[0001] Schlauchpumpen werden z.B. in der Dialyse zum Bluttransport verwendet. Üblich sind
Rollenpumpen, bei denen ein rotierender Rollenträger vorgesehen ist, wobei die Rollen
ein Stück des Schlauches über seine Länge fortschreitend zusammendrücken und so die
Flüssigkeit vorwärts befördern. Durch das Abrollen der Rollen auf dem Schlauch entsteht
Reibung (Rollwiderstand) und Verschleiß. Die Drehzahl und damit die Förderrate können
deswegen nur relativ gering sein.
[0002] In der
japanischen Offenlegungsschrift JP 01056979 A ist eine Schlauchpumpe beschrieben, bei der der flexible Schlauch in einer Aussparung
eines Aufnahmeteils zwischen einer teilkreisförmigen Anlagefläche und einem flexiblen,
ortsfesten Ring liegt. Im Innern des Rings rotiert mittig ein motorisch angetriebener
Steg, der zwei zu seiner Drehachse gegenüberliegend angeordnete Rollen trägt, die
auf der Innenfläche des Rings abrollen und diesen fortschreitend gegen den Schlauch
drücken. Die Haftreibzahl zwischen den Rollenmantelflächen und der Innenseite des
elastischen Rings muss groß sein, damit die Rollen nicht gleiten. Der Steg, auf dem
die Rollen gelagert sind, hat dabei die Drehzahl des Motors.
Bei schnelllaufenden Motoren ist ein Getriebe zwischen Steg und Motor erforderlich,
sodass sich ein relativ großes Bauvolumen ergibt.
[0003] Dies gilt auch für die Schlauchpumpe gemäß der
deutschen Offenlegungsschrift DE 3320091 A1 bei der ein band- oder gurtförmiges Trennteil durch drei Laufrollen fortschreitend
gegen den Schlauch angedrückt wird.
[0004] In den Dokumenten
DE 2140872,
DE 7012535,
DE 3108129,
DE 4119083,
DE 19848215 und
DE 2643259 sind Schlauchpumpen mit direkt auf dem Schlauch abrollenden Rollen beschrieben, bei
denen der die Rollen tragende Rotor oder die Rollen durch einen Planetenradantrieb
in Drehbewegung versetzt werden. Dabei walzen die Rollen auf dem Schlauch ab und verursachen
durch die Rollreibung Verschleiß.
[0005] In
US 2899 906 ist eine Schlauchpumpe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschrieben, bei
der die Planetenräder an der Innenfläche eines flexiblen Ringes abrollen. Dieser Ring
ist in Umfangsrichtung nicht exakt geführt und kann sich deshalb gegenüber dem Schlauch
verschieben und sich auf seiner Außenseite abnützen. Durch das Abrollen der Planetenräder
auf der glatten Innenseite des Ringes ist dieser durch die Zähne der Planetenräder
einem starken Verschleiß unterworfen. Eine optimale Kraftübertragung über eine lange
Zeit ist nicht gewährleistet.
[0006] In
JP 2005 054 709 A ist eine Schlauchpumpe mit einem Planetengetriebe beschrieben, bei der ein starrer
Ring exzentrisch zum Sonnenrad mit Hilfe eines innenverzahnten Zahnrades und des Plantenrades
bewegt wird und so den Schlauch fortlaufend quetscht. Der Ring ist nicht Bestandteil
des Planetengetriebes. Das innenverzahnte Zahnrad, das im Ring geführt ist, muss eine
taumelnde Bewegung durchführen, ohne sich dabei zu drehen. Dies erfordert eine aufwändige
konstruktive Lösung.
[0007] In
DE 93 16 550 U1 ist eine Schlauchpumpe beschrieben, bei der ein Zahnriemen drei auf dem Läufer drehbar
gelagerte Quetschkörper mit Außenverzahnung umschlingt und den Schlauch bei der Rotation
des Läufers fortlaufend quetscht. Das Spannen des Zahnriemens erfolgt durch einen
von außen gegen ihn gedrückten, ortsfesten, flexiblen Schlauch. Der Läufer hat die
Drehzahl des Motors, sodass bei schnelllaufenden Motoren ein Getriebe zwischen Motor
und Läufer erforderlich ist und das Bauvolumen dadurch relativ groß wird.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schlauchpumpe aus wenigen Einzelteilen
aufzubauen und den Rollwiderstand zu minimieren, so dass auch höhere Drehzahlen möglich
sind und der Verschleiß des Schlauches gering ist.
[0009] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Patentanspruches
1.
[0010] Die Erfindung ist nachfoldend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Schlauchpumpe nach der Erfindung,
Fig. 2 eine Frontansicht der Schlauchpumpe nach Fig. 1 bei geöffnetem Deckel,
Fig. 3 und 4 Varianten der Schlauchlagerung bei der Schlauchpumpe gemäß den Fig. 1
und 2, und
Fig. 5 und 6 zwei Frontansichten von Varianten der Schlauchpumpe gemäß den Fig. 1
und 2 bei geöffnetem Deckel.
[0011] In den Fig. 1 und 2 ist mit 1 ein Pumpenkörper bezeichnet, der ein Aufnahmeteil 2
für einen flexiblen Schlauch 3 trägt. Das Aufnahmeteil 2 weist eine Aussparung 4 auf,
in der der Schlauch 3 an einer teilkreisförmigen Anlagefläche 4a liegt und die durch
einen Deckel 5 verschlossen ist. In der Aussparung 4 befindet sich ein Getriebe aus
einem Sonnenrad 6, zwei Planetenrädern 7, die auf einem Planetenradträger 8 auf Bolzen
9 drehbar gelagert sind und einem flexiblen Ring 10 mit glatter Außenfläche und einer
Innenverzahnung, in die Planetenräder 7 eingreifen. Das Sonnenrad 6 sitzt fest auf
einer Welle 11, die durch einen Elektromotor 12 angetrieben wird.
[0012] Das Sonnenrad 6 ist im Eingriff mit den Planetenrädern 7. Die durch das Sonnenrad
6 in Drehung gesetzten Planetenräder 7 wälzen sich auf dem in Umfangsrichtung festgehaltenen
Ring 10 ab und versetzen dadurch den mit ihnen auf der Achse 8a des Sonnenrades 6
drehbaren Planetenradträger 8 in Drehbewegung. Die Drehzahl des Planetenradträgers
8 ist kleiner als die Drehzahl des Sonnenrades 6. Sie ergibt sich aus dem Durchmesserverhältnis
Sonnenrad 6 zu Planetenrad 7. Die Planetenräder 7 und der Ring 10 sind zueinander
so dimensioniert, dass der Ring 10 oval verformt wird. Durch die Drehung des Planetenradträgers
8 wird er so verformt, dass er fortlaufend auf den Schlauch 3 gedrückt wird.
[0013] Bei der gezeichneten Drehrichtung der Komponenten 6, 7, 8, 11 strömt das zu befördernde
Medium am Eingang 13 ein und wird durch kontinuierlich fortschreitende, etwa ovale
Verformung des nicht rotierenden Rings 10 fortschreitend zum Ausgang 14 befördert.
Die jeweils zusammengedrückte Stelle des Schlauches 3 wandert etwa von A nach B in
Fig. 2 und befindet sich gerade am Ort C.
[0014] Das dargestellte Getriebe 6, 7, 8. 10 weist eine sehr hohe Untersetzung auf und eignet
sich besonders gut für eine Schlauchpumpe, da auch bei hoher Drehzahl des Elektromotors
12 kein äußeres Getriebe an diesem erforderlich ist.
[0015] Die Fig. 3 zeigt eine Variante an der Stelle III in Fig. 1. Dabei ist auf der Anlagefläche
4a elastisches Material 15 aufgebracht, das ein zu starkes Quetschen des Schlauches
3 verhindert.
[0016] Zwischen diesem Material 15 und dem Schlauch 3 liegt gemäß Fig. 4 ein U-förmiges
Aufnahmeteil 16, in dem der Schlauch 3 zwischen den als Anschläge dienenden Seiten
17 liegt und das auf dem Material 15 aufliegt und in Richtung zu Anlagefläche 4a der
Aussparung 4 bewegbar ist. Dadurch wird der Pressweg des Schlauches 3 begrenzt. Letzterer
wird nicht vollständig zusammengepresst und damit z. B. die Hämolyse-Rate von Blutpumpen
gesenkt.
[0017] Die Fig. 5 zeigt, dass im Inneren des Ringes 10 zwei weitere, in dessen Innenverzahnung
eingreifende Zahnräder 18 auf dem Planetenradträger 8 drehbar gelagert sind. Diese
Zahnräder 18 dienen als Stützräder für die ovale Form des Ringes 10.
[0018] Analog dazu sind gemäß Fig. 6 insgesamt vier Zahnräder 19 als Stützräder vorgesehen.
[0019] Bei der beschriebenen Schlauchpumpe ist die Drehzahl des Elektromotors 12 durch den
Planetenradantrieb 6, 7, 8, 10 zum Planetenradträger 8 hin stark untersetzt, so dass
kein zusätzliches Getriebe erforderlich ist und der elastische Ring 10 des Planetenradantriebes
6, 7, 8, 10 den Schlauch 3 fortlaufend quetscht.
Bezugszeichen liste
[0020]
- 1
- Pumpenkörper
- 2
- Aufnahmeteil
- 3
- Schlauch
- 4
- Aussparung
- 4a
- Anlagefläche
- 5
- Deckel
- 6
- Sonnenrad
- 7
- Planetenrad
- 8
- Planetenradträger
- 8a
- Drehachse
- 9
- Bolzen
- 10
- Ring
- 11
- Welle
- 12
- Elektromotor
- 13
- Eingang
- 14
- Ausgang
- 15
- elastisches Material
- 16
- Aufnahmeteil
- 17
- Anschläge
- 18
- Zahnräder
- 19
- Zahnräder
- A,B
- Stelle
- C
- Ort
1. Schlauchpumpe mit einem Aufnahmeteil (2) für einen flexiblen Schlauch (3) in einer
Aussparung (4), welche eine teilkreisförmige Anlagefläche (4a) für den Schlauch (3)
aufweist und in der ein flexibler, in Umfangsrichtung festgehaltener Ring (10) mit
glatter Außenfläche liegt, auf dessen Innenseite zwei auf einem drehbaren Planetenradräger
(8) drehbar gelagerte Planetenräder (7) abrollen, in deren Verzahnung ein auf der
Drehachse des Planetenradrägers (8) angeordnetes, motorgetriebenes Sonnenrad (6) eingreift,
wobei der Raum zwischen Anlagefläche (4a) und Ring (10) zur Aufnahme des Schlauches
(3) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (10) eine Innenverzahnung aufweist, in die die Planetenräder (7) eingreifen.
2. Schlauchpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Ringes 10 mindestens ein weiteres, in dessen Innenverzahnung eingreifendes
Zahnrad (18, 19) zum Spannen des Ringes (10) liegt.