Beschreibung
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Wellenfeldsynthese-Konzepte und insbesondere
auf effiziente Wellenfeldsynthese-Konzept in Verbindung mit einem Multi-Renderer-System.
[0002] Es besteht ein steigender Bedarf an neuen Technologien und innovativen Produkten
im Bereich der Unterhaltungselektronik. Dabei ist es eine wichtige Voraussetzung für
den Erfolg neuer multimedialer Systeme, optimale Funktionalitäten bzw. Fähigkeiten
anzubieten. Erreicht wird das durch den Einsatz digitaler Technologien und insbesondere
der Computertechnik. Beispiele hierfür sind die Applikationen, die einen verbesserten
realitätsnahen audiovisuellen Eindruck bieten. Bei bisherigen Audiosystemen liegt
ein wesentlicher Schwachpunkt in der Qualität der räumlichen Schallwiedergabe von
natürlichen, aber auch von virtuellen Umgebungen.
[0003] Verfahren zur mehrkanaligen Lautsprecherwiedergabe von Audiosignalen sind seit vielen
Jahren bekannt und standardisiert. Alle üblichen Techniken besitzen den Nachteil,
dass sowohl der Aufstellungsort der Lautsprecher als auch die Position des Hörers
dem Übertragungsformat bereits eingeprägt sind. Bei falscher Anordnung der Lautsprecher
im Bezug auf den Hörer leidet die Audioqualität deutlich. Ein optimaler Klang ist
nur in einem kleinen Bereich des Wiedergaberaums, dem so genannten Sweet Spot, möglich.
[0005] Infolge der enormen Anforderungen dieser Methode an Rechnerleistung und Übertragungsraten
wurde die Wellenfeldsynthese bis jetzt nur selten in der Praxis angewendet. Erst die
Fortschritte in den Bereichen der Mikroprozessortechnik und der Audiocodierung gestatten
heute den Einsatz dieser Technologie in konkreten Anwendungen. Erste Produkte im professionellen
Bereich werden nächstes Jahr erwartet. In wenigen Jahren sollen auch erste Wellenfeldsynthese-Anwendungen
für den Konsumerbereich auf den Markt kommen.
[0006] Die Grundidee von WFS basiert auf der Anwendung des Huygens' schen Prinzips der Wellentheorie:
Jeder Punkt, der von einer Welle erfasst wird, ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle,
die sich kugelförmig bzw. kreisförmig ausbreitet.
[0007] Angewandt auf die Akustik kann durch eine große Anzahl von Lautsprechern, die nebeneinander
angeordnet sind (einem so genannten Lautsprecherarray), jede beliebige Form einer
einlaufenden Wellenfront nachgebildet werden. Im einfachsten Fall, einer einzelnen
wiederzugebenden Punktquelle und einer linearen Anordnung der Lautsprecher, müssen
die Audiosignale eines jeden Lautsprechers mit einer Zeitverzögerung und Amplitudenskalierung
so gespeist werden, dass sich die abgestrahlten Klangfelder der einzelnen Lautsprecher
richtig überlagern. Bei mehreren Schallquellen wird für jede Quelle der Beitrag zu
jedem Lautsprecher getrennt berechnet und die resultierenden Signale addiert. Befinden
sich die wiederzugebenden Quellen in einem Raum mit reflektierenden Wänden, dann müssen
auch Reflexionen als zusätzliche Quellen über das Lautsprecherarray wiedergegeben
werden. Der Aufwand bei der Berechnung hängt daher stark von der Anzahl der Schallquellen,
den Reflexionseigenschaften des Aufnahmeraums und der Anzahl der Lautsprecher ab.
[0008] Der Vorteil dieser Technik liegt im Besonderen darin, dass ein natürlicher räumlicher
Klangeindruck über einen großen Bereich des Wiedergaberaums möglich ist. Im Gegensatz
zu den bekannten Techniken werden Richtung und Entfernung von Schallquellen sehr exakt
wiedergegeben. In beschränktem Maβe können virtuelle Schallquellen sogar zwischen
dem realen Lautsprecherarray und dem Hörer positioniert werden.
[0009] Obgleich die Wellenfeldsynthese für Umgebungen gut funktioniert, deren Beschaffenheiten
bekannt sind, treten doch Unregelmäßigkeiten auf, wenn sich die Beschaffenheit ändert
bzw. wenn die Wellenfeldsynthese auf der Basis einer Umgebungsbeschaffenheit ausgeführt
wird, die nicht mit der tatsächlichen Beschaffenheit der Umgebung übereinstimmt.
[0010] Eine Umgebungsbeschaffenheit kann durch die Impulsantwort der Umgebung beschrieben
werden.
[0011] Dies wird anhand des nachfolgenden Beispiels näher dargelegt. Es wird davon ausgegangen,
dass ein Lautsprecher ein Schallsignal gegen eine Wand aussendet, deren Reflexion
unerwünscht ist. Für dieses einfache Beispiel würde die Raumkompensation unter Verwendung
der Wellenfeldsynthese darin bestehen, dass zunächst die Reflexion dieser Wand bestimmt
wird, um zu ermitteln, wann ein Schallsignal, das von der Wand reflektiert worden
ist, wieder beim Lautsprecher ankommt, und welche Amplitude dieses reflektierte Schallsignal
hat. Wenn die Reflexion von dieser Wand unerwünscht ist, so besteht mit der Wellenfeldsynthese
die Möglichkeit, die Reflexion von dieser Wand zu eliminieren, indem dem Lautsprecher
ein zu dem Reflexionssignal gegenphasiges Signal mit entsprechender Amplitude zusätzlich
zum ursprünglichen Audiosignal eingeprägt wird, so dass die hinlaufende Kompensationswelle
die Reflexionswelle auslöscht, derart, dass die Reflexion von dieser Wand in der Umgebung,
die betrachtet wird, eliminiert ist. Dies kann dadurch geschehen, dass zunächst die
Impulsantwort der Umgebung berechnet wird und auf der Basis der Impulsantwort dieser
Umgebung die Beschaffenheit und Position der Wand bestimmt wird, wobei die Wand als
Spiegelquelle interpretiert wird, also als Schallquelle, die einen einfallenden Schall
reflektiert.
[0012] Wird zunächst die Impulsantwort dieser Umgebung gemessen und wird dann das Kompensationssignal
berechnet, das dem Audiosignal überlagert dem Lautsprecher eingeprägt werden muss,
so wird eine Aufhebung der Reflexion von dieser Wand stattfinden, derart, dass ein
Hörer in dieser Umgebung schallmäßig den Eindruck hat, dass diese Wand überhaupt nicht
existiert.
[0013] Entscheidend für eine optimale Kompensation der reflektierten Welle ist jedoch, dass
die Impulsantwort des Raums genau bestimmt wird, damit keine Über- oder Unterkompensation
auftritt.
[0014] Die Wellenfeldsynthese ermöglicht somit eine korrekte Abbildung von virtuellen Schallquellen
über einen großen Wiedergabebereich. Gleichzeitig bietet sie dem Tonmeister und Toningenieur
neues technisches und kreatives Potential bei der Erstellung auch komplexer Klanglandschaften.
Die Wellenfeldsynthese (WFS oder auch Schallfeldsynthese), wie sie Ende der 80-er
Jahre an der TU Delft entwickelt wurde, stellt einen holographischen Ansatz der Schallwiedergabe
dar. Als Grundlage hierfür dient das Kirchhoff-Helmholtz-Integral. Dieses besagt,
dass beliebige Schallfelder innerhalb eines geschlossenen Volumens mittels einer Verteilung
von Monopol- und Dipolschallquellen (Lautsprecherarrays) auf der Oberfläche dieses
Volumens erzeugt werden können.
[0015] Bei der Wellenfeldsynthese wird aus einem Audiosignal, das eine virtuelle Quelle
an einer virtuellen Position aussendet, eine Synthesesignal für jeden Lautsprecher
des Lautsprecherarrays berechnet, wobei die Synthesesignale derart hinsichtlich Amplitude
und Phase gestaltet sind, dass eine Welle, die sich aus der Überlagerung der einzelnen
durch die im Lautsprecherarray vorhandenen Lautsprecher ausgegebenen Schallwelle ergibt,
der Welle entspricht, die von der virtuellen Quelle an der virtuellen Position herrühren
würde, wenn diese virtuelle Quelle an der virtuellen Position eine reale Quelle mit
einer realen Position wäre.
[0016] Typischerweise sind mehrere virtuelle Quellen an verschiedenen virtuellen Positionen
vorhanden. Die Berechnung der Synthesesignale wird für jede virtuelle Quelle an jeder
virtuellen Position durchgeführt, so dass typischerweise eine virtuelle Quelle in
Synthesesignalen für mehrere Lautsprecher resultiert. Von einem Lautsprecher aus betrachtet
empfängt dieser Lautsprecher somit mehrere Synthesesignale, die auf verschiedene virtuelle
Quellen zurückgehen. Eine Überlagerung dieser Quellen, die aufgrund des linearen Superpositionsprinzips
möglich ist, ergibt dann das von dem Lautsprecher tatsächlich ausgesendete Wiedergabesignal.
