(19)
(11) EP 1 865 116 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.12.2007  Patentblatt  2007/50

(21) Anmeldenummer: 07011040.8

(22) Anmeldetag:  05.06.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E03F 1/00(2006.01)
E02B 11/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 06.06.2006 DE 202006008981 U

(71) Anmelder: Heitker, Martin
49809 Lingen (Ems) (DE)

(72) Erfinder:
  • Heitker, Martin
    49809 Lingen (Ems) (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Matthias et al
Jabbusch Arendt & Siekmann Patentanwälte Koppelstrasse 3
26135 Oldenburg
26135 Oldenburg (DE)

   


(54) Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen


(57) Bei einem Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen, die jeweils Außenwandungen aufweisen, wobei jedes Systemelement als Scheibenabschnitt ausgebildet ist, ist vorgesehen, daß jedes Systemelement aus zumindest zwei voneinander separaten Rahmenteilen ausgebildet ist.
Mit diesem Sicker- und Drainagekörper kann ein kostengünstiges, dezentrales Versickerungs- und Rückhaltesystem geschaffen werden, wobei die Transportkosten für den Sicker- und Drainagekörper weiter reduziert sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen, die jeweils Außenwandungen aufweisen, wobei jedes Systemelement als Scheibenabschnitt ausgebildet ist.

[0002] Derartige Sicker- und Drainagekörper sind aus Kunststoff ausgebildet und werden zur ökologischen und ökonomischen Regenwasserbewirtschaftung im Privatbereich, Gewerbebereich, Sportflächenbereich, für Kommunalflächen und Verkehrsflächen eingesetzt. Die zunehmende Flächenversiegelung mit der Folge der steigenden Belastung von Kanalnetzen und Kläranlagen, sowie die Grundwasserbildung zur Trinkwassergewinnung durch einen natürlichen Wasserkreislauf erfordert einen Einsatz dezentraler Versickerungs- und Rückhaltesysteme für Regenwasser. Ein Sicker- und Drainagekörper ist beispielsweise aus der DE 299 24 050 U1 bekannt.

[0003] Der Sicker- und Drainagekörper (Rigole) liegt nicht als Vollkörper vor, wenn er von einem Hersteller oder einem Vertrelber zu einer Baustelle zu transportieren ist. Im Stand der Technik ist bereits vorgesehen, den Sicker- und Drainagekörper aus scheibenartigen Systemelementen auszubilden. Diese scheibenartigen Systemelemente zeichnen sich durch eine geringere Tiefe als die Breite und Höhe des Systemelementes aus. Jeder einzelner Scheibenabschnitt ist für sich allein nicht als Sicker- und Drainagekörper einsetzbar, erst durch die Verwendung mehrerer Scheibenabschnitte wird ein Sicker- und Drainagekörper ausgebildet. Jeder Scheibenabschnitt kann dabei z.B. quaderförmig ausgebildet sein.

[0004] Das Zusammensetzen zu einem Sicker- und Drainagekörper kann direkt auf der Baustelle erfolgen. Die einzelnen Systemelemente können dabei noch in ihrer Scheibenform transportiert werden, wobei sie z.B. auf der Ladefläche eines Lastkraftwagens flach übereinander gestapelt werden. Gegenüber dem Aufbringen eines fertigen Sicker- und Drainagekörpers auf einer Ladefläche, der möglicherweise mit Seilen oder anderen Hilfsmitteln umständlich gesichert werden muß, entstehen Platzvorteile.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sicker- und Drainagekörper der eingangs genannten Gattung aufzuzeigen, mit dem ein kostengünstiges, dezentrales Versickerungs- und Rückhaltesystem geschaffen ist, wobei die Transportkosten für den Sicker- und Drainagekörper weiter reduziert werden sollen.

[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jedes Systemelement aus zumindest zwei voneinander separaten Rahmenteilen ausgebildet ist.

[0007] Nach der Erfindung ist vorgesehen, daß jedes Systemelement aus zumindest zwei voneinander separaten Rahmentellen auszubilden. Die rahmenartige Ausgestaltung des Systemelementes wird somit aus einzelnen Rahmenteilen gebildet. Diese Rahmenteile werden zusammengesetzt, z.B. um eine einen Durchbruch umschließende rahmenartige Ausgestaltung zu schaffen. Es können dabei zwei, drei, vier oder mehr Rahmenteile vorgesehen sein. Die Rahmenteile können jeweils gleich ausgebildet sein, es können aber auch voneinander verschiedene Rahmenteile Anwendung finden.

[0008] Für den Transport ist es dadurch ermöglicht, die einzelnen Rahmenteile so ineinander zu legen, daß durch eine versetzte Anordnung die Bauhöhe aufeinanderliegender Rahmenteile reduziert ist. Bei einem Transport der Rahmenteile können diese somit eng gestapelt werden, ohne daß ein großes Luftvolumen transportiert wird.

[0009] Ein erfindungsgemäßer Sicker- und Drainagekörper kann gleichwohl eine Inspektionsöffnung bereithalten. So kann nach einer ersten Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, daß jedes Systemelement eine rahmenartige Ausgestaltung hat, wobei Rahmenabschnitte einen Durchbruch einschließen. Der Durchbruch kann entsprechend dimensioniert sein, um eine lnspektionsöffnung auszubilden. Dabei kann der Durchbruch einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen, während die Außenkontur jedes Scheibenabschnittes rechteckig sein kann. Ein Sicker- und Drainagekörper wird dann dadurch hergestellt, daß mehrere Scheibenabschnitte aufeinander oder unmittelbar aneinander gelegt werden. Der Sicker- und Drainagekörper wird lagenweise ausgebildet, durch die Auswahl einer entsprechenden Anzahl von Scheibenelementen sind dabei letztendlich die Baumaße des Sicker- und Drainagekörpers bestimmbar. Aufgrund des in jedem Systemelement vorhandenen Durchbruches wird kein geschlossener Sicker- und Drainagekörper ausgebildet, sondem ein an seinen Stirnseiten offener.

[0010] Die Rahmenteile und auch die Systemelemente können miteinander mit Hilfe von Verbindungsmitteln verbunden sein. Diese Verbindungsmittel können unmittelbar an die Rahmenteile angeformte Rasten oder Vorsprünge sein, welche einem Zusammenstecken der Rahmenteile bzw. der Systemelemente dienen. Zusätzliche Verbindungsmittel, die neben den Systemelementen lose mitzuführen wären, sind vorteilhaft nicht erforderlich.

[0011] Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß jedes Rahmenteil die Hälfte der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet. Ein Systemelement ist dann aus zwei Rahmenteilen schnell zusammensetzbar. Durch das Vorsehen des Durchbruches weist jedes Rahmenteil die Bauform etwa eines C auf.

[0012] Jedes Rahmenteil kann auch ein Viertel der rahmenartigen Ausgestaltung ausbilden. Die Rahmenform wird dann aus vier Rahmenteilen gebildet, auch hier ist ein platzsparendes Aufeinanderlegen durch Einrichten einer Versetzung aufeinanderliegender Teile ermöglicht.

[0013] Bei dem Vorsehen von vier Rahmenteilen können die freien Enden der einzelnen Rahmenteile gehrungsartig aufeinandergelegt sein. Die Trennlinien zwischen zwei einander benachbarter Rahmenteilen verlaufen dann im Eckbereich der rahmenartigen Ausgestaltung. Jedes Rahmenteil liegt mit zwei schrägen oder ineinander verzahnten Flächen auf zwei benachbarten Rahmenteilen auf. Tritt nun ein Druck von außen auf das Rahmenteil auf, beispielsweise durch anliegendes Erdreich, so verkeilt sich dieses Rahmenteil aufgrund der Schrägflächen an den beiden anderen Rahmenteilen. Dadurch tritt neben den Verbindungsmitteln eine zusätzliche Stabilisierung der Anordnung der Rahmenteile ein.

[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1:
eine perspektivische Ansicht eines ersten Systemelementes für einen Sicker- und Drainagekörper,
Fig. 2:
eine perspektivische Ansicht eines zweiten Systemelementes für einen Sicker- und Drainagekörper,
Fig. 3:
eine perspektivische Ansicht eines Sicker- und Drainagekörpers,
Fig. 4:
eine perspektivische Ansicht eines aus Rahmenteilen zusammengesetzten Systemelementes für einen Sicker- und Drainagekörper gemäß Fig. 3 und
Fig. 5:
eine perspektivische Ansicht aufeinandergelegter Rahmenteile für ein Systemelement gemäß Fig. 4.


[0015] Das Systemelement 1 in Fig. 1 ist zweistückig ausgebildet. Es weist Außenwandungen auf, welche eine rahmenartige Ausgestaltung ausbilden. Diese rahmenartige Ausgestaltung ist rechteckig. Das Systemelement 1 schließt einen Durchbruch 2 ein, der kreisförmig ausgebildet ist und als Inspektionsschacht dienen kann.

[0016] Das Systemelement 1 weist eine geringe Tiefe auf. Es ist scheibenartig ausgebildet.

[0017] Fig. 2 zeigt ein weiteres Systemelement 1, das wieder zweistückig ausgebildet ist. Dieses Systemelement weist gegenüber dem Systemelement in Fig. 1 eine größere Tiefe auf. Diese Quaderform wird noch als Scheibenabschnitt gesehen, da die Tiefe des Systemelementes geringer ist als die Höhe bzw. Breite des Systemelementes.

[0018] Fig. 3 zeigt, daß mehrere Pakete von Systemelementen nach Fig. 1 zu einem größeren Sicker- und Drainagekörper zusammengesetzt werden können. Dieser Sicker- und Drainagekörper weist insgesamt eine quaderförmige Ausgestaltung auf, vier aus Durchbrüchen 2 ausgebildete Röhren durchsetzen ihn. Die Teilung der Systemelemente 1 in Rahmenteile ist in Fig. 3 nicht gezeigt.

[0019] In Fig. 4 ist gezeigt, daß das Systemelement 1 aus vier Rahmenteilen 3 ausgebildet ist. Jedes Rahmenteil 3 bildet einen Rahmenabschnitt mit einer Außenwandung des Systemelementes 1 aus. Die einzelnen Rahmenteile 3 sind gehrungsartig aneinander gesetzt. Sie liegen mit jeweils im Eckbereich des Systemelementes 1 angeordneten Flächen 4 aufeinander. In die Flächen 4 können Verbindungsmittel, Arretierungen und/oder formschlüssige Verbindungen angeordnet sein.

[0020] Die dem Durchbruch 2 zugekehrten Flächen der Rahmenteile 3 können flüssigkeftsdurchlässig oder flüssigkeitsundurchlässig ausgebildet sein. Über flüssigkeitsdurchlässige Flächen kann durch den Durchbruch 2 hindurchgeführtes Wasser in die Systemelemente 1 und somit in den Sicker- und Drainagekörper eintreten. Wenn aber eine Fließsohle ausgebildet werden soll, können beispielsweise die dem Durchbruch 2 zugekehrten Flächen des zu unterst liegenden Rahmenteils 3 sowie der vertikal ausgerichteten Rahmenteile 3 geschlossen ausgebildet sein. Dann wird eine hochwandige Fließsohle ausgebildet, in der sich Sedimente absetzen können. Selbst bei einer Hochdruckspülung dieser Fließsohle werden die Sedimente nicht in den Sicker- und Drainagekörper gedrückt, sondern die Fließsohle entlang aus dieser entfernt.

[0021] Die verschiedenen offenen bzw. geschlossenen Rahmenteile 3 können aus einer Form im Spritzgußverfahren hergestellt werden. Aus einem Spritzgußschuß sind beispielsweise sämtliche vier Teile formbar.

[0022] In die Rahmenteile 3 können zudem noch Stapelausformungen eingebracht sein, wie mit gestrichelten Linien im unten liegenden Rahmenteil in Figur 4 angedeutet. Das Transportvolumen beispielsweise eines Lastkraftwagens wird besser ausgenutzt, hinzu tritt eine transportsichere Stapelung.

[0023] Fig. 5 zeigt Rahmenteile 3 in einer Transportlage z.B. auf der Ladefläche eines nicht weiter dargestellten Lastkraftwagens. Die Rahmenteile 3 liegen in vier Lagen übereinander. Die Flächen 4 werden wiederum zur Anlage einzelner Rahmenteile 3 an benachbarte Rahmenteile 3 ausgenutzt. Ein kompaktes Packmaß ist die positive Folge.


Ansprüche

1. Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen, die jeweils Außenwandungen aufweisen, wobei jedes Systemelement als Scheibenabschnitt ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedes Systemelement (1) aus zumindest zwei voneinander separaten Rahmenteilen (3) ausgebildet ist.
 
2. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Systemelement (1) eine rahmenartige Ausgestaltung hat, wobei Rahmenabschnitte einen Durchbruch (2) einschließen.
 
3. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchbruch (2) einen kreisförmigen Querschnitt hat.
 
4. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkontur des Systemelementes (1) rechteckig ist.
 
5. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Systemelemente (1) aufeinander oder aneinander liegen.
 
6. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß Systemelemente (1) miteinander und/oder Rahmenteile (3) miteinander mit Verbindungsmitteln verbunden sind.
 
7. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel Rasten und/oder Vorsprünge umfassen.
 
8. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil (3) die Hälfte der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet.
 
9. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil (3) ein Viertel der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet.
 
10. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der einzelnen Rahmenteile (3) gehrungsartig aufeinandergelegt sind.
 




Zeichnung














Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente