(19)
(11) EP 1 854 730 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.11.2007  Patentblatt  2007/46

(21) Anmeldenummer: 07107919.8

(22) Anmeldetag:  10.05.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65D 19/20(2006.01)
B65D 5/36(2006.01)
B65D 5/50(2006.01)
B65D 5/44(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 12.05.2006 DE 202006007592 U

(71) Anmelder: Brakemann Verpackungen GmbH & Co.KG
32257 Bünde (DE)

(72) Erfinder:
  • Brakemann, Jörg
    32257 Bünde (DE)

(74) Vertreter: Dantz, Jan Henning et al
Loesenbeck - Stracke - Specht - Dantz Am Zwinger 2
33602 Bielefeld
33602 Bielefeld (DE)

   


(54) Faltkarton


(57) Faltkarton mit einem faltbaren Umkarton (6) und einem am Umkarton (6) innenseitig anliegenden, faltbaren Stützring (1), wobei die Seitenwände des Umkartons (6) unter Bildung eines den gefalteten Stützring (1) dann aufnehmenden Zwischenraumes knickbar sind, wobei der Stützring (1) an seinen Ecken Eckenverstärker (3) aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Faltkarton mit einem faltbaren Umkarton und einem am Umkarton innenseitig anliegenden, faltbaren Stützring, wobei Seitenwände des Umkartons unter Bildung eines den gefalteten Stützring dann aufnehmenden Zwischenraumes knickbar sind.

[0002] Derartige Faltkartons kommen in vielen Einsatzbereichen zur Anwendung. Vielfach sind sie Bestandteil einer Verpackungseinheit, die neben dem Faltkarton noch eine Palette sowie einen Deckel aufweist, wobei der Umkarton mit der Palette fest verbunden ist.

[0003] Für einen geringstmöglichen Raumbedarf zum Leertransport sind der Umkarton wie auch der Stützring faltbar ausgebildet. Dabei ist der Umkarton so knickbar, das ein Zwischenraum entsteht, in dem der gefaltete Stützring deponierbar ist. Mit dem Deckel, der den Faltkarton in Gebrauchsstellung oberseitig verschließt, ist diese insoweit als Leergut zu bezeichnende Verpackungseinheit abdeckbar. Eine Vielzahl solcher Leergut-Verpackungen sind übereinander stapelbar.

[0004] Ein gattungsgemäßer Faltkarton ist aus der DE 296 07 050 U1 bekannt. Darin ist zu erkennen, dass der faltbare Stützring aus einem Zuschnitt gebildet ist, der üblicherweise aus einer zweifach gedeckten Wellpappe besteht und entlang eingebrachter Knick- oder Faltlinien zusammenklappbar ist.

[0005] Insbesondere beim Übereinanderstapeln aufgerichteter und befüllter Verpackungseinheiten ergeben sich jedoch Stabilitätsprobleme, da die Last einer aufgesetzten Verpackungseinheit lediglich von den Seitenwänden des Umkartons und denen des Stützringes aufgenommen wird.

[0006] Da das im Faltkarton aufgenommene Stückgut durchaus relativ schwer sein kann, muss, um ein Einknicken des Umkartons und des Stützringes zu verhindern, eine entsprechende Wandstärke gewählt werden.

[0007] Jedoch führt dies zu einem hohen Materialeinsatz, der zum einen die Herstellung des Faltkartons verteuert und zum anderen ein verhältnismäßig hohes Gewicht der Verpackung zur Folge hat, was insbesondere beim Transport als Leergut sehr nachteilig ist.

[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Faltkarton der gattungsgemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass seine Herstellungskosten gesenkt und seine Verwendbarkeit verbessert wird.

[0009] Diese Aufgabe wird durch einen Faltkarton mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

[0010] Ein in diesem Sinne ausgebildeter Faltkarton bietet gegenüber dem bekannten eine ganze Reihe von Vorteilen.

[0011] Bemerkenswert ist zunächst einmal die wesentlich höhere Knicksteifigkeit in Gebrauchs-, also in aufgerichteter Stellung, die entweder eine höhere Lastabstützung erlaubt oder eine geringere Dimensionierung der Wandstärken sowohl des Umkartons wie auch des Stützrings. Während bislang ausschließlich die Seitenwände des Umkartons und des Stützringes die vertikal wirkende Druckkraft aufnehmen, erfolgt die Kraftaufnahme des neuen Faltkartons vor allem durch die Eckenverstärker, die nach einer bevorzugten Ausbildung als Winkelprofil gestaltet sind, d.h. etwa L-förmig, wodurch sich eine hohe Knicksteifigkeit ergibt.

[0012] Ein weiterer vorteilhafter Gedanke der Erfindung sieht vor, dass jeder Eckenverstärker aus einem Schichtkarton oder -papier besteht, das als Laminat hergestellt ist. Dabei sind die einzelnen Laminatschichten durch eine aufgeschmolzene Polyethylen-Folie miteinander verbunden, wodurch der Eckenverstärker feuchtigkeitsfest ist und somit für einen Hochseetransport geeignet.

[0013] Ein weiterer Gedanke der Erfindung sieht vor, dass die L-förmigen Eckenverstärker mit der Innenseite lediglich eines der beiden Schenkel an einer Seite des Stützrings befestigt sind, beispielsweise durch Verkleben, Klammern oder dergleichen. Denkbar ist auch, die Eckenverstärker zur Verbindung mit dem Stützring an dem entsprechenden Schenkel mit einer selbsthaftenden Klebschicht zu versehen, was eine besonders einfache Herstellung des Faltkartons erlaubt.

[0014] Durch die Befestigung der Eckenverstärker jeweils lediglich mit einem Schenkel an einer Seite des Stützringes kann dieser problemlos gefaltet werden, wobei sich anbietet, die Eckenverstärker an den Seiten des Stützringes zu befestigen, die nicht für eine Faltung vorgesehen sind.

[0015] Im gefalteten Zustand des Stützringes überlappen sich zwei gegenüberliegende Eckenverstärker mit ihren freiliegenden Schenkeln, wobei die Breite dieser Schenkel so dimensioniert ist, dass sie den Stützring in gefalteter Stellung nicht überragen.

[0016] Anstelle der genannten Ausbildung der Eckenverstärker aus einem laminierten Schichtkarton oder -papier besteht die Möglichkeit, den Eckenverstärker aus mehreren Lagen ein- oder mehrfach gedeckter Wellpappe herzustellen, um so die notwendige Knicksteifigkeit bzw. Druckfestigkeit zu erreichen.

[0017] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

[0019] Es zeigen:
Figuren 1-3
jeweils einen Teil eines erfindungsgemäßen Faltkartons in unterschiedlichen Stellungen.


[0020] In den Figuren ist ein faltbarer Stützring dargestellt, der insgesamt mit dem Bezugszeichen 1 versehen ist.

[0021] Dieser Stützring 1 weist zwei gestreckte Längsseiten 2 auf, die durch zwei sich gegenüberliegende Stirnseiten miteinander verbunden sind, von denen jede aus zwei Stirnseitenhälften 5 gebildet ist, die über eine Faltkante 4 faltbar geteilt sind.

[0022] An den vier Ecken des Stützringes 1 sind Eckenverstärker 3 vorgesehen, von denen jeder im Querschnitt L-förmig ausgebildet ist, vorzugsweise gleichschenklig und sich über die Höhe der Seitenwände 2 bzw. der Stirnseitenhälften 5 erstreckt.

[0023] Jeweils einer ungefalteten Längsseite 2 zugeordnete Eckenverstärker 3 sind mit ihren einander zugewandten Schenkeln mit dieser Längsseite 2 verbunden, beispielsweise durch Verkleben oder Klammern, während der andere, abgewinkelte Schenkel gegenüber der zugeordneten Stirnseitenhälfte 5 freiliegt, also nicht mit dieser verbunden ist, diese Stirnseitenhälfte 5 jedoch im Randbereich überlappt.

[0024] In der Figur 1 ist der Stützring 1 in vollständig gefalteter Stellung gezeigt, wobei zu erkennen ist, dass die zwei sich gegenüberliegenden Eckenverstärker 3 einer Stirnseite sich mit ihren freien Schenkeln überdecken.

[0025] Der so zusammengefaltete Stützring 1 ist in einen faltbaren Umkarton 6 eines Faltkartons einlegbar, der zur Aufnahme des gefalteten Stützrings 1 einen Zwischenraum bildet und der vorzugsweise bodenseitig mit einer nicht gezeigten Palette verbunden ist. Dieser Umkarton 6 ist in der Figur 3 strichpunktiert dargestellt.

[0026] Oberseitig wird der gefaltete Umkarton 6 durch einen ebenfalls nicht dargestellten Deckel verschlossen, so dass der Umkarton 6, der Deckel, die Palette und der gefaltete, einliegende Stützring 1 eine Verpackungseinheit bilden und in dieser Form als Leergut raumsparend transportiert werden können.

[0027] Wie in der Beschreibungseinleitung bereits erwähnt, ist ein solcher Faltkarton aus der DE 296 07 050 U1 bekannt, so dass sich deren Darstellung und Beschreibung im einzelnen erübrigt.

[0028] In der Figur 2 ist der Stützring 1 in aufgestellter, jedoch teilweise noch gefalteter Position zu erkennen, während in der Figur 3 der Stützring in einer Stellung gezeigt ist, in der er nahezu vollständig in Gebrauchsstellung entfaltet ist.


Ansprüche

1. Faltkarton mit einem faltbaren Umkarton (6) und einem am Umkarton (6) innenseitig anliegenden, faltbaren Stützring (1), wobei die Seitenwände des Umkartons (6) unter Bildung eines den gefalteten Stützring (1) dann aufnehmenden Zwischenraumes knickbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützring (1) an seinen Ecken Eckenverstärker (3) aufweist.
 
2. Faltkarton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) im Querschnitt L-förmig ausgebildet ist.
 
3. Faltkarton nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) auf der dem Umkarton (6) zugewandten Außenseite angeordnet ist.
 
4. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder L-förmige Eckenverstärker (3) mit einem Schenkel an einer Seite des Stützringes befestigt ist und der andere Schenkel mit gegenüber der zugeordneten, benachbarten Seite des Stützringes (1) freiliegt.
 
5. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) mit einem Schenkel an einer faltungsfreien Längsseite des Stützringes (1) befestigt ist.
 
6. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) in seiner Länge der Höhe des Stützringes (1) entspricht.
 
7. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) aus einer zweifach gedeckten Lage Wellpappe besteht.
 
8. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) aus mindestens zwei Lagen einfach oder mehrfach gedeckter Wellpappe besteht.
 
9. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) mit der faltfreien Seitenwand des Stützringes (1) verklebt oder verklammert ist.
 
10. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) mit einer selbsthaftenden Klebschicht versehen ist, mit der er am Stützring (1) befestigt ist.
 
11. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Eckenverstärker (3) aus einem laminierten Schichtkarton oder Schichtpapier gebildet ist.
 
12. Faltkarton nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf die Außenseite jedes Eckenverstärkers (3) eine Polyethylen-Folie aufgeschmolzen ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente