Feuchtigkeit im Papier 10 des Etiketts.
Diese geht dann auch über den lösungsmittelfreien permanenten Klebstoff 20 in das
Deckabschnitt 40 über. Der obere Abschnitt 40 ist so ausgestaltet, dass der Übergang
des Nassklebstoffs in die und an der Schicht 10 nicht zu einer Verwerfung des gesamten
Stapeletiketts führt; mit anderen Worten, auch nach dem Klebstoffauftrag ist das Doppeletikett
flach, wie in der Fig. 1 dargestellt. Nur dann ist die Verarbeitung der Etikette mit
hoher Geschwindigkeit auf Stapeletikettverarbeitungsmaschinen wie bei einfachen Stapeletiketten
möglich. Bei dem Nassauftrag kann es sich üblicherweise um Klebstoff handeln, der
in einem wässrigen Medium dispergiert ist. Neben Papier als Schicht 10 können nach
WO 02/074 874 auch durchsichtige biopolymere Etiketten Verwendung finden. Wesentlich ist das Fehlen
eines Durchbiegens oder Verwerfens des Doppeletiketts auf grund eines Übergangs von
Nassklebstoff oder seinem Lösungsmittel nach dessen Auftrag.
[0021] Anstelle des fast kompletten Kleberauftrages 20 kann dieser auch nur in Teilen vorgesehen
sein, um den oberen Abschnitt des Doppeletiketts leichter ablösen zu können.
[0022] Bei einem weiteren in den Fig. nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Silikonisierung
30 durchgehend, so dass es gar keine Scharnierbereiche 41 gibt. Dann ist der zweite
Etikettabschnitt 40 vollständig ablösbar, ohne einen Verbindungsbereich (nämlich den
dann fehlenden Scharnierbereich 41) des Basisabschnittes 10 zu beschädigen. Bei Wettbewerben
und ähnlichen Aktionen sind Etiketten nach einem solchen Ausführungsbeispiel einsetzbar,
während bei dem Fall, dass wesentliche, insbesondere rechtlich vorgeschriebene Konsumenteninformationen
auf dem zweiten Etikettabschnitt 40 aufgedruckt sind, die nur durch Zerstörung lösbare
Verbindung des zweiten Etikettabschnittes 40 eines Ausführungsbeispieles beispielsweise
nach den Fig. 1 und 2 vorteilhaft oder notwendig ist.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Basisabschnitt
- 11
- Greiflasche
- 15
- für einen Nassklebstoffauftrag geeignete Seite
- 20
- permanente Klebstoffschicht
- 30
- silikonisierte Beschichtung
- 31
- Greifbereich
- 40
- zweiter Etikettabschnitt
- 41
- Scharnierbereich
- 42
- nicht als Scharnierteil vorgesehene Abschnitt
- 43
- dem Basisabschnitt zugewandte Seite
1. Stapeletikett für einen Behälter mit einem bedruckbaren und für einen Nassklebauftrag
geeigneten Basisabschnitt (10), dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (10) auf der für den Nassklebauftrag vorgesehenen gegenüberliegenden
Seite mit einer Klebstoffschicht (20) bedeckt ist und dass der obere Etikettabschnitt
(40) auf der der Klebstoffseite zugewandten Seite im wesentlichen silikonisiert (30)
ist.
2. Stapeletikett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Scharnierbereich (41) ein oberer Etikettabschnitt (40) auf einem Teil der
besagten Klebstoffschicht (20) direkt anhaftet, wobei der obere Etikettabschnitt (40)
auf der der Klebstoffseite zugewandten Seite mit Ausnahme des Scharnierbereichs silikonisiert
(30) ist.
3. Stapeletikett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Etikettabschnitt (40) bei dem besagten Nassklebauftrag ein gegenüber dem
Basisabschnitt (10) bei Feuchtigkeitsaufnahme ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten aufweist.
4. Stapeletikett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffschicht (20) bei dem besagten Nassklebauftrag ein gegenüber dem Basisabschnitt
(10) bei Feuchtigkeitsaufnahme ähnlichen Ausdehnungskoeffizienten aufweist.
5. Stapeletikett nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stapeletikett rechteckig, rund, oder bei zwei gegenüberliegenden parallelen Etikettkanten
an den verbleibenden Etikettkanten konvex oder konkav ausgestaltet ist.
6. Stapeletikett nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stapeletikett ein konkaves Etikett ist und dass der Scharnierbereich (41) an
einer konkaven Seite in zwei miteinander fluchtende Scharnierbereiche aufgeteilt ist.