[0001] Die Erfindung betrifft ein Stahlflachprodukt, das aus einem Stahlsubstrat, wie Stahlband
oder -blech, und einem auf mindestens einer der Seiten des Stahlsubstrats aufgebrachten,
auf Zink basierenden Korrosionsschutzüberzug gebildet ist. Darüber hinaus betrifft
die Erfindung ein Verfahren, mit dem sich derartige Stahlflachprodukte herstellen
lassen.
[0002] Zur Verbesserung ihrer Beständigkeit gegen Korrosion werden insbesondere auf Stahlblechen
oder -bändern metallische Überzüge aufgebracht, die in der überwiegenden Zahl der
Anwendungsfälle auf Zink oder Zinklegierungen basieren. Solche Zink- bzw. Zinklegierungsüberzüge
schützen aufgrund ihrer Barriere- und kathodischen Schutzwirkung das entsprechend
beschichtete Stahlblech im praktischen Einsatz gut gegen Korrosion.
[0003] Die beim Stand der Technik für eine ausreichende Korrosionsbeständigkeit erforderliche
Dicke des Überzugs bringt jedoch Probleme bei der Verarbeitung, d. h. beim Umformen
und Verschweißen mit sich. Dies gilt z. B. dann, wenn im praktischen Einsatz hoch
korrosionsbelastete Flansche mittels Punktschweißen verschweißt werden sollen. Diese
Anforderung besteht insbesondere im Bereich des Baus von Automobilkarosserien, bei
allgemeinen Bauanwendungen oder beim Bau von Gehäusen für die Haustechnik. Die bei
einer solchen Schweißung erzeugte Verbindung soll bei ausreichendem Schweißstrom einen
Mindestpunktdurchmesser von 4 x
√t (t = Einzelblechdicke) aufweisen und spritzerfrei schweißbar sein.
[0004] Vor dem Hintergrund der Probleme bei der Verarbeitung von konventionell mit einer
Zn-Schicht großer Dicke beschichteten Blechen sind hochkorrosionsbeständige Zn-Mg-
bzw. Zn-Mg-Al-Schichtsysteme entwickelt worden, die bei deutlich verminderter Schichtdicke
einen mit einer konventionellen, 7,5 µm dicken Zinkbeschichtung vergleichbaren Korrosionsschutz
bieten, jedoch eine signifikant bessere Verarbeitbarkeit aufweisen.
[0005] Eine Möglichkeit, solcherart feuerverzinkte Stahlbleche mit erhöhter Korrosionsbeständigkeit
bei gleichzeitig vermindertem Auflagengewicht herzustellen, ist in der
EP 0 038 904 B1 beschrieben. Gemäß diesem Stand der Technik wird durch Schmelztauchbeschichten auf
ein Stahlsubstrat eine 0,2 Gew.-% Al und 0,5 Gew.-% Mg enthaltende Zinkbeschichtung
aufgebracht. Auch wenn das derart beschichtete Blech eine verbesserte Beständigkeit
gegen Rostbildung aufweisen soll, erfüllt es in der Praxis die heute an die Korrosionsbeständigkeit
solcher Bleche insbesondere im Bereich der Anschlussflansche einer Automobilkarosserie
gestellten Anforderungen jedoch nicht.
[0006] Ein weiteres mit einem metallischen Schutzüberzug versehenes Blech mit verbesserter
Korrosionsbeständigkeit ist aus der
EP 1 621 645 A1 bekannt. Das dort beschriebene Stahlblech ist durch konventionelles Feuerverzinken
mit einem Schutzüberzug versehen, der (in Gew.-%) 0,3 - 2,3 % Mg, 0,6 - 2,3 % Al,
optional < 0,2 % sonstige wirksame Bestandteile und als Rest Zn sowie unvermeidbare
Verunreinigungen enthält. Durch den hohen Al- und Mg-Anteil weist ein solches Blech
eine besonders gute Korrosionsbeständigkeit auf. Praktische Versuche haben jedoch
ergeben, dass auch gemäß der
EP 1 621 645 A1 beschaffene Bleche die von der verarbeitenden Industrie an die Verschweißbarkeit
solcher Bleche gestellten Anforderungen nicht erfüllen. Auch zeigt sich, dass die
betreffenden Bleche eine nach heutigen Maßstäben nur unzureichende Eignung zum Phosphatieren
besitzen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung bestand daher darin, ein Stahlflachprodukt zu schaffen,
das eine optimale Kombination von hoher Korrosionsbeständigkeit und optimierter Verarbeitbarkeit
besitzt und welches sich insbesondere für die Verwendung als Werkstoff für den Automobilkarosseriebau,
für allgemeine Bauzwecke oder für den Hausgerätebau eignet. Ebenso sollte ein Verfahren
zur Herstellung eines solchen Flachprodukts angegeben werden.
[0008] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß in Bezug auf das Produkt durch ein Stahlflachprodukt,
das aus einem Stahlsubstrat, wie einem Stahlband oder -blech, und einem mindestens
auf eine Seite des Stahlsubstrats aufgetragenen zinkbasierten Korrosionsschutzüberzug
gebildet ist, der in (in Gew.-%) 0,25 - 2,5 % Mg, 0,2 - 3,0 % Al, ≤ 4,0 % Fe, sowie
wahlweise in Summe bis zu 0,8 % an einem oder mehreren Elementen aus der Gruppe "Pb,
Bi, Cd, Ti, B, Si, Cu, Ni, Co, Cr, Mn, Sn sowie Seltene Erden", Rest Zink und unvermeidbare
Verunreinigungen enthält, wobei der Korrosionsschutzüberzug in einer Zwischenschicht,
die sich zwischen einer unmittelbar an die Oberfläche des Stahlflachprodukts angrenzenden
Oberflächenschicht und einer an das Stahlsubstrat angrenzenden Grenzschicht erstreckt
und deren Dicke mindestens 20 % der Gesamtdicke des Korrosionsschichtüberzugs beträgt,
einen Al-Gehalt von höchstens 0,5 Gew.-% aufweist. In entsprechender Weise ist die
oben angegebene Aufgabe in Bezug auf ein Verfahren zur Herstellung eines Stahlflachprodukts,
bei dem auf ein Stahlsubstrat, wie einem Stahlband oder einem -blech, ein Korrosionsschutzüberzug
erzeugt wird, indem das Stahlsubstrat geglüht und ausgehend von der Glühtemperatur
auf eine Bandeintrittstemperatur von 400 - 600 °C gekühlt wird, mit der das Stahlsubstrat
in ein (in Gew.-%) 0,1 - 0,4 % Al, 0,25 - 2,5 % Mg, bis zu 0,2 % Fe, Rest Zink sowie
unvermeidbare Verunreinigungen enthaltendes und auf eine Badtemperatur von 420 - 500
°C erwärmtes Schmelzbad eintritt, wobei die Differenz zwischen der Bandeintauchtemperatur
und der Badtemperatur im Bereich von -20 °C bis +100 °C so variiert wird, dass auf
dem Stahlsubstrat ein Korrosionsschutzüberzug gebildet wird, der in (in Gew.-%) 0,25
- 2,5 % Mg, 0,2 - 3,0 % Al, ≤ 4,0 % Fe sowie wahlweise in Summe bis zu 0,8 % an einem
oder mehreren Elementen aus der Gruppe "Pb, Bi, Cd, Ti, B, Si, Cu, Ni, Co, Cr, Mn,
Sn sowie Seltene Erden", Rest Zink und unvermeidbare Verunreinigungen enthält und
der in einer Zwischenschicht, die sich zwischen einer unmittelbar an die Oberfläche
des Stahlflachprodukts angrenzenden Oberflächenschicht und einer an das Stahlsubstrat
angrenzenden Grenzschicht erstreckt und deren Dicke mindestens 20 % der Gesamtdicke
des Korrosionsschichtüberzugs beträgt, einen Al-Gehalt von höchstens 0,5 Gew.-% aufweist.
[0009] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass allgemeine Eigenschaften wie z.
B. Haftung und auch Schweißeignung eines mit einem vor Korrosion schützenden Zn-Mg-Al-Überzug
versehenen Stahlblechs oder -bands entscheidend von der Verteilung des Aluminiums
in der Überzugsschicht abhängt. So hat sich überraschend herausgestellt, dass dann,
wenn, wie von der Erfindung vorgegeben, in einer oberflächennahen Zwischenschicht
ausreichender Dicke erfindungsgemäß geringe Al-Gehalte vorhanden sind, eine gegenüber
konventionell ausgebildeten Blechen verbesserte Schweißeignung gegeben ist, obwohl
der Al-Gehalt des Überzugs insgesamt auf einem Niveau liegt, durch das ein hoher Korrosionsschutz
gewährleistet ist. Die dementsprechend bei erfindungsgemäß ausgebildeten Blechen im
Bereich der Grenzschicht am Übergang zum Stahlsubstrat hohe Al-Konzentration bewirkt
dabei, dass die positive Wirkung des Aluminiums auf den Korrosionsschutz trotz des
geringen Anteils an Al in der Zwischenschicht erhalten bleibt.
[0010] Dabei zeigen erfindungsgemäß ausgebildete Stahlflachprodukte ebenfalls in Folge der
geringen Gehalte an Al auf ihrer Oberfläche und in der Zwischenschicht eine besonders
gute Eignung zur Phosphatierung, so dass sie beispielsweise ohne besondere zusätzliche
Maßnahmen mit einer organischen Lackbeschichtung versehen werden können.
[0011] Elemente aus der Gruppe Pb, Bi, Cd, Ti, B, Si, Cu, Ni, Co, Cr, Mn, Sn sowie Seltene
Erden können bis zu einer Summe ihrer Gehalte von 0,8 Gew.-% im erfindungsgemäßen
Überzug vorhanden sein. Pb, Bi und Cd können dabei zur Ausbildung einer größeren Kristallstruktur
(Zinkblume), Ti, B, Si zur Verbesserung der Umformbarkeit, Cu, Ni, Co, Cr, Mn zur
Beeinflussung der Grenzschichtreaktionen, Sn Beeinflussung der Oberflächenoxidation
und seltene Erden, insbesondere Lanthan und Cer, zur Verbesserung des Fließverhaltens
der Schmelze zugegeben werden. Zu den Verunreinigungen, die in einem erfindungsgemäßen
Korrosionsschutzüberzug enthalten sein können, zählen auch die Bestandteile, die in
Folge des Schmelztauchbeschichtens aus dem Stahlsubstrat in Mengen in den Überzug
gelangen, durch die die Eigenschaften des Überzugs nicht beeinflusst werden.
[0012] Es hat sich gezeigt, dass bei den relativ niedrigen Al-Gehalten eines zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendeten Schmelzenbades durch eine geeignete Einstellung
der Bandeintauch- und / oder der Badtemperatur selbst die Ausprägung des erfindungsgemäß
angestrebten Schichtaufbaus direkt beeinflusst werden kann. Durch die erfindungsgemäße
Verfahrensführung wird dabei erreicht, dass sich in der zum Stahlsubstrat angrenzenden
Grenzschicht hohe Al- und Mg-Gehalte anreichern, während in der Zwischenschicht insbesondere
niedrige Al-Gehalte vorhanden sind. Dabei kommt der Differenz zwischen der Temperatur
des Bandes beim Eintauchen und der Temperatur des Schmelzenbades eine besondere Bedeutung
zu. Indem diese Differenz im Bereich von -20 °C bis 100 °C, bevorzugt -10 °C - 70
°C, variiert wird, lässt sich die erfindungsgemäß minimierte Anwesenheit von Al in
der Zwischenschicht sicher und gezielt einstellen.
[0013] Besonders günstige Schweißeigenschaften stellen sich dann ein, wenn der Aluminiumgehalt
der Zwischenschicht so weit wie möglich reduziert ist. Daher sieht eine vorteilhafte
Ausgestaltung der Erfindung vor, dass der Al-Gehalt der Zwischenschicht auf 0,25 Gew.-%
beschränkt ist.
[0014] Darüber hinaus wirkt sich der durch die Erfindung genutzte Schichtaufbau dann besonders
positiv auf die Schweißeignung und die Phosphatierbarkeit bei gleichzeitig nach wie
vor guter Korrosionsschutzwirkung des Überzuges aus, wenn die Dicke der Zwischenschicht
erfindungsgemäß mindestens 25 % der Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs beträgt.
Die hier und in den Ansprüchen enthaltenen Angaben zum Aufbau der Korrosionsüberzugsschicht
und ihrer einzelnen Schichten beziehen sich auf ein mit einer GDOS-Messung (glow discharge
optical emission spectrometry) ermitteltes Schichtprofil. Bei dem beispielsweise im
VDI-Lexikon Werkstofftechnik, hrsg. von Hubert Gräfen, VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf
1993 beschriebenen GDOS-Messverfahren handelt es sich um ein Standardverfahren zum
schnellen Erfassen eines Konzentrationsprofils von Beschichtungen.
[0015] Bei erfindungsgemäß beschaffenen Stahlflachprofilen zeigt eine solche GDOS-Messung,
dass sich in der unmittelbar an die Oberfläche des Überzugs angrenzenden Oberflächenschicht
in Folge von Oxidation herstellungsbedingt unvermeidbar ein erhöhter Al-Gehalt einstellt.
Da die Dicke dieser Oberflächenschicht verglichen mit der Gesamtdicke des Überzuges
jedoch sehr gering ist, wird die Oberflächenschicht beim Verschweißen eines erfindungsgemäßen
Stahlflachprodukts leicht durchbrochen und beeinflusst das Schweißergebnis nur unwesentlich.
Um einen möglicherweise negativen Einfluss der höhere Al-Gehalte aufweisenden Oberflächenschicht
auszuschließen, sollte die Dicke der Oberflächenschicht auf weniger als 10 %, insbesondere
weniger als 1 % der Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs beschränkt werden. Praktische
Untersuchungen haben bestätigt, dass bei erfindungsgemäß beschaffenen Stahlflachprodukten
die Oberflächenschicht jeweils maximal 0,2 µm stark ist, so dass bei üblichen Überzugsdicken
von 6 µm und mehr der Anteil der Oberflächengrenzschicht an der Gesamtdicke der Überzugsauflage
bei etwa 3,5 % und weit darunter liegt.
[0016] Bei erfindungsgemäßen Stahlflachprodukten weist der Überzug bevorzugt Gehalte an
Fe auf, die mehr als 0,3 Gew.-%, insbesondere mehr als 0,4 Gew.-% oder sogar mehr
als 0,5 Gew.-% betragen. Die relativ hohen Fe-Gehalte sind dabei insbesondere im Bereich
der an das Stahlsubstrat angrenzenden Grenzschicht vorhanden. In dieser kommt es bevorzugt
zu einer Legierungsbildung, durch die eine optimierte Haftung des Überzugs auf dem
Stahlsubstrat gewährleistet ist. Auf diese Weise weist ein erfindungsgemäß beschaffenes
Stahlflachprodukt Gebrauchseigenschaften auf, die den konventionellen Stahlflachprodukten
auch dann überlegen sind, wenn sie hohe Mg- und Al-Gehalte in ihrem Schutzüberzug
aufweisen.
[0017] Um zusätzlich zum erfindungsgemäßen Schichtaufbau des Korrosionsschutzüberzugs die
Verschweißbarkeit und Phosphatierbarkeit eines erfindungsgemäßen Stahlflachprodukts
weiter zu optimieren, kann der Al-Gehalt des Korrosionsschutzüberzugs auf weniger
als 0,6 Gew.-%, insbesondere weniger als 0,5 Gew.-% beschränkt werden.
[0018] Um seine Wirkung zu sichern, sollte die Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs
mindestens 2,5 µm, insbesondere mindestens 7 µm betragen. Dabei erweisen sich Auflagengewichtsverteilung
des Korrosionsschutzüberzugs von mindestens 100 g/m
2 als hinsichtlich seiner Schutzwirkung besonders günstig. Trotz höherer Auflagenstärke
und Dicke des Korrosionsschutzüberzugs wird auf Grund der erfindungsgemäß vorgeschriebenen
Verteilung seines Al-Gehalts die Schweißbarkeit nicht negativ beeinträchtigt.
[0019] Besonders gute Produktergebnisse stellen sich ein, wenn die Badtemperatur des Schmelzenbades
440 - 480 °C beträgt.
[0020] Überraschend hat sich herausgestellt, dass die Geschwindigkeit, mit der das Stahlsubstrat
das Schmelzenbad durchläuft, nur einen untergeordneten Einfluss auf das Beschichtungsergebnis
hat. Daher kann sie beispielsweise im Bereich von 50 - 200 m/min variiert werden,
um das jeweils optimale Arbeitsergebnis bei maximaler Produktivität zu erzielen.
[0021] Die dem Schmelzenbad vorausgehende Glühung des Stahlbands sollte unter einer Schutzgasatmosphäre
durchgeführt werden, um eine Oxidation der Blechoberfläche zu vermeiden. Dazu kann
die Schutzgasatmosphäre in an sich bekannter Weise mehr als 3,5 Vol.-% H
2 und jeweils als Rest N
2 enthalten. Die Glühtemperatur kann dabei in ebenfalls an sich bekannter Weise im
Bereich von 700 - 900 °C liegen.
[0022] Indem die Badeintrittstemperatur des Stahlsubstrats im Bereich von -20 °C bis +100
°C von der Temperatur des Schmelzenbades abweicht, wird auch erreicht, dass das Schmelzenbad
seine optimale Temperatur trotz des Eintritts des Stahlsubstrats gleichmäßig beibehält.
[0023] Das Schmelzenbad selbst enthält bevorzugt allenfalls Spuren von Eisen, da sich erfindungsgemäß
der Fe-Gehalt der Korrosionsüberzugsschicht durch Einlegierung von Eisen einstellen
soll, der aus dem Stahlsubstrat stammt. Dementsprechend ist der Fe-Gehalt des Schmelzenbades
bevorzugt auf höchstens 0,1 Gew.-%, insbesondere höchstens 0,07 Gew.-% beschränkt.
[0024] Die gute Verarbeitbarkeit, der gleichzeitig gute Korrosionsschutz und die gute Phosphatierbarkeit
sind unabhängig von der Art und Beschaffenheit des Stahlsubstrats gegeben. So haben
praktische Versuche ergeben, dass keine wesentlichen Unterschiede in den Eigenschaften
von erfindungsgemäß beschaffenen Stahlflachprodukten eintreten, wenn es sich bei dem
Stahlsubstrat um einen IF-Stahl, beispielsweise einen konventionellen mikro-legierten
Stahl, oder einen normal legierten Stahl, wie einem konventionellen Qualitätsstahl,
handelt.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen:
- Diag. 1
- die bildliche Darstellung der durch eine GDOS-Messung ermittelten Verteilung der Gehalte
an Zn, Mg, Al und Fe über die Dicke eines auf einem Stahlsubstrat aufgebrachten ersten
Korrosionsschutzüberzugs;
- Diag. 2
- die bildliche Darstellung der Verteilung der durch eine GDOS-Messung ermittelten Gehalte
an Zn, Mg, Al und Fe über die Dicke eines auf einem Stahlsubstrat aufgebrachten zweiten
Korrosionsschutzüberzugs.
[0026] Zur Herstellung von erfindungsgemäß ausgebildeten, gut punktschweißbaren und phosphatierbaren
Proben von Stahlflachprodukten mit hoher Korrosionsbeständigkeit ist auf ein als Stahlsubstrat
dienendes Stahlband unter einer 5 % H
2 enthaltenden Stickstoffatmosphäre, deren Taupunkt bei -30 °C ± 2 °C lag, für eine
Haltezeit von jeweils 60 s geglüht worden. Die Glühtemperatur betrug 800 °C bei einer
Aufheizrate von 10 °C/s.
[0027] Nach dem Glühen ist das Stahlband mit einer Abkühlrate von 5 bis 30 °C/s beschleunigt
auf eine Temperatur von 470 °C ± 5 °C abgekühlt worden, auf der es für 30 s gehalten
worden ist. Anschließend ist das Stahlband mit einer Bandeintauchgeschwindigkeit von
100 m/min in ein Schmelzenbad geleitet worden, dessen Badtemperatur 460 °C ± 5 °C
betrug. Die Badeintrittstemperatur des Stahlbands lag jeweils 5 °C oberhalb der Badtemperatur
des Schmelzenbades.
[0028] Die jeweilige Zusammensetzung des Schmelzenbades sowie die Analysen des sich durch
die Feuerverzinkung im Schmelzenbad auf der Ober- und Unterseite des Korrosionsschutzüberzuges
sind in Tabelle 1 für zwölf in der voranstehend beschriebenen Weise beschichtete Proben
E1 - E12 - soweit ermittelt - zusammengestellt. Es zeigt sich, dass die auf dem Stahlsubstrat
jeweils gebildeten Überzüge hohe Anteile an Fe aufweisen. Die im Zuge der Erzeugung
des Überzugs eingetretene Auflegierung mit Fe stellt ein besonders hohes Haftungsvermögen
des Überzugs auf dem Stahlsubstrat sicher.
[0029] Darüber hinaus ergaben Analysen der Verteilung der Gehalte an Zn, Al, Mg und Fe über
die Dicke des jeweils auf dem Stahlsubstrat gebildeten Korrosionsschutzüberzugs, dass
der Al-Gehalt des Überzugs in einer oberflächennahen Zwischenschicht, deren Dicke
jeweils mehr als 25 % der Auflagendicke (Gesamtdicke) des Überzugs beträgt, jeweils
unter 0,2 % liegt. Die entsprechende Verteilung über die Dicke D (Oberfläche D = 0
µm) ist für die Proben E1 und E2 in den Diagrammen 1 und 2 bildlich dargestellt.
[0030] In den Diagrammen ist zu erkennen, dass sich an der Oberfläche des jeweiligen Überzugs
eine Oberflächengrenzschicht gebildet hat, deren Al-Gehalt in Folge von Oxidation
hoch ist. Die Dicke dieser Oberflächengrenzschicht liegt jedoch bei maximal 0,2 µm
und wird daher beim Punkt- oder Laserschweißen leicht durchbrochen, ohne dass es zu
einer Beeinträchtigung der Qualität des Schweißergebnisses kommt.
[0031] An die Oberflächengrenzschicht schließt sich die etwa 2,5 µm dicke Zwischenschicht
an, deren Al-Gehalt jeweils unter 0,2 % liegt. Die Dicke der Zwischenschicht liegt
somit bei rund 36 % der Gesamtauflagendicke des jeweiligen Korrosionsschutzüberzugs
von 7 µm.
[0032] Die Zwischenschicht geht über in eine am Stahlsubstrat anliegende Grenzschicht, in
der die Gehalte an Al, Mg und Fe gegenüber den korrespondierenden Gehalten der Zwischenschicht
deutlich angestiegen sind.
[0033] Um die Abhängigkeit des Schichtaufbaus und der Zusammensetzung eines erfindungsgemäß
erzeugten Korrosionsüberzugs vom jeweils verarbeiteten Stahlsubstrat und von der Badeintritts-
bzw. Badtemperatur zu überprüfen, sind basierend auf einem konventionellen mikro-legierten
Stahl IF und einem ebenso konventionellen Qualitätsstahl QS weitere Proben E13 - E22
im Laborversuch mit einem Korrosionsschutzüberzug erzeugt worden. Die Zusammensetzung
der Stähle IF und QS sind in Tabelle 3 angegeben.
[0034] Die bei den Laborversuchen eingestellten Betriebsparameter sowie eine Analyse der
entsprechend erzeugten Überzugsschicht sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Es zeigte
sich, dass das Ergebnis der Beschichtung insbesondere im Hinblick auf die Einbindung
von hohen aus dem Stahlsubstrat stammenden Fe-Gehalten und die Ausbildung der oberflächennahen
Zwischenschicht mit unterhalb von 0,25 Gew.-% liegenden Al-Gehalten unabhängig von
der Zusammensetzung des Stahlsubstrats ist.
[0035] Insgesamt haben an den Proben E1 - E22 vorgenommene Untersuchungen bestätigt, dass
bei einem erfindungsgemäß erzeugten Korrosionsschutzüberzug in der unmittelbar an
die Oberfläche des Überzugs angrenzenden Oberflächengrenzschicht die Elemente Mg und
Al als Oxid angereichert vorhanden sind. Daneben liegt Zn-Oxid an der Oberfläche vor.
[0036] Zusätzlich sind Betriebsversuche B1 - B19 durchgeführt worden, bei denen als Stahlsubstrat
aus dem Qualitätsstahl QS bestehende Stahlbänder verwendet worden sind. Die dabei
eingestellten Betriebsparameter, die jeweilige Schmelzenbadzusammensetzung sowie eine
Analyse des jeweils auf dem Stahlsubstrat erhaltenen Korrosionsschutzschicht sind
in Tabelle 4 angegeben.
[0037] Die Betriebsversuche haben das Ergebnis der vorangegangenen Laborversuche im vollen
Umfang bestätigt. Die Dicke der die oberflächige Oxidation aufnehmenden Oberflächengrenzschicht
beträgt bei den untersuchten Proben max. 0,2 µm und liegt bezogen auf das bei einer
GDOS-Messung ermittelte Schichtprofil jeweils im Bereich von bis zu 2,7 % der Gesamtauflagendicken.
Der Betrag der Al-Anreicherung an der unmittelbaren Oberfläche liegt maximal bei etwa
1 Gew.-%. Daran schließt sich bis zu einer Dicke von mindestens 25 % der Gesamtauflage
des Überzuges die Zwischenschicht mit niedrigem Al-Gehalt von maximal 0,25 Gew.-%
an. In der Grenzschicht steigt danach der Al-Gehalt bis 4,5 % an der Grenze zum Stahlsubstrat
an. Die Mg-Anreicherung an der unmittelbaren Oberfläche des Überzugs ist deutlich
größer als die Al-Anreicherung. Es werden hier Mg-Anteile von bis zu 20 % erreicht.
Danach nimmt der Mg-Anteil über die Zwischenschicht ab und beträgt in einer Tiefe
von etwa 25 % der Gesamtauflagendicke des Überzuges 0,5 bis 2 %. Über die Grenzschicht
findet dann ein Anstieg auch des Mg-Gehaltes in Richtung des Stahlsubstrats ab. An
der Grenze zum Stahlsubstrat beträgt der Mg-Gehalt bis zu 3,5 %.
Tabelle 1
Probe |
Schmelzenbad |
Schichtanalyse Oberseite |
Schichtanalyse Unterseite |
Al |
Fe |
Mg |
Al |
Fe |
Mg |
Auflagen-gewicht |
Auflage dicke |
Al |
Fe |
Mg |
Auflagen-gewicht |
Auflage dicke |
% *) |
% *) |
g/m2 |
µm |
% *) |
g/m2 |
µm |
E1 |
0,201 |
0,011 |
1,589 |
1,16 |
1,06 |
1,52 |
41,5 |
7,0 |
n.e. |
n.e. |
n.e. |
n.e |
9,0 |
E2 |
0,205 |
0,090 |
2,024 |
1,18 |
1,07 |
1,90 |
40,5 |
7,0 |
n.e. |
n.e. |
n.e. |
n.e |
8,5 |
E3 |
0,189 |
0,021 |
0,733 |
0,47 |
0,37 |
0,75 |
75,9 |
10,6 |
n.e. |
n.e. |
n.e. |
n.e |
7,7 |
E4 |
0,189 |
0,021 |
0,733 |
0,66 |
0,58 |
0,75 |
50,0 |
6,7 |
1,61 |
1,69 |
0,77 |
17,6 |
2,1 |
E5 |
0,202 |
0,013 |
0,790 |
1,38 |
1,37 |
0,76 |
20,7 |
4,0 |
n.e. |
n.e. |
n.e. |
n.e |
2,9 |
E6 |
0,209 |
n.e. |
0,825 |
0,63 |
0,55 |
0,81 |
47,8 |
-n.e. |
0,71 |
0,61 |
0,82 |
43,5 |
n.e. |
E7 |
0,218 |
n.e. |
0,498 |
0,87 |
0,8 |
0,48 |
37,4 |
n.e. |
1,22 |
1,25 |
0,48 |
24,4 |
n.e. |
E8 |
0,218 |
n.e. |
0,498 |
0,69 |
0,57 |
0,47 |
57,3 |
n.e. |
1,19 |
1,11 |
0,48 |
30,1 |
n.e. |
E9 |
0,231 |
n.e. |
1,265 |
1,16 |
1,13 |
1,29 |
35,1 |
n.e. |
1,96 |
2,15 |
1,29 |
20,0 |
n.e. |
E10 |
0,231 |
n.e. |
1,265 |
1,12 |
1,11 |
1,24 |
28,7 |
n.e. |
1,35 |
1,42 |
1,24 |
21,4 |
n.e. |
E11 |
0,196 |
n.e. |
0,288 |
1,65 |
1,94 |
n.e. |
27,3 |
n.e. |
2,96 |
3,88 |
0,27 |
14,6 |
n.e. |
E12 |
0,200 |
0,011 |
0,297 |
1,02 |
1,09 |
n.e. |
43,2 |
n.e. |
0,59 |
0,62 |
0,27 |
83,8 |
n.e. |
*) Rest Zn und unvermeidbare Verunreinigungen; n.e. = nicht ermittelt |
Tabelle 2
Probe |
Stahl |
Glüh-temp. |
Badeintritts temperatur |
Bad-temperatur |
Auflagen-gewicht |
Al |
Fe |
Mg |
Al |
Fe |
Mg |
[°C] |
[°C] |
[°C] |
[g/m2] |
[%] |
[g/m2] |
E13 |
IF |
800 |
445 |
440 |
51,6 |
0,52 |
0,36 |
1,21 |
0,27 |
0,19 |
0,62 |
E14 |
QS |
800 |
445 |
440 |
55,9 |
0,56 |
0,40 |
1,16 |
0,31 |
0,22 |
0,65 |
E15 |
IF |
800 |
465 |
460 |
64,3 |
0,81 |
0,75 |
1,15 |
0,52 |
0,48 |
0,74 |
E16 |
QS |
750 |
465 |
460 |
54,1 |
0,98 |
0,84 |
1,21 |
0,53 |
0,45 |
0,65 |
E17 |
IF |
800 |
485 |
460 |
49,4 |
1,08 |
0,97 |
1,18 |
0,53 |
0,48 |
0,58 |
E18 |
QS |
750 |
485 |
460 |
55,1 |
0,97 |
0,84 |
1,19 |
0,53 |
0,46 |
0,66 |
E19 |
IF |
800 |
500 |
460 |
54,3 |
1,14 |
1,08 |
1,20 |
0,62 |
0,59 |
0,65 |
E20 |
QS |
750 |
500 |
460 |
36,7 |
1,50 |
1,41 |
1,19 |
0,55 |
0,52 |
0,44 |
E21 |
IF |
800 |
485 |
480 |
62,4 |
1,15 |
1,26 |
1,15 |
0,72 |
0,79 |
0,72 |
E22 |
QS |
750 |
485 |
480 |
43,6 |
1,57 |
1,68 |
1,16 |
0,68 |
0,73 |
0,51 |
Tabelle 3
Stahl |
C |
Si |
Mn |
P |
S |
Ti |
Al |
[Gew.-%] |
IF |
0,003 |
0,02 |
0,13 |
0,010 |
0,012 |
0,07 |
0,03 |
QS |
0,07 |
0,04 |
0,40 |
0,012 |
0,005 |
0,005 |
0,04 |
Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen |
Tabelle 4
Versuch |
Bandeintauch-temperatur BET |
Bad-temperatur BT |
Differenz BET-BT |
Überzugdicke |
Auflagen-gewicht |
Al |
Fe |
Mg |
Al |
Fe |
[°C] |
[µm] |
[g/m2] |
[Gew.-%] *) |
[g/m2] |
B1 |
516 |
466 |
50 |
4,9 |
34,7 |
1,61 |
1,46 |
0,81 |
0,56 |
0,51 |
B2 |
536 |
478 |
58 |
7,8 |
55,1 |
1,00 |
0,88 |
0,82 |
0,55 |
0,48 |
B3 |
500 |
472 |
28 |
11,4 |
80,6 |
0,65 |
0,51 |
0,82 |
0,52 |
0,41 |
B4 |
522 |
472 |
50 |
10,2 |
72,1 |
0,94 |
0,82 |
0,81 |
0,68 |
0,59 |
B5 |
493 |
467 |
26 |
5,7 |
40,2 |
0,66 |
0,47 |
0,81 |
0,27 |
0,19 |
B6 |
457 |
456 |
1 |
11,2 |
79,2 |
0,43 |
0,20 |
0,81 |
0,34 |
0,15 |
B7 |
483 |
464 |
19 |
4,8 |
34,4 |
0,97 |
0,92 |
0,83 |
0,33 |
0,32 |
B8 |
509 |
466 |
43 |
9,2 |
65,5 |
0,72 |
0,61 |
0,81 |
0,47 |
0,40 |
B9 |
509 |
466 |
43 |
9,5 |
67,7 |
0,84 |
0,74 |
0,81 |
0,57 |
0,50 |
B10 |
506 |
471 |
35 |
7,0 |
49,6 |
1,14 |
1,05 |
0,81 |
0,56 |
0,52 |
B11 |
506 |
471 |
35 |
5,2 |
37,1 |
1,13 |
1,05 |
0,81 |
0,42 |
0,39 |
B12 |
521 |
457 |
64 |
5,5 |
39,1 |
1,32 |
1,22 |
0,81 |
0,51 |
0,48 |
B13 |
521 |
457 |
64 |
8,1 |
57,6 |
1,01 |
0,94 |
0,81 |
0,58 |
0,54 |
B14 |
479 |
460 |
19 |
7,3 |
51,8 |
0,55 |
0,41 |
1,11 |
0,28 |
0,21 |
B15 |
479 |
460 |
19 |
10,7 |
75,8 |
0,46 |
0,29 |
1,10 |
0,35 |
0,22 |
B16 |
460 |
471 |
-11 |
4,3 |
30,7 |
0,66 |
0,56 |
1,11 |
0,20 |
0,17 |
B17 |
460 |
471 |
-11 |
7,1 |
50,5 |
0,47 |
0,32 |
1,11 |
0,24 |
0,16 |
B18 |
460 |
460 |
0 |
7,2 |
50,9 |
0,48 |
0,32 |
1,11 |
0,24 |
0,16 |
B19 |
460 |
460 |
0 |
4,6 |
32,6 |
0,79 |
0,65 |
1,11 |
0,26 |
0,21 |
Mittel |
494 |
466 |
28 |
7,4 |
52,9 |
0,83 |
0,42 |
0,70 |
0,35 |
0,91 |
Max |
536 |
478 |
64 |
11,4 |
80,6 |
1,61 |
0,68 |
1,46 |
0,59 |
1,11 |
Min |
457 |
456 |
-11 |
4,3 |
30,7 |
0,43 |
0,20 |
0,20 |
0,15 |
0,81 |
*) Rest Zn und unvermeidbare Verunreinigungen; |
1. Stahlflachprodukt, das aus einem Stahlsubstrat, wie einem Stahlband oder -blech, und
einem mindestens auf eine Seite des Stahlsubstrat aufgetragenen zinkbasierten Korrosionsschutzüberzug
gebildet ist, der in (in Gew.-%)
Mg: |
0,25 - 2,5 %, |
Al: |
0,2 - 3,0 %, |
Fe: |
≤ 4,0 %, |
sowie wahlweise in Summe bis zu 0,8 % an einem oder mehreren Elementen aus der Gruppe
"Pb, Bi, Cd, Ti, B, Si, Cu, Ni, Co, Cr, Mn, Sn sowie Seltene Erden", Rest Zink und
unvermeidbare Verunreinigungen
enthält, wobei der Korrosionsschutzüberzug in einer Zwischenschicht, die sich zwischen
einer unmittelbar an die Oberfläche des Stahlflachprodukts angrenzenden Oberflächenschicht
und einer an das Stahlsubstrat angrenzenden Grenzschicht erstreckt und deren Dicke
mindestens 20 % der Gesamtdicke des Korrosionsschichtüberzugs beträgt, einen Al-Gehalt
von höchstens 0,5 Gew.-% aufweist.
2. Stahlflachprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Al-Gehalt der Zwischenschicht auf 0,25 Gew.-% beschränkt ist.
3. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Zwischenschicht mindestens 25 % der Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs
beträgt.
4. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Oberflächenschicht weniger als 10 % der Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs
beträgt.
5. Stahlflachprodukt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Oberflächenschicht weniger als 1 % der Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs
beträgt.
6. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fe-Gehalt des Korrosionsschutzüberzugs mehr als 0,3 Gew.-% beträgt.
7. Stahlflachprodukt nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Fe-Gehalt des Korrosionsschutzüberzugs mehr als 0,5 Gew.-% beträgt.
8. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Al-Gehalt des Korrosionsschutzüberzugs weniger als 0,6 Gew.-% beträgt.
9. Stahlflachprodukt nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Al-Gehalt des Korrosionsschutzüberzugs weniger als 0,5 Gew.-% beträgt.
10. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs mindestens 2,5 µm beträgt.
11. Stahlflachprodukt nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtdicke des Korrosionsschutzüberzugs mindestens 5 µm beträgt.
12. Stahlflachprodukt nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagengewichtsverteilung des Korrosionsschutzüberzugs mindestens 17,5 g/m2 beträgt.
13. Verfahren zur Herstellung eines Stahlflachprodukts, bei dem auf ein Stahlsubstrat,
wie einem Stahlband oder einem -blech, ein Korrosionsschutzüberzug erzeugt wird, indem
das Stahlsubstrat geglüht wird und ausgehend von der Glühtemperatur auf eine Bandeintrittstemperatur
von 400 - 600 °C gekühlt wird, mit der das Stahlsubstrat in ein (in Gew.-%) 0,1 -
0,4 % Al, 0,25 - 2,5 % Mg, bis zu 0,2 % Fe, Rest Zink sowie unvermeidbare Verunreinigungen
enthaltendes und auf eine Badtemperatur von 420 - 500 °C erwärmtes Schmelzbad eintritt,
wobei die Differenz zwischen der Bandeintauchtemperatur und der Badtemperatur im Bereich
von -20 °C bis +100 °C so variiert wird, dass auf dem Stahlsubstrat ein Korrosionsschutzüberzug
gebildet wird, der in (in Gew.-%)
Mg: |
0,25 - 2,5 %, |
Al: |
0, 2 - 3, 0 %, |
Fe: |
≤ 4, 0 %, |
sowie wahlweise in Summe bis zu 0,8 % an einem oder mehreren Elementen aus der Gruppe
"Pb, Bi, Cd, Ti, B, Si, Cu, Ni, Co, Cr, Mn, Sn sowie Seltene Erden", Rest Zink und
unvermeidbare Verunreinigungen
enthält und der in einer Zwischenschicht, die sich zwischen einer unmittelbar an die
Oberfläche des Stahlflachprodukts angrenzenden Oberflächenschicht und einer an das
Stahlsubstrat angrenzenden Grenzschicht erstreckt und deren Dicke mindestens 20 %
der Gesamtdicke des Korrosionsschichtüberzugs beträgt, einen Al-Gehalt von höchstens
0,5 Gew.-% aufweist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Badtemperatur 440 - 480 °C beträgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz zwischen der Bandeintauchtemperatur und der Badtemperatur im Bereich
von -10 °C bis +70 °C variiert wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandeintrittstemperatur 410 - 510 °C beträgt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 - 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Fe-Gehalt des Schmelzenbades ≤ 0,1 Gew.-% beträgt.