[0001] Die Erfindung betrifft eine Taste mit einem zentralen Bereich und einem den zentralen
Bereich umgebenden Randbereich, wobei die Taste in einem aktiven Zustand als Drucktaste
betätigbar ist und der zentrale Bereich der Taste aus einer durch den Randbereich
festgelegten Oberflächenebene vorsteht. Die Erfindung betrifft außerdem ein Bedienfeld
für ein Fahrzeug mit mindestens einer derartigen Taste.
[0002] Moderne Autos weisen eine steigende Zahl von Komfortausstattungsmerkmalen auf, wie
z.B. Audiosysteme, Navigationssysteme, Telekommunikationsgeräte, Klimatisierungssteuerungssysteme,
elektrische Sitzverstellungen, elektrische Fensterheber und elektrische Spiegelverstellungen.
Die zunehmende Zahl an von Fahrzeuginsassen bedienbaren Ausstattungsmerkmalen eines
Autos hat allgemein zu einer zunehmenden Zahl von Tasten, Schaltern und anderen Bedienelementen
auf dem Armaturenbrett, auf der Mittelkonsole und auf den Türkonsolen geführt. Ein
Nachteil dieser komplexen Bedienfelder ist, dass Benutzer häufig von der großen Zahl
der Tasten überwältigt sind. Benutzer haben infolgedessen Schwierigkeiten die Tasten
oder Schalter zu finden, nach denen sie suchen. Ein weiterer Nachteil herkömmlicher
Tasten, die üblicherweise als starre, aus einer Oberfläche des Fahrzeuginnenraums
vorstehende Tasten ausgebildet sind, ergibt sich daraus, dass in der Regel nicht alle
über diese Tasten gesteuerten Funktionen vom Benutzer zur gleichen Zeit benutzt werden.
Somit wird dem Benutzer mehr Information als nötig aufgedrängt. Ein weiterer Nachteil
herkömmlicher Tasten ist, dass in Fahrzeugen der unteren Preisklasse häufig Tasten
ohne Funktion oder Blindtasten als vorinstalliertes Ausstattungsmerkmal für zukünftige
Anwendungen eingebaut werden.
[0003] Es gibt bereits Anstrengungen die Probleme, die sich aus einer großen Zahl von Tasten,
Schaltern und Bedienelementen ergeben, abzumildern. Eine Lösung besteht in einem Tastbildschirm
im Armaturenbrett oder der vorderen Konsole des Fahrzeugs. Ein Benutzer wählt eine
gewünschte Funktion im allgemeinen indem er in einem Menübaum auf dem Tastbildschirm
nach der Funktion sucht.
[0004] Ein Nachteil von Tastbildschirmen, die einen Menübaum verwenden ist, dass Benutzer
in dem komplizierten Labyrinth von Auswahlmenüs leicht den Überblick verlieren. Ein
Tastbildschirm reduziert zwar die Anzahl der Tasten, vereinfacht jedoch in der Regel
nicht die Bedienung des Fahrzeugs. Ein weiterer Nachteil von Tastbildschirmen ist,
dass sie nicht das mit dem Drücken einer Taste verbundene Tastgefühl vermitteln. Dies
ist für die Wahrnehmung von Information wichtig und dient außerdem als inhärenter
Rückkopplungsmechanismus.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist demnach eine Taste zu schaffen, die die oben erwähnten
Nachteile, insbesondere die Nachteile, die sich aus einem Bedienfeld mit einer großen
Zahl von Tasten ergeben, beseitigt. Eine weitere Aufgabe besteht darin ein Bedienfeld
mit mindestens einer solchen Taste zu schaffen. Die Taste und das entsprechende Bedienfeld
sollen kostengünstig, platzsparend, benutzerfreundlich und die Bedienung weniger verwirrend
sein.
[0006] Die vorgenannte Aufgabe wird gelöst durch eine Taste mit einem zentralen Bereich
und einem den zentralen Bereich umgebenden Randbereich, wobei die Taste in einem aktiven
Zustand als Drucktaste betätigbar ist und der zentrale Bereich der Taste aus einer
durch den Randbereich festgelegten Oberflächenebene vorsteht, und wobei die Taste
in einem inaktiven Zustand nicht als Drucktaste betätigbar ist und sich der zentrale
Bereich der Taste im wesentlichen in der vom Randbereich definierten Oberflächenebene
erstreckt.
[0007] Durch eine derartig rekonfigurierbare, formveränderliche Taste, die aktiv oder inaktiv
sein kann, ist es möglich dem Benutzer nur die Tasten zu präsentieren, die er benötigt.
Damit wird die Komplexität von herkömmlichen Tastenkonsolen reduziert und die Benutzerfreundlichkeit
verbessert. Die Taste gemäß der vorliegenden Erfindung ermöglicht es Tasten auf einen
Bedarf hin und eben nicht standardgemäß zur Verfügung zu stellen.
[0008] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist wenigstens der zentrale
Bereich der Taste ein Formgedächtnismaterial mit einer Bistabilität auf, wobei im
aktiven Zustand der Taste das Formgedächtnismaterial eine Vorwölbung auf der durch
den Randbereich festgelegten Oberflächenebene bildet und im inaktiven Zustand der
Taste das Formgedächtnismaterial eine flache, sich im wesentlichen in der durch den
Randbereich festgelegten Oberflächenebene erstreckende Schicht bildet.
[0009] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist das Formgedächtnismaterial
ein Formgedächtnispolymer und/oder eine Formgedächtnislegierung auf.
[0010] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung bildet eine durchgehende Schicht
aus einem Formgedächtnispolymer den zentralen Bereich der Taste sowie den Randbereich
der Taste. Die Verwendung einer durchgehenden Schicht vereinfacht die Herstellung
und ergibt eine Kosteneinsparung.
[0011] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist das Formgedächtnismaterial
ein aus einer Formgedächtnislegierung hergestelltes Drahtgeflecht, das in einem dehnbaren
Material eingebettet ist. Eine NiTi-Legierung kann als Formgedächtnislegierung verwendet
werden.
[0012] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist das aus der Formgedächtnislegierung
hergestellte Drahtgeflecht einen ohmschen Widerstand auf und ist mittels eines durch
das Drahtgeflecht fließenden elektrischen Stroms beheizbar, wobei das aus der Formgedächtnislegierung
hergestellte Drahtgeflecht durch Erhitzen auf eine bestimmte Umwandlungstemperatur
in seine Gedächtnisform bringbar ist. Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass
keine zusätzliche Heizvorrichtung zum Heizen der Formgedächtnislegierung benötigt
wird.
[0013] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist das Formgedächtnismaterial
eine aus einer Formgedächtnislegierung hergestellte Dünnschicht, die zusammen mit
einem dehnbaren Material eine Schichtstruktur bildet. Beispielsweise kann die aus
der Formgedächtnislegierung hergestellte Dünnschicht in einem dehnbaren Material eingebettet
sein oder an einem dehnbaren Material befestigt sein.
[0014] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist das Formgedächtnismaterial
ein Formgedächtnispolymer, das durch Erhitzen auf eine bestimmte Umwandlungstemperatur
in seine Gedächtnisform umformbar ist.
[0015] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist ein interner Heizmechanismus
in das Formgedächtnispolymer integriert. Ein ohmscher Widerstand kann beispielsweise
zur Erzeugung von Wärme verwendet werden.
[0016] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist zumindest der zentrale
Bereich der Taste einen nachgiebigen Mechanismus mit zwei stabilen Zuständen auf,
wobei der zentrale Bereich der Taste im aktiven Zustand eine Vorwölbung auf der durch
den Randbereich festgelegten Oberflächenebene bildet und der zentrale Bereich der
Taste im inaktiven Zustand im wesentlichen flach ist und sich im wesentlichen auf
der gleichen Höhe befindet wie der Randbereich. Die Vorwölbung hat vorzugsweise eine
halbkugelförmige oder kuppelförmige Oberfläche. Typischerweise,enthält der nachgiebige
Mechanismus einteilige, biegsame oder dehnbare Strukturen, wobei sich die Struktur
in drei Raumrichtungen verformen kann und, auf eine Eingabebetätigung hin, eine Kraft
übertragen oder eine Bewegung ausführen kann. Ein Vorteil eines nachgiebigen Mechanismus
ist, dass es keine Gelenke gibt. Der Montagezeitaufwand wird deshalb verringert bzw.
fällt ganz weg und die Kosten verringern sich entsprechend. Ein weiterer Vorteil eines
nachgiebigen Mechanismus ohne Gelenke ist, dass es keine Abnutzung und kein Spiel
gibt.
[0017] Im Hinblick auf die vorgenannte Aufgabe ist weiterhin ein Bedienfeld für ein Fahrzeug
mit mindestens einer Taste gemäß der vorliegenden Erfindung vorgesehen. Ein Vorteil
eines derartigen Bedienfelds ist, dass die rekonfigurierbare, formveränderliche Taste
sich im aktiven Zustand wie eine herkömmliche Taste anfühlt und wie eine herkömmliche
Taste funktioniert, wohingegen die Taste im inaktiven Zustand zu verschwinden scheint.
[0018] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist das Bedienfeld auf einer
Konsole des Fahrzeugs, einem Türverkleidungsteil, einem Lenkrad und/oder einem Armaturenbrett
vorgesehen.
[0019] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Taste mittels einer
mit der Taste verbundenen Steuereinheit aktivierbar und deaktivierbar.
[0020] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist das Bedienfeld weitere
mit der Steuereinheit verbundene Tasten auf, und die Tasten sind zum Steuern eines
elektronischen Untersystems des Fahrzeugs mittels der Steuereinheit aktivierbar und
deaktivierbar. Beispielsweise kann die Steuereinheit die Tasten aktivieren, die zum
Bedienen der Audioanlage verwendet werden, wenn der Fahrzeuginsasse die Einstellung
der Audioanlage ändern will.
[0021] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung sind die Tasten zum Steuern
eines Fahrzeuguntersystems wie z.B eines Audiosystems, eines Navigationssystems, eines
Klimatisierungssteuerungssystems und/oder eines Kommunikationssystems vorgesehen.
[0022] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Steuereinheit so ausgebildet,
dass die Taste mittels Sprachsteuerung aktivierbar ist.
[0023] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung weist das Bedienfeld weitere
Tasten mit jeweils einem aktiven und einem inaktiven Zustand auf, und das Bedienfeld
ist in mehreren Betriebsarten betreibbar, wobei in einer jeweiligen Betriebsart eine
jeweilige Untermenge der Tasten aktiviert ist, und wobei die Betriebsarten mittels
einer mit der Steuereinrichtung verbundenen Auswahleinrichtung auswählbar sind. Die
Auswahleinrichtung kann beispielsweise ein zentrales Rändelrad oder Drehrad nahe am
oder auf dem Lenkrad sein, das es dem Benutzer ermöglicht die verschiedenen Betriebsarten
der Fahrzeugkonsole nacheinander auszuwählen. Die Betriebsarten können beispielsweise
folgende sein: (a) Alle Tasten aus, (b) Audiobedientasten ein, (c) Radio, Musik und/oder
Videobedientasten ein, (d) Navigationsbedientasten ein, (e) Fahrzeugklimatisierungsbedientasten
ein, (f) Fahrerassistenz (z.B. Tempomat) ein, (g) Infotainmentfunktionen ein, (h)
alle Tasten ein.
[0024] Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung ist neben der Taste eine Anzeige
vorgesehen, auf der eine Funktion der Taste im aktiven Zustand anzeigbar ist.
[0025] Der Aufbau und das Verfahren zum Betreiben der vorliegenden Erfindung sowie weitere
Aufgaben und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einzelner Ausführungsformen in Kombination mit den Zeichnungen.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Draufsicht einer Fahrzeugkonsole gemäß dem Stand der
Technik;
Fig. 2 zeigt schematisch eine Draufsicht einer Fahrzeugkonsole mit einer Konsolenbedienoberfläche
gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 zeigt schematisch eine Schnittansicht einer Ausführungsform einer formveränderlichen
Taste gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 4 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht einer wandelbaren Oberfläche,
die eine formveränderliche Taste gemäß der vorliegenden Erfindung bildet;
Fig. 5 zeigt eine schematische Draufsicht einer weiteren beispielhaften Ausführungsform
einer Tastenanordnung mit formveränderlichen Tasten gemäß der vorliegenden Erfindung;
Fig. 6 zeigt eine schematische Seitenansicht der in Fig. 5 dargestellten Tastenanordnung;
Fig. 7 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht der in Fig. 5 und Fig. 6 dargestellten
Tastenanordnung;
Fig. 8 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines Baumusters eines Entwurf
einer Ausführungsform einer wandelbaren Struktur, die für eine formveränderliche Taste
gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet werden kann; und
Fig. 9 ist eine schematische Seitenansicht der in Fig. 8 gezeigten wandelbaren Struktur.
[0026] Im Detail zeigt Fig. 1 eine Fahrzeugkonsole 10 mit einer Konsolenbedienoberfläche
12 nach dem Stand der Technik. Die Fahrzeugkonsole 10 enthält Drucktasten, Drehknöpfe,
Drehräder und Wippschalter zum Steuern verschiedener Funktionen. Die Fahrzeugkonsole
10 wird zum Bedienen der Audioanlage, des Klimatisierungssteuerungssystems, des Navigationssystems
und, abhängig vom jeweiligen Fahrzeug, zum Bedienen von weiteren Fahrzeugsystemen
verwendet.
[0027] Die in Fig. 1 gezeigte Konsolenbedienoberfläche 12 nach dem Stand der Technik umfasst
eine große Zentralanzeige 14 und zwei kleinere Flüssigkristallanzeigen 16. Auswahltasten
18 sind neben der Zentralanzeige 14, jeweils entlang der linken und der rechten Seite
der Zentralanzeige 14, vorgesehen. Weitere Auswahltasten 20 sind neben der Zentralanzeige
14, entlang der unteren Kante der Zentralanzeige 14 vorgesehen. Die Auswahltasten
18, 20 sind starre, dauerhaft eingebaute Auswahltasten.
[0028] Oberhalb der Zentralanzeige 14 befindet sich ein Schlitz 11 der Disketten für Audiodaten,
Videodaten oder andere digitale Daten aufnimmt. Drucktasten auf beiden Seiten des
Schlitzes 11 werden zur Steuerung des Diskettenbetriebs benutzt. Auf beiden Seiten
der Zentralanzeige 14 befinden sich Drehknöpfe 17, die in üblicher Weise zum Einstellen
eines Radioempfängers benutzt werden können, die jedoch auch zum Einstellen weiterer
Funktionen des Fahrzeugs verwendet werden können.
[0029] Die Drehräder 19 sind zum Einstellen der Temperatur eines Sitzheizsystems vorgesehen.
Unterhalb der Drehräder 19 befinden sich Flüssigkristallanzeigen 16, die eine Temperatur
für das Klimatisierungssteuerungssystem anzeigen. Neben den Flüssigkristallanzeigen
16 befinden sich Wippschalter 21, die zum Einstellen der Geschwindigkeit einer Lüfters
für das Klimatisierungssteuerungssystem benutzt werden können. In der Mitte der Fahrzeugkonsole
10 befindet sich eine Drucktaste zum Einschalten der Warnblinkanlage. Die in Fig.
1 gezeigte Fahrzeugkonsole 10 aus dem Stand der Technik weist eine Vielzahl an Bedientasten,
Schaltern und Knöpfen auf. Die große Zahl der Bedienelemente verschlechtert die Benutzerfreundlichkeit
für den durchschnittlichen Benutzer, der möglicherweise nur einen Teil der zur Verfügung
stehenden Bedienelemente benutzt.
[0030] Fig. 2 zeigt schematisch eine Draufsicht einer Fahrzeugkonsole 10 mit einer Konsolenbedienoberfläche
12 gemäß der vorliegenden Erfindung. Die Konsolenbedienoberfläche 12 umfasst eine
große Zentralanzeige 14 und zwei kleinere Flüssigkristallanzeigen 16. In der in Fig.
2 gezeigten Ausführungsform der Fahrzeugkonsole 10 sind einige der Auswahltasten dauerhafte
Auswahltasten, genau wie die in Fig. 1 gezeigten Auswahltasten aus dem Stand der Technik.
Vorteilhafterweise sind diejenigen Auswahltasten, die häufig benutzt werden, wie zum
Beispiel die grundlegenden Funktionen der Audioanlage und die grundlegenden Funktionen
des Klimatisierungssteuerungssystem als dauerhafte Auswahltasten ausgeführt. Im Gegensatz
zu der in Fig. 1 gezeigten Konsolenbedienoberfläche 12 aus dem Stand der Technik,
weist die Konsolenbedienoberfläche 12 gemäß der vorliegenden Erfindung rekonfigurierbare,
formveränderliche Tasten auf, die die meisten der starren, vorstehenden Auswahltasten
der Konsolenbedienoberfläche nach dem Stand der Technik ersetzen. Die Auswahltasten
22, 24 sind als rekonfigurierbare Tasten ausgeführt, die so angesteuert werden können,
dass die Tasten ihre Form von einer vorstehenden Form, beispielsweise einer halbkugelförmigen
Form, in eine flache Form ändern können. Die Lage dieser formveränderlichen Tasten
auf der Fahrzeugkonsole 10 ist mit gestrichelten Linien angedeutet. In der in Fig.
2 gezeigten beispielhaften Ausführungsform sind fünf rekonfigurierbare, formveränderliche
Tasten 22 entlang der linken Seite der Anzeige 14 und fünf weitere formveränderliche
Taste 22 entlang der rechten Seite der Anzeige 14 vorgesehen. Weitere formveränderliche
Tasten 24 sind entlang der Unterkante der Zentralanzeige 14 vorgesehen.
[0031] Die formveränderlichen Tasten 22, 24 sind über Verbindungsleitungen 27 mit einer
Steuereinheit 26 verbunden. Die formveränderlichen Tasten 22, 24 werden von der Steuereinheit
26 wahlweise aktiviert oder deaktiviert. Eine Auswahleinrichtung 28 ist mit der Steuereinheit
26 verbunden. Die Auswahleinrichtung 28 ermöglicht es einem Benutzer unter einer Anzahl
von Betriebsarten bzw. Funktionsweisen der Fahrzeugkonsole auszuwählen. Beispielsweise
kann der Benutzer eine Betriebsart wählen, die die Bedientasten für die Audioanlage
oder die Bedientasten für das Navigationssystem aktiviert.
[0032] Die Auswahleinrichtung 28 kann beispielsweise ein Bedienungsknopf, ein Drehknopf
oder ein Rändelrad sein, das es dem Benutzer ermöglicht die verschiedenen Betriebsarten
der Fahrzeugkonsole 10 nacheinander auszuwählen.
[0033] Wie aus einem Vergleich der Figuren 1 und 2 ersichtlich ist, ermöglichen die formveränderlichen
Tasten existierende Fahrzeugkonsolen 10 oder Tastenkonsolen bzw. Bedienungskonsolen
so abzuändern, dass die Komplexität dieser Konsolen reduziert wird, indem starre,
vorstehende Tasten aus dem Stand der Technik durch formveränderliche Tasten gemäß
der vorliegenden Erfindung ersetzt werden. Durch das Ersetzen von herkömmlichen Tasten
mit formveränderlichen Tasten wird nicht nur die Bedienung der Konsolenbedienoberfläche
gemäß der vorliegenden Erfindung vereinfacht, sondern die Konsolenbedienoberfläche
sieht zudem nicht so überfrachtet aus und sieht somit eleganter und ästhetisch ansprechender
aus. Ein weiterer Vorteil der formveränderlichen Tasten gemäß der vorliegenden Erfindung
gegenüber Tastbildschirmen ist, dass das Tastgefühl einer herkömmlichen Taste erhalten
bleibt.
[0034] Formveränderliche Tasten 22, 24 gemäß der vorliegenden Erfindung können auf verschiedene
Art und Weise konstruiert werden. Fig. 3 ist eine schematische Schnittansicht, die
zwei alternative Tastenzustände der formveränderlichen Taste 30 gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigt. In einem ersten Zustand, dem aktiven Zustand, ist die formveränderliche
Taste 30 kuppelförmig und funktioniert als Drucktaste. Die Kuppel 32 steht über die
Konsolenoberfläche 34 vor und vermittelt das Tastgefühl einer herkömmlichen Taste.
In einem zweiten Zustand ist die formveränderliche Taste 30 im wesentlichen flach
und auf gleicher Ebene mit der Konsolenoberfläche 34, sodass die Taste 30 zu verschwinden
scheint. Der zweite Zustand der Taste ist in Fig. 3 mit gestrichelten Linien gezeigt.
Wenn die formveränderliche Taste 30 im ersten Zustand ist und über die Konsolenoberfläche
34 hinausragt, dann funktioniert die Taste 30 als eine Drucktaste und führt die Schaltfunktion
einer herkömmlichen Taste aus, wenn die Taste 30 gedrückt wird. Wenn die formveränderliche
Taste 30 in dem zweiten Zustand ist, dann ist die Taste 30 außer Betrieb und führt
keine Schaltfunktion aus. Die formveränderlichen Eigenschaften der Taste 30 können
dadurch erreicht werden, indem beispielsweise ein Drahtgeflecht aus einer Formgedächtnislegierung
(shape memory alloy) oder ein Dünnfilm aus einer Formgedächtnislegierung in ein dehnbares
Material eingebettet werden. Das aus der Legierung hergestellte eingebettete Drahtgeflecht
bzw. die eingebettete Dünnschicht ist schematisch mit der gestrichelten Linie 36 gezeigt.
Alternativ können die formveränderlichen Eigenschaften erzeugt werden, indem die Taste
aus einen Formgedächtnispolymer geformt wird.
[0035] Die formveränderlichen Eigenschaften können außerdem mit einem nachgiebigen Mechanismus
erzielt werden, der im englischen mit dem Fachbegriff compliant mechanism bezeichnet
wird.
[0036] Fig. 4 zeigt in schematischer Weise eine perspektivische Ansicht einer wandelbaren
Oberfläche 40, die eine formveränderliche Taste gemäß der vorliegenden Erfindung bildet.
Die wandelbare Oberfläche 40 hat zwei stabile Zustände. Im ersten Zustand bzw. im
aktiven Zustand hat die wandelbare Oberfläche 40 eine Vorwölbung 42, die eine Taste
42 bildet. Die Taste bzw. Vorwölbung 42 kann wie eine herkömmliche Drucktaste durch
Drücken betätigt werden. Die Vorwölbung 42 der wandelbaren Oberfläche 40 entspricht
der in Fig. 3 gezeigten Kuppel 32. Im zweiten Zustand bzw. dem inaktiven Zustand,
wäre die in Fig. 4 gezeigte wandelbare Oberfläche im wesentlichen flach. Die Vorwölbung
42 würde verschwinden und damit auch die Taste.
[0037] Fig. 5 zeigt eine schematische Draufsicht einer weiteren beispielhaften Ausführungsform
einer Tastenanordnung 50 mit formveränderlichen Tasten 52, 54, 56. Die beiden kreisförmigen
Tasten 52, 56 haben beispielsweise einen Durchmesser von 13 mm und die längliche Taste
54, die zwischen den beiden kreisförmigen Tasten 52, 56 angeordnet ist, kann beispielsweise
eine Länge von 23 mm haben. Der Abstand zwischen den Tasten 52, 54, 56 kann beispielsweise
15 mm betragen. Die in Fig. 5 gezeigte Tastenanordnung 50 kann einen Teil einer Fahrzeugkonsole,
eines Armaturenbretts oder eines anderen Fahrzeuginnenraumverkleidungsteils bilden
oder kann auch einen Teil eines Lenkrads bilden.
[0038] Fig. 6 zeigt eine schematische Seitenansicht der in Fig. 5 dargestellten Tastenanordnung
50. Die Tasten 52, 54, 56 sind so ausgestaltet, dass sie beispielsweise 3 mm weit
aus der Oberfläche 58 vorstehen. Die Tasten 52, 54, 56 sind in ihrem aktiven Zustand
gezeigt, d.h. die Tasten stehen über die Oberfläche 58 vor und funktionieren als Drucktasten.
Im inaktiven Zustand wird die Form der Tasten 52, 54, 56 so geändert, dass die Oberfläche
58 der Tastenanordnung 50 im wesentlichen flach und ohne irgendwelche Vorwölbungen
im Bereich ist, in dem die Tasten angeordnet sind. Fig. 7 zeigt schematisch eine perspektivische
Ansicht der in Fig. 5 und Fig. 6 dargestellten Tastenanordnung.
[0039] Eine Tastenkonsole, die Tasten aufweist wie sie in den Figuren 5 bis 7 gezeigt sind,
weist vorzugsweise die folgenden Merkmale auf. Ein Tastengruppe kann in wesentlichen
halbkugelförmige Tasten mit einem Basiskreisdurchmesser von etwa 15 mm und einer Höhe
von etwa 3 mm aufweisen. Andere Tastenformen wie beispielsweise dreieckige, quadratische
und ovale Formen können in der gleiche Weise hergestellt werden wie runde Tasten.
Alle Tasten haben wie oben beschrieben zwei Zustände, wobei die Tasten in einem der
Zustände eine flache Oberfläche bilden, die auf gleicher Höhe wie die umgebende Konsole
ist. Im anderen Zustand würde die Taste dann eine halbkugelförmige oder andere vorstehende
Form als die endgültige Tastenform aufweisen. Die Tasten sind in beiden Zuständen
stabil, d.h. die Tastenzustände sind stabile Zustände und es gibt keinen Energieverbrauch,
außer wenn zwischen den beiden Zuständen umgeschaltet wird.
[0040] Jede der veränderlichen Tasten kann einzeln aktiviert werden. Alternativ können Tastengruppen
gemäß ihrer Funktionsweise aktiviert werden. Beispielsweise kann eine Gruppe von Tasten
für Audiofunktionen gemeinsam aktiviert werden.
[0041] Die Aktivierung der formveränderlichen Tasten kann beispielsweise ausgeführt werden
mittels einer Sprachsteuerung, mittels einem zentralen drückbaren Drehknopf oder einem
Rändelrad, mit dem die verschiedenen Betriebsarten für die Tastenkonsole nacheinander
ausgewählt werden können und das nahe am oder auf dem Lenkrad angeordnet ist, mittels
einer Ansteuerung bzw. Anregung über einen Heizwiderstand oder externer thermischer
Anregung.
[0042] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann der Benutzer durch mehrere Betriebsarten
für die Konsole mit den formveränderlichen Tasten blättern (scrollen). Der Benutzer
kann beispielsweise die folgenden Betriebsarten auswählen: (a) Alle Tasten aus, (b)
Audiobedientasten ein, (c) Radio/Musik/Videobedientasten ein, (d) Navigationsbedientasten
ein, (e) Fahrzeugklimatisierungsbedientasten ein, (f) Fahrerassistenz (z.B. geschwindigkeitsregelungsbezogene
Funktionen) ein, (g) Infotainmentfunktionen ein, (h) alle Tasten ein.
[0043] Wenn eine formveränderliche Taste eingeschaltet, d.h. aktiviert wird, ist die Taste
vorzugsweise so ausgebildet, dass beim Drücken ein hörbarer Tastklick erzeugt wird.
Im aktiven Zustand funktionieren die formveränderlichen Tasten gemäß der vorliegenden
Erfindung wie normale Tasten in Autos, beispielsweise wird die Lautstärke beim Drücken
einer "Lautstärke-erhöhen-Taste" angehoben. Falls kein ausreichender Platz für eine
große Tastenkonsole vorhanden ist, kann außerdem eine kleine Tastengruppe vorgesehen
sein, wobei jede Taste verschiedene Funktionen hat, jeweils abhängig von der Betriebsart,
in der die Taste benutzt wird.
[0044] Die Beschaffenheit und Haptik der formveränderlichen Tasten wird vorzugsweise so
gewählt, dass die Tasten hart genug sind, um sich nicht übermäßig durchzubiegen, jedoch
weich genug sind, um die Funktion einer Drucktaste ausüben zu können und als Taste
gedrückt werden zu können. Das Außenmaterial bzw. die Deckschicht für die formveränderlichen
Tasten ist im allgemeinen ein dehnbares Material wie beispielsweise ein Gummimaterial,
Silikon oder ähnliche Materialien, die auch für herkömmliche Tasten verwendet werden.
[0045] Ausführungsformen der formveränderlichen Tasten, die Energie zum Umschalten von einem
stabilen Zustand zum anderen Zustand benötigen, sind vorzugsweise an die Batterieversorgungsspannung
des Fahrzeugs angeschlossen. Die Ansprechzeit der formveränderlichen Tasten, d.h.
die Zeit, die benötigt wird, um von einer flachen Oberfläche zu einer endgültigen,
halbkugelförmigen Form oder einer anderen vorstehenden Form überzugehen, kann etwa
eine Sekunde betragen, wobei die Zeitdauer für die Bewegung in Gegenrichtung, hin
zum flachen Zustand, ähnlich ist.
[0046] Fig. 8 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines Baumusters eines Entwurf
einer Ausführungsform einer wandelbaren Struktur 80 zur Verwendung in einer formveränderlichen
Taste gemäß der vorliegenden Erfindung. Die wandelbare Struktur 80 verwendet einen
nachgiebigen Mechanismus. Die Struktur 80 hat eine kreisförmige Trägerstruktur 82.
Vier längliche Blätter 84 stützen sich auf der kreisförmigen Trägerstruktur 82 ab.
Die vier länglichen Blätter 84 sind so ausgebildet, dass sie zwei stabile Zustände
aufweisen. Die Bistabilität des nachgiebigen Mechanismus ist vorzugsweise durch einen
Verriegelungsmechanismus bzw. Rastmechanismus sichergestellt, der den nachgiebigen
Mechanismus in einem jeweiligen stabilen Zustand verrastet. In einem ersten Zustand
erstrecken sich die vier länglichen Blätter 84 von der kreisförmigen Trägerstruktur
82 nach innen und oben, um eine kuppelförmige Struktur zu bilden. Um eine formveränderliche
Taste zu schaffen, die eine weiche, durchgehend gleiche Oberflächenstruktur aufweist,
kann die wandelbare Struktur 80 mit einer Deckschicht 86 überzogen werden, wie dies
in Fig. 9 schematisch mit einer gestrichelten Linie angedeutet ist. In einem zweiten
Zustand erstrecken sich die vier länglichen Blätter 84 von der kreisförmigen Trägerstruktur
82 nach innen auf das Zentrum zu, sodass die vier länglichen Blätter im wesentlichen
auf gleicher Höhe mit der kreisförmigen Trägerstruktur 82 sind. Wenn die wandelbare
Struktur mit einer Deckschicht überzogen ist, ergibt sich im zweiten Zustand eine
flache, d.h. im wesentlichen ebene Oberfläche für die wandelbare Struktur.
[0047] Fig. 9 ist eine schematische Seitenansicht der in Fig. 8 gezeigten wandelbaren Struktur
80. Die vier länglichen Blätter 84 sind auf der kreisförmigen Trägerstruktur 82 gelagert
und erstrecken sich nach innen zu einem Zentrum hin, an dem sie aufeinandertreffen.
Fig. 9 zeigt die wandelbare Struktur 80 in ihrem ersten Zustand. Die vier länglichen
Blätter 84 erstrecken sich nach oben und bilden eine kuppelförmige Struktur, die als
Drucktaste dient. Die wandelbare Struktur 80 ist mit einer Deckschicht 86 überzogen,
die nur schematisch mit einer gestrichelten Linie 86 angedeutet ist. Wenn die wandelbare
Struktur 80 in eine Fahrzeugkonsole integriert wäre, würde die Deckschicht 86 die
Oberfläche der Konsole bilden. Im zweiten Zustand erstrecken sich die vier länglichen
Blätter im wesentlichen auf dem gleichen Niveau wie die kreisförmige Trägerstruktur
82. Die Deckschicht 86 bildet dann eine flache bzw. ebene Oberfläche, so als wäre
an dieser Stelle der Konsole keine Taste vorhanden.
[0048] Formveränderliche Tasten gemäß der vorliegenden Erfindung können auf verschiedene
Art und Weise konstruiert werden und können beispielsweise auf einer dreidimensionalen
Form basieren, die mit Hilfe eines nachgiebigen Mechanismus in der Form wandelbar
sind, wie z.B. der in Fig. 8 und Fig. 9 gezeigte Mechanismus. Derartige Mechanismen
sind typischerweise einteilige, biegsame oder dehnbare Strukturen, wobei sich die
Struktur in drei Raumrichtungen verformen kann und, auf eine Eingabebetätigung hin,
eine Kraft übertragen oder eine Bewegung ausführen kann. Im vorliegenden Fall erfolgt,
wie oben mit Bezug auf die Figuren 3 bis 9 beschrieben ist, eine Umformung von einer
flachen Oberfläche zu einer einheitlich halbkugelförmigen bzw. kuppelförmigen Oberfläche,
die wie eine Taste aussieht. Da es in einem derartigen Mechanismus keine Gelenke gibt,
wird der Montagezeitaufwand verringert bzw. fällt ganz weg. Ein weiterer Vorteil ist,
dass es keine Abnutzung und kein Spiel gibt und dass der nachgiebige Mechanismus kostengünstig
ist und einfach instandzuhalten ist. Seine Zusammenstellung beinhaltet die Verwendung
von Algorithmen zur Strukturoptimierung sowie die richtige Auswahl und Kombination
von steifen und dehnbaren Materialien, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Die
Dehnbarkeit bzw. Nachgiebigkeit ist einheitlich über die Struktur verteilt, wodurch
ein gleichmäßiger Übergang von der flachen Oberfläche zur kuppelförmigen Oberfläche
ermöglicht wird. Eine Bistabilität, d.h. das Vorhandensein zweier stabiler Zustände,
kann als natürliche, inhärente Eigenschaft in die Struktur des nachgiebigen Mechanismus
integriert werden. Somit wird nur beim Umschalten zwischen den beiden Tastenzuständen
Energie benötigt und der nachgiebige Mechanismus ist deshalb effizient. Nachgiebige
Strukturen ermöglichen außerdem eine skalierbare Lösung, die für kleine und große
Tasten anpassbar ist.
[0049] Die formveränderlichen Tasten können, wie bereits oben erwähnt, auch aus einem Formgedächtnispolymer
hergestellt werden. Wenn diese formveränderlichen Polymere einer thermischen Anregung
ausgesetzt werden, können sie einen drastische Übergang von einem starren Polymer
zu einem sehr elastischen Zustand und wieder zurück zu einem starren Zustand zeigen.
Sofern das Polymer nicht daran gehindert wird, kehrt es im elastischen Zustand zu
seiner Gedächtnisform zurück. Das Polymer kehrt beispielsweise zu einer kuppelförmigen
Struktur zurück wie sie in Fig. 3 gezeigt ist. Das Formgedächtnispolymer (SMP, shape
memory polymer) kann, während es gehandhabt wird, abgekühlt werden und deshalb in
einen starren Zustand zurückgeführt werden, wobei es die dabei resultierende Form
unbegrenzt beibehält. Die Vorrichtung zeigt deshalb eine inhärente Bistabilität und
kann problemlos von einer flachen Oberfläche zu einer kuppelförmigen Struktur übergehen.
Die Temperatur für den Übergang kann in Abhängigkeit von den Bestandteilen des Formgedächtnispolymers
(SMP) und dem für das Formgedächtnispolymer verwendete Herstellungsverfahren gesteuert
werden. Der Übergang zwischen den stabilen Zuständen kann innerhalb einer Zeitdauer
von ein paar Sekunden durchgeführt werden. Das Aufheizen und/oder Abkühlen des Formgedächtnispolymers
wird vorzugsweise mit einem internen Heizmechanismus in dem Formgedächtnispolymer
durchgeführt, um die Größe des Systems zu verringern.
[0050] Eine weitere Möglichkeit formveränderliche Tasten herzustellen ergibt sich aus der
Verwendung eines Drahtgeflechts aus einer Formgedächtnislegierung. Insbesondere wird
ein Verbundsystem aus einem dehnbaren Material und einem Drahtgeflechts aus einer
Formgedächtnislegierung benutzt. Drähte aus einer Formgedächtnislegierung, wie beispielsweise
Drähte aus einer NiTi-Legierung, können sich beim Erhitzen auf eine steuerbare Umwandlungstemperatur
sehr schnell in eine sogenannte Gedächtnisform umformen. Ein Mechanismus für eine
umgekehrte Vorspannung kann verwendet werden, um das Drahtgeflecht von der Kuppelform,
die die Gedächtnisform darstellt, zum flachen Zustand bzw. "tastenlosen" Zustand zurückzuführen.
Wärme kann mittels eines (ohmschen) Widerstands durch die leitenden Legierungsdrähte
zugeführt werden. Tastenartige Strukturen mit der gewünschten Beschaffenheit können
in einfacher Weise durch Formen eines Drahtgeflechts aus NiTi-Drähten und durch Einbetten
des Drahtgeflechts in einem dehnbaren Material, wie z.B. Silikon, geschaffen werden.
Das aus der Formgedächtnislegierung bestehende Drahtgeflecht sorgt für die benötigte
Bistabilität für die formveränderliche Taste.
[0051] Eine weitere Möglichkeit formveränderliche Tasten herzustellen besteht in der Verwendung
einer Schichtstruktur, die mit einer Dünnschicht aus einer Formgedächtnislegierung
und mit einem dehnbaren Material gebildet wird. Dabei kann die aus der Formgedächtnislegierung
geformte Dünnschicht in das dehnbare Material eingebettet werden oder die Dünnschicht
kann an der aus dem dehnbaren Material hergestellten Schicht befestigt werden.
[0052] Wenn NiTi-Dünnschichten über ihre Umwandlungstemperatur erhitzt werden und in ihrer
Bewegung eingeschränkt werden, entwickeln sie enorme Spannungen, die dazu benutzt
werden können Kräfte und Bewegungen zu übertragen. Durch Einbetten des NiTi-Dünnfilms
in ein dehnbares Material, wie z.B. Silikon, und durch Schaffen von bestimmten Zwangsbedingungen
bzw. Randbedingungen, wird eine formveränderliche Struktur mit zwei stabilen Zuständen
geschaffen, d.h. es wird eine kuppelförmige Oberfläche und eine flache Oberfläche
geschaffen.
[0053] Die oben beschriebenen Ausführungsformen der formveränderlichen Tasten und Konsolen,
die derartige Tasten aufweisen, sind nur beispielhafte Ausführungsformen und deshalb
liegen auch weitere Ausführungsformen im Rahmen der Erfindung.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 10
- Fahrzeugkonsole
- 11
- Diskettenschlitz
- 12
- Konsolenbedienoberfläche
- 14
- Zentralanzeige
- 16
- Flüssigkristallanzeige
- 17
- Drehknopf
- 18,20
- Auswahltasten
- 19
- Drehrad
- 21
- Wippschalter
- 22, 24
- formveränderliche Auswahltasten
- 26
- Steuereinheit
- 27
- Verbindungsleitungen
- 28
- Auswahleinrichtung
- 30
- formveränderliche Taste
- 32
- Kuppel
- 34
- Konsolenoberfläche
- 36
- Drahtgeflecht bzw. Dünnschicht aus einer Formgedächtnislegierung
- 40
- wandelbare Oberfläche
- 42
- Vorwölbung
- 50
- Tastenanordnung
- 52, 54, 56
- formveränderliche Tasten
- 58
- Oberfläche
- 80
- wandelbare Struktur
- 82
- kreisförmige Trägerstruktur
- 84
- längliches Blatt
- 86
- Deckschicht
1. Taste mit einem zentralen Bereich und einem den zentralen Bereich umgebenden Randbereich,
wobei die Taste in einem aktiven Zustand als Drucktaste betätigbar ist und der zentrale
Bereich der Taste aus einer durch den Randbereich festgelegten Oberflächenebene vorsteht,
dadurch gekennzeichnet, dass die Taste in einem inaktiven Zustand nicht als Drucktaste betätigbar ist und sich
der zentrale Bereich (32; 84) der Taste (30; 80) im wesentlichen in der vom Randbereich
(34; 82) definierten Oberflächenebene erstreckt.
2. Taste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens der zentrale Bereich (32) der Taste ein Formgedächtnismaterial mit einer
Bistabilität aufweist, wobei im aktiven Zustand der Taste (30) das Formgedächtnismaterial
eine Vorwölbung auf der durch den Randbereich (34) festgelegten Oberflächenebene bildet
und im inaktiven Zustand der Taste das Formgedächtnismaterial eine flache, sich im
wesentlichen in der durch den Randbereich (34) festgelegten Oberflächenebene erstreckende
Schicht bildet.
3. Taste nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Formgedächtnismaterial ein Formgedächtnispolymer und/oder eine Formgedächtnislegierung
aufweist.
4. Taste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine durchgehende Schicht aus einem Formgedächtnispolymer den zentralen Bereich (32)
der Taste (30) sowie den Randbereich (34) der Taste bildet.
5. Taste nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Formgedächtnismaterial ein aus einer Formgedächtnislegierung hergestelltes Drahtgeflecht
(36) ist, das in einem dehnbaren Material eingebettet ist.
6. Taste nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Formgedächtnislegierung hergestellte Drahtgeflecht (36) einen ohmschen
Widerstand aufweist und mittels eines durch das Drahtgeflecht fließenden elektrischen
Stroms beheizbar ist und dass das aus der Formgedächtnislegierung hergestellte Drahtgeflecht
(36) durch Erhitzen auf eine bestimmte Umwandlungstemperatur in seine Gedächtnisform
bringbar ist.
7. Taste nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Formgedächtnismaterial eine aus einer Formgedächtnislegierung hergestellte Dünnschicht
ist, die zusammen mit einem dehnbaren Material eine Schichtstruktur bildet.
8. Taste nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Formgedächtnismaterial ein Formgedächtnispolymer ist, das durch Erhitzen auf
eine bestimmte Umwandlungstemperatur in seine Gedächtnisform umformbar ist.
9. Taste nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein interner Heizmechanismus in das Formgedächtnispolymer integriert ist.
10. Taste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der zentrale Bereich der Taste einen nachgiebigen Mechanismus mit zwei
stabilen Zuständen aufweist, wobei der zentrale Bereich der Taste im aktiven Zustand
eine Vorwölbung auf der durch den Randbereich (82) festgelegten Oberflächenebene bildet
und der zentrale Bereich der Taste im inaktiven Zustand im wesentlichen flach ist
und sich im wesentlichen auf der gleichen Höhe wie der Randbereich (82) befindet.
11. Bedienfeld für ein Fahrzeug mit einer Taste nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche.
12. Bedienfeld nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienfeld auf einer Konsole (12) des Fahrzeugs, einem Türverkleidungsteil, einem
Lenkrad und/oder einem Armaturenbrett vorgesehen ist.
13. Bedienfeld nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Taste mittels einer mit der Taste verbundenen Steuereinheit (26) aktivierbar
und deaktivierbar ist.
14. Bedienfeld nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienfeld weitere mit der Steuereinheit (26) verbundene Tasten aufweist und
die Tasten zum Steuern eines elektronischen Untersystems des Fahrzeugs mittels der
Steuereinheit aktivierbar und deaktivierbar sind.
15. Bedienfeld nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasten zum Steuern eines Audiosystems, eines Navigationssystems, eines Klimatisierungssteuerungssystems
und/oder eines Kommunikationssystems vorgesehen sind.
16. Bedienfeld nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (26) so ausgebildet ist, dass die Taste mittels Sprachsteuerung
aktivierbar ist.
17. Bedienfeld nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienfeld weitere Tasten mit jeweils einem aktiven und einem inaktiven Zustand
aufweist, dass das Bedienfeld in mehreren Betriebsarten betreibbar ist, wobei in einer
jeweiligen Betriebsart eine jeweilige Untermenge der Tasten aktiviert ist und dass
die Betriebsarten mittels einer mit der Steuereinrichtung verbundenen Auswahleinrichtung
auswählbar sind.
18. Bedienfeld nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass neben der Taste eine Anzeige vorgesehen ist, auf der eine Funktion der Taste im aktiven
Zustand anzeigbar ist.