[0001] Die Erfindung betrifft einen elektr. Verbinder mit einem Isolierstoffgehäuse, das
an zwei einander gegenüberliegenden Gehäuseseiten Einstecköffnungen aufweist, und
zwar auf der einen Seite für das Einführen eines elektr.Kontaktstiftes und auf der
anderen Seite für das Einstecken des isolationsfreien Endes mindestens eines elektr.Leiters.
Auf der Stift-Seite besitzt der Verbinder einen Stift-Klemmkontakt, so daß der Verbinder
auf den Kontaktstift einer Leiterplatte oder auf den Anschluß-Kontaktstift eines sonstigen
Gegenkontaktes aufsteckbar ist, und auf der Leiter-Seite besitzt der Verbinder für
jeden anzuschließenden elektr.Leiter einen Blattfeder-Klemmanschluß mit einer Blattfeder,
die sich in Leitereinsteckrichtung und schräg gegen den elektr. Leiter erstreckt und
mit ihrem Blattfeder ende das isolationsfreie Ende des eingesteckten elektr.Leiters
festklemmt.
[0002] Elektr.Verbinder dieses Typs sind bereits 1976 in der
GB 1 528 993 beschrieben. Sie sind dort als zweipolige Verbinder vorgestellt, bestehend aus zwei
einpoligen Verbindern, die in einem gemeinsamen Blockgehäuse aus Isolierstoff angeordnet
sind, so daß der zweipolige Blockgehäuse-Verbinder mit Bezug auf zwei parallel positionierte
Kontaktstifte als "plug and socket arrangement" verstanden werden kann. Gemäß der
GB 1 528 993 sind für das Aufstecken des Verbinders auf die Kontaktstifte Buchsen-Klemmkontakte
vorgesehen, die derart auszuführen sind, daß der Verbinder im Bedarfsfall wieder von
den Kontaktstiften abgezogen werden kann. Ebenso ist vorgesehen, daß auch die auf
der anderen Seite des Verbinders vorhandenen Blattfeder-Klemmanschlüsse für die elektr.Leiter
im Bedarfsfall wieder geöffnet werden können, indem die Blattfedern der Blattfeder-Klemmanschlüsse
mittels eines Werkzeuges zurückgedrückt werden, so daß die elektr.Leiter aus dem Verbinder
wieder herausgezogen werden können.
[0003] Ein weiterer Verbinder dieses Typs ist aus der
EP 0 735 616 A2 bekannt (siehe dort Figuren 18 und 19). Er ist als "elektrischer Steckverbinder"
bezeichnet, der auf die eingelöteten Kontaktstifte einer Leiterplatte aufsteckbar
ist und infolge eines tulpenförmig auffedernden Buchsen-Klemmkontaktes auch wieder
von den Kontaktstiften abziehbar ist. Auf der anderen Seite des Verbinders ist wiederum
ein Blattfeder-Klemmanschluß für den elektr.Leiter vorhanden, der ebenfalls (wie bei
der
GB 1 528 993) als lösbarer Blattfeder-Klemmanschluß ausgeführt ist.
[0004] Beide vorgenannten Verbinder gehen davon aus, daß ihre Stift-Klemmkontakte und ihre
Leiter-Klemmanschlüsse in ihrer Gesamtheit aus einem Stück Federstahlblech gefertigt
sind, wobei das Stück Federstahlblech auf der Stift-Seite zu einem Buchsen-Klemmkontakt
verformt ist und auf der Leiter-Seite einen integrierten Blattfeder-Klemmanschluß
für den elektr.Leiter bildet. Zwischen beiden Seiten übernimmt das Stück Federstahlblech
die Stromleitungsfunktion, so daß bei der Materialauswahl auch auf eine brauchbare
Stromleitfähigkeit des Federstahlbleches geachtet werden muß, was sich in den Materialkosten
des Federstahlbleches niederschlägt.
[0005] Hinsichtlich ihrer konstruktiven Bauform sind die beiden vorgenannten Verbinder in
der Weise ausgeführt, daß der Stift-Klemmkontakt einerseits und der Leiter-Klemmanschluß
andererseits ausreichend voneinander entfernt angeordnet sind, so daß sich beide Seiten
nicht gegenseitig behindern können. Die Isolierstoffgehäuse dieser bekannten Verbinder
sind entsprechend groß bemessen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verbinder der vorgenannten Art zu schaffen, der
kostengünstiger herzustellen ist und dessen Baugröße zudem erheblich reduziert werden
kann, so daß er auch unter beengten Platzverhältnissen sowohl als einpoliger als auch
als mehrpoliger Verbinder eingesetzt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Isolierstoffgehäuse des
Verbinders für jeden anzuschließenden elektr.Leiter einen Anschlußraum zur Verfügung
stellt, in den der Kontaktstift und der elektr.Leiter nebeneinander mit in etwa paralleler
Ausrichtung einsteckbar sind derart, daß sich der Kontaktstift und der elektr.Leiter
mit ihren axialen Längen überlappen. Dabei ist der Kontaktstift in dem Anschlußraum
lage-fixiert gehalten, wohingegen der elektr.Leiter in einem konstruktiv zugelassenen
Verschiebebereich quer zu seiner Leiterachse verschiebbar ist (vorzugsweise parallel
verschiebbar ist), wobei das Blattfederende des Blattfeder-Klemmanschlusses an derjenigen
Seite des elektr.Leiters anliegt, die dem Kontaktstift gegenüberliegt, so daß die
Klemmkraft der Blattfeder den elektr.Leiter in Richtung des Kontaktstiftes drückt.
[0008] Es gibt zwei grundsätzliche Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verbinders.
[0009] Bei der ersten Ausführungsform kontaktiert der elektr.Leiter den Kontaktstift direkt
(siehe Anspruch 2), so daß diese Ausführungsform zu Stromleitungszwecken zwischen
dem elektr. Leiter und dem Kontaktstift kein zusätzliches stromleitendes Material
benötigt. Das ist kosten- und materialsparend. Diese Ausführungsform des Verbinders
wird bevorzugt für eindrähtige massive elektr.Leiter verwendet, da diese ohne vorheriges
Öffnen des Blattfeder-Klemmanschlusses in den Anschlußraum des Verbinders einsteckbar
sind.
[0010] Die zweite Ausführungsform des neuen Verbinders wird bevorzugt für mehrdrähtige flexible
elektr.Leiter empfohlen, bei denen in der üblichen Weise der Blattfeder-Klemmanschluß
geöffnet werden kann, bevor der flexible Leiter in den Anschlußraum des Verbinders
eingeführt wird. Diese Ausführungsform des Verbinders hat das besondere Merkmal (siehe
Anspruch 3), daß zwischen dem elektr. Leiter und dem Kontaktstift im Bereich ihrer
gegenseitigen axialen Überlappung eine Kontaktwand positioniert ist, die den elektr.Leiter
beim Einsteckvorgang in den Anschlußraum in Richtung seiner Leiterachse führt, und
zwar vorzugsweise bis in eine bodenseitige, zur Kontaktwand hin offene Leiter-Fangtasche.
Durch diese Kontaktwand-Führung ist das unerwünschte Abspleißen einzelner Drähte eines
mehrdrähtigen flexiblen Leiters vermieden. Die Kontaktwand ist in einem konstruktiv
zugelassenen Verschiebebereich quer zur Leiterachse des elektr.Leiters und gemeinsam
mit dem elektr.Leiter in Richtung des Kontaktstiftes verschiebbar, so daß der elektr.Leiter
direkt die Kontaktwand und die Kontaktwand direkt den Kontaktstift kontaktiert.
[0011] Ein Verbinder mit den vorstehenden Merkmalen ist äußerst kostengünstig herzustellen.
Bei dem neuen Verbinder wird nur noch ein kleines Stück Federstahlblech verwendet
und zwar ausschließlich zur Bildung des Blattfeder-Klemmanschlusses. Der hierfür erforderliche
Materialeinsatz kann insbesondere dann erheblich reduziert werden, wenn sich die Blattfeder
des Blattfeder-Klemmanschlusses am Isolierstoffgehäuse des Verbinders abstützt. Anspruch
8 schlägt diesbezüglich vor, daß der Blattfeder-Klemmanschluß eine U-förmig gebogene
zweischenkelige Blattfeder besitzt, die einen Blattfeder-Klemmschenkel und einen Blattfeder-Halteschenkel
aufweist, wobei der Blattfeder-Halteschenkel in dem Isolierstoffgehäuse des Verbinders
durch Verrastung mit dem Isolierstoffgehäuse festgelegt ist.
[0012] Hinsichtlich der geforderten Reduzierung der Baugröße des Verbinders gehört es zur
Lehre der Erfindung, daß sich die in den Verbinder einzusteckenden axialen Längen
des Kontaktstiftes und des elektr.Leiters überlappen. Diese Überlappung kann maximal
sein, indem der elektr.Leiter bis zu einer bodenseitigen Abschlußwand in den Anschlußraum
des Verbinders eingesteckt wird, so daß das Ende des elektr.Leiters bis nahe an den
Fußpunkt des elektr.
[0013] Kontaktstiftes oder eines sonstigen Anschlußstiftes herangeführt ist. Durch diese
maximale Überlappung wird erreicht, daß die Bauhöhe des Verbinders nicht wesentlich
größer ist als die Einstecktiefe des elektr.Leiters.
[0014] Die neuen Verbinder können pro Pol einen oder zwei Anschlußräume für elektr.Leiter
aufweisen, wobei gemäß Anspruch 4 für einen Verbinder mit zwei Anschlußräumen nur
ein Kontaktstift ausreichend ist, wenn dieser mittig zwischen den Anschlußräumen positioniert
ist und beiden Anschlußräumen als Kontaktstift dient.
[0015] Die erfindungsgemäßen Verbinder können prinzipiell auf jeden in der Praxis gebräuchlichen
Kontaktstift und/oder Anschlußstift aufgesteckt werden. Anspruch 5 der vorliegenden
Erfindung empfiehlt, das Kopfende des jeweiligen Kontaktstiftes in dem Anschlußraum
durch einen Isolierstoff-Übergriff positionsgenau zu fixieren. Diese Positionsgenauigkeit
des jeweils verwendeten Kontaktstiftes verbessert die Kontaktanlage des elektr.Leiters
an dem Kontaktstift.
[0016] Dem gleichen Zweck der Positionsgenauigkeit des Kontaktstiftes dient der Anspruch
6, wonach das Fußende des Kontaktstiftes mittels eines seitlichen Stützlagers gegen
das Isolierstoffgehäuse des Verbinders lage-fixiert gehalten ist.
[0017] Die in dem Isolierstoffgehäuse des Verbinders positionsgenau und lage-fixiert gehaltenen
Kontaktstifte können auf Wunsch der weiterverarbeitenden Industrie bereits von dem
Herstellerbetrieb der neuen Verbinder in die jeweiligen Anschlußräume des Verbinders
eingesteckt werden, so daß dann die weiterverarbeitende Industrie die Verbinder mit
den fußseitig vorstehenden Kontaktstiften direkt z.B. in die Einlötöffnungen einer
Leiterplatte einsetzen kann und verlöten kann.
[0018] Es ist ein Vorteil, Kontaktstifte zu verwenden, die unterhalb ihres Kopfendes mit
einer Vorwölbung ausgebildet sind, deren Scheitellinie sich quer zur Längsachse des
Kontaktstiftes erstreckt (siehe Anspruch 7). In Verbindung mit einer in Richtung der
Längsachse des Kontaktstiftes verlaufenden Kontaktlinie eines elektr.Leiters ergibt
sich dann im Kreuzungspunkt der genannten Linien ein punktförmiger Anlagekontakt mit
einer höheren spezifischen Flächenpressung, wodurch der Stromübergang in diesem Kontaktpunkt
verbessert ist.
[0019] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1 + 2
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verbinders,
- Fig. 3 - 5
- drei weitere Beispiele von Ausführungsformen,
- Fig. 6-8
- zwei Ausführungsbeispiele mit einer Auszugssperre des Kontaktstiftes aus dem Verbindergehäuse,
- Fig. 9 - 15
- zwei Anwendungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Verbinders.
[0020] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch einen Verbinder gemäß der Erfindung und zwar
im aufgesteckten Zustand auf einen Kontaktstift 3, der in die Leiterplatte 4 eingelötet
ist. Der Kontaktstift 3 besitzt die Vorwölbung 5 und ist mittels des Isolierstoff-Übergriffs
6 positionsgenau in dem Anschlußraum 7 des Isolierstoffgehäuses 8 gehalten.
[0021] Der elektr.Leiter 9 wird von der oberen Seite in den Verbinder eingesteckt. In dem
Anschlußraum 7 des Verbinders sind der Kontaktstift 3 und der elektr. Leiter 9 nebeneinander
angeordnet und überlappen sich mit ihren axialen Längen. Mittels der Vorwölbung 5
kontaktiert der Kontaktstift den elekt.Leiter 9 direkt, so daß ein unmittelbarer Stromübergang
zwischen dem Kontaktstift und dem elektr. Leiter stattfindet.
[0022] Der elektr.Leiter 9 ist (wie die Gehäusedarstellung in Fig. 1 zeigt) mittels der
Federkraft (Klemmkraft) der Blattfeder 11 nach links gegen den Kontaktstift 3 verschiebbar.
Die Verschiebung erfolgt innerhalb des konstruktiv zugelassenen Verschiebebereichs
10. Das gewährleistet, daß der elektr.Leiter stets kontaktsicher an dem jeweils verwendeten
Kontaktstift anliegt.
[0023] Die in den Verbinder eingebaute Blattfeder ist U-förmig aus einem Stück Federstahlblech
gefertigt und besitzt einen Blattfeder-Klemmschenkel 11 und einen Blattfeder-Halteschenkel
12. Sie ist mit ihrem Kopfbogen 13 und ihrem Halteschenkel 12 in dem Isolierstoffgehäuse
lage-fixiert gehalten.
[0024] In dem Isolierstoffgehäuse des Verbinders ist in der üblichen Weise eine Prüföffnung
14 vorgesehen. Auch ist es möglich, das Isolierstoffgehäuse mit einem Drücker aus
Isolierstoff auszurüsten, der manuell zu betätigen ist, um im Bedarfsfall den Blattfeder-Klemmschenkel
11 von dem elektr.Leiter 9 abzudrücken, so daß die Klemmung des elektr.Leiters gelöst
ist und der elektr.Leiter aus dem Verbinder herausgezogen werden kann. Das gleiche
Ergebnis wird üblicherweise auch mit einer Betätigungsöffnung im Isolierstoffgehäuse
erreicht, durch die ein Werkzeug (z.B. eine Schraubendreherklinge) bis an den Blattfeder-Klemmschenkel
11 herangeführt werden kann, wie dies z.B. auch in der Fig. 3 dargestellt ist.
[0025] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Darstellung einen mehrpoligen Verbinder der erfindungsgemäßen
Art mit einem aus Isolierstoff gefertigten Blockgehäuse 15. Die in das Blockgehäuse
insgesamt eingebauten fünf einpoligen Verbinder sind baugleich und entsprechen jeweils
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1. Sie sind zueinander wechselseitig ausgerichtet.
Dieses Anordnungsschema ist platzsparend, es kann aber auch durch jedes andere gewünschte
Anordnungsschema ersetzt werden.
[0026] Fig. 3 zeigt den perspektivischen Querschnitt eines einpoligen Verbinders gemäß der
Erfindung mit einem Anschlußraum 16, der für den Anschluß eines mehrdrähtigen flexiblen
Leiters 17 besondere Merkmale aufweist. Der Anschlußraum schließt an seiner linken
Seite mit einer Kontaktwand 18 ab, die zwischen dem flexiblen Leiter 17 und dem Kontaktstift
19 positioniert ist und die in einen konstruktiv zugelassenen Verschiebebereich 20
quer zur Leiterachse des elektr.Leiters 17 und gemeinsam mit diesem in Richtung des
Kontaktstiftes 19 verschiebbar ist, um einen guten elektr. Kontakt zwischen dem Kontaktstift,
der Kontaktwand und dem flexiblen Leiter sicherzustellen. Die Kontaktwand 18 führt
den flexiblen Leiter beim Einsteckvorgang bis in eine bodenseitige, zur Kontaktwand
hin offene Leiter-Fangtasche 21, wodurch verhindert wird, daß beim Einsteckvorgang
Einzeldrähte von dem mehrdrähtigen flexiblen Leiter 17 abspleißen. Die Leiterklemmstelle
zwischen der Blattfeder 22 und der Kontaktwand 18 kann zum Anschließen und Lösen des
elektr.Leiters geöffnet werden, indem eine Schraubendreherklinge über die Betätigungsöffnung
23 in den Anschlußraum eingeführt wird und mittels der Schraubendreherklinge die Blattfeder
vom elektr.Leiter wegbewegt wird. Bei 24 ist die übliche Prüföffnung vorgesehen.
[0027] Fig. 4 zeigt einen Verbinder, der mit dem Verbinder gemäß Fig. 1 vergleichbar ist,
bei dem jedoch der in den Anschlußraum eingesteckte Kontaktstift 25 ein unteres Stützlager
26 aufweist, das gegen das Isolierstoffgehäuse des Verbinders gerichtet ist und die
Positionsgenauigkeit des Kontaktstiftes in dem Anschlußraum verbessert.
[0028] Fig. 5 zeigt im Querschnitt einen einpoligen Verbinder gemäß der Erfindung, der zwei
Anschlußräume für zwei elektr. Leiter 27 und 28 besitzt und zur Herstellung einer
elektr.Verbindung auf nur einen Kontaktstift 29 aufsteckbar ist. Der Kontaktstift
29 ist zu seiner Längsachse spiegelsymmetrisch ausgebildet und dient somit beiden
Anschlußräumen als Kontaktstift. Er besitzt beidseitig jeweils ein Stützlager 30,
die das positionsgenaue Aufstecken des Verbinders auf den Kontaktstift gewährleisten.
[0029] Im Regelfall werden die Verbinder auf den Kontaktstift einer Leiterplatte oder auf
den Anschluß-Kontaktstift eines sonstigen Gegenkontaktes (z.B. an einem elektr. Gerät)
aufgesteckt. Das kann wahlweise vor oder nach dem Anschließen der elektr.
[0030] Leiter an den Verbinder erfolgen. Im Bedarfsfall, z.B. bei einem Defekt eines mit
dem Verbinder verdrahteten Bauteils, ist es arbeitstechnisch von Vorteil, den Verbinder
von den Kontaktstiften abzuziehen und die komplette Bauteilgruppe (z.B. bestehend
aus dem defekten Bauteil und dem mit dem Bauteil verdrahteten Verbinder) gegen eine
neue Bauteilgruppe auszutauschen.
[0031] In der Praxis gibt es auch Anwendungsfällen für den neuen Verbinder, bei denen verlangt
wird, daß der Verbinder nicht von den Kontaktstiften abgezogen werden darf, d.h. es
soll für den Kontaktstift eine Auszugssperre vorhanden sein, so daß dieser nicht aus
dem Anschlußraum des Verbinders herausgezogen werden kann. Dies ist in den Figuren
6 bis 8 dargestellt.
[0032] Fig. 6 zeigt einen Verbinder, der mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 vergleichbar
ist, jedoch zusätzlich eine Auszugssperre für den Kontaktstift aufweist, der bei diesem
Ausführungsbeispiel in der Form der Widerhaken-Verrastungen 31 in den entsprechenden
Vertiefungen des Isolierstoffgehäuses des Verbinders wirksam ist.
[0033] Die Figuren 7 und 8 zeigen zwei Verbinder, deren Isolierstoffgehäuse in der Weise
konstruiert und geformt sind, daß beide Verbinder gemeinsam als eine elektr.Steckverbindung
verwendbar sind. In ihrem grundsätzlichen Aufbau sind die Verbinder 32 und 33 mit
dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 vergleichbar, jedoch ist bei dem links dargestellten
Verbinder 32 der Kontaktstift 34 (der beiden Verbindern gemeinsam ist) mit einer Auszugssperre
35 in dem Isolierstoffgehäuse 36 festgelegt, wohingegen bei dem rechts dargestellten
Verbinder 33 das Isolierstoffgehäuse 37 von dem (für beide Verbinder gemeinsamen)
Kontaktstift 34 abziehbar ist, wodurch die dargestellte elektr.Steckverbindung geöffnet
werden kann.
[0034] Die Figuren 9 bis 15 zeigen zwei Anwendungsbeispiele für einen Verbinder gemäß der
Lehre der Erfindung, um zu demonstrieren, daß diese sehr gut auch als steckbare Anschluß-Verbinder
verwendet werden können, die auf abgewinkelten Kontaktstiften aufsteckbar sind, die
ihrerseits in eine Leiterplatte eingelötet sind.
[0035] Fig. 11 zeigt eine Leiterplatte 38, in die in einer versetzten Anordnung jeweils
ein langer abgewinkelter Kontaktstift 39 und ein kurzer abgewinkelter Kontaktstift
40 eingelötet sind, wobei die versetzte Anordnung gewährleistet, daß die Lötstellen
der Kontaktstifte in der Leiterplatte 38 einen ausreichenden, d.h. störungsfreien
Abstand voneinander haben.
[0036] Die auf die abgewinkelten Kontaktstifte aufsteckbaren Verbinder sind im Querschnitt
in Fig. 9 und Fig. 10 dargestellt. Die Fig. 12 und Fig. 13 zeigen die Verbinder als
6-poligen Verbinder 41 in einem gemeinsamen Isolierstoff-Blockgehäuse. Fig. 11 und
Fig. 12 zeigen den 6-poligen Verbinder 41 vor dem Aufstecken auf die abgewinkelten
Kontaktstifte der Leiterplatte 38. Die Fig. 13 zeigt denselben 6-poligen Verbinder
nach dem Aufsteckvorgang.
[0037] Fig. 14 zeigt eine Leiterplatte 42 mit abgewinkelten Kontaktstiften (entsprechend
der Leiterplatte 38 in Fig. 11), die in das Gehäuse eines Vorschaltgerätes 43 für
elektr.Leuchten eingebaut ist derart, daß der erfindungsgemäße 6-polige Verbinder
44 problemlos in einem einzigen Steckvorgang alle erforderlichen Leiter-Verbindungen
zu dem Vorschaltgerät und zu der Leuchte herstellen kann (siehe Fig. 15) .
1. Elektr. Verbinder,
- mit einem Isolierstoffgehäuse, das an zwei einander gegenüberliegenden Gehäuseseiten
Einstecköffnungen aufweist, und zwar auf der einen Seite für das Einführen eines elektr.Kontaktstiftes
und auf der anderen Seite für das Einstecken des isolationsfreien Endes mindestens
eines elektr. Leiters,
- auf der Stift-Seite besitzt der Verbinder einen Stift-Klemmkontakt, so daß der Verbinder
auf den Kontaktstift einer Leiterplatte oder auf den Anschluß-Kontaktstift eines sonstigen
Gegenkontaktes aufsteckbar ist,
- und auf der Leiter-Seite besitzt der Verbinder für jeden anzuschließenden elektr.Leiter
einen Blattfeder-Klemmanschluß mit einer Blattfeder, die sich in Leitereinsteckrichtung
und schräg gegen den elektr.Leiter erstreckt und mit ihrem Blattfederende das isolationsfreie
Ende des eingesteckten elektr.Leiters festklemmt,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das Isolierstoffgehäuse des Verbinders für jeden anzuschließenden elektr. Leiter
einen Anschlußraum (7,16) zur Verfügung stellt, in den der Kontaktstift (3,19,25,29,34,39,40)
und der elektr.Leiter (9, 17, 27, 28) nebeneinander mit in etwa paralleler Ausrichtung
einsteckbar sind derart, daß sich der Kontaktstift und der elektr.Leiter mit ihren
axialen Längen überlappen,
- daß der Kontaktstift in dem Anschlußraum lage-fixiert gehalten ist, wohingegen der elektr.Leiter
in einem konstruktiv zugelassenen Verschiebebereich (10,20) quer zu seiner Leiterachse
verschiebbar ist,
- und daß das Blattfederende des Blattfeder-Klemmanschlusses an derjenigen Seite des elektr.Leiters
anliegt, die dem Kontaktstift gegenüberliegt, so daß die Klemmkraft der Blattfeder
(11,22) den elektr.Leiter in Richtung des Kontaktstiftes drückt.
2. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der elektr.Leiter den Kontaktstift direkt kontaktiert.
3. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß zwischen dem elektr.Leiter (17) und dem Kontaktstift (19) im Bereich ihrer gegenseitigen
axialen Überlappung eine Kontaktwand (18) positioniert ist, die den elektr.Leiter
beim Einsteckvorgang in den Anschlußraum in Richtung seiner Leiterachse führt,
- wobei die Kontaktwand in einem konstruktiv zugelassenen Verschiebebereich (20) quer
zur Leiterachse des elektr.Leiters und gemeinsam mit dem elektr.Leiter in Richtung
des Kontaktstiftes (19) verschiebbar ist, so daß der elektr.Leiter direkt die Kontaktwand
und die Kontaktwand direkt den Kontaktstift kontaktiert.
4. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der Verbinder zwei Anschlußräume aufweist
- und daß der Kontaktstift (29) mittig zwischen den Anschlußräumen positioniert ist und beiden
Anschlußräumen als Kontaktstift dient.
5. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das Kopfende des Kontaktstiftes durch einen Isolierstoff-Übergriff (6) in dem Isolierstoffgehäuse
des Verbinders positionsgenau lage-fixiert ist.
6. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das Fußende des Kontaktstiftes mittels eines am Kontaktstift ausgebildeten Stützlagers
(26,30) gegen das Isolierstoffgehäuse des Verbinders lage-fixiert gehalten ist.
7. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der Kontaktstift unterhalb seines Kopfendes eine Vorwölbung (5) aufweist, deren Scheitellinie
sich quer zu der Längsachse des Kontaktstiftes erstreckt und die in Richtung des anzuschließenden
elektr.Leiters vorspringt,
- und daß das Blattfederende des Blattfeder-Klemmanschlusses in etwa auf der Höhe der Vorwölbung
an dem elektr.Leiter anliegt.
8. Verbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der Blattfeder-Klemmanschluß aus einer U-förmig gebogenen, zweischenkeligen Blattfeder
besteht mit einem Blattfeder-Klemmschenkel (11) und einem Blattfeder-Halteschenkel
(12)
- und daß der Blattfeder-Halteschenkel in dem Isolierstoffgehäuse des Verbinders durch Verrastung
mit dem Isolierstoffgehäuse festgelegt ist.