[0017] Die Möglichkeiten der Wellenfeldsynthese können um so besser ausgeschöpft werden,
je größer die Lautsprecherarrays sind, d. h. um so mehr einzelne Lautsprecher bereitgestellt
werden. Damit steigt jedoch auch die Rechenleistung, die eine Wellenfeldsyntheseeinheit
vollbringen muss, da typischerweise auch Kanalinformationen berücksichtigt werden
müssen. Dies bedeutet im einzelnen, dass von jeder virtuellen Quelle zu jedem Lautsprecher
prinzipiell ein eigener Übertragungskanal vorhanden ist, und dass prinzipiell der
Fall vorhanden sein kann, dass jede virtuelle Quelle zu einem Synthesesignal für jeden
Lautsprecher führt, bzw. dass jeder Lautsprecher eine Anzahl von Synthesesignalen
erhält, die gleich der Anzahl von virtuellen Quellen ist.
[0018] Wenn insbesondere bei Kinoanwendungen die Möglichkeiten der Wellenfeldsynthese dahingehend
ausgeschöpft werden sollen, dass die virtuellen Quellen auch beweglich sein können,
so ist zu erkennen, dass aufgrund der Berechnung der Synthese-signale, der Berechnung
der Kanalinformationen und der Erzeugung der Wiedergabesignale durch Kombination der
Kanalinformationen und der Synthesesignale ganz erhebliche Rechenleistungen zu bewältigen
sind.
[0019] Darüber hinaus sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Qualität der Audiowiedergabe
mit der Anzahl der zur Verfügung gestellten Lautsprecher steigt. Dies bedeutet, dass
die Audiowiedergabequalität um so besser und realistischer wird, um so mehr Lautsprecher
in dem bzw. den Lautsprecherarrays vorhanden sind.
[0020] Im obigen Szenario könnten die fertig gerenderten und analog-digital-gewandelten
Wiedergabesignale für die einzelnen Lautsprecher beispielsweise über Zweidrahtleitungen
von der Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit zu den einzelnen Lautsprechern übertragen
werden. Dies hätte zwar den Vorteil, dass nahezu sichergestellt ist, dass alle Lautsprecher
synchron arbeiten, so dass hier zu Synchronisationszwecken keine weiteren Maßnahmen
erforderlich wären. Andererseits könnte die Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit immer
nur für einen speziellen Wiedergaberaum bzw. für eine Wiedergabe mit einer festgelegten
Anzahl von Lautsprechern hergestellt werden. Dies bedeutet, dass für jeden Wiedergaberaum
eine eigene Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit gefertigt werden müsste, die ein erhebliches
Maß an Rechenleistung zu vollbringen hat, da die Berechnung der Audiowiedergabesignale
insbesondere im Hinblick auf viele Lautsprecher bzw. viele virtuelle Quellen zumindest
teilweise parallel und in Echtzeit erfolgen muss.
[0021] Das Deutsche Patent
DE 10254404 B4 offenbart ein System, wie es in Fig. 7 dargestellt ist. Ein Teil ist das zentrale
Wellenfeldsynthesemodul 10. Der andere Teil setzt sich aus einzelnen Lautsprechermodulen
12a, 12b, 12c, 12d, 12e zusammen, die mit tatsächlichen physikalischen Lautsprechern
14a, 14b, 14c, 14d, 14e derart verbunden sind, wie es in Fig. 1 gezeigt ist. Es sei
darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Lautsprecher 14a-14e bei typischen Anwendungen
im Bereich über 50 und typischerweise sogar deutlich über 100 liegt. Wird jedem Lautsprecher
ein eigenes Lautsprechermodul zugeordnet, so wird auch die entsprechende Anzahl von
Lautsprecher-Modulen benötigt. Je nach Anwendung wird es jedoch bevorzugt, von einem
Lautsprecher-Modul aus eine kleine Gruppe von nebeneinander liegenden Lautsprechern
anzusprechen. In diesem Zusammenhang ist es beliebig, ob ein Lautsprecher-Modul, das
mit vier Lautsprechern beispielsweise verbunden ist, die vier Lautsprecher mit demselben
Wiedergabesignal speist, oder ob für die vier Lautsprecher entsprechende unterschiedliche
Synthesesignale berechnet werden, so dass ein solches Lautsprecher-Modul eigentlich
aus mehreren einzelnen Lautsprecher-Modulen besteht, die jedoch physikalisch in einer
Einheit zusammengefasst sind.
[0022] Zwischen dem Wellenfeldsynthesemodul 10 und jedem einzelnen Lautsprecher-Modul 12a-12e
befindet sich eine eigene Übertragungsstrecke 16a-16e, wobei jede Übertragungsstrecke
mit dem zentralen Wellenfeldsynthesemodul und einem eigenen Lautsprecher-Modul gekoppelt
ist.
[0023] Als Datenübertragungsmodus zum Übertragen von Daten von dem Wellenfeldsynthesemodul
zu einem Lautsprecher-Modul wird ein serielles Übertragungsformat bevorzugt, das eine
hohe Datenrate liefert, wie beispielsweise ein sogenanntes Firewire-Übertragungsformat
oder ein USB-Datenformat. Datenübertragungsraten von über 100 Megabit pro Sekunde
sind vorteilhaft.
[0024] Der Datenstrom, der von dem Wellenfeldsynthesemodul 10 zu einem Lautsprecher-Modul
übertragen wird, wird somit je nach gewähltem Datenformat in dem Wellenfeldsynthesemodul
entsprechend formatiert und mit einer Synchronisationsinformation versehen, die in
üblichen seriellen Datenformaten vorgesehen ist. Diese Synchronisationsinformation
wird von den einzelnen Lautsprecher-Modulen aus dem Datenstrom extrahiert und verwendet,
um die einzelnen Lautsprecher-Module im Hinblick auf ihre Wiedergabe, also letztendlich
auf die Analog-Digital-Wandlung zum Erhalten des analogen Lautsprechersignals und
die dafür vorgesehene Abtastung (resampling) zu synchronisieren. Das zentrale Wellenfeldsynthesemodul
arbeite als Master, und alle Lautsprecher-Module arbeiten als Clients, wobei die einzelnen
Datenströme über die verschiedenen Übertragungsstrecken 16a-16e alle dieselben Synchronisationsinformationen
von dem Zentralmodul 10 erhalten. Dies stellt sicher, dass alle Lautsprecher-Module
synchron, und zwar synchronisiert von dem Master 10, arbeiten, was für das Audiowiedergabesystem
wichtig ist, um keinen Verlust an Audioqualität zu erleiden, damit die vom Wellenfeldsynthesemodul
berechneten Synthesesignale nicht zeitversetzt von den einzelnen Lautsprechern nach
entsprechendem Audio-Rendering abgestrahlt werden.
[0025] Das beschriebene Konzept liefert zwar bereits eine deutliche Flexibilität im Hinblick
auf ein Wellenfeldsynthese-System, das für verschiedene Anwendungsmöglichkeiten skalierbar
ist. Es leidet jedoch nach wie vor an der Problematik, dass das zentrale Wellenfeldsynthese-Modul,
das das eigentliche Haupt-Rendering durchführt, das also abhängig von den Positionen
der virtuellen Quellen und abhängig von den Lautsprecherpositionen die einzelnen Synthese-Signale
für die Lautsprecher berechnet, einen "Flaschenhals" für das gesamte System darstellt.
Obgleich bei diesem System das "Nach-Rendering", also die Beaufschlagung der Synthese-signale
mit Kanalübertragungsfunktionen, etc. bereits dezentral ausgeführt wird und somit
bereits die notwendige Datenübertragungskapazität zwischen dem zentralen Renderer-Modul
und den einzelnen Lautsprecher-Modulen durch Selektion von Synthesesignalen mit einer
kleineren Energie als einer bestimmten Schwellenenergie reduziert worden ist, müssen
jedoch dennoch alle virtuellen Quellen gewissermaßen für alle Lautsprechermodule gerendert
werden, also in Synthesesignale umgerechnet werden, wobei die Ausselektion erst nach
dem Rendering stattfindet.
[0026] Dies bedeutet, dass das Rendering nach wie vor die Gesamtkapazität des Systems bestimmt.
Ist die zentrale Rendering-Einheit daher z. B. in der Lage, 32 virtuelle Quellen gleichzeitig
zu rendern, also für diese 32 virtuellen Quellen die Synthesesignale gleichzeitig
zu berechnen, so treten ernsthafte Kapazitätsengpässe auf, wenn mehr als 32 Quellen
zu einem Zeitpunkt in einer Audioszene aktiv sind. Für einfache Szenen ist dies ausreichend.
Für komplexere Szenen, insbesondere mit immersiven Klangeindrücken, also wenn es beispielsweise
regnet und viele Regentropfen einzelne Quellen darstellen, ist es ummittelbar einsichtig,
dass die Kapazität mit maximal 32 Quellen nicht mehr ausreicht. Eine entsprechende
Situation findet auch dann statt, wenn man ein großes Orchester hat und tatsächlich
jeden Orchesterspieler oder wenigstens jede Instrumentengruppe als eigene Quelle an
ihrer eigenen Position verarbeiten möchte. Hier können 32 virtuelle Quellen sehr schnell
zu wenig werden.
[0027] Eine Möglichkeit, mit diesem Problem fertig zu werden, besteht natürlich darin, die
Kapazität des Renderers auf mehr als 32 Quellen zu erhöhen. Es hat sich jedoch herausgestellt,
dass dies zu einer erheblichen Verteuerung des Gesamtsystems führen kann, da sehr
viel in diese zusätzliche Kapazität gesteckt werden muss, und diese zusätzliche Kapazität
dennoch innerhalb einer Audioszene normalerweise nicht dauernd, sondern nur zu bestimmten
"Spitzenzeiten" benötigt wird. Eine solche Erhöhung der Kapazität führt daher zu einem
höheren Preis, der jedoch einem Kunden nur schwer erklärbar ist, da der Kunde nur
sehr selten von der erhöhten Kapazität Gebrauch macht.
[0028] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein effizienteres Wellenfeldsynthese-Konzept
zu schaffen.
[0029] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Liefern von Daten nach Patentanspruch
1, ein Verfahren zum Liefern von Daten nach Patentanspruch 14 oder ein Computer-Programm
nach Patentanspruch 15 gelöst.
[0030] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein effizientes Datenverarbeitungskonzept
für die Wellenfeldsynthese dadurch erreicht wird, dass von dem zentralen Renderer-Ansatz
weggegangen wird und stattdessen mehrere Rendering-Einheiten eingesetzt werden, die
im Gegensatz zu einer zentralen Rendering-Einheit nunmehr nicht jeweils die volle
Verarbeitungslast tragen müssen, sondern intelligent angesteuert werden. In anderen
Worten ausgedrückt hat jedes Renderer-Modul in einem Multi-Renderer-System nur eine
begrenzte zugeordnete Anzahl von Lautsprechern, die versorgt werden müssen. Erfindungsgemäß
wird von einer zentralen Datenausgabeeinrichtung bereits vor dem Rendern bestimmt,
ob die Lautsprecher, die einem Renderer-Modul zugeordnet sind, für diese virtuelle
Quelle überhaupt aktiv sind. Erst wenn bestimmt wird, dass die Lautsprecher für einen
Renderer aktiv sind, wenn eine virtuelle Quelle aufbereitet wird, werden die Audiodaten
für die virtuelle Quelle samt gegebenenfalls nötiger Zusatzinformationen zu diesem
Renderer übertragen, während die Audiodaten zu einem anderen Renderer nicht übertragen
werden, dessen Lautsprecher zum Aufbreiten dieser virtuellen Quelle nicht aktiv sind.
[0031] So hat sich herausgestellt, dass es sehr wenig virtuelle Quellen gibt, bei denen
sämtliche Lautsprecher in einem einen Wiedergaberaum umspannenden Lautsprecherarraysystem
aktiv sind, um eine virtuelle Quelle abzuspielen. So sind typischerweise für eine
virtuelle Quelle, z. B. bei einem Vier-Array-System immer nur zwei benachbarte Lautsprecherarrays
oder sogar nur ein einziges Lautsprecherarray aktiv, um diese virtuelle Quelle im
Wiedergaberaum darzustellen.
[0032] Erfindungsgemäß wird dies bereits vor dem Rendering erkannt, und es werden nur Daten
zu den Renderern geschickt, die sie tatsächlich auch brauchen, also die ausgangsseitig
Lautsprecher haben, die die virtuelle Quelle darstellen sollen.
[0033] Damit wird die Menge der Datenübertragung im Vergleich zum Stand der Technik reduziert,
da nicht mehr Synthesesignale zu Lautsprechermodulen übertragen werden müssen, sondern
nur eine Datei für ein Audioobjekt, von der dann erst dezentral die Synthesesignale
für die einzelnen (vielen) Lautsprecher abgeleitet werden.
[0034] Andererseits kann ohne Probleme die Kapazität eines Systems dahingehend erhöht werden,
dass mehrere Renderer-Module intelligent eingesetzt werden, wobei sich herausgestellt
hat, dass die Bereitstellung von z. B. zwei 32-Quellen-Renderer-Modulen wesentlich
preisgünstiger und verzögerungsärmer implementiert werden kann, als wenn ein 64-Renderer-Modul
an zentraler Stelle entwickelt werden würde.
[0035] Des weiteren hat sich herausgestellt, dass sich die effektive Kapazität des Systems
durch Bereitstellung von z. B. zwei 32-Renderer-Modulen bereits um nahezu das Doppelte
steigern lässt, da im Mittel virtuelle Quellen z. B. in einem vier-seitigen Arraysystem
normalerweise nur die Hälfte der Lautsprecher beschäftigen, während die anderen Lautsprecher
in diesem Fall mit jeweils anderen virtuellen Quellen ausgelastet werden können.
[0036] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung kann die Renderer-Ansteuerung
adaptiv gemacht werden, um noch größere Übertragungsspitzen abfangen zu können. Hier
wird ein Renderer-Modul nicht automatisch angesteuert, wenn wenigstens ein diesem
Renderer-Modul zugeordneter Lautsprecher aktiv ist. Stattdessen wird eine Minimalschwelle
von aktiven Lautsprechern für einen Renderer vorgegeben, ab der ein Renderer erst
mit der Audiodatei einer virtuellen Quelle versorgt wird. Diese Minimalzahl hängt
von der Auslastung dieses Renderers ab. Stellt sich heraus, dass die Auslastung dieses
Renderers bereits an der kritischen Grenze ist oder sehr wahrscheinlich bald an der
kritischen Grenze sein wird, was anhand eines Look-Ahead-Konzepts zur Analyse in der
Szenenbeschreibung erreicht werden kann, wird die erfindungsgemäße Datenausgabeeinrichtung
den ohnehin bereits stark belasteten Renderer erst dann mit einer weiteren virtuellen
Quelle ansteuern, wenn für diese weitere virtuelle Quelle eine Anzahl von Lautsprechern
aktiv sein soll, die oberhalb der variablen Minimal-Schwelle ist. Diese Vorgehensweise
basiert darauf, dass zwar durch Weglassen des Rendering einer virtuellen Quelle durch
einen Renderer Fehler eingeführt werden, dass jedoch aufgrund der Tatsache, dass diese
virtuelle Quelle nur einige Lautsprecher des Renderers beschäftigt, dieser eingeführte
Fehler nicht so problematisch ist, und zwar im Vergleich zu einer Situation, bei der
dann, wenn der Renderer mit einer relativ unwichtigen Quelle ausgelastet ist, eine
später kommende wichtige Quelle komplett abgelehnt werden müsste.
[0037] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vor- richtung zum Liefern von Daten für
die Wellen- feldsynthese-Aufbereitung;
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Aus- führungsbeispiels mit vier Lautsprecherarrays
und vier Renderer-Modulen;
- Fig. 3a und 3b
- eine schematische Darstellung eines Wieder- gaberaums mit einem Bezugspunkt und verschiedenen
Quellenpositionen und aktiven bzw. nicht aktiven Lautsprecherarrays;
- Fig. 4
- ein schematisches Bild zur Ermittlung von aktiven Lautsprechern auf der Basis der
Hauptemissions- richtung der Lautsprecher;
- Fig. 5
- eine Einbettung des erfindungsgemäßen Konzepts in ein Wellenfeldsynthese-Gesamtsystem;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines bekannten Wellenfeldsynthese-Konzepts; und
- Fig. 7
- eine weitere Darstellung eines bekannten Wellen- feldsynthese-Konzepts.
[0038] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zum Liefern von Daten für die Wellenfeldsynthese-Aufbereitung
in einem Wellenfeldsynthesesystem mit einer Mehrzahl von Renderer-Modulen, die an
Ausgängen 20a, 20b, 20c anschließbar sind. Jedem Renderer-Modul ist wenigstens ein
Lautsprecher zugeordnet. Vorzugsweise werden jedoch Systeme mit typischerweise mehr
als 100 Lautsprechern insgesamt verwendet, sodass einem Renderer-Modul wenigstens
50 einzelne Lautsprecher zugeordnet sein dürften, die an unterschiedlichen Positionen
in einem Wiedergaberaum als Lautsprecherarray für das Renderer-Modul anbringbar sind.
