[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten oder Beflocken von Gegenständen,
insbesondere von textilen Werkstoffen, Matten, Keramik, Kunststoff, Papier, Holz,
Metall oder dergleichen, sowie eine Beflockungsmaschine.
[0002] In der Beschichtungsindustrie, insbesondere Flockindustrie, sind bereits verschiedene
Anlagen im Einsatz, die zum Aufbringen von Flockmaterial auf einer mit Klebstoff benetzten
Oberfläche eines Gegenstandes ermöglichen. Als Flockmaterial werden bevorzugt kurze
Fasern, insbesondere Textilfasern, eingesetzt. Durch eine elektrostatische Aufladung
von in einem Behälter aufgenommenen Fasern wird das Flockmaterial auf den zu beflockenden
Gegenstand aufgetragen.
[0003] Aus der
DE 196 22 230 A1 ist eine Beflockungsvorrichtung bekannt, die aus mehreren Druckwerken besteht, die
jeweils zu einer an einem Palettenträger angeordnete Palette zugeordnet sind. Die
Palettenträger sind an einem Drehantrieb vorgesehen, die den auf der Palette angeordneten
Gegenstand von Bearbeitungsstation zu Bearbeitungsstation transportiert. Oberhalb
der Palette ist ein Beflockungsbehälter vorgesehen, der in de Bearbeitungsstation
die textilen Fasern auf den Gegenstand aufbringt.
[0004] Diese Vorrichtungen haben sich im Einsatz bewährt. Die einzelnen Bearbeitungsstationen,
die bei einer Beflockungsvorrichtung eingesetzt werden, können auch für eine manuelle
Beflockung vorgesehen sein. Im Zuge der Modernisierung und Rationalisierung ist jedoch
erforderlich, diese Vorrichtungen weiterzuentwickeln.
[0005] Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Beschichten
oder Beflocken von Gegenständen, insbesondere textilen Werkstoffen sowie eine Beflockungsmaschine,
zu schaffen, die eine schnelle und exakte Einstellung eines Druckmotivs zur Palette
ermöglicht, welche den zu beflockenden Gegenstand aufnimmt, sowie eine Verringerung
der Verschmutzung durch nicht aufgetragenes Flockmaterial ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die weiteren vorteilhaften
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen
angegeben.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird eine schnelle und einfache Einstellung
eines Schablonenrahmens mit einem Druckmotiv zu Fixierelementen ermöglicht, die einem
das Flockmaterial aufnehmenden Behälter zugeordnet sind. Diese Fixierelemente dienen
gleichzeitig zur Aufnahme und Positionierung einer Palette zum Schablonenrahmen, die
den zu beschichtenden beziehungsweise zu beflockenden Gegenstand aufnimmt, so dass
eine exakte Positionierung der Palette und somit des zu beschichtenden Gegenstandes
zum ausgerichteten Schablonenrahmen ermöglicht ist. Der Schablonenrahmen nimmt über
ein Gitter oder ein Gewebe das Druckmotiv auf. Der auf dem Gegenstand zu beschichtende
oder zu beflockende Bereich ist am Gewebe oder Gitter für das Flockmaterial durchgängig,
und der nicht zu beschichtende Bereich des Gegenstandes ist auf dem Gitter oder dem
Gewebe als geschlossene Fläche ausgebildet. Durch eine an den Fixierelementen anbringbare
Ausrichtvorrichtung kann der Schablonenrahmen in einer einfachen und schnellen Weise
exakt zu den Fixierelementen ausgerichtet werden. Das Druckmotiv wird dadurch mit
einer hohen Genauigkeit auf den zu beschichtenden Gegenstand aufgebracht, da die den
zu beschichtenden oder zu beflockenden Gegenstand tragende Palette ebenfalls durch
die Fixierelemente zum Schablonenrahmen ausgerichtet ist. Durch den am oberen Ende
des Behälters angeordneten Schablonenrahmen und der darauf aufliegenden Palette erfolgt
eine Beflockung von unten, das heißt, dass das in dem Behälterinneren sich befindliche
Flockmaterial durch die elektrostatische Aufladung von unten nach oben auf den mit
einer Klebstoffschicht versehenen Gegenstand aufgebracht wird. Dasjenige Flockmaterial,
das nicht am Gegenstand anhaftet oder zumindest kurzzeitig an den nicht durchlässigen
Bereichen des Gitters oder Gewebes anliegt, fällt selbständig in den Behälter zurück,
so dass eine Beflockung mit einer äußerst geringen Verschmutzung stattfindet. Somit
weist die erfindungsgemäße Anordnung sowohl den Vorteil auf, dass eine einfache Fixierung
und Ausrichtung des Schablonenrahmens gegeben ist als auch eine erheblich verschmutzungsminimierte
Beflockung ermöglicht wird.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Einstellvorrichtung
für den Schablonenrahmen eine Auflagefläche umfasst, auf der der Schablonenrahmen
zumindest abschnittsweise aufliegt und vorzugsweise die Fixierelemente in der Auflagefläche
der Einstellvorrichtung positioniert sind. Dadurch kann eine Zuordnung des Schablonenrahmens
in der Lage zu den Fixierelementen erfolgen, der nach dessen Einstellung aufrechterhalten
bleibt, so dass das Auflegen der Palette in einer definierten Position durch die Fixierelemente
am Schablonen rahmen erfolgt. Die Auflagefläche der Einstellvorrichtung ist bevorzugt
am Behälter fixiert. Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Auflagefläche der
Einstellvorrichtung an die Außenwand des Behälters angrenzend und diesen umgebend
vorgesehen.
[0009] Die Fixierelemente sind bevorzugt höher als der auf der Auflagefläche aufliegende
Schablonenrahmen ausgebildet. Sowohl die Ausrichtvorrichtung als auch die Palette
können somit unmittelbar auf dem Schablonerahmen aufliegen. Beim Auflegen der Ausrichtvorrichtung
kann ein ausrichtender Eingriff am Schablonenrahmen erfolgen. Beim Auflegen einer
Palette kann eine Abdichtung des Beflockungsraumes gegeben sein, so dass die Verschmutzung
verringert ist. Die Fixierstifte stellen die einfachste Ausführungsform als Fixierelemente
dar. Es versteht sich, dass andere Elemente zur passgenauen Aufnahme und schnell lösbaren
Anordnung vorgesehen sein können.
[0010] Die Auflagefläche der Einstellvorrichtung weist bevorzugt Verstellelemente auf, die
über Halterungen an der Auflagefläche angeordnet sind, um an dem Schablonenrahmen
an- oder einzugreifen und diesen in seiner Position zu den Fixierelementen zu positionieren.
Diese Verstellelemente können nach einer Ausführungsform als Einstellschrauben mit
einem Gewinde oder Feingewinde vorgesehen sein, welche manuell betätigt werden. Des
Weiteren können stufenlos einstellbare Positionierelemente, beispielsweise über eine
Klemmung, vorgesehen sein, um eine Ausrichtung des Schablonenrahmens in X- und Y-Richtung
beziehungsweise in einer Ausrichtebene zu ermöglichen.
[0011] Die Ausrichtvorrichtung zur Positionierung und Justierung des Schablonenrahmens ist
bevorzugt aus einem transparenten Material ausgebildet. Dadurch kann eine einfache
optische Ausrichtung des Schablonenrahmens zur Ausrichtvorrichtung über Indexierungen
oder Einstellmarkierungen erfolgen. Bevorzugt ist als transparentes Material ein Kunststoff
vorgesehen, wie beispielsweise Plexiglas. Die Ausrichtvorrichtung weist vorteilhafterweise
eine geringe Wandstärke auf. Die Wandstärke ist weniger als 10 mm, insbesondere weniger
als 5 mm dick, ausgebildet, um sogenannte Paralaxefehler beim Ausrichten der Indexierungen
oder Einstellmarkierungen zu vermeiden.
[0012] Die Ausrichtvorrichtung weist vorteilhafterweise an einer Stirnseite eine Bohrung
und an einer gegenüberliegenden Stirnseite zwei mit Abstand zueinander angeordnete
U- oder V-förmige, an die Stirnseite angrenzende Ausnehmungen auf, die vorzugsweise
eine Einführschräge aufweisen. Diese Ausnehmungen und Bohrungen sind in den Maßen
auf die auf der Auflagefläche angeordneten Fixierstifte angepasst. Zunächst werden
die randoffenen Ausnehmungen der Ausrichthilfe beziehungsweise Ausrichtvorrichtung
zu den Fixierelementen positioniert. Anschließend wird der gegenüberliegende Fixierstift
durch die Bohrung gefangen. Somit ist in einfacher und schneller Weise eine Positionierung
der Ausrichtvorrichtung ermöglicht. Analoges gilt für eine den beschichtenden Gegenstand
aufnehmende Palette, die bevorzugt denselben Aufbau umfasst, insbesondere bei einer
manuellen Beflockungsstation.
[0013] Die Auflagefläche der Einstellvorrichtung ist an einer äußeren Behälterwand vorgesehen
und bevorzugt vertieft gegenüber einem oberen Behälterrand angeordnet. Dadurch kann
der Schablonenrahmen diesen freien oberen Behälterrand umgreifen und abdecken. Durch
die Auflage des Schablonenrahmens auf der Auflagefläche und/oder dem Gitter beziehungsweise
Gewebe an dem oberen Behälterrand wird der Innenraum des Beflockungsbehälters abgeschlossen,
so dass die Verschmutzungsgefahr verringert wird. Die Auflagefläche ist in der Höhe
bevorzugt variabel zum Behälter einstellbar und gegebenenfalls auch austauschbar,
so dass eine einfache und schnelle Anpassung an verschiedene Schablonenrahmen ermöglicht
ist.
[0014] Die Ausrichtvorrichtung weist zumindest zwei Einstellmarken auf, die bevorzugt mit
einem großen Abstand zueinander angeordnet sind. Diese Einstellmarken zeigen die exakte
Position des zu beflockenden Motivs auf der Palette an. Auf dem Schablonenrahmen sind
ebenfalls zumindest zwei Markierungen vorgesehen, die einen definierten Abstand zum
Druckmotiv haben, so dass durch die deckungsgleiche Ausrichtung der Markierungen eine
Einstellung des Schablonenrahmens gegeben ist.
[0015] Zum Beflocken eines Gegenstandes, insbesondere textilen Werkstoffes, ist vorteilhafterweise
vorgesehen, dass der zu beflockende Gegenstand auf einer Palette aufgebracht oder
aufgezogen wird, welche im Bereich des aufzubringenden Motivs mit einem Klebstoff
beschichtet und anschließend mit der zu beflockenden Seite zum Behälterinneren positioniert
wird. Bei einer manuellen Beflockungsstation wird die Palette zumeist als Palettenmaske
bezeichnet, welche den zu beflockenden Gegenstand aufnimmt. Zumeist wird zuvor eine
KlebstoffsGhicht aufgesprüht, so dass der beispielsweise textile Werkstoff mit einer
glatten Oberfläche auf der Palette aufliegt. Durch die Ausrichtung der Palette über
die Fixierelemente ist der mit Klebstoff versehene Bereich auf dem Gegenstand deckungsgleich
zum durchlässigen Bereich des Gitters beziehungsweise Gewebes für das Flockmaterial
angeordnet.
[0016] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Beschichten oder Beflocken von Gegenständen,
insbesondere textilen Werkstoffen, Matten, Keramik, Kunststoff, Holz, Metall, Papier
oder dergleichen, ist sowohl als manuelle Station verwendbar als auch in einer automatischen
Beflockungsmaschine einsetzbar, die mehrere Druckwerke umfasst. In den einzelnen Druckwerken
können Flockmaterialien mit unterschiedlicher Flocklänge und/oder Art des Flockmaterials
und/oder Farbe vorgesehen sein. Die Beflockungsbehälter sind stationär einer Beflockungmaschine
zugeordnet, wobei über einen Drehantrieb die Paletten taktweise von Beflockungsbehäfter
zu Beflockungsbehälter transportiert werden. Durch eine Aufwärtsbewegung des Beflockungsbehälters
zur Palette beziehungsweise eine Abwärtsbewegung einer Palette zum Beflockungsbehälter
oder eine Relativbewegung von beiden kann eine erheblich verschmutzungsminimierte
Beflockung und Beschichtung ermöglicht sein. Alternativ zur Auf- und Abbewegung des
gesamten Beflockungsbehälters oder der Palette kann auch lediglich der Schablonen
rahmen auf und ab bewegt werden, wobei zwischen dem Schablonenrahmen und dem das Flockmaterial
aufnehmenden Behälter eine längenveränderbare Manschette, Hülse oder dergleichen vorgesehen
ist, um eine geschlossene Anordnung zu ermöglichen. Ebenso können auch die Beflockungsbehälter
relativ zu den Paletten verfahrbar vorgesehen sein. Eine solche automatische Beflockungsmaschine
kann als Rundtaktmaschine oder als Längstransfermaschine ausgebildet sein. Die Anzahl
der Stationen der Beflockungsmaschine wird im Wesentlichen durch die Anzahl der Druckwerke
bestimmt.
[0017] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen derselben
werden im Folgenden anhand der in den Zeichnungen dargestellten Beispiele näher beschrieben
und erläutert. Die der Beschreibung und den Zeichnungen zu entnehmenden Merkmale können
einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt
werden. Es zeigen;
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Beschichten
und Beflocken von Gegenständen,
- Figur 2
- eine schematische Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Figur
1,
- Figur 3
- eine schematische Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß Figur 1,
- Figur 4
- eine schematische Draufsicht auf eine Ausrichtvorrichtung,
- Figur 5
- eine schematische Draufsicht auf eine Beflockungsmaschine mit mehreren Stationen und
- Figur 6
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Beschichtungs- und/oder Beflockungsstation.
[0018] In Figur 1 ist eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
11 zum Beflocken eines Gegenstandes, insbesondere für eine manuelle Beflockungsstation
zum Beflocken von beispielsweise textilen Gegenständen, vorgesehen. Die zu befleckenden
Gegenstände können aus natürlichen oder künstlichen Materialien bestehen. Durch die
Beflockung erfolgt eine Veredelung des Produktes. Hierbei kann es sich nur beispielsweise
um Bekleidungsstücke oder Fußmatten für den Innen- und Außenbereich oder für Fahrzeuge
oder um Dekorationsartikel handeln. Die Figur 2 zeigt eine schematische Schnittdarstellung
der Vorrichtung 11 gemäß Figur 1, und in Figur 3 ist eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße
Vorrichtung 11 dargestellt, auf welche nachfolgend Bezug genommen wird.
[0019] Die Vorrichtung 11 umfasst einen Behälter 12, in welchem ein Flockmaterial 13 vorgesehen
ist. Hierbei werden bevorzugt kurze Fasern, insbesondere natürliche oder künstliche
Textilfasern, verwendet, um die Beflockung durchzuführen. Der Behälter 12 umfasst
am Boden eine Elektrode 14, die für die elektrostatische Aufladung der Fasern verantwortlich
ist, Am oberen Ende des Behälters 12 ist eine Einstellvorrichtung 16 vorgesehen, welche
gemäß dem Ausführungsbeispiel eine Auflagefläche 17 umfasst, die an Außenwänden 18
des Behälters 12 anschließt und gegenüber einem oberen Behälterrand 21 vertieft angeordnet
ist. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Auflagefläche 17 am oberen Behälterrand
21 anliegt oder einen Teil der oberen Behälteröffnung ausbildet. Des Weiteren kann
die Einstellvorrichtung 16 auswechselbar zu einer Standardbehältergröße 12 vorgesehen
sein, so dass unterschiedlich große Schäblonenrahmen 23 zum Einsatz kommen können.
[0020] Der dargestellte Schablonenrahmen 23 ist größer als der Behälter 12 ausgebildet und
umgreift diesen. Eine Stirnseite 24 des Schablonenrahmens 23 liegt zumindest abschnittsweise
auf der Auflagefläche 17 der Einstellvorrichtung 16 auf. Der Schablonenrahmen 23 trägt
ein Gitter oder Gewebe 26, auf welchem ein Druckmotiv 27 aufgebracht ist. Dieses Druckmotiv
27 kann durch verschiedene Techniken aufgebracht werden, wobei die zu beflockenden
Bereiche eines Gegenstandes in dem Motiv 27 als durchlässige Bereiche ausgebildet
sind und die nicht zu beflockenden Bereiche als undurchlässige Bereiche vorgesehen
sind. Der Schablonenrahmen 23 ist beispielsweise als Rechteckrahmen durch Rohrprofile
ausgebildet, an welchem das Gitter oder Gewebe 26 austauschbar angebracht ist. Darüber
hinaus können nicht näher dargestellte Spannelemente an dem Schablonenrahmen vorgesehen
sein, um das Aufbringen einer Spannkraft auf das Gewebe zur straffen Aufnahme zu ermöglichen.
An dem Schablonenrahmen 23 wird das Null-Potential angeschlossen, so dass in dem Behälterinneren
ein gerichtetes Hochspannungsfeld zum Schablonenrahmen 23 zur Durchführung der Beflockung
angelegt wird.
[0021] Die Einstellvorrichtung 16 weist an deren Auflagefläche 17 Halterungen 31 auf, die
beispielsweise als Eckwinkel ausgebildet sind. Diese Halterungen 31 nehmen Verstellelemente
32 auf, um den Schablonenrahmen 23 in X- und Y-Richtung beziehungsweise in der Auflageebene
der Auflagefläche 17 auszurichten. Die Verstellelemente 32 umfassen beispielsweise
Gewindestangen, die manuell verstellbar sind. Alternativ können auch gefederte Stifte
vorgesehen sein, die stufenlos durch ein Klemmelement einstellbar sind. In einer weiteren
nicht näher dargestellten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Verstellelemente
32 motorisch angetrieben sind, um die Ausrichtung des Schablonenrahmens 23 zu ermöglichen.
In der Draufsicht gemäß Figur 4 sind beispielsweise fünf Verstellelemente 32 vorgesehen.
Die Anzahl und Anordnung ist abhängig von der Ausgestaltung der Verstellelemente 32,
wobei jedoch zumindest eine solche Anzahl von Verstellelementen 32 vorgesehen ist,
damit eine präzise Einstellung und Ausrichtung des Schablonenrahmens 23 in der X/Y-Ebene
ermöglicht ist.
[0022] Die Einstellvorrichtung 16 weist Fixierelemente 34, insbesondere Fixierstifte oder
Fixierbolzen, auf, die in der Auflagefläche 17 fest angeordnet sind. Diese Fixierelemente
34 dienen zur Aufnahme einer Palette, auf der der zu beschichtende oder zu beflockende
Gegenstand aufgebracht ist. Zum einfachen und schnellen Ausrichten des Schablonenrahmens
23 zu den Fixierelementen ist eine Ausrichtvorrichtung 38 gemäß Figur 4 vorgesehen.
Diese Ausrichtvorrichtung 38 weist beispielsweise eine in der Symmetrieebene liegende
Bohrung 41 an einer Stirnseite 42 und an einer gegenüberliegenden Stirnseite 43 zwei
zueinander beanstandete randoffene U-förmige Ausnehmungen 44 auf. Diese Ausnehmungen
44 können auch v-förmige oder weitere Geometrien aufweisen, die eine Zentrierung der
Ausrichtvorrichtung 38 zu den Fixierelementen 34 ermöglichen. Zusätzlich sind bevorzugt
Einführschrägen 46 vorgesehen. Eine solche Einführschräge 46 kann auch an der Bohrung
41 in Form einer Senkung vorgesehen sein.
[0023] Zur Einstellung des Schablonenrahmens 23 mit dem Druckmotiv 27 zu den Fixierelementen
34 wird die Ausrichtvorrichtung 38 an den Fixierelementen 34 positioniert. Auf der
Ausrichtvorrichtung 38 sind zumindest zwei Einstellmarken 48 vorgesehen. Diese Einstellmarken
48 sind bevorzugt auf derselben Seite aufgebracht, welche unmittelbar zum Gewebe 26
zur Anlage gebracht wird. Die Ausrichtvorrichtung 38 ist zumindest in dem Bereich
der Einstellmarken 48 transparent ausgebildet, bevorzugt vollständig transparent ausgebildet,
und weist eine dünne Plattenstärke auf, um bei der Ausrichtung des Schablonenrahmens
23 Paralaxefehler zu vermeiden. Auf dem Gewebe 26 sind relativ zum Druckmotiv 27 ebenfalls
Einstellmarken 48 vorgesehen. Über die Verstellelemente 32 der Einstellvorrichtung
16 wird der Schablonenrahmen 23 bezüglich dessen Einstellmarken zu denen der Ausrichtvorrichtung
38 in Deckungsgleichheit gebracht. Die Ausrichtvorrichtung 38 liegt bevorzugt unmittelbar
auf dem Schablonenrahmen 23 auf in Analogie zur Palette, wie dies bei einem Beflockungs-
oder Beschichtungsvorgang erfolgt. Die Fixierelemente 34 sind in deren Länge derart
ausgestaltet, dass diese zumindest gegenüber dem Schablonenrahmen 23 geringfügig hervorstehen,
um eine Ausrichtung der Ausrichtvorrichtung 38 zu ermöglichen. Bevorzugt sind drei
Fixierelemente 34 vorgesehen, um eine statisch bestimmte Aufnahme der Ausrichtvorrichtung
38 zu erzielen. Die Anordnung der Fixierelemente 34 zueinander ist nur beispielhaft,
wobei die Anordnung von zwei Fixierelementen 34 entlang einer Seitenkante des Schablonenrahmens
23 den Vorteil aufweist, dass ein leichtes Positionieren der Ausrichtvorrichtung 38
als auch der Palette über deren randoffenen U-förmigen Ausnehmungen 44 ermöglicht
ist. Bei einer Auflagefläche 17, die am Behälterrand 21 angreift oder sich im Inneren
des Behälters 12 erstreckt, kann alternativ vorgesehen sein, dass die Fixierelemente
34 am Behälter 12 angeordnet sind. Deren Länge kann nach einer weiteren bevorzugten
Ausgestaltung variabel sein, um beispielsweise eine Einstellung von unterschiedlich
dicken Schablonenrahmen 23 zu ermöglichen. Diese Veränderbarkeit in der Länge der
Fixierelemente 34 kann durch Austausch der Fixierelemente 34 erzielt werden oder durch
eine Verstellbarkeit in Analogie zu den Verstellelementen 32.
[0024] Durch die Einstellvorrichtung 16 wird der Schablonenrahmen 23 in einer bevorzugten
Ausgestaltung gleichzeitig zur Auflagefläche 17 fixiert, so dass ein quasi dichter
Abschluss gegeben ist. Dadurch wird die Verschmutzungsgefahr erheblich minimiert.
[0025] Eine Palette 36 weist bei einer manuellen Beflockungsstation eine Geometrie auf,
die im Wesentlichen der Ausrichtvorrichtung 38 in Figur 4 entspricht. Lediglich die
Einstellmarken 48 sind hierbei nicht erforderlich. Auf diese Palette 36 wird der zu
beschichtende Gegenstand aufgelegt, übergestülpt oder durch eine lösbare Klebeverbindung
gehalten, so dass dieser während dem Beschichten oder Beflocken auf dem Gewebe 26
des Schablonenrahmens 23 aufliegt und über die Bohrung 41 und Ausnehmungen 44 zum
Druckmotiv 27 des Schablonenrahmens 23 ausgerichtet ist. Zum Aufbringen von Flockmaterialien
mit unterschiedlicher Flocklänge sind auf dem Gewebe 26 benachbart zum Motiv 27 Abstandselemente
aufgebracht, um einen definierten Abstand zwischen dem Gewebe 26 und der Palette 36
einzuhalten.
[0026] In den Figuren 5 und 6 ist eine Beflockungsmaschine 49 als Rundtaktmaschine dargestellt,
die zumindest eine Beflockungsstation 56 mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 11
umfasst. Eine solche Beflockungsmaschine 49 weist einen Grundaufbau auf, der im Wesentlichen
der gemäß der
DE 196 22 230 A1 entspricht. Über einen Drehantrieb 50 werden mehrere Paletten, die bei der Beflockungsmaschine
49 mit Palettenträgern 51 verbunden sind, von einer Bearbeitungsstation zur nächsten
transportiert, um eine Beflockung vorzunehmen. In einer Bearbeitungsstation 52 wird
beispielsweise die Oberfläche einer Palette 36 mit einem Sprühkleber versehen. In
einer Bearbeitungsstation 53 wird der zu beschichtende Gegenstand auf die Palette
36 aufgebracht. Dies kann beispielsweise ein textiler Werkstoff sein. In einer Bearbeitungsstation
54 wird der Palettenträger 51 um 180° gedreht, so dass die zu beflockende Oberseite
des Gegenstandes nach unten weist. In einer ersten Beflockungsstation 56, die in Figur
6 in einer Seitenansicht dargestellt ist, findet eine Beflockung mit einem Flockmaterial
statt. Dabei wird beispielsweise, wie in Figur 6 dargestellt ist, die Vorrichtung
11 über einen Hubzylinder 61 nach oben bewegt, so dass der Palettenträger 51 über
die Fixierelemente 34 zum Schablonenrahmen 23 positioniert ist und die Palette zur
Anlage auf dem Schablonenrahmen 23 kommt. Anschließend wird durch das Anlegen eines
Hochspannungsfeldes die Beflockung durchgeführt. Nach der vorgesehenen Beflockungsdauer
wird die Vorrichtung 11 über den Hubzylinder 61 und andere höhenverstellbare Mechanismen
abgesenkt, und der Drehantrieb 50 taktet den Palettenträger 51 in eine Leerstation
oder eine nachfolgende Beflockungsstation 57 weiter. Diese kann abweichendes Flockmaterial
in der Farbe, Art und/oder Größe der Fasern umfassen. Anschließend erfolgt in einer
Bearbeitungsstation 58 eine Drehung des Palettenträgers 51 um 180°, so dass der zu
beschichtende Gegenstand zur Entnahme in einer Bearbeitungsstation 59 bereitgestellt
ist.
[0027] Alternativ zu der in den Figuren 5 und 6 dargestellten Beflockungsmaschine kann eine
Beflockungsmaschine als Längstransfermaschine ausgebildet sein. Die in Figur 5 beschriebenen
Stationen können in einer Linie hintereinander vorgesehen sein. Anstelle eines Drehantriebes
ist ein Linearachsenantrieb vorgesehen, der beispielsweise den Pafettenträger nacheinander
zu den einzelnen Bearbeitungsstationen führt beziehungsweise weitertaktet. Alternativ
kann der Palettenträger stationär angeordnet sein, wobei die einzelnen Bearbeitungsstationen
unterhalb des Palettenträgers hin und her verfahren werden, so dass der jeweilige
Bearbeitungsschritt durchgeführt wird. Des Weiteren kann alternativ vorgesehen sein,
dass der Palettenträger an einem Drehantrieb vorgesehen ist, so dass beispielsweise
eine Reihe von Beflockungsstationen gegenüberliegend zu einer Be- und Entladestation
vorgesehen ist, um die Palette mit einem Sprühkleber und einem zu beschichtenden Gegenstand
zu versehen, wobei anschließend die Palette um 180° in der Horizontalen in eine Bearbeitungsstation
gedreht wird. In dieser Bearbeitungsposition können mehrere Beflockungsstationen dem
Palettenträger nacheinander zugeordnet werden. Gleichzeitig kann in der Be- und Entladestation
ein weiterer Palettenträger für eine neue Beflockungsaufgabe vorbereitet werden. Die
zu den Figuren 5 und 6 beschriebenen Variationen und Ausführungsformen gelten In Analogie
für eine als Lineartransfermaschine ausgebildete Beflockungsmaschine. Zusätzlich kann
auch eine Trocknungsstation, insbesondere nach dem letzten Beflockungsvorgang, vorgesehen
sein.
[0028] Die Anzahl der Palettenträger 51 in der Beflockungsmaschine 49 ist beliebig wählbar.
Es können ein oder mehrere Beflockungsstationen 56, 57 vorgesehen sein. Darüber hinaus
kann auch eine Klebstoffaufbringstation und/oder eine Farbauftragstation und/oder
ein Druckwerk integriert werden.
[0029] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 11 ermöglicht gemäß den obigen Ausführungen sowohl
einen manuellen, als auch einen maschinellen Einsatz bei verringerten Einstellzeiten
für den Schablonehrahmen 23 und bei gleichzeitiger Verringerung der Verschmutzungsgefahr
durch den Einsatz einer Beflockung von unten.
[0030] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 11 kann auch für die Ausrichtung und Justierung
eines Schablonenrahmens 23 eingesetzt werden, der zum Auftrag einer Klebeschicht auf
einen Gegenstand vorgesehen ist, um anschließend das Druckmotiv 27 aufzubringen. Des
Weiteren kann die erfindungsgemäße Vorrichtung 11 auch zur Anwendung bei einem flüssigen
oder pastösen Medium vorgesehen sein, welche eine exakte Ausrichtung eines Motivs
27 erfordert.
[0031] Alle vorbeschriebenen Merkmale sind jeweils für sich erfindungswesentlich und können
beliebig miteinander kombiniert werden.
1. Vorrichtung zum Beschichten oder Beflocken von Gegenständen, insbesondere von textilem
Werkstoff, Matten, Keramik, Kunststoff, Papier, Holz, Metall oder dergleichen mit
einem Behälter (12) zur Aufnahme eines Flock- oder Beschichtungsmaterials, mit einer
Einstellvorrichtung (16), welche einen Schablonenrahmen (23) mit zumindest einem Druckmotiv
(27) aufweist, wobei der Behälter (12) unterhalb des Schablonenrahmens (23) angeordnet
ist, und wobei die Einstellvorrichtung (16) zumindest ein in X- und Y-Richtung wirkendes
Verstellelement (32) aufnimmt, das an dem Schablonenrahmen (23) angreift und wobei
die Einstellvorrichtung (16) angeordnete Fixierelemente (34) umfasst, die außerhalb
des Schablonenrahmens (23) zumindest zur Anordnung einer Ausrichtvorrichtung (38)
für den Schablonenrahmen (23) vorgesehen sind, um das Beschichtungs- oder Druckmotiv
(27) des Schablonenrahmens (23) in X- und Y-Richtung mittels der Ausrichtvorrichtung
(38) zu den Fixierelementen (34) auszurichten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellvorrichtung (16) eine Auflagefläche (17) zur Aufnahme des Schablonenrahmens
(23) umfasst und vorzugsweise in der Auflagefläche (17) die Fixierelemente (34) positioniert
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierelemente (34) höher als der auf der Auflagefläche (17) aufliegende Schablonenrahmen
(23) ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (17) über Halterungen (31) Verstellelemente (32) aufnimmt, die
an dem Schablonenrahmen (23) zu dessen Ausrichtung in X- und Y-Richtung und vorzugsweise
zur Fixierung in Z-Richtung angreifen.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtvorrichtung (38) aus transparentem Material, insbesondere aus transparentem
Kunststoffmaterial, ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtvorrichtung (38) eine Wandstärke von weniger als 10 mm, insbesondere
von weniger als 5 mm, umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtvorrichtung (38) nahe einer Stirnseite (42) eine Bohrung (41) und an
einer gegenüberliegenden Stirnseite (43) mit Abstand zueinander angeordnete U- oder
V-förmige Ausnehmungen (44) aufweist, die vorzugsweise mit Einführschrägen (46) versehen
sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagefläche (17) der Einstellvorrichtung (16) gegenüber einem oberen Behälterrand
(21) vertieft am Behälter (12) angeordnet ist und an die Außenwand (18) des Behälters
(1.2) angrenzt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Schablonenrandes (23) gleich oder größer als ein Überstand des Behälterrandes
(21) gegenüber der Auflagefläche (17) der Einstellvorrichtung (16) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtvorrichtung (38) zumindest zwei Indexier- oder Einstellmarken (48) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Beschichten oder Beflocken eines Gegenstandes eine Palette (36) vorgesehen ist,
auf der der Gegenstand aufgebracht oder aufgezogen ist, welcher mit der zu beflockenden
oder beschichtenden Seite zum Behälterinneren positioniert und über die Fixierelemente
(34) zum Schablonenrahmen (33) ausgerichtet anordenbar ist.
12. Beflockungsmaschine mit zumindest einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, dass zum Einsatz in einer Beflockungsstation (56) der Beflockungsmaschine (49) der Behälter
(12) auf einer auf und ab bewegbaren Hubeinrichtung (61) vorgesehen ist oder ein Palettenträger
(51) einer Beflockungsmaschine (49) auf und ab bewegbar vorgesehen ist oder der Behälter
(12) und der Palettenträger (51) relativ zueinander bewegbar vorgesehen sind, so dass
bei jedem Arbeitstakt der Schab-Ionenrahmen (23) zur Anlage an dem Palettenträger
(51) verfahrbar ist.
13. Beflockungsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Vorrichtung (11) als eine Station einer Rundtaktmaschine mit einem
Drehantrieb vorgesehen ist,
14. Beflockungsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine vorrichtung (11) als eine Station einer Längstransfermaschine
vorgesehen ist.