[0001] Die Erfindung betrifft ein Handwerkzeuggerät, insbesondere in Form eines wahlweise
als Bohr- oder Meisselhammer verwendbaren Elektrokombihammers, mit einem Hauptgehäuse,
an dem im Betrieb Vibrationen erzeugt werden. Zudem weist das Handwerkzeuggerät ein
Griffgehäuse auf, das unter Zwischenlage einer Vibrationsminderungseinrichtung am
Hauptgehäuse gehalten ist, die die auftretenden Vibrationen dämpft oder das Griffgehäuse
im Wesentlichen von den am Hauptgehäuse auftretenden Vibrationen isoliert. Ferner
ist eine Stellanordnung vorgesehen mit einer zwischen wenigstens zwei Positionen verstellbaren,
hauptgehäuseseitigen Stelleinrichtung und einer zwischen wenigstens zwei Positionen
verstellbaren, griffgehäuseseitigen Stelleinrichtung, die über eine Stellverbindung
mit der hauptgehäuseseitigen Stelleinrichtung mechanisch gekoppelt ist.
[0002] Bei derartigen Handwerkzeuggeräten sind die im Betrieb am Griffgehäuse auftretenden
Vibrationen gegenüber den Vibrationen am Hauptgehäuse stark vermindert. Hierdurch
erreicht man einen besonders hohen Komfort beim Halten des Gerätes. Zudem ermöglicht
die Stellanordnung das Verstellen einer als Funktionseinrichtung ausgebildeten Stelleinrichtung
am Haupt- oder Griffgehäuse durch eine als Handhabungseinrichtung ausgebildete Stelleinrichtung,
die jeweils am anderen Gehäuseteil gehalten ist.
[0003] Aus der
DE 100 34 768 A1 ist ein Elektrokombihammer bekannt, der als Bohr- oder Meisselhammer einsetzbar ist.
Ferner ist an einem Handgriff eine Rastvorrichtung vorgesehen, über die eine Schaltklinke
eines Motorschalters im Meisselbetrieb verrastbar ist. Im Bohrbetrieb ist die Rastvorrichtung,
die über ein Gestänge durch einen am Hauptgehäuse gehaltenen Modischalter betätigt
wird, in eine deaktivierte Stellung verlagert.
[0004] Nachteilig an dem bekannten Handwerkzeuggerät ist, dass das Gestänge, das hier als
Stellverbindung fungiert, im Betrieb Vibrationen vom Hauptgehäuse auf das Griffgehäuse
überträgt. Zudem verursacht das Gestänge einen relativ grossen Montageaufwand und
hohe Herstellungskosten.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem gattungsgemässen
Handwerkzeuggerät die genannten Nachteile zu vermeiden und eine zusätzliche Vibrationsübertragung
vom Hauptgehäuse zum Griffgehäuse über die Stellverbindung zu minimieren.
[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Stellverbindung zwischen
dem Griffgehäuse und dem Hauptgehäuse einen flexiblen Vibrationsminderungsabschnitt
aufweist. Durch diesen flexiblen Vibrationsminderungsabschnitt wird der griffgehäuseseitige
Teil der Stellanordnung vom hauptgehäuseseitigen Teil vibrationsisoliert, so dass
über die Stellanordnung keine merkbaren Vibrationen auf das Griffgehäuse übertragen
werden.
[0007] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der flexible Vibrationsminderungsabschnitt
durch einen Bowdenzug gebildet. Dieser ermöglicht bei gleichzeitiger Flexibilität
eine Übertragung von besonders hohen Stellkräften von einem der Gehäuseteile aus Hauptgehäuse
und Griffgehäuse auf das jeweils andere. Zudem ist ein solcher Bowdenzug besonders
kostengünstig und kann leicht montiert werden.
[0008] Vorteilhafterweise ist das Handwerkzeuggerät durch einen zwischen einer Bohr- und
einer Meisselfunktion umschaltbaren elektrischen Kombihammer und die Stellanordnung
durch eine funktionsabhängig zuschaltbare Arretierungsanordnung gebildet, über die
eine Schaltklinke eines Motorschalters in einer Position festlegbar ist. Hierdurch
kann ein Kombihammer bereitgestellt werden, dessen Schalterklinke in der Meisselfunktion
arretierbar ist, während eine Arretierung im Bohrbetrieb verhindert wird. Hierbei
ist das Griffgehäuse, das einen Haupthandgriff des Handwerkzeuggerätes bildet, jederzeit
im Wesentlichen vollständig vom Hauptgehäuse entkoppelt, so dass von diesem nahezu
keine Vibrationen zum Haupthandgriff übertragen werden.
[0009] Bevorzugterweise ist dabei die griffgehäuseseitige Stelleinrichtung durch eine Arretierungsvorrichtung
der Arretierungsanordnung gebildet, die zwischen einer Freigabestellung und einer
Arretierstellung verstellbar ist, in der die Schaltklinke über Arretierungsmittel
in einer Einschaltposition des Motorschalters festlegbar ist. Auf diese Weise kann
einerseits im Meisselbetrieb eine stabile Arretierung der Schalterklinke und andererseits
im Bohrbetrieb eine sichere Deaktivierung der Arretierungsmittel gewährleistet werden.
[0010] Vorteilhafterweise weist die Arretierungsanordnung ein über die Stellverbindung zwischen
einer Aktivstellung und einer Passivstellung bewegbares Aktivierungsglied auf. Zudem
weist die Arretierungsvorrichtung einen Arretierungsschalter auf, mittels dem die
Arretierungsmittel in der Aktivstellung des Aktivierungsgliedes in die Arretierstellung
verbringbar sind. In der Passivstellung des Aktivierungsgliedes ist die Stellfunktion
des Arretierungsschalters gegenüber den Arretierungsmitteln dagegen aufgehoben. Auf
diese Weise kann mittels der Stellanordnung die Arretierung in der Bohrfunktion sicher
verhindert und in der Meisselfunktion lediglich ermöglicht werden. Die eigentliche
Aktivierung wird von einem Benutzer dann wahlweise durch Betätigung des Arretierschalters
vorgenommen. Hierdurch ist im Meisselbetrieb zur Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten
eine schnelle Arretierung oder Freigabe der Schalterklinke möglich.
[0011] Dabei ist es besonders günstig, wenn das Aktivierungsglied in die Passivstellung
vorgespannt ist. Hierdurch wird auch bei einer Beschädigung der Stellanordnung, beispielsweise
bei einem Reissen des flexiblen Vibrationsminderungsabschnittes, jederzeit sichergestellt,
dass die Arretierung im Bohrbetrieb verhindert ist.
[0012] Vorteilhafterweise ist die hauptgehäuseseitige Stelleinrichtung durch einen Modischalter
zur Umschaltung zwischen Bohr- und Meisselfunktion gebildet, wodurch mit Einstellung
des gewünschten Betriebsmodus auch gleichzeitig im Falle des Bohrbetriebes die Arretierung
blockiert und im Falle des Meisselbetriebes die Arretierung ermöglicht beziehungsweise
aktiviert.
[0013] Dabei ist es günstig, wenn der Modischalter mit einem hauptgehäuseseitigen Ende der
Stellverbindung gekoppelt ist, wodurch eine stabile und exakte Betätigung der Stellanordnung
gewährleistet wird.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer Stellanordnung eines erfindungsgemässen Handwerkzeuggerätes bei
eingestellter Meisselfunktion und in Arretierstellung einer Arretierungsvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Stellanordnung nach Fig. 1 bei eingestellter Meisselfunktion und
in Freigabestellung der Arretierungsvorrichtung und
- Fig. 3
- eine Ansicht der Stellanordnung nach Fig. 1 bei eingestellter Hammerbohrfunktion.
[0015] Fig. 1 zeigt ausschnittsweise ein Handwerkzeuggerät 2 in Form eines elektrisch betriebenen
Kombihammers. Dieser ist mittels eines Modischalters 4 zwischen einer Meisselfunktion
mit reinem Schlagbetrieb und einer Bohrfunktion, zum Hammerbohren oder reinen Bohren,
umschaltbar, wie durch eine Meisselposition M und eine Bohrposition B dargestellt.
[0016] Das Handwerkzeuggerät 2 weist ein Hauptgehäuse 6 auf, in dem eine Motoreinheit 8
und eine Getriebeeinheit 10 untergebracht sind. Ferner ist an dem Hauptgehäuse 6 ein
Griffgehäuse 12 unter Zwischenlage einer Vibrationsminderungseinrichtung 14 gehalten,
die beispielsweise nicht näher dargestellte Federmittel aufweist. Dieses Griffgehäuse
12 bildet einen Griff 16 aus, der von einer Hand gehalten werden kann, über die gleichzeitig
eine Schaltklinke 18 eines Motorschalters 20 betätigt werden kann, um die Motoreinheit
8 beziehungsweise das Handwerkzeuggerät 2 insgesamt in Betrieb zu nehmen.
[0017] Im Betrieb treten dabei am Hauptgehäuse 6 Vibrationen auf. Durch die Vibrationsminderungseinrichtung
14 wird eine Übertragung der Vibrationen vom Hauptgehäuse 6 auf das Griffgehäuse 12
im Wesentlichen vermieden.
[0018] Neben der Umschaltung zwischen den Betriebsmodi fungiert der Modischalter 4 als hauptgehäuseseitige
Stelleinrichtung einer insgesamt mit 22 bezeichneten Stellanordnung zwischen dem Hauptgehäuse
6 und dem Griffgehäuse 12. Diese weist ferner am Griffgehäuse 12 eine griffgehäuseseitige
Stelleinrichtung auf, die durch eine Arretierungsvorrichtung 24 gebildet ist. Dabei
ist die Arretierungsvorrichtung 24 über eine Stellverbindung 26 mit dem Modischalter
4 verbunden und durch diesen zwischen einer Arretierstellung und einer Freigabestellung
umschaltbar.
[0019] Hierzu weist die Stellverbindung 26 ein im Hauptgehäuse 6 verschiebbar gehaltenes
Schieberelement 28 auf, das über eine Mitnehmeranordnung 30 mit dem Modischalter 4
gekoppelt ist, die eine schieberseitige Kulisse 32 und einen schalterseitigen Exzenternocken
34 aufweist. Ferner weist die Stellverbindung 26 einen flexiblen Vibrationsminderungsabschnitt
36 in Form eines Bowdenzuges auf, der an einem hauptgehäuseseitigen Ende 38 mit dem
Schieberelement 28 verbunden ist.
[0020] An einem griffgehäuseseitigen Ende 40 ist der flexible Vibrationsminderungsabschnitt
mit einem ersten Schenkel 42 eines Aktivierungsgliedes 44 verbunden. Dieser erste
Schenkel 42 ist einerseits verschenkbar am Griffgehäuse 12 gelagert und gleichzeitig
über ein Drehgelenk 46 mit einem zweiten Schenkel 48 des Aktivierungsgliedes 44 verbunden.
Dieser zweite Schenkel 48 ist ferner mit einer Betätigungszunge 50 verbunden, die
an einen verschwenkbar im Griffgehäuse 12 gelagerten Arretierhaken 52 anlegbar ist.
[0021] In der in Fig. 1 dargestellten Stellung der als Arretierungsanordnung fungierenden
Stellanordnung 22 ist die Arretierungsvorrichtung 24 durch den auf Meisselfunktion
M gestellten Modischalter 4 und über die Stellverbindung 26, die den ersten Schenkel
42 mit einer Zugkraft beaufschlagt, in eine Aktivstellung verbracht. In dieser Aktivstellung
ist die Betätigungszunge 50 durch verschieben eines Arretierungsschalters 54 in eine
vordere Position (wie dargestellt) gegen den Arretierhaken 52 verschwenkbar. Als Folge
hiervon befindet sich die Stellanordnung 22 in einer Arretierstellung , in der der
Arretierhaken 52 in eine Arretieraufnahme 56 der Schaltklinke 18 greift, die somit
in einer Einschaltposition gehalten wird, in der der Motorschalter 20 die Motoreinheit
8 aktiviert.
[0022] Um die Arretierstellung zu lösen wird der Arretierungsschalter 54, wie in Fig. 2
dargestellt, in eine hintere Position verschoben. Als Folge hiervon wird die Betätigungszunge
50 nicht länger gegen den Arretierhaken 52 gedrückt, der nun durch eine Blattfeder
58 ausser Eingriff mit der Arretieraufnahme 56 geschwenkt wird. Somit kann das Handwerkzeuggerät
2 in der Meisselfunktion wahlweise auch ohne Arretierung der Schaltklinke 18 betrieben
werden.
[0023] Zum Umschalten in einen Bohrbetrieb wird der Modischalter 4 in die Bohrposition B
gemäss Fig. 3 gedreht. Dabei wird über die Mitnehmeranordnung 30 gleichzeitig das
Schieberelement 28 in eine neue Position verschoben, wodurch die am ersten Schenkel
42 des Aktivierungsgliedes 44 angreifende Zugkraft der Stellverbindung 22 vermindert
wird. Hierdurch wird der erste Schenkel 42, der von einer Vorspannfeder 60 beaufschlagt
ist, in eine Richtung von der Schaltklinke 18 weg geschwenkt. Anschliessend nimmt
das Aktivierungsglied 44 die in Fig. 3 dargestellte Passivstellung ein.
[0024] In dieser Passivstellung ist die Betätigungszunge 50 derart gegenüber dem Arretierhaken
52 positioniert, dass ein Verschieben des Arretierungsschalters 54 keinen Eingriff
des Arretierhakens 52 mit der Arretieraufnahme 56 bewirken kann. Hierdurch ist sicher
gestellt, dass sich die Arretierungsvorrichtung 24 im Bohrbetrieb in einer Freigabestellung
befindet, in der keine Arretierung der Schaltklinke 18 erfolgt.
[0025] Soll das Handwerkzeuggerät 2 wieder auf Meisselbetrieb umgeschaltet werden, so wir
der Modischalter 4 wieder in die Meisselposition M gedreht, wobei über das Schieberelement
28 und den flexiblen Vibrationsminderungsabschnitt 36 wieder eine Zugkraft am ersten
Schenkel 42 angreift, die das Aktivierungsglied 44 wieder in die in Fig. 1 dargestellte
Aktivstellung verbringt, in der durch Verschieben des Arretierungsschalters 54 wiederum
eine wahlweise Arretierstellung der Arretierungsvorrichtung 24 eingenommen werden
kann.
1. Handwerkzeuggerät (2)
mit einem Hauptgehäuse (6), an dem im Betrieb Vibrationen erzeugt werden,
einem Griffgehäuse (12), das unter Zwischenlage einer Vibrationsminderungseinrichtung
(14) am Hauptgehäuse (6) gehalten ist, und
einer Stellanordnung (22) mit einer zwischen wenigstens zwei Positionen verstellbaren,
hauptgehäuseseitigen Stelleinrichtung und einer zwischen wenigstens zwei Positionen
verstellbaren, griffgehäuseseitigen Stelleinrichtung, die über eine Stellverbindung
(26) mit der hauptgehäuseseitigen Stelleinrichtung mechanisch gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stellverbindung (26) zwischen dem Griffgehäuse (12) und dem Hauptgehäuse (6)
einen flexiblen Vibrationsminderungsabschnitt (36) aufweist.
2. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der flexible Vibrationsminderungsabschnitt (36) durch einen Bowdenzug gebildet ist.
3. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Handwerkzeuggerät (2) durch einen zwischen einer Bohr- und einer Meisselfunktion
umschaltbaren elektrischen Kombihammer und die Stellanordnung (22) durch eine funktionsabhängig
zuschaltbare Arretierungsanordnung gebildet ist, über die eine Schaltklinke (18) eines
Motorschalters (20) in einer Position festlegbar ist.
4. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die griffgehäuseseitige Stelleinrichtung durch eine Arretierungsvorrichtung (24)
der Arretierungsanordnung gebildet ist, die zwischen einer Freigabestellung und einer
Arretierstellung verstellbar ist, in der die Schaltklinke (18) über Arretierungsmittel
in einer Einschaltposition des Motorschalters (20) festlegbar ist.
5. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungsanordnung ein über die Stellverbindung (26) zwischen einer Aktivstellung
und einer Passivstellung bewegbares Aktivierungsglied (44) aufweist und die Arretierungsvorrichtung
(24) einen Arretierungsschalter (54) aufweist, mittels dem die Arretierungsmittel
in der Aktivstellung des Aktivierungsgliedes (44) in die Arretierstellung verbringbar
sind und dessen Wirkung auf die Arretierungsmittel in der Passivstellung des Aktivierungsgliedes
(44) gehemmt ist.
6. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsglied (44) in die Passivstellung vorgespannt ist.
7. Handwerkzeuggerät nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die hauptgehäuseseitige Stelleinrichtung durch einen Modischalter (4) zur Umschaltung
zwischen Bohr- und Meisselfunktion gebildet ist.
8. Handwerkzeuggerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Modischalter (4) mit einem hauptgehäuseseitigen Ende (38) der Stellverbindung
(26) gekoppelt ist.