[0039] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine Einrichtung zum Liefern einer
Mehrzahl von Audiodateien, die mit 22 in Fig. 1 bezeichnet ist. Vorzugsweise ist die
Einrichtung 22 als Datenbank zum Liefern der Audiodateien für virtuelle Quellen an
unterschiedlichen Quellenpositionen ausgebildet. Ferner umfasst die erfindungsgemäße
Vorrichtung eine Datenausgabeeinrichtung 24 zum selektiven Liefern der Audiodateien
zu den Renderern. Insbesondere ist die Datenausgabeeinrichtung 24 ausgebildet, um
die Audiodateien zu einem Renderer höchstens nur dann zu liefern, wenn dem Renderer
ein Lautsprecher zugeordnet ist, der für eine Wiedergabe einer virtuellen Position
aktiv sein soll, während die Datenausgabeeinrichtung ferner ausgebildet ist, um einem
anderen Renderer die Audiodaten nicht zu liefern, wenn alle dem Renderer zugeordnete
Lautsprecher zur Wiedergabe der Quelle nicht aktiv sein sollen. Wie später noch ausgeführt
werden wird, kann je nach Implementierung und insbesondere im Hinblick auf eine dynamische
Auslastungs-Begrenzung ein Renderer sogar dann eine Audiodatei nicht erhalten, wenn
er zwar einige wenige aktive Lautsprecher hat, die Anzahl der aktiven Lautsprecher
jedoch im Vergleich zur Gesamtanzahl der Lautsprecher für diesen Renderer unterhalb
einer Minimalschwelle liegt.
[0040] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner vorzugsweise einen Datenmanager 26,
der ausgebildet ist, um zu bestimmen, ob zur Wiedergabe einer virtuellen Quelle der
wenigstens eine Lautsprecher, der einem Renderer zugeordnet ist, aktiv sein soll oder
nicht. Abhängig davon steuert der Datenmanager 26 die Datenausgabeeinrichtung 24 an,
um die Audiodateien zu den einzelnen Renderern zu verteilen oder nicht. Bei einem
Ausführungsbeispiel wird der Datenmanager 26 gewissermaßen das Steuersignal für einen
Multiplexer in der Datenausgabeeinrichtung 24 liefern, sodass die Audiodatei an einen
oder mehrere Ausgänge, jedoch typischerweise nicht alle Ausgänge 20a-20c durchgeschaltet
wird.
[0041] Je nach Implementierung können der Datenmanager 26 bzw., wenn diese Funktionalität
in der Datenausgabeeinrichtung 24 integriert ist, die Datenausgabeeinrichtung 24 aktiv
sein, um auf der Basis der Lautsprecherpositionen oder, wenn die Lautsprecherpositionen
bereits aus einer Rendereridentifikation heraus eindeutig sind, auf der Basis einer
Rendereridentifikation aktive Renderer bzw. nicht-aktive Renderer herausfinden.
[0042] Die vorliegende Erfindung basiert somit auf einem objektorientierten Ansatz, dass
also die einzelnen virtuellen Quellen als Objekte aufgefasst werden, die sich durch
eine Audiodatei und eine virtuelle Position im Raum und möglicherweise durch die Art
und Weise der Quelle auszeichnen, also ob sie eine Punktquelle für Schallwellen oder
eine Quelle für ebene Wellen oder eine Quelle für anders geformte Quellen sein soll.
[0043] Wie es ausgeführt worden ist, ist die Berechnung der Wellenfelder sehr rechenzeitintensiv
und an die Kapazitäten der verwendeten Hardware, wie beispielsweise Soundkarten und
Rechner, im Zusammenspiel mit der Effizienz der Berechnungsalgorithmen gebunden. Auch
die beste ausgestattete PCbasierte Lösung stößt somit bei der Berechnung der Wellenfeldsynthese
schnell an ihre Grenzen, wenn viele anspruchsvolle Klangereignisse gleichzeitig dargestellt
werden sollen. So gibt die Kapazitätsgrenze der verwendeten Soft- und Hardware die
Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der virtuellen Quellen bei der Abmischung und
Wiedergabe vor.
[0044] Fig. 6 zeigt ein solches in seiner Kapazität begrenztes bekanntes Wellenfeldsynthese-Konzept,
das ein Authoring-Werkzeug 60, ein Steuer-Renderer-Modul 62 und einen Audioserver
64 umfasst, wobei das Steuer-Renderer-Modul ausgebildet ist, um ein Lautsprecherarray
66 mit Daten zu versorgen, damit das Lautsprecher-Array 66 eine gewünschte Wellenfront
68 durch Überlagerung der Einzelwellen der einzelnen Lautsprecher 70 erzeugt. Das
Authoring-Werkzeug 60 erlaubt es dem Nutzer, Szenen zu erstellen, zu editieren und
das Wellenfeldsynthese-basierte System zu steuern. Eine Szene besteht sowohl aus Informationen
zu den einzelnen virtuellen Audioquellen als auch aus den Audiodaten. Die Eigenschaften
der Audioquellen und der Referenzen auf die Audiodaten werden in einer XML-Szenendatei
gespeichert. Die Audiodaten selbst werden auf dem Audioserver 64 abgelegt und von
dort aus an das Renderer-Modul übertragen. Gleichzeitig erhält das Renderer-Modul
die Steuerdaten vom Authoring-Werkzeug, damit das Steuer-Renderer-Modul 62, das zentral
ausgeführt ist, die Synthesesignale für die einzelnen Lautsprecher erzeugen kann.
Das in Fig. 6 gezeigte Konzept ist in "Authoring System for Wave Field Synthesis",
F. Melchior, T. Röder, S. Brix, S. Wabnik und C. Riegel, AES Convention Paper, 115.
AES-Versammlung, 10. Oktober 2003, New York, beschrieben.
[0045] Wird dieses Wellenfeldsynthese-System mit mehreren Renderer-Modulen betrieben, so
wird dabei jeder Renderer mit denselben Audiodaten versorgt, egal, ob der Renderer
aufgrund der ihm zugeordneten begrenzten Zahl von Lautsprechern diese Daten für die
Wiedergabe benötigt oder nicht. Da jeder der aktuellen Rechner in der Lage ist, 32
Audioquellen zu berechnen, stellt dies die Grenze für das System dar. Andererseits
soll die Anzahl der im Gesamtsystem renderbaren Quellen effizient deutlich erhöht
werden. Dies ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für komplexe Anwendungen, wie
beispielsweise Kinofilme, Szenen mit immersiven Atmosphären, wie beispielsweise Regen
oder Applaus oder andere komplexe Audioszenen.
[0046] Erfindungsgemäß wird eine Reduktion redundanter Datenübertragungsvorgänge und Datenverarbeitungsvorgänge
in einem Wellenfeldsynthese-Mehr-Renderer-System erreicht, was zu einer Erhöhung der
Rechenkapazität bzw. der Anzahl von gleichzeitig berechenbaren Audioquellen erreicht.
[0047] Zur Reduktion der redundanten Übertragung und Verarbeitung von Audio- und Metadaten
zum einzelnen Renderer des Mehr-Renderer-Systems wird der Audioserver um die Datenausgabeeinrichtung
erweitert, welche in der Lage ist, zu ermitteln, welcher Renderer welche Audio- und
Metadaten benötigt. Die Datenausgabeeinrichtung, gegebenenfalls unterstützt durch
den Datenmanager benötigt bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel mehrere Informationen.
Diese Informationen sind zunächst die Audiodaten, dann Zeit- und Positionsdaten der
Quellen und schließlich die Konfiguration der Renderer, also Informationen über die
verbundenen Lautsprecher und ihre Positionen sowie deren Kapazität. Mit Hilfe von
Datenmanagementtechniken und der Definition von Ausgabebedingungen wird ein Ausgabe-Schedul
durch die Datenausgabeeinrichtung mit einer zeitlichen und räumlichen Anordnung der
Audioobjekte erzeugt. Aus der räumlichen Anordnung, dem zeitlichen Schedule und der
Rendererkonfiguration berechnet das Datenmanagementmodul dann, welche Quelle für welche
Renderer zu einem bestimmten Zeitpunkt von Relevanz sind.
[0048] Ein bevorzugtes Gesamtkonzept ist in Fig. 5 dargestellt. Die Datenbank 22 ist ausgangsseitig
um die Datenausgabeeinrichtung 24 ergänzt, wobei die Datenausgabeeinrichtung auch
als Scheduler bezeichnet wird. Dieser Scheduler erzeugt dann an seinen Ausgängen 20a,
20b, 20c für die verschiedenen Renderer 50 die Renderer-Eingangssignale, damit die
entsprechenden Lautsprecher der Lautsprecherarrays versorgt werden.
[0049] Vorzugsweise wird der Scheduler 24 noch durch einen Storage-Manager 52 unterstützt,
um mittels eines RAID-Systems und entsprechender Datenorganisationsvorgaben die Datenbank
22 zu konfigurieren.
[0050] Auf der Eingangsseite steht ein Daten-Erzeuger 54, welcher beispielsweise ein Tonmeister
oder ein Audioingenieur sein kann, der eine Audioszene objektorientiert modellieren
bzw. beschreiben soll. Hierbei gibt er eine Szenenbeschreibung vor, die entsprechende
Ausgabebedingungen 56 umfasst, die dann gegebenenfalls nach einer Transformation 58
zusammen mit Audiodaten in der Datenbank 22 gespeichert werden. Die Audiodaten können
mittels eines Insert/Update-Werkzeugs 59 manipuliert und aktualisiert werden.
[0051] Nachfolgend wird Bezug nehmend auf die Fig. 2 bis 4 auf bevorzugte Ausführungsformen
der Datenausgabeeinrichtung 24 bzw. des Datenmanagers 26 eingegangen, um die erfindungsgemäße
Selektion durchzuführen, dass also verschiedene Renderer nur die Audiodateien erhalten,
die dann am Ende tatsächlich von den Lautsprecherarrays, welche den Renderern zugeordnet
sind, ausgegeben werden. Fig. 2 zeigt hierzu einen beispielhaften Wiedergaberaum 50
mit einem Bezugspunkt 52, der bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung in der Mitte des Wiedergaberaums 50 liegt. Selbstverständlich kann der Bezugspunkt
jedoch auch an jeder anderen beliebigen Stelle des Wiedergaberaums angeordnet werden,
also z. B. im vorderen Drittel oder im hinteren Drittel. Hierbei kann beispielsweise
darauf Rücksicht genommen werden, dass Zuschauer im vorderen Drittel des Wiedergaberaums
einen höheren Eintrittspreis entrichtet haben, als Zuschauer im hinteren Drittel des
Wiedergaberaums. In diesem Fall ist es sinnvoll, den Bezugspunkt im vorderen Drittel
zu legen, da der Audioeindruck am Bezugspunkt am qualitativ hochwertigsten sein wird.
Bei dem in Fig. 2 gezeigten bevorzugten Ausführungsbeispiel sind um den Wiedergaberaum
50 herum vier Lautsprecherarrays LSA1 (53a), LSA2 (53b), LSA3 (53c) und LSA4 (53d)
angeordnet. Jedes Lautsprecherarray ist mit einem eigenen Renderer R1 54a, R2 54b,
R3 54c und R4 54d gekoppelt. Jeder Renderer ist mit seinem Lautsprecherarray über
eine Renderer-Lautsprecherarray-Verbindungsleitung 55a, 55b, 55c bzw. 55d verbunden.
[0052] Ferner ist jeder Renderer mit einem Ausgang 20a, 20b, 20c bzw. 20d der Datenausgabeeinrichtung
24 verbunden. Die Datenausgabeeinrichtung empfängt eingangsseitig, also über ihren
Eingang IN, die entsprechenden Audiodateien sowie Steuersignale von einem vorzugsweise
vorgesehenen Datenmanager 26 (Fig. 1), welche angeben, ob ein Renderer eine Audiodatei
erhalten soll oder nicht, also ob für einen Renderer zugeordnete Lautsprecher aktiv
sein sollen oder nicht. Im Einzelnen sind die Lautsprecher des Lautsprecherarrays
53a beispielsweise dem Renderer 54a zugeordnet, jedoch nicht dem Renderer 54d. Der
Renderer 54d hat als zugeordnete Lautsprecher die Lautsprecher des Lautsprecherarrays
53d, wie es auf Fig. 2 ersichtlich ist.
[0053] Es sei darauf hingewiesen, dass die einzelnen Renderer über die Renderer/Lautsprecher-Verbindungsleitungen
55a, 55b, 55c und 55d Synthesesignale für die einzelnen Lautsprecher übermitteln.
Da es sich hier um große Datenmengen handelt, wenn eine große Anzahl von Lautsprechern
in einem Lautsprecherarray vorhanden ist, wird es bevorzugt, die Renderer und die
Lautsprecher in enger räumlicher Nähe anzuordnen.
[0054] Dagegen ist diese Voraussetzung für die Anordnung der Datenausgabeeinrichtung 24
und der Renderer 54a, 54b, 54c, 54d zueinander nicht kritisch, da über die Ausgänge
20a, 20b, 20c, 20d und die diesen Ausgängen zugeordneten Datenausgabeeinrichtung/Renderer-Leitungen
der Datenverkehr begrenzt ist. Im Einzelnen werden hier lediglich Audiodateien und
Informationen über die virtuellen Quellen, die den Audiodateien zugeordnet sind, übertragen.
Die Informationen über die virtuellen Quellen umfassen wenigstens die Quellenposition
und zeitliche Angaben über die Quelle, also wann die Quelle beginnt, wie lange sie
dauert und/oder wann sie wieder zu Ende ist. Vorzugsweise werden ferner weitere Informationen
übertragen, die sich auf die Art der virtuellen Quelle beziehen, also ob die virtuelle
Quelle eine Punktquelle sein soll oder eine Quelle für ebene Wellen oder eine Quelle
für andersartig "geformte" Schallwellen.
[0055] Je nach Implementierung können den Renderern auch Informationen über eine Akustik
des Wiedergaberaums 50 sowohl Informationen über tatsächliche Eigenschaften der Lautsprecher
in den Lautsprecherarrays etc. zugeführt werden. Diese Informationen müssen nicht
unbedingt über die Leitungen 20a-20d übertragen werden, sondern können auch auf andere
Art und Weise den Renderern R1-R4 zugeführt werden, damit diese auf den Wiedergaberaum
zugeschnittene Synthesesignale berechnen können, die dann den einzelnen Lautsprechern
zugeführt werden. Ferner sei darauf hingewiesen, dass die Synthesesignale, die von
den Renderern für die einzelnen Lautsprecher berechnet werden, bereits überlagerte
Synthesesignale sind, wenn mehrere virtuelle Quellen gleichzeitig von einem Renderer
aufbereitet worden sind, da jede virtuelle Quelle zu einem Synthesesignal für einen
Lautsprecher eines Arrays führen wird, wobei das endgültige Lautsprechersignal dann
nach der Überlagerung der Synthesesignale der einzelnen virtuellen Quellen durch Addition
der einzelnen Synthesesignale gewonnen wird.
[0056] Das in Fig. 2 gezeigte bevorzugte Ausführungsbeispiel umfasst ferner eine Auslastungsermittlungseinrichtung
56, um abhängig von einer aktuellen tatsächlichen Renderer-Auslastung oder einer geschätzten
bzw. vorhergesagten zukünftigen Renderer-Auslastung die Ansteuerung eines Renderers
mit einer Audiodatei nachzubearbeiten.
[0057] So ist natürlich die Kapazität jedes Renderers 54a, 54b, 54c und 54d begrenzt. Ist
jeder dieser Renderer beispielsweise in der Lage, maximal 32 Audioquellen zu verarbeiten,
und stellt die Auslastungsermittlungseinrichtung 56 fest, dass z. B. der Renderer
R1 bereits z. B. 30 Quellen rendert, so existiert ein Problem dahingehend, dass dann,
wenn noch zwei weitere virtuelle Quellen zusätzlich zu den anderen 30 Quellen gerendert
werden sollen, die Kapazitätsgrenze des Renderers 54a erreicht ist.
[0058] So lautet die Grundvorschrift eigentlich dahingehend, dass der Renderer 54a dann
immer eine Audiodatei erhält, wenn festgestellt worden ist, dass wenigstens ein Lautsprecher
zum Wiedergeben einer virtuellen Quelle aktiv sein soll. So könnte jedoch der Fall
auftreten, dass bestimmt wird, dass lediglich ein kleiner Anteil der Lautsprecher
in dem Lautsprecherarray 53a für eine virtuelle Quelle aktiv ist, wie beispielsweise
nur 10% aller zu dem Lautsprecherarray gehörigen Lautsprecher. In diesem Fall würde
die Auslastungsermittlungseinrichtung 56 entscheiden, dass dieser Renderer nicht mit
der für diese virtuelle Quelle bestimmten Audiodatei versorgt wird. Damit wird zwar
ein Fehler eingeführt. Allerdings ist der Fehler aufgrund der geringen Anzahl der
Lautsprecher des Arrays 53a nicht besonders gravierend, da davon ausgegangen wird,
dass diese virtuelle Quelle von benachbarten Arrays zusätzlich gerendert wird, und
zwar wahrscheinlich mit einer für diese Arrays wesentlich größeren Anzahl von Lautsprechern.
Die Unterdrückung der Aufbereitung bzw. Abstrahlung dieser virtuellen Quelle durch
das Lautsprecherarray 53a wird somit zu einer Positionsverschiebung führen, die jedoch
aufgrund der geringen Anzahl der Lautsprecher nicht so stark ins Gewicht fällt und
auf jeden Fall wesentlich weniger bedeutsam ist, als wenn der Renderer 54a aufgrund
einer Überlastung komplett gesperrt werden müsste, obgleich er eine Quelle rendern
würde, die z. B. sämtliche Lautsprecher des Lautsprecherarrays 53a beschäftigt.
[0059] Nachfolgend wird Bezug nehmend auf Fig. 3a eine bevorzugte Ausführungsform des Datenmanagers
26 von Fig. 1 dargestellt, der ausgebildet ist, um zu bestimmen, ob einem Array zugeordnete
Lautsprecher abhängig von einer bestimmten virtuellen Position aktiv sein sollen oder
nicht. Vorzugsweise arbeitet der Datenmanager ohne eine komplette Aufbereitung, sondern
bestimmt die aktiven/nicht-aktiven Lautsprecher und damit die aktiven bzw. nicht-aktiven
Renderer ohne Berechnung von Synthesesignalen sondern allein aufgrund der Quellenpositionen
der virtuellen Quellen und der Position der Lautsprecher bzw., da die Position der
Lautsprecher bei einer arraymäßigen Gestaltung bereits durch die Renderer-Identifikation
festgelegt sind, aufgrund der Renderer-Identifikation.
[0060] So sind in Fig. 3a verschiedene Quellenpositionen Q1-Q9 eingezeichnet, während in
Fig. 3b tabellarisch angegeben wird, welcher Renderer A1-A4 für eine bestimmte Quellenposition
Q1-Q9 aktiv ist (A) oder nicht-aktiv ist (NA) oder z. B. abhängig von der aktuellen
Auslastung aktiv oder nicht-aktiv ist.
[0061] Wenn beispielsweise die Quellenposition Q1 betrachtet wird, so ist zu sehen dass
diese Quellenposition bezüglich des Beobachtungspunkts BP hinter dem vorderen Lautsprecherarray
53a ist. Der Hörer am Beobachtungspunkt möchte die Quelle an der Quellenposition Q1
also derart erleben, dass der Schall gewissermaßen "von vorne" kommt. Daher müssen
die Lautsprecherarrays A2, A3 und A4 aufgrund der virtuellen Quelle an der Quellenposition
Q1 keine Schallsignale emittieren, sodass sie nicht-aktiv (NA) sind, wie es in der
entsprechenden Spalte in Fig. 3b eingezeichnet ist. Entsprechend ist die Situation,
jedoch für die anderen Arrays, für die Quellen Q2, Q3 und Q4.
[0062] Die Quelle Q5 ist jedoch bezüglich des Beobachtungspunkts sowohl in x-Richtung und
y-Richtung versetzt. Aus diesem Grund werden zur ortsgenauen Wiedergabe der Quelle
an der Quellenposition Q5 sowohl das Array 53a als auch das Array 53b benötigt, nicht
jedoch die Arrays 53c und 53d.
[0063] Entsprechend ist die Situation für die Quelle Q6, die Quel-1e Q8 und, wenn keine
Auslastungsprobleme existieren, die Quelle Q9. Hierbei ist es unerheblich, ob, wie
es beispielsweise durch einen Vergleich der Quellen Q6 und Q5 ersichtlich ist, eine
Quelle hinter einem Array ist (Q6) oder vor dem Array ist (Q5).
[0064] Fällt eine Quellenposition mit dem Bezugspunkt zusammen, wie es beispielsweise für
die Quelle Q7 gezeichnet worden ist, so wird es bevorzugt, dass sämtliche Lautsprecherarrays
aktiv sind. Für eine solche Quelle wird daher erfindungsgemäß im Vergleich zum Stand
der Technik, bei dem alle Renderer mit allen Audiodateien angesteuert worden sind,
kein Vorteil erhalten. Es stellt sich jedoch heraus, dass für alle anderen Quellenpositionen
ein erheblicher Vorteil erreicht wird. So werden für die Quellen Q1, Q2, Q3 Rechenkapazitäts-
und Datenübertragungseinsparungen von 75% erreicht, während für die innerhalb eines
Quadranten angeordneten Quellen, wie beispielsweise Q5, Q6 und Q8 noch Einsparungen
von 50% erhalten werden.
[0065] Aus Fig. 3a ist ferner zu sehen, dass die Quelle Q9 nur knapp von der direkten Verbindungslinie
zwischen dem Bezugspunkt und dem ersten Array 53a angeordnet ist. Würde die Quelle
Q9 nur durch das Array 53a wiedergegeben werden, so würde der Beobachter am Bezugspunkt
die Quelle Q9 auf der Verbindungslinie erleben und nicht knapp versetzt. Diese nur
"knappe Versetzung" führt dazu, dass im Lautsprecherarray 53b nur wenige Lautsprecher
aktiv sein sollen, oder die Lautsprecher nur Signale mit einer sehr geringen Energie
emittieren. Um den Renderer, der dem Array A2 zugeordnet ist, wenn er bereits stark
ausgelastet ist, zu schonen bzw. dort noch Kapazitäten bereitzuhalten, falls eine
Quelle kommt, wie beispielsweise die Quelle Q2 oder Q6, die auf jeden Fall vom Array
A2 aufbereitet werden muss, wird es daher bevorzugt, wie es in der letzten Spalte
von Fig. 3b dargestellt ist, das Array A2 nicht-aktiv zu schalten.
[0066] Erfindungsgemäß wird der Datenmanager 26 bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
somit ausgebildet sein, um einen Lautsprecher in einem Array als aktiv zu bestimmen,
wenn die Quellenposition zwischen dem Bezugspunkt und dem Lautsprecher ist oder der
Lautsprecher zwischen der Quellenposition und dem Bezugspunkt ist. Die erste Situation
ist für die Quelle Q5 dargestellt, während die zweite Situation für die Quelle Q1
beispielsweise dargestellt ist.
[0067] Fig. 4 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform zur Bestimmung von aktiven bzw.
nicht-aktiven Lautsprechern. Betrachtet werden zwei Quellenpositionen 70 und 71, wobei
die Quellenposition 70 die erste Quellenposition ist und die Quellenposition 71 die
zweite Quellenposition (Q2) ist. Ferner wird ein Lautsprecherarray A1 betrachtet,
das Lautsprecher hat, die eine Hauptemissionsrichtung (HER) haben, welche bei dem
in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel senkrecht von einer länglichen Erstreckung
des Arrays weg gerichtet ist, wie es durch Emissionsrichtungspfeile 72 angedeutet
ist.
[0068] Um zu bestimmen, ob das Lautsprecherarray für Quellenpositionen aktiv sein soll oder
nicht, wird nunmehr eine Strecke von der Quellenposition Q1 zum Bezugspunkt, die mit
73 bezeichnet ist, einer orthogonalen Zerlegung unterzogen, um eine zur Hauptemissionsrichtung
72 parallele Komponente 74a und eine zur Hauptemissionsrichtung orthogonale Komponente
74b der Strecke 73 zu finden. Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass für die Quellenposition
Q1 eine solche zur Hauptemissionsrichtung parallele Komponente 74a existiert, während
eine entsprechende in y-Richtung gerichtete Komponente der Quellenposition Q2, die
mit 75a bezeichnet ist, nicht zur Hauptemissionsrichtung parallel sondern entgegengesetzt
gerichtet ist. Das Array A1 wird somit für eine virtuelle Quelle an der Quellenposition
1 aktiv sein, während für eine Quelle an der Quellenposition Q2 das Array A1 nicht
aktiv zu sein braucht und daher auch nicht mit einer Audiodatei versorgt werden muss.
[0069] Aus den beiden Ausführungsbeispielen in Fig. 3a und Fig. 4 ist ersichtlich, dass
die einzigen Parameter, die variabel sind, die Quellenpositionen sind, während typischerweise
der Bezugspunkt und die Hauptemissionsrichtung der Array-Lautsprecher bzw. die Positionierung
der Arrays und damit die Positionierung der Lautsprecher in den Arrays fest sein werden.
Es wird daher bevorzugt, nicht für jede Quellenposition eine komplette Berechnung
gemäß Fig. 3 oder Fig. 4 durchzuführen. Stattdessen wird erfindungsgemäß eine Tabelle
bereitgestellt, die eingangsseitig eine Quellenposition in einem auf den Bezugspunkt
bezogenen Koordinatensystem bekommt und ausgangsseitig für jedes Lautsprecherarray
eine Anzeige liefert, ob dieses Lautsprecherarray für die aktuelle Quellenposition
aktiv sein soll oder nicht. Damit kann durch einen einfachen und schnellen Tabellennachschlag
eine sehr effiziente und aufwandsarme Implementierung des Datenmanagers 26 bzw. der
Datenausgabeeinrichtung 24 erreicht werden.
[0070] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass selbstverständlich auch andere Arraykonfigurationen
vorhanden sein können. So wird das erfindungsgemäße Konzept bereits dann zu einer
wesentlichen Verbesserung führen, wenn in einem Wiedergaberaum z. B. nur zwei Lautsprecherarrays
vorhanden sind, wie beispielsweise die beiden Lautsprecherarrays 53b und 53d von Fig.
2. Das erfindungsgemäße Konzept ist ferner auch für anders geformte Arrays anwendbar,
wie beispielsweise für sechseckig angeordnete Arrays, oder für Arrays, die nicht linear
oder flächig sind, sondern die z. b. gekrümmt sind.
[0071] Ferner sei darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemäße Konzept auch dann einsetzbar
ist, wenn in einem Wiedergaberaum nur ein einziges lineares z. B. Frontarray existiert,
wenn dieses Frontarray jedoch von verschiedenen Renderern angesteuert wird, wobei
ein Renderer immer einen bestimmten Abschnitt des Arrays bedient. Auch in diesem Fall
wird eine Situation eintreten, bei der beispielsweise eine Quelle mit einer virtuellen
Position ganz links bezüglich des breiten Frontarrays es nicht erforderlich macht,
dass die Lautsprecher ganz rechts des Frontarrays spielen.
[0072] Abhängig von den Gegebenheiten kann das erfindungsgemäße Verfahren in Hardware oder
in Software implementiert werden. Die Implementierung kann auf einem digitalen Speichermedium,
insbesondere einer Diskette oder CD, mit elektronisch auslesbaren Steuersignalen erfolgen,
die so mit einem programmierbaren Computersystem zusammenwirken können, dass das Verfahren
ausgeführt wird. Allgemein besteht die Erfindung somit auch in einem Computer-Programm-Produkt
mit einem auf einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode zur Durchführung
des Verfahrens, wenn das Computer-Programm-Produkt auf einem Rechner abläuft. In anderen
Worten ausgedrückt kann die Erfindung somit als ein Computer-Programm mit einem Programmcode
zur Durchführung des Verfahrens realisiert werden, wenn das Computer-Programm auf
einem Computer abläuft.
1. Vorrichtung zum Liefern von Daten für die Wellenfeldsynthese-Aufbereitung in einem
Wellenfeldsynthese-System mit einer Mehrzahl von Renderer-Modulen (53a-53d), wobei
jedem Renderer-Modul wenigstens ein Lautsprecher (70) zugeordnet ist, und wobei die
den Renderern zugewiesenen Lautsprecher an unterschiedlichen Positionen in einem Wiedergaberaum
(50) anbringbar sind, mit folgenden Merkmalen:
einer Einrichtung (22) zum Liefern einer Mehrzahl von Audiodateien, wobei einer Audiodatei
eine virtuelle Quelle an einer Quellenposition (Q1) zugeordnet ist;
gekennzeichnet durch
eine Datenausgabeeinrichtung (24) zum Liefern der Audiodatei zu einem Renderer, dem
ein Lautsprecher zugeordnet ist, der zur Wiedergabe der virtuellen Quelle aktiv sein
soll, wobei die Datenausgabeeinrichtung (24) ferner ausgebildet ist, um einem anderen
Renderer-Modul die Audiodatei nicht zu liefern, wenn dem anderen Renderer zugeordnete
Lautsprecher zur Wiedergabe der Quelle nicht aktiv sein sollen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, die ferner folgendes Merkmal aufweist:
einen Datenmanager (26) zum Bestimmen, ob zur Wiedergabe der virtuellen Quelle der
wenigstens eine Lautsprecher, der einem Renderer-Modul zugeordnet ist, aktiv sein
soll oder nicht, wobei der Datenmanager (26) ausgebildet ist, um die Bestimmung basierend
auf der Quellenposition (Q1) und einer Lautsprecher-Position oder einer Renderer-Identifikation
durchzuführen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der der Wiedergaberaum (50) einen Bezugspunkt (52)
aufweist, wobei der Datenmanager (26) ausgebildet ist,
um einen Lautsprecher als aktiv zu bestimmen, wenn die Quellenposition (Q5) zwischen
dem Bezugspunkt (52) und dem Lautsprecher (53a) ist, oder wenn der Lautsprecher (53a)
zwischen der Quellenposition (Q1) und dem Bezugspunkt (52) ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der der Datenmanager (26) ausgebildet ist, um einen
Lautsprecher als aktiv zu bestimmen, wenn ein Winkel zwischen einer ersten Linie (73)
von der Quellenposition (Q1) zu dem Bezugspunkt (52) und einer zweiten Linie von dem
Lautsprecher zu dem Bezugspunkt (52) zwischen 0° und 90° liegt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der der Datenmanager (26) ausgebildet
ist, um einen Lautsprecher als nicht-aktiv zu bestimmen, wenn eine Verbindungslinie
von der Quellenposition zu dem Bezugspunkt keine Richtungskomponente hat, die zu einer
Hauptschallemissionsrichtung (72) des Lautsprechers parallel ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der einem Renderer-Modul
(53a-53d) mehrere Lautsprecher zugeordnet sind, und bei der die Datenausgabeeinrichtung
(24) ausgebildet ist, um den Renderer nur dann mit der Audiodatei zu beliefern, wenn
mehr als 10% der Lautsprecher, die dem Renderer-Modul zugeordnet sind, als aktiv bestimmt
worden sind, oder wenn die Lautsprecher, die dem Renderer-Modul zugeordnet sind, für
eine virtuelle Quelle ein Synthesesignal liefern würden, das eine Amplitude hat, die
höher als eine Minimalschwelle ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-5, bei der einem Renderer-Modul mehrere Lautsprecher
zugeordnet sind, und bei dem dem Renderer-Modul nur dann die Audiodatei geliefert
wird, wenn wenigsten ein Lautsprecher, der dem Renderer zugeordnet ist, als aktiv
bestimmt worden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-5, bei der jedes Renderer-Modul eine bestimmte
maximale Verarbeitungskapazität hat, und bei der die Datenausgabeeinrichtung (24)
ausgebildet ist, um einem Renderer-Modul eine Audiodatei erst dann zu liefern, wenn
ein Minimalanteil der Lautsprecher, die dem Renderer-Modul zugeordnet sind, als aktiv
bestimmt worden ist, wobei der Minimalanteil variabel ist und von einer Auslastung
des Renderer-Moduls, die durch eine Auslastungsermittlungseinrichtung (56) bestimmbar
ist, abhängt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, bei der die Datenausgabeeinrichtung (24) ausgebildet
ist, um einen Minimalanteil zu erhöhen, wenn die durch die Auslastungsermittlungseinrichtung
(56) bestimmte Auslastung zunimmt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, bei der die Auslastungsermittlungseinrichtung
(56) ausgebildet ist, um eine aktuelle oder eine geschätzte zukünftige Auslastung
zu ermitteln.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Datenausgabeeinrichtung
(24) eine Nachschlagtabelle aufweist, die ausgebildet ist, um als Eingangsgröße eine
Quellenposition zu erhalten, und die ausgebildet ist, um als Ausgangsgröße für die
Renderer-Module eine Information zu liefern, ob ein Renderer-Modul für die eingangsseitig
eingegebene Quellenposition aktiv sein soll oder nicht.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Datenausgabeeinrichtung
(24) ausgebildet ist, um einem Renderer-Modul, dem ein aktiver Lautsprecher zugeordnet
ist, die Audiodatei für eine virtuelle Quelle, eine Quellenposition für die virtuelle
Quelle und Informationen über Beginn, Ende und/oder Dauer der virtuellen Quelle in
einer Audioszene zu liefern.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Datenausgabeeinrichtung
(24) ausgebildet ist, um einem Renderer-Modul ferner Informationen über eine Art der
virtuellen Quelle, d. h. ob die virtuelle Quelle eine Punktquelle, eine Quelle für
ebene Wellen oder eine Quelle für Wellen einer anderen Form ist, zu liefern.
14. Verfahren zum Liefern von Daten für die Wellenfeldsynthese-Aufbereitung in einem Wellenfeldsynthese-System
mit einer Mehrzahl von Renderer-Modulen (53a-53d), wobei jedem Renderer-Modul wenigstens
ein Lautsprecher (70) zugeordnet ist, und wobei die den Renderern zugewiesenen Lautsprecher
an unterschiedlichen Positionen in einem Wiedergaberaum (50) anbringbar sind, mit
folgenden Schritten:
Liefern (22) einer Mehrzahl von Audiodateien, wobei einer Audiodatei eine virtuelle
Quelle an einer Quellenposition (Q1) zugeordnet ist;
gekennzeichnet durch
Liefern (24) der Audiodatei zu einem Renderer, dem ein Lautsprecher zugeordnet ist,
der zur Wiedergabe der virtuellen Quelle aktiv sein soll, wobei einem anderen Renderer-Modul
die Audiodatei nicht geliefert wird, wenn dem anderen Renderer zugeordnete Lautsprecher
zur Wiedergabe der Quelle nicht aktiv sein sollen.
15. Computer-Programm mit einem Programmcode zum Ausführen des Verfahrens gemäß Patentanspruch
14, wenn das Computer-Programm auf einem Rechner abläuft.
1. Apparatus for providing data for the wave field synthesis rendering in a wave field
synthesis system with a plurality of renderer modules (53a-53d), wherein at least
one loudspeaker (70) is associated with each renderer module, and wherein the loudspeakers
associated with the renderers are attachable at different positions in a reproduction
room (50), comprising:
a means (22) for providing a plurality of audio files, wherein a virtual source at
a source position (Q1) is associated with an audio file;
characterized by
a data output means (24) for providing the audio file to a renderer with which a loudspeaker
is associated that is to be active for the reproduction of the virtual source, wherein
the data output means (24) is further formed to not provide the audio file to another
renderer module if loudspeakers associated with the other renderer are not to be active
for the reproduction of the source.
2. Apparatus according to claim 1, further comprising:
a data manager (26) for determining whether the at least one loudspeaker associated
with a renderer module is to be active for the reproduction of the virtual source
or not, wherein the data manager (26) is formed to perform the determination based
on the source position (Q1) and a loudspeaker position or a renderer identification.
3. Apparatus according to claim 2, wherein the reproduction room (50) comprises a reference
point (52), wherein the data manager (26) is formed to
determine a loudspeaker to be active if the source position (Q5) is between the reference
point (52) and the loudspeaker (53a), or if the loudspeaker (53a) is between the source
position (Q1) and the reference point (52).
4. Apparatus according to claim 2, wherein the data manager (26) is formed to determine
a loudspeaker to be active if an angle between a first line (73) from the source position
(Q1) to the reference point (52) and a second line from the loudspeaker to the reference
point (52) lies between 0° and 90°.
5. Apparatus according to one of claims 2 to 4, wherein the data manager (26) is formed
to determine a loudspeaker to be non-active if a connection line from the source position
to the reference point does not have any directional components parallel to a main
sound emission direction (72) of the loudspeaker.
6. Apparatus according to one of the preceding claims, wherein several loudspeakers are
associated with a renderer module (53a-53d), and wherein the data output means (24)
is formed to supply the renderer with the audio file only if more than 10 % of the
loudspeakers associated with the renderer module have been determined to be active,
or if the loudspeakers associated with the renderer module would provide, for a virtual
source, a synthesis signal with an amplitude higher than a minimum threshold.
7. Apparatus according to one of claim 1 to 5, wherein several loudspeakers are associated
with a renderer module, and wherein the renderer module is supplied with an audio
file only if at least one loudspeaker associated with the renderer has been determined
to be active.
8. Apparatus according to one of claim 1 to 5, wherein each renderer module comprises
a certain maximum processing capacity, and wherein the data output means (24) is formed
to provide an audio file to a renderer only when a minimum proportion of the loudspeakers
associated with the renderer module has been determined to be active, wherein the
minimum proportion is variable and depends on a utilization of the renderer module,
which can be determined by a utilization determination means (56).
9. Apparatus according to claim 8, wherein the data output means (24) is formed to increase
a minimum proportion if the utilization determined by the utilization determination
means (56) increases.
10. Apparatus according to claim 8 or 9, wherein the utilization determination means (56)
is formed to determine a current or estimated future utilization.
11. Apparatus according to one of the preceding claims, wherein the data output means
(24) comprises a lookup table, which is formed to obtain a source position as input
quantity, and which is formed to provide, as output quantity for the renderer modules,
information as to whether a renderer module for the source position input on the input
side is to be active or not.
12. Apparatus according to one of the preceding claims, wherein the data output means
(24) is formed to provide the audio file for a virtual source, a source position for
the virtual source, and information on beginning, end and/or duration of the virtual
source in an audio scene to a renderer module with which an active loudspeaker is
associated.
13. Apparatus according to one of the preceding claims, wherein the data output means
(24) is formed to further provide information on a type of the virtual source, i.e.
whether the virtual source is a point source, a source for plane waves or a source
for waves of another shape, to a renderer module.
14. Method for providing data for the wave field synthesis rendering in a wave field synthesis
system with a plurality of renderer modules (53a-53d), wherein at least one loudspeaker
(70) is associated with each renderer module, and wherein the loudspeakers associated
with the renderers are attachable at different positions in a reproduction room (50),
comprising:
providing (22) a plurality of audio files, wherein a virtual source at a source position
(Q1) is associated with an audio file;
characterized by
providing (24) the audio file to a renderer with which a loudspeaker is associated
that is to be active for the reproduction of the virtual source, wherein the audio
file is not provided to another renderer module if loudspeakers associated with the
other renderer are not to be active for the reproduction of the source.
15. Computer program with a program code for executing the method according to claim 14,
when the program is executed on a computer.
1. Dispositif pour fournir des données pour la préparation de synthèse de champ d'onde
dans un système de synthèse de champ d'onde avec une pluralité de modules de rendu
(53a à 53d), à chaque module de rendu étant associé un haut-parleur (70) et les haut-parleurs
attribués aux modules de rendu pouvant être placés à des positions différentes dans
une salle de reproduction (50), aux caractéristiques suivantes:
un moyen (22) pour fournir une pluralité de fichiers audio, à chaque fichier audio
étant associée une source virtuelle en une position de la source (Q1),
caractérisé par un moyen de sortie de données (24) pour fournir le fichier audio à un dispositif
de rendu auquel est associé un haut-parleur qui doit être actif pour la reproduction
de la source virtuelle, le moyen de sortie de données (24) étant par ailleurs réalisé
pour ne pas fournir le fichier audio à un autre module de rendu lorsque les haut-parleurs
associés à l'autre dispositif de rendu ne doivent pas être actifs pour la reproduction
de la source.
2. Dispositif selon la revendication 1, présentant par ailleurs la caractéristique suivante:
un gestionnaire de données (26) pour déterminer si l'au moins un haut-parleur associé
à un module de rendu doit être actif ou non pour la reproduction de la source virtuelle,
le gestionnaire de données (26) étant réalisé pour effectuer la détermination sur
base de la position de source (Q1) et d'une position de haut-parleur ou d'une identification
de dispositif de rendu.
3. Dispositif selon la revendication 2, dans lequel la salle de reproduction (50) présente
un point de référence (52), le gestionnaire de données (26) étant réalisé
pour déterminer qu'un haut-parleur est actif lorsque la position de source (Q5) se
trouve entre le point de référence (52) et haut-parleur (53a) ou lorsque le haut-parleur
(53a) se trouve entre la position de source (Q1) et le point de référence (52).
4. Dispositif selon la revendication 2, dans lequel le gestionnaire de données (26) est
réalisé pour déterminer qu'un haut-parleur est actif lorsqu'un angle entre une première
ligne (73) de la position de source (Q1) au point de référence (52) et une deuxième
ligne du haut-parleur au point de référence (52) est compris entre 0° et 90°.
5. Dispositif selon l'une des revendication 2 à 4, dans lequel le gestionnaire de données
(26) est réalisé pour déterminer qu'un haut-parleur est non actif lorsqu'une ligne
de connexion de la position de source au point de référence ne présente pas de composante
de direction parallèle à la direction d'émission de son principale (72) du haut-parleur.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel plusieurs haut-parleurs
sont associés à un module de rendu (53a à 53d) et dans lequel le moyen de sortie de
données (24) est réalisé pour ne fournir des fichiers audio au dispositif de rendu
que lorsqu'il est déterminé que plus de 10% des haut-parleurs associés au module de
rendu sont actifs ou que les haut-parleurs associés au module de rendu fourniraient
pour une source virtuelle un signal de synthèse qui est supérieur à un seuil minimum.
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel plusieurs haut-parleurs
sont associés à un module de rendu et dans lequel le fichier audio n'est fourni au
module de rendu que lorsqu'il est déterminé qu'au moins un haut-parleur associé au
dispositif de rendu est actif.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel chaque module de rendu
a une capacité de traitement maximale et dans lequel le moyen de sortie de données
(24) est réalisé pour ne fournir un fichier audio à un module de rendu que lorsqu'il
est déterminé qu'une part minimale des haut-parleurs associés au module de rendu sont
actifs, la part minimale étant variable et étant fonction de la charge du module de
rendu pouvant être déterminée par un moyen de détermination de charge (56).
9. Dispositif selon la revendication 8, dans lequel le moyen de sortie de données (24)
est réalisé pour augmenter une part minimale lorsque la charge déterminée par le moyen
de détermination de charge (56) augmente.
10. Dispositif selon la revendication 8 ou 9, dans lequel le moyen de détermination de
charge (56) est réalisé pour déterminer une charge actuelle ou future estimée.
11. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le moyen de sortie
de données (24) présente un tableau de consultation qui est réalisé pour recevoir
comme grandeur d'entrée une position de source, et qui est réalisé pour fournir comme
grandeur de sortie pour les modules de rendu une information de si un module de rendu
doit être actif ou non pour la position de source entrée du côté de l'entrée.
12. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le moyen de sortie
de données (24) est réalisé pour fournir à un module de rendu auquel est associé un
haut-parleur actif le fichier audio pour une source virtuelle, une position de source
pour la source virtuelle et les informations sur le début, la fin et/ou la durée de
la source virtuelle dans une scène audio.
13. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le moyen de sortie
de données (24) est réalisé pour fournir à un module de rendu par ailleurs des informations
sur un type de la source virtuelle, c'est-à-dire si la source virtuelle est une source
ponctuelle, une source pour des ondes planes ou une source pour des ondes d'une autre
forme.
14. Procédé pour fournir des données pour la préparation de synthèse de champ d'onde dans
un système de synthèse de champ d'onde avec une pluralité de modules de rendu (53a
à 53d), dans lequel au moins un haut-parleur (70) est associé à chaque module de rendu
et dans lequel les haut-parleurs attribués aux dispositifs de rendu peuvent être placés
à des positions différentes dans une salle de reproduction (50), aux étapes suivantes
consistant à:
fournir (22) une pluralité de fichiers audio, à un fichier audio étant associée une
source virtuelle à une position de source (Q1);
caractérisé par
fournir (24) le fichier audio à un dispositif de rendu associé à un haut-parleur devant
être actif pour la reproduction de la source virtuelle, le fichier audio n'étant pas
fourni à un autre module de rendu lorsque les haut-parleurs associés à l'autre dispositif
de rendu ne doivent pas être actifs pour la reproduction de la source.
15. Programme d'ordinateur avec un code de programme pour réaliser le procédé selon la
revendication 14 lorsque le programme d'ordinateur est exécuté sur un ordinateur.