[0001] Die Erfindung betrifft eine Sensoreinrichtung für die optische Erfassung von streifenförmigen
Druckflächen auf entlang einer Bedruckstoffbahn bewegten Bedruckstoffen gemäß dem
Oberbegriff des ersten Anspruchs.
[0002] In Rotationsdruckmaschinen werden seit langem Zeilen - oder Flächenkameras als Sensoren
zur Druckbildkontrolle an bewegten Bedruckstoffen eingesetzt. Die geometrische Auflösung
der Kameras sollte dabei bei 0.1 mm/ Pixel liegen.
[0003] Wenn die Aufgabe besteht, in Transportrichtung gesehen nur relative kurze, in axialer
Richtung (Bedruckstoffbreite) aber recht lange Bereiche, beispielsweise Druckkontrollstreifen,
zu erfassen, entstehen folgende Probleme:
- 1. Zeilenkameras können durch ihre hohe Zahl von ca. 10000 Pixel pro Sensor die notwendige
geometrische Auflösung von 0.1 mm pro Pixel in axialer Richtung erreichen, jedoch
ist die Auflösung in Transportrichtung wegen der Zeilenfrequenz des Sensors von maximal
10 kHz bei hohen Transportgeschwindigkeiten von 5 m/s auf 0,5 mm eingeschränkt.
- 2. Industrie-Flächenkameras besitzen gegenwärtig eine Auflösung von ca.2000 x 1500
Pixel, die sich bei RGB- Kameras auf 3 Farbkanäle verteilen. Für die Erfassung der
gesamten Bedruckstoffbreite mit der notwendigen geometrischen Auflösung von 0.1 mm/Pixel
müsste die Kamera quer zur Transportrichtung verfahrbar auf eine Traverse montiert
und mit seitlichen Verstellbewegungen nacheinander auf kleine Abschnitte von beispielsweise
200 mm Breite gerichtet werden, wobei ein seitlicher Vorschub nach jeder Druckbildabtastung
erfolgt. Dies erfordert beträchtlichen mechanischen Aufwand und die Notwendigkeit,
zur Erfassung eines kompletten Messwertsatzes für eine Bedruckstoffbreite von beispielsweise
2 m mindestens 10 aufeinander folgende Druckbilder abzutasten, zwischen denen bereits
signifikante Unterschiede im Druckbild auftreten können und eine Vergleichbarkeit
einschränken.
[0004] Eine Parallelisierung der Messungen mit mehreren über die Bedruckstoffbreite verteilten
Kameras wäre zur Erhöhung der Auflösung ebenfalls möglich.
[0005] Aus der
DE 102004033495 A1 ist ein Verfahren zum synchronisierten Betrieb einer Vielzahl elektronischer Kameras
bekannt, bei welchem die einzelnen Kameras auf ein Auslösesignal hin gleichzeitig
jeweils ein Bild aufnehmen und die Bilddaten der einzelnen Kameras zu einem Gesamtbild
zusammengeführt werden. Nach Abschluss der Bildaufnahme werden aus jeder Kamera zunächst
eine erste Anzahl von Bildzeilen ausgelesen und verworfen. Anschließend werden zeitlich
nacheinander in einer vorbestimmten Reihenfolge der Kameras aus jeder Kamera eine
zweite vorbestimmte Anzahl von Bildzeilen ausgelesen und zu einem Gesamtbild verarbeitet.
Schließlich werden nach dem Auslesen der zweiten Anzahl von Bildzeilen unabhängig
von den anderen Kameras die restlichen Bildzeilen ausgelesen und die ausgelesenen
Bilddaten verworfen.
[0006] Nachteilig an dieser Lösung sind die Kosten für die Vielzahl von Kameras, der Aufwand
für die Synchronisierung der Kameras und die geringe Bilddatenverarbeitungsgeschwindigkeit
aufgrund des aufwändigen Datenhandlings.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Aufwand für eine Sensoreinrichtung
mit streifenförmigem Erfassungsbereich, die für eine spektrale Dichtemessung bzw.
Farbregelung auf der Basis von Druckkontrollstreifen geeignet ist, zu reduzieren.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Sensoreinrichtung mit den Merkmalen
des ersten Anspruchs gelöst.
[0009] Es wird vorgeschlagen, eine Sensoreinrichtung durch die Kombination einer kostengünstigen
RGB- oder SW-Flächenkamera, die über einen Matrixsensor verfügt, mit einer Anordnung
aus Spiegeln oder Prismen zu schaffen, wobei durch die optischen Mittel in Richtung
der Hauptausdehnung der zu kontrollierenden streifenförmigen Druckfläche aufeinander
folgende Flächenabschnitte (bei Druckkontrollstreifen ist das i.a. die Bedruckstoffbreite)
benachbart zueinander und zeilengruppenweise auf den Matrixsensor projizierbar sind.
[0010] Die Erfindung hat die Vorteile, dass durch die optische Splittung des Druckflächenstreifens
in Streifenabschnitte die native Auflösung der Sensormatrix vollständig ausgenutzt
wird und gleichzeitig der Nachteil von CCD- Matrixsensoren, der darin besteht, dass
der Matrixsensor nicht zeilenweise adressierbar ist, sondern die gesamte Sensormatrix
seriell ausgelesen werden muss, überwunden wird.
[0011] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden, bei welchem
die streifenförmige Druckfläche als Druckkontrollstreifen ausgestaltet ist. Die dazugehörigen
Zeichnungen zeigen in
- Figur 1
- eine vereinfachte Darstellung der Sensoreinrichtung mit einem Spiegelsystem in einer
Ansicht von oben
- Figur 2
- die Sensoreinrichtung in einer Ansicht von vorn
[0012] Wie aus der Figur 1 ersichtlich, ist eine Flächenkamera 3 seitlich an einer Bedruckstoffbahn
in einer Rotationsdruckmaschine angeordnet, wobei der Bedruckstoff 2 rollen- oder
bogenförmig beschaffen sein kann. Der in Pfeilrichtung transportierte Bedruckstoff
2 weist übliche Druckkontrollstreifen 1.K auf, die sich als streifenförmige Druckfläche
1 in Druckbildrandbereichen quer zur Transportrichtung erstrecken und zur Farbregelung
oder Druckqualitätskontrolle aufgebracht sind.
[0013] In einem annähernd konstanten Abstand von der Bedruckstoffoberfläche sind optische
Mittel 5, ausgebildet als Spiegel 5.S, in regelmäßigen, von der Auflösung des Matrixsensors
4 abhängigen Abständen über die Bedruckstoffbreite verteilt, wobei die Spiegel 5.S
zur Vermeidung der gegenseitigen Abschattung teilweise senkrecht zur optischen Achse
8 der Flächenkamera 3 um ihre Breite zueinander versetzt sind und annähernd Parallelstrahlen
auf den Matrixsensor 4 richten. Anstelle der Spiegel 5.S können ebenso Prismen zur
Strahlumlenkung auf den Matrixsensor 4 eingesetzt werden.
[0014] Jedem Spiegel 5.S ist ein Abschnitt 6 des Druckkontrollstreifens 1.K zugeordnet,
dessen Abbild vom Spiegel 5.S in Richtung auf die Flächenkamera 3 reflektiert wird.
Die Spiegel 5.S sind derart ausgerichtet, dass die Abbildungen der nebeneinander liegenden
Abschnitte 6 des Druckkontrollstreifens 1.K untereinander auf Zeilengruppen 7 des
Matrixsensors 4 projizierbar sind (Fig. 2).
[0015] Zur Vermeidung von Bewegungsunschärfen bei schnell bewegten Bedruckstoffen 2 ist
eine Beleuchtungseinrichtung 9 an der Bedruckstoffbahn angeordnet, die mit der Flächenkamera
3 synchronisiert ist und die die nebeneinander liegenden Abschnitte 6 des Druckkontrollstreifens
1.K impulsweise linienförmig beleuchtet. Eine linienförmige Beleuchtung ist beispielsweise
mit Zylinderlinsen realisierbar.
[0016] Die Beleuchtungseinrichtung 9 weist eine kurze Blitzzeit auf und kann aus Lichtquellen
mit unterschiedlichen monochromatischen Lichtspektren, beispielsweise roten, blauen
und grünen LED-Gruppen, gebildet sein. Durch Blitzen mit unterschiedlichen Beleuchtungsspektren
ist es möglich, die Flächenkamera 3 als Spektral-, Tristimulusfarb- oder Dichtesensor
zu nutzen.
[0017] Die Lichtquellen sind zweckmäßig abschnittsweise in ihrer Blitzlichtstärke steuerbar,
um unterschiedliche Emissionseigenschaften der Lichtquellen und die unterschiedlichen
Projektionsentfernungen (Gegenstandsweiten) zwischen den Abschnitten 6 der Druckkontrollstreifen
1.K und der Flächenkamera 3 und die damit verbundenen unterschiedlichen Lichtintensitäten
der auf den Matrixsensor 4 projizierten Abbildungen auszugleichen.
[0018] Die Beleuchtungseinrichtung 9 ist vorteilhafterweise im senkrechten Winkel von 0
oder 45° zu den Spiegeln 5.S angeordnet, um Reflexionen zu minimieren.
[0019] Die Flächenkamera 3 steht vorteilhafterweise leicht schräg zur Oberfläche des Bedruckstoffes
2, um eine möglichst flache Anordnung und die Projektion eines rechtwinkligen Streifens
auf den Matrixsensor 4 zu erreichen.
[0020] Die Spiegel 5.S sind vorzugsweise mit unterschiedlichen Krümmungsradien ausgestattet,
um unterschiedliche Vergrößerungen je nach Gegenstandsweite zu kompensieren. Vorteilhafterweise
können spezielle Objektive für die Flächenkamera 3 eingesetzt werden, bei denen der
Strahlengang sich nicht öffnet, sondern parallel verläuft. Damit herrscht unabhängig
von der Gegenstandsweite immer der gleiche Abbildungsmaßstab und die Spiegel 5.S können
einfacher gestaltet sein.
Zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung:
[0021] Beim Einlaufen des Druckkontrollstreifens 1.K in den Erfassungsbereich der Sensoreinrichtung
wird die Sensoreinrichtung aktiviert, die Beleuchtungseinrichtung 9 ausgelöst und
ein Abbild des Druckkontrollstreifens 1.K von der Flächenkamera 3 erfasst und in bekannter
Weise gespeichert bzw. für eine Druckmaschinensteuerung weiterverarbeitet.
[0022] Ein Druckkontrollstreifen 1.K hat beispielsweise die Abmessungen von B x H = 1000
mm x 20 mm. Von den oberhalb des Bedruckstoffes 2 angeordneten und quer zur Transportrichtung
über die Bedruckstoffbreite verteilten beispielsweise fünf Spiegeln 5.S wird der Druckkontrollstreifen
1.K in fünf Abschnitten 6.1 ...6.5 von jeweils 200 mm x 20 mm Ausdehnung auf dem Matrixsensor
4 mit z.B. 2000 x 1500 Pixel abgebildet, wobei die ursprünglich nebeneinander liegenden
Abschnitte 6 - untereinander angeordnet - eine Fläche von 200mm x100 mm bilden und
so auf den Matrixsensor 4 projiziert werden, dass jeder der Abschnitte 6.1...6.5 auf
einer Zeilengruppe 7.1 ...7.5 abgebildet ist. Daraus ergibt sich bei optimalen geometrischen
Verhältnissen eine theoretische Auflösung von 0.1 mm pro Pixel in horizontaler und
von 0,07 mm pro Pixel in vertikaler Richtung. Mit dieser Auflösung können Messstreifen
ausreichend genau digitalisiert, visualisiert bzw. vermessen werden.
[0023] Durch die Ermittlung der Remissions-, Dichte- bzw. spektralen Messwerte in Arrayform
können anschließend an die Bilderfassung Suchverfahren im Datenarray angewendet werden,
um die gewünschten Bilddaten von den nicht relevanten Bilddaten zu trennen. Dies ist
besonders vorteilhaft bei schmalen Druckkontrollstreifen 1.K, wenn vom Matrixsensor
4 auch den Druckkontrollstreifen 1.K umgebende Druckbildbereiche mit erfasst werden,
die nicht zum Druckkontrollstreifen 1.K gehören und deshalb aus dem Bilddatenarray
vor der Weiterverarbeitung für eine Bedruckstoffqualitätskontrolle, Farbregelung oder
Druckmaschinensteuerung ausgesondert werden müssen.
[0024] Die vorgeschlagene Sensoreinrichtung ist nicht auf die Bildanalyse von Druckkontrollstreifen
1.K beschränkt, sondern ebenso für alle weiteren Bilderfassungsfunktionen von streifenförmigen
Druckflächen 1 mit einer dominierenden Erstreckungsrichtung quer oder längs zur Transportrichtung
einsetzbar.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0025]
- 1
- Druckfläche,
- 1.K
- Druckkontrollstreifen
- 2
- Bedruckstoff
- 3
- Flächenkamera
- 4
- Matrixsensor
- 5
- optische Mittel
- 5.S
- Spiegel
- 6, 6.1 ... 6.5
- Abschnitt der Druckfläche
- 7, 7.1 ... 7.5
- Zeilengruppe
- 8
- optische Achse der Flächenkamera
- 9
- Beleuchtungseinrichtung
1. Sensoreinrichtung für die optische Erfassung von streifenförmigen Druckflächen (1)
auf entlang einer Bedruckstoffbahn bewegten Bedruckstoffen (2), bestehend aus einer
der Bedruckstoffbahn zugeordneten Flächenkamera (3) mit einem Matrixsensor (4), dadurch gekennzeichnet, dass durch optische Mittel (5), die der Flächenkamera (3) vorgeordnet sind, Abschnitte
(6) der Druckfläche (1), die in Richtung der Hauptausdehnung der Druckfläche (1) aufeinander
folgen, benachbart zueinander auf den Matrixsensor (4) projizierbar sind.
2. Sensoreinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die optischen Mittel (5)
- in regelmäßigen Abständen über die Bedruckstoffbreite entlang der optischen Achse
(8) der Flächenkamera (3) verteilt und jeweils einem Abschnitt (6) der Druckfläche
(1) zugeordnet sind,
- relativ zur optischen Achse (8) der Flächenkamera (3) zueinander versetzt sind und
- Abbildungen der jeweils zugeordneten Abschnitte (6) der Druckfläche (1) auf benachbarte
Zeilengruppen (7) des Matrixsensors (4) projizieren, wobei die Reihenfolge der Abschnitte
(6) der Reihenfolge der Zeilengruppen (7) entspricht.
3. Sensoreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die streifenförmige Druckfläche (1) ein sich quer zur Transportrichtung erstreckender
Druckkontrollstreifen (1.K) ist.
4. Sensoreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die optischen Mittel (5) Spiegel (5.S) oder Prismen aufweisen.
5. Sensoreinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spiegel (5.S) so geformt sind, dass eine von der Gegenstandsweite abhängige Vergrößerung
der Abschnitte (6) kompensierbar ist.
6. Sensoreinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beleuchtungseinrichtung (9) die streifenförmige Druckfläche (1) impulsweise
linienförmig beleuchtet.
7. Sensoreinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Beleuchtungseinrichtung (9) unterschiedliche Beleuchtungsspektren aktivierbar
sind.
8. Sensoreinrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsstärke der Beleuchtungseinrichtung (9) an die Gegenstandsweite der
Abschnitte (6) anpassbar ist.