Zusatzblatt
[0001] Die prioritätsbegründende
deutsche Patentanmeldung 10 2006 021 670.9 wurde zwischenzeitlich von der Lurgi Lentjes AG auf die Lentjes GmbH umgeschrieben.
Eine Kopie der amtlichen Umschreibungsbestätigung wird anliegend eingereicht.
[0002] Die vorliegende europäische Patentanmeldung soll direkt im Namen der Lentjes GmbH
erfolgen.
Grobascheabscheider
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Grobascheabscheider zum Einbau in einen
oder zum Anordnen an einem Rauchgaskanal eines Kraftwerks, wie beispielsweise ein
Kohlekraftwerk, eine Müllverbrennungsanlage oder dergleichen.
[0004] Bei dem Verbrennungsprozeß in einem Kraftwerk der oben genannten Art werden Aschepartikel
erzeugt, die teilweise direkt über einen Aschetrichter aus dem Verbrennungsraum abgezogen
und teilweise von dem aus der Verbrennung resultierenden Abgas- bzw. Rauchgasstrom
mitgerissen werden. Die von der Strömung mitgerissenen großvolumigen Aschepartikel,
die auch als Large Particle Ash (LPA) oder als Popcorn Ash bezeichnet werden, können
zu einer Verstopfung von nachfolgend angeordneten Anlagekomponenten, wie beispielsweise
Katalysatoren, regenerativ arbeitende Luftvorwärmer oder dergleichen führen, wodurch
die Funktion der entsprechenden Komponenten beeinträchtigt und unerwünschte Druckverluste
erzeugt werden können. Die betroffenen Komponenten müssen dann entsprechend gereinigt
oder ersetzt werden, um den ordnungsgemäßen Betrieb des Kraftwerks wiederherzustellen.
Dies ist sowohl zeit- als auch kostenintensiv. Im ungünstigsten Fall müssen die Feuerungsanlagen
des Kraftwerks zum Reinigen oder Austausch der verstopften Anlagenkomponenten sogar
vollständig abgefahren werden, was zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führt.
[0005] Um den Eintrag großvolumiger Aschepartikel in zu Verstopfungen neigende Anlagenteile
zu verhindern, ist es bekannt, sogenannte Grobascheabscheider in den Rauchgaskanälen
von Kraftwerken vorzusehen, welche die großvolumigen Aschepartikel abscheiden, bevor
diese zu den entsprechenden Anlageteilen gelangen können. Derartige Grobascheabscheider
können beispielsweise als Gitter, Netze oder als sonstige strömungstechnische Einbauten
ausgebildet sein, die dazu geeignet sind, Aschepartikel aus dem Rauchgasstrom zu entfernen.
Die mit Hilfe des Grobascheabscheiders abgeschiedenen großvolumigen Aschepartikel
werden schließlich über eine geeignete Austrageinrichtung, wie beispielsweise einen
Aschetrichter oder dergleichen entfernt.
[0006] Ein Grobascheabscheider der genannten Art ist beispielsweise in der
WO-A-2004/001290 beschrieben. Der Grobascheabscheider ist stromauf eines Katalysators in einem Abschnitt
eines Rauchgaskanals angeordnet und umfaßt ein Sieb, das sich im wesentlichen über
den gesamten Querschnitt des Rauchgaskanals erstreckt, wobei das Sieb senkrecht zur
Erstreckungsrichtung des Rauchgaskanals oder auch geneigt dazu angeordnet sein kann.
Das Sieb umfaßt im wesentlichen parallel zueinander verlaufende, stromaufwärts gerichtete,
faltenartig angeordnete Flächenabschnitte, die eine Vergrößerung der Siebfläche bewirken,
wodurch die Abscheideleistung des Grobascheabscheiders verbessert wird.
[0007] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Grobascheabscheider der genannten
Art weiter zu verbessern. Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch
einen Grobascheabscheider nach Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche beziehen
sich auf individuelle Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung.
[0008] Der Grobascheabscheider zum Einbau in einen oder zum Anordnen an einem Rauchgaskanal
gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt eine Siebanordnung mit einem ersten Siebabschnitt,
der sich im bestimmungsgemäß eingebauten Zustand im wesentlichen quer zur Erstreckungsrichtung
des abströmseitigen Rauchgaskanals erstreckt. Erfindungsgemäß umfaßt die Siebanordnung
ferner einen sich im bestimmungsgemäß eingebauten Zustand oberhalb an den ersten Siebabschnitt
anschließenden zweiten Siebabschnitt, der zum ersten Siebabschnitt geneigt ist. Diese
mehrgeteilte und geneigt zueinander positionierte Siebanordnung trägt den im Bereich
des Grobascheabscheiders vorherrschenden Strömungsverhältnissen Rechnung, was unter
Bezugnahme auf Fig. 1 noch genauer beschrieben ist, wodurch die Abscheidung der Aschepartikel
optimiert wird. Es wurde festgestellt, daß die großvolumigen Aschepartikel im wesentlichen
auf zwei Wegen in den Rauchgaskanal gelangen können, nämlich zum einen durch direkten
Strömungsmitriß und zum anderen durch Mitriß aus dem anströmseitig des Grobascheabscheiders
vorgesehenen Aschetrichter. Dem direkten Strömungsmitriß wird im wesentlichen durch
den zweiten Siebabschnitt der erfindungsgemäßen Siebanordnung begegnet. Die Aschepartikel
prallen auf dem zweiten Siebabschnitt auf und werden von dort aus den geneigten Siebabschnitt
hinabgleitend weiter in den Aschetrichter gefördert. Der erste Siebabschnitt der erfindungsgemäßen
Siebanordnung verhindert hingegen im wesentlichen den massenmäßig dominierenden Partikeleintrag
in den Rauchgaskanal durch Mitriß aus dem Aschetrichter.
[0009] Der Neigungswinkel zwischen dem ersten und dem zweiten Siebabschnitt ist bevorzugt
≤ 40°, besser noch ≤ 30°, wodurch die Entstehung von Ablagerungen auf dem zweiten
Siebabschnitt und somit ein Zusetzen des erfindungsgemäßen Grobascheabscheiders sicher
verhindert wird.
[0010] Die Siebanordnung weist bevorzugt zumindest ein Spaltsieb auf, dessen Siebwirkung
durch zahlreiche parallel zueinander angeordnete Stäbe realisiert wird. Die Ausrichtung
der Stäbe gibt dabei die Richtung vor, in der auf das Spaltsieb aufprallende Aschepartikel
abgleiten sollen. Der Abstand zwischen den einzelnen Stäben ist den mit Hilfe des
Grobascheabscheiders abzuscheidenden Aschepartikelgrößen entsprechend bemessen. Sollen
beispielsweise Aschepartikel mit einer Partikelgröße von 6,5 mm abgeschieden werden,
so ist der Abstand zwischen den einzelnen Stäben des Spaltsiebs entsprechend kleiner
zu wählen, zum Beispiel 6 mm.
[0011] Der erste Siebabschnitt weist bevorzugt mehrere gasdurchlässige, winkelig zueinander
stehende, faltenartige Flächenabschnitte auf, wobei zwischen den faltenartigen Flächenabschnitten
Zwickelräume gebildet sind, die abwechselnd auf einer Anströmseite und einer Abströmseite
der Siebanordnung liegen. Die auf diese Weise erzeugte Faltenstruktur des ersten Siebabschnitts
erzeugt eine große Anströmfläche, wodurch die Abscheideleistung verbessert wird. Gleichzeitig
befinden sich die Flächenabschnitte des ersten Siebabschnitts weitgehend in einem
Umfeld mit niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten, was sich ebenfalls positiv auf das
Abscheideverhalten des Grobascheabscheiders auswirkt. Geringe Rauchgasgeschwindigkeiten
im Bereich des Siebes können sich insbesondere auch auf die Standzeiten auswirken,
da die Erosion deutlich reduziert ist.
[0012] Der zweite Siebabschnitt schließt bevorzugt im wesentlichen bündig an die Oberkanten
der faltenartigen Flächenabschnitte an, wobei der zweite Siebabschnitt zuströmseitig
bevorzugt über die faltenartigen Flächenabschnitte vorspringt und diese teilweise
abdeckt. Auf diese Weise wird eine ordnungsgemäße Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Grobascheabscheiders gewährleistet.
[0013] Die faltenartigen Flächenabschnitte sind an ihren anströmseitigen hinteren Umlenkstellen
vorteilhaft jeweils über eine geschlossene Rinne miteinander verbunden, wobei die
geschlossenen Rinnen als Auffangrinnen für die abgeschiedenen Aschepartikel dienen.
Durch die Neigung der faltenartigen Flächenabschnitte werden die Aschepartikel von
der Strömung in die nicht durchströmten geschlossenen Rinnen am Ende jedes Zwickelraums
getragen. Durch die hier fehlenden Strömungskräfte werden diese dann der Schwerkraft
folgend über die Rinnen in den anströmseitig des Grobascheabscheiders angeordneten
Aschetrichter geleitet. Sind die faltenartigen Flächenabschnitte als Spaltsiebe ausgebildet,
so sind die Stäbe der Spaltsiebe bevorzugt in Richtung der geschlossenen Rinnen ausgerichtet,
wodurch der Austrageffekt über die geschlossenen Rinnen verstärkt wird.
[0014] Der erste und/oder der zweite Siebabschnitt besteht bevorzugt aus perforierten Blechen.
Alternativ können die Stäbe der Spaltsiebe natürlich auch geschweißt oder auf andere
Art und Weise erzeugt werden.
[0015] Schließlich umfaßt der erfindungsgemäße Grobascheabscheider bevorzugt eine Rüttel-
oder Klopfeinrichtung, die den Grobascheabscheider bzw. die Siebanordnung im bestimmungsgemäß
eingebauten Zustand bewegt. Die Bewegungen der Siebanordnung führen dazu, daß an der
Siebfläche anhaftende Aschepartikel abgeschüttelt werden. Die Rütteleinrichtung kann
beispielsweise in Form einer Vibrationseinrichtung vorgesehen sein, welche die Siebanordnung
mit einer geeigneten Frequenz vibrieren läßt. Auch kann die Siebanordnung bzw. der
gesamte Grobascheabscheider im bestimmungsgemäß angeordneten Zustand derart schwenkbar
gehalten sein, daß die Siebanordnung unter Einfluß der Strömungskräfte gegen einen
Anschlag oder dergleichen bewegt wird, wodurch an der Siebanordnung anhaftende Aschepartikel
abgeklopft werden. Gegebenenfalls können auch Rückstellmittel in Form von Federn oder
dergleichen vorgesehen sein, um eine hin und her schwenkende Bewegung zu realisieren.
Bevorzugt erfolgt die Abreinigung jedoch durch die Klopfeinrichtung.
[0016] Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Grobascheabscheiders
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung genauer beschrieben. Daran ist:
- Fig. 1
- eine schematische Teilansicht eines Kraftwerks mit einem Grobascheabscheider gemäß
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Ansicht des Grobascheabscheiders gemäß Fig. 1, welche die Gasströmung
und den Aschepartikelstrom im Bereich des Ascheabscheiders schematisch darstellt;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht des Grobascheabscheiders und
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Grobascheabscheiders.
[0017] Fig. 1 zeigt schematisch einen Kraftwerksabschnitt mit einem Kessel 10, der eine
einen Aschetrichter 12 aufweisende Brennkammer 14 sowie mehrere Wärmetauscher 16 umfaßt.
Stromabwärts der Wärmetauscher ist ein weiterer Aschetrichter 18 vorgesehen, an den
sich in Strömungsrichtung ein Rauchgaskanal 20 anschließt, der zu einem nicht dargestellten
Entstickungs-Katalaysator führt. Im Übergangsbereich zwischen dem Aschetrichter 18
und dem Rauchgaskanal 20 ist ein Grobascheabscheider 22 gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung vorgesehen.
[0018] Während des Betriebs des Kraftwerks werden bei der Verbrennung in der Brennkammer
14 Aschepartikel erzeugt, die zum Großteil unmittelbar über den Aschetrichter 12 abgezogen
werden, was in Fig. 1 durch den Pfeil 24 schematisch angedeutet ist. Ein Teil der
Aschepartikel wird jedoch von dem durch die Verbrennung erzeugten Rauchgasstrom in
Richtung der Pfeile 26 zum Rauchgaskanal 20 mitgerissen. Um zu verhindern, daß großvolumige
Aschepartikel über den Rauchgaskanal 20 zum Entstickungs-Katalysator gelangen und
diesen verstopfen, werden diese großvolumigen Aschepartikel mit Hilfe des Grobascheabscheiders
22 abgeschieden, im Aschetrichter 18 gesammelt und anschließend abgeführt, was in
Fig. 1 durch den Pfeil 28 schematisch angedeutet ist. Weisen die Katalysatorkanäle
des Entstickungs-Katalysators beispielsweise einen freien Durchmesser von 6,5 mm auf,
so werden mittels des Grobascheabscheiders 22 sämtliche Partikel abgeschieden, deren
maximale Abmessung 6 mm übersteigt, wodurch die Funktionsweise des Entstickungs-Katalysators
sichergestellt wird.
[0019] Eine vergrößerte Ansicht des in Fig. 1 mit dem Kreis 30 gekennzeichneten Bereichs
ist in Fig. 2 dargestellt. Eine perspektivische Ansicht des Grobascheabscheiders 22
ist in Fig. 3 und eine Seitenansicht des Grobascheabscheiders 22 in Fig. 4 dargestellt.
Der Grobascheabscheider 22 umfaßt eine Siebanordnung mit einem ersten Siebabschnitt
32 und einem zweiten Siebabschnitt 34. Der erste Siebabschnitt 32 umfaßt mehrere winklig
zueinander angeordnete, sich im wesentlichen senkrecht und bei der vorliegenden Ausführungsform
entsprechend quer zur Erstreckungsrichtung des Rauchgaskanals 20 erstreckende Flächenabschnitte
36, zwischen denen Zwickelräume 38 gebildet sind, die abwechselnd auf einer Anströmseite
und einer Abströmseite des Grobascheabscheiders 22 liegen. Zur Bildung der anströmseitigen
Zwickelräume 38 sind die entsprechenden Flächenabschnitte 36 über geschlossene Rinnen
40 miteinander verbunden, wobei die Rinnenöffnung in Richtung der Anströmseite des
Grobascheabscheiders 22 weist. Zur Bildung der abströmseitigen Zwickelräume 38 hingegen
sind die entsprechenden Flächenabschnitte 36 über plattenartige Stirnelemente 42 miteinander
verbunden. Die Stirnelemente können sowohl als Siebe als auch als geschlossene Bleche
oder Platten ausgebildet sein. Die Flächenabschnitte 36 sind vorliegend als Spaltsiebe
ausgebildet, die jeweils eine Vielzahl von parallel angeordneten Stäben umfassen.
Die einzelnen Stäbe sind in Richtung der Rinnen 40, vorliegend also horizontal ausgerichtet,
um ein Abgleiten von Aschepartikeln in Richtung der Rinnen 40 zu begünstigen, was
nachfolgend noch näher erläutert ist. Der zweite Siebabschnitt 34 schließt sich im
bestimmungsgemäß eingebauten Zustand des Grobascheabscheiders 22 oberhalb an den ersten
Siebabschnitt 32 an und ist in Bezug auf den ersten Siebabschnitt 32 in Abströmrichtung
um einen Winkel α geneigt, wobei der Winkel α ≤ 40°, besser noch ≤ 30° ist. Der zweite
Siebabschnitt 34 springt über die Flächenabschnitte 36 sowie über die Stirnelemente
42 vor, wodurch eine Abdeckung erzeugt wird, welche die anströmseitigen Zwickelräume
38 sowie die abströmseitigen Zwickelräume zumindest teilweise abdeckt. Auch der zweite
Siebabschnitt 34 ist als Spaltsieb ausgebildet, wobei die das Spaltsieb bildenden
Stäbe parallel zueinander angeordnet sind und sich im wesentlichen von unten aufwärts
erstrecken. Durch diese Ausrichtung der Stäbe werden auf den zweiten Siebabschnitt
34 aufprallende Aschepartikel automatisch in Richtung des Aschetrichters 18 gefördert,
was nachfolgend noch näher erläutert ist.
[0020] Fig. 2 zeigt schematisch die Gasströmung und die Aschepartikelbahnen im Bereich des
bestimmungsgemäß eingebauten Grobascheabscheiders 22, wobei die Pfeile 44 die Gasströmung
und die durchgezogenen Linien 46 die Aschepartikelbahnen repräsentieren. Die Gasströmung
steht auf nahezu sämtlichen Bereichen des zweiten Siebabschnitts 34 im wesentlichen
senkrecht, ausgenommen im obersten Teil, wo der Strömungsvektor auch eine Hangabtriebskomponente
aufweist. Die Aschepartikel andererseits treffen durch ihre nahezu senkrechte Bewegungsrichtung
im deutlichen Winkel auf den zweiten Siebabschnitt 34 und werden von hier abprallend
in den Aschetrichter 18 gefördert, was durch die Ausrichtung der die Stegsiebplatte
des zweiten Siebabschnitts 34 bildenden Stäbe begünstigt wird. Der zweite Siebabschnitt
34 dient somit im wesentlichen der Abscheidung von mit der Strömung mitgerissenen
Partikeln.
[0021] Der faltenartig aufgebaute, sich im wesentlichen senkrecht erstreckende erste Siebabschnitt
32 dient hingegen im wesentlichen der Abscheidung von Aschepartikeln, die über den
Aschetrichter 18 in Richtung des Rauchgaskanals 20 eingetragen werden. Die Aschepartikel
prallen auf die Flächenabschnitte 36 der anströmseitigen Zwickelräume 38 und werden
von dort aus mit der Strömung aufgrund der Neigung der Flächenabschnitte 36 und der
Ausrichtung der die Stegsiebplatten der Flächenabschnitte 36 bildenden Stäbe in die
Rinnen 40 gefördert, die am Ende jedes anströmseitigen Zwickelraums 38 vorgesehen
sind. Durch die in den Rinnen 40 fehlenden Strömungskräfte werden die Aschepartikel
dann der Schwerkraft folgend zurück in den Aschetrichter 18 geleitet. Die Bodenplatten
48 des Grobascheabscheiders 22 sind bevorzugt geschlossen ausgebildet, so daß durch
diese keine Aschepartikel in den Rauchgaskanal 22 gelangen können.
[0022] An dieser Stelle sei angemerkt, daß die Ausrichtung des ersten Siebabschnitts 32
entsprechend der Ausrichtung des Rauchgaskanals 20 gewählt wird, nämlich im wesentlichen
quer zu dieser. Im vorliegenden Fall ist die Ausrichtung des Rauchgaskanals 20 horizontal,
weshalb sich die Flächenabschnitte 36 des ersten Siebabschnittes 32 im wesentlichen
vertikal aufwärts erstrecken. Wird der Rauchgaskanal 20 hingegen in einem Winkel zur
Horizontalen vorgesehen, so ändert sich bevorzugt die Erstreckungsrichtung der Flächenabschnitte
36 des ersten Siebabschnitts 32 entsprechend.
[0023] Der Grobascheabscheider 22 verfügt vorteilhaft über eine nicht dargestellte Rüttel-
oder Klopfeinrichtung, über die der Grobascheabscheider 22 bewegt wird, um Aschepartikel
zu lösen, die an den Siebabschnitten 32 und 34 hängen geblieben sind. Die Rütteleinrichtung
kann beispielsweise über eine Vibrationseinrichtung realisiert werden, welche den
Grobascheabscheider 22 in Schwingungen vorbestimmter Frequenz versetzt. Alternativ
kann eine Klopfeinrichtung auf rein mechanischem Wege mit Hilfe einer schwenkbaren
Aufhängung des Grobascheabscheiders 22, gegebenenfalls von entsprechenden Rückstellmitteln
in Form von Federn oder dergleichen und eines Anschlags oder ähnlichem realisiert
werden, wobei der Grobascheabscheider 22 durch die vorherrschende Strömung bewegt
und gegen den Anschlag geklopft wird.
[0024] Es sollte klar sein, daß die zuvor beschriebene Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Grobascheabscheiders 22 nicht einschränkend ist. Vielmehr sind Modifikationen und
Änderungen möglich, ohne den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung zu verlassen,
der durch die beiliegenden Ansprüche definiert ist. So müssen beispielsweise die Bodenplatten
48 nicht geschlossen sein. Eine Ausbildung als Sieb ist ebenfalls denkbar.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 10
- Kessel
- 12
- Aschetrichter
- 14
- Brennkammer
- 16
- Wärmetauscher
- 18
- Aschetrichter
- 20
- Rauchgaskanal
- 22
- Grobascheabscheider
- 24
- Pfeil
- 26
- Pfeile
- 28
- Pfeil
- 30
- Kreis
- 32
- erster Siebabschnitt
- 34
- zweiter Siebabschnitt
- 36
- Flächenabschnitte
- 38
- Zwickelräume
- 40
- Rinnen
- 42
- Stirnelemente
- 44
- Pfeile
- 46
- Linien
- 48
- Bodenplatten
- 50
- α
1. Grobascheabscheider (22) zum Einbau in einen oder zum Anordnen an einem Rauchgaskanal
(20), umfassend eine Siebanordnung mit einem ersten Siebabschnitt (32), der sich im
bestimmungsgemäß eingebauten Zustand im wesentlichen quer zur Erstreckungsrichtung
des abströmseitigen Rauchgaskanals (20) erstreckt, und einem sich im bestimmungsgemäß
eingebauten Zustand oberhalb an den ersten Siebabschnitt (32) anschließenden zweiten
Siebabschnitt (34), der zum ersten Siebabschnitt (32) in Abströmrichtung geneigt ist.
2. Grobascheabscheider (22) nach Anspruch 1, wobei der Neigungswinkel (α) ≤ 40° ist.
3. Grobascheabscheider (22) nach Anspruch 1, wobei der Neigungswinkel (α) ≤ 30° ist.
4. Grobascheabscheider (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Siebanordnung
zumindest ein Spaltsieb aufweist.
5. Grobascheabscheider (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste
Siebabschnitt mehrere gasdurchlässige, winkelig zueinander stehende, faltenartige
Flächenabschnitte (36) aufweist, wobei zwischen den faltenartigen Flächenabschnitten
(36) Zwickelräume (38) gebildet sind, die abwechselnd auf einer Anströmseite und einer
Abströmseite der Siebanordnung liegen.
6. Grobascheabscheider (22) nach Anspruch 5, wobei sich der zweite Siebabschnitt (34)
im wesentlichen bündig an die Oberkanten der faltenartigen Flächenabschnitte (36)
anschließt.
7. Grobascheabscheider (22) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei der zweite Siebabschnitt
(34) zuströmseitig über die faltenartigen Flächenabschnitte (36) vorspringt.
8. Grobascheabscheider (22) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei die faltenartigen
Flächenabschnitte (36) an ihren anströmseitigen hinteren Umlenkstellen über geschlossene
Rinnen (40) miteinander verbunden sind.
9. Grobascheabscheider (22) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei der erste und/oder
der zweite Siebabschnitt (32, 34) aus perforierten Blechen bestehen.
10. Grobascheabscheider (22) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der eine Rüttel-
oder Klopfeinrichtung aufweist.
11. Grobascheabscheider (22) nach Anspruch 10, wobei die Siebanordnung im bestimmungsgemäß
eingebauten Zustand beweglich gehalten ist.