[0001] Die Erfindung betrifft ein mobiles Reinigungsgerät, insbesondere Hochdruckreinigungsgerät,
mit einem Wasserbehälter, einer Pumpe, wenigstens einer Heizeinrichtung zum Erwärmen
des Wassers und einer Ausbringvorrichtung für das Wasser.
[0002] Derartige mobile Reinigungsgeräte sind an sich bekannt und werden in verschiedensten
Ausführungsvarianten, beispielsweise als Hochdruckkaltwasser-, Hochdruckheißwasser-oder
als Nassdampfreiniger, auf dem Markt angeboten. Ebenso zählen Trockeneis- und Trockendampfreiniger
bereits zum Stand der Technik. Die bisher bekannten mobilen Reinigungsgeräte sind
den Erfordernissen der jeweiligen Einsatzgebiete angepasst und durchaus geeignet,
diese speziellen Anforderungen zu erfüllen.
[0003] Allerdings sind die bisher bekannten Reinigungsgeräte aufgrund ihrer speziellen Bauart,
die sich hauptsächlich auf die Art der verwendeten Heizeinrichtung sowie auf die den
geforderten Wassertemperaturen angepassten Materialien auswirkt, auf einzelne Anwendungsgebiete
beschränkt.
[0004] Die Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, ein mobiles Reinigungsgerät
der eingangs angegebenen Art zu schaffen, das über einen größeren Anwendungsbereich
verfügt und zudem eine einfache und kostengünstige Konstruktion darstellt.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, dass das Reinigungsgerät zum wahlweisen
Bereitstellen und Ausbringen von Hochdruckheißwasser bzw. von Trockendampf ausgebildet
ist, wobei bevorzugterweise das Hochdruckheißwasser eine Temperatur von etwa 90°C
und einen Druck von mehr als 100 bar, vorzugsweise etwa 120 bar, aufweist und der
Trockendampf eine Temperatur von mehr als 170°C, vorzugsweise etwa 185°C, und einen
Druck von wenigstens 23 bar, vorzugsweise etwa 30 bar, aufweist.
[0006] Dabei wird gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung eine besonders
kostengünstige und einfache Konstruktion dann erreicht, wenn die Erwärmung des Wassers
sowohl bei der Bereitstellung von Hochdruckheißwasser als auch bei der Bereitstellung
von Trockendampf mittels derselben Heizeinrichtung erfolgt.
[0007] Anders ausgedrückt stellt die Erfindung ein mobiles Reinigungsgerät mit einem Behälter
für ein Reinigungsmedium, insbesondere Wasser, einer Hochdruckpumpe, einer Heizeinrichtung
zum Erwärmen des Reinigungsmediums und wenigstens einer Ausbringvorrichtung für das
Reinigungsmedium zur Verfügung, wobei das Reinigungsgerät zum wahlweisen Bereitstellen
und Ausbringen von im Wesentlichen flüssigen Reinigungsmedium mit einer Temperatur
von etwa 90 °C und einem Druck von mehr als 100 bar bzw. von im Wesentlichen dampfförmigem
Reinigungsmedium mit einer Temperatur von mehr als 170 °C und einem Druck von wenigstens
23 bar ausgebildet ist, wobei die Erwärmung des Reinigungsmediums sowohl bei der Bereitstellung
von flüssigem als auch bei der Bereitstellung von dampfförmigem Reinigungsmedium mittels
derselben Heizeinrichtung erfolgt.
[0008] Mit der Erfindung wird also ein mobiles Reinigungsgerät geschaffen, das zum wahlweisen
Ausbringen von Wasser in zwei verschiedenen Aggregatszuständen, nämlich flüssig und
gasförmig, ausgebildet ist, wodurch sich für das erfindungsgemäße Reinigungsgerät
im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Reinigungsgeräten ein breiteres
Anwendungsfeld ergibt. Während es nach dem Stand der Technik notwendig ist, für einen
Reinigungsvorgang mit Trockendampf und für einen Reinigungsvorgang mit Hochdruckheißwasser
jeweils ein speziell ausgebildetes Reinigungsgerät zu verwenden, ist das erfindungsgemäßen
Reinigungsgerät in der Lage, alle Anforderungen dieser unterschiedlichen Einsatzgebiete
zu erfüllen, wodurch sich für den Benutzer sowohl Bedienungsvorteile als auch Preisvorteile
ergeben, da er nun nur mehr ein Gerät anschaffen und bedienen muss.
[0009] Gemäß einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist dabei vorgesehen,
dass die Heizeinrichtung einen mit fossilen Brennstoffen betreibbaren Dampferzeuger
aufweist, wobei eine wartungsfreundliche und robuste Konstruktion vorsieht, dass der
Dampferzeuger einen brennerbeheizten Dampfkessel aufweist.
[0010] Gemäß einer alternativen Ausführungsvariante der Erfindung kann aber ebenso gut vorgesehen
sein, dass die Heinzeinrichtung einen elektrisch betreibbaren Dampferzeuger aufweist,
wobei eine konstruktiv einfache Lösung erreicht wird, wenn der Dampferzeuger einen
elektrisch, vorzugsweise mittels mehrerer Heizstäbe, die in Gruppen zu Heizpatronen
zusammengefasst sind, beheizbaren Dampfkessel aufweist.
[0011] Die Beförderung des Wassers erfolgt mittels einer Pumpe, die einen Betriebsdruck
von beispielsweise 100 bis 120 bar und eine Förderleistung von 8 bis 20 I/min aufweisen
kann und gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung zwischen dem Wasserbehälter
und der Heizeinrichtung angeordnet ist und eine zum Wasserbehälter führende Saugleitung
und eine zur Heizeinrichtung führende Druckleitung aufweist.
[0012] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist zum Einstellen bzw. Reduzieren
des Wasserdruckes bzw. der Wassermenge im Verlauf der Druckleitung wenigstens eine
Druckregeleinrichtung und/oder eine Mengenregeleinrichtung angeordnet, wobei eine
Bypass-Leitung von der Druckregeleinrichtung zum Wasserbehälter vorgesehen sein kann,
mittels dem das überschüssige Wasser zurückgeführt wird.
[0013] Um die unterschiedlichen Erfordernisse, die bei der Bereitstellung von Trockendampf
und der Bereitstellung von Hochdruckheißwasser auftreten, in einfacher Weise erfüllen
zu können, sieht ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung vor, dass die Druckleitung
wenigstens zwei parallel geschaltete Druckleitungsabschnitte ausweist, wobei in einem
ersten Druckleitungsabschnitt zur Bereitstellung von Hochdruckheißwasser wenigstens
eine Druckregeleinrichtung, vorzugsweise ein Druckregelventil, und in einem zweiten
Druckteitungsabschnitt zur Bereitstellung von Trockendampf wenigstens eine Druckregeleinrichtung,
vorzugsweise ein Druckregelventil, und eine Mengenregeleinrichtung, vorzugsweise eine
Drosseldüse, angeordnet ist.
[0014] Dabei spielt es keine wesentliche Rolle, ob dem ersten und dem zweiten Druckleitungsabschnitt
jeweils eine separate Pumpe mit einer zum Wasserbehälter führenden Saugleitung zugeordnet
ist, oder ob dem ersten und dem zweiten Druckleitungsabschnitt eine gemeinsame Pumpe
mit einer zum Wasserbehälter führenden Saugleitung zugeordnet ist, wobei in der Druckleitung
zwischen der Pumpe und den parallel geschalteten Druckleitungsabschnitten ein Umschaltventil
zum Wahlweisen beaufschlagen des ersten oder des zweiten Druckleftungsabschnittes
angeordnet ist.
[0015] Durch die Anbringung von zwei parallel geschalteten Druckleitungsabschnitten ergibt
sich der Vorteil, dass die für die Bereitstellung von Trockendampf oder Hochdruckheißwasser
benötigten Druck- und Wassermengenparameter im Wesentlichen nur einmal eingestellt
werden und im laufenden Betrieb nicht mehr verändert werden müssen. Hätte man nur
eine Druckleitung, würde man eine komplizierte Steuerung benötigen, die die Druckregeleinrichtung
und die Mengenregeleinrichtung je nachdem, ob Trockendampf oder Hochdruckheißwasser
bereitgestellt werden sollte, ansteuert und einstellt.
[0016] Ein weiteres Ausführungsbeispiel, das wiederum eine einfache Bauweise gewährleistet,
sieht vor, dass die wenigstens zwei Druckleitungsabschnitte vor der Heizeinrichtung
zu einer Druckleitung zusammengeführt sind. In der an sich bekannten Heizeinrichtung
wird das zugeführte Wasser auf die benötigte Temperatur gebracht und dann von der
Heizeinrichtung, die gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung über eine
Ausbringleitung mit einer ersten Anschlussvorrichtung für eine Ausbringvorrichtung
für Trockendampf und mit einer zweiten Anschlussvorrichtung für eine Ausbringvorrichtung
für Hochdruckheißwasser verbunden ist, weitergeleitet. Dabei ist gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass in der Ausbringleitung ein Umschaltventil
zum wahlweisen Beaufschlagen der ersten Anschlussvorrichtung mit Trockendampf oder
der zweiten Anschlussvorrichtung mit Hochdruckheißwasser angeordnet ist, wobei in
der Ausbringleitung, vorzugsweise zwischen dem Umschaltventil und der Anschlussvorrichtung
für die Ausbringvorrichtung für Trockendampf, ein Sicherheitsventil angeordnet sein
kann.
[0017] Um die Mobilität des Reinigungsgerätes weiter zu erhöhen und dem Benutzer das Reinigen
auch von unzugänglicheren Stellen zu ermöglichen, ist gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung vorgesehen, dass die Ausbringvorrichtung für Trockendampf und/oder die
Ausbringvorrichtung für Hochdruckheißwasser von einer Reinigungslanze gebildet ist
(sind), die über einen flexiblen Schlauch versorgt wird (werden).
[0018] Um das Volumen des auszubringenden Trockendampfes weiter erhöhen zu können, ist gemäß
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass das Reinigungsgerät
eine Anschlusseinrichtung zum Einspeisen von Pressluft aufweist, wobei die Einspeisung
der Pressluft über eine Pressluftleitung in die von der Heizeinrichtung wegführende
Ausbringleitung erfolgt,
[0019] Um zu verhindern, dass durch die eingebrachte Pressluft die Temperatur des auszubringenden
Trockendampfstrahles sinkt und der Trockendampf in Nassdampf übergeht, sieht ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel der Erfindung vor, dass im Verlauf der Pressluftleitung ein Wärmetauscher,
der vorzugsweise von der Heizeinrichtung gespeist ist, zum Erwärmen der Pressluft
angeordnet ist. Mittels dieses Wärmetauschers kann die Pressluft auf dieselbe Temperatur
wie der auszubringende Dampf gebracht werden, wodurch sichergestellt ist, dass tatsächlich
Trockendampf, der auch als Heißdampf bezeichnet wird, und nicht Nassdampf bereitgestellt
wird.
[0020] Weiters bezieht sich die Erfindung auf ein mobiles Hochdruckreinigungsgerät mit einem
Wasserbehälter, einer Pumpe und wenigstens einer Heizeinrichtung zum Erwärmen des
Wassers, die sich dadurch auszeichnet, dass das Hochdruckreinigungsgerät wenigstens
zwei Ausbringvorrichtungen aufweist, von denen eine ersten Ausbringvorrichtung zum
Ausbringen von Hochdruckheißwasser und eine zweite Ausbringvorrichtung zum Ausbringen
von Trockendampf ausgebildet ist.
[0021] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung
unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher
erläutert. Darin zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines mobilen Reinigungsgerätes,
- Fig. 2
- ein Rohrleitungsschema mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 3
- ein Rohrleitungsschema einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung und
- Fig. 3b
- einen Teilabschnitt einer Ausbringvorrichtung.
[0022] Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen mobilen Reinigungsgerätes
1 weist ein auf einem Fahrgestell angeordnetes. Gehäuse 48 auf. Innerhalb des Gehäuses
48 ist die Heizeinrichtung 4, eine Hochdruckpumpe 3, die mittels eines Elektromotors
betrieben wird, eine Reinigungsmütelpumpe, der Wasserbehälter 2, der Brennstoffbehälter
31 sowie die Elektronik und ein Kalkschutzsystem angeordnet. Das mobile Reinigungsgerät
1 verfügt über eine Ausbringvorrichtung 24 zum Ausbringen von Hochdruckheißwasser
46 sowie über eine Ausbringvorrichtung 25 zum Ausbringen von Trockendampf 47, wobei
beide Ausbringvorrichtungen 24, 25 über flexible Schläuche 26,27 an den entsprechenden
Anschlussvorrichtungen 21,22 für Hochdruckheißwasser und Trockendampf angeschlossen
sind. Neben diesen bei den Anschlussvorrichtungen 21, 22 weist das mobile Reinigungsgerät
1 zusätzlich eine Reinigungsmittelleitung 15 auf, in deren vorderem Bereich ein Filter
angeordnet sein kann und über den in einfacher Weise Reinigungsmittel 43 aus einem
externen Behälter 14 zugeführt werden kann. Selbstverständlich ist es aber auch möglich
den Reinigungsbehälter 14 ebenfalls innerhalb des Gehäuses 48 anzuordnen. An der Außenseite
des Gehäuses 48 ist zudem eine Steckverbindung 30b für ein zur Ausbringvorrichtung
25 für den Trockendampf führendes Steuerkabel 30 angeordnet.
[0023] Die Bedingung und Kontrolle des mobilen Reinigungsgerätes 1 erfolgt über ein Bedienungsfeld
49, das neben mehreren Anzeigevorrichtungen, wie einem Manometer 34, einem Thermostat
36, einer Wassemiveaukontrolle 38 und einer Brennstoffniveaukontrolle 39, den Hauptschalter
37 sowie einen NOT-AUS-Schalter 35 verfügt. Auf der leicht zugänglichen Oberseite
des Gehäuses 48 ist weiters ein Brennstoffeinfüllstutzen 40 sowie eine Abgasaustrittsöffnung
41 angeordnet.
[0024] Im Folgenden soll anhand der Fig. 2 die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
beschrieben werden. Das Wasser 42, vorzugsweise entmineralisiertes und entkalktes
Wasser, wird über einen Wasserzulaufanschluss 50 in den Wasserbehälter 2 gefüllt.
Vom Wasserbehälter 2 wird das Wasser 42 von einer elektrischen Pumpe 3 über eine Saugleitung
7 angesaugt und über eine Druckleitung 8 zur Heizeinrichtung 4 und weiter zu den Ausbringvorrichtungen
24 und 25 befördert. Unmittelbar nach der Pumpe 3 ist im Verlauf der Druckleitung
8 ein Umschaltventil 19 angeordnet, welches das Wasser 42 entweder in den ersten Druckerleitungsabschnitt
8b zur Bereitstellung von Hochdruckheißwasser 46 oder in den zweiten Druckleitungsabschnitt
8a zur Bereitstellung von Trockendampf 47 leitet.
[0025] Im ersten Druckleitungsabschnitt 8b ist eine Druckregeleinrichtung 9 in Form eines
Druckregelventils angeordnet, mittels dem der Druck im Druckleitungsabschnitt 8b auf
ca. 120 bar eingestellt wird. Im zweiten Druckleitungsabschnitt 8a ist ebenfalls eine
Druckregeleinrichtung 9 in Form eines Druckregelventils angeordnet, wobei in diesem
zweiten Druckleitungsabschnitt 8b zur Bereitstellung von Trockendampf 47 der Druck
auf etwa 30 bar geregelt wird. Der Druckleitungsabschnitt 8b weist zwei Unterzweige
auf, in denen jeweils eine Mengenregeleinrichtung 10, 10' in Form einer Drosseldüse
angeordnet ist. Der Durchmesser der Drosseldüse 10, 10' legt fest wie viel Wasser
pro Minute in die Heizeinrichtung 4 geführt wird. Von dieser der Heizeinrichtung 4
zugeführten Wassermenge hängt es ab, ob der produzierte Dampf der Ausbringvorrichtung
25 als Nass- oder Trockendampf zugeführt wird.
[0026] Die beiden Druckleitungsabschnitte 8a und 8b werden dann wieder zu einer gemeinsamen
Druckleitung 8 zusammengeführt und münden in die Heizeinrichtung 4, wobei in der Druckleitung
8 ein Strömungswächter 12 angeordnet ist.
[0027] Die Heizeinrichtung 4 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel als ein mit fossilen
Brennstoffen 44 betreibbarer Dampferzeuger ausgebildet. Der Dampferzeuger weist dabei
einen Dampfkessel 5 sowie einen Ölbrenner 6 auf. Dem Ölbrenner 6 ist eine Pumpe 32
zugeordnet, die über eine Saugleitung 33 und eine Rücklaufleitung 33' mit dem Behälter
31 für den Brennstoff 44 in Verbindung steht.
[0028] Innerhalb des Dampfkessels 5 ist eine Heizschlage in Form eines dickwandigen Stahlrohres
angeordnet, wobei eine optimale Führung der Verbrennungsgase eine umweltfreundliche
Verbrennung mit hohem Wirkungsgrad sicherstellt.
[0029] Vom Dampfkessel 5 wird das Hochdruckheißwasser 46 bzw. der Trockendampf 47 über die
Ausbringleitung 13 zur Anschlussvorrichtung 21 zum Ausbringen von Hochdruckheizwasser
46 oder zur Anschlussvorrichtung 22 zum Ausbringen von Trockendampf 47 geführt, je
nach Stellung des Umschaltventils 20. Zwischen dem Dampfkessel 5 und dem Umschaltventil
20 ist ein weiters Thermostat 23 angeordnet.
[0030] An der Anschlussvorrichtung 21 ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel eine Ausbringvorrichtung
24 für Hochdruckheizwasser 46 in Form einer Reinigungslanze über einen flexiblen Schlauch
27 angeschlossen, wobei der Austritt des Hochdruckheißwassers 46 über eine Hochdruckstrahldüse
28 erfolgt.
[0031] An der zweiten Anschlussvorrichtung 22 ist eine Ausbringvorrichtung 25 für Trockendampf
47 anschließbar, die ebenfalls als Reinigungslanze ausgebildet ist und über einen
flexiblen Spezialschlauch 26 den Transport des Trockendampfes 47 ermöglicht.
[0032] Die Ausbringung des Trockendampfes 47 erfolgt über eine Dampfstrahldüse 29, wobei
das Ausbringen des Trockendampfes 47 über den Steuerknopf 30a, der mit der Anschlussvorrichtung
30b des mobilen Reinigungsgerätes 1 über eine Steuerleitung 30 in Verbindung steht,
gesteuert wird.
[0033] Zwischen dem Umschaltventil 20 und der Anschlussvorrichtung 22 ist zudem ein Sicherheitsventil
45 angeordnet.
[0034] Um den Volumenstrom des auszubringenden Trockendampfes 47 erhöhen zu können, ist
weiters eine Anschlussvorrichtung 16 für Pressluft vorgesehen, wobei das Einspeisen
der Pressluft über die Pressluftleitung 17 in die Ausbringleitung 13 erfolgt. Im Verlauf
der Pressluftleitung 17 ist ein Wärmetauscher 18, der von der Heizeinrichtung 4 gespeist
wird angeordnet, um sicherzustellen, dass die eingebrachte Pressluft zumindest annähernd
die gleiche Temperatur wie der Trockendampf 47 hat, wodurch sichergestellt werden
kann, dass an der Ausbringvorrichtung 25 tatsächlich Trockendampf 47austritt. Würde
man nämlich die Pressluft ohne Erwärmung in die Ausbringleitung 13 einspeisen, würde
sich der in der Ausbringleitung 13 befindliche Trockendampf 47 auf eine unter 170°
liegende Temperatur abkühlen und würde dann an der Ausbringvorrichtung 25 nicht mehr
als Trocken- sonder als Nassdampf austreten.
[0035] Eine weitere Ausführungsvariante ist in Fig. 3a und 3b dargestellt. Es versteht sich
dabei von selbst, dass das erfindungsgemäße Reinigungsgerät neben der dargestellten
Ausführungsvariante als Mobilgerät ebenso als Standgerät ausgeführt sein kann.
[0036] Unter Bezugnahme auf die Fig. 3a wird nachfolgend die Funktionsweise dieses zweiten
Ausführungsbeispieles näher erläutert: Die Kesselpumpe 3 saugt über die Saugleitung
7 Wasser 42 aus dem Wasserbehälter 2 an und pumpt dieses über die Druckleitung 8,
in deren Verlauf ein Rückschlagventil angeordnet ist, in den leeren Dampfkessel 51.
Erreicht das Wasser 2 die Sonde 57 schaltet die Heizeinrichtung automatisch an. Erreicht
das Wasser 42 die Sonde 58, schaltet die Kesselpumpe automatisch aus. Das Erhitzen
des Wassers 2 erfolgt über Heizpatronen 52, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel
jeweils eine Leistung von 9000 W erbringen. Jede Heizpatrone 52 besteht dabei aus
mehreren Heizstäben, die zu Gruppen zusammengefasst sind.
[0037] Durch das Erhitzen des Wassers 2 wird im Dampfkessel 51 Druck aufgebaut, der mittels
den Druckreglern 59 limitiert werden kann. Bei Erreichen der Drucksollvorgabe bzw.
des voreingestellten Arbeitsdruckes schaltet die Heizeinrichtung 4 automatisch wieder
aus. Über die Druckanzeige 61 kann ersehen werden, welcher Arbeitsdruck erreicht wurde.
Beim Öffnen des elektrischen Ventils 62 strömt der Dampf über die Leitung 67 in den
Mischer 63, wo je nach Bedarf Reinigungsmittel 43 oder Desinfektionsmittel mittels
der elektrischen Pumpe 56, die beispielsweise als Schwingkolbenpumpe ausgebildet sein
kann, zugeführt werden kann. Über die Steckkupplung 29 kann das so erzeugte Dampf-ReinigungsmittelGemisch
mittels eines Dampfschlauches zur Ausführungsvorrichtung 25 geführt werden.
[0038] Bei Bedarf kann über die Mischgruppe 68 DrucKluft über die Leitung 71 einer Wärmekopplungseinrichtung
72 zugeführt werden, in der die Druckluft mittels Dampf erwärmt wird und dann über
die Steckkupplung 70 über einen Druckschlussschlauch und die Steckkupplung 53 der
Ausbringvorrichtung 25, die beispielsweise als Lanze ausgebildet sein kann, zugeführt
wird.
[0039] An der Ausbringvorrichtung 25 kann entweder Dampf oder Druckluft oder ein Gemisch
aus beidem zusammen mit Reinigungs- bzw. Desinfektionsmittel, vorzugsweise elektrisch
gesteuert, gemischt werden. Dazu sind im Handgriff der Ausbringvorrichtung 25 Steuerungselemente
54 angeordnet. Wenn Dampf über das elektrische Ventil 62 aus dem Dampfkessel 51 abgelassen
wird, wird über die Kesselpumpe 3 genauso viel Wasser 2 in den Kessel 51 gepumpt,
wie Dampf abgelassen wurde. Damit werden kontinuierlich die Temperatur und der Arbeitsdruck
gehalten, sodass kein Arbeitsdruck- oder Temperaturverlust entsteht.
[0040] Sollte infolge eines Schadens an der Kesselpumpe 3 oder der elektrischen Steuerung
oder aufgrund von Wassermangel der zulässige Arbeitsdruck überstiegen werden, so öffnet
das Sicherheitsventil 45, sodass der Überdruck entweichen kann. Fällt die Kesselpumpe
3 aus, sodass kein Wasser 2 mehr in den Dampfkessel 51 gepumpt wird, fällt der Wasserstand
unter die Sonde 57, worauf die Heizeinrichtung 4 automatisch ausschaltet. Erreicht
das Wasser 42 im Wassertank 2 einen Minimalstand, dann schaltet ein im Wasserbehälter
2 angeordneter Niveauschalter 73 die Heizeinrichtung 4 aus. Wird im Reinigungsmittelbehälter
14 ein Minimalstand erreicht, schaltet der dort angeordnete Niveauschalter 74 in einfacher
Weise die Pumpe 56 automatisch aus.
[0041] Mit diesem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist es möglich, elektrisch -
mit unterschiedlicher Leistung von 9000 W bzw. 18000 W - Dampf bereitzustellen und
diesen wahlweise auf 175 °C/6 bar oder 195 °C/9,5 bar zu erhitzen. Diese zwei verschiedenen
Dampfstufen können mengengeregelt mit Druckluft, mindestens mit 2,5 m
3 bis 3,5 m
3 bei 6 bis 8 bar, und wahlweise mit Reinigungsmittel gemischt mittels ansteckbarem
Dampf- und Druckluftschlauch über eine Ausbringvorrichtung, in der elektrisch die
gewünschte Menge Dampf, Druckluft und Reinigungsmittel gesteuert werden kann, ausgebracht
werden. Mit einem derartigen Dampf-Druckluft-Reinigungsmittelgemisch kann ein weit
größeres Betätigungsfeld in der Industriereinigung abgedeckt werden, als dies mit
den bisher bekannten gattungsgemäßen Vorrichtungen der Fall war.
[0042] Mit dem erfindungsgemäßen mobilen Reinigungsgerät können also die bisher bekannten
Anwendungen für Kalt- und Heißwasserhochdruckreinigungsgeräte erzielt und zudem das
Entfernen von Grobverschmutzungen, Fett, Öl, Grafit und ähnlichen Schmutzablagerungen
an industrie-Produktionsmaschinen und -anlagen mit dem trockenen Heißdampfstrahl ermöglicht
werden. Ebenso können Kontaminierungen und Desinfektionen vorgenommen werden, wobei
durch die Zuschalung von Press-/Druckluft ein Vielfaches an Trockendampf produziert
werden kann, mit dem sich neue Anwendungsmöglichkeiten, wie bspw. Trockendampfstrahlen
mit hoher Temperatur, ergeben. Weiters wäre es möglich, dem Trockendampfstrahl Ober
die Pressluft zusätzliche Mittel, wie beispielsweise Steinmehl, zuzuführen und damit
die Reinigungswirkung zusätzlich zu erhöhen.
[0043] Es versteht sich von selbst, dass die Erfindung nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt ist. So wäre es beispielsweise durchaus möglich und praktikabel die beiden
Druckerleitungsabschnitte jeweils mit einer separaten Pumpe mit dem Wasserbehälter
zu verbinden. In diesem Fall könnte das Umschaltventil entfallen. Auch die Integration
eines Reinigungsmittelbehälters mit Reinigungsmittel innerhalb des Gehäuses des mobilen
Reinigungsgerätes wäre durchaus denkbar oder machbar.
1. Mobiles Reinigungsgerät (1), insbesondere Hochdruckreinigungsgerät, mit einem Wasserbehälter
(2), einer Pumpe (3), wenigstens einer Heizeinrichtung (4) zum Erwärmen des Wassers
(2) und einer Ausbringvorrichtung (24, 25) für das Wasser (2), dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsgerät (1) zum wahlweisen Bereitstellen und Ausbringen von Hochdruckheißwasser
(46) bzw. von Trockendampf (47) ausgebildet ist.
2. Reinigungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hochdruckheißwasser (46) eine Temperatur von etwa 90°C und einen Druck von mehr
als 100 bar, vorzugsweise etwa 120 bar, aufweist und der Trockendampf (47) eine Temperatur
von mehr als 170°C, vorzugsweise etwa 185°C, und einen Druck von wenigstens 23 bar,
vorzugsweise etwa 30 bar, aufweist.
3. Reinigungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung des Wassers (42) sowohl bei der Bereitstellung von Hochdruckheißwasser
(46) als auch bei der Bereitstellung von Trockendampf (47) mittels derselben Heizeinrichtung
(4) erfolgt.
4. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (4) einen mit fossilen Brennstoffen (44) betreibbaren Dampferzeuger
aufweist.
5. Reinigungsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampferzeuger einen brennerbeheizten Dampfkessel (5) aufweist.
6. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (4) einen elektrisch betreibbaren Dampferzeuger aufweist.
7. Reinigungsgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Dampferzeuger einen elektrisch, vorzugsweise mittels mehrerer Heizstäbe, die
in Gruppen zu Heizpatronen (52) zusammengefasst sind, beheizbaren Dampfkessel (51)
aufweist.
8. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Wasserbehälter (2) und der Heizeinrichtung (4) wenigstens eine Pumpe
(3) mit einer zum Wasserbehälter (2) führenden Saugleitung (7) und einer zur Heizeinrichtung
(4) führenden Druckleitung (8, 8a, 8b) angeordnet ist.
9. Reinigungsgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Verlauf der Druckleitung (8, 8a, 8b) wenigstens eine Druckregeleinrichtung (9)
und/oder eine Mengenregeleinrichtung (10, 10') angeordnet ist (sind).
10. Reinigungsgerät nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckleitung (8) wenigstens zwei parallel geschaltete Druckleitungsabschnitte
(8a, 8b) aufweist, wobei in einem ersten Druckleitungsabschnitt (8b) zur Bereitstellung
von Hochdruckheißwasser (46) wenigstens eine Druckregeleinrichtung (9), vorzugsweise
ein Druckregelventil, und in einem zweiten Druckleitungsabschnitt (8a) zur Bereitstellung
von Trockendampf (47) wenigstens eine Druckregeleinrichtung (9), vorzugsweise ein
Druckregelventil, und eine Mengenregeleinrichtung (10, 10'), vorzugsweise eine Drosseldüse,
angeordnet ist.
11. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem ersten und dem zweiten Druckteitungsabschnitt (8a, 8b) jeweils eine separate
Pumpe (3) mit einer zum Wasserbehälter (2) führenden Saugleitung (7) zugeordnet ist.
12. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem ersten und dem zweiten Druckleitungsabschnitt (8a, 8b) eine gemeinsame Pumpe
(3) mit einer zum Wasserbehälter (2) führenden Saugleitung (7) zugeordnet ist, wobei
in der Druckleitung (8) zwischen der Pumpe (3) und den parallel geschalteten Druckleitungsabschnitten
(8a, 8b) ein Umschaltventil (19) zum wahlweisen beaufschlagen des ersten oder des
zweiten Druckleitungsabschnittes (8a, 8b) angeordnet ist.
13. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Druckleitungsabschnitte (8a, 8b) vor der Heizeinrichtung (4)
zu einer Druckleitung (8) zusammengeführt sind.
14. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (4) über eine Ausbringleitung (13) mit einer ersten Anschlussvorrichtung
(22) für eine Ausbringvorrichtung (25) für Trockendampf (47) und mit einer zweiten
Anschlussvorrichtung (21) für eine Ausbringvorrichtung (24) für Hochdruckheißwasser
(46) verbunden ist.
15. Reinigungsgerät nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ausbringleitung (13) ein Umschaltventil (20) zum wahlweisen Beaufschlagen
der ersten Anschlussvorrichtung (22) mit Trockendampf (47) oder der zweiten Anschlussvorrichtung
(21) mit Hochdruckheißwasser (46) angeordnet ist.
16. Reinigungsgerät nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ausbringleitung (13), vorzugsweise zwischen dem Umschaltventil (20) und der
Anschlussvorrichtung (22) für die Ausbringvorrichtung (25) für Trockendampf (47),
ein Sicherheitsventil (45) angeordnet ist.
17. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbringvorrichtung (25) für Trockendampf (47) und/oder die Ausbringvorrichtung
(24) für Hochdruckheißwasser (46) von einer Reinigungslanze gebildet ist (sind), die
über einen flexiblen Schlauch (26, 27) versorgt wird (werden).
18. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsgerät (1) eine Anschlusseinrichtung (16) zum Einspeisen von Pressluft
aufweist.
19. Reinigungsgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspeisung der Pressluft über eine Pressluftleitung (17) in die von der Heizeinrichtung
wegführende Ausbringleitung (13) erfolgt.
20. Reinigungsgerät nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass im Verlauf der Pressluftleitung (17) ein Wärmetauscher (18), der vorzugsweise von
der Heizeinrichtung (4) gespeist ist, zum Erwärmen der Pressluft angeordnet ist.
21. Mobiles Hochdruckreinigungsgerät mit einem Wasserbehälter, einer Pumpe und wenigstens
einer Heizeinrichtung zum Erwärmen des Wassers, insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Hochdruckreinigungsgerät (1) wenigstens zwei Ausbringvorrichtungen (24, 25) aufweist,
von denen eine ersten Ausbringvorrichtung (24) zum Ausbringen von Hochdruckheißwasser
(46) und eine zweite Ausbringvorrichtung (25) zum Ausbringen von Trockendampf (47)
ausgebildet ist.