[0001] Die Erfindung betrifft eine Entriegelungsanordnung für Fenster, Türen oder dgl. mit
einer Montageeinrichtung zur ortsfesten Montage der Entriegelungsanordnung an einem
festen Rahmen oder einem Flügel eines Fensters, einer Tür oder dgl., sowie einer elektromotorischen
Antriebsanordnung, die mit einem Verriegelungsbeschlag des Fensters, der Tür oder
dgl. bewegungskoppelbar ist.
[0002] In der
DE 196 48 147 C1 wird eine motorisch angetriebene Kippöffnungseinrichtung für Fenster, Türen oder
dergleichen vorgeschlagen, mit einer am Blendrahmen des Fensters angeordneten Flügelantriebseinheit,
die motorisch mit einem am Flügelrahmen des Fensters angeordneten Koppelelement für
den Kippöffnungs- beziehungsweise Kippschließvorgang zusammenwirkt, wobei Flügelantriebseinheit
und Koppelelement als Beschlagpaar in Gegenüberlage mit Abstand zur Kippachse des
Flügelrahmens angeordnet sind.
[0003] Aus der
DE 197 19 941 C2 ist eine elektromotorische angetriebene Kippöffnungseinrichtung für Fenster, Türen
oder dergleichen, mit einer am Blendrahmen des Fensters angeordneten, ein Gehäuse
aufweisenden Flügelantriebseinheit bekannt, die mit einem am Flügelrahmen des Fensters
angeordneten, ein Gehäuse aufweisenden Koppelelement für den Kippöffnungsbeziehungsweise
Kippschließvorgang zusammenwirkt, und mit einem am Flügelrahmen angeordneten, ein
Gehäuse aufweisenden Verriegelungsbeschlag, der mindestens ein Verriegelungsglied
antreibt, das mit einem Gegenriegelglied des Blendrahmens zusammenwirkt, wobei der
Verriegelungsbeschlag eine elektromotorischen Antriebseinrichtung aufweist.
[0004] Die bekannten Vorrichtungen weisen jeweils einen Antrieb zum Entriegeln und zum Kippöffnen
eines Flügels auf. Ein vollständiges Drehöffnen des Flügels ist entweder nicht vorgesehen
oder nur nach einer elektromotorischen Entriegelung möglich. Dadurch, dass eine Kopplung
zwischen einem Antrieb und dem Verriegelungsbeschlag vorliegt, ist es nicht möglich,
über, ein Handbetätigungselement den Verriegelungsbeschlag anzutreiben und im Notfall
einen Flügel auch manuell zu öffnen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Entriegelungsanordnung bereitzustellen,
mit der im Bedarfsfall, z.B. bei Stromausfall oder anderen Störungen, Fenster und
Türen geöffnet werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß auf einfache und überraschende Art und Weise durch
eine Entriegelungsanordnung der eingangs genannten Art gelöst, bei der ein zweiter
Antrieb vorgesehen ist, über den die elektromotrische Antriebsanordnung zumindest
teilweise relativ zur Montageeinrichtung bewegbar ist. Die montierte Entriegelungsanordnung
ist mit einem Verriegelungsbeschlag mechanisch gekoppelt, so dass über den elektromotorischen
Antrieb ein Verriegelungselement des Verriegelungsbeschlags verlagert werden kann.
Wenn nun ein Stromausfall oder eine andere Störung vorliegt, kann der elektromotorische
Antrieb nicht mehr angetrieben werden, so dass über den elektromotorischen Antrieb
auch keine Verlagerung des Verriegelungselements bzw. einer damit zusammenwirkenden
Treibstange möglich ist. Wenn nun die gesamte Antriebsanordnung oder ein Teil derselben,
was erfindungsgemäß vorgesehen ist, über einen zweiten Antrieb verlagert werden kann,
so wird bei einer Verlagerung zumindest eines Teils der Antriebsanordnung aufgrund
der mechanischen Kopplung mit dem Verriegelungsbeschlag auch das Verriegelungselement
bzw. die Treibstange verlagert. Somit ist es möglich, auch bei Stromausfall oder einer
anderweitigen Störung, die zum Ausfall des elektromotorischen Antriebs führt, das
Verriegelungselement zu betätigen und einen Flügel zu entriegeln, so dass dieser in
Folge drehgeöffnet werden kann. Nach dem Entriegeln kann der Flügel drehgeöffnet werden.
Auch wenn keine Störung vorliegt, kann der Flügel ohne Betätigung des elektromotorischen
Antriebs (dreh-)geöffnet werden. Es versteht sich, dass in umgekehrter Reihenfolge
der Flügel geschlossen und anschließend über den zweiten Antrieb wieder verriegelt
werden kann, indem die Antriebsanordnung bzw. ein Teil derselben in entgegengesetzter
Richtung relativ zur Montageeinrichtung bewegt wird. Grundsätzlich ist es denkbar,
vor einer Betätigung des zweiten Antriebs zum Entriegeln des Verriegelungsbeschlags
einen Teil der Antriebsanordnung, z.B. einen Antriebsmechanismus, zu entkoppeln und
nur diesen Teil relativ zur Montageeinrichtung zu bewegen. Vorzugsweise wird jedoch
die gesamte Antriebsanordnung durch den zweiten Antrieb bewegt.
[0007] Die erfindungsgemäße Entriegelungsanordnung ist vorzugsweise bei Fenstern oder Türen
nachrüstbar.
[0008] Grundsätzlich kann vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der Antriebsanordnung
relativ zur Montageeinrichtung bei entsprechend großem Kraftaufwand verschiebbar ist.
Beispielsweise könnte ein Teil oder die gesamte Antriebsanordnung auf einer Art Schlitten
angeordnet sein, der auf der Montageeinrichtung geführt ist und durch (manuellen)
Zug oder Druck verlagerbar ist. Der verlagerbare (antreibbare) Schlitten stellt in
diesem Fall den zweiten Antrieb dar, Aus diesem Beispiel ergibt sich, dass der Begriff
"zweiter Antrieb" im Sinne der Erfindung sehr weit zu verstehen ist. Als zweiter Antrieb
oder Bestandteil eines zweiten Antriebs kommen beispielsweise auch eine Bewegung zumindest
eines Teils der Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung auslösende Hebel,
Kraftspeicher oder Federelemente, die eine beispielsweise manuell initiierte Relativbewegung
unterstützen, oder auch elektrische, pneumatische oder hydraulische Antriebe in Frage,
die eine Relativbewegung zumindest eines Teils, vorzugsweise der gesamten Antriebsanordnung
relativ zur Montageeinrichtung bewirken können.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann der zweite Antrieb einen Betätigungsgriff
umfassen. Dieser kann z.B. an einem vorher erwähnten Schlitten befestigt sein und
dazu verwendet werden, den Schlitten mitsamt der Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung
zu bewegen. Weiterhin kann der Betätigungsgriff nach dem Entriegeln zum Öffnen des
Flügels verwendet werden.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der zweite
Antrieb, insbesondere der Betätigungsgriff, mit einer die Relativbewegung zwischen
Antriebsanordnung und Montageeinrichtung bewirkenden Übersetzungseinrichtung zusammenwirkt.
Durch eine Übersetzungseinrichtung kann beispielsweise eine Drehbewegung eines Betätigungsgriffs
in eine lineare Bewegung der Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung umgewandelt
werden. Durch die Wahl eines geeigneten Übersetzungsverhältnisses kann somit der Kraftaufwand
reduziert werden, der notwendig ist, um die Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung
zu bewegen. Beispielsweise kann als Übersetzungseinrichtung ein Getriebe vorgesehen
sein. Zu beachten ist, dass der zweite Antrieb, insbesondere der Betätigungsgriff,
beim Betätigen des elektromotorischen Antriebs nicht mitbewegt wird. Er ist in den
elektromotorischen Antriebsprozess nicht eingebunden.
[0011] Eine bevorzugte Weiterbildung zeichnet sich dadurch aus, dass die Übersetzungseinrichtung
eine Exzenterscheibe aufweist, die mit einem Dorn des drehbar angeordneten Betätigungsgriffs
gekoppelt ist und drehbar an der Montageeinrichtung angeordnet ist. Mit einer derart
ausgestalteten Übersetzungseinrichtung kann die Antriebsanordnung mit geringem Kraftaufwand
relativ zur Montageeinrichtung bewegt werden.
[0012] Besonders bevorzugt ist es, wenn ein Gehäuse vorgesehen ist, in dem die Antriebsanordnung
angeordnet ist. Zum einen ist dadurch die Antriebsanordnung geschützt angeordnet.
Zum anderen wirkt eine derart gestaltete Entriegelungsanordnung optisch ansprechender.
An einem Gehäuse kann die Betätigungseinrichtung leichter angeordnet werden.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse relativ zur Montageeinrichtung
bewegbar ist. Dadurch ist es möglich, die Antriebsanordnung im Gehäuse zu befestigen
und nur das Gehäuse relativ zur Montageeinrichtung zu bewegen. Dadurch wird auch automatisch
die Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung bewegt.
[0014] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann die Entriegelungsanordnung
als elektromotorische Kippöfnungseinrichtung zum Kippöffnen eines Flügels ausgebildet
sein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass durch Antrieb des elektromotorischen
Antriebs sowohl ein Entriegeln des Verriegelungsbeschlags als auch ein Kippöffnen
eines Flügels realisiert werden kann. Somit sind im Gegensatz zum Stand der Technik
keine zwei Antriebe, nämlich ein Entriegelungsantrieb und ein Flügelöffnungsantrieb
notwendig, sondern können beide Funktionen mit einem einzigen Antrieb realisiert werden.
Es versteht sich, dass durch die Antriebsanordnung der Flügel auch geschlossen und
verriegelt werden kann.
[0015] Vorteilhafterweise ist eine Koppeleinrichtung zur Kopplung der Antriebsanordnung
und eines Mitnehmers, insbesondere eines Treibstangenmitnehmers, eines Verriegetungsbeschlags
vorgesehen. Durch Verlagerung der Antriebsanordnung kann dadurch der Mitnehmer und
somit z.B. eine Treibstange ebenfalls verlagert werden, so dass ein an dem Verriegelungsbeschlag
angeordnetes Verriegelungselement, z.B. ein Schließbolzen, zwischen unterschiedlichen
Stellungen, beispielsweise einer Drehöffnungssteilung, einer Geschlossenstellung und
einer Kipp(bereitschafts)stellung verlagert werden kann.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Antriebsanordnung einen elektromotorischen Antrieb und einen dadurch antreibbaren
Antriebsmechanismus umfasst, wobei die Koppeleinrichtung mit einem Antriebsmechanismus
gekoppelt ist. Der Antriebsmechanismus kann beispielsweise eine Spindel umfassen,
durch die eine darauf geführte Mutter in vertikaler Richtung verstellt werden kann.
Die Koppeleinrichtung kann beispielsweise schwenkbar mit der Mutter verbunden sein.
Alternativ ist es denkbar, dass der Antriebsmechanismus eine Zahnstange oder ein Getriebe
umfasst.
[0017] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn eine Kippöffnungsbegrenzung vorgesehen ist. Durch
die Kippöffnungsbegrenzung wird sichergestellt, dass ein Flügel in eine definierte
Kippöffnungsstellung gelangt und nicht über diese definierte Stellung hinaus bewegt
wird. Beispielsweise kann ein Halteteil der Kippöffnungsbegrenzung an dem festen Rahmen
angeordnet sein und sowohl bei einer Geschlossenstellung als auch bei einer Kippöffnungsstellung
des Flügels mit dem Koppelelement verbunden sein. Wenn das Koppelelement zum einen
flügelseitig an der Antriebsanordnung befestigt ist und zum anderen festrahmenseitig
gehalten ist, wird die Kippöffnung des Flügels begrenzt. Dabei kann das Koppelelement
mit einem Abschnitt in dem Halteteil geführt sein. Das Halteteil ist vorzugsweise
so ausgelegt oder angeordnet, dass bei einer Drehöffnungsstellung, also insbesondere
wenn die Antriebsanordnung relativ zur Montageeinrichtung verstellt wurde, das Koppelelement
und ds Halteteil außer Eingriff geraten.
[0018] Besonders vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei der die Koppeleinrichtung oder
die Montageeinrichtung eine Steuereinrichtung aufweist, in der ein Steuerteil der
Montageeinrichtung oder der Koppeleinrichtung geführt ist. Durch diese Maßnahme ist
es möglich, während einer ersten Verstellung der Koppeleinrichtung mittels des elektromotorischen
Antriebs den Verriegelungsbeschlag in eine Kippbereitschaftsstellung zu bringen, also
zumindest teilweise zu entriegeln, und während einer zweiten Verstellung der Koppeleinrichtung
mittels des elektromotorischen Antriebs die Kippöffnung zu realisieren. Somit ist
nur ein Antrieb notwendig, um sowohl den Verriegelungsbeschlag anzutreiben als auch
die Ausstellbewegung des Flügels zu realisieren. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung
als Steuernut ausgebildet sein, die einen ersten vertikalen Abschnitt und einen zweiten,
sich daran anschließenden, dazu abgewinkelten Abschnitt aufweist. Dieser zweite Abschnitt
kann Teil der Kippöffnungsbegrenzung sein.
[0019] Damit die Koppeleinrichtung einen (Treibstangen)Mitnehmer erreichen kann, kann vorgesehen
sein, dass die Montageeinrichtung einen Schlitz aufweist, den die Koppeleinrichtung
durchgreift. Es versteht sich, dass dann auch ein Schlitz in dem Flügelrahmen bzw.
dem Flügelüberschlag vorgesehen werden muss.
[0020] Wenn das Einbringen eines Schlitzes zu aufwändig erscheint, kann in einer alternativen
Ausführungsform vorgesehen sein, dass die Koppeleinrichtung zum Übergreifen eines
Flügelüberschlags S-förmig ausgebildet ist.
[0021] In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem ein Fenster, eine Tür oder dergleichen
mit einer vorher beschriebenen Entriegelungsanordnung.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche
Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln
für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung
verwirklicht sein.
[0023] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und werden nachfolgend mit Bezug zu den Figuren der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Fensterabschnitts bei verriegeltem Flügel;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf ein Schließstück und ein Verriegelungselement;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des Fensterabschnitts der Fig. 1 mit nach oben verlagerter Antriebsanordnung;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Fensterabschnitts der Fig. 1