[0001] Die Erfindung gehört zum Bauwesen, und zwar zur Modernisierung von Wohngebäuden mit
dem Aufbau von Wohn- und Verwaltungsstockwerken und von öffentlichen Gebäuden.
[0002] Es sind Konstruktionen von sekundär bebauten Gebäuden bekannt, die aus einem alten
Teil und hoch und breit aufgebauten Teilen des Gebäudes mit Erhaltung der Innenstruktur
des alten Gebäudes bestehen. Das modernisierte Gebäude hat das alte, verstärkte Fundament
und/oder ein zusätzliches Fundament für die neu aufgebauten Teilen, das den Aufbau
von höchstens zwei bis drei Stockwerken zulässt.
[0003] Die der vorliegenden Erfindung am nächsten kommende Konstruktion ist ein sekundär
bebautes Wohngebäude, das Folgendes einschließt: den alten Teil aus einem vierstöckigen
Gebäude mit einem Streifenfundament, Trag- und Nichttragwände, Decken, Wohn- und Hilfsräume,
Treppen und den aufgebauten Teil aus dem Fundament, Stützelementpfeiler mit der Höhe
des Wohngebäudes am alten Teil des Gebäudes, den Pfeilern gegenüber, einem gemeinsamen
alten Teil und aufgebauten Teil des Gebäudes mit einer monolithischen Stahlbetondecke,
die auf der Ebene der Decke des alten Gebäudeteils errichtet ist, und dem aufgebauten
Teil auf der ganzen Fläche der gemeinsamen Decke mit äußeren und inneren Balken bzw.
Wänden, wobei der aufgebaute Teil mit den Treppen- bzw. Fahrstuhleinheiten für die
Bedienung des ganzen Hauses versehen ist.
[0004] Die Nachteile der bekannten Konstruktionen sind die platzraubenden Konstruktionen
wegen der Notwendigkeit der Verwendung von Balkenkonstruktionen, der Notwendigkeit
der Verstärkung des Fundaments und des Baus des zusätzlichen Fundaments mit der Integrierung
des alten Fundaments. Die bekannte Variante mit dem Pfeileraufbau sieht den Auszug
von Bewohnern während der Modernisierung des Hauses vor, wenn die Verbreitung und
der Umbau der alten Wohn- und Hilfsräume, der Treppen- bzw. Fahrstuhleinheiten usw.
vorgesehen wird.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Erweiterung des Gebäudes
zu vereinfachen, und die Sicherheit und die Bebauungsdichte der vorhandenen Wohnviertel
in den Zentralbezirken großer Städte ohne Umzug der Einwohner aus dem alten Gebäudeteil
unter Beachtung der Sicherheitstechnik und Komfortbedingungen für die Bewohner zu
erhöhen sowie die Notfallmaßnahmen bei Montage- bzw. Bauarbeiten zu minimieren.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Man erkennt, dass die Erfindung jedenfalls dann verwirklicht ist, wenn es sich um
ein Wohnhaus handelt, bei dem sichergestellt ist, dass das ohne Umzug der Einwohner
modernisierte sekundär bebaute Gebäude folgende Bestandteile einschließt: den alten
Teil aus dem vielstöckigen Gebäude mit einem Fundament, mit Trag- und Nichttragwänden,
Decken, Wohn- und Hilfsräumen, Treppen; den angebauten Teil aus einem Fundament, Stützelementpfeilern,
Geschoßdecken auf diesen Stützelementpfeilern des Wohngebäudes längs des alten Gebäudeteils,
mit Bildung des unabhängigen Gebäudegerippes mit waagerechten Versteifungsverbänden
und Geschoßschubsteifigkeit; eine gemeinsame Decke auf Stützelementen, welche als
Versteifungsplatte über der Abdeckung des alten Gebäudeteils fungiert; den aufgebauten
Gebäudeteil aus mehreren Stockwerken, welches als unabhängiges Tragegerippe mit waagerechten
Versteifungsverbänden und einer Geschoßschubsteifigkeit ausgeführt ist; und angebaute
Flächen und Treppen- bzw. Fahrstuhleinheiten; und zeichnet sich dadurch aus, dass
das Fundament der auf- und angebauten Gebäudeteile als mindestens zwei Pfahlreihen
ausgeführt ist, wobei die erste Pfahlreihe umlaufend des alten Gebäudeteils mit einem
Abstand von den alten Gebäudewänden gebildet wird, und der Abstand zur anderen äußeren
Pfahlreihe mindestens eine Treppenauge zur ersten Reihe beträgt; die Stützelemente
werden auf den einzelnen Pfählen angeordnet, dabei ist das umlaufend des alten Gebäudeteils
angeordnete Stützelement mit der Höhe des Wohngebäudes am alten Teil des Gebäudes
errichtet, und das Stützelement der äußeren Pfahlreihe hat den Abstand zur ersten
Pfahlreihe von mindestens einem Treppenauge über die gesamte Gebäudehöhe. Auf diesen
Stützelementen wird Folgendes aufgebaut: die gemeinsame Decke und die Decke jedes
Stockwerks des angebauten Gebäudeteils mit der Bildung eines unabhängigen Traggerippes
mit waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit umlaufend des alten
Gebäudeteils; die Decken des aufgebauten Gebäudeteils werden auf den Stützelementen
des auf jeder Geschoßebene äußersten selbständigen Traggerippes mit waagerechten Versteifungsverbänden
und Geschoßschubsteifigkeit des aufgebauten Gebäudeteils installiert. Der alte Gebäudeteil
ist mittels vorgespannten, nicht verbundenen Spannstahlwehrung in Diagonal- und Orthogonalrichtungen
verstärkt und in den Stützelementen umlaufend und über die gesamte Höhe des ganzen
alten Gebäudeteils verankert. Außerdem ist im sekundär bebauten Wohnhaus das Fundament
des auf- und angebauten Teils als Bohr-Injektionspfahl ausgebildet. Bei Einbringung
der Bohr-Injektionspfahl erfolgt die Verstärkung des Fundaments im alten Gebäudeteil,
da die erste Pfahlreihe umlaufend des alten Gebäudeteils mit einem abhängig von dieser
Verstärkung ermittelten Abstand zum Fundament des alten Gebäudeteils angeordnet ist.
[0008] Die Konstruktion gemäß der Erfindung unterscheidet sich von der bekannten dadurch,
dass das Fundament der auf- und angebauten Gebäudeteile als Pfahlreihe mit einem Abstand
von den Gebäudewänden angeordnet wird, die Stützelemente auf einzelnen Pfeilern angeordnet
werden und die gemeinsame Decke und die Decke jedes Stockwerks auf den Stützelementen
unter Bildung eines unabhängigen Traggerippes mit waagerechten Versteifungsverbänden
und Geschoßschubsteifigkeit umlaufend des alten Gebäudeteils des auf- und angebauten
Gebäudeteils aufgebaut werden. Die auf Stützelementen montierte gemeinsame Decke mit
waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit fungiert als Versteifungsplatte
in jeder Zelle des Traggerippes über der Abdeckung des alten Gebäudeteils ohne seiner
Demontage.
[0009] Weitere zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den
Unteransprüchen hervor.
[0010] Die Konstruktion gemäß dieser Erfindung mit der Bildung eines getrennten, selbständigen,
tiefen Fundaments als unabhängige Traggerippe des auf- und angebauten Teils des Gebäudes
schließt die Belastung der Elemente des alten Teils des Gebäudes aus und erhöht die
Sicherheit und Tragfähigkeit der ganzen Konstruktion aufgrund des Vorhandenseins von
waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeiten - d.h. der Versteifungsscheiben
in der Deckenebene, die mit einer vorgespannten, nicht verbundenen Spannstahlwehrung
gebildet sind.
[0011] Außerdem werden die Arbeiten wegen der Verminderung des Umfangs der Arbeiten für
die Verstärkung des vorhandenen Fundaments und der Tragwände vereinfacht. Soll das
Fundament des auf- und angebauten Teils als Bohr-Injektionspfahl ausgebildet werden,
so erfolgt bei Einbringung der Bohr-Injektionspfahl die Verstärkung der Fundamente
im alten Gebäudeteil, da die erste Pfahlreihe umlaufend des alten Gebäudeteils mit
einem abhängig von dieser Verstärkung ermittelten Abstand zum Fundament des alten
Gebäudeteils angeordnet ist. Die Realisierung der vorgesehenen Konstruktion als Stahlbetonverbundkonstruktion
sichert die Montagearbeiten über der Decke des alten Teils des Gebäudes, ohne eine
vorläufige Montage vornehmen zu müssen, wodurch die Sicherheit und der Komfort der
Bewohner während der Bauarbeiten zur Modernisierung des Hauses gesichert werden. Die
Konstruktion der gemeinsamen Decke mit den Verbundelementen als vorgespannte, nicht
verbundene Spannstahlwehrung in den Orthogonalrichtungen und der Bau einer Doppelsäule
mit verschiedenen Massen ergeben eine zusätzliche Steifigkeit des Traggerippes des
aufgebauten Teils des Gebäudes und führt zu einer Verminderung der Umfänge der Wehrungs-
und Schalungsarbeiten.
[0012] Die Verbundelemente, waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit
der Decken von angebauten zusätzlichen Flächen und der Loggia als vorgespannte, nicht
verbundene Spannstahlwehrung in den Orthogonalrichtungen gemäß der Erfindung ergeben
eine zusätzliche räumliche Steifigkeit des Traggerippes des aufgebauten Teils des
Gebäudes, und die selbstständigen Stützelemente als Doppelsäule ermöglichen eine Isoliermontage
der gemeinsamen Decke und der aufgebauten Flächen, beispielsweise einer Loggia.
[0013] Die Konstruktion des sekundär bebauten Wohngebäudes gemäß der Erfindung ermöglicht
die Verminderung des Umfangs der Bauarbeiten und der Arbeiten, ohne dass die Bewohner
wegen der Bauarbeiten aufgrund von Schalleinwirkungen und störenden, visuellen Eindrücken
ausziehen müssen.
[0014] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch ein sekundär bebautes Wohngebäude nach der Modernisierung,
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt durch ein erstes Stockwerk des Wohngebäudes der Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Horizontalschnitt durch einen Teil einer Stahlbetonverbunddecke einer Loggia
und
- Fig. 4
- einen Schnitt längs der Linie 1-1 in Fig. 3,
- Fig. 5
- ein Fragment der Tragwände-Verstärkung im alten Teil des Gebäudes mittels vorgespannter,
nicht verbundener Spannstahlwehrung.
- Fig. 6
- ein Fragment der Deckenverstärkung im alten Teil des Gebäudes.
[0016] Das Wohngebäude besteht aus einem altem Teil eines mehrstöckigen Gebäudes 1, einem
angebauten Teil 2 und einem aufgebauten Teil 3. Der alte Teil 1 des Gebäudes enthält
ein Fundament 4, Tragwände 5 und Nichttragwände 6, Decken 7, Wohnräume 8 und Hilfsräume
9 sowie Treppeneinheiten 10. Der angebaute Teil 2 besteht aus Bohr-Injektionspfählen
11, Stützelementen 12, die über die gesamte Höhe umlaufend es Wohngebäudes mit dem
Abstand von einem Treppenauge an jeder Seite aufgebaut sind, und einer gemeinsamen
Decke 13, die über der Decke des alten Gebäudeteils 1 angeordnet ist. Der aufgebaute
Teil 3 auf der ganzen Fläche der gemeinsamen Decke 13 besteht aus mehreren Stockwerken.
Die Decken 14 jedes Stockwerks des aufgebauten Teils 3 werden auf den Stützelementen
12 unter Bildung eines getrennten Traggerippes 15 des angebauten Teils 2 und des aufgebauten
Teils 3 des Hauses errichtet. Die Decken 14 werden monolithisch mit waagerechten Versteifungsverbänden
und Geschoßschubsteifigkeit, d.h. mit Versteifungsscheiben auf der Deckenebene, zum
Beispiel mit einer vorgespannten, nicht verbundenen Spannstahlwehrung 16 gebildet,
die in Diagonal- und Orthogonalrichtungen verlegte Versteifungsscheiben im Deckenniveau
jeder Zelle des Traggerippes 15 aufweist. Von der Fassadenseite des Wohngebäudes her
werden Fahrstuhleinheiten 17 und Treppen- bzw. Fahrstuhleinheiten 18 aufgebaut. Im
Erdgeschoss und im vierten Stock werden die Wohnräume 8 mit einem Durchgangsflur angeordnet,
der die Treppen- bzw. Fahrstuhleinheiten 1 verbindet. Vom ersten bis vierten Stock
des alten Wohngebäudes werden zwischen den Doppelwänden 12 zusätzliche Flächenloggien
19 aufgebaut. Die Decken der zusätzlich angebauten Flächen und Loggien 19 werden als
monolithische bzw. als Montageverbundkonstruktion mit waagerechten Versteifungsverbänden
und Geschoßschubsteifigkeit, d.h. mit Versteifungsscheiben in der Deckenebene, zum
Beispiel als eine vorgespannte, nicht verbundene Spannstahlwehrung 16 in den Orthogonalrichtungen
aufgebaut. Der alte Teil des Gebäudes wird mittels vorgespannter, nicht verbundener
Spannstahlwehrung 16 auf Stützelementen 12 und mittels Anker 20 verstärkt. Das Tragwerk
des selbständigen Gerippes 15, Stützelemente 12 und gemeinsame Decke 13 werden mit
Flammenschutzmantel 21 versehen.
[0017] Das sekundär bebaute Wohnhaus wird auf folgende Weise aufgebaut.
[0018] Die Modernisierung wird ohne Auszug der Bewohner ausgeführt. Längs den Außenwänden
des vielstöckigen Gebäudes (des alten Teils 1) mit dem Konstruktionsabstand der vorhandenen
Fundamente 4 mit den Schritten 3,0, 6,0 und 9,0 m auf den Bohr-Injektionspfählen werden
mindestens zwei Reihen von Stützelementen 12 errichtet, von denen die einen eine Höhe
für die aufgebauten Wohnstöcke aufweisen und die anderen um 0,5 m höher als Dachfirst
sind. Die gemeinsame Decke 13 wird auf zwei Reihen von Stützelementen 12 mit waagerechten
Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit 16 oder mit zwischen den Stockwerken
untergebrachten Versteifungsscheiben in der Deckenebene, zum Beispiel mit einer vorgespannten,
nicht verbundenen Spannstahlwehrung. Nach dem Erreichen der Projektfestigkeit des
Betons wird die nicht verbundene Spannstahlwehrung 16 gespannt und in den Stirnflächen
der Decke und der Stützelementen befestigt. Die Loggien 19 bzw. die zusätzlichen Flächen
werden unter Stützung auf die Doppelsäulen 12 angebaut. Die Loggiendecken bzw. die
zusätzlichen Flächen werden als einheitliche Konstruktion oder als Verbundkonstruktion
mit den in der Decke untergebrachten waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit,
d.h. mit Versteifungsscheiben in der Deckenebene, zum Beispiel mit einer vorgespannten,
nicht verbundenen Spannstahlwehrung, in den Orthogonalrichtungen aufgebaut und nach
der Spannung in den Stirnflächen der Decke und der Säulen 12 befestigt. Die Doppelsäulen
12 werden durch einheitliche Riegel 22 mit der nicht verbundenen Spannstahlwehrung
16 verbunden. Zwischen den Riegeln 22 werden vorgespannte, verankerte Stahlbetonsammelbalken
23 angeordnet und die nicht verbundene Spannstahlwehrung wird aufgelegt. Die Abstände
zwischen den Balken werden mit Leichtbeton 24 aufgefüllt.
[0019] Nach dem Erreichen der Projektfestigkeit des Betons wird die nicht verbundene Spannstahlwehrung
16 gespannt und in den Stirnflächen der Decke und der Säulen befestigt.
[0020] Danach werden die einheitlichen Decken 14 des aufgebauten Teils des Hauses mit der
nicht verbundenen Spannstahlwehrung 16 aufgebaut, die in den Diagonal- und Orthogonalrichtungen
in jeder Zelle des gebildeten Traggerippes 15 angeordnet ist, wonach ein weiterer
Aufbau von Schutzelementen nach der freien Planung der Wohnräume folgt.
[0021] Zwischen den aufgebauten Säulen werden selbsttragende Elemente eingesetzt, die den
Einbau von Wohn- und Hilfsräumen oder Komfortloggien ermöglichen.
[0022] Die Planung der Wohnungen unterscheidet sich abhängig von der Orientierung des Hauses.
Die Modernisierung wird ohne Umzug der Bewohner ausgeführt.
[0023] Nach Abschluss der Bau- und Montagearbeiten im Zusammenhang mit dem Errichten des
aufgebauten Teils des Gebäudes 2 werden die Einwohner des alten Teils des Gebäudes
in die Komfortwohnungen des aufgebauten Teils des Gebäudes 2 umziehen, und anschließend
werden die Arbeiten im Zusammenhang mit Verstärkung des Tragwerkes des alten Teils
des Gebäudes 1, der vorgespannten nicht verbundenen Spannstahlwehrung 16, welche auf
der Oberfläche der Tragwände und der Decken untergebracht ist, siehe Fig. 5, Fig.
6, vorgenommen, unter nachfolgender Umplanung der Erdgeschosse, zum Beispiel ihrer
Umbau in öffentliche Gebäude bzw. ein- und angebaute Parkplätze.
[0024] Die vorgespannte nicht verbundene Spannstahlwehrung 16 wird auf der Oberfläche der
Platten der Tragwände 5 an verschiedenen Seiten in Diagonalrichtungen und an der Innenseite
in Orthogonalrichtungen angeordnet. Siehe auch Fig. 5. Sie werden auch auf der unteren
Oberfläche der Decken 7 in Diagonalrichtungen und senkrecht zu Tragwänden 5, siehe
Fig. 6, angeordnet. Die vorgespannte nicht verbundene Spannstahlwehrung 16 wird durch
den Körper der Stützelemente 12 durchgelassen, welche über die gesamte Höhe des alten
Teils des Gebäudes errichtet sind, anschließend wird sie mittels Hebewinde gespannt,
bis die Tragfähigkeit der Konstruktionen wiederhergestellt ist, und mittels Anker
20 befestigt. Danach bleibt das Verbundsystem der vorgespannten nicht verbundenen
Spannstahlwehrung 16 für die Erdbebenregionen offen (wird mittels Trockenputz abgedeckt)
oder es wird zusammen mit Bauplatten des Gebäudes in nicht seismischen Regionen einheitlich
ausbetoniert. Die Verstärkung und die Modernisierung werden innerhalb der Baustelle
vorgenommen, ohne kostspielige Demontagen der vorhandenen Konstruktionen.
[0025] Von der Fassadenseite des Hauses her werden in der ganzen Höhe die Treppen- bzw.
Fahrstuhlbaugruppen 18 an die letzten Treppenbaugruppen 10 des alten Gebäudeteils
1 angebaut. An die mittleren Hauseingänge werden die Fahrstuhlbaugruppen 17 in der
Höhe des fünften Stocks des alten Gebäudeteils 1 angebaut und diese mit den Treppenbaugruppen
10 des alten Gebäudeteils 1 verbunden. lm Erdgeschoss und im fünften Stock sieht die
Planung der Wohnräume ein Durchgangsflursystem vor, das alle Treppen, Fahrstühle und
Treppen- bzw. Fahrstuhlbaugruppen des Hauses verbindet.
[0026] Die Planung der Wohnungen unterscheidet sich abhängig von der Orientierung des Hauses.
[0027] Der Ausbau des Dachgeschosses des alten Gebäudeteils 1 wird nach der Beendigung der
Bauarbeiten unter Bildung eines technischen Stocks ausgeführt.
[0028] Das technische Ergebnis der Konstruktion gemäß der Erfindung ist eine Vereinfachung
der Montage- bzw. Bauarbeiten unter einer Erhöhung der Tragfähigkeit des Gebäudes
und der Sicherheitstechnik der Montage- bzw. Bauarbeiten.
Literaturstellen
1. Sekundär bebautes Wohnhaus, das ohne Umzug der Bewohner modernisiert werden kann,
mit einem alten Teil aus einem Gebäude, mit einem angebauten Teil, mit einer Decke
, mit einem aufgebauten Teil unter Bildung eines Traggerippes sowie mit angebauten
Hausbestandteilen, wie Flächen,Treppen- bzw. Fahrstuhlbaugruppen usw.,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fundament der auf- und angebauten Gebäudeteile aus mindestens zwei Pfahlreihen
ausgebildet ist, dass Stützelemente auf den einzelnen Pfählen angeordnet sind und
dass auf diesen Stützelementen definierte Bauteile, wie Decke, Gebäudeteile, Traggerippe
usw., angeordnet sind.
2. Sekundär bebautes Wohnhaus nach Anspruch 1, das ohne Umzug der Bewohner modernisiert
wird, mit einem alten Teil aus einem mehrstöckigen Gebäude mit einem Fundament, mit
Trag- und Nichttragwänden, Decken, Wohn- und Hilfsräumen, Treppen, mit einem angebauten
Teil aus einem Fundament, Stützelementen für Geschoßdecken, die auf diesen Stützelementen
die Außenwände des alten Teils des Gebäudes entlang zur der Bildung von eines unabhängigen
Traggerippes des Gebäudes mit waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit
aufgebaut sind, mit einer gemeinsamen auf den Stützelementen untergebrachten Decke
als Versteifungsscheibe über die Abdeckung des alten Teils des Gebäudes, mit einem
aufgebauten, mehrstöckigen Teil des Gebäudes unter Bildung eines unabhängigen Traggerippes
mit waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit sowie mit angebauten
zusätzlichen Flächen und Treppen- bzw. Fahrstuhlbaugruppen, dadurch gekennzeichnet,
dass das Fundament der auf- und angebauten Gebäudeteile aus mindestens zwei Pfahlreihen
ausgebildet ist, wobei die erste Pfahlreihe umlaufend des alten Gebäudeteils mit einem
errechneten Abstand von den alten Gebäudewänden gebildet wird, dass der Abstand zur
anderen äußeren Pfahlreihe mindestens ein Treppenauge zur ersten Reihe beträgt, dass
die Stützelemente auf den einzelnen Pfählen angeordnet sind , wobei das umlaufend
des alten Gebäudeteils angeordnete Stützelement mit der Höhe des Wohngebäudes am alten
Teil des Gebäudes abgestimmt ist, dass das Stützelement der äußeren Pfahlreihe einen
Abstand zur ersten Pfahlreihe von mindestens einem Treppenauge über die gesamte Gebäudehöhe
aufweist, und dass auf diesen Stützelementen folgende Bauteile angeordnet sind: die
gemeinsame Decke und die Decke jedes Stockwerks des angebauten Gebäudeteils mit der
Bildung eines unabhängigen Traggerippes mit waagerechten Versteifungsverbänden und
Geschoßschubsteifigkeit umlaufend des alten Gebäudeteils, die Decken des aufgebauten
Gebäudeteils sind auf den Stützelementen des auf jeder Geschoßebene äußersten selbständigen
Traggerippes mit waagerechten Versteifungsverbänden und Geschoßschubsteifigkeit des
aufgebauten Gebäudeteils angeordnet.
3. Sekundär bebautes Wohnhaus nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
der alte Gebäudeteil ist mittels vorgespannten, nicht verbundenen Spannstahlwehrungen
in Diagonal- und Orthogonalrichtungen verstärkt und in den Stützelementen umlaufend
und über die gesamte Höhe des ganzen alten Gebäudeteils verankert.
4. Sekundär bebautes Wohnhaus nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet
dass das Fundament des an- und aufgebauten Teils als Bohr-Injektionspfähle ausgebildet
ist, dass bei Einbringung der Bohr-Injektionspfahl die Verstärkung der Fundamente
im alten Gebäudeteil erfolgt, da die erste Pfahlreihe umlaufend des alten Gebäudeteils
mit einem abhängig von dieser Verstärkung ermittelten Abstand zum Fundamen des alten
Gebäudeteils angeordnet ist.
5. Sekundär bebautes Wohnhaus nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Altgebäude mittels vorgespannter nicht verbundener Spannstahlwehrung verstärkt
wird, welche auf der oberen Oberfläche der Tragwände in Diagonal- und Orthogonalrichtungen
angeordnet und in den Stützelementen verankert ist.
6. Sekundär bebautes Wohnhaus nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Altgebäude mittels vorgespannter nicht verbundener Spannstahlwehrung verstärkt
wird, welche auf der unteren Deckenoberfläche in Diagonalrichtungen und orthogonal
zu den Tragwänden angeordnet und in den Stützelementen verankert ist.
7. Sekundär bebautes Wohnhaus nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tragwerk des selbständigen Gerippes mit einem Feuerschutzmantel ausgeführt ist.