[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Dosiertechnik und betrifft eine Vorrichtung
zur Halterung und Positionierung von Pipettenspitzen sowie eine Pipettenspitze.
[0002] Pipettenspitzen sind langgestreckte, typischerweise konisch zulaufende Hülsen mit
einer zentralen, entlang der Längsachse verlaufenden Durchgangsöffnung zum Dosieren
von kleinen Flüssigkeitsmengen. Die Pipettenspitzen werden an ihrem breiteren Ende
(Koppelende) auf eine geeignete Halterung einer Pipettiervorrichtung geschoben und
mit ihrem spitzen Ende, das dem breiten Ende axial gegenüber liegt, in das zu pipettierende
Medium getaucht. Typischerweise sind die Pipettenspitzen zum Einmalgebrauch bestimmt,
d.h. daß sie nach erfolgter Verwendung weggeworfen werden.
[0003] Große Anwendung finden Pipettiervorrichtungen überall dort, wo relativ kleine Flüssigkeitsmengen
(z.B. im Mikroliterbereich) dosiert werden müssen, beispielsweise in der Molekularbiologie.
Bei der Pipettiervorrichtung kann es sich um manuelle Pipettiervorrichtungen oder
um Pipettierautomaten oder Pipettierroboter handeln, die eine einzelne Pipettiereinheit
oder eine Vielzahl von einzelnen Pipettiereinheiten aufweisen, die gleichzeitig oder
separat betätigt werden.
[0004] Die prinzipielle Funktionsweise einer Pipettiervorrichtung beruht darauf, daß ein
definiertes Fluidvolumen z.B. in einem Zylinder verschoben wird. Der Zylinder ist
dabei ausgangsseitig luftdicht mit der Durchgangsöffnung der Pipettenspitze verbunden,
so daß die Verschiebung des Fluidvolumens dazu führt, daß ein entsprechendes Volumen
des zu pipettierenden Mediums am spitzen Ende der Pipettenspitze angesaugt wird. Um
ein genaues Dosieren zu gewährleisten, muß die Pipettenspitze sicher und dicht mit
der Pipettiervorrichtung verbunden werden. Dies ist in erhöhtem Maße bei Pipettierautomaten
erforderlich, bei denen der sichere Sitz und die präzise Positionierung der einzelnen
Pipettenspitzen nicht manuell überprüft werden kann. Außerdem sollen Pipettiervorrichtungen
möglichst wartungsarm und kostengünstig herstellbar sein.
[0005] Es ist eine Reihe von Pipettiervorrichtungen mit Haltevorrichtungen zur Aufnahme
von Pipettenspitzen bekannt. So beschreiben beispielsweise
US 2002/094302,
US 4 679 446,
DE 197 08 151 und
US 4 748 859 Pipettenspitzen, die an der Innenwand ihres Koppelendes integral geformte umlaufende
Dichtungsbänder aufweisen, welche die Pipettenspitze radial an eine Außenumfangsfläche
der Halterung abdichten. Dadurch soll gleichzeitig auch eine laterale Lageausrichtung
der Pipettenspitze erreicht werden.
[0006] Aufwendig ausgeführte radiale Dichtungen sind auch in
US 2003/219359 und
US 2004/011145 beschrieben. Diese Dichtungen bestehen aus an der Innenwand der Pipettenspitze angeformten
Dichtlippen, die sich an eine Außenumfangsfläche der Halterung anschmiegen sollen.
Allerdings ist der fertigungstechnische Aufwand zur Herstellung der Dichtungslippen
relativ hoch. Außerdem kann der laterale Sitz der Pipettenspitze mit Dichtungslippen
nicht ausreichend gewährleistet werden.
[0008] Alle vorgenannten Pipettenspitzen werden durch die Quetschung der umlaufenden Dichtung
an der Außenumfangsfläche der Halterung gehalten. Eine Fixierung mit separaten Rastrippen
zeigt dagegen
US 5 200 151, welche an der Innenwand der Durchgangsöffnung der Pipettenspitze angeformt sind
und hinter einer an der Außenumfangsfläche der Halterung umlaufenden Rasthalterung
eingreifen.
[0009] Aus
WO 00/62933 ist eine Pipettiervorrichtung bekannt, welche eine ringförmige Quetschdichtung zum
radialen Abdichten der Pipettenspitze aufweist. Zum Abdichten wird eine verschiebbare
Quetschhülse axial auf die ringförmige Quetschdichtung gedrückt und diese dabei radial
nach außen in eine Ringnut gepreßt, die an der Innenwand der Durchgangsöffnung der
Pipettenspitze geformt ist. Eine Koppelhülse mit ringförmigem Stufenansatz ist der
Quetschdichtung axial in Richtung Pipettenspitze vorgelagert, die zum axialen und
radialen Positionieren der Pipettenspitze dient. Bei der Pipettiervorrichtung der
WO 00/62933 wird die Pipettenspitze durch die Quetschdichtung gehalten und abgedichtet, die allerdings
zu ihrer Betätigung bewegliche Elemente benötigt. Dies führt zu einem höheren Wartungs-
und Geräteaufwand. Außerdem ist die Quetschdichtung aufgrund der erforderlichen Walkarbeit
einem erhöhten Verschleiß unterworfen.
[0010] Vor diesem Hintergrund liegt daher der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zur Halterung von Pipettenspitzen bzw. entsprechende Pipettenspitzen bereitzustellen,
mit denen ein genaues Dosieren möglich ist und die vorzugsweise im Vergleich zum Stand
der Technik verbesserte Produkteigenschaften im Hinblick auf den Verschleiß, die Wartung
und die Herstellungskosten aufweisen. Erfindungsgemäß wird daher eine Vorrichtung
zur Halterung von Pipettenspitzen mit einem Koppelelement mit einer in axialer Richtung
verlaufenden Längsachse vorgeschlagen, welches ein freies Ende aufweist, von dem aus
eine Pipettenspitze auf das Koppelelement in axialer Richtung aufschiebbar ist, wobei
das Koppelelement aufweist:
- ein Dichtelement aus einem elastischen Material, das einen in axialer Richtung zum
freien Ende des Koppelelements hin freiliegenden axialen und sich radial ersteckenden
Dichtabschnitt aufweist, gegen den ein Dichtabschnitt der Pipettenspitze zumindest
teilweise axial preßbar ist.
[0011] Gemäß einem Aspekt der Erfindung kann das Koppelelement weiterhin zumindest ein an
seiner Außenseite angeordnetes Führungselement zum in bezug auf die Längsachse lateralen
Ausrichten der Pipettenspitze aufweisen.
[0012] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann an der Außenseite des Koppelelements
ein Halteelement zum Wechselwirken mit Haltemitteln der Pipettenspitze angeordnet
sein, um den Dichtabschnitt der Pipettenspitze gegen den axialen Dichtabschnitt zu
pressen und die Pipettenspitze in axialer Richtung zu positionieren.
[0013] Die Pipettenspitze wird erfindungsgemäß durch eine axial wirkende Dichtung am Koppelelement
abgedichtet. Dazu weist das Koppelelement ein elastisches Dichtelement auf, gegen
das ein Dichtabschnitt der Pipettenspitze axial gepreßt werden kann. Der Vorteil einer
axialen Dichtung ist, daß diese erheblich verschleißärmer als eine radiale Dichtung
ist. Eine radiale Dichtung muß reibend über eine Außenumfangsfläche der Halterung
geschoben werden, bis sie ausreichend gequetscht ist und damit dichtet, oder, wie
bei der weiter oben beschriebenen Quetschdichtung der
WO 00/62933, ist einer großen Walkarbeit unterworfen.
[0014] Bei einer axialen Dichtung braucht der korrespondierende Dichtabschnitt dagegen lediglich
gegen die Dichtung gedrückt zu werden. Die erfindungsgemäße Halterung ist damit erheblich
langlebiger und wartungsärmer. Das Dichtelement besteht dabei aus einem Material,
das im Vergleich zum Material des Koppelelements elastischer ist bzw. eine bessere
elastische Verformbarkeit aufweist. Das Dichtelement hat einen axialen Dichtabschnitt,
d.h. einen aus axialer Richtung her zugängigen Abschnitt, beispielsweise eine Stirnfläche,
gegen den der Dichtabschnitt der Pipettenspitze axial gedrückt werden kann.
[0015] Weiterhin sind Dichtung und Halterung bzw. Befestigung in vorteilhafter Weise sowohl
räumlich als auch funktionell voneinander getrennt, d.h. Dicht- und Halteelement sind
als separate Elemente ausgeführt. Das Dichtelement dichtet die Pipettenspitze am Koppelelement
ab. Darüber hinaus dient es, aufgrund der axialen Dichtwirkung, auch als ein axiales
Positionierungsmittel. Allerdings wird die Pipettenspitze durch die Dichtung nicht
gehalten bzw. befestigt. Diese Funktion übernimmt das Haltelement, welches mit einem
zugeordneten Haltemittel an der Pipettenspitze wechselwirkt und diese gegen ein axiales
Verschieben sichert. Dabei wird gleichzeitig der Dichtabschnitt der Pipettenspitze
gegen den axialen Dichtabschnitt des Dichtelements gepreßt und einerseits die gewünschte
Dichtwirkung erreicht und andererseits die axiale Position der Pipettenspitze durch
das Halteelement und Dichtelement definiert. Das Halteelement erlaubt eine lösbare
Verbindung zwischen Koppelelement und Pipettenspitze.
[0016] Schließlich wird in vorteilhafter Weise die laterale oder radiale Ausrichtung der
Pipettenspitze am Koppelelement durch Zusammenwirken des halterungsseitigen Führungselements
mit entsprechenden Führungselementen, typischerweise Zylinderflächen an der Innenwand
der Pipettenspitze, gewährleistet.
[0017] Die Trennung von Dichtungs- und Halterungsfunktion sowie lateraler Führung ist insbesondere
bei Pipettierautomaten von Vorteil, da sie es ermöglicht, die axiale Ausrichtung (z-Position)
durch das Zusammenwirken von axialer Dichtung und Halteelement genau zu definieren.
Eine radiale Quetschdichtung könnte dagegen eine definierte axiale Positionierung
verhindern. Weiterhin weist die erfindungsgemäße Halterungsvorrichtung eine verschleißarme
Dichtung auf und gestattet eine genaue Positionierung der Pipettenspitze sowie deren
sichere Halterung.
[0018] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Pipettenspitze zum Aufsetzen auf eine Halterung,
wobei die Pipettenspitze aufweist:
- eine um eine Längsachse verlaufende Mantelfläche;
- einen Koppelabschnitt in der Nähe eines ersten axialen Endes der Pipettenspitze, das
in Aufschiebrichtung der Pipettenspitze angeordnet ist, wobei der Koppelabschnitt
mindestens einen Abschnitt mit einer entgegen der Aufschiebrichtung zumindest abschnittsweise
konisch zulaufenden Innenwand hat, in die eine in bezug auf die Längsachse zylindrische
Führungsfläche integriert ist.
[0019] Die integrierte zylindrische Führungsfläche sollte vorzugsweise in Längsrichtung
parallel zur Längsachse verlaufen. Dadurch wird erreicht, daß die Pipettenspitze bei
Wechselwirkung ihrer Führungsfläche mit einem Führungselement der Halterung unabhängig
von ihrer axialen Position eine definierte radiale Position einnimmt. Die Pipettenspitze
kann daher auf die Halterung aufgeschoben werden, ohne daß die Führungsfläche eine
axiale Relativbewegung von Pipettenspitze und Halterung zueinander behindert. Die
Führungsfläche führt daher lediglich zu einer radialen Ausrichtung der Pipettenspitze
ohne deren axiale Positionierung zu beeinflussen, d.h. axiale und radiale Ausrichtung
sind getrennt.
[0020] Die Innenwand weist in Längsachsenrichtung in bezug auf die Längsachse typischerweise
einen Winkel größer oder gleich 0,2°, bevorzugt zwischen 0,5° und 3° auf insbesondere
zwischen 0,5° und 1° auf. Durch den relativ geringen Winkel wird die Innenwand als
Entformungsschräge zum leichteren Entfernen der hergestellten Pipettenspitze aus einer
Spritzgußform bei vergleichsweise geringer Verjüngung des Hohlquerschnitts ausgeformt.
[0021] Der Koppelabschnitt kann weiterhin einen ersten Abschnitt und einen zum ersten Abschnitt
in Aufschiebrichtung axial versetzt angeordneten zweiten Abschnitt haben, wobei der
erste Abschnitt eine kleinere radiale Ausdehnung als der zweite Abschnitt aufweist.
Zusätzlich kann der Koppelabschnitt einen Dichtabschnitt zwischen erstem und zweitem
Abschnitt mit axial in Aufschiebrichtung weisender Dichtfläche zum Wechselwirken mit
einem Dichtelement der Halterung sowie ein an der Innenwand des zweiten Abschnitts
angeordnetes Haltemittel zum Wechselwirken mit einem Halteelement der Halterung aufweisen.
[0022] Das Haltemittel kann ein an der Innenwand des zweiten Abschnitts geformter Hinterschnitt
sein. Typischerweise ist die Pipettenspitze ein Spritzgußteil, wobei die Innenwände
des ersten und zweiten Abschnitts parallel zur Längsachse verlaufen, d.h. keine Entformungsschrägen
aufweisen. Weiterhin kann der Koppelabschnitt, und insbesondere der zweite Abschnitt
der Pipettenspitze, einen Bereich umfassen, der in bezug auf die übrigen Bereiche
des Koppelabschnitts bzw. des zweiten Abschnitts flexibler ausgebildet ist und zum
ersten axialen Ende hin angeordnet ist. Der flexible Bereich erleichtert das Aufsetzen
und Abstreifen der Pipettenspitze von der Halterung. Um die Flexibilität zu verbessern
und gezielt einzustellen ist es möglich, im Koppelabschnitt bzw. im zweiten Abschnitt
des Koppelabschnitts in Längsrichtung verlaufende Einschnitte vorzusehen und diese
mit einem zweiten Material zu befüllen, das elastischer ist als das Material, aus
dem die übrigen Bereiche des Koppelabschnitts bzw. des zweiten Abschnitts bestehen.
Der Koppelabschnitt besteht daher aus unterschiedlichen Materialien.
[0023] Der Dichtabschnitt kann von einer Schulter oder Absatz zwischen erstem und zweitem
Abschnitt gebildet werden.
[0024] Gemäß einem weiteren Aspekt wird weiterhin eine Vorrichtung zur Halterung von Pipettenspitzen
mit einem Koppelelement mit einer in axialer Richtung verlaufenden Längsachse vorgeschlagen,
welches ein freies Ende aufweist, von dem aus eine Pipettenspitze auf das Koppelelement
in axialer Richtung aufschiebbar ist, wobei das Koppelelement an seiner Außenseite
aufweist:
- zwei axial voneinander beabstandete Führungselemente, und
- ein in bezug auf die Führungselemente separates Halteelement zum Wechselwirken mit
Haltemitteln der Pipettenspitze, um die Pipettenspitze in axialer Richtung zu positionieren.
[0025] Das Halteelement kann ein flexibles Element, das an der Außenseite des Koppelelements
geeignet gelagert ist, oder ein integral an der Außenseite angeformtes oder separat
an der Außenseite befestigtes starres oder elastisches Element sein, beispielsweise
eine oder mehrere radiale Erhebungen, die partiell oder ringförmig umfangsseitig verteilt
sind.
[0026] Gemäß einem weiteren Aspekt wird eine Pipettiervorrichtung mit einem Koppelelement
und einer am Koppelelement lösbar befestigbaren Pipettenspitze mit einem Dichtabschnitt
vorgeschlagen, wobei das Koppelelement eine in axialer Richtung verlaufende Längsachse
besitzt und ein freies Ende aufweist, von dem aus die Pipettenspitze auf das Koppelelement
in axialer Richtung aufschiebbar ist. Das Koppelelement besitzt weiterhin ein Dichtelement
aus einem elastischen Material, das einen in axialer Richtung zum freien Ende des
Koppelabschnitts hin freiliegenden axialen und sich radial erstreckenden Dichtabschnitt
aufweist. Der Dichtabschnitt der Pipettenspitze hingegen ist in Bezug auf die Längsachse
des Koppelelementes bevorzugt als axiale Fläche, die in Richtung des Koppelelementes
weist, ausgestaltet und kann beispielsweise durch eine Schulter gebildet werden. In
gekoppeltem Zustand sollte zumindest ein Teil des Dichtabschnittes des Koppelelementes
gegen zumindest einen Teil des Dichtabschnittes der Pipettenspitze axial gepreßt sein.
Das Koppelelement der Pipettiervorrichtung kann zusätzlich einzeln oder in Kombination
die Eigenschaften des oben bereits beschriebenen separaten Koppelelementes, beispielsweise
im Hinblick auf die Eigenschaften und das Material des Dichtelementes, die Anzahl,
Ausgestaltung und Anordnung von Führungselementen oder die Anzahl, Ausgestaltung und
Anordnung von Halteelementen aufweisen.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt wird eine Pipettiervorrichtung mit einem Koppelelement
und einer am Koppelelement lösbar befestigbaren Pipettenspitze vorgeschlagen, wobei
das Koppelelement mindestens ein an seiner Außenseite angeordnetes Führungselement
zum lateralen Ausrichten der Pipettenspitze aufweist, und vorzugsweise so viele Führungselemente
umfaßt, wie die Pipettenspitze Führungsflächen besitzt. Das oder die Führungselement(e)
können dabei unabhängig voneinander vorzugsweise einstückig oder mehrteilig ausgebildet
sein. Die Pipettenspitze weist eine Längsachse sowie einen in Längsachse verlaufenden
Koppelabschnitt zum Aufschieben auf die Halterung auf. Der Koppelabschnitt hat weiterhin
mindestens einen Abschnitt mit einer entgegen der Aufschiebrichtung zumindest abschnittsweise
konisch zulaufenden Innenwand, in die eine in bezug auf die Längsachse zylindrische
Führungsfläche zum Wechselwirken mit dem zumindest einen koppelseitigen Führungselement
integriert ist. Das oder die Führungselement(e) am Koppelelement ist (sind) so ausgestaltet,
daß jedes Führungselement zumindest Teilflächen einer zylindrischen Mantelfläche aufweist,
die jeweils einer mit der Teilfläche wechselwirkenden zylindrischen Führungsfläche
an der Pipettenspitze entspricht. Die Pipettenspitze kann zusätzlich einzeln oder
in Kombination die Eigenschaften der oben bereits beschriebenen separaten Pipettenspitze,
beispielsweise im Hinblick auf die Eigenschaften, das Material, die Ausgestaltung
und Anordnung der Innenwand, spezieller Abschnitte oder von Halteelementen aufweisen.
Zudem kann das Koppelelement der Pipettiervorrichtung auch hier zusätzlich einzeln
oder in Kombination die Eigenschaften des oben bereits beschriebenen separaten Koppelelementes,
beispielsweise im Hinblick auf die Anzahl, Ausgestaltung und Anordnung von Führungselementen
aufweisen. Zudem kann das Koppelelement ein Dichtelement mit bereits weiter oben beschriebenen
Eigenschaften, Ausgestaltungen sowie geeigneten Materialen und ein oder mehrere im
Hinblick auf Anzahl, Ausgestaltung und Anordnung bereits oben beschriebene Halteelemente
umfassen.
[0028] Das Koppelelement kann weiterhin mindestens ein an seiner Außenseite angeordnetes
Halteelement zum Wechselwirken mit zumindest einem Haltemittel der Pipettenspitze
aufweisen. Dabei kann das mindestens eine Haltelement gegenüber dem zumindest einen
Haltemittel starr ausgebildet sein. Alternativ kann das mindestens eine Haltelement
gegenüber dem zumindest einen Haltemittel auch flexibel ausgebildet sein.
[0029] Im weiteren soll die Erfindung anhand von in Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert werden, aus denen sich weitere Vorteile und Abwandlungen ergeben. Dazu zeigen:
[0030] Figur 1 eine Schnittansicht einer Halterung mit Koppelelement und Pipettenspitze
gemäß einer ersten Ausführungsform;
[0031] Figur 2 eine Schnittansicht einer Halterung mit Koppelelement und aufgeschobener
Pipettenspitze gemäß der ersten Ausführungsform;
[0032] Figur 3 eine Schnittansicht einer Halterung mit Koppelelement und aufgeschobener
Pipettenspitze gemäß einer zweiten Ausführungsform;
[0033] Figur 4 ein Ausschnitt eines Koppelelements mit X-förmigem Dichtelement;
[0034] Figur 5 eine Schnittansicht einer Halterung mit Koppelelement gemäß einer dritten
Ausführungsform;
[0035] Figur 6 einen ersten Ausschnitt vom Koppelelement gemäß drittem Ausführungsbeispiel;
[0036] Figur 7 einen zweiten Ausschnitt vom Koppelelement gemäß drittem Ausführungsbeispiel;
[0037] Figur 8 ein Koppelabschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels einer Pipettenspitze;
und
[0038] Figur 9 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Pipettenspitze.
[0039] Zum sicheren Befestigen und Halten von Pipettenspitzen an Pipettiervorrichtungen
bzw. Pipettierautomaten werden spezielle Halterungen verwendet. Die erfindungsgemäße
Halterung weist dazu ein Koppelelement mit einem insbesondere zylinderförmigen Grundkörper
auf, welches ein elastisches Dichtelement mit axial in Richtung des freien Endes der
Halterung freiliegendem und sich zumindest teilweise radial erstreckendem Dichtabschnitt
umfaßt. Gegen diesen Dichtabschnitt kann axial ein korrespondierender Dichtabschnitt
einer Pipettenspitze geschoben werden. Die Dichtwirkung wird dabei durch axiales Pressen
gegen das Dichtelement erreicht. Typischerweise besteht das Dichtelement aus einem
Fluorelastomer und kann beispielsweise als O-Ring oder auch als X-Ring ausgeführt
sein, wobei sich O und X auf den Querschnitt des Ringmaterials bezieht. Andere Querschnitte,
beispielsweise Hohl- oder V-Querschnitte sind ebenfalls möglich. Durch die Wahl des
jeweiligen Querschnitts soll eine Materialelastizität im Querschnitt erreicht werden,
d.h. der Querschnitt des Dichtelements ist elastisch, insbesondere in Längsrichtung
des Koppelelements verformbar, und ermöglicht daher eine sehr gute axiale Dichtwirkung.
[0040] Das Koppelelement weist weiterhin zumindest ein Führungselement zum - in bezug auf
die Längsachse der Halterung - lateralen Positionieren und Ausrichten der Pipettenspitze
auf. Insbesondere kann das Führungselement radial vorzugsweise mit konstanter radialer
Ausdehnung um das Koppelelement umlaufend ausgebildet sein, wobei es aus Teilelementen
bestehen kann. Dabei kann das Führungselement benachbarte Abschnitte der Außenseite
des Koppelelements radial überragen. Das Führungselement hat somit eine größere radiale
Ausdehnung als benachbarte Abschnitte des Koppelelements. Damit wird sichergestellt,
daß ein radialer Kontakt zwischen Koppelelement und Pipettenspitze im wesentlichen
nur über das Führungselement hergestellt wird und damit das Führungselement die laterale
bzw. radiale Position der Pipettenspitze bestimmt. Typischerweise liegt das Führungselement
an der Innenwand der Pipettenspitze an, die ihrerseits entsprechende Führungselemente
bzw. Führungsflächen aufweisen kann. Das Führungselement kann ringförmig sein. Bei
dem halterungsseitigen Führungselement handelt es sich insbesondere um in bezug auf
die Längsachse des Koppelements zylindrische Führungsflächen oder Teilflächen. Dadurch
ist, im Gegensatz zu konischen Flächen, die laterale Führung und Ausrichtung der Pipettenspitze
unabhängig von axialen Positionierungsmitteln.
[0041] In einer Ausprägung der erfindungsgemäßen Halterung kann das Koppelelement zwei axial
voneinander beabstandete Führungselemente an seiner Außenseite aufweisen. Dadurch
wird die laterale bzw. radiale Ausrichtung bzw. Positionierung der Pipettenspitze
weiter verbessert. Ebenso wird eine verbesserte koaxiale Ausrichtung von Koppelelement
und Pipettenspitze erreicht, d.h. daß ein Verkippen oder schräges Halten der Pipettenspitze
an der Halterung verhindert wird. Dies ist insbesondere bei Pipettierautomaten mit
einer Vielzahl von gleichzeitig betätigten Pipettenspitzen, die beispielsweise matrixartig
angeordnet sind, von Vorteil.
[0042] Günstig ist, wenn beide Führungselemente einen axialen Abstand haben, der mindestens
so groß ist wie deren größte radiale Ausdehnung. Unter axialem Abstand der Führungselemente
wird dabei der Abstand der voneinander am weitesten auseinander liegenden Kontaktbereiche
oder Kontaktkanten verstanden. Beispielsweise können die Führungselemente Führungsringe
definieren, die radial um das Koppelelement verlaufen und eine unterschiedliche radiale
Ausdehnung bzw. unterschiedliche Außendurchmesser aufweisen. In diesem-Fall wird der
axiale Abstand durch die jeweilige Außenkante oder Außenlinie der Führungsfläche definiert,
d.h. die Außenkanten, die axial voneinander am weitesten entfernt sind. Die Führungsringe
können dabei wahlweise als durchgängig umlaufende Ringe oder auch als unterbrochene
Ringe ausgebildet sein. Es ist ebenfalls möglich, einen Führungsring als durchgängig
umlaufenden Ring und den anderen Führungsring als unterbrochenen Ring auszubilden.
[0043] Das Führungselement bzw. der oder die Führungsringe können eine gewisse axiale Ausdehnung
aufweisen, so daß dadurch Führungsflächen definiert werden, deren axiale Breite im
wesentlichen der der axialen Ausdehnung der Führungsringe bzw. des Führungselements
entspricht. Es ist ebenfalls möglich, die axiale Ausdehnung des Führungselements bzw.
der oder die Führungsringe soweit zu reduzieren, daß ein im wesentlichen linienförmiger
Kontakt zwischen Führungselement und Pipettenspitze verbleibt.
[0044] Typischerweise hat das Koppelelement zwei Führungselemente mit unterschiedlicher
radialer Ausdehnung bzw. Außendurchmesser, wobei der axiale Abstand der beiden Führungselemente
zueinander mindestens so groß ist wie der größere der beiden Außendurchmesser.
[0045] In einer weiteren Ausprägung der Erfindung weist das Koppelelement einen ersten Abschnitt,
der nahe dem freien Ende bzw. am freien Ende des Koppelelements angeordnet ist, und
einen zweiten Abschnitt, der axial in Aufschiebrichtung zum ersten Abschnitt versetzt
angeordnet ist, auf. Typischerweise sind die Abschnitte im wesentlichen zylinderförmig.
Jeder Abschnitt kann ein Führungselement aufweisen, wobei insbesondere der dem freien
Ende zugewandte erste Abschnitt vorzugsweise an jeder Stelle eine kleinere radiale
Ausdehnung als der zweite Abschnitt hat. Dadurch wird eine Stufe zwischen den beiden
Abschnitten definiert, an der das Dichtelement angeordnet sein kann. Das Dichtelement
liegt demnach vorzugsweise zwischen erstem und zweitem Abschnitt und überragt in radialer
Richtung typischerweise den ersten Abschnitt und das dort befindliche Führungselement,
so daß ein Teil des Dichtelements axial vom freien Ende des Koppelelements her frei
zugänglich ist.
[0046] Gegen das Dichtelement kann beispielsweise ein innerer Stufenabsatz der Pipettenspitze
gedrückt werden, der von einer radial umlaufenden und in axialer Richtung weisenden
Dichtungsfläche gebildet wird.
[0047] Das Koppelelement weist weiterhin mindestens ein Halteelement auf, welches an der
Außenseite des Koppelelements angeordnet ist, mit korrespondierenden Haltemitteln
der Pipettenspitze wechselwirkt und die Pipettenspitze lösbar fixiert. Das Halteelement
bewirkt dabei eine insbesondere axiale Fixierung, so daß dadurch gleichzeitig der
Dichtabschnitt der Pipettenspitze axial gegen den axialen Dichtabschnitt des Koppelelements
gedrückt wird. Außerdem wird durch die Wechselwirkung von Dichtelement mit Dichtmittel
einerseits und Halteelement und Haltemittel andererseits eine sichere und genau definierte
axiale Positionierung der Pipettenspitze erreicht. Das Halteelement kann flexibel
oder starr ausgebildet sein.
[0048] Das Halteelement kann ein flexibles Spannelement, z.B. ein umlaufendes Federelement
sein, das in einer an der Außenseite des Koppelelements befindlichen umlaufenden Vertiefung
angeordnet ist. Flexible Haltelemente ermöglichen ein Aufschieben bzw. Abstreifen
der Pipettenspitze mit geringem Kraftaufwand. Außerdem sind flexible Halteelemente
relativ verschleißarm und vergleichsweise fehlertolerant, da sie aufgrund ihrer Flexibilität
Fertigungstoleranzen, beispielsweise der Pipettenspitze, teilweise kompensieren können.
[0049] Andererseits kann das Halteelement auch starr ausgebildet sein und beispielsweise
einzelne radiale Erhebungen, beispielsweise starre Nocken, aufweisen, die vorzugsweise
ringförmig um das Koppelelement verteilt sind. Auch eine nicht ringförmige Verteilung
oder ein durchgängiger Ring sind als starre Haltelemente geeignet. Starre Halteelemente
haben gegenüber flexiblen Halteelementen den Vorteil, daß sie eine genauere Zentrierung
der Pipettenspitze erlauben.
[0050] Unabhängig von der jeweils konkreten Ausgestaltung des Halteelements kann dieses
in einen radial umlaufenden Hinterschnitt an der Pipettenspitze eingreifen, der typischerweise
an der Innenwand der Durchgangsöffnung der Pipettenspitze angeordnet ist.
[0051] In einer weiteren Ausprägung der Erfindung ist das Halteelement in Aufschiebrichtung
gesehen hinter dem oder den Führungselementen angeordnet. Dadurch wird gewährleistet,
daß sich das Dichtelement vor dem Haltelement in Richtung zum freien Ende des Koppelelements
befindet und dadurch das Haltelement vor einem versehentlichen Verunreinigen mit dem
zu pipettierenden Medium schützt.
[0052] Mit Bezug auf Figur 1 wird nun eine erste Ausführungsform beschrieben. Die Haltevorrichtung
umfaßt ein axialsymmetrisches, typischerweise im wesentlichen zylindrisches Koppelelement
4 mit einer Längsachse 6 und einer axial angeordneten Durchgangsöffnung 5. Das Koppelelement
hat ein vorderes freies Ende 8. Vom freien Ende 8 her kann eine Pipettenspitze 10
auf das Koppelelement 4 geschoben werden. Typischerweise ist die Pipettenspitze 10
axialsymmetrisch geformt und weist nahe ihres hinteren Endes (Koppelende bzw. erstes
axiales Ende) 12 einen Koppelabschnitt 14 auf, der auf das Koppelement 4 geschoben
wird. Die Pipettenspitze läuft von ihrem Koppelabschnitt 14 zu ihrem - hier nicht
dargestellten - vorderen spitzen Ende konisch zu und hat dort eine Einsaugöffnung
zum Ansaugen des zu pipettierenden Mediums.
[0053] Die Pipettenspitze ist typischerweise zum einmaligen Gebrauch bestimmt und als Spritzgußteil
ausgeführt. Ein geeignetes, leicht zu verarbeitendes Material für Pipettenspitzen
ist Polypropylen, das in flüssiger Form und wahlweise mit Zusätzen (z.B. Farbe) und/oder
Füllstoffen versetzt in eine geeignete Spritzgußform eingespritzt wird. Nach Erstarren
des Polypropylens wird die fertige Pipettenspitze aus der Spritzgußform ausgestoßen
und falls erforderlich der Anschnitt entfernt.
[0054] Das Koppelelement 4 ist typischerweise einstückig aus Metall geformt und hat an seinem
freiem Ende 8 einen ersten Abschnitt 20. Ein zweiter Abschnitt 22 des Koppelelements
4 ist axial in Aufschiebrichtung 2 in bezug zum ersten Abschnitt 20 versetzt angeordnet.
Der erste Abschnitt 20 hat vorzugsweise an jeder Stelle eine geringere radiale Ausdehnung
als der zweite Abschnitt 22, so daß der zweite, in Aufschiebrichtung 2 hintere Abschnitt
22 radial den ersten Abschnitt 20 überragt. An der Außenseite jedes Abschnitts ist
jeweils ein Führungselement 25, 26 in Form einer umlaufenden zylinderförmigen Führungsfläche
angeordnet. Die Führungsflächen 25, 26, die in Längsrichtung parallel zur Längsachse
6 verlaufen, haben eine größere radiale Ausdehnung als benachbarte Bereiche der jeweilige
Abschnitte 20, 22, über die sie sich radial erstrecken. Dadurch soll sichergestellt
werden, daß die Pipettenspitze 10 radial lediglich mit den Führungsflächen in Kontakt
tritt und durch die Wechselwirkung der Führungsflächen mit der Innenwand des Koppelabschnitts
14 die radiale Ausrichtung bzw. Positionierung der Pipettenspitze 10 in bezug auf
das Koppelelement 4 definiert wird. Durch die zwei axial gegeneinander versetzt angeordneten
Führungselemente 25 und 26 wird gleichzeitig auch ein schräges Aufsetzten der Pipettenspitze
10 bzw. Verkippen derselben auf das Koppelement 4 verhindert. Bevorzugt haben die
beiden Führungselemente 25, 26 einen axialen Abstand d, der mindestens so groß ist
wie der Durchmesser D (radiale Ausdehnung) des größeren der beiden Führungselemente,
hier also des zweiten Führungselements 26. Dadurch wird die koaxiale Ausrichtung der
Pipettenspitze 10 am Koppelelement 4 weiter verbessert. Der Abstand d ist hier durch
den Abstand der jeweiligen Außenkanten 28, 29 der Führungselemente 25, 26 definiert.
Diese Außenkanten bilden die axialen Endbereiche des Kontakts zwischen den Führungselementen
bzw. Führungsflächen 25, 26 und der Pipettenspitze.
[0055] Korrespondierend zum ersten und zweiten Abschnitt 20, 22 des Koppelelements weist
der Koppelabschnitt 14 der Pipettenspitze 10 ebenfalls einen ersten Abschnitt 40 und
einen zweiten Abschnitt 42 auf, wobei der erste Abschnitt 40 eine geringere radiale
Ausdehnung (Durchmesser) als der zweite Abschnitt 42 hat. Dadurch wird eine Stufe
bzw. Schulter 43 zwischen erstem und zweitem Abschnitt 40, 42 gebildet, die als Dichtfläche
43 dient.
[0056] Das erste und zweite Führungselement 25 und 26 sind im vorgestellten Ausführungsbeispiel
im wesentlichen gleich geformt. Es ist allerdings auch möglich, den Führungselementen
eine jeweils unterschiedliche Form zu geben. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind
die Führungselemente 25, 26 umlaufend ausgebildet und erheben sich gegenüber der sie
umgebenden Außenkontur der jeweiligen kopplungselementseitigen Abschnitte 20, 22 in
Form eines integral angeformten Ringes mit umlaufender Führungsfläche, dessen Querschnitt
trapezförmig ist.
[0057] Zwischen erstem und zweitem Abschnitt 20, 22 verläuft eine radial an der Außenseite
des Koppelelements 4 umlaufende Vertiefung oder Hinterschnitt 34, in welcher ein ebenfalls
radial umlaufendes Dichtelement 21 sitzt. Das Dichtelement ist günstigerweise eine
Ringdichtung aus einem elastischen Material. Als geeignete Materialien haben sich
insbesondere Fluoroelastomere herausgestellt, da sie eine hohe Elastizität, Langlebigkeit,
hohe chemische Beständigkeit und Verschleißarmut aufweisen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist das Dichtelement als massiver, im Querschnitt rechteckiger Ring ausgeführt. Es
ist allerdings auch möglich, Ringdichtungen mit kreisförmigem (O-Ringe) oder X-förmigen
Querschnitt zu verwenden. Beispielsweise sind Ringdichtungen mit X-förmigen Querschnitt
aufgrund der einzelnen Dichtlippen elastischer als O-Dichtungen und führen daher zu
einer noch besseren Abdichtung der Pipettenspitze am Koppelelement. Ein Dichtelement
21' mit X-förmigem Querschnitt ist beispielsweise in Figur 4 dargestellt. Das Dichtelement
21' hat vier Dichtlippen, wobei die radial nach außen zum freien Ende 12 hin weisende
Dichtlippe 23' den axialen Dichtabschnitt 23 darstellt, gegen den der korrespondierende
Dichtabschnitt der Pipettenspitze gedrückt wird.
[0058] Das in Figur 1 gezeigte Dichtelement 21 hat in etwa die gleiche radiale Ausdehnung
wie der zweite Abschnitt 22 und überragt dadurch den ersten Abschnitt 20 in radialer
Richtung. Daher liegt ein Dichtabschnitt 23 axial in Richtung offenes Ende 8 des Koppelelements
4 im wesentlichen frei. Der Dichtabschnitt 23 dient als axiale Dichtfläche und wird
axial gegen die umlaufend ausgebildete innenliegende Schulter 43 der Pipettenspitze
10 gedrückt. Wie im Zusammenhang mit Figur 2 erkennbar, die eine auf das Koppelelement
4 vollständig aufgesetzte Pipettenspitze 10 zeigt, steht das Dichtelement 21 lediglich
mit seinem axialen Dichtabschnitt 23 in direktem Kontakt mit der Innenwand der Pipettenspitze
und insbesondere mit der Schulter 43. Dadurch werden eine axiale Dichtung und gleichzeitig
eine z-Ausrichtung erreicht. Die z-Ausrichtung wird weiterhin durch ein Haltelement
definiert, was weiter unten beschrieben wird.
[0059] Das Dichtelement 21 hat einen im Vergleich zum Innendurchmesser des zweiten Abschnitts
42 der Pipettenspitze etwas geringeren Außendurchmesser. Dadurch wird sichergestellt,
daß die Innenwand der Pipettenspitze beim Aufschieben nicht reibend über das Dichtelement
21 geführt wird, wodurch es erheblich weniger belastet wird als radiale Dichtungen,
die zum Erreichen einer ausreichenden Dichtwirkung reibend über üblicherweise konisch
zulaufende Flächen geschoben werden müssen. Daher ist auch der Wartungsaufwand für
das erfindungsgemäße axiale Dichtelement 21 erheblich geringer.
[0060] Ein radialer Kontakt zwischen Koppelelement 4 und Pipettenspitze 10 wird über die
koppelelementseitigen Führungselemente 25 und 26 und über erste und zweite Führungsflächen
45 und 46 des Koppelabschnitts 14 der Pipettenspitze 10 hergestellt. Im einfachsten
Fall können die pipettenspitzenseitigen Führungsflächen 45, 46 durch die Innenwände
der jeweiligen Abschnitte 40, 42 der Pipettenspitze 10 gebildet werden. Es ist allerdings
auch möglich, erhabene Führungsflächen an der Innenwand der Pipettenspitze anzuformen.
Jeder Abschnitt des pipettenspitzenseitigen Koppelabschnitts 14 weist eine durchgängig
umlaufende bzw. aus umfangsseitig verteilten Teilsegmenten bestehende Führungsfläche
45, 46 auf, deren Durchmesser dem Außendurchmesser des jeweils zugeordneten ersten
und zweiten Führungselements 25, 26 entspricht, so daß eine formschlüssige Ausrichtung
der Pipettenspitze 10 erreicht wird.
[0061] Um eine möglichst paßgenaue Ausrichtung zu ermöglichen, weisen die entsprechenden
Führungsflächen 45, 46 keine Entformungsschrägen auf. Entformungsschrägen werden üblicherweise
an Spritzgußteilen vorgesehen, um diese von der Spritzgußform leichter lösen zu können.
Durch den Verzicht auf Entformungsschrägen verlaufen die pipettenspitzenseitigen Führungsflächen
in axialer Richtung parallel zur Achse 6. Dadurch wird erreicht, daß die radiale bzw.
laterale Ausrichtung der Pipettenspitze nicht davon abhängt, wie weit die Pipettenspitze
auf das Koppelelement geschoben wird. Im Falle von konisch zulaufenden Führungsflächen
würden diese beim Aufschieben der Pipettenspitze auf das Koppelelement zunehmend am
Koppelelement verspannt werden und dadurch der Axialbewegung einen Widerstand entgegensetzen.
Somit beeinflussen konische Führungsflächen die axiale Ausrichtung und erhöhen die
erforderliche Aufschiebekraft. In Aufschiebrichtung hinter dem zweiten Führungselement
26 ist eine Ringnut 30 zur Aufnahme einer Ringfeder 27 eingebracht. Die Ringfeder
27 dient als Halteelement und greift in einen Hinterschnitt 47 an der Innenseite des
zweiten Abschnitts 42 der Pipettenspitze ein. Beim Aufsetzen der Pipettenspitze wird
diese mit ihrem hinteren Ende 12 voran über das zweite Führungselement 26 und die
Ringfeder 27 geschoben, bis die Ringfeder 27 in den Hinterabschnitt 47 einschnappt.
Dadurch wird die Pipettenspitze axial positioniert und am Koppelelement fixiert. Ringfeder
27 und Hinterschnitt 47 stellen eine lösbare Verbindung her, die gleichzeitig ausreichend
stabil ist, um die Schulter 43 axial gegen den axialen Dichtabschnitt 23 zu drücken
und so die Pipettenspitze am Koppelelement abzudichten. Die Ringfeder kann einen leichten
Schraubengang aufweisen.
[0062] Beim Aufschieben der Pipettenspitze kann es zu einer reversiblen leichten Verformung
des hinteren Endes 12 der Pipettenspitze kommen, da das hintere Ende beim Passieren
der Ringfeder 27 leicht gedehnt wird. Die Pipettenspitze sollte daher an ihrem hinteren
Ende bis zu einem gewissen Grade elastisch ausgebildet. Die Elastizität kann durch
geeignete Wahl der Materialstärke eingestellt werden. Es ist allerdings auch möglich,
die Ringfeder 27 soweit flexibel auszubilden, daß sie beim Aufsetzen der Pipettenspitze
nachgibt und beim Passieren des Hinterschnitts 47 in diesen einspringt.
[0063] Die Ringnut 30 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel mit geneigter Innenwand 31
ausgeführt, die konisch auf das vordere Ende 8 des Koppelelements zuläuft. Dadurch
wird erreicht, daß die Ringfeder 27 axial in Richtung zum freien Ende 8 hin genau
positioniert ist, da sie durch die Pipettenspitze leicht radial zusammengedrückt wird,
aufgrund der konischen Innenwand 31 in Richtung Anschlagfläche 50 ausweicht und gegen
diese gedrückt und positioniert wird. Somit ergibt sich ein Kraftschluß ausgehend
vom Dichtelement 21 über den pipettenseitigen Dichtabschnitt 43 zum Hinterschnitt
47, der den Kraftfluß über die Ringfeder 27 zur Anschlagfläche 50 führt. Dadurch wird
die Pipettenspitze sicher am Koppelelement befestigt und ausgerichtet.
[0064] Eine weitere Ausführungsform zeigt Figur 3. Bei dieser Ausführungsform werden anstelle
einer in einer Ringnut angeordneten Ringfeder starre Nocken 57 als Halteelement verwendet,
die gleichmäßig am Umfang des zweiten Abschnitts verteilt sind. Günstig sind mindestens
drei Nocken. Wie aus Figur 3 erkennbar, sind die Nocken 57 integral als umlaufender
erhabener Ring geformt, der durch Einschnitte unterbrochen ist. Im Hinblick auf die
Materialbeanspruchung des Koppelabschnitts der Pipettenspitze sind mehrere separate
starre Nocken günstiger als ein durchgehender Ring, da dieser eine starke Weitung
des hinteren Endes 12 des Koppelabschnitts 14 beim Aufschieben der Pipettenspitze
erzwingen würde. Separate starre Nocken erfordern dagegen lediglich ein geringes Verformen
des hinteren Endes 12, wobei im Fall von drei Nocken der Querschnitt des zweiten Abschnitts
42 bis zum Eingreifen der Nocken in den pipettenspitzenseitigen Hinterschnitt 47 eine
leichte dreieckige Form ohne nennenswerte Materialdehnung annimmt. Durch die ermöglichte
Querschnittsverformung ohne Materialdehnung läßt sich der erforderliche Kraftaufwand
zum Aufschieben der Pipettenspitze erheblich reduzieren. Alternativ können als Haltemittel
auch integral geformte Kugelflächen oder aufgesetzte Noppen oder ein oder mehrere
aufgesetzte Ringe verwendet werden.
[0065] Wie im ersten Ausführungsbeispiel greifen die Nocken 57 in einen Hinterschnitt 47
an der Pipettenspitze ein.
[0066] Figuren 5 bis 7 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel. Dort wird wiederum eine
Ringfeder (nicht dargestellt) als Haltelement verwendet, die in einer Ringnut 60 mit
parallelen Seitenwänden 61, 62 und V-förmiger Innenwand 63 angeordnet ist. Die Ringnut
60 hat den Vorteil, daß einerseits die Ringfeder in axialer Richtung definiert gelagert
und andererseits in radialer Richtung elastisch verformbar ist. Dies erleichtert das
Aufsetzten der Pipettenspitze und führt zu einer Langlebigkeit der Ringfeder.
[0067] In Figuren 6 und 7 sind Details der Ringnut 60 sowie des ersten und zweiten Abschnitts
25, 26 des Koppelelements dargestellt. Außerdem zeigen diese Figuren die jeweiligen
Führungselemente, wie sie auch bei den anderen Ausführungsformen zur Anwendung gelangen
können.
[0068] Die V-förmige Innenwand 63 (Figur 6) umfaßt zwei Teilflächen, die unter einem stumpfen
Winkel zueinander stehen, wobei diese bezüglich der Achse 6 symmetrisch angeordnet
sind. Das zweite Führungselement 26 überragt umliegende Bereiche des koppelelementseitigen
zweiten Abschnitts 22. Wie erkennbar, sind seitlich zum zweiten Führungselement 26
symmetrisch ausgebildete Anlaufflanken 65, 66 angeformt.
[0069] Im ersten Abschnitt 20 (Figur 7) ist axial zum ersten Führungselement 25 ebenfalls
eine hintere Anlaufflanken 67 und eine vordere konusförmige Einführschräge 68 zum
Vorzentrieren der Pipettenspitze ausgebildet. Die sich zum freien Ende 8 erstreckende
Einführschräge 68 endet an einer Stirnfläche 69, an der auch die Durchgangsöffnung
5 endet.
[0070] Die vorstehend beschriebenen Koppelemente können an manuellen Pipettenhalterungen
aber auch an Pipettierautomaten angeordnet sein, die viele Koppelelemente aufweisen.
Derartige Pipettierautomaten weisen weiterhin noch weitere Komponenten auf, insbesondere
Mittel zum Abstreifen der Pipettenspitzen. Üblicherweise umfassen diese Mittel einen
relativ zum Koppelelement in axialer Richtung bewegbaren Abstreifer, der hinter das
hintere Ende 12 der Pipettenspitze 10 eingreift und diese entgegen der Aufschiebrichtung
2 vom Koppelelement schiebt.
[0071] In Figur 8 ist ein Abschnitt 42 des pipettenseitigen Koppelabschnitts vergrößert
dargestellt. Dieser Abschnitt weist eine konisch zulaufende Innenwand 70 auf. Der
Konuswinkel (Winkel zwischen Innwand 70 und Längsachse 6) beträgt nur wenige Grad
und liegt bevorzugt zwischen 0,5° und 1°. Diese leicht konische Ausführung ist eine
sogenannte Entformungsschräge, um die als Spritzgußteil geformte Pipettenspitze leichter
von der Spritzgußform zu lösen. Wie erkennbar, verläuft auch die Außenwand 71 des
Koppelabschnitts aus diesem Grund konusförmig. In die Innenwand 70 ist eine zylindrische
Führungsfläche 72 integriert, d.h. die Führungsfläche 72 verläuft in Längsrichtung
parallel zur Längsachse 6. Dadurch wird ein Absatz 74 zwischen Führungsfläche 72 und
Innenwand gebildet, dessen Tiefe vom Konuswinkel und der Längsausdehnung der Führungsfläche
72 abhängt. Günstig ist, wenn die Führungsfläche zum weiten Ende des Konus hin direkt
in die konusförmige Innenwand 70 übergeht.
[0072] Figur 9 zeigt eine Ausführungsform mit verbesserter Flexibilität des pipettenseitigen
Koppelabschnitts 14. Wie erkennbar, weist der Koppelabschnitt 14 (oder der zweite
Abschnitt der Pipettenspitze) in Längsrichtung verlaufende Einschnitte 82 auf, die
mit einem separaten Material befüllt sind, um axiale Weichkomponenten zu formen. Das
Material 82 der axialen Weichkomponenten 82 ist im Vergleich zum Material 80, aus
dem der Hauptteil des Koppelabschnitts 14 besteht, elastischer und erhöht dadurch
die radiale Flexibilität des Koppelabschnitts. Die Einschnitte 82 können, wie in Figur
9 angedeutet, den Hinterschnitt 34 zur Aufnahme des koppelelementseitigen Halteelements
durchsetzen. Zur Herstellung solcher Zwei-Komponenten Pipettenspitzen kann ebenfalls
ein Spritzgußverfahren verwendet werden. Die Pipettenspitze weist weiterhin einen
am Koppelabschnitt 14 angesetzten und in axialer Richtung konisch zulaufenden Abschnitt
84 auf, der an seinem axialen, vom Koppelabschnitt 14 entfernt liegenden Ende eine
Öffnung zum Einsaugen eines zu pipettierenden Mediums hat.
[0073] Bei allen Ausführungen kann die Pipettenspitze aus Polypropylen bestehen und mit
Graphit gefüllt sein, um kapazitive Füllstandsmessungen zu ermöglichen.
[0074] Das Dichtelement kann bei allen Ausführungsformen aus Fluorelastomer bestehen, z.B.
Viton® oder Kalrez® von DuPont. Andere elastische Materialen sind je nach zu pipettierendem
Medium ebenfalls geeignet.
[0075] Die Koppelelemente, die auch häufig als Dorn bezeichnet werden, bestehen aus einem
bevorzugt korrosionsbeständigen Metall, z.B. Edelstahl oder anderen Legierungen, die
z.B. Tantal, Titan oder Wolfram enthalten. Es ist allerdings auch möglich, die Koppelelemente
aus geeignetem, z.B. leitendem Kunststoff herzustellen. Ebenfalls sind Verbunde aus
unterschiedlichen Materialien möglich, z.B. Edelstahl mit Kunststoffeinlagen oder
Verbindungen von unterschiedlichen, leitenden und nicht-leitenden Kunststoffen.
[0076] Den vorstehend beschriebenen Ausführungsformen ist gemein, daß sie das Aufsetzen
und Abstreifen der Pipettenspitze mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand ermöglichen.
Dies wird einerseits durch die koppelelementseitigen flexiblen Halteelemente und andererseits
durch flexible Bereiche des hinteren Endes 12 der Pipettenspitze erreicht. Darüber
hinaus weisen alle Koppelelemente eine verschleißarme bzw. sogar verschleißfreie Dichtung
auf, da das Dichtelement als axiales Dichtelement ausgebildet ist. Die Führungselemente
gestatten eine genaue radiale bzw. laterale (x- und y-Richtung) Positionierung und
verhindern ein Verkippen der Pipettenspitze. Die axiale Positionierung (z-Richtung)
wird einerseits durch das Zusammenspiel von koppelelementseitigem Halteelement mit
pipettenspitzenseitigem Haltemittel und andererseits durch das Andrücken der Schulter
43 gegen das Dichtelement 21 festgelegt. Die Dichtung und die Befestigung sind somit
räumlich und funktionell voneinander getrennt und ermöglichen eine lagesichere Befestigung
der Pipettenspitze am Koppelelement. Sowohl die Pipettenspitze als auch das Koppelelement
lassen sich kostengünstig herstellen und sind robust im Gebrauch.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 2
- Aufschiebrichtung
- 4
- Koppelelement
- 5
- Durchgangsöffnung
- 6
- Längsachse
- 8
- freies Ende des Koppelelements
- 10
- Pipettenspitze
- 12
- hinteres Ende der Pipettenspitze / erstes axiales Ende
- 14
- Koppelabschnitt der Pipettenspitze
- 20
- erster Abschnitt des Koppelelements
- 21, 21'
- Dichtelement
- 22
- zweiter Abschnitt des Koppelelements
- 23, 23'
- Dichtabschnitt
- 25
- erstes Führungselement
- 26
- zweites Führungselement
- 27
- Ringfeder / Halteelement
- 28, 29
- Außenkante
- 30
- Ringnut
- 31
- Innenwand der Ringnut
- 34
- Vertiefung / Hinterschnitt
- 40
- erster Abschnitt der Pipettenspitze
- 42
- zweiter Abschnitt der Pipettenspitze
- 43
- Dichtabschnitt / Schulter
- 45
- erste Führungsfläche
- 46
- zweite Führungsfläche
- 47
- Hinterschnitt
- 50
- Anschlagfläche
- 57
- Nocken / Halteelement
- 60
- Ringnut
- 61, 62
- Seitenwände der Ringnut 60
- 63
- Innenwand der Ringnut 60
- 65, 66, 67
- Anlaufflanken
- 68
- Einführschräge
- 69
- Stirnfläche
- 70
- Innenwand
- 71
- Außenwand
- 72
- Führungsfläche
- 74
- Absatz
- 80
- erstes Material
- 82
- zweites Material
- 84
- konischer Abschnitt
1. Vorrichtung zur Halterung von Pipettenspitzen mit einem Koppelelement (4) mit einer
in axialer Richtung verlaufenden Längsachse (6), welches ein freies Ende (8) aufweist,
von dem aus eine Pipettenspitze (10) auf das Koppelelement (4) in axialer Richtung
aufschiebbar ist, wobei das Koppelelement aufweist:
- ein Dichtelement (21, 21') aus einem elastischen Material, das einen in axialer
Richtung zum freien Ende (8) des Koppelelements (4) hin freiliegenden axialen und
sich radial erstreckenden Dichtabschnitt (23, 23') aufweist, gegen den ein Dichtabschnitt
(43) der Pipettenspitze (10) zumindest teilweise axial preßbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (4) zumindest ein an seiner Außenseite angeordnetes vorzugsweise
einstückiges oder mehrteiliges Führungselement (25, 26) zum lateralen Ausrichten der
Pipettenspitze (10) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement zwei axial voneinander beabstandete Führungselemente (25, 26) an
der Außenseite des Koppelelements aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente (25, 26) jeweils einen radial umlaufenden Führungsring mit vorgegebener
radialer und vorzugsweise konstanter radialer Ausdehnung bilden, wobei die Führungsringe
eine unterschiedliche radiale Ausdehnung haben und vorzugsweise unabhängig voneinander
durchgängig und/oder unterbrochen ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente (25, 26) einen Abstand (d) voneinander haben, der mindestens
so groß ist wie die radiale Ausdehnung (D) der Führungselemente oder des größeren
der beiden Führungselemente.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (4) mindestens ein an seiner Außenseite angeordnetes Halteelement
(27, 57) zum Wechselwirken mit Haltemitteln (47) der Pipettenspitze aufweist, um den
Dichtabschnitt (43) der Pipettenspitze (10) gegen den axialen Dichtabschnitt (23,
23') zu pressen und/oder die Pipettenspitze in axialer Richtung zu positionieren.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (4) einen ersten Abschnitt (20), der nahe des freien Endes (8)
des Koppelelements angeordnet ist, und einen zweiten Abschnitt (22), der in bezug
zum ersten Abschnitt (20) axial in Aufschiebrichtung versetzt angeordnet ist, aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Abschnitt (20) vorzugsweise an jeder Stelle eine kleinere radiale Ausdehnung
als der zweite Abschnitt (22) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß am ersten und zweiten Abschnitt (20, 22) jeweils ein Führungselement (25, 26) angeordnet
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (21, 21') zwischen erstem und zweitem Abschnitt (20, 22) angeordnet
ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (27, 57) am zweiten Abschnitt (22) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (21, 21') aus einem Fluorelastomer besteht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Haltelement ein umlaufendes Federelement (27) ist, das in einer an der Außenseite
des Koppelelements befindlichen umlaufenden Vertiefung (30) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Haltelement eine oder mehrere radiale Erhebungen (57) aufweist, die an der Außenseite
des Koppelelements partiell oder ringförmig umlaufend angeordnet und vorzugsweise
starr oder flexibel sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (27, 57) in Aufschiebrichtung gesehen hinter sämtlichen Führungselementen
(25, 26) angeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (21, 21') in seinem Materialquerschnitt elastisch verformbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelement (4) eine Einführschräge (68) am freien Ende (8) zum Vorjustieren
der Pipettenspitze aufweist.
18. Pipettenspitze zum Aufsetzen auf eine Halterung, wobei die Pipettenspitze aufweist:
- eine Längsachse (6); und
- einen in Längsachse (6) verlaufenden Koppelabschnitt (14) zum Aufschieben auf die
Halterung, wobei der Koppelabschnitt (14) mindestens einen Abschnitt (40, 42) mit
einer entgegen der Aufschiebrichtung (2) zumindest abschnittsweise konisch zulaufenden
Innenwand (70) hat, in die eine in bezug auf die Längsachse (6) zylindrische Führungsfläche
(45, 46, 72) integriert ist.
19. Pipettenspitze nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwand (70) in Längsachsenrichtung in bezug auf die Längsachse (6) einen Winkel
größer 0,2° und vorzugsweise zwischen 0,5° und 3° aufweist.
20. Pipettenspitze nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Koppelabschnitt (14) einen ersten Abschnitt (40) und einen zum ersten Abschnitt
(40) in Aufschiebrichtung (2) axial versetzt angeordneten zweiten Abschnitt (42) hat,
und der erste Abschnitt (40) eine kleinere radiale Ausdehnung als der zweite Abschnitt
(42) aufweist.
21. Pipettenspitze nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und zweite Abschnitt (40, 42) jeweils konisch verlaufende Innenwände hat,
in die jeweils eine zylindrische Führungsfläche (45, 46, 72) integriert ist.
22. Pipettenspitze nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Dichtabschnitt zwischen erstem und zweitem Abschnitt (40, 42) mit axial
in Aufschiebrichtung (2) weisender Dichtfläche (43) zum Wechselwirken mit einem Dichtelement
der Halterung und mindestens ein an der Innenwand des zweiten Abschnitts (42) angeordnetes
Haltemittel (47) zum Wechselwirken mit einem Halteelement der Halterung aufweist.
23. Pipettenspitze nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Haltemittel (47) ein Hinterschnitt ist.
24. Pipettenspitze nach einem der Ansprüche 18 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Pipettenspitze ein Spritzgußteil ist.
25. Pipettenspitze nach einem der Ansprüche 18 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Koppelabschnitt (14) einen Endbereich umfaßt, der in bezug auf die übrigen Bereiche
des Koppelabschnitts (14) flexibler ausgebildet ist.
26. Pipettenspitze nach einem der Ansprüche 18 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß der Koppelabschnitt (14) aus einem ersten Material (80) besteht und in Längsrichtung
verlaufende Einschnitte (82) aufweist, die mit einem zweiten Material befüllt sind,
welches in bezug zum ersten Material elastischer ist.
27. Pipettenspitze nach einem der Ansprüche 22 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtabschnitt eine Schulter zwischen erstem und zweitem Abschnitt (40, 42) ist.
28. Pipettiervorrichtung mit
(a) einem Koppelelement (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 17 und
(b) einer am Koppelelement (4) lösbar befestigbaren Pipettenspitze (10) mit einem
Dichtabschnitt (43), der in Bezug auf die Längsachse (6) des Koppelelementes (4) als
axiale Fläche, die in Richtung des Koppelelementes (4) weist, ausgestaltet ist
und wobei in gekoppeltem Zustand zumindest ein Teil des Dichtabschnitts (23, 23')
des Koppelelementes (4) gegen zumindest einen Teil des Dichtabschnittes (43) der Pipettenspitze
(10) axial gepreßt ist.
29. Pipettiervorrichtung mit einem Koppelelement (4) und einer am Koppelelement (4) lösbar
befestigbaren Pipettenspitze (10) nach einem der Ansprüche 18 bis 27,
- wobei das Koppelelement (4) mindestens ein an seiner Außenseite angeordnetes Führungselement
(25, 26) zum lateralen Ausrichten der Pipettenspitze (10) aufweist, und vorzugsweise
so viele Führungselemente (25, 26) aufweist, wie die Pipettenspitze (10) Führungsflächen
(45, 46, 72) besitzt,
- wobei das oder die Führungselement(e) (25, 26) unabhängig voneinander vorzugsweise
einstückig oder mehrteilig ausgebildet ist (sind)
- und wobei jedes Führungselement (25, 26) zumindest Teilflächen einer zylindrischen
Mantelfläche aufweist, die jeweils einer mit der Teilfläche wechselwirkenden zylindrischen
Führungsfläche (45, 46, 72) an der Pipettenspitze (10) entspricht.
30. Vorrichtung nach Anspruch 29, die zusätzlich die kennzeichnenden Merkmale eines der
Ansprüche 3-9, 11, 13-15 oder 17 aufweist und vorzugsweise noch dazu ein Dichtelement
nach einem der Ansprüche 1, 10, 12 oder 16.
31. Pipettiervorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß das Koppelelement (4) mindestens ein an seiner Außenseite angeordnetes Halteelement
(27, 57) zum Wechselwirken mit zumindest einem Haltemittel (47) der Pipettenspitze
(10) aufweist, wobei das mindestens eine Halteelement (27, 57) gegenüber dem zumindest
einen Haltemittel (47) vorzugsweise entweder starr oder flexibel ausgestaltet ist.