Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein System für die koordinierte Bodenbearbeitung und ein Betriebsverfahren
für das System.
Stand der Technik
[0002] In der
WO 2005/028755 (Ammann) sind ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Bestimmung von relativen sowie auch
von absoluten Bodensteifigkeitswerten eines Bodenbereichs beschrieben. Zur Ermittlung
der absoluten Bodensteifigkeitswerte wird die Vorrichtung in einem innigen Bodenkontakt
betrieben. Boden und Vorrichtung bilden hierbei ein einziges Schwingungssystem. Zur
Ermittlung der relativen Werte wird die Vorrichtung springend über die Bodenoberfläche
bewegt und hierbei die Amplitudenwerte und Frequenzen der zur Anregungsfrequenz sich
bildenden subharmonischen Frequenzwerte ausgewertet. Bei der Absolutmessung handelt
es sich um eine Messung an einem Ort, während die Relativmessung während des Überfahrens
erfolgt. Indem die Relativmessungen über die Absolutmessung in absolute Werte umgewandelt
werden, kann eine beim verdichtenden Überfahren ermittelte relative Bodensteifigkeit
in einen Absolutwert der Bodensteifigkeit umgewandelt werden. Die hierbei ermittelten
Werte werden dem Fahrzeuglenker der Verdichtungsvorrichtung angezeigt, der dann über
das weitere Verdichtungsvorgehen zu entscheiden hat.
[0003] In der
DE 199 56 943 A1 (Bomag) ist eine Vorrichtung zur Kontrolle der Verdichtung bei Vibrationsverdichtungsgeräten
beschrieben. Die Verdichtungskontrolle dient dazu, bei Schwarzdecken im Strassen-
und Wegebau einen ersten Verdichtungsmesswert, welcher mit einer ersten Verdichtungsvorrichtung
erzeugt wird, zu messen und aufzuzeichnen und mit einem zweiten, von einer zweiten
Verdichtungsvorrichtung erzeugten Verdichtungswert zu vergleichen, wobei der zweite
Verdichtungswerte bei noch annähernd gleicher Asphalttemperatur ermittelt worden ist.
Die zweite Verdichtungsvorrichtung ist mit der ersten im Wesentlichen spurgetreu verfolgend
gekoppelt. Dabei können die verdichtenden Vibrationswalzen auch in zwei separaten
Walzenzügen vorgesehen sein und die beiden Walzenzüge über ein rechnergestütztes Nachführsystem
bzw. Lenksystem miteinander gekoppelt sein. Die gekoppelte spurgetreue Lenkung kann
über ein Global-Positioning-System (GPS) oder über Radar, Ultraschall oder Infrarot
erfolgen. Auf den Grad der erreichten Verdichtung wird durch eine Messung von Schwingungsreflexionen
während des Verdichtungsprozesses geschlossen. Wenn sich bei der Verdichtungskontrollvorrichtung
trotz zunehmender Anzahl von Verdichtungsübergängen die Verdichtung nicht mehr ändert,
wird angenommen, dass die mit einem bestimmten Verdichtungsgerät erzielbare höchste
Dichte erreicht ist. Die erreichten Verdichtungswerte werden auf einer Anzeigeeinheit
dem Walzenführer angezeigt.
[0004] In der
WO 95/28524, das als nächstliegender Stand der Technik gilt, wird ein gattungsgemäßes System
für die koordinierte Bodenbearbeitung beschrieben.
Darstellung der Erfindung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörendes
System zu schaffen, mit dem eine optimale Bodenverdichtung in einem optimalen Zeitrahmen
erreichbar ist.
[0006] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung umfasst ein System für die koordinierte Bodenbearbeitung eine Mehrzahl von
Verdichtungsvorrichtungen zur Bodenverdichtung, wobei die Verdichtungsvorrichtungen
zum Ermitteln von ortsbezogenen relativen Verdichtungswerten ausgebildet sind. Weiter
umfasst das System eine Eichvorrichtung zum Ermitteln von ortsbezogenen absoluten
Verdichtungswerten und eine Recheneinheit zum Korrelieren von relativen und absoluten
ortsbezogenen Verdichtungswerten, wobei Verdichtungsvorrichtungen, Eichvorrichtung
und Recheneinheit nachrichtentechnisch miteinander verbunden sind. Schliesslich ist
eine Systemsteuerung vorgesehen, welche derart ausgebildet ist, dass die ortsbezogenen
relativen Verdichtungswerte der Verdichtungsvorrichtungen sowie die ortsbezogenen
absoluten Verdichtungswerte laufend an die Recheneinheit übermittelt, dort abgespeichert
und beim Vorhandensein von ortsgleichen Verdichtungswerten Verdichtungskorrelationswerte
berechnet und an die Verdichtungsvorrichtungen übermittelt und dort als Korrekturwert
abgespeichert werden.
[0007] Es handelt sich also um ein durchgehend vernetztes System, welches die Verdichtungsarbeiten
einer grossen Baustelle kontrollieren, koordinieren und steuern kann, auf welcher
zeitgleich oder zeitlich sequenziell mehrere (d.h. mindestens zwei, vorzugsweise mehr
als drei) Verdichtungsvorrichtungen (Verdichtungswalzen, Vibrationsplatten etc.) an
verschiedenen Orten arbeiten können. Die mit dem System verbundene Eichvorrichtung
(z.B. Druckplatte) ermöglicht eine instantane Eichung bzw. Abgleichung der z.B. an
einem anderen Ort der Baustelle im Einsatz befindlichen Verdichtungsvorrichtungen,
welche die geeichte Stelle bearbeitet oder an dieser Stelle zumindest relative Verdichtungswerte
ermittelt haben. Die Verdichtungswerte sind im System stets mit Ortskoordinaten versehen,
d.h. ein ordnungsgemässer Datensatz umfasst zumindest Verdichtungswert und Ort. Es
können weitere Daten angehängt werden, wie z.B. Zeit, Identifikation der Maschine,
Schichtdicke, Materialeigenschaft.
[0008] Die Systemsteuerung kann in verschiedenster Weise ausgeführt sein. Es handelt sich
typischerweise um ein Computerprogramm, das verschiedene Module aufweist, die auf
den Verdichtungsvorrichtungen, der Eichvorrichtung und der zentralen Recheneinheit
installiert sind und den zeitlichen Ablauf und die nachrichtentechnische Kommunikation
kontrolliert. Es kann z.B. von der Recheneinheit aus die verschiedenen Geräte abfragen.
[0009] Die Recheneinheit ist typischerweise enthalten in einem ortsfesten Server. Sie kann
durch eine auf dem Server installierte Software verwirklicht sein. Es ist aber auch
möglich, auf der Baustelle eine der verwendeten Vorrichtungen (z.B. die Eichvorrichtung
oder eine der Verdichtungsvorrichtungen) mit der Recheneinheit zu versehen. Für die
nachrichtentechnische Kommunikation unter den Geräten kann ein separates dediziertes
Netz oder ein allgemein verfügbares öffentliches Netz (z.B. GSM, Funktelefon) verwendet
werden.
[0010] Ein typisches erfindungsgemässes System wird verschiedene Walzen (Gewicht, Leistung,
Technik) umfassen. Es ist daher sinnvoll, dass jede Verdichtungsvorrichtung im System
mit einem Code identifiziert wird und wenn jede Messung mit der Identifikation der
Verdichtungsvorrichtung versehen wird. Das System wird auf diese Weise skalierbar,
d.h. es können nach Bedarf neue Geräte hinzugefügt (bzw. in das System integriert)
werden. Ferner ist es auf diese Weise möglich, die Qualität der Verdichtungsvorrichtungen
zu überwachen, weil es stets verschiedene Vergleichsmöglichkeiten gibt.
[0011] Es ist natürlich denkbar, dass das System nicht zentral sondern peripher gesteuert
ist. Das bedeutet, dass eine Verdichtungsvorrichtung selbständig bei der Zentrale
(Recheneinheit) anfragt, ob am Einsatzort bereits Verdichtungswerte erfasst sind und
dass die Zentrale gegebenenfalls vorhandene Werte übersendet. Es ist dann nicht erforderlich,
dass die Zentrale die Verdichtungswerte zusammen mit einer Identifikation speichert.
[0012] Die Abspeicherung der Daten erfolgt primär in der Recheneinheit. Dort wird praktisch
eine Landkarte der Daten des zu bearbeitenden Terrains aufgebaut. Vorzugsweise sorgt
die Systemsteuerung dafür, dass die Verdichtungsvorrichtungen in bestimmten Abständen
bzw. abhängig von der Anzahl und Platzierung der verfügbaren absoluten Verdichtungswerte
an die Orte der absoluten Eichmessungen fahren und dort den relativen Verdichtungswert
ermitteln, welcher danach mit dem Eichwert verglichen bzw. korreliert werden kann.
Ist eine Verdichtungsvorrichtung auf diese Weise mit einer Eichmessung korreliert
bzw. geeicht, kann ein von dieser geeichten Verdichtungsvorrichtung bearbeiteter Bodenteilbereich
wiederum als (ev. nur vorläufige) Referenz für eine weitere, noch gar nicht geeichte
Verdichtungsvorrichtung verwendet werden. Die Messsysteme der Verdichtungsvorrichtungen
können auf diese Weise systematisch und kontinuierlich systemweit aufeinander abgestimmt
werden.
[0013] Es ist im Sinn einer Vereinfachung auch möglich, nur ganz bestimmte Eichstellen im
System zu speichern. Es wird dann nur in Bezug auf diese individuellen Positionen
eine Korrelation durchgeführt und es kann auf die Speicherung einer Bodenverdichtungsdatenkarte
verzichtet werden.
[0014] Die erfindungsgemässe Anordnung der untereinander kommunizierenden Geräte wird vorzugsweise
im Sinn eines kompletten Baustellenmanagementsystems ausgestaltet. Entsprechend werden
auch technische bzw. physikalische Eigenschaften der Bodenbereiche abgespeichert (z.B.
Geometrie, Konsistenz und sonstigen Eigenschaften der Bodenschichten). Es können auch
Daten erfasst werden, die für die Kostenrechnung benötigt werden. Infolge dessen wird
es möglich, das Terrain (z.B. das Trassee einer Strasse) schneller und kostengünstiger
zu präparieren.
[0015] Die Ortsbestimmung kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden. Vorzugsweise
ist jede Einheit mit einem GPS-Empfänger (das heisst ganz allgemein einem Empfänger
für eine satellitengestützte Ortsbestimmung) ausgerüstet. Lokal kann der Ort auch
über ein baustellenspezifisches Referenzsystem ermittelt werden (indem ortsfeste Sender/-
Empfänger positioniert werden, an welchen sich die Einheiten orientieren können).
[0016] Die Eichvorrichtung ist vorzugsweise eine normgemässe Vorrichtung zur Durchführung
des Druckplattenversuchs (DIN 18 196). Sollte die Norm oder die Bauherrschaft zur
Bestimmung des absoluten Verdichtungswertes eine andere Vorrichtung, z.B. eine Verdichtungswalze
welche zur Bestimmung von absoluten Verdichtungswerten ausgebildet ist oder eine Vibrationsplatte
zur Bestimmung von absoluten Bodensteifigkeitswerten (
WO 2005/028755, Ammann) zulassen, dann ist auch eine solche als Eichvorrichtung im Sinn der Erfindung im
System einsetzbar. Als Eichvorrichtung wird also eine weitere Verdichtungsvorrichtung
verwendet, welche nicht nur zur Bestimmung relativer sondern auch absoluter Verdichtungswerte
ausgebildet ist. Es ist an dieser Stelle zu vermerken, dass das erfindungsgemässe
System ohne weiteres auch mehrere Eichvorrichtungen aufweisen kann.
[0017] Das erfindungsgemässe System kann nach verschiedensten Verfahren betrieben werden.
Ein verdichteter Bodenbereich wird z.B. mit folgenden Schritten erstellt.
- a) Überfahren zumindest eines Teilbereichs des Bodenbereichs mit einer Verdichtungsvorrichtung,
welche beim Überfahren mindestens einen relativen, ortsbezogenen Verdichtungswert
ermittelt,
- b) Ermitteln eines absoluten ortsbezogenen Verdichtungswertes im Teilbereich mit einer
Eichvorrichtung,
- c) automatisches nachrichtentechnisches Übermitteln von gemäss Schritt a) und b) ermittelten
relativen und ortsbezogenen absoluten Verdichtungswerten an eine Recheneinheit,
- d) Ermitteln zumindest eines Korrelationswertes zwischen relativem und absolutem Verdichtungswert,
- e) automatisches Übermitteln des Korrelationswertes an die Verdichtungsvorrichtung,
und
- f) Nachführen eines Referenzwertes - sofern nötig - in der Verdichtungsvorrichtung
entsprechend dem übermittelten Korrelationswert.
[0018] Es kann zunächst mit der Eichvorrichtung der ortsbezogene absolute Verdichtungswert
ermittelt und zu einem späteren Zeitpunkt mit der Verdichtungsvorrichtung der entsprechende
Teilbereich in einer nicht-verdichtenden Weise befahren werden, um beim Überfahren
mindestens einen ortsbezogenen relativen Verdichtungswert zu ermitteln.
[0019] Es kann aber auch zunächst mit der Verdichtungsvorrichtung der Teilbereich in einer
verdichtenden Weise befahren und beim Überfahren mindestens ein ortsbezogener relativer
Verdichtungswert ermittelt werden und zu einem späteren Zeitpunkt der ortsbezogene
absolute Verdichtungswert ermittelt werden.
[0020] Typischerweise werden mehrere (mindestens zwei, vorzugsweise drei oder mehr) Teilbereiche
sowohl mit einer ersten Verdichtungsvorrichtung als auch mit einer weiteren Verdichtungsvorrichtung
überfahren. Die ortsbezogenen relativen Verdichtungswerte werden an die Zentrale übermittelt,
welche eine Korrelation zwischen den verschiedenen Messwerten und somit zwischen den
Verdichtungsvorrichtungen berechnet.
[0021] Ein Vorteil der Erfindung ist die Entlastung der Person (z.B. Walzenführer), welche
die Verdichtungsvorrichtung zu führen hat. Da mit der Erfindung u.a. die Maschineneinstellungen
(Überfahrwege, Überfahrgeschwindigkeit und Verdichterwerte) für eine optimale, zeitreduzierte
Verdichtung selbsttätig vorgenommen werden, kann sich der Führer der Verdichtungsvorrichtung
nun voll auf ein Führen der Verdichtungsvorrichtung und die zu beachtenden Sicherheitsbedingungen
konzentrieren. Ein nachträgliches "Aufrütteln" von Bodenbereichen durch nicht notwendiges
weiteres Überfahren wird ausgeschlossen. Ein weiteres Überfahren, welches beispielsweise
zum Erreichen noch zu verdichtender Bereiche notwendig ist, kann nun derart vorgenommen
werden, dass kein "Aufrütteln" mehr erfolgt. Auch ist ein Verbund von mehreren Verdichtungsvorrichtungen,
welche zudem auch unterschiedliche Krafteinrichtungen für eine vorzunehmende Verdichtung
aufweisen können, möglich.
[0022] Um dieses Ziel zu erreichen, werden Verdichtungsvorrichtungen mit einem selbsttätig
einstellbaren Verdichterwerte verwendet. Unter den Verdichterwerten wird insbesondere
eine einstellbare Bodenreaktionskraft
FB und ein Phasenwinkel ϕ verstanden. Der Phasenwinkel
ϕ ist ein Winkel zwischen der maximalen senkrecht gegen die Oberfläche des Bodenbereichs
gerichteten Bodenreaktionskraft
FB und einem maximalen Schwingungswert einer Schwingungsantwort eines Schwingungssystems.
Dieses Schwingungssystem wird, wie unten ausgeführt ist, aus dem Bodenbereich und
der die Verdichtung ausführenden Vibrationseinheit der Verdichtungsvorrichtung gebildet.
Zur Verdichtung werden in der Regel Unwuchten mit einem Unwuchtmoment und einer Unwuchtfrequenz
verwendet. Da bei der Erfindung die Verdichterwerte selbsttätig von einer geregelten
Einstelleinrichtung eingestellt werden, werden analog Unwuchtmoment und Unwuchtfrequenz
geregelt, d.h. durch eine Recheneinheit ermittelt eingestellt.
[0023] Bei einem ersten Uberfahrvorgang werden nun beispielsweise Unwuchtmoment und Unwuchtfrequenz
derart mit einer Einstelleinheit eingestellt, dass gemäss theoretischen Berechnungen
ein vorgegebener Verdichtungssollwert eines Bodenbereiches oder eines auf einem Bodenbereich
angeordneten Belages erreicht wird. In der Regel wird der Verdichtungssollwert über
weite Strecken immer derselbe sein, muss es aber nicht, da ja Unwuchtmoment und Unwuchtfrequenz
selbsttätig einstellbar sind. Wie im Speziellen unten ausgeführt ist, wird sofort
bei Überfahren die erreichte Bodenverdichtung bestimmt und der ermittelte Verdichtungsistwert
zusammen mit den Ortskoordinaten des Bereiches für eine spätere Behandlung abgespeichert.
[0024] Unter dem Ausdruck Verdichterwerte werden die Verdichtung hervorrufende Bewegungen
der Verdichtungsvorrichtung verstanden. Der Ausdruck "Verdichtung" ist jeweils auf
den zu verdichtenden bzw. verdichteten Boden bzw. Belag bezogen.
[0025] Diese spätere Behandlung kann nun ein erneutes verdichtendes Überfahren sein oder
auch eine Behandlung des Bodenbereiches, falls sich durch die wiederholten ortsbezogenen
Verdichtungsmessungen herausstellt, dass dieser Bodenbereich gar nicht weiter, beispielsweise
aufgrund seiner Materialzusammensetzung, des Untergrundes usw., verdichtbar ist.
[0026] Die Unmöglichkeit einer weiteren Verdichtung lässt sich dadurch feststellen, dass
die erreichten Verdichtungsistwerte ortsbezogen bei jedem Verdichtungsvorgang ermittelt
und abgespeichert werden. Diese abgespeicherten Werte werden verglichen. Wird keine
(signifikante) Zunahme der Verdichtung festgestellt, so ist eben dieser Bereich nicht
weiter verdichtbar. Um in diesem Bereich durch weitere Verdichtungsvorgänge keinen
Schaden anzustellen bzw. Zeit zu vergeuden, können über diesem Bereich Unwuchtmoment
und Unwuchtfrequenz derart eingestellt werden, dass lediglich ein oberflächenglättendes
Überfahren erfolgt.
[0027] Unwuchtmoment und Unwuchtfrequenz werden zum oberflächenglättenden Überfahren auch
dann eingestellt, wenn bereits ein Bereich auf den geforderten Verdichtungswert verdichtet
ist und benachbarte Bereiche, oder Bereiche in einer vorgegebenen Fahrtstrecke, diesen
Wert noch nicht erreicht haben. Durch dieses oberflächenglättende "Zurückstellen"
der Maschinenverdichtungsdaten kann einerseits schneller gefahren werden, andererseits
wird ein "Aufrütteln" eines bereits verdichten Bereiches vermieden.
[0028] Im Gegensatz zu den bekannten Bodenverdichtungssystemen können nun die Sollwerte
für die Bodenkraft F
B und den Phasenwinkel ϕ direkt am betreffenden Ort (Bereich) ermittelt und eingestellt
werden. Im Gegensatz zu den von "Hand eingestellten" Verdichtungsvorrichtungen des
Stands der Technik, ist die erfindungsgemässe Verdichtungsvorrichtung ein "Verdichtungsautomat".
[0029] Sind mehrere Bereiche bereits ausreichend verdichtet, so können diese Bereiche umfahren
werden. Dem Führer der Verdichtungsvorrichtung wird dann von der Recheneinheit, welche
die ortsbezogenen Verdichtungsistwerte aus der Speichereinheit verarbeitet, ein Fahrweg
vorgeschlagen. Der Vorschlag eines Fahrweges kann auf einer in der Fahrerkabine angeordneten
Anzeigeeinheit dargestellt werden. Der Fahrweg kann aber auch auf die so genannte
Windschutzscheibe gespiegelt werden oder direkt mit einem Lichtstrahl, insbesondere
mittels eines Laserstrahls (z.B. einem roten Heliumneonlaserstrahl) auf den Bodenbereichen
angezeigt werden. Eine Anzeige auf der Bodenoberfläche hat den Vorteil, dass den Arbeitern
hierdurch angezeigt wird, den für die Verdichtung vorgesehenen Fahrtweg frei zu geben
bzw. nicht zu betreten bzw. Maschinen aus diesem Bereich zu entfernen.
[0030] Bei grösseren Baustellen wird in der Regel mit mehreren Verdichtungsvorrichtungen
gearbeitet, welche auch unterschiedliche Vorrichtungsdaten für die vorzunehmende Verdichtung
aufweisen können. Die Logik jeder Verdichtungsvorrichtung kennt ihre speziellen Verdichtungseigenschaften
und kann aus den vorgegebenen Verdichtungssollwerten mit einer Einstelleinheit Unwuchtmoment
und Unwuchtfrequenz entsprechend einstellen.
[0031] Da es sich in der Regel um grössere Massen zur Erzeugung der für die Verdichtung
benötigten Vibration handelt, wird man vorzugsweise ein Zeitglied vorsehen. Das Zeitglied
kennt die maschinentypische Einstellzeit und weiss damit bei vorgegebener Bewegungsgeschwindigkeit
(in der Regel Verfahrgeschwindigkeit), in welcher Zeitspanne mit dem Verstellen angefangen
werden muss, damit bei Erreichen des betreffenden Bereiches das ermittelte Unwuchtmoment
und die ermittelte Unwuchtfrequenz zum Tragen kommen.
[0032] Bei der Verwendung mehrerer Verdichtungsvorrichtungen reicht es nicht mehr aus, den
vorgegebenen bereichsspezifischen Verdichtungssollwert abzuspeichern, die Ortszuordnung
mit einem Triangulationssystem oder GPS zu bestimmen und die ermittelten Verdichtungsistwerte
ortsbezogen (bereichsspezifisch) abzuspeichern, damit sie bei einem erneuten Verdichtungsvorgang
in Betracht gezogen werden können. Sind mehrere Verdichtungsvorrichtungen vorhanden,
wird in der Regel in Kolonnen gefahren, so dass nicht immer ein und dieselbe Verdichtungsvorrichtung
über von ihr vorverdichtete Bereiche fährt. In diesem Fall wird man vorzugsweise die
Verdichtungsistwerte über Sende- und Empfangsanlagen von Vorrichtung zu Vorrichtung
übertragen. Vorzugsweise hat dann auch jede Verdichtungsvorrichtung ein System zur
exakten Ortsbestimmung.
[0033] Man kann nun die Verdichtungs- und Ortsdaten direkt von Verdichtungsvorrichtung zu
Verdichtungsvorrichtung übertragen. Es kann aber zusätzlich eine Zentrale verwendet
werden. Aus dieser Zentrale können dann die bereichsspezifischen Verdichtungssollwerte,
vorzugsweise funktechnisch, an die Verdichtungsvorrichtungen übermittelt werden. Die
Verdichtungsvorrichtungen übermitteln dann ihrerseits die bereichsbezogenen Verdichtungsistwerte.
Die Zentrale kann einmal als zwischengeschaltete "Intelligenz" fungieren; sie kann
aber auch dazu dienen, dass die bereichsbezogenen Verdichtungsist- bzw. -endwerte
zu Protokollzwecken abgespeichert und für ein Baustellenmanagement verwendet werden.
[0034] Neben einer Ermittlung der Verdichtungswerte (Bodensteifigkeit) können selbstverständlich
zusätzlich auch noch andere Werte wie die Oberflächentemperatur und die Bodendämpfung
ermittelt werden.
[0035] Bei der nachfolgenden Erklärung des Verfahrens zur Messung der Verdichtungsistwerte
wird von einer so genannten Vibrationsplatte ausgegangen. Analog hierzu lässt sich
mit jeder Verdichtungsvorrichtung verfahren.
[0036] Zur Absolutmessung wird auf die Vibrationseinheit eine zeitveränderliche Erregerkraft
als periodische erste Kraft mit einem maximalen, gegen die Bodenoberfläche senkrecht
gerichteten, ersten Schwingungswert erzeugt. Die Frequenz der Erregerkraft bzw. deren
Periode wird derart eingestellt bzw. verstellt, bis ein Schwingungssystem, gebildet
aus der Vibrationseinheit und einem zu verdichtenden bzw. auszumessenden Bodenbereich,
mit dem die Vibrationseinheit in dauerndem Oberflächenkontakt ist, in Resonanz kommt.
Die Resonanzfrequenz
f wird festgehalten bzw. abgespeichert. Ferner wird ein Phasenwinkel ϕ zwischen dem
Auftreten eines maximalen Schwingungswertes der Erregerkraft und einem maximalen Schwingungswert
einer Schwingungsantwort des oben genannten Schwingungssystems ermittelt.
[0037] Arbeitet man z. B. mit einer Vibrationsplatte, so weiss man die schwingende Masse
md des Unterwagens, und man weiss auch ein statisches Moment
Md eines Unwuchterregers, wobei hier sämtliche schwingende Unwuchten zu berücksichtigen
sind. Neben dem Phasenwinkel
ϕ wird die Amplitude
A des Unterwagens gemessen. Aus der schwingenden Masse
md [kg · m], der Resonanzfrequenz
f [Hz], dem statischen Moment
Md [kg · m], der Amplitude A [m] und dem Phasenwinkel
ϕ [°] kann mit der nachfolgenden Beziehung eine absolute Bodensteifigkeit
kB [MN/m] bestimmt werden:

[0038] Aus der ermittelten Bodensteifigkeit
kB (gilt für Absolut- wie auch für Relativwerte) lässt sich ein Elastizitätsmodul des
betreffenden Bodenteilstücks mit der nachfolgenden Formel ermitteln:

[0039] Der Formfaktor kann mit einer kontinuumsmechanischen Betrachtung eines Körpers, welcher
sich mit einem elastischen halbunendlichen Raum in Kontakt befindet, gemäss "
Forschung auf dem Gebiet des Ingenieurwesens", Bd. 10, Sept./Okt. 1939, Nr. 5, Berlin,
S. 201 - 211, G. Lundberg, "Elastische Berührung zweier Halbräume", ermittelt werden.
[0040] Um Relativwerte zu ermitteln, wobei es sich hier um ein schnelles Verfahren handelt,
wird die Erregerkraft derart erhöht, bis ein Springen der Vibrationseinheit eintritt.
Auch wird man jetzt nicht mehr die Erregerkraft senkrecht zur Bodenoberfläche wirken
lassen, sondern derart, dass sich die Vorrichtung mit der Vibrationseinheit über eine
Bodenoberfläche selbständig bewegt (gilt insbesondere für die Vibrationsplatte) und
von einem Vibrationsplattenführer nur noch in der gewünschten Richtung geführt werden
muss. Die Messmittel der Vorrichtung sind in diesem Fall derart ausgebildet, dass
lediglich eine Frequenzanalyse der Schwingungsantwort an der Vibrationsplatte vorgenommen
wird. Es wird durch Filterschaltungen eine zur Erregerfrequenz tiefste subharmonische
Schwingung ermittelt. Je tiefer die tiefste subharmonische Schwingung ist, desto grösser
ist die erreichte Bodenverdichtung. Die Messung lässt sich noch verfeinern, indem
Amplitudenwerte in der Schwingungsantwort für alle subharmonischen Schwingungen und
eine erste Oberwelle zur anregenden Frequenz ermittelt werden. Diese Amplitudenwerte
werden unter Verwendung von Gewichtsfunktionen ins Verhältnis zur Amplitude der Erregerfrequenz
gemäss nachfolgender Gleichung gesetzt:
x0, x2, x4 und
x8 sind Gewichtungsfaktoren, deren Ermittlung unten beschrieben ist.
Af ist der maximale Schwingungswert der auf die Vibrationseinheit wirkenden erregenden
Kraft.
A2f ist der maximale Schwingungswert einer ersten Oberwelle zur erregenden Schwingung.
[0041] Af/2 ist ein maximaler Schwingungswert einer ersten Subharmonischen mit der halben Frequenz
der erregenden Schwingung.
Af/4 und
Af/8 sind maximale Schwingungswerte einer zweiten bzw. dritten Subharmonischen mit einer
Viertelfrequenz bzw. einer Achtelfrequenz der erregenden Schwingung.
A2f, Af/2, Af/4 und
Af/8 werden aus der Schwingungsantwort ermittelt.
[0042] Je grösser nun der Wert von s ist, desto grösser ist auch die Bodenverdichtung. Da
lediglich für eine Beurteilung der Bodenverdichtung maximale Schwingungswerte und
deren Verhältnisse unter einer Summenbildung ermittelt werden müssen, handelt es sich
hier um ein äusserst schnelles Messverfahren.
[0043] Bestimmt man nun die oben angeführten Gewichtungswerte, so folgt aus der Relativmessung
eine Absolutmessung, wobei der Erhalt absoluter Werte immer an ein- und dieselbe Bodenzusammensetzung
(Lehm, Sand, Kies, Lehmboden mit einem vorgegebenen Kies- / Sandanteil, ...) gebunden
ist.
[0044] Wird jeweils nach dem Verdichtungsvorgang z. B. mit einer Grabenwalze, mit einem
Walzenzug usw. gemessen, so kann eine Verdichtungszunahme ermittelt werden. Ist die
Verdichtungszunahme nur gering oder wird keine Verdichtungszunahme ermittelt, bringt
auch ein weiteres Überfahren keine weitere Verdichtungszunahme. Ist dennoch eine weitere
Verdichtungszunahme gefordert, muss mit anderen Verdichtermitteln gearbeitet werden,
oder die Bodenzusammensetzung durch einen Materialaustausch geändert werden.
[0045] Da mit der hier angeführten Vorrichtung sowohl Absolutmessungen wie auch schnelle
Relativmessungen der Bodenverdichtung vorgenommen werden können, ist es möglich, wie
nachfolgend ausgeführt, nach einer Eichung auch schnelle Absolutmessungen vorzunehmen.
Ausgehend von obiger Gleichung {A} ist bei bekannten "Maschinenparametern", schwingende
Masse
md des Unterwagens und statisches Moment
Md eines Unwuchterregers, sofern eine Vibrationsplatte verwendet wird, und Messung der
Schwingungsamplitude
A des Unterwagens, der Resonanzfrequenz f [Hz] sowie des Phasenwinkels
ϕ [°] die absolute Bodensteifigkeit
kB [MN/m] eines Bodenteilbereichs ermittelbar.
[0046] Entsprechend den vier Gewichtungsfaktoren
x0, x2, x4 und
x8 in Gleichung {B} werden nun auf vier unterschiedlichen Bodenteilbereichen des Bodenbereichs
mit jeweils einer Absolutmessung Bodensteifigkeitswerte
kB1, kB2, kB3 und
kB4 ermittelt, wobei sich hierbei unterschiedliche Bodensteifigkeiten bei derselben Bodenzusammensetzung
ergeben sollten.
[0047] Nach der Ermittlung der Bodensteifigkeitswerte
kB1, kB2, kB3 und
kB4 werden die maximalen Schwingungswerte
Af, A2f, Af/2, Af/4 und
Af/8 auf denselben vier Bodenteilbereichen ermittelt. Die erhaltenen Werte werden in die
Gleichung {B} eingesetzt, wobei für s die Bodensteifigkeitswerte
kB1, kB2, kB3 und
kB4 verwendet werden. Man hat nun vier Gleichungen, aus denen die vier noch unbekannten
Gewichtungsfaktoren ermittelbar sind.
[0048] Sind diese Werte in einem Speicher einer Auswerteeinheit der unten beschriebenen
Vorrichtung abgelegt, so müssen beim Überfahren von Bodenteilbereichen nur noch die
maximalen Schwingungswerte
Af, A2f, Af/2, Af/4 und
Af/8 ermittelt und mit den Gewichtungswerten verknüpft werden, um absolute Bodensteifigkeitswerte
zu erhalten. Eine Absolutmessung kann nun genau so schnell wie die oben angeführten
Relativmessungen vorgenommen werden.
[0049] Ändert sich die Bodenzusammensetzung, so können noch Relativmessungen vorgenommen
werden; eine Nacheichung sollte jedoch vorgenommen werden. Gewichtungswerte für unterschiedliche
Bodenzusammensetzungen kann man in einem Speicher der Vorrichtung (in der Regel jedoch
in einer unten angeführten Zentrale) ablegen und Messungen innerhalb einer durch eine
Bodenzusammensetzung vorgegebenen Toleranz vornehmen. Es sollte jedoch bei sich ändernden
Bodenzusammensetzungen, um eine ausreichende Genauigkeit zu erhalten, immer eine Eichung
vorgenommen werden. Eine Eichung ist zwar bedeutend langsamer als die schnelle Relativmessung;
bei etwas Übung lässt sich jedoch eine Eichung in wenigen Minuten vornehmen.
[0050] Die ermittelten Bodenverdichtungswerte wird man vorzugsweise zusammen mit den jeweiligen
Ortskoordinaten eines Bereichs, der ausgemessen wird, abspeichern bzw. gleich an eine
Zentrale wie z.B. ein Baubüro übermitteln, damit von dort diese Daten wieder über
eine Sende- und Empfangseinheit an die betreffenden Verdichtungsvorrichtungen übermittelt
werden. Die Daten können aber auch, wie oben angeführt, für eine weitere Verarbeitung
in der Verdichtungsvorrichtung abgespeichert werden.
[0051] Als Verdichtungsvorrichtung kann man vorzugsweise eine Vibrationsplatte nehmen, da
es sich hier um ein preisgünstiges Produkt handelt. Es können aber auch andere Maschinen,
wie beispielsweise Grabenwalze und Walzenzug verwendet werden. Die Vibrationsplatte
hat jedoch den Vorteil, dass die Kontaktfläche mit der Bodenoberfläche definiert ist.
[0052] Als anregende Kraft wird man vorzugsweise zwei gegenläufig angetriebene Unwuchten
nehmen. Die gegenseitige Lage der beiden Unwuchten muss gegeneinander verstellbar
sein, damit einmal die Erregerkraft senkrecht auf die Bodenoberfläche (für eine Eichung
und eine Absolutmessung) und einmal entgegen der Bewegungsrichtung schräg nach hinten
richtbar ist. Auch muss die Frequenz der Erregerkraft (hier beispielsweise die gegenläufige
Umdrehungszahl der Unwuchten) einstellbar sein, um in Resonanz gehen zu können. Das
Suchen der Resonanzfrequenz kann manuell erfolgen; man wird es aber in vorteilhafter
Weise durch einen automatischen "Scan"-Vorgang vornehmen lassen, der sich auf die
Resonanzfrequenz einpendelt.
[0053] Das statische Unwuchtmoment ist mittels einer Einstelleinheit selbsttätig einstellbar
ausgebildet, indem beispielsweise eine radiale Verstellung der Unwuchtmasse bzw. -massen
vornehmbar ist.
[0054] Auch die Einwirkungsfrequenz auf die Bodenkontakteinheit ist mit der Einstelleinheit
einstellbar. Bei einer einstellbaren Frequenz kann eine Resonanz des Schwingungssystems,
bestehend aus Bodenkontakteinheit und dem zu verdichtenden bzw. verdichteten Bodenbereich,
ermittelt werden. Ein Arbeiten in Resonanz ergibt eine Verdichtung bei reduzierter
Verdichtungsleistung. Da das Schwingungssystem aufgrund der zu erbringenden Verdichtungsleistung
ein gedämpftes System ist, ergibt sich aus dem Grad der Dämpfung ein Phasenwinkel
zwischen der maximalen Amplitude der Anregung (z.B. Kraft durch die rotierenden Unwuchten)
und der Schwingung des Systems (= Schwingung der Bodenkontakteinheit). Um diesen Phasenwinkel
bestimmen zu können, wird man auf der Bodenkontakteinheit neben einem Sensor für die
Subharmonischen (sowie auch für die Resonanzfrequenz und Oberwellen {Harmonische})
einen Sensor anbringen, der die zeitliche Auslenkung in Bodenverdichtungsrichtung
misst. Die zeitliche Auslenkung der Anregung (Kraftaufbringung auf die Bodenkontakteinheit)
kann ebenfalls gemessen werden; man kann sie jedoch leicht aus der augenblicklichen
Stellung der Unwucht bzw. der Unwuchten ermitteln. Die zeitliche Lage der maximalen
Amplituden (Anregungsschwingung zur Schwingung der Bodenkontakteinheit) wird man mit
einem Komparator ermitteln. Die Anregung wird man vorzugsweise derart einstellen,
dass die maximale Amplitude der Anregung um 90° bis 180°, vorzugsweise um 95° bis
130° der maximalen Amplitude der Bodenkontakteinheit vorauseilt. Die hierbei ermittelten
Werte können, wie unten ausgeführt, bei einer veränderbaren Erregerfrequenz auch zur
Ermittlung absoluter Verdichtungswerte herangezogen werden.
[0055] Vorzugsweise wird man auch die maximale Amplitude der anregenden Kraft einstellbar
auslegen. Eine Verstellung der anregenden Kraft kann bei der Verwendung z.B. von zwei
Unwuchten erreicht werden, welche mit gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit rotieren
und deren winkelmässiger Abstand änderbar ist. Die Unwuchten können gleichsinnig oder
auch gegensinnig bewegt werden.
[0056] Ergänzend sei bemerkt, dass das Auftreten von Subharmonischen, sofern eine eine Bodenkontakteinheit
aufweisende Bodenverdichtungsvorrichtung nicht entsprechend ausgelegt ist, zu Maschinenschäden
führen kann. Man wird deshalb Dämpfungselemente zwischen der jeweiligen Bodenkontakteinheit
und den restlichen Maschinenteilen derart auslegen, dass eine Übertragung der Subharmonischen
gedämpft wird. Man kann natürlich die gesamte Bodenverdichtungseinheit derart auslegen,
dass die tieffrequenten Subharmonischen keinen Schaden anrichten; deren Frequenz ist
ja gemäss den Ausführungen in der Detailbeschreibung bekannt. Man kann aber auch die
Amplitude der anregenden Kraft so weit herunterfahren, dass die Amplituden der Subharmonischen
keinen Schaden anrichten bzw. nicht mehr vorhanden sind.
[0057] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0058] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine beispielsweise Geländeanordnung mit unterschiedlich verdichteten Bodenbereichen,
- Fig. 2
- eine schematische dargestellte Vibrationsplatte zur Verdichtung eines Bodenbereichs
und Messung von erreichten Verdichtungsistwerten,
- Fig. 3
- Angaben zur Berechung einer Bodenverdichtung aus einem gekoppelten schwingungsfähigen
System Boden-Vorrichtung,
- Fig. 4
- ein Beispiel einer Umsetzung eines dimensionslosen Modells in einem Simulink-Modell,
- Fig. 5
- ein Bewegungsverhalten einer Vibrationsplatte bei gleich bleibenden Maschinenparametern
über einem unterschiedlich harten Untergrund,
- Fig. 6
- ein Blockschaltbild einer Ausführungsvariante der erfindungsgemässen Vorrichtung zur
Verdichtung,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer Geräteanordnung mit mehreren Verdichtungsvorrichtungen
- Fig. 8
- eine zu Figur 7 analoge schematische Darstellung einer Geräteanordnung mit mehreren
Verdichtungsvorrichtungen und einer Zentrale zur Datenübermittlung und Datenauswertung,
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung eines mit dem erfindungsgemässen System realisierbaren
Bearbeitungsablaufs, und
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung der Systemsteuerung.
[0059] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0060] Anhand Figur 9 soll zunächst ein Beispiel für das Kontrollieren bzw. Steuern der
Verdichtungsarbeiten auf einer Baustelle mit mehreren örtlich voneinander distanzierten
Teilbereichen TB1, TB2, TB3, TB4 erläutert werden.
[0061] Im Teilbereich TB1 wird mit einer Eichvorrichtung EV zu einem Zeitpunkt t1 am Ort
mit den Ortskoordinaten x1, y1 ein absoluter Verdichtungswert als Eichwert E1(x1,
y1) gemessen. Die Daten werden von der Eichvorrichtung EV per Funk an die Recheneinheit
R übertragen und dort abgespeichert. Eine Verdichtungswalze W1, welche durch die Systemsteuerung
auf den Teilbereich TB1 geführt wird, misst zunächst am Ort x1, y1 den relativen Verdichtungswert
V(W1;TB1;x1,y1) und übermittelt diesen an die Recheneinheit R. Die Recheneinheit R
korreliert den relativen Verdichtungswert der Verdichtungswalze W1 mit dem Eichwert
E1(x1, y1) und übermittelt das Ergebnis, z.B. in Form eines Korrekturfaktors K(W1,TB1)
= corr.[E1(x1,y1) ↔ V(W1;TB1; x1,y1)], an die Verdichtungswalze W1. Diese kann nun
den ganzen Teilbereich TB1 auf einen vorgegebenen absoluten Verdichtungswert verdichten.
Dabei wird sie die tatsächlich erreichten relativen Verdichtungswerte V(TB1,xi,yi;
i = 1 ... n), welche aufgrund der Korrelation zu E1(x1,y1) auch absolute Verdichtungswerte
sind, vorzugsweise flächendeckend (d.h. in einem vorgegebenen Flächenraster xi, yi,
wobei der Index i von 1 bis n läuft) der Recheneinheit R übermitteln. Noch während
die Verdichtungswalze W1 am Bearbeiten des Teilbereichs TB1 ist, kann eine zwischenzeitlich
frei gewordene Verdichtungswalze W2 auf den Punkt x1, y1 geführt werden, um dort den
Boden (zu einem Zeitpunkt t2) in einer nicht-verdichtenden Weise zu befahren und einen
relativen Verdichtungswert V(W2;TB1;x1,y1) zu messen. Dieser relative Verdichtungswert
wird der Recheneinheit R übermittelt. Wenn die Stelle x1, y1 zum Zeitpunkt t2 von
der ersten Verdichtungswalze W1 noch nicht bearbeitet worden ist, korreliert die Recheneinheit
R den von der zweiten Verdichtungswalze W2 erhaltenen Verdichtungswert direkt mit
dem Eichwert E1(x1, y1) und übermittelt der Verdichtungswalze W2 den errechneten Korrekturfaktor
K(W2,TB1) = corr.[ E1(x1,y1) ↔ V(W2;TB1; x1,y1)]. Hat die erste Verdichtungswalze
W1 dagegen die Stelle x1, y1 bereits auf den vorgegebenen Wert verdichtet, korreliert
die Recheneinheit den von der zweiten Verdichtungswalze W2 erhaltenen relativen Verdichtungswert
mit dem verdichteten Wert V(W1;TB1, x1, y1; t2), d.h. mit dem Verdichtungswert nach
der Bearbeitung (= vorgegebener Sollwert). Weil die erste Verdichtungswalze W1 die
Recheneinheit R ständig mit den erreichten Verdichtungswerten V(W1;TB1,xi,yi; i =
1 ... n) versorgt, ist die Recheneinheit R in der Lage, der zweiten Verdichtungswalze
W2 den zutreffenden Korrekturfaktor zu übermitteln.
[0062] Die zweite Verdichtungswalze W2 kann gleich weiter zum Teilbereich TB2 fahren und
dort die Bodenbearbeitung aufnehmen. Weil sie durch die Messung am Ort x1, y1 geeicht
ist, kann sie ortsbezogene absolute Verdichtungswerte V(W2;TB2,xi,yi; i = 1 ... n)
im Teilbereich TB2 bestimmen, auch wenn die Eichvorrichtung EV noch nicht auf dem
Platz ist. Wenn die Eichvorrichtung ankommt, kann sie prüfen, ob im vordefinierten
Messpunkt x2, y2 der geforderte Verdichtungswert erreicht ist. Ob die zweite Verdichtungswalze
W2 zu diesem Zeitpunkt läuft oder stillsteht bzw. wo sie sich befindet, ist nicht
relevant. Die Eichmessung kann unabhängig davon durchgeführt werden. Die Eichvorrichtung
EV übermittelt wiederum die gemessenen absoluten Verdichtungswerte E2(x2,y2) zusammen
mit den Ortskoordinaten x2, y2 an die Recheneinheit R. Da diese die von der zweiten
Verdichtungswalze W2 im Teilbereich TB2 ermittelten Messwerte kennt, kann sie wiederum
eine Korrelation durchführen und überprüfen, wie gut die zweite Verdichtungswalze
W2 (aufgrund der Messung am Ort x1, y1) geeicht ist. Sie übermittelt den Korrekturfaktor
unverzüglich an die Verdichtungswalze W2, welche zu diesem Zeitpunkt vielleicht bereits
den Bodenbereich TB4 bearbeitet.
[0063] Schliesslich wird die Eichvorrichtung an die dritte Messposition x3, y3 im dritten
Teilbereich TB3 gebracht. Hier kann auf die gleiche Weise die absolute Bodenverdichtung
bestimmt werden, wie anhand der Teilbereiche TB1 und TB2 beschrieben.
[0064] Es gibt auf den verschiedenen Teilbereichen der Baustelle also geeichte Messungen
an verschiedenen Orten (wobei pro Teilbereich natürlich auch mehrere Messungen vorgenommen
werden können). Anhand dieser Eichpunkte kann das System die verschiedenen Verdichtungsvorrichtungen
kalibrieren, wobei sehr flexibel auf den Ort der Maschinen und den jeweiligen Arbeitsstand
Rücksicht genommen werden kann. Es ist somit nicht mehr nötig, dass für eine Eichmessung
mehrere Geräte und Maschinenführer zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein müssen.
Die Wege, welche mit den Maschinen zurückgelegt werden, können minimiert werden. Zeitverschiebungen,
die sich aufgrund ursprünglich nicht vorgesehener Arbeiten oder Kapazitätsveränderungen
ergeben (weil mehr oder weniger Maschinenstunden zur Verfügung stehen), können im
System planerisch berücksichtigt werden.
[0065] Wie das vorliegende Beispiel zeigt, werden die Verdichtungswerte V(W1;TB1,xi,yi;
i = 1 ... n) zusammen mit einer Identifikation der Maschine abgespeichert, welche
die Werte gemessen hat. Die Recheneinheit kann somit auch später noch Auswertungen
durchführen und z.B. die Qualität der Messungen der verschiedenen Vorrichtungen verfolgen.
[0066] In Figur 10 ist schematisch die Systemsteuerung dargestellt. Jede Verdichtungswalze
W1, W2, die Eichvorrichtung EV und die Recheneinheit R haben eine Steuereinheit CPU1,
..., CPU4. Diese Steuereinheiten CPU1, ..., CPU4 stehen miteinander in Verbindung
und führen einen programmierten Verfahrensablauf durch. Auf diese Weise wird z.B.
festgelegt, welche Maschine Daten erfasst und übermittelt und zu welchem Zeitpunkt
dies erfolgen soll. Weiter kann vorgegeben bzw. gesteuert werden, wo die Maschinen
sich hin bewegen sollen, an welche Maschine die Recheneinheit welche Daten übermittelt
und anderes mehr.
[0067] Eine Korrelierung von relativ gemessenen Verdichtungswerten mit absolut gemessenen
Werten ist immer dann von grossem Vorteil, wenn sich die Bodenzusammensetzung über
einem auszumesssenden bzw. zu verdichtenden Bodenbereich ändert. Es kann beispielsweise
sandiger, lehmiger, steiniger (Schotter oder Kies) Bodenuntergrund in den unterschiedlichen
Bodenbereichen vorhanden sein; auch kann beispielsweise ein unterschiedlicher Wassergehalt
zugegen sein. Alle diese unterschiedlichen Bodenzusammensetzungen geben unterschiedliche
relative Bodenverdichtungswerte.
[0068] Sind nun die Bereiche unterschiedlicher Bodenzusammensetzung in ihren geometrischen
Positionen und Konturen bekannt, so wird man in jedem dieser Bodenbereiche einen Eichort
mit ausgemessener absoluter Bodensteifigkeit vorgeben. Über diesen Ort bewegen sich
dann die unterschiedlichen Bodenverdichtungsvorrichtungen, um ihre relativen Bodenverdichtungswerte
in absolute Werte für die betreffenden Bereiche zu korrelieren.
[0069] Figur 1 zeigt einen Geländebereich
14 mit mehreren in Bahnen verlaufenden Bodenbereichen
3 unterschiedlicher Verdichtung. Je höher die Verdichtung in Bezug auf einen Verdichtungssollwert
ist, desto enger ist die hier gewählte kennzeichnende Schraffur. Ein Kästchenmuster
zeigt eine erreichte Verdichtung an, welche bereits dem Verdichtungssollwert entspricht.
Ziel der hier angestrebten Verdichtung, wie sie z. B. im Strassenbau benötigt wird,
ist das Erreichen einer vorgegebenen Verdichtung, welche nicht über- und nicht unterschritten
werden darf. Eine gleichförmige Verdichtung ist mit vertretbarem Aufwand nur gemäss
der Erfindung möglich. Zur Darstellung des Verdichtungszustands ist hier beispielsweise
eine unterschiedliche Schraffur gewählt worden; vorzugsweise wird man jedoch eine
Darstellung mit unterschiedlichen Farben wählen.
[0070] Die Verdichtungswerte dieses Geländebereichs sind z.B. in der Recheneinheit abgespeichert.
(Sie können auch in jeder Verdichtungsvorrichtung abgespeichert sein, so dass die
Verdichtungsvorrichtung selbständig arbeiten kann, auch wenn die Funkverbindung zur
zentralen Recheneinheit vorübergehend unterbrochen sein sollte.) Zusätzlich können
in der Datenkarte die Geometrie (Schichtdicke, Anzahl aufgebrachte Schichten) und
Materialbeschaffenheit (Kies, Gemisch, Herkunft etc.) abgespeichert sein.
[0071] Als Verdichtungsvorrichtung wird beispielsweise eine Vibrationsplatte
1 verwendet. Die Vibrationsplatte 1 dient somit als Verdichtungs- und als Messgerät.
Sie hat generell eine Bodenkontakteinheit (Unterwagen
5 mit Bodenplatte
4) mit zwei gegenläufig rotierenden Unwuchten
13a und
13b (Figur 2) mit einer Gesamtmasse
md, welche auch einen Unwuchterreger mit einschliesst.
md symbolisiert die gesamte anregende schwingende Masse. Auf den Unterwagen
5 stützt sich ein statisches Auflastgewicht des Oberwagens
7 mit einer Masse
mf (statisches Gewicht) über Dämpfungselemente
6 (Steifigkeit
kG, Dämpfung
cG) ab. Das statische Gewicht
mf ergibt zusammen mit den Dämpfungselementen
6 ein fusspunkterregtes Schwingungssystem, das tief abgestimmt wird (tiefe Eigenfrequenz).
Der Oberwagen 7 wirkt im Vibrationsbetrieb gegenüber den Schwingungen des Unterwagens
5 als Tiefpass zweiter Ordnung. Damit wird die in den Oberwagen
7 transmittierte Vibrationsenergie minimiert.
[0072] Der auszumessende, zu verdichtende bzw. verdichtete Boden des Bodenbereichs
3 ist ein Baustoff, für den, je nach untersuchten Eigenschaften, unterschiedliche Modelle
existieren. Für den Fall des oben erwähnten Systems (Bodenkontakteinheit - Boden)
kommen einfache Feder-Dämpfer-Modelle (Steifigkeit
kB, Dämpfung
cB) zur Anwendung. Die Federeigenschaften berücksichtigen die Kontaktzone zwischen Bodenverdichtungseinheit
(Unterwagen
5) und elastischem Halbraum (Bodenbereich). Im Bereich der Erregerfrequenzen des oben
genannten Gerätes, die oberhalb der tiefsten Eigenfrequenz des Systems (Bodenkontakteinheit
- Boden) liegen, ist die Bodensteifigkeit
kB eine statische, frequenzunabhängige Grösse. Diese Eigenschaft konnte in der hier
vorliegenden Anwendung im Feldversuch für homogene und geschichtete Böden nachgewiesen
werden.
[0073] Führt man das Geräte- und Bodenmodell unter Berücksichtigung der einseitigen Bindung
in ein Gesamtmodell zusammen, beschreibt das nachfolgende Gleichungssystem (1) für
die Freiheitsgrade
xd des Unterwagens
5 und
xf des Oberwagens
7 die zugehörigen Bewegungsdifferentialgleichungen.

[0074] Ausgehend von einer einseitigen, bodenkraftgesteuerten Bindung ergibt sich:
md : schwingende Masse [kg] z.B. Unterwagen 5
mf : stat. Auflastgewicht [kg] z.B. Oberwagen 7
Md: stat. Moment Unwucht [kg m]
xd : Bewegung schwingende Masse [mm]
xf : Bewegung Auflastgewicht [mm]
Ω: Erregerkreisfrequenz [s-1] Ω = 2π·f
f: Erregerfrequenz [Hz]
kB: Steifigkeit der Unterlage/des Bodenbereichs [MN/m];
cB: Dämpfung der Unterlage/des Bodenbereichs [MNs/m]
kG: Steifigkeit der Dämpfungselemente [MN/m]
cG: Dämpfung der Dämpfungselemente [MNs/m]
[0075] Eine Bodenreaktionskraft
FB zwischen Unterwagen 5 und auszumessenden, verdichtetem bzw. zu verdichtendem Bodenbereich
3 steuert dabei die Nichtlinearität der einseitigen Bindung.
[0076] Die analytische Lösung der Differentialgleichungen (1) besitzt die folgende, allgemeine
Form:
j = 1 lineare Schwingungsantwort, Auflastbetrieb
j = 1,2,3,... periodisches Abheben (die Maschine verliert pro Erregungsperiode einmal
den Kontakt zum Boden)
j = 1,1/2, 1/4, 1/8,.... und zugehörige Oberwellen: Springen, Taumeln, chaotischer
Betriebszustand.
[0077] ϕ ist ein Phasenwinkel zwischen dem Auftreten eines maximalen Schwingungswertes der
Erregerkraft und einem maximalen Schwingungswert einer Schwingungsantwort des oben
genannten Schwingungssystems.
[0078] Für die nachfolgenden Betrachtungen des "Springens" wird eine senkrecht auf die Bodenoberfläche
2 wirkende Kraft
FB angenommen. Bei der oben beschriebenen Vibrationsplatte hingegen wirkt diese Kraft
nicht senkrecht auf die Bodenoberfläche 2, sondern schräg nach hinten, um z.B. eine
springende Bewegung in Vorwärtsrichtung zu erhalten. Bei den nachfolgenden mathematischen
Betrachtungen ist somit die senkrechte Komponente der schrägen Kraft einzusetzen.
Die schräg auf die Bodenoberfläche wirkende Erregerkraft wird erreicht, indem die
gegensinnig rotierenden Unwuchten
13a und
13b derart rotationsmässig gegeneinander verschoben sind, dass ihre sich addierenden
Unwuchtmomente der Unwuchten
13a und
13b einen maximalen Kraftvektor etwa unter einem Winkel von 20° nach rechts unten in
Figur 3 haben. Zur Ermittlung der Absolutwerte (Resonanzfall) zeigt der maximale Kraftvektor
(wäre identisch mit F
B) senkrecht auf die Bodenoberfläche
2.
[0079] Eine numerische Simulation erlaubt die Berechnung der Lösungen der Gleichungen (1).
Insbesondere für den Nachweis chaotischer Schwingungen ist die Verwendung numerischer
Lösungsalgorithmen unerlässlich. Mit Hilfe analytischer Berechnungsverfahren, wie
der Mittelungsmethode, können für lineare und nichtlineare Schwingungen sehr gute
Näherungslösungen und Aussagen grundsätzlicher Natur zu einer Bifurkation der Grundschwingungen
getroffen werden. Die Mittelungstheorie ist beschrieben in
Anderegg Roland (1998), "Nichtlineare Schwingungen bei dynamischen Bodenverdichtern",
Fortschritte VDI, Reihe 4, VDI Verlag Düsseldorf. Dies erlaubt einen guten Gesamtüberblick über die auftretenden Lösungen. Bei mehrfach
verzweigenden Systemen sind analytische Methoden mit einem unverhältnismässig hohen
Aufwand verbunden.
[0080] Als Simulationswerkzeug wird das Programmpaket Mathlab/Simulink® verwendet. Dessen
graphische Benutzeroberfläche und die zur Verfügung stehenden Tools sind sehr geeignet
zur Behandlung des vorliegenden Problems. Die Gleichungen (1) werden zuerst in eine
dimensionslose Form transformiert, um eine höchstmögliche Allgemeingültigkeit der
Resultate zu erreichen.
d,h, κ = f/f0, wobei f die Anregungs- und f0 die Resonanzfrequenz [Hz] ist.
ω0 ist die Kreis-Resonanzfrequenz des Schwingungssystems "Maschine-Boden" [s-t].
[0081] Ort:

Amplitude
A0 f ist frei wählbar Materialkenngrössen:

Massen und Kräfte:

[0082] Die resultierenden Gleichungen (3) werden graphisch mit Mathelab Simulink® modelliert,
siehe Figur 4. Die Nichtlinearität wird vereinfacht als eine rein kraftgesteuerte
Funktion betrachtet und mit Hilfe des "Switch"-Blocks aus der Simulink-Bibliothek
modelliert.
[0083] Die Figur 4 zeigt folgendes:
| 80 |
Chassis / Oberwagen |
81 |
Boden, entkoppelt |
| 82 |
Bandage / Unterwage |
83 |
Eigengewicht Chassis |
| 84 |
Beschleunigung Chassis |
85 |
Beschleunigung Bandage |
| 86 |
Lambda, Dämpfung Chassis |
87 |
Geschwindigkeit Chassis |
| 88 |
Geschwindigkeitssignal Chassis |
89 |
Weg Chassis |
| 90 |
Wegsignal Chassis |
91 |
Phasenkurve Chassis |
| 92 |
Lambda Steifigkeit Chassis |
93 |
Switch 1 |
| 94 |
Weg Boden |
95 |
Steifigkeit / Dämmung |
| 96 |
Äussere Erregung |
97 |
Eigengewicht Bandage |
| 98 |
Null |
99 |
Switch |
| 100 |
Kraft |
101 |
Bodenkontaktkraft |
| 102 |
Steifigkeit |
103 |
Dämpfung |
| 104 |
Geschwindigkeit Bandage |
105 |
Beschleunigung Bandage |
| 106 |
Geschwindigkeitssignal Bandage |
107 |
Weg Bandage |
| 108 |
Wegsignal Bandage |
109 |
Phasenkurve Bandage |
| 110 |
Arbeitsdiagramm |
|
|
[0084] Das Koordinatensystem der Gleichungen (1) und (3) beinhaltet eine statische Einsenkung
infolge des Eigengewichts (statisches Auflastgewicht
mf, schwingende Masse
md). Im Vergleich mit Messungen, die aus der Aufintegration von Beschleunigungssignalen
resultieren, muss die statische Einsenkung zu Vergleichszwecken im Simulationsresultat
subtrahiert werden. Die Anfangsbedingungen für die Simulation sind alle "0" gesetzt.
Die Resultate werden für den Fall des eingeschwungenen Zustands angegeben. Als Lösungssolver
wird "ode 45" (Dormand-Price) mit einer variablen Integrationsschrittweite (max. Schrittweite
0.1 s) im Zeitbereich von 0 s bis 270 s gewählt.
[0085] Für die Betrachtung des chaotischen Maschinenverhaltens der Vibrationsplatte 1 genügt
es in der Regel, den schwingenden Teil zu untersuchen, Insbesondere bei gut abgestimmten
Gummidämpferelementen sind in den Elementen (Unter- und Oberwagen) die dynamischen
Kräfte gegenüber den statischen Kräften vernachlässigbar klein und es gilt
ẍf <<
ẍd. In diesem Fall können die beiden Gleichungen in (1) bzw. (3) addiert werden und
es ergibt sich eine Gleichung (4a) für einen Freiheitsgrad des schwingenden Elements
xd ≡
x. Das zugehörige analytische Modell findet sich in Figur 3.

[0086] FB ist die auf den Bodenbereich wirkende Kraft; siehe Figur 3. Diese gewöhnliche Differentialgleichung
2. Ordnung wird in die beiden nachfolgenden Differentialgleichungen 1. Ordnung umgeschrieben:

mit

und

für

als bodenkraftgesteuerte Nichtlinearität.
Es gilt die Identität
x2 ≡
ẋ.
[0087] Daraus wird eine Phasenraum-Darstellung mit
x1(
t)-
x2(
t), bzw.
x(
t)-
ẋ(
t) abgeleitet.
[0088] Die Phasenkurven, auch als Orbitale bezeichnet, sind im Fall linearer, stationärer
und monofrequenter Schwingungen geschlossene Kreise bzw. Ellipsen. Bei nichtlinearen
Schwingungen, bei denen zusätzlich Oberwellen auftreten (periodisches Abheben der
Bandage vom Boden), sind die Oberwellen als aufmodulierte Periodizitäten zu erkennen.
Erst bei Periodenverdoppelungen, also subharmonischen Schwingungen wie dem "Springen",
mutiert der ursprüngliche Kreis zu geschlossenen Kurvenzügen, die Schnittpunkte in
der Phasenraum-Darstellung aufweisen.
[0089] Es hat sich gezeigt, dass das Auftreten von subharmonischen Schwingungen in Form
von Verzweigungen oder Bifurkationen ein weiteres, zentrales Element stark nichtlinearer
und chaotischer Schwingungen ist. Im Gegensatz zu Oberwellen stellen subharmonische
Schwingungen einen neuen, gesondert zu behandelnden Betriebszustand eines nichtlinearen
Systems dar; dieser Betriebszustand unterscheidet sich stark vom ursprünglichen, linearen
Problem. Oberwellen sind nämlich klein im Verhältnis zur Grundschwingung, d. h. die
nichtlineare Lösung des Problems verbleibt, mathematisch betrachtet, in der Umgebung
der Lösung des linearen Systems.
[0090] Eine Messwerterfassung kann in der Praxis durch den Impuls einer Hall-Sonde, welche
den Null-Durchgang der Vibrowelle erfasst, ausgelöst werden. Damit lassen sich auch
Poincaré-Abbildungen generieren. Werden die periodisch erfassten Amplitudenwerte in
Funktion des variierten Systemparameters, in unserem Falle also der Bodensteifigkeit
kB, aufgetragen, entsteht das Bifurkations- oder so genannte Feigenbaum-Diagramm
(Figur 5). In diesem Diagramm erkennt man zum einen die Eigenschaft der sich bei steigender
Steifigkeit im Bereich der Verzweigung schlagartig vergrössernden Amplituden, die
Tangente an die zugehörige(n) Kurve(n) verläuft im Verzweigungspunkt vertikal. Deshalb
ist in der Praxis auch keine zusätzliche Energiezufuhr für das Springen der Walze
erforderlich. Das Diagramm zeigt weiter auf, dass bei steigender Steifigkeit (Verdichtung)
weitere Verzweigungen folgen, und zwar in immer kürzeren Abständen bezogen auf die
kontinuierlich zunehmende Steifigkeit
kB. Die Verzweigungen erzeugen eine Kaskade neuer Schwingungsanteile mit der jeweils
halben Frequenz der vorhergehend tiefsten Frequenz des Spektrums. Da sich die erste
Verzweigung aus der Grundschwingung mit der Frequenz
f, bzw. Periode
T, abspaltet, entsteht die Frequenz-Kaskade
f, f/2, f/4, f/8 etc. Analog zur Grundschwingung generieren auch die subharmonischen Oberwellen und
es entsteht ein Frequenzkontinuum im tieffrequenten Bereich des Signalspektrums. Dies
ist ebenfalls eine spezifische Eigenschaft des chaotischen Systems, im vorliegenden
Fall also der vibrierenden Vibrationsplatte.
[0091] Man beachte, dass sich das System des Verdichtungsgerätes in einem deterministischen
und nicht in einem stochastischen chaotischen Zustand befindet. Da die Parameter,
welche den chaotischen Zustand bewirken, nicht alle messbar sind (nicht vollständig
beobachtbar), kann der Betriebszustand der subharmonischen Schwingungen nicht für
die praktische Verdichtung prädiktiert werden. Das Betriebsverhalten in der Praxis
ist zudem durch viele Unwägbarkeiten gekennzeichnet, die Maschine kann durch den starken
Kontaktverlust zum Boden wegrutschen, die Belastung der Maschine durch die tieffrequenten
Schwingungen wird sehr hoch. Laufend können weitere Bifurkationen des Maschinenverhaltens
(unverhofft) auftreten, die sofort starke Zusatzbelastungen zur Folge haben. Hohe
Beanspruchungen treten auch zwischen Bandage und Boden auf; dies führt zur unerwünschten
Auflockerung oberflächennaher Schichten und zieht Kornzertrümmerungen nach sich.
[0092] So wird bei neuen Geräten, die über eine aktive Regelung der Maschinenparameter in
Funktion gemessener Grössen verfügen (z.B. ACE: Ammann Compaction Expert) bei Auftreten
der ersten subharmonischen Schwingung mit der Frequenz
f/2 sofort die Unwucht und damit die Energiezufuhr verringert. Diese Massnahme verhindert
zuverlässig das unerwünschte Springen oder Taumeln der Bandage. Zudem garantiert eine
kraftgesteuerte Regelung von Amplitude und Frequenz des Verdichtungsgerätes eine Steuerung
der Nichtlinearität und damit eine sichere Verhinderung des Springens/Taumelns, die
ja letztlich die Folge der auftretenden Nichtlinearität ist.
[0093] Aufgrund der Tatsache, dass die subharmonischen Schwingungen einen jeweils neuen
Bewegungszustand der Maschine darstellen, müssten Relativmessungen, z. B. zur Erfassung
des Verdichtungszustandes des Bodens, für jede neu auftretende subharmonische Schwingung
neu auf die Bezugsprüfverfahren, wie beispielsweise den Druckplattenversuch (DIN 18
196) geeicht werden. Auf diese Relativmessung kann verzichtet werden, wie unten erläutert
wird.
[0094] Im Fall eines "Kompaktometers", bei dem zur Verdichtungskontrolle das Verhältnis
von erster Oberwelle
2f zu Grundschwingung
f verwendet wird, ändert sich mit dem Auftreten des Springens die Korrelation grundsätzlich;
nur innerhalb des jeweiligen Verzweigungszustandes der Bewegung existiert ein linearer
Zusammenhang des Messwerts mit der Bodensteifigkeit.
[0095] Bei konstant belassenen Maschinenparametern kann das kaskadenartige Auftreten der
Bifurkationen und Oberwellen mit ihren zugehörigen Periodenverdoppelungen analog den
Grosswalzen als Indikator für die zunehmende Bodensteifigkeit und Verdichtung dienen
(relative Verdichtungskontrolle).
[0096] Währenddem Walzen, vom Walzenzug bis zur handgeführten Grabenwalze, die Abrollbewegung
der Bandagen für ihre Fortbewegung nutzen und damit kein direkter Zusammenhang zwischen
Vibration und Vorwärtsbewegung besteht, ist die Vibrationsplatte für ihre Fortbewegung
immer auf das periodische Abheben vom Boden angewiesen, gesteuert durch die Neigung
ihres Richtschwingers. Deshalb sind die Vibrationen und die Fortbewegung miteinander
direkt gekoppelt, Platten und Stampfer weisen in der Folge immer ein nichtlineares
Schwingungsverhalten auf. Dadurch geraten die Geräte mit zunehmender Steifigkeit
kB schneller in den Bereich des Periodenverdoppelungsszenarios, chaotische Betriebszustände
treten bei ihnen häufiger auf als bei Walzen.
[0097] Der Sensor zur Aufnahme der Schwingungsform des Schwingungssystems ist gemäss obiger
Beschreibung am Unterwagen
5 oder am Oberwagen
7 angeordnet. Bei einer Anordnung am Oberwagen
7 sind Schwingungsbeeinflussungen durch die Dämpfungselemente, wie oben skizziert,
zu beachten.
[0098] Die zur Verdichtung wenigstens eines Bodenbereichs
3 über dessen Bodenoberfläche
2 bewegbare Vorrichtung
1 hat hier beispielsweise eine Unwuchteinheit
40, eine Einstelleinheit
41, ein Zeitglied
43, eine Vergleichereinheit
45, eine Messeinheit
47, eine Speichereinheit
49, eine Ortsbestimmungseinheit
51 und eine Sende- und Empfangseinheit
53. Diese Funktionsblöcke sind schematisch in
Figur 6 dargestellt.
[0099] Die Unwuchteinheit
40 hat ein einstellbares Unwuchtmoment und eine einstellbare Unwuchtfrequenz. Die Verstellung
bzw. Einstellung wird mittels einer mit der Unwuchteinheit
40 mechanisch verbundenen Einstelleinheit
41 vorgenommen. Die Ortsbestimmungseinheit
51 ist signalmässig mit der Speichereinheit
49 verbunden. Mit der Ortsbestimmungseinheit wird die Lage des gerade im Verdichtungsprozess
befindlichen Bodenbereichs
3 ermittelt. Die Lage d.h. die Ortskoordinaten können trigonometrisch über Peilung
oder mittels GPS bestimmt werden. Die Messeinheit
47 ist hier beispielsweise auf der Bodenplatte
4 angeordnet und signalmässig mit der Vergleichereinheit
45 und der Speichereinheit
49 verbunden. Die Messeinheit
47 ermittelt gemäss obigen Ausführungen selbsttätig den Verdichtungsistwert des Bodenbereichs
3 während der Verdichtung. Dieser Bodenverdichtungswert wird zusammen mit den durch
die Ortsbestimmungseinheit
51 ermittelten Ortskoordinaten als bereichsspezifischer Verdichtungsistwert in der Speichereinheit
49 abgespeichert. Die Vergleichereinheit
45 dient zum Vergleich des jeweiligen bereichsspezifischen Verdichtungsistwertes mit
einem zugeordneten bereichsspezifischen Verdichtungssollwertes, um durch die Einstelleinheit
41 korrigierte bereichsspezifische Unwucht- und Unwuchtfrequenzwerte für eine nachfolgende
Verdichtungsüberfahrt zu erhalten. Die Vergleichereinheit
45 ist signalmässig mit der Messeinheit
47, der Speichereinheit
49 und dem Zeitglied
43 verbunden.
[0100] Die Recheneinheit
50 beinhaltet das Zeitglied
43, die Vergleichereinheit
45, die Speichereinheit
49 und eine "Central-Processing-Unit"
52. Die Recheneinheit
50 ist zudem mit der Sende- und Empfangseinheit
53 und der Ortsbestimmungseinheit
51 verbunden. Die Recheneinheit
50 führt sämtliche Berechnungen durch, um aus abgespeicherten und übermittelten Daten
die entsprechenden Maschinendaten für eine optimale Verdichtung einzustellen. Sie
stellt auch die Daten für eine Übermittlung zu einer Zentrale oder anderen Verdichtungsvorrichtungen
zur Verfügung.
[0101] Das Zeitglied
43 dient dazu der Einstelleinheit
41 zum richtigen Zeitpunkt die Werte für eine Verstellung des Unwuchtmomentes und der
Unwuchtfrequenz zur Verfügung zu stellen. Es müssen hier insbesondere Massen verstellt,
beschleunig bzw. abgebremst werden. Hierzu wird Zeit benötigt. Das Zeitglied muss
somit vorausschauend aus der Bewegungsrichtung und Bewegungsgeschwindigkeit die Einstellwerte
ermitteln.
[0102] Die Datenempfangs- und -übermittlungseinheit
53 dient zum Empfang bereichsspezifischer Verdichtungssollwerte, insbesondere zum Empfang
von bereichsspezifischen Verdichtungsistwerte eines vorgängigen Verdichtungsvorganges.
Ferner dient die Datenempfangs- und -übermittlungseinheit
53 zur Übermittlung der Lage von Bereichen und deren bei der Verdichtung ermittelten
Verdichtungsistwerten. Die Datenempfangs- und - übermittlungseinheit
53 ist signalmässig mit der Speichereinheit
49 verbunden, von der dann eine signalmässige Verbindung mit der Vergleichereinheit
45, der Messeinheit
47 und über das Zeitglied
43 mit der Einstelleinheit
41 gegeben ist.
[0103] Der obige Verdichtungsvorgang ist anhand einer Vibrationsplatte lediglich beispielsweise
erklärt worden. Anstelle der Vibrationsplatte können selbstverständlich jegliche Arten
von Walzen und Stampfern verwendet werden.
[0104] Bei der Vibrationsplatte ist die Fahrtrichtungseinstelleinheit lediglich durch eine
Bedienung der Führungsdeichsel
9 gegeben. Bei den diversen Walzentypen erfolgt eine Fahrtrichtungseinstellung in der
Regel durch ein Lenkrad.
[0105] Figur 7 zeigt analog zum Geländebereicht
14 einen zu verdichtenden Geländeabschnitt
60, der mit zwei schematisch dargestellten Walzen
61a und
61b und einer Vibrationsplatte
63 verdichtet werden soll. Die Walzen
61 a und
61b sowie die Vibrations
platte 63 haben je eine Ortsbestimmungseinheit
65a bis
65c. Die Kommunikation zwischen diesen drei Vorrichtungen
61a, 61b und
63 zur Datenübertragung der jeweiligen bereichsspezifischen Verdichtungsistwerte erfolgt
von jeder Vorrichtung zu jeder Vorrichtung, schematisch durch die Doppelpfeile
67a, 67b und
67c angedeutet. Zur weiteren Veranschaulichung enthält der Geländeabschnitt
60 eine Fehlstelle
69 als nicht verdichtbaren Bereich. Eine der drei Vorrichtungen
61a,
61b und 63 wird diese Fehlstelle
69 versuchen zu verdichten und dann einen bereichsspezifischen Verdichtungsistwert feststellen,
der unterhalb des bereichsspezifischen Verdichtungssollwertes liegt. Dieser Verdichtungsistwert
wird mit der entsprechenden Lageposition an die beiden anderen Vorrichtungen übermittelt
und in der gerade verdichtenden Vorrichtung gespeichert. Bei einem nun folgenden Verdichtungsvorgang
stellt nun dieselbe Vorrichtung oder eine der anderen Vorrichtungen fest, dass bei
einem weiteren Verdichtungsvorgang der bereichsspezifische Verdichtungsistwert innerhalb
eines vorgegebenen Toleranzwertes nicht zugenommen hat. Bei weiteren Verdichtungsüberfahrten
wird nun diese Fehlstelle
69 als nicht verdichtbar ausgenommen d.h. nicht mehr überfahren. Sollte ein Ausklammern
des Überfahrens nicht möglich sein, da ansonsten anliegende Bereiche nicht verdichtend
überfahren werden können, so wird mit einer erhöhten Verfahrgeschwindigkeit und zurückgesetzter
Verdichtungsleistung (lediglich Glätten der Oberfläche) diese Fehlstelle
69 überfahren. Analog wird mit Bereichen verfahren, welche bereits den vorgegebenen
bereichsspezifischen Verdichtungsistwert erreicht haben.
[0106] Eine Abwandlung zu der in
Figur 7 dargestellten Geräteanordnung, zeigt
Figur 8. In
Figur 8 ist eine Zentrale
70 vorhanden, mit der sämtliche Verdichtungsvorrichtungen, hier ebenfalls beispielsweise
die Vibrationsplatte
63 und die beiden Walzen
61 a und
61b, über deren Datenempfangs- und -übermittlungseinheit
71 miteinander kommunizieren. Die Zentrale
70 wird in der Regel das so genannte Baubüro sein, bei dem alle Informationen zusammenlaufen.
Zu dieser Zentrale
60 übermitteln dann die Verdichtungsvorrichtungen
61a, 61b und
63 die bereichsspezifischen Verdichtungsistwerte, welche entsprechend in einem Datenspeicher
73 gesammelt und ausgewertet werden. In der Zentrale
60 entsteht dann analog zu
Figur 1 (jedoch mit bedeutend gleichmässigeren Verdichtungswerten) ein Geländebereich aus
dem dann die erreichten Verdichtungswerte erkennbar sind. Die Fehlstelle
69 würde sich in einer derartigen Darstellung gut herausheben. Die Zentrale
60 würde dann Massnahmen, wie z.B. einen Materialaustausch des Bodenmaterials vornehmen.
[0107] In der obigen Beschreibung wurden Bodenbereiche verdichtet. In einer analogen Verfahrensweise
mit denselben Verdichtungsvorrichtungen lassen sich jedoch auch auf einem Bodenbereich
aufgebrachte Beläge, wie Asphaltbeläge, verdichten.
[0108] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein System geschaffen
worden ist, welches neue Möglichkeiten für eine effiziente Baustellenbewirtschaftung
schafft.