[0001] Die Erfindung betrifft ein fadenverarbeitendes System gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs
1 und eine gesteuerte Fadenbremse gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 6.
[0002] Bei dem aus
EP 0 453 012 A bekannten Fadenverarbeitungssystem mit einer Webmaschine, der in wenigstens einem
Fadenkanal ein Fadenliefergerät mit Überkopfabzug und diesem nachgeordnet eine gesteuerte
Fadenbremse mit einem daran angeordneten, piezoelektrischen Schussfaden-Detektor zugeordnet
sind und die gesteuerte Fadenbremse einen im Wesentlichen linearen Bremsfadenweg bestimmende
Eingangs- und Ausgangsösen aufweist, ist der Schussfaden-Detektor in die Eingangsöse
der gesteuerten Fadenbremse integriert. Stromauf der Eingangsöse ist eine stationäre
Abzugsöse des Fadenliefergeräts platziert, in der der Schussfaden beim Überkopfabzug
vom Speicherkörper aus dem rotierenden Überkopf-Abzugsweg in den Fadenbremsweg umgelenkt
wird. Zwischen der Abzugsöse des Fadenliefergeräts und der Ausgangsöse der Fadenbremse
wird der Schussfaden am Schussfaden-Detektor und in der Fadenbremse mehrfach umgelenkt.
Die gesteuerte Fadenbremse weist ein Gehäuse auf, ein durch Magnetkraft gegen eine
Bremsfläche anprssbares Bremselement und den Fadenbremsweg in der gesteuerten Fadenbremse
bestimmende Eingangs- und Ausgangsösen stromauf und stromab des Bremselements.
[0003] Bei dem aus
EP 1 061 166 A bekannten fadenverarbeitenden System ist der piezoelektrische Schussfaden-Detektor
in die Ausgangsöse eingebaut, die am Gehäuse der gesteuerten Fadenbremse montiert
ist. Die Eingangs- und Ausgangsösen der gesteuerten Fadenbremse definieren den im
Wesentlichen linearen Fadenbremsweg z.B. zwischen Bremslamellen oder einer Bremslamelle
und einer festen Bremsfläche. Damit der piezoelektrische Schussfaden-Detektor in der
Ausgangsöse einen ausreichenden Kontaktdruck des aus der gesteuerten Fadenbremse austretenden
Fadens erfährt, ist eine bestimmte, wenn auch nur geringe Fadenumlenkung in der Ausgangsöse
einzustellen, die bei deutlich verschiedenartigen Fadenmaterialien nachjustiert werden
muss. Ein gravierender Nachteil liegt darin, dass bei einem Fadenbruch zwischen dem
Fadenliefergerät und der gesteuerten Fadenbremse oder in der gesteuerten Fadenbremse
das Fehlerdetektions-Signal des Schussfaden-Detektors erst verspätetet abgegeben wird,
da es noch eine bestimmte Zeit dauert, bis das durch den Bruch entstandene freie Fadenende
durch die Ausgangsöse gezogen wird, wobei trotz des bereits zuvor aufgetretenen Fadenbruchs
der Schussfadendetektor noch ein Gut-Signal liefert, weil die von der gesteuerten
Fadenbremse erzeugte Fadenspannung ausreicht, den Schussfaden-Detektor mit Fadenkraft
zu beaufschlagen, bis das freie Fadenende den Schussfaden-Detektor passiert.
[0004] Aus
US 4 814 633 A ist ein Fadenliefergerät für ein Fadenverarbeitungssystem mit einer Webmaschine bekannt,
bei dem in die den Faden aus dem umlaufenden Überkopf-Fadenweg in den linearen Fadenweg
zur Webmaschine umlenkenden Abzugsöse des Fadenliefergeräts ein opto-elektronischer
Schussfaden-Detektor eingebaut ist. Die Abzugsöse ist schwimmend gelagert und wird
durch die rotierende Überkopf-Abzugsbewegung des Fadens bewegt. Aus diesen Bewegungen
werden, solange der Faden läuft, auf optischem Weg Gut-Signale abgeleitet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fadenverarbeitungssystem und eine gesteuerte
Fadenbremse für ein solches Fadenverarbeitungssystem anzugeben, mit denen trotz des
Einflusses der gesteuerten Fadenbremse auf den Fadenlauf jeweils aussagefähige Gut-
und die Fehlerdetektions-Signale verzögerungsfrei generierbar sind.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und des Patentanspruchs
6 gelöst.
[0007] In dem Fadenverarbeitungssystem ist der Schussfaden-Detektor in der die Abzugsöse
des Fadenliefergeräts bildende Eingangsöse der gesteuerten Fadenbremse deshalb optimal
platziert, weil er den durch die Eingangsöse und die gesteuerte Fadenbremse stabilen,
z.B. linearen Fadenbremsweg zur Detektion nutzt, bei der Detektion durch die Ballonbildung
im rotierenden Überkopf-Abzugs-Fadenweg sogar positiv unterstützt wird, und vor allem
ein Fehlerdetektions-Signal verzögerungsfrei liefert, wenn der Faden innerhalb der
gesteuerten Fadenbremse bricht. Hinzu kommt der Vorteil, eine zusätzliche Fadenumlenkstelle
für die Operation des Schussfaden-Detektors zu vermeiden, weil er ohnedies dort positioniert
ist, wo der Schussfaden aus dem rotierenden Überkopf-Abzugsweg umgelenkt wird und
die Fadenkraft dank der Stabilisierung zwischen der Eingangsöse und dem Bremselement
der gesteuerten Fadenbremse gleichmäßig und zuverlässig aufnimmt. Dadurch entfallen
Nachjustierungen bei einem Wechsel auf eine deutlich unterschiedliche Fadenqualität.
Hierbei bildet die Eingangsöse der gesteuerten Schussfadenbremse gleichzeitig die
Abzugsöse des Fadenliefergeräts, und wird der piezoelektrische Schussfaden-Detektor
beispielsweise über die Eingangsöse sehr gleichmäßig mit dem Auflagedruck des Fadens
beaufschlagt, solange dieser ordnungsgemäß abgezogen wird und nicht gebrochen ist,
denn es wird gewinnbringend der stabilisierte Fadenlauf durch die Eingangsöse und
die gesteuerte Fadenbremse bei der Detektion genutzt. Besonders zweckmäßig ist die
Eingangsöse baulich in die gesteuerte Fadenbremse eingegliedert. Dies resultiert in
einer sehr kompakten Bauform der gesteuerten Fadenbremse.
[0008] Diese Vorteile gelten auch für die gesteuerte Fadenbremse, in der der piezoelektrische
Schussfaden-Detektor in oder bei der Eingangsöse platziert ist.
[0009] Bei einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform enthält die Fadenbremse eine elektronische
Bremssteuerung und zumindest eine elektronische Signalauswerteschaltung für den Schussfaden-Detektor,
an den dieser angeschlossen ist. Vorzugsweise werden nur sehr kurze Anschlussdrähte
kürzer als ca. 2 bis 3 cm verwendet, um Störungen beim Signalabgriff durch elektronisches
Rauschen zu minimieren.
[0010] Nach einem weiteren, wichtigen Gedanken kann die elektronische Signalauswerteschaltung
mit der Bremssteuerung so verknüpft sein, dass bei Auftreten eines Fehlerdetektions-Signals
seitens des Schussfaden-Detektors die gesteuerte Fadenbremse deaktiviert oder zurückgesetzt
wird. Dadurch lässt sich bei einem Fadenbruch der gesamte Fadenweg sofort entspannen
und kann die gesteuerte Fadenbremse keine unerwünschte Nachwirkung auf den Fadenlauf
mehr haben.
[0011] In der Auswerteschaltung sollte zumindest eine gedruckte Leiterplatte und eine Verstärkungseinrichtung
vorgesehen sein, um das vom piezoelektrischen Schussfaden-Detektor gelieferte Signal
auf kürzestem Weg mit geringem elektronischen Aufwand auswerten zu können.
[0012] Bei einer weiteren, zweckmäßigen Ausführungsform ist die gesteuerte Fadenbremse an
der Unterseite eines Auslegers des Fadenliefergeräts montiert, so dass sie in kürzester
Entfernung stromab des Speicherkörpers operieren kann. Vorzugsweise ist am Speicherkörper
eine ungesteuerte Fadenbremsvorrichtung vorgesehen, die zur Stabilisierung des Fadenlaufs
im Schussfaden-Detektor beiträgt und gegebenenfalls eine wünschenswerte Grundspannung
im Faden erzeugt.
[0013] Zweckmäßig ist zwischen der Eingangsöse und einem die Eingangsöse positionierenden
Tragkörper wenigstens ein Piezoelement angeordnet. Bei dieser Bauweise wird das Piezoelement
direkt mit der Fadenkraft beaufschlagt, so dass sich aussagefähige und starke Signale
ergeben. Der Tragkörper kann in einer stromauf wenigstens eines Bremselements angeordneten
Wange der Fadenbremse gelagert sein. Dies resultiert in einer kompakten Bauform.
[0014] Bei einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform ist am oder im Tragkörper außerhalb
der Eingangsöse wenigstens eine Einfädeldüse vorgesehen und an eine Druckluftversorgung
anschließbar. Dies ermöglicht eine effektive Einfädelung eines neuen Fadens nach einem
Fadenbruch oder beim Aufrüsten des Fadenverarbeitungssystems.
[0015] Damit der Faden im Fadenbremsweg möglichst stabilisiert wird, ist es zweckmäßig,
den Innendurchmesser der Eingangsöse kleiner als 8,0 mm zu wählen, vorzugsweise bei
etwa nur 5,0 mm.
[0016] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines Fadenverarbeitungssystems,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Fadenliefergeräts des Fadenverarbeitungssystems von Fig.
1 mit einer angebauten, gesteuerten Fadenbremse,
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung zu einer ersten Ausführungsform, und
- Fig. 4
- eine Detaildarstellung zu einer zweiten Ausführungsform.
[0017] Fig. 1 zeigt ein Fadenverarbeitungssystem S, das eine Webmaschine W mit mindestens
einem Fadenkanal A umfasst, in welchem ein Fadenliefergerät F und stromab des Fadenliefergeräts
F im Fadenweg zu einem Eintragsystem 1 der Webmaschine W eine gesteuerte Fadenbremse
B vorgesehen sind. Ferner ist im Fadenweg ein piezoelektrischer Schussfaden-Detektor
D enthalten, dessen Zweck es ist, z.B. bei einem Fadenbruch oder bei einem Fadenverlust
im Eintragssystem 1 ein Fehlerdetektionssignal abzugeben, mit welchem das fadenverarbeitende
System angehalten wird, um einen Gewebefehler zu vermeiden oder zu minimieren. Das
übliche Funktionsprinzip eines Schussfaden-Detektors D ist so, dass aus dem Unterschied
zwischen der Fadenlaufbewegung und dem Anhalten des Fadens das Fehlerdetektionssignal
dann abgeleitet wird, wenn zum Zeitpunkt des Auftretens des Fehlerdetektionssignals
der Faden in Bewegung sein müsste.
[0018] Die Webmaschine W ist beispielsweise eine Projektil- oder Greifer-Webmaschine. Das
Fadenliefergerät F ist ein Fadenliefergerät mit Überkopfabzug von einem Speicherkörper
2. Da speziell bei Greifer- oder Projektilwebmaschinen ein bestimmtes Fadenspannungs-Profil
zweckmäßig ist, wird der Faden mittels der gesteuerten Fadenbremse B in bestimmten
Abschnitten eines Eintragvorganges gebremst, und in anderen weniger gebremst oder
gar nicht gebremst. Die Bremsphasen können sich jedoch über einen beträchtlichen Teil
jedes Eintragvorgangs erstrecken, wobei die gesteuerte Fadenbremse insofern Einfluss
auf den Fadenlauf nimmt, als der Faden in der Bremse stabilisiert wird und die Fadenspannung
ausgangs der gesteuerten Fadenbremse am höchsten ist.
[0019] Der beim Überkopfabzug vom Speicherkörper 2 umlaufende Faden Y muss zu einer einwandfreien
Operation der gesteuerten Fadenbremse B stabilisiert und umgelenkt werden. Der Faden
Y wird zweckmäßig auch am Ausgang der gesteuerten Fadenbremse geführt. Deshalb weist
die gesteuerte Fadenbremse B eine Eingangsöse 5 und eine Ausgangsöse 6 auf, die einen
im Wesentlichen linearen Fadenbremsweg durch die gesteuerte Fadenbremse bestimmen.
[0020] Der piezoelektrische Schussfaden-Detektor D ist an oder in der Eingangsöse 5 angeordnet,
und zwar aus zwei Gründen: In der Eingangsöse 5 kann der piezoelektrische Schussfaden-Detektor
die Umlenkung des Fadens Y in den linearen Fadenbremsweg durch die gesteuerte Fadenbremse
günstig nutzen, weil der Faden Y dort stabilisiert läuft und eine relativ gleichmäßige
Kraft auf die Eingangsöse 5 und damit den piezoelektrischen Schussfaden-Detektor ausübt.
Dadurch ergibt sich ein nahezu optimales Ansprechverhalten des piezoelektrischen Schussfaden-Detektors
D. Ferner hält der Faden bei einem Fadenbruch im Fadenbremsweg zwischen der Eingangsöse
5 und der Ausgangsöse 6 und im weiteren Fadenbremsweg bis in das Eintragsystem 1 bzw.
das Webfach der Webmaschine W in der Eingangsöse 5 sofort an, so dass der piezoelektrische
Schussfaden-Detektor D das Fehlerdetektionssignal ohne jegliche Verzögerung generiert.
Ist der Schussfaden-Detektor D bei oder in der Ausgangsöse 6 oder weiter stromab positioniert,
dann ergibt sich mit einem Fadenbruch beispielsweise in der Eingangsöse 5 oder in
der gesteuerten Fadenbremse B eine Verzögerung bis zum Ansprechen des Schussfaden-Detektors,
weil erst das freie, durch den Bruch entstandene Ende des Fadens durch den Schussfaden-Detektor
gezogen werden muss, damit dieser anzusprechen vermag. Solange übt die aktive, gesteuerte
Fadenbremse B auf die Fehlerdetektion einen negativen Effekt aus, weil sie den Faden
weiterhin gegenüber der vom Eintragsystem 1 erzeugten Eintragszugspannung abstützt
und im Schussfaden-Detektor D noch eine bestimmte Andruckkraft hält, so dass der Schussfaden-Detektor
D den Schussfadenbruch zunächst noch nicht registriert, sondern mit einer Verzögerung,
die die Auswirkung des Fadenbruchs auf einen sich im Endprodukt abzeichnenden Gewebefehler
verstärkt.
[0021] Die gesteuerte Fadenbremse B in Fig. 1 weist zumindest ein bewegliches Bremselement
3 auf, das durch einen Bremsantrieb 4 z.B. gegen eine andere Bremsfläche oder ein
Widerlager anpressbar ist und den Faden durch Einklemmen abbremst. Zweckmäßig handelt
es bei der gesteuerten Fadenbremse B um einen Typ mit einer relativ ebenen Bremsfläche
(etwa gemäß
WO-03/033385 A), gegen die ein bewegliches, ebenfalls flächiges Bremselement mit mehr oder weniger
Anpressdruck anpressbar ist, der auf magnetischem Weg erzeugt wird. Denn eine solche
gesteuerte Fadenbremse operiert mit einem relativ stabilisierten und ruhigen Fadenbremsweg,
der für die Operation eines piezoelektrischen Schussfaden-Detektors eine wichtige
Funktionsvoraussetzung ist. Es könnte die gesteuerte Fadenbremse B jedoch auch eine
sogenannte Deflektionsbremse sein.
[0022] Fig. 2 ist eine Seitenansicht beispielsweise des Fadenliefergeräts F von Fig. 1 mit
der daran montierten gesteuerten Fadenbremse B z.B. gemäß
WO-03/033385 A. Das Fadenliefergerät F weist ein Gehäuse 7 auf, an dem außerhalb des trommelförmigen
Speicherkörpers 2 ein Ausleger 8 vorgesehen ist, der eine ungesteuerte, mit dem Speicherkörper
2 zusammenarbeitende Fadenbremse 9 abstützen kann. Diese ungesteuerte Fadenbremse
9 ist jedoch nicht unbedingt erforderlich.
[0023] Am Ausleger 8 ist die gesteuerte Fadenbremse B mit einem Gehäuse 10 montiert, das
eine dem Speicherkörper 2 zugewandte Wange 16 aufweist, in welcher die Eingangsöse
5 und der piezoelektrische Schussfaden-Detektor D untergebracht sind, und zwar koaxial
zum Speicherkörper 2.
[0024] Am Gehäuse 10 ist beispielsweise eine schwenkbare Klappe 11 angeordnet, an der als
das Bremselement 3 eine aus magnetischem Material bestehende Bremslamelle gelagert
ist, die mit einer darunter liegenden, stationären Bremsfläche zusammenwirkt, unter
der ein Magnetantrieb wirkt, der die Bremslamelle gegen die Bremsfläche ziehen kann.
Die Wange 16 mit der Eingangsöse 5 und dem piezoelektrischen Schussfaden-Detektor
D ist nahe beim Einlauf in den Bremsspalt zwischen der Lamelle und der Gegenbremsfläche
positioniert. Die Ausgangsöse 6 befindet sich im hinteren Teil des Gehäuses 10.
[0025] Fig. 3 verdeutlicht, dass die Eingangsöse 5 (beispielsweise eine keramische Fadenöse)
in einem in der Wange 16 gehaltenen Stützkörper 12 angeordnet ist, und dass sich zwischen
der Eingangsöse 5 und dem Stützkörper 12 zumindest ein piezoelektrisches Element 13
befindet, das über Anschlussdrähte 14 z.B. an eine elektronische Schaltung PCB angeschlossen
sein kann, die sich auf einer gedruckten Leiterplatte 15 befindet. Die Schaltung PCB
ist zweckmäßig im Gehäuse 10 der gesteuerten Fadenbremse B und möglichst nahe beim
piezoelektrischen Schussfaden-Detektor D angeordnet, so dass die Anschlussdrähte 14
so kurz wie möglich sein können (beispielsweise etwa 2 bis 3 cm).
[0026] Die vom Faden Y auf die Eingansgöse 17 ausgeübte Fadenkraft und eventuell generierte
Vibrationen werden vom piezoelektrischen Element 13 aufgenommen und in Spannungssignale
umgewandelt, die verstärkt und ausgewertet werden. Sobald beispielsweise kein Signal
mehr anliegt, weil der Faden zum Stillstand gekommen ist, obwohl der Faden Y nach
wie vor laufen müsste, wird dies als Anlass zum Generieren eines Fehlerdetektionssignals
genommen, mit dem das Fadenverarbeitungssystem S abgestellt wird.
[0027] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die elektronische Schaltung PCB des piezoelektrischen
Schussfaden-Detektors D mit einer elektronischen Bremssteuerung CU der gesteuerten
Fadenbremse B verbunden (direkt oder beispielsweise über die Steuervorrichtung des
Fadenliefergeräts und/oder die Steuervorrichtung der Webmaschine), um mit dem Fehlerdetektionssignal,
z.B. über die Bremssteuerung CU die gesteuerte Fadenbremse zu deaktivieren und/oder
zurückzusetzen.
[0028] Da der Faden Y beim Überkopfabzug vom Speicherkörper 2 permanent rotiert, ehe er
in den Fadenbremsweg umgelenkt wird, ist es zweckmäßig, die Eingangsöse 5 einerseits
für eine ordnungsgemäße Funktion der gesteuerten Fadenbremse B und andererseits für
eine einwandfreie Funktion des piezoelektrischen Schussfaden-Detektors D so klein
wie möglich zu machen, d.h., den Innendurchmesser 17 kleiner als 8,0 mm, typischerweise
etwa 5,0 mm zu wählen.
[0029] Bei der Ausführungsform in Fig. 4 ist der Stützkörper 12, der über das piezoelektrische
Element 13 die Eingangsöse 5 positioniert, ergänzt durch eine Einfädeldüse 18, die
an eine Druckluftversorgung 19 anschließbar ist. Der Zweck der Einfädeldüse 18 ist
es, beim erstmaligen Einrüsten des Fadenverarbeitungssystems in diesem Fadenkanal
A oder nach einem Fadenbruch einen neuen Faden durch die gesteuerte Fadenbremse automatisch
einzufädeln. Gegebenenfalls ist auch die Ausgangsöse 6 in einem Stützkörper 12' positioniert,
in dem ebenfalls eine Einfädeldüse 18' vorgesehen ist, die an eine Druckluftversorgung
19' anschließbar ist, um das volle Einfädeln durch die gesteuerte Fadenbremse zu vereinfachen.
[0030] Besondere Vorteile der Platzierung des piezoelektrischen Schussfaden-Detektors D
in der Eingangsöse 5 der gesteuerten Fadenbremse B: Das Fehlerdetektionssignal wird
in allen Fadenbruchsituationen so früh wie möglich generiert, d.h. ohne eine den Gewebefehler
verstärkende Zeitverzögerung. Der piezoelektrische Schussfaden-Detektor wird durch
die unvermeidliche Ballonwirkung beim Überkopfabzug vom Speicherkörper 2 nicht oder
nur minimal beeinflusst, und auch nicht von einem gegebenenfalls auftretenden Balloneffekt
oder von Querbewegungen stromab der gesteuerten Fadenbremse. Die Signalstärke ist
hoch und das Signal ist unverfälscht, da der Umlenkwinkel aus dem umlaufenden Überkopfabzugsweg
in den linearen Fadenbremsweg zum Übertragen einer relativ gleichmäßigen Fadenkraft
genutzt wird. Der Faden führt bei der Detektion eine Kreisbewegung in der Eingangsöse
durch. Dadurch wird verhindert, dass sich Avivage und Flusen sammeln können. Die Integration
des Schussfaden-Detektors in die Eingangsöse ermöglicht kurze Installationswege und
eine kompakte Bauform. Ein kurzer Anschlussweg, typischerweise nur 2 bis 3 cm, vermeidet
den Einfluss elektrischen Rauschens. Der Schussfaden-Detektor in der Einlauföse kann
bequem mit einer pneumatischen Einfädelvorrichtung kombiniert werden. Dies ist für
den Anwender komfortabel und trotz einer kompakten Bauform möglich. Da ohnedies funktionsbedingt
die Umlenkung aus dem Überkopfabzugsweg in den linearen Fadenbremsweg relativ stark
ist, sind für unterschiedliche Fadenqualitäten oder Fadenstrukturen keine Einstellungen
des Umlenkwinkels für den piezoelektrischen Schussfaden-Detektor erforderlich, da
der gegebene Umlenkwinkel immer größer als notwendig ist.
1. Fadenverarbeitungssystem (S) mit einer Webmaschine (W) der in wenigstens einem Fadenkanal
(A) ein Fadenliefergerät (F) mit Überkopfabzug von einem Speicherkörper und diesem
nachgeordnet eine gesteuerte Fadenbremse (B) mit einem daran angeordneten, piezoelektrischen
Schussfaden-Detektor (D) zugeordnet sind, wobei die gesteuerte Fadenbremse (B) den
im Wesentlichen linearen Bremsfadenweg bestimmende Eingangs- und Ausgangsösen (5,
6) aufweist und wobei der vom Fadenliefergerät (F) überkopf abgezogene Faden (Y) in
einer Abzugsöse aus dem rotierenden Überkopf-Abzugsweg in einen linearen Weg umgelenkt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die den Schussfaden-Detektor (D) enthaltende Eingangsöse (5) der gesteuerten Fadenbremse
(B) gleichzeitig die den Faden (Y) in den Fadenbremsweg umlenkende Abzugsöse des Fadenliefergeräts
(F) bildet und dass der Schussfaden-Detektor (D) in der Eingangsöse (5) integriert
ist und er die beim Umlenken aus dem Überkopf-Abzugsweg in den Fadenbremsweg auf die
Eingangsöse (5) und damit auf den Schussfaden-Detektor (D) ausgeübte Fadenkraft aufnimmt.
2. Fadenverarbeitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteuerte Fadenbremse (B) eine elektronische Bremssteuerung und zumindest eine
elektronische Schaltung (PCB) für den Schussfaden-Detektor (D) enthält, der in der
gesteuerten Fadenbremse (B) an die Schaltung (PCB), vorzugsweise mit Anschlussdrähten
nicht länger als ca. 2 bis 3 cm, angeschlossen ist, und dass, vorzugsweise, die Bremssteuerung
und die Schaltung derart miteinander verknüpft sind, dass bei Auftreten eines FehlerdetektionsSignals
des Schussfaden-Detektors (D) die gesteuerte Fadenbremse (B) deaktiviert oder zurückgesetzt
wird.
3. Fadenverarbeitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gesteuerte Fadenbremse (B) an der Unterseite eines Auslegers (8) des Fadenliefergeräts
(F) montiert ist, vorzugsweise stromab einer an einem Speicherkörper (2) des Fadenliefergeräts
(F) arbeitenden, ungesteuerten Fadenbremse (9).
4. Fadenverarbeitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Eingangsöse (5) und einem die Eingangsöse (5) positionierenden Tragkörper
(12) wenigstens ein Piezoelement (13) des Schussfaden-Detektors (D) angeordnet ist,
und dass der Tragkörper (12) in einer stromauf wenigstens eines Bremselements (3)
angeordneten Wange (16) der gesteuerten Fadenbremse (B) gelagert ist.
5. Fadenverarbeitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der freie Innendurchmesser (17) der Eingangsöse (5) kleiner als 8,0 mm ist, vorzugsweise
etwa 5,0 mm beträgt.
6. Gesteuerte Fadenbremse (B) für ein Fadenverarbeitungssystem (S), mit einem Gehäuse
(10), einem durch Magnetkraft gegen eine Bremsfläche anpressbaren Bremselement (3)
und mit den Fadenbremsweg in der gesteuerten Fadenbremse (B) bestimmenden Eingangs-
und Ausgangsösen (5, 6) stromauf und stromab des Bremselements (3), wobei bei oder
in der Eingangsöse (5) ein piezoelektrischer Schussfaden-Detektor vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Eingangsöse (5) und einem die Eingangsöse (5) positionierenden Tragkörper
(12) wenigstens ein Piezoelement (13) angeordnet ist.
1. Yarn processing system (S), comprising a weaving machine (W) to which in at least
one yarn channel (A) a yarn feeding device (F) operating with overhead yarn withdrawal
from a storage body (2) and downstream of the storage body a controlled yarn brake
(B) operating with a piezoelectric weft yarn detector (D) arranged at the controlled
yarn brake B) are associated, the controlled yarn brake (B) being provided with inlet
and outlet eyelets (5, 6) defining a substantially linear braking yarn path, wherein
the yarn (Y) withdrawn from the yarn feeding device (F) overhead of the storage body
(2) is deflected in a withdrawal eyelet out of a rotating overhead withdrawal path
into a linear path, characterised in that the inlet eyelet (5) of the controlled yarn brake (B), which inlet eyelet (5) contains
the weft yarn detector (D), simultaneously forms the withdrawal eyelet of the yarn
feeding device (F), which withdrawal eyelet deflects the yarn (Y) into the yarn braking
path, and that the weft yarn detector (D) is integrated into the inlet eyelet (5)
and takes up the yarn force imparted on the inlet eyelet (5) and on the weft yarn
detector (D), when the yarn (Y) is deflected out of the overhead withdrawal path into
the yarn braking path.
2. Yarn processing stem according to claim 1, characterised in that the controlled yarn brake (B) contains an electronic brake control and at least one
electronic circuitry (PCB) for the weft yarn detector (D), that the weft yarn detector
(D) is connected in the controlled yarn brake (B) to the circuitry (PCB), preferably
with connecting wires not longer than about 2 cm to 3 cm, and that, preferably, the
brake control and the circuitry are linked to each other such that upon occurrence
of an error detection signal of the weft yarn detector (D) the controlled yarn brake
(B) either is de-activated or reset.
3. Yarn processing system according to claim 1, characterised in that the controlled yarn brake (B) is mounted to the lower side of a housing bracket (8)
of the yarn feeding device (F), preferably, downstream of a non-controlled yarn brake
(9) cooperating with the storage body (2) of the yarn feeding device (F).
4. Yarn processing system according to claim 1, characterised in that at least one piezo-element (13) of the weft yarn detector (D) is arranged between
the inlet eyelet (5) and a carrying body (12) positioning the inlet eyelet (5), and
that the carrying body (12) is supported in a cheek (16) of the controlled yarn brake
(B), the cheek (16) being arranged upstream of at least one braking element (3).
5. Yarn processing system according to claim 1, characterised in that the free inner diameter (17) of the inlet eyelet (5) is smaller than 8.0 mm, preferably
amounts to about 5.0 mm.
6. Controlled yarn brake (B) for a yarn processing system (S), the controlled yarn brake
(B) having a housing (10), a braking element (3) which is to be pressed by magnet
force against a braking surface, and inlet and outlet eyelets (5, 6) upstream and
downstream of the braking element, the inlet and outlet eyelets (5, 6) defining a
yarn braking path in the controlled yarn brake (B), and a piezoelectric weft yarn
detector (D) at or in the inlet eyelet (5), characterised in that at least one piezo-element (13) is arranged between the inlet eyelet (5) and a carrying
body (12) positioning the inlet eyelet (5).
1. Système de traitement du fil (S) avec un métier à tisser (W) auquel sont attribués,
dans au moins un canal de fil (A) un distributeur de fil (F) avec une extraction par
le dessus d'un élément de stockage et, en amont de celui-ci, un frein de fil commandé
(B) avec un détecteur de fil de trame piézo-électrique (D) disposé sur celui-ci, le
frein de fil (B) commandé présentant des oeillets d'entrée et de sortie (5, 6) déterminant
la course du fil de freinage essentiellement linéaire et le fil (Y) extrait par le
dessus par le distributeur de fil (F) étant dévié dans un oeillet d'extraction de
la course d'extraction rotative par le dessus en une course linéaire, caractérisé en ce que l'oeillet d'entrée (5) contenant le détecteur de fil de trame (D) du frein de fil
commandé (B) formant simultanément l'oeillet d'extraction du distributeur de fil (F)
déviant le fil (Y) dans la course de freinage du fil et que le détecteur de fil de
trame (D) est intégré dans l'oeillet d'entrée (5) et enregistre la force du fil exercée
sur l'oeillet d'entrée (5) et dès lors, sur le détecteur du fil de trame (D) lors
de la déviation de la course d'extraction par le haut dans la course de freinage du
fil.
2. Système de traitement du fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le frein de fil (B) commandé contient une commande de freinage électronique et contient
au moins un circuit électrique (PCB) pour le détecteur de fil de trame (D) qui est
raccordé dans le frein de fil commandé (B) au circuit (PCB), de préférence avec des
fils de liaison qui n'ont pas plus de 2 à 3 cm environ et que, de préférence, la commande
de frein et le circuit sont reliés entre eux de telle sorte que, lors de l'apparition
d'un signal de détection d'erreur du détecteur de fil de trame (D), le frein de fil
(B) commandé est désactivé ou réinitialisé.
3. Système de traitement du fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le frein de fil (B) commandé est monté sur la face inférieure d'une traverse (8)
du distributeur de fil (F), de préférence en aval d'un frein de fil (9) non commandé,
travaillant sur un élément de stockage (2) du distributeur de fil (F).
4. Système de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins un élément piézo-électrique (13) du détecteur de fil de trame (D) est disposé
entre l'oeillet d'entrée (5) et un corps de support (12) positionnant l'oeillet d'entrée
(5) et que le corps de support (12) est logé dans une mâchoire (16) disposée en amont
d'au moins un élément de freinage (3) du frein de fil commandé (8).
5. Système de traitement de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le diamètre interne libre (17) de l'oeillet d'entrée (5) est inférieur à 8,0 mm,
de préférence environ 5,0 mm.
6. Frein de fil (B) commandé pour un système de traitement de fil (S) avec un boîtier
(10), un élément de freinage à presser par la force magnétique contre une surface
de freinage et avec les oeillets d'entrée et de sortie (5, 6) déterminant la course
de freinage du fil dans le frein de fil (B) commandé en amont et en aval de l'élément
de freinage (3), un détecteur de fil de trame piézo-électrique étant près de ou dans
l'oeillet d'entrée (5), caractérisé en ce qu'au moins un élément piézo-électrique (13) est disposé entre l'oeillet d'entrée (5)
et un élément de support (12) positionnant l'oeillet d'entrée (5).