(19)
(11) EP 1 861 906 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.07.2011  Patentblatt  2011/28

(21) Anmeldenummer: 06706016.0

(22) Anmeldetag:  24.02.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01T 1/24(2006.01)
H01T 4/12(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE2006/000347
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2006/099833 (28.09.2006 Gazette  2006/39)

(54)

GASGEFÜLLTE ENTLADUNGSSTRECKE

GAS-FILLED DISCHARGE PATH

VOIE DE DECHARGE REMPLIE DE GAZ


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB SE

(30) Priorität: 23.03.2005 DE 102005013499

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.12.2007  Patentblatt  2007/49

(73) Patentinhaber: EPCOS AG
81669 München (DE)

(72) Erfinder:
  • DÄUMER, Wolfgang
    10967 Berlin (DE)
  • WERNER, Frank
    13591 Belin (DE)
  • BOY, Jürgen
    13465 Berlin (DE)

(74) Vertreter: Epping - Hermann - Fischer 
Patentanwaltsgesellschaft mbH Ridlerstrasse 55
80339 München
80339 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-2004/091060
DE-A1- 19 814 631
DE-A1- 19 701 816
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine gasgefüllte Entladungsstrecke wie Funkenstrecke oder Überspannungsableiter.

    [0002] Eine gasgefüllte Entladungsstrecke ist aus der Druckschrift DE 19814631 A1 bekannt. Es wird eine glasartige Elektrodenaktivierungsmasse verwendet, die mehrere Komponenten, u. a. als eine Basiskomponente Cäsiumwolframat (Cs2WO4) enthält. In der WO 2004/091060 wird eine Entladungsstrecke gezeigt mit einer Elektrodenaktivierungsmasse, die unter anderem einen geringen Anteil K2WO4 enthält.

    [0003] Eine weitere gasgefüllte Entladungsstrecke ist aus der Druckschrift DE 19701816 A1 bekannt.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gasgefüllte Entladungsstrecke mit guten Löscheigenschaften anzugeben.

    [0005] Es wird eine gasgefüllte Entladungsstrecke mit wenigstens zwei Elektroden angegeben, bei der zur Sicherstellung der Zündeigenschaften auf wenigstens eine der Elektroden eine K2WO4 enthaltende Elektrodenaktivierungsmasse aufgebracht ist, wobei K2WO4 als eine Basiskomponente der Elektrodenaktivierungsmasse in einer Menge von 20 bis 90 Gewichtsprozent vorgesehen ist.

    [0006] Kalium-Wolframat hat die Eigenschaften eines Getterstoffs. Dieses Material ist chemisch sehr stabil und kann auch nach einer Stoßstrombelastung eine Getterwirkung ausüben. Als zusätzliche Eigenschaft entsteht durch Reduktion des K2WO4 im gasgefüllten Hohlraum freies Kalium und/oder Kaliumoxid, was zu einer niedrigen Austrittsarbeit der Aktivierungsmasse führt.

    [0007] Kalium-Wolframat schmilzt bei einer Löttemperatur von ca. 820°, wobei insbesondere lose Aktivierungspartikel gebunden werden, so dass der Austritt von losen Aktivierungspartikeln aus der Aktivierungsmasse verhindert werden kann.

    [0008] Die im Rahmen der Erfindung vorgesehene Verwendung von einer Kalium-Wolframat bzw. eine der anderen Kalium-Verbindungen enthaltenden Aktivierungsmasse gewährleistet sehr gute Löscheigenschaften der Entladungsstrecke nach elektrischer Belastung. Ein Ableiter mit einer K2WO4 enthaltenden Aktivierungsmasse verlöscht selbsttätig und zuverlässig nach einem Ableitvorgang trotz anliegender Gleichspannung.

    [0009] In einer ersten bevorzugten Variante wird eine als Funkenstrecke ausgebildete Entladungsstrecke mit einem beispielsweise keramischen, vorzugsweise zylindrischen Hohlkörper mit einer Mantelfläche angegeben. Offene Stirnseiten des Hohlkörpers sind durch Endelektroden abgeschlossen. Somit wird ein geschlossener Hohlraum gebildet, der mit einem Edelgas gefüllt ist.

    [0010] Die Aktivierungsmasse ist auf den zueinander gewandten aktiven Oberflächen der Elektroden angeordnet. Die aktiven Oberflächen können mindestens eine Vertiefung oder mehrere Vertiefungen in Form einer Waffelung zur Aufnahme von der Aktivierungsmasse aufweisen. Unter einer Waffelung werden sich kreuzende Vertiefungen verstanden. Auf der aktiven Oberfläche einer Elektrode können alternativ mehrere Vertiefungen vorgesehen serin, die sich nicht kreuzen.

    [0011] In einer zweiten bevorzugten Variante wird eine als ein Zwei-Strecken-Ableiter ausgebildete Entladungsstrecke mit zwei vorzugsweise stirnseitig angeordneten Endelektroden und einer hohlzylindrischen Mittelelektrode angegeben. Zwischen der Mittelelektrode und einer der Endelektroden ist vorzugsweise jeweils ein hohlzylindrischer Keramikisolator angeordnet.

    [0012] Die Aktivierungsmasse ist zum Aufbringen sowohl auf die Mittelelektrode als auch auf die Endelektroden des Ableiters geeignet. Die Mittelelektrode kann mit einer umlaufenden Rille zur Aufnahme der Aktivierungsmasse versehen sein.

    [0013] Die Aktivierungsmasse kann bei Endelektroden in beiden Ausführungsbeispielen auf den zueinander gewandten aktiven Elektrodenflächen in den dafür vorgesehenen Vertiefungen eingearbeitet sein.

    [0014] Die Aktivierungsmasse kann aus einer Basiskomponente, K2WO4 bestehen.

    [0015] Die Aktivierungsmasse kann mehrere Komponenten, insbesondere Basiskomponenten enthalten. K2WO4 ist als eine Basiskomponente der Aktivierungsmasse in einer Menge von 20 bis 90 Gew.%, vorzugsweise in einer Menge von 30 bis 60 Gew.% vorgesehen.

    [0016] Die Aktivierungsmasse kann in einer Variante mindestens eine Basiskomponente und darüber hinaus Additive aufweisen. Eine der Basiskomponenten ist dabei K2WO4.

    [0017] Als weitere Basiskomponenten kommen in Betracht insbesondere
    1. 1) Metalloxide, z. B. TiO2;
    2. 2) metallische Komponenten, z. B. Al, metallisches Ti;
    3. 3) Halogenide - z. B. KBr, NaBr.


    [0018] Die Elektrodenmasse kann außerdem einen Glasanteil bzw. Silikate, z. B. Natriumsilikat, Cäsiumsilikat und Kaliumsilikat enthalten. Des weiteren kommen in Betracht BaTiO3, TiO2, LiNbO3, Na2B4O7, MgO. Na2B4O7, MgO sind insbesondere als Additive geeignet.

    [0019] Die Basiskomponenten können in einer Menge von jeweils etwa 20 bis 90 Gew. % und die Additive in einer Menge von jeweils etwa kleiner als 10 Gew. % enthalten sein.


    Ansprüche

    1. Gasgefüllte Entladungsstrecke mit wenigstens zwei Elektroden und mit einer Elektrodenaktivierungsmasse, die auf wenigstens einer der Elektroden angeordnet ist,
    bei der die Elektrodenaktivierungsmasse K2WO4 enthält,
    dadurch gekennzeichnet, dass K2WO4 als eine Basiskomponente der Elektrodenaktivierungsmasse in einer Menge von 20 bis 90 Gew.% vorgesehen ist.
     
    2. Entladungsstrecke nach Anspruch 1,
    die als Funkenstrecke mit zwei stirnseitig angeordneten Endelektroden ausgebildet ist.
     
    3. Entladungsstrecke nach Anspruch 1,
    die als Überspannungsableiter mit zwei stirnseitig angeordneten Endelektroden ausgebildet ist.
     
    4. Entladungsstrecke nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    wobei die Elektrodenaktivierungsmasse in einer Vertiefung der jeweiligen Elektrode angeordnet ist.
     


    Claims

    1. A gas-filled discharge path with at least two electrodes and with an electrode-activation compound disposed on at least one of the electrodes,
    wherein the electrode-activation compound contains K2WO4,
    characterized in that K2WO4 is provided as a basic component of the electrode-activation compound in an amount of 20 to 90% by weight.
     
    2. The discharge path according to Claim 1,
    which is in the form of a spark gap with two end electrodes arranged at the end face.
     
    3. The discharge path according to Claim 1,
    which is in the form of a surge arrester with two end electrodes arranged at the end face.
     
    4. The discharge path according to one of Claims 1 to 3,
    wherein the electrode-activation compound is disposed in a recess in the respective electrode.
     


    Revendications

    1. Parcours de décharge rempli de gaz et présentant au moins deux électrodes et une masse d'activation d'électrode disposée sur au moins l'une des électrodes, la masse d'activation d'électrodes contenant du K2WO4, caractérisé en ce que
    le K2WO4 est prévu comme composant de base de la pâte d'activation d'électrodes à raison de 20 à 90 % en poids.
     
    2. Parcours de décharge selon la revendication 1, configuré comme parcours d'étincelles doté de deux électrodes terminales disposées frontalement.
     
    3. Parcours de décharge selon la revendication 1, configuré comme évacuateur de surtension doté de deux électrodes terminales disposées frontalement.
     
    4. Parcours de décharge selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel la pâte d'activation d'électrodes est disposée dans un creux de chaque électrode.
     






    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente