[0001] Die Erfindung betrifft einen Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen,
die jeweils Außenwandungen aufweisen, wobei jedes Systemelement als Scheibenabschnitt
ausgebildet ist.
[0002] Derartige Sicker- und Drainagekörper sind aus Kunststoff ausgebildet und werden zur
ökologischen und ökonomischen Regenwasserbewirtschaftung im Privatbereich, Gewerbebereich,
Sportflächenbereich, für Kommunalflächen und Verkehrsflächen eingesetzt. Die zunehmende
Flächenversiegelung mit der Folge der steigenden Belastung von Kanalnetzen und Kläranlagen,
sowie die Grundwasserbildung zur Trinkwassergewinnung durch einen natürlichen Wasserkreislauf
erfordert einen Einsatz dezentraler Versickerungs- und Rückhaltesysteme für Regenwasser.
Ein Sicker- und Drainagekörper ist beispielsweise aus der
DE 299 24 050 U1 bekannt.
[0003] Der Sicker- und Drainagekörper (Rigole) liegt nicht als Vollkörper vor, wenn er von
einem Hersteller oder einem Vertrelber zu einer Baustelle zu transportieren ist. Im
Stand der Technik ist bereits vorgesehen, den Sicker- und Drainagekörper aus scheibenartigen
Systemelementen auszubilden. Diese scheibenartigen Systemelemente zeichnen sich durch
eine geringere Tiefe als die Breite und Höhe des Systemelementes aus. Jeder einzelner
Scheibenabschnitt ist für sich allein nicht als Sicker- und Drainagekörper einsetzbar,
erst durch die Verwendung mehrerer Scheibenabschnitte wird ein Sicker- und Drainagekörper
ausgebildet. Jeder Scheibenabschnitt kann dabei z.B. quaderförmig ausgebildet sein.
[0004] Das Zusammensetzen zu einem Sicker- und Drainagekörper kann direkt auf der Baustelle
erfolgen. Die einzelnen Systemelemente können dabei noch in ihrer Scheibenform transportiert
werden, wobei sie z.B. auf der Ladefläche eines Lastkraftwagens flach übereinander
gestapelt werden. Gegenüber dem Aufbringen eines fertigen Sicker- und Drainagekörpers
auf einer Ladefläche, der möglicherweise mit Seilen oder anderen Hilfsmitteln umständlich
gesichert werden muß, entstehen Platzvorteile.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sicker- und Drainagekörper der eingangs
genannten Gattung aufzuzeigen, mit dem ein kostengünstiges, dezentrales Versickerungs-
und Rückhaltesystem geschaffen ist, wobei die Transportkosten für den Sicker- und
Drainagekörper weiter reduziert werden sollen.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jedes Systemelement aus zumindest
zwei voneinander separaten Rahmenteilen ausgebildet ist.
[0007] Nach der Erfindung ist vorgesehen, daß jedes Systemelement aus zumindest zwei voneinander
separaten Rahmentellen auszubilden. Die rahmenartige Ausgestaltung des Systemelementes
wird somit aus einzelnen Rahmenteilen gebildet. Diese Rahmenteile werden zusammengesetzt,
z.B. um eine einen Durchbruch umschließende rahmenartige Ausgestaltung zu schaffen.
Es können dabei zwei, drei, vier oder mehr Rahmenteile vorgesehen sein. Die Rahmenteile
können jeweils gleich ausgebildet sein, es können aber auch voneinander verschiedene
Rahmenteile Anwendung finden.
[0008] Für den Transport ist es dadurch ermöglicht, die einzelnen Rahmenteile so ineinander
zu legen, daß durch eine versetzte Anordnung die Bauhöhe aufeinanderliegender Rahmenteile
reduziert ist. Bei einem Transport der Rahmenteile können diese somit eng gestapelt
werden, ohne daß ein großes Luftvolumen transportiert wird.
[0009] Ein erfindungsgemäßer Sicker- und Drainagekörper kann gleichwohl eine Inspektionsöffnung
bereithalten. So kann nach einer ersten Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein,
daß jedes Systemelement eine rahmenartige Ausgestaltung hat, wobei Rahmenabschnitte
einen Durchbruch einschließen. Der Durchbruch kann entsprechend dimensioniert sein,
um eine lnspektionsöffnung auszubilden. Dabei kann der Durchbruch einen kreisförmigen
Querschnitt aufweisen, während die Außenkontur jedes Scheibenabschnittes rechteckig
sein kann. Ein Sicker- und Drainagekörper wird dann dadurch hergestellt, daß mehrere
Scheibenabschnitte aufeinander oder unmittelbar aneinander gelegt werden. Der Sicker-
und Drainagekörper wird lagenweise ausgebildet, durch die Auswahl einer entsprechenden
Anzahl von Scheibenelementen sind dabei letztendlich die Baumaße des Sicker- und Drainagekörpers
bestimmbar. Aufgrund des in jedem Systemelement vorhandenen Durchbruches wird kein
geschlossener Sicker- und Drainagekörper ausgebildet, sondem ein an seinen Stirnseiten
offener.
[0010] Die Rahmenteile und auch die Systemelemente können miteinander mit Hilfe von Verbindungsmitteln
verbunden sein. Diese Verbindungsmittel können unmittelbar an die Rahmenteile angeformte
Rasten oder Vorsprünge sein, welche einem Zusammenstecken der Rahmenteile bzw. der
Systemelemente dienen. Zusätzliche Verbindungsmittel, die neben den Systemelementen
lose mitzuführen wären, sind vorteilhaft nicht erforderlich.
[0011] Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß jedes Rahmenteil
die Hälfte der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet. Ein Systemelement ist dann aus
zwei Rahmenteilen schnell zusammensetzbar. Durch das Vorsehen des Durchbruches weist
jedes Rahmenteil die Bauform etwa eines C auf.
[0012] Jedes Rahmenteil kann auch ein Viertel der rahmenartigen Ausgestaltung ausbilden.
Die Rahmenform wird dann aus vier Rahmenteilen gebildet, auch hier ist ein platzsparendes
Aufeinanderlegen durch Einrichten einer Versetzung aufeinanderliegender Teile ermöglicht.
[0013] Bei dem Vorsehen von vier Rahmenteilen können die freien Enden der einzelnen Rahmenteile
gehrungsartig aufeinandergelegt sein. Die Trennlinien zwischen zwei einander benachbarter
Rahmenteilen verlaufen dann im Eckbereich der rahmenartigen Ausgestaltung. Jedes Rahmenteil
liegt mit zwei schrägen oder ineinander verzahnten Flächen auf zwei benachbarten Rahmenteilen
auf. Tritt nun ein Druck von außen auf das Rahmenteil auf, beispielsweise durch anliegendes
Erdreich, so verkeilt sich dieses Rahmenteil aufgrund der Schrägflächen an den beiden
anderen Rahmenteilen. Dadurch tritt neben den Verbindungsmitteln eine zusätzliche
Stabilisierung der Anordnung der Rahmenteile ein.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Ansicht eines ersten Systemelementes für einen Sicker- und Drainagekörper,
- Fig. 2:
- eine perspektivische Ansicht eines zweiten Systemelementes für einen Sicker- und Drainagekörper,
- Fig. 3:
- eine perspektivische Ansicht eines Sicker- und Drainagekörpers,
- Fig. 4:
- eine perspektivische Ansicht eines aus Rahmenteilen zusammengesetzten Systemelementes
für einen Sicker- und Drainagekörper gemäß Fig. 3 und
- Fig. 5:
- eine perspektivische Ansicht aufeinandergelegter Rahmenteile für ein Systemelement
gemäß Fig. 4.
[0015] Das Systemelement 1 in Fig. 1 ist zweistückig ausgebildet. Es weist Außenwandungen
auf, welche eine rahmenartige Ausgestaltung ausbilden. Diese rahmenartige Ausgestaltung
ist rechteckig. Das Systemelement 1 schließt einen Durchbruch 2 ein, der kreisförmig
ausgebildet ist und als Inspektionsschacht dienen kann.
[0016] Das Systemelement 1 weist eine geringe Tiefe auf. Es ist scheibenartig ausgebildet.
[0017] Fig. 2 zeigt ein weiteres Systemelement 1, das wieder zweistückig ausgebildet ist.
Dieses Systemelement weist gegenüber dem Systemelement in Fig. 1 eine größere Tiefe
auf. Diese Quaderform wird noch als Scheibenabschnitt gesehen, da die Tiefe des Systemelementes
geringer ist als die Höhe bzw. Breite des Systemelementes.
[0018] Fig. 3 zeigt, daß mehrere Pakete von Systemelementen nach Fig. 1 zu einem größeren
Sicker- und Drainagekörper zusammengesetzt werden können. Dieser Sicker- und Drainagekörper
weist insgesamt eine quaderförmige Ausgestaltung auf, vier aus Durchbrüchen 2 ausgebildete
Röhren durchsetzen ihn. Die Teilung der Systemelemente 1 in Rahmenteile ist in Fig.
3 nicht gezeigt.
[0019] In Fig. 4 ist gezeigt, daß das Systemelement 1 aus vier Rahmenteilen 3 ausgebildet
ist. Jedes Rahmenteil 3 bildet einen Rahmenabschnitt mit einer Außenwandung des Systemelementes
1 aus. Die einzelnen Rahmenteile 3 sind gehrungsartig aneinander gesetzt. Sie liegen
mit jeweils im Eckbereich des Systemelementes 1 angeordneten Flächen 4 aufeinander.
In die Flächen 4 können Verbindungsmittel, Arretierungen und/oder formschlüssige Verbindungen
angeordnet sein.
[0020] Die dem Durchbruch 2 zugekehrten Flächen der Rahmenteile 3 können flüssigkeftsdurchlässig
oder flüssigkeitsundurchlässig ausgebildet sein. Über flüssigkeitsdurchlässige Flächen
kann durch den Durchbruch 2 hindurchgeführtes Wasser in die Systemelemente 1 und somit
in den Sicker- und Drainagekörper eintreten. Wenn aber eine Fließsohle ausgebildet
werden soll, können beispielsweise die dem Durchbruch 2 zugekehrten Flächen des zu
unterst liegenden Rahmenteils 3 sowie der vertikal ausgerichteten Rahmenteile 3 geschlossen
ausgebildet sein. Dann wird eine hochwandige Fließsohle ausgebildet, in der sich Sedimente
absetzen können. Selbst bei einer Hochdruckspülung dieser Fließsohle werden die Sedimente
nicht in den Sicker- und Drainagekörper gedrückt, sondern die Fließsohle entlang aus
dieser entfernt.
[0021] Die verschiedenen offenen bzw. geschlossenen Rahmenteile 3 können aus einer Form
im Spritzgußverfahren hergestellt werden. Aus einem Spritzgußschuß sind beispielsweise
sämtliche vier Teile formbar.
[0022] In die Rahmenteile 3 können zudem noch Stapelausformungen eingebracht sein, wie mit
gestrichelten Linien im unten liegenden Rahmenteil in Figur 4 angedeutet. Das Transportvolumen
beispielsweise eines Lastkraftwagens wird besser ausgenutzt, hinzu tritt eine transportsichere
Stapelung.
[0023] Fig. 5 zeigt Rahmenteile 3 in einer Transportlage z.B. auf der Ladefläche eines nicht
weiter dargestellten Lastkraftwagens. Die Rahmenteile 3 liegen in vier Lagen übereinander.
Die Flächen 4 werden wiederum zur Anlage einzelner Rahmenteile 3 an benachbarte Rahmenteile
3 ausgenutzt. Ein kompaktes Packmaß ist die positive Folge.
1. Sicker- und Drainagekörper aus einzelnen Systemelementen, die jeweils Außenwandungen
aufweisen, wobei jedes Systemelement als Scheibenabschnitt ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedes Systemelement (1) aus zumindest zwei voneinander separaten Rahmenteilen (3)
ausgebildet ist.
2. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Systemelement (1) eine rahmenartige Ausgestaltung hat, wobei Rahmenabschnitte
einen Durchbruch (2) einschließen.
3. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchbruch (2) einen kreisförmigen Querschnitt hat.
4. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkontur des Systemelementes (1) rechteckig ist.
5. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Systemelemente (1) aufeinander oder aneinander liegen.
6. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß Systemelemente (1) miteinander und/oder Rahmenteile (3) miteinander mit Verbindungsmitteln
verbunden sind.
7. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsmittel Rasten und/oder Vorsprünge umfassen.
8. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil (3) die Hälfte der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet.
9. Sicker- und Drainagekörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rahmenteil (3) ein Viertel der rahmenartigen Ausgestaltung ausbildet.
10. Sicker- und Drainagekörper nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der einzelnen Rahmenteile (3) gehrungsartig aufeinandergelegt sind.