| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 864 800 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
|
Nach dem Einspruchsverfahren |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
|
18.11.2020 Patentblatt 2020/47 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
20.07.2011 Patentblatt 2011/29 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.05.2007 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Verfahren zur Ermittlung von Betriebsparametern einer Druckmaschine
Method for determining the operating parameters of a printing press
Procédé destiné au calcul de paramètres de fonctionnement d'une presse
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
09.06.2006 DE 102006026957 06.09.2006 DE 102006041721
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
12.12.2007 Patentblatt 2007/50 |
| (73) |
Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen AG |
|
69115 Heidelberg (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Jung, Jochen
69207, Sandhausen (DE)
- Müller, Rolf
69226, Nußloch (DE)
- Rohleder, Michael
69231, Rauenberg (DE)
- Niedernhuber, Matthias
69115, Heidelberg (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 142 711 WO-A-02/16139 DE-A1- 4 405 332
|
EP-A- 1 777 069 WO-A-2005/108082
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Betriebsparametern einer
Druckmaschine, bei dem den Trocknungsgrad des Bedruckstoffes bestimmende Größen ermittelt
und zur Optimierung des Trocknungsprozesses verwendet werden.
[0002] Bei Bogenrotationsdruckmaschinen, insbesondere Bogenoffsetmaschinen mit Lackierwerken
und Trocknereinrichtungen, müssen während des Betriebs eine Vielzahl von Parametern
optimiert werden, um zu guten Druckergebnissen und möglichst geringer Makulatur zu
kommen. So ist es insbesondere bei hohem Lackauftrag schwierig, den Bogen trocken
zu bekommen, damit die ausgelegten Bögen im Stapel später nicht zusammenkleben. Gleichzeitig
wird eine fehlerfreie, meist hochglänzende Lackschicht erwartet, die sich sowohl bei
unzureichendem, nicht abgeschlossenem Trocknen, aber auch bei zu schnellem Trocknen
bzw. bei zu hohen Temperaturen im Trockner nicht ohne weiteres erzielen lässt. Sodann
soll bei der höchsten Geschwindigkeit im Fortdruck gearbeitet werden, um möglichst
viel in möglichst kurzer Zeit zu produzieren. Vor diesem Hintergrund ist es für das
Bedienpersonal in den Druckereien schwierig, alle erforderlichen Druckparameter bzw.
Maschineneinstellungen zu überblicken und optimal vorzunehmen. Jeder Drucker hat ein
eigenes Verständnis vom Prozess des Lackierens und Trocknens und mit diesem Verständnis
stellt er die Druckmaschine und die Trockner ein. Dabei kommt es auch zu grundsätzlich
falschen Einstellungen. Oft erschließt sich dem Drucker auch nicht, ob er am oder
in der Nähe des Optimums der einzelnen Einstellungen arbeitet. Wenn dann Makulatur
produziert wird, hat er aufgrund der Komplexität der Einflussparameter kaum Möglichkeiten,
die fehlerhaften Abläufe nachzuvollziehen.
[0003] Zwar sieht die Steuerung von modernen Bogenoffsetdruckmaschinen das Speichern von
Parametern für Folgeaufträge vor. Abgesehen davon, dass diese Maßnahme natürlich nur
dann hilft, wenn tatsächlich auch ein Folgeauftrag gedruckt wird, sind die Umgebungsbedingungen
auch bei gleichen Aufträgen nicht immer identisch. So kann die Temperatur und die
Feuchte der Umgebungsluft im Drucksaal schwanken, die Feuchte des zu bedruckenden
Papiers im Anlagestapel variieren und vieles mehr.
[0004] Es ist auch bekannt, für die Trockner Kennlinien vorzusehen, bei denen zum Beispiel
die erforderliche Trocknerleistung in Abhängigkeit von der Maschinengeschwindigkeit
aufgetragen ist. Das hilft dem Drucker jedoch nur in einem Teilbereich, nämlich bei
der Einstellung der beiden Parameter, die über diese Kennlinien miteinander korreliert
sind.
[0005] Es ist auch schon, zum Beispiel in der
EP 1 142 711 B1 vorgeschlagen worden, den Trockner einer Bogenoffsetdruckmaschine mit Hilfe von Sensoren
zu steuern, mit denen die Temperatur innerhalb und außerhalb der Druckmaschine und
die Druckgeschwindigkeit gemessen wird und dabei die Farb- oder Lackdosierung, die
sujetabhängig sein kann, zu berücksichtigen. Mit einem solchen Verfahren lassen sich
jedoch die eingangs genannten Probleme nicht beseitigen, so dass die in dem Patent
beanspruchte Steuerung bisher keine Verbreitung erfahren hat.
[0006] In der
EP 0 025 878 A1 ist ein Inkjetdrucker beschrieben, bei dem der Energieeinsatz und die Verweilzeit
des Bogens auf der Fixiertrommel von einer Steuerung eingestellt wird, die Farbdichte,
Farbtyp und Umgebungsfeuchte berücksichtigt. Hier kontrolliert der Umgebungsfeuchte-Sensor
die Zeit, die der Bogen auf der Fixiertrommel verweilen muss, bevor er in die Trocknerstelle
einlaufen darf.
[0007] In der
DE 196 16 692 ist eine Regelung für den Mikrowellentrockner einer Druckmaschine beschrieben, die
anhand des Wassergehaltes der verdruckten Farbe arbeitet.
[0008] Die bekannten Verfahren und Vorrichtungen sind nicht dazu geeignet, die eingangs
geschilderten Probleme zu lösen. Insbesondere bei Bogenoffsetdruckmaschinen mit Lackwerken,
in denen Dispersionslacke aufgetragen und mit Heißluft oder Infrarotstrahlung getrocknet
werden, helfen die bekannten Verfahren nicht weiter.
[0009] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit dem Druckmaschinen mit Dispersionslackwerken und thermischen
Trocknern sicherer betrieben werden können.
[0010] Diese Aufgabe wird mit den im Anspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst. Eine zur Durchführung
des Verfahrens geeignete Druckmaschine ist in Anspruch 18 angegeben.
[0011] Gemäß der Erfindung werden zur Optimierung des Trocknungsprozesses die den Trocknungsprozess
beeinflussenden wesentlichen Stoffströme im Bereich der Trocknereinrichtung der Druckmaschine
ermittelt. Bei diesen Stoffströmen handelt es sich in erster Linie um die Luftfeuchtigkeit
der Zuluft und die Luftfeuchtigkeit der Abluft der Trocknereinrichtung sowie die mit
dem Bedruckstoff herantransportierte Feuchtigkeit und zwar primär des Lackauftrages.
Aus diesen Größen lässt sich die Feuchtebilanz und damit der Trocknungsgrad des durch
den Trockner transportierten Bedruckstoffes ermitteln, wobei die Sicherheit des Verfahrens
zusätzlich gewinnt, wenn auch die Materialfeuchtigkeit des Bedruckstoffes selbst vor
und nach dem Bedrucken bzw. Lackieren und Trocknen ermittelt wird. Besonders vorteilhaft
und hilfreich für das Bedienpersonal der Druckmaschine ist es, wenn die wesentlichen
Kenndaten der ermittelten Stoffströme auf einem Bildschirm visuell dargestellt werden.
Das kann nicht nur allein durch Anzeige der nackten Zahlenwerte, sondern durch eine
entsprechende grafische Aufbereitung und Darstellung in Form von Messbalken geschehen,
die erkennen lassen, an welchen Stellen bzw. bei welchen Stoffströmen Eingriffsmöglichkeiten,
und wenn ja in welche Richtung, gegeben sind und ob und wie weit sich die Stoffströme
von ihrem jeweiligen Optimum in der Realität entfernt haben. Hierbei können alternativ
auch die Änderungen der angezeigten Werte zu entweder vorgegebenen oder vom Drucker
selbst gesetzten Norm- oder Sollwerten angezeigt werden. Vorteilhaft ist es auch,
Grenzwerte zu bestimmen, unterhalb derer der Prozess stabil läuft für z. B. die abtransportierte
Feuchtmenge, die Lackmenge und/oder die Temperatur des Druckbogens.
[0012] Die zur Durchführung des Verfahrens geeignete Druckmaschine besitzt deshalb Sensoren
zur Messung der den Trocknungsprozess beeinflussenden wesentlichen Stoffströme sowie
eine Recheneinheit, in der eine Aufbereitung bzw. Weiterverarbeitung der Messwerte
erfolgt und/oder die Feuchtebilanz der Stoffströme ermittelbar ist. Da es jedoch wichtig
ist, nicht nur die relative Feuchte z. B. der Zu- und Abluft des Trockners zu messen,
sondern den Strom des tatsächlich über die Zuluft hinein- und die Abluft hinausgeförderten
Wassers, d. h. die Wassermenge, wird zweckmäßig auch die Temperatur und der Volumenstrom
der Zu- und Abluft gemessen, um auf diese Weise in Verbindung mit der relativen Luftfeuchte
die ausgetragene Menge an Wasserdampf zu ermitteln. Diese Menge an Wasserdampf plus
der in das Material des Druckbogens, d. h. in das Papier weggeschlagene Teil des Wassers,
entsprechen etwa der über das Lackieren eingetragenen Wassermenge, wenn der Bedruckstoff
den Trockner mit einer gut getrockneten Lackschicht verlässt.
[0013] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Beschreibungen
von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren 1 bis 6 der beigefügten Zeichnungen.
- Figur 1
- ist eine schematische Darstellung einer Bogenoffsetdruckmaschine in Reihenbauweise,
in der die wesentlichen Stoffströme durch Pfeile symbolisiert sind.
- Figur 2
- zeigt einen Ausschnitt der Druckmaschine nach Figur 1 in dem Bereich, in dem die Trocknereinrichtungen
angeordnet sind.
- Figur 3
- ist eine vereinfachte Skizze der Druckmaschine aus Figuren 1 und 2, in der die Anordnung
der Sensoren skizziert ist.
- Figur 4
- stellt ein Mollier-H,X-Diagramm für die durch den Trockner 10a in Figur 1 hindurchgehende
Luft dar.
- Figur 5
- zeigt ein Blockschaltbild der zur Ermittlung der Stoffströme aus Figur 1 benutzten
Sensorik und Recheneinheit.
- Figur 6
- zeigt ein alternatives Beispiel für die Bildschirmdarstellung der Kenngrößen für die
Stoffströme im Bereich B1der Druckmaschine nach Figur 2.
- Figur 7
- ist eine vereinfachte Skizze für eine Messzelle zur genauen Bestimmung der relativen
Luftfeuchte.
[0014] Figur 1 zeigt eine Offsetdruckmaschine 1 in Reihenbauweise mit einem Anleger 2, in
dem sich der unbedruckte Papierstapel 3 befindet, sechs Druckwerken 8a bis 8f für
die vier Grundfarben und gegebenenfalls zwei weiteren Sonderfarben, einem ersten Lackierwerk
9a, darauf folgend zwei Trocknereinheiten 10a und 10b, einer zweiten Lackiereinheit
9b sowie einem Ausleger 5 mit dem Bogenauslagestapel 6. Im Bereich der Kettenführungen
des Auslegers 5 sind vier weitere Trocknereinheiten 11a bis 11 d in Bogentransportrichtung
hintereinander angeordnet. Eine derartige Druckmaschine wird beispielsweise unter
der Bezeichnung Speedmaster XL105-6-LYYLX3 von der Heidelberger Druckmaschinen AG
angeboten. In dem mit 50 bezeichneten Bereich symbolisieren Pfeile, die nach innen
oder außen gerichtet sind, die Stellen in der Druckmaschine, an denen Feuchtigkeit
in den Druckprozess eingetragen oder ausgetragen wird.
[0015] Der Pfeil 4 symbolisiert die Feuchtigkeit, die sich bereits in den im Anleger 2 aufgestapelten
Bedruckstoffbögen befindet. Unter Feuchtigkeit wird an dieser Stelle die Materialfeuchte
des Papiers verstanden, also die Menge an Wasser, die pro Mengeneinheit Papier in
diesem gebunden ist. Eine Materialfeuchte von 8 % im Anlegerpapierstapel bedeutet
also, dass ein Papierbogen von 100 Gramm 8 Gramm Wasser enthält. Befindet sich der
Papierstapel nach seiner Aklimatisierung im "Gleichgewichtszustand" mit der Umgebungsluft
in dem Drucksaal, dann kann die Gleichgewichtsfeuchte über die Sorptionsisothermen
des Papiers mit Kenntnis der relativen Luftfeuchtigkeit und Temperatur der Luft im
Drucksaal bestimmt werden. Eine solche Aklimatisierung des Papierstapels im Anleger
hat oft aber gar nicht stattgefunden. Denn es passiert durchaus, dass Papierstapel
kurzfristig aus einem Lager an die Druckmaschine gebracht werden und die Materialfeuchte
des Papiers dann noch den klimatischen Verhältnissen im Lagerraum entspricht. Deshalb
ist es zur Bestimmung der Materialfeuchte vorteilhafter, eine Messmethode anzuwenden,
welche direkt die Feuchte im Papier detektiert. Hierzu sind Verfahren auf der Basis
von Hochfrequenz-, Mikrowellen- oder Infrarotabsorptionsmessungen bekannt.
[0016] Bei den Druckwerken 8 handelt es sich um Druckwerke für den Nassoffset, d. h. sie
besitzen ein Feuchtwerk, über das die Druckplatte vor dem Einfärben gefeuchtet wird,
wobei ein Teil dieses Feuchtwassers über den Gummizylinder im Druckwerk auf den zu
bedruckenden Bogen gelangt. Dieser Feuchteeintrag wird durch den Pfeil 18 symbolisiert.
[0017] Der Pfeil 13 repräsentiert den Wasseranteil der von der auf den Bogen gedruckten
Farbe selbst stammt. Dieser ist naturgemäß bei den ölbasierten Offsetdruckfarben gering.
Der Pfeil 12 berücksichtigt, dass während des Transports des Druckbogens durch die
Maschine ein gewisses Maß an Verdunstung stattfindet, da das mit Farbe und Feuchtmittel
benetzte Druckwerk und der bedruckte Bogen feuchter als die umgebende Luft in der
Druckmaschine sind.
[0018] Die wesentlichsten Feuchtigkeitsströme bilden jedoch die in den Lackierwerken 19a
und 19b auf den Druckbogen aufgebrachten Lackschichten, jedenfalls dann, wenn es sich
nicht um UV-härtbare Lacke, sondern wasserbasierte Lacke wie z. B. Dispersionslacke
handelt. Das ist mit den Pfeilen 19a und 19b symbolisiert.
[0019] Ein weiterer sehr wesentlicher Feuchtigkeitsaustausch findet in den Trocknereinheiten
10a und 10b sowie 11a bis 11 d statt. Diesen Trocknereinheiten wird Zuluft aus der
Umgebung (Pfeile 20 und 21) mit der im Drucksaal herrschenden relativen Feuchte von
ca. 50% zugeführt, die dann aufgeheizt wird (bei Heißlufttrocknern), wenn sie in den
Trockner 10a, 10b, 11a bis 11d eintritt, bzw. bei IR-Strahlungstrocknern, wenn sie
in den Trockenraum eintritt. Nach dem Wegschlagen eines Teils des Lackauftrages bzw.
der Feuchtigkeit des Lackes in das Papiermaterial des Druckbogens soll die Abluft
(Pfeile 30 und 31) dann möglichst die in der Lackschicht enthaltene Menge an Wasser
in Form von Dampf aus den Trocknereinheiten 10 bzw. 11 austragen, damit die lackierten
Bögen auf dem Stapel nicht verblocken. Diese Materialfeuchte des weitergeförderten
Druckbogens ist durch den Pfeil 7 symbolisiert. Daneben wird auch in allerdings geringem
Maße über den Puderstrom (Pfeil 15) im Ausleger der Druckmaschine und über austretende
Fehlluft (Pfeil 16) Feuchtigkeit in die Druckmaschine 1 ein- bzw. ausgetragen.
[0020] Es hat sich nun gezeigt, dass der bei einer Druckmaschine der eingangs genannten
Art, d. h. einer Offsetdruckmaschine 1 mit einer Lackiereinheit 9a, 9b, die wasserhaltigen
Lack verdruckt, und einer oder mehreren thermischen Trocknereinheiten 10, 11, also
Heißluft- oder Infrarottrocknern, der Lackauftrag sowie die Zuluft 20 und die Abluft
30 der Trocknereinheiten 10a, 10b die größten Feuchtigkeitsein- bzw. Feuchtigkeitsausträge
in die Maschine darstellen, dass dies also die wesentlichsten Feuchtigkeitsströme
in dem mit B1 bezeichneten Bilanzraum sind, in dem die Feuchtigkeit des durchlaufenden
Druckbogens verändert werden kann. Hierbei geht man davon aus, dass die in der Papierfaser
und in der Druckfarbe enthaltene Feuchte von den Trocknereinrichtungen 10a, 10b ohnehin
nicht aus dem Druckbogen ausgetrieben werden kann. Bei einer Maschine mit Doppellackwerk
wie der hier gezeigten soll, bevor die zweite Lackschicht mit dem Lackwerk 9b aufgebracht
wird, die erste Lackschicht mit Hilfe der Trocknereinrichtungen 10a und 10b soweit
durchgetrocknet sein, dass die im zweiten Lackierwerk 9b hinzugefügte Lackschicht
sich problemlos darüber legt. Beispielsweise kann es sich bei dem zweiten Lack ja
auch um UV-Lack handeln, der mit einem noch feuchten Wasserlack nicht reagieren soll/darf.
Aber auch wenn es sich im zweiten Lackwerk ebenfalls wässrigen Dispersionslack handelt,
muss die erste Lackschicht bereits verfestigt sein, damit die zweite Lackschicht,
z. B. für die Erzeugung von besonders dicken Gesamtlackschichten, problemlos aufgebracht
werden kann.
[0021] Die Lackauftragsmenge lässt sich in der Druckmaschine einstellen. Um den Bogen mit
dem gewählten Lackauftrag optimal zu trocknen, lässt die Kenntnis der wesentlichen
Betriebsparameter insbesondere der Trocknereinheiten 10a und 10b sowie der Maschinengeschwindigkeit
leicht ein optimales Ergebnis erzielen. Dazu ist es jedoch erforderlich, die wesentlichen
Kenngrößen in der Feuchtebilanz zu kennen.
[0022] Hierzu sind in dem mit B1 bezeichneten Bereich der Druckmaschine eine Reihe von Sensoren
vorgesehen, mit denen diese Größen gemessen werden können. Dies wird nachfolgend anhand
von Figur 3 erläutert. Zur Messung von relativer Feuchte rF
L1 und der Temperatur T
L1 des Zuluftstroms 20 sind in der Nähe der Lufteinlasskanäle 121 für die Trockner 10a
und 10b ein Feuchtesensor 120a und ein Temperatursensor 120b angeordnet.
[0023] Da hier die relative Feuchte der Umgebungsluft in der Druckerei gemessen wird, können
ein Feuchtesensor und ein Temperatursensor ausreichend sein.
[0024] Weiterhin sind im Abluftkanal des Trockners 10a und des Trockners 10b entsprechende
Feuchtesensoren 130c und Temperatursensoren 130d sowie Drucksensoren 130a und Durchflusssensoren
130b angeordnet. Mit diesen Sensoren lässt sich die Menge pro Zeiteinheit des aus
der Maschine ausgetragenen Feuchtigkeitsstroms als Differenz der in die Maschine einfließenden
und aus der Maschine wieder herausfließenden Luftfeuchte eindeutig bestimmen. Insbesondere
ist es auch möglich, mit den vier genannten Sensoren 130 a bis d für die Abluft auszukommen,
wenn die Abluftkanäle 131 der beiden Trockner 10a und 10b zusammengefasst sind. Zur
Messung der relativen Luftfeuchte, des Taupunktes oder der Absolutfeuchte können beispielsweise
kapazitive Sensoren, Aspirationspsychrometer oder Sensoren verwendet werden, die über
die Absorption von Infrarotstrahlung in den Wasserbanden die Feuchte messen.
[0025] Sensoren, welche die relative Luftfeuchte messen, können zur Erhöhung der Messgenauigkeit
im Übrigen in einem vom Abluftstrom abgezweigten, gekühlten Messluftstrom angeordnet
sein. Denn bei Kühlung des Luftstroms nimmt die relative Feuchte zu, sodass die Feuchtemesswerte
in einen Bereich wandern, wo die Messungenauigkeit geringer ist, vorausgesetzt, dass
es nicht zur Kondensation der Feuchte in dem Messluftstrom kommt. Eine geeignete Messzelle,
die letzteres verhindert, ist anhand der Figur 7 am Ende der Darstellung beschrieben.
[0026] Die Menge des über den Lackauftrag eingetragenen Wassers wird mit Durchflusssensoren
119 im Zu- und Rücklauf der Lackversorgungseinrichtung der Druckmaschine 1 gemessen.
Stattdessen kann die Lackmenge bzw. deren Wasseranteil bei Kammerrakelsystemen auch
aus der Differenz der Förderleistungen der Lackzuführpumpe und der Lackabsaugpumpe
bestimmt werden. Unter Berücksichtigung der Lacksorte bzw. deren Wassergehalts, der
in der Regel für Dispersionslacke bei 60% liegt, errechnet sich auf einfache Weise
die Menge des an dieser Stelle eingetragenen Wassers. Eine weitere Möglichkeit zur
Messung der verbrauchten Lackmenge besteht darin, das Gewicht bzw. die Gewichtsabnahme
des Lackvorratsbehälters mit einer Wägezelle zu erfassen.
[0027] Zur Verfeinerung des Verfahrens sind optional weitere Sensoren vorgesehen, mit denen
sich der bereits vorhandene Wassergehalt des in das Lackwerk einlaufenden Bogens 14
genauer bestimmen lässt. Hierzu dient ein Sensor 118, der aus dem Feuchtmittelverbrauch
in den sechs Druckwerken 8a bis f den Feuchtmitteleintrag 18 ermittelt. Weiterhin
sind zwei Temperatursensoren 114 und 117 vorgesehen, die die Temperatur des in das
Lackwerk einlaufenden Bogens und die des den Trockner 110b verlassenden Bogens ermitteln.
Diese Temperatursensoren dienen dazu, die Ein- und Austrittstemperatur der Bogen zu
bestimmen. Aufbauend auf der Feuchtebilanz kann in Ergänzung mit der Temperaturdifferenz,
welche der Materialstrom erfährt, eine Energiebilanz des Trocknungsprozesses gezogen
werden. Hierfür können beispielsweise Sensoren verwendet werden, die berührungslos
über die vom Bogen emittierte Infrarotstrahlung die Temperatur des Bogens messen.
Schließlich kann zur Messung der Materialfeuchte im Anlegerstapel 3 bzw. Auslagestapel
7 ein mobiles elektronisches Messgerät, beispielsweise ein Schwertfühler oder ein
Aufsetzfühler 103 benutzt werden, der beispielsweise nach dem Prinzip der Mikrowellenabsorption
oder Leitfähigkeit eines hygroskopischen Elektrolyten arbeitet.
[0028] Verarbeitet werden die Signale der Sensoren in einer Recheneinheit 301 (Figur 5),
beispielsweise einem handelsüblichen Mess-PC, an den über entsprechende Schnittstellenadapter
die vorstehend genannten Sensoren angeschlossen sind. Im Speicher 302 des Rechners
301 sind für den Trockenprozess relevanten Kenngrößen und Umrechnungsfaktoren gespeichert,
wie beispielsweise der Wassergehalt des Lacks, die mathematischen Zusammenhänge zur
Umrechnung von relativer Luftfeuchte ϕ in Absolute Feuchte, wie sie im Mollierdiagramm
nach Figur 4 veranschaulicht sind, um nur einige zu nennen.
[0029] Mit 303 ist die Tastatur des Rechners bezeichnet und mit 304 der Bildschirm. Auf
diesem Bildschirm werden nun als Einstellhilfe für das Druckpersonal die wesentlichen
Kenndaten des laufenden Lackier- und Trocknungsprozesses graphisch aufbereitet visuell
dargestellt. So stellt der Balken 220 ein Maß für die mit der Zuluft 20 in die Trockner
10 einlaufende Wassermenge dar, während der Balken 230 die über die Abluft ausgetragene
Wassermenge angibt. Beide sind proportional zum Luftstrom F durch den Trockner, während
der Balken 230 in gewissen Grenzen auch über eine Erhöhung der Temperatur T bzw. der
Heizleistung des Heißlufttrockners oder eine Erhöhung der Wärmestrahlung des IR-Trockners
vergrößert werden kann.
[0030] Die möglicherweise noch vorhandene "Trocknerreserve", d. h. die Möglichkeit, den
Wassergehalt der Abluft durch Erhöhung der Temperatur bzw. der IR-Strahlung oder des
Luftflusses noch zu erhöhen, ist als weiterer mit 240 bezeichneter Teilbalken auf
der Anzeige 304 dargestellt.
[0031] Der nächste Balken 219 beschreibt die nach Abzug der in den Papierbogen eingetragenen,
weggeschlagenen Wassermenge in der aufgetragenen Lackschicht noch enthaltene Menge
an Wasser. Erfahrungsgemäß beträgt diese ca. 50 bis 60 % der insgesamt über das Lackieren
auf den Bogen aufgebrachten Wassermenge.
[0032] Einen Bogen mit trockener Lackschicht erhält man, wenn die Oberkante des Balkens
219 die Oberkante des Balkens 230 nicht bzw. nicht wesentlich überschreitet. Als Differenz
ist in einem weiteren Balken 200 die Restfeuchte der Lackschicht des aus dem Trockner
10b auslaufenden Bogens dargestellt. Diese Restfeuchte lässt sich vermindern einerseits
durch Verringerung des Lackauftrags oder durch Verringern der Maschinengeschwindigkeit.
Diese Angaben sind als Hilfestellung für den Benutzer in Form entsprechender Symbole-L
und -V mit einem abwärtsgerichteten Pfeil angegeben. Andererseits lässt sich die Restfeuchte
200 auch verringern durch Erhöhung der Trocknertemperatur +T oder Erhöhung des Luftdurchsatzes
+F, was ebenfalls wieder durch entsprechende Symbole am Balken 230 symbolisiert ist.
[0033] Weiterhin dienen Popup-Menüs 306 beim Anfahren der Balken mit dem Mausezeiger 309
zur Anzeige der exakten Messwerte im Zuluft- oder Abluftkanal des Trockners.
[0034] Ein gutes Trocknungsergebnis für den Bogen erhält man, wenn der Wasserauftrag durch
den Lackauftrag im Lackierwerk 19a (100 %) in etwa der Summe der im Trockner als Dampf
abgeführten Wassermenge (50 bis 60 %) und der in das Papier unterhalb der Lackschicht
weggeschlagenen Wassermenge (40 bis 50 %) entspricht. Bei der eingangs genannten Druckmaschine
Speedmaster XL105 betrieben bei der maximalen Fortdruckgeschwindigkeit von 18000 Bögen
pro Stunde im Bogenformat Format 105 cm mal 75 cm bei einem typischen nassen Lackauftrag
von 3,5 µm entspricht das einem Wassereintrag F
H20 von 29 1/h, von denen erfahrungsgemäß 50% ins Papier wegschlagen und so 50 % im Lack
verbleiben. Dieser Erfahrungswert lässt sich genauer ermitteln bzw. verifizieren,
wenn die Papierfeuchte des Bogens nach dem Verlassen des Trockners bzw. im Ablagestapel
gemessen wird. Deshalb werden die Trocknereinheiten 10a und 10b zweckmäßig so betrieben,
dass 50% des über den Pfeil 19a symbolisierten Wassereintrags vermittels der ersten
Lackschicht in den beiden Trocknern 10a und 10b weitestgehend in Form von Dampf wieder
ausgetragen wird.
[0035] Diese Verhältnisse sind in dem Mollierdiagramm nach Figur 4 wiedergegeben. Die Luft
im Drucksaal besitzt eine relative Feuchte von 51 % bei einer Umgebungstemperatur
von 25 Grad Celsius. Dies entspricht einer Beladung mit 10 Gramm Wasser pro Kilogramm
trockener Luft (Punkt A).
[0036] Im Heißlufttrockner 10a bzw. 10b wird diese Zuluft auf 80 Grad Celsius erhitzt und
hat dann noch eine relative Feuchte von 3,4% (Punkt B). Dies ändert jedoch nichts
an der Beladung mit 10 Gramm Wasser pro Kilogramm trockener Luft.
[0037] Nach dem Kontakt der erhitzten Zuluft mit dem feuchten, lackierten Bogen besitzt
die aus den Trocknereinheiten 10a und 10b abgesaugte Abluft eine Temperatur von 58
Grad Celsius und eine relative Feuchte von 12,7%. Dies entspricht einer Beladung mit
14,5 Gramm Wasser pro Kilogramm trockener Luft (Punkt C). Gemessen werden kann die
relative Feuchte auch in einem gekühlten Abluftbypass bei 35 Grad Celsius. Dort hat
sie dann eine relative Feuchte von ϕ = 0,4, was aber nichts an ihrer Beladung mit
14,5 Gramm Wasser pro kg trockener Luft ändert (Punkt D).
[0038] Während des Betriebs mit einer Fortdruckgeschwindigkeit v von 18000 Bögen pro Stunde
blasen die Gebläse der Trockner 10a und 10b einen Volumenstrom von V = 3000 Kubikmeter
Luft pro Stunde bzw. 3300 Kilogramm (trockene) Luft pro Stunde durch die Trocknereinheiten.
Auf diesem Wege verlassen also gemessen als Differenz zum bereits in der Zuluft enthaltenen
Wasser bzw. Feuchtestrom 15 Kilogramm Wasserdampf pro Stunde die Druckmaschine im
Bereich des Trockners.
[0039] Die Darstellung nach Figur 5 zeigt anschaulich, dass sich die Restfeuchte des den
Trockner 10b verlassenden Bogens nicht nur über eine Erhöhung der Heizleistung bzw.
über die Menge des über die Abluft ausgetragenen Wassers bzw. Wasserdampfes sondern
durch Einflussnahme auf eine Reihe weiterer Größen beeinflussen lässt. Beispielsweise
lässt sich neben den klassischen Maßnahmen wie Verringerung des Lackauftrags oder
Verminderung der Maschinengeschwindigkeit auch durch die Verwendung vorgetrockneter
Luft oder eine Reduzierung der Feuchte des in das Lackwerk einlaufenden Bogens in
nachvollziehbarer Weise Einfluss auf das Trocknungsergebnis nehmen.
[0040] Eine alternative Möglichkeit zur Visualisierung der Messergebnisse der Sensoren ist
in Figur 6 dargestellt. Dort ist der die Trockner 1 0a und b sowie das Lackwerk 9a
enthaltende Teil der Druckmaschine 1 dargestellt und die Messwerte der Sensoren sind
wertemäßig eingeblendet, wobei Pfeile direkt die Verbindung zwischen den Messorten
der Sensoren und den angezeigten Messwerten für die relative Feuchte rF, Temperatur
T, Druck p und Lackmengen-Durchfluss F
L darstellen. In dieser Darstellung kann von der Anzeige der Istwerte umgeschaltet
werden auf eine Anzeige der Abweichung zu selbst gesetzten oder - beispielsweise aus
einem früheren Auftrag ermittelten und dann abgespeicherten Sollwerten für Temperatur,
Feuchte und Lackmenge. Bei Überschreitung von Toleranzgrenzen können außerdem Fehlermeldungen
auf dem Bildschirm sichtbar gemacht werden.
In gleicher Weise wie für den Bilanzraum des Lackierens und Trocknens über das erste
Lackwerk 9a der Druckmaschine 1 lässt sich auch ein Bilanzraum B2 für das zweite Lackwerk
9b sowie die Trockner 11 a bis d für die Druckmaschine 1 aufbauen und darstellen.
Zur graphischen Darstellung des zweiten Bilanzraums am Bildschirm 304 (Figur 5) kann
durch entsprechende Eingaben über die Tastatur 303 der Rechner 301 die Bildschirmdarstellung
entsprechend umschalten und auf die in der Zuluft 21 bzw. Abluft 31 angeordneten und
den Lackstrom 19b messende Sensoren umschalten.
[0041] Des Weiteren verfügt der Rechner 301 über eine Datenleitung 307, die ihn mit der
Maschinensteuerung der Druckmaschine verbindet. Auf diesem Wege können am Bildschirm
304 interaktiv vorgenommene Änderungen der Heizleistung bzw. des Luftvolumenstroms
der Trockner, der Lackauftragsmenge und der Maschinengeschwindigkeit direkt an die
Maschinensteuerung übergeben werden und müssen dort nicht separat vorgenommen werden.
[0042] In Figur 7 ist eine Messzelle zur genaueren Messung der relativen Feuchte in der
Abluft der Trockner 10a/10b beschrieben: Die Messzelle besitzt ein topfartiges oder
kastenförmiges Gehäuse 401, das bodenseitig mit einem Lufteinlassstutzen 402 und versetzt
gegenüber liegend etwa mittig bezogen auf die Wandung des topfförmigen bzw. kastenförmigen
Gehäuses einen Luftauslassstutzen 403 aufweist. Der Lufteinlassstutzen 402 besitzt
einen sehr viel größeren Querschnitt als der Luftauslassstutzen 403, um zu erreichen,
dass sich in der Messzelle das Druckniveau nicht verändert, sondern etwa dem Druck
des Hauptstroms der Trocknerabluft entspricht, von dem der Messstrom abgezweigt wird.
[0043] Ein grobes Gitter 404 im Lufteinlassstutzen verhindert das Eindringen von Fremdkörpern
in die Messzelle. Ein feineres Staubfilter 405 teilt die Messzelle zwischen dem Lufteinlassstutzen
und dem Luftauslassstutzen. Wegen seines großen Durchmessers, der dem der Messzelle
entspricht, stellt das Staubfilter 405 keinen nennenswerten Strömungswiderstand dar.
Es teilt das Volumen der Messzelle in einen Eingangsbereich 415, in dem die Luft noch
die Temperatur und Feuchte des Hauptabluftstroms besitzt, und in ein Messvolumen 416,
in dem die Luft wie nachstehend ausgeführt gekühlt und bezüglich Temperatur und relativer
Luftfeuchte vermessen wird.
[0044] Den Deckel der Messzelle bildet ein Ring 418, in dem ein Peltierelement 410 aufgenommen
ist. Das Peltierelement ist beidseitig mit Kühlkörpern versehen, wobei der Kühlkörper
414 die "heiße" Seite des Peltierelements auf Umgebungstemperatur hält, was durch
einen Lüfter 413 unterstützt wird. Peltierelement 410, Kühlkörper 414 und Lüfter 413
bilden eine handelsübliche Baueinheit, wie sie beispielsweise zur Kühlung von elektronischen
Bauelementen benutzt wird. Solche Baueinheiten sind relativ preiswert erhältlich.
[0045] Der Zwischenring 418 besteht aus wärmeisolierendem Material, um einen thermischen
Kurzschluss zwischen den beiden Seiten des Peltierelements zu verhindern.
[0046] Auf dem Kühlkörper 407 an der "kalten" Seite des Peltierelements 410 liegt ein Gitter
406 aus Metall auf. Das Gitter 406 ist relativ grobmaschig und erlaubt den Durchtritt
von Luft zwischen dem Messvolumen 416 und dem darunter liegenden Sensorbereich. Das
Gitter 406 steht im thermischen Kontakt mit dem Kühlkörper 407 und nimmt deshalb dessen
Temperatur an. Aufgrund der sehr großen Oberfläche von Kühlkörper 407 und Gitter 406
nimmt die aus dem Messvolumen 416 durch das Gitter 406 hindurchtretende und zum Sensor
408 gelangende Luft die Temperatur des Kühlkörpers an. Diese wird auf ca. 35 °C gehalten,
um ein Auskondensieren der Feuchtigkeit der Luft im Bereich des Sensors zu verhindern.
[0047] Der Sensor 408 ist ein preiswerter, handelsüblicher Sensor zur Messung der relativen
Luftfeuchte und der Temperatur, wie er z. B. von der Firma Sensirion Inc., Westlake
Village, California, USA, unter der Bezeichnung SHT75 verkauft wird. Beide Werte,
der Wert der relativen Luftfeuchte und der Temperaturmesswert, dienen dazu, um wie
anhand der übrigen Figuren beschrieben, die absolute Feuchte in der Abluft der Trockner
10a/10b zu bestimmen. Gleichzeitig dient das Temperaturmesselement auf dem Sensor
408 dazu, die Temperatur in der Messzelle auf bezüglich der Auskondensation von Wasserdampf
unkritische Werte zwischen ca. 25° bis 40°C mit Hilfe des Peltierelements 410 zu regeln.
Ein zusätzlicher Schutz gegen Kondensation lässt sich dadurch erreichen, dass man
auch das Messsignal der relativen Feuchte mit berücksichtigt. Beispielsweise kann
bei einem Überschreiten von rF > 80 % die Temperatur in dem Messvolumen 416 angehoben
werden, indem das Peltierelement 410 nach Umpolen der Stromrichtung zum Heizen verwendet
wird. In dem Fall kann das Peltierelement 410 mit Hilfe des Feuchtesignals und des
Temperatursignals des Sensors 408 so gesteuert und geregelt werden, dass der Sensor
stets in einem bezüglich der Auskondensation von Dampf unkritischen, aber in Bezug
auf die Messgenauigkeit der Feuchtemessung optimalen Klimabereich arbeitet.
[0048] Im vorliegenden Beispiel wurde die Erfindung anhand einer erstellten Feuchtebilanz
beschrieben, da bei der Verwendung von Dispersionslacken die wesentlichen Stoffströme
Wasser beinhalten. Daneben ist es in gleicher Weise möglich, z. B. bei der Verwendung
von auf (organischen) Lösungsmitteln basierten Lacken, den Ein- und Austrag der Lösungsmittel,
z. B. des IPA (Isopropanol) zu bilanzieren und diese Bilanz für die Optimierung durch
den Drucker visuell zur Verfügung zu stellen.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- Offsetdruckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- unbedruckter Papierstapel
- 4
- Pfeil (Anlegerpapierfeuchte)
- 5
- Ausleger
- 6
- Bogenauslagestapel
- 7
- Pfeil (Papierfeuchte Ausleger)
- 8a bis 8f
- Druckwerke
- 9a
- erstes Lackierwerk
- 9b
- zweites Lackierwerk
- 10a, 10b
- Trocknereinheiten
- 11a bis 11d
- Trocknereinheiten
- 12
- Pfeil (Verdunstung)
- 13
- Pfeil (Feuchtwassereintrag)
- 14
- Pfeil (Bogen)
- 15
- Pfeil (Puderstrom)
- 16
- Pfeil (austretende Fehlluft)
- 17
- Pfeil (Feuchtigkeit Bogen)
- 18
- Pfeil (Feuchtmitteleintrag)
- 19a, 19b
- Pfeile (Lackmenge)
- 20, 21
- Pfeil (Zuluft)
- 30, 31
- Pfeil (Abluft)
- 103
- mobiles elektronisches Messgerät
- 114, 117
- Temperatursensoren
- 118
- Sensor
- 119
- Durchflusssensor
- 120a
- Feuchtesensor
- 120b
- Temperatursensor
- 121
- Lufteinlasskanal
- 130a
- Drucksensor
- 130b
- Durchflusssensor
- 130c
- Feuchtesensoren
- 130d
- Temperatursensoren
- 131
- Luftauslasskanal
- 219
- Balken (Wassermenge in Lackschicht)
- 220
- Balken (Abluftwassermenge)
- 230
- Balken (Zuluftwassermenge)
- 240
- Teilbalken
- 301
- Recheneinheit
- 302
- Speicher
- 303
- Tastatur des Rechners
- 304
- Bildschirm
- 306
- Popup-Menü
- 307
- Datenleitung
- 308
- Maus
- 309
- Mauszeiger
- 401
- Messzelle
- 402
- Lufteinlassstutzen
- 403
- Luftauslassstutzen
- 404
- Gitter
- 405
- Staubfilter
- 406
- Gitter
- 407
- Kühlkörper
- 408
- Sensor
- 410
- Peltierelement
- 413
- Lüfter
- 414
- Kühlkörper
- 415
- Eingangsbereich
- 416
- Messvolumen
- 418
- Ring
- B1, B2
- Bilanzraum
- V
- Luftvolumenstrom
- T
- Temperatur
- rF
- relative Feuchte
- p
- Luftdruck
- F
- Durchfluss (Lack / Wasser)
- v
- Druckgeschwindigkeit
1. Verfahren zur Ermittlung von Betriebsparametern einer Druckmaschine (1), insbesondere
Bogenoffsetdruckmaschine, mit mindestens einer Steuereinrichtung, mehreren Druckwerken
(8a - 8f) sowie mindestens einem Lackierwerk (9a, b) und mindestens einer Trocknereinrichtung
(10,11), bei dem den Trocknungsgrad des Bedruckstoffs bestimmende Größen (V, T, rF,
p) ermittelt und zur Optimierung des Trocknungsprozesses verwendet werden, wobei die
den Trocknungsprozess beeinflussenden wesentlichen Stoffströme mindestens für den
Bereich (B1, B2) der Druckmaschine (1) ermittelt werden, der die Trocknereinrichtung
(10 bzw. 11) enthält, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Feuchtebeladung der Zuluft (20) und die Feuchtebeladung der Abluft
(30) der Trocknereinrichtung (10a, b) ermittelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei wesentliche Kenndaten der ermittelten Stoffströme (19, 20, 30) visuell dargestellt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei zusätzlich die mit dem Bedruckstoff herantransportierte Feuchtigkeit (14, 18),
insbesondere die des Lackauftrages (18) ermittelt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei zusätzlich die Feuchte (17) des die Trocknereinrichtung (10b) bzw. die Druckmaschine
verlassenden Bedruckstoffes ermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die in die Trocknereinrichtung (10a, b) pro Zeiteinheit zugeführte Wassermenge
und/oder die pro Zeiteinheit abgeführte Wassermenge ermittelt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
wobei zur Ermittlung der Wassermenge die Volumenströme der Zuluft (20) und der Abluft
(30) und/oder die Menge (19) des verdruckten Lackes gemessen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei zusätzlich die Temperatur (T) der Zuluft (20) und die Temperatur der Abluft
(30) der Trocknereinrichtung (10a, 10b) gemessen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüchen 1 bis 7,
wobei zusätzlich die Temperatur (T) des Bedruckstoffes vor und/oder nach dem Durchlaufen
der Trocknereinrichtung (10a, 10b) ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüchen 1 bis 8,
wobei wesentliche Parameter der ermittelten Stoffströme (14, 17, 19, 20, 30) zur Steuerung
der Trocknerleistung und/oder der Maschinengeschwindigkeit (v) verwendet werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei aus den Stoffströmen eine Feuchtebilanz für einen oder mehrere Bereiche (B1,
B2) der Druckmaschine ermittelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 2,
wobei die Darstellung (304) der Stoffströme mit größenveränderlichen Symbolen (219,
220, 230) erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Darstellung der Kenndaten der Stoffströme die Messwerte der Kenndaten und
der Messort dargestellt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Darstellung der Kenndaten mindestens teilweise Abweichungen von Sollwerten
angezeigt werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
wobei die Druckmaschine mehrere Trocknereinrichtungen (10a, b; 11a - d) aufweist und
für die verschiedenen Trocknereinrichtungen, Teilstoffströme (30, 31) ermittelt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Darstellung der Kenndaten Grenzwerte eingeblendet werden, innerhalb derer
der Trocknungsprozess stabil arbeitet.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verlauf der gemessenen Kenndaten der Stoffströme protokolliert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Druckmaschine mindestens ein Lackierwerk (9a, 9b) für Dispersionslacke und
eine thermische Trocknereinrichtung (10, 11) besitzt,
und zumindest die Luftfeuchte in der Abluft der Trocknereinrichtung gemessen wird.
18. Druckmaschine, insbesondere Bogenrotationsdruckmaschine (1), mit mindestens einer
dieser zugeordneten Steuerungseinrichtung, mehreren Druckwerken (8a - d) sowie mindestens
einem Lackierwerk (9a, b) und mindestens einer Trocknereinrichtung (10a, b; 11a -
d) sowie Sensoren (117, 118, 119, 120, 130, 106, 103) zur Messung von den Trocknungsprozess
des Bedruckstoffs bestimmenden Größen, wobei der Trocknereinrichtung (10a, b) Sensoren
(117, 118, 119, 120, 130, 106, 103) zur Gewinnung von Messwerten für die Ermittlung
der den Trocknungsprozess beeinflussenden wesentlichen Stoffströme zugeordnet sind,
und dass eine Recheneinheit (301) vorhanden ist, in der die Messwerte der Sensoren
zur Ermittlung der Stoffströme verarbeitet werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass Sensoren (120a, 130a) zur Ermittlung der Feuchtebeladung der Zuluft (20) und der
Abluft (30) der Trocknereinheit (10a, b) vorgesehen sind.
19. Druckmaschine nach Anspruch , 18,
gekennzeichnet durch
eine mit der Recheneinheit (301) verbundenen Anzeigeeinrichtung (304), auf der Kenndaten
der ermittelten Stoffströme visuell darstellbar sind.
20. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 19,
wobei zusätzlich mindestens ein Sensor (118) zur Messung der pro Zeiteinheit verdruckten
Lackmenge vorgesehen ist.
21. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 20,
gekennzeichnet durch
mindestens einen die Feuchtigkeit des in die Trocknereinrichtung transportierten und/oder
die Trocknereinheit verlassenden Bedruckstoffes messenden Sensor (103, 118, 106).
22. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 21,
gekennzeichnet durch
ein Rechenprogramm für den Rechner (301) zur Ermittlung der in die Trocknereinheit
(9a, b) zugeführten und abgeführten Wassermenge.
23. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 22,
gekennzeichnet durch
mindestens einen Sensor (130b) zur Ermittlung des Volumenstromes der Zuluft bzw. der
Abluft der Trocknereinrichtung(en).
24. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 23,
gekennzeichnet durch
Temperatursensoren (120b, 130d) zur Ermittlung der Temperatur des Zuluftstromes und
des Abluftstroms der Trocknereinrichtung(en).
25. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 24,
gekennzeichnet durch
Temperatursensoren (114, 117) zur Ermittlung der Temperatur des Bedruckstoffes vor
und nach dem Durchlaufen der Trocknereinrichtung(en).
26. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 25,
gekennzeichnet durch
eine Datenverbindung (307) zwischen der Recheneinheit (301) und der Steuerung der
Druckmaschine.
27. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 25,
wobei die Recheneinheit Teil der Steuerung der Druckmaschine ist.
28. Druckmaschine nach den Ansprüchen 19 bis 27,
wobei die Anzeigeeinrichtung Teil des Bedienpults der Druckmaschine ist.
29. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 28,
wobei die Druckmaschine mehrere Trocknereinrichtungen (10a, b; 11a - d) aufweist und
einzelnen Trocknereinheiten (10a, b) ein separater Sensor zur Messung der Feuchte
der Abluft zugeordnet sind.
30. Druckmaschine nach Anspruch 29,
wobei jeder Trocknereinheit (10, 11) ein separater Temperatursensor zugeordnet ist.
31. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 18 bis 19,
wobei die Druckmaschine mindestens ein Lackierwerk (9a, 9b) für Dispersionslacke und
eine thermischen Trocknereinrichtung (10a, 10b, 11a bis 11d) besitzt und
im Abluftkanal der Trocknereinrichtung (10, 11) mindestens ein Sensor zur Messung
der Luftfeuchte der Abluft angeordnet ist.
32. Druckmaschine nach Anspruch 18 oder 31,
wobei der Sensor (130c, d) zur Messung der Feuchte des Abluftstroms in einem gekühlten
Messluftstrom angeordnet ist.
33. Druckmaschine nach Anspruch 32,
gekennzeichnet durch
eine Messzelle (401) mit einem Peltierelement (410) zur Abkühlung eines vom Hauptluftstrom
abgezweigten Messluftstroms, wobei der Feuchtesensor (408) zusammen mit einem Temperatursensor
in der Messzelle (401) angeordnet ist.
34. Druckmaschine nach Anspruch 31 mit einer Anzeigeeinrichtung zur Darstellung der Feuchte
oder der über die Abluft ausgetragenen Wassermenge.
1. Method of determining operating parameters of a printing press (1), in particular
a sheet-fed offset printing press, including at least one control device, a number
of printing units (8a-8f) as well as at least one varnishing unit (9a, b) and at least
one dryer device (10, 11), wherein parameters (V, T, rF, p) determining the degree
of drying of the printing material are established and used to optimize the drying
process, wherein the essential material flows that influence the drying process are
determined for at least that region (B1, B2) of the printing press (1) that contains
the dryer device (10, 11, respectively),
characterized
in that at least the moisture content of the supply air (20) and the moisture content of
the exhaust air (30) of the dryer device (10a, b) are determined.
2. Method according to claim 1,
wherein essential characteristic data of the determined material flows (19, 20, 30)
are displayed visually.
3. Method according to claim 1 or 2,
wherein additionally the moisture (14, 18) brought in by the printing material, in
particular that of the applied varnish (18), is determined.
4. Method according to any one of claims 1 to 3,
wherein additionally the dampness (17) of the printing material exiting the dryer
device (10b) and/or the printing press is determined.
5. Method according to claim 1 or 2,
wherein the amount of water introduced into the dryer device (10a, b) per unit of
time and/or the amount of water discharged per unit of time are determined.
6. Method according to claim 5,
wherein to establish the amount of water, the volume flows of the supply air (20)
and of the exhaust air (30) and/or the amount (19) of applied varnish are measured.
7. Method according to any one of claims 1 to 6,
wherein additionally the temperature (T) of the supply air (20) and the temperature
of the exhaust air (30) of the dryer device (10a, 10b) are measured.
8. Method according to any one of claims 1 to 7,
wherein additionally the temperature (T) of the printing material is established before
and/or after it passes through the dryer device (10, 10b).
9. Method according to any one of claims 1 to 8,
wherein essential parameters of the established material flows (14, 17, 19, 20, 30)
are used to control the drying power and/or the machine speed (v).
10. Method according to any one of claims 1 to 9,
wherein a moisture balance for one or more regions (B1, B2) of the printing press
is determined form the material flows.
11. Method according to claim 2,
wherein the displaying (304) of the material flows is done using symbols (219, 220,
230) that are variable in size.
12. Method according to claim 2,
characterized
in that when the characteristic data of the material flows is displayed, the measured values
of the characteristic data and the location of measurement are displayed.
13. Method according to any one of claims 2 to 12,
characterized
in that when the characteristic data is displayed, deviations from desired values are displayed
at least partially.
14. Method according to any one of claims 1 to 12,
wherein the printing press includes several dryer devices (10a, b; 11a-d) and wherein
partial material flows (30, 31) are determined for the different dryer devices.
15. Method according to any one of claims 2 to 14,
characterized
in that when the characteristics are displayed, limiting values are shown within which the
drying process operates in a stable way.
16. Method according to any one of claims 1 to 12,
characterized
in that the progress of the measured characteristic data of the material flows is logged.
17. Method according to any one of claims 1 to 12,
wherein the printing press has at least one varnishing unit (9a, 9b) for dispersion
varnishes and a thermal dryer device (10, 11), and wherein at least the air humidity
in the exhaust air of the dryer device is measured.
18. Printing press, in particular sheet-fed rotary printing press (1), having at least
one control device assigned to the printing press, several printing units (8a-d) as
well as at least one varnishing unit (9a, b) and at least one dryer device (10a, b;
11a-d) as well as sensors (117, 118, 119, 120, 130, 106, 103) for measuring parameters
that determine the drying process of the printing material, wherein sensors (117,
118, 119, 120, 130, 106, 103) are assigned to the dryer device (10a, b) to establish
measured values for the determination of the essential material flows that influence
the drying process and wherein a computing unit (301) is present in which the values
measured by the sensors to establish the material flows are processed,
characterized
in that sensors (120a, 130a) are provided to determine the moisture content of the supply
air (20) and of the exhaust air (30) of the dryer unit (10a, b).
19. Printing press according to claim 18,
characterized
by a display device (304) connected to the computing unit (301) to visually display
the characteristics of the established material flows.
20. Printing press according to any one of claims 18 to 19,
wherein additionally, at least one sensor (118) is provided to measure the amount
of varnish applied per unit of time.
21. Printing press according to any one of claims 18 to 20,
characterized
by at least one sensor (103, 118, 106) measuring the moisture of the printing material
transported into the dryer device and/or exiting the dryer unit.
22. Printing press according to any one of claims 18 to 22,
characterized
by a computer programme for the computing unit (301) for determining the amount of water
fed to and removed from the dryer unit (9a, b).
23. Printing press according to any one of claims 18 to 22,
characterized
by at least one sensor (130b) for determining the volume flow of the supply air and
of the exhaust air of the dryer device(s), respectively.
24. Printing press according to any one of claims 18 to 23,
characterized
by temperature sensors (120b, 130d) for determining the temperature of the flow of supply
air and of the flow of exhaust air of the dryer device(s).
25. Printing press according to any one of claims 18 to 24,
characterized
by temperature sensors (114, 117) for determining the temperature of the printing material
before and after it has passed through the dryer device(s).
26. Printing press according to any one of claims 18 to 25,
characterized
by a data connection (307) between the computing unit (301) and the control unit of
the printing press.
27. Printing press according to any one of claims 18 to 25,
wherein the computing unit is part of the control unit of the printing press.
28. Printing press according to any one of claims 19 to 27,
wherein the display device is part of the control console of the printing press.
29. Printing press according to any one of claims 18 to 28,
wherein the printing press has several dryer devices (10a, b; 11a-d) and wherein a
separate sensor for measuring the moisture of the exhaust air are assigned to individual
dryer units (10a, b).
30. Printing press according to claim 29,
wherein a separate temperature sensor is assigned to each dryer unit (10, 11).
31. Printing press according to any one of claims 18 to 19,
wherein the printing press has at least one varnishing unit (9a, 9b) for dispersion
varnishes and a thermal dryer device (10a, 10b, 11a to 11d) and wherein at least one
sensor for measuring the air humidity of the exhaust air is arranged in the exhaust
duct of the dryer device (10, 11).
32. Printing press according to claim 18 or 31,
wherein the sensor (130c, d) for measuring the moisture of the exhaust airstream is
arranged in a cooled measurement airstream.
33. Printing press according to claim 31,
characterized
by a measuring cell (401) in a Peltier element (410) for cooling a measurement airstream
diverted form a main airstream, the moisture sensor (408) being arranged in the measuring
cell (401) together with a temperature sensor.
34. Printing press according to claim 31 including a display device for displaying the
moisture or the amount of water removed by the exhaust air.
1. Procédé pour la détermination de paramètres de fonctionnement d'une machine à imprimer
(1), en particulier d'une machine à imprimer offset à feuilles avec au moins un dispositif
de commande, plusieurs groupes à imprimer (8a - 8f) ainsi qu'au moins un groupe de
vernissage (9a, b) et au moins un dispositif de séchage (10,11), pour lequel les dimensions
(V, T, rF, p) définissant le degré de séchage de la matière imprimée sont déterminées
et utilisées pour l'optimisation du processus de séchage, les flux de matière influençant
le processus de chauffage étant déterminés pour au moins la zone (B1, B2) de la machine
à imprimer (1) qui contient le dispositif de séchage (10 ou 11), caractérisé en ce
qu'au moins la charge d'humidité de l'air d'amenée (20) et la charge d'humidité de l'air
d'échappement (30) du dispositif de séchage (10a, b) sont déterminées.
2. Procédé selon la revendication 1,
pour lequel des données caractéristiques essentielles des flux de matière déterminés
(19, 20, 30) sont représentés visuellement.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
pour lequel, en supplément, l'humidité (14, 18) transportée avec la matière imprimée,
en particulier celle de la couche de vernis (18), est déterminée.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
pour lequel, en supplément, l'humidité (17) de la matière imprimée quittant le dispositif
de séchage (10b) ou la machine à imprimer est déterminée.
5. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
pour lequel la quantité d'eau amenée par unité de temps dans le dispositif de séchage
(10a, b) et/ou la quantité d'eau évacuée par unité de temps sont déterminées.
6. Procédé selon la revendication 5,
pour lequel les flux volumiques de l'air d'arrivée (20) et de l'air d'échappement
(30) et/ou la quantité (19) du vernis imprimé sont mesurés pour la détermination de
la quantité d'eau.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6,
pour lequel la température (T) de l'air d'amenée (20) et la température de l'air d'échappement
(30) du dispositif de séchage (10a, 10b) sont mesurées en supplément.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7,
pour lequel la température (T) de l'air d'amenée avant et/ou après la traversée du
dispositif de séchage (10a, 10b) est déterminée en supplément.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8,
pour lequel des paramètres essentiels déterminés des flux de matière (14, 17, 19,
20, 30) sont utilisés pour la commande de la puissance de séchage et/ou de la vitesse
de machine (v).
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9,
pour lequel un bilan d'humidité pour une plusieurs zones (B1, B2) de la machine à
imprimer est déterminé à partir des flux de matière.
11. Procédé selon la revendication 2,
pour lequel la représentation (304) des flux de matière s'effectue à l'aide de symboles
(219, 220, 230) de grandeur variable.
12. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce
que dans la représentation des données caractéristiques des flux de matière, les valeurs
de mesure des données caractéristiques et le lieu de mesure sont représentés.
13. Procédé selon l'une des revendications 2 à 12,
caractérisé en ce
que dans la représentation des données caractéristiques, des divergences au moins partielles
de valeurs de consigne sont affichées.
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12,
pour lequel la machine à imprimer présente plusieurs dispositifs de séchage (10a,
b; 11a - d) et des flux de matières partiels (30, 31) sont déterminés pour les différents
dispositifs de séchage.
15. Procédé selon l'une des revendications 2 à 14,
caractérisé en ce
que dans la représentation des données caractéristiques, des valeurs limites sont affichées,
à l'intérieur desquelles le processus de séchage travaille de manière stable.
16. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12,
caractérisé en ce
que la courbe des données caractéristiques mesurées des flux de matière est protocolée.
17. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
pour lequel la machine à imprimer possède au moins un groupe de vernissage (9a, 9b)
pour vernis de dispersion, et un dispositif de séchage thermique (10, 11),
et au moins l'humidité de l'air étant mesurée dans l'air d'échappement du dispositif
de séchage.
18. Machine à imprimer, en particulier machine à imprimer rotative à feuilles (1) avec
au moins un dispositif de commande associé à cette dernière, plusieurs groupes à imprimer
(8a-d) ainsi qu'au moins un groupe de vernissage (9a, b) et au moins un dispositif
de séchage (10a, b ; 11a-d) ainsi que des capteurs (117, 118, 119, 130, 106, 103)
pour la mesure des grandeurs déterminant le processus de séchage de la matière à imprimer,
caractérisée en ce que le dispositif de séchage (10a, b) est associé à des capteurs (117, 118, 119, 130,
106, 103) pour obtenir des valeurs de mesure afin de déterminer les flux de matière
essentiels influençant le processus de séchage, et en ce qu'une unité informatique (301) est prévue, dans laquelle les valeurs de mesure des capteurs
sont traitées pour déterminer les flux de matière,
caractérisée en ce
que des capteurs (120a, 130a) sont prévus pour la détermination de la charge d'humidité
de l'air d'amenée (20) et de l'air d'échappement (30) du dispositif de séchage (10a,
b).
19. Machine à imprimer selon la revendication 18,
caractérisée en ce
qu'un dispositif d'affichage (304) est relié à l'unité informatique (301), sur lequel
des données caractéristiques des flux de matière déterminés sont visuellement représentables.
20. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 19,
pour laquelle au moins un capteur (118) est prévu pour la mesure de la quantité de
vernis imprimée par unité de temps.
21. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 20,
caractérisée par
au moins un capteur (103, 118, 106) mesurant l'humidité de la matière imprimée transportée
dans le dispositif de séchage et/ou quittant l'unité de séchage.
22. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 21,
caractérisée par
un programme informatique pour l'ordinateur (301) en vue de la détermination de la
quantité d'eau amenée dans et évacuée et hors de l'unité de séchage (9a, b).
23. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 22,
caractérisée par
au moins un capteur (130b) pour la détermination du flux volumique de l'air d'arrivée
et/ou de l'air d'échappement du/des dispositif(s) de séchage.
24. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 23,
caractérisée par
des capteurs de température (120b, 130d) pour la détermination de la température du
flux d'air d'amenée et du flux d'air d'échappement du/des dispositif(s) de séchage.
25. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 24,
caractérisée par
des capteurs de température (114, 117) pour la détermination de la température de
la matière imprimée avant et après la traversée du/des dispositif(s) de séchage.
26. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 25,
caractérisée par
une connexion de données (307) entre l'unité informatique (301) et la commande de
la machine à imprimer.
27. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 25,
pour laquelle l'unité informatique fait partie de la commande de la machine à imprimer.
28. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 27,
pour laquelle le dispositif d'affichage fait partie du pupitre de commande de la machine
à imprimer.
29. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 28,
pour laquelle la machine à imprimer présente plusieurs dispositifs de séchage (10a,
b; 11a - d) et chacune des unités de séchage (10a, b) est associée à un capteur séparé
pour la mesure de l'humidité de l'air d'échappement.
30. Machine à imprimer selon la revendication 29,
pour laquelle chaque unité de séchage (10, 11) est associée à un capteur de température
séparé.
31. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 à 19,
pour laquelle la machine à imprimer présente au moins un groupe de vernissage (9a,
9b) pour vernis de dispersion et un dispositif de séchage thermique (10a, 10b, 11a
à 11d), et au moins un capteur pour la mesure de l'humidité de l'air d'échappement
étant disposé dans le canal d'air d'échappement du dispositif de séchage (10, 11).
32. Machine à imprimer selon l'une des revendications 18 ou 31,
pour laquelle le capteur (130c, d) est disposé pour la mesure de l'humidité du flux
d'air d'échappement dans un flux d'air de mesure refroidi.
33. Machine à imprimer selon la revendication 32,
caractérisée par
une cellule de mesure (401) avec un élément Peltier (410) pour le refroidissement
d'un flux d'air de mesure dérivé du flux principal d'air, le capteur d'humidité (408)
étant disposé ensemble avec un capteur de température dans la cellule de mesure (401).
34. Machine à imprimer selon la revendication 31, avec un dispositif d'affichage pour
la représentation de l'humidité ou de la quantité d'eau évacuée par l'air d'échappement.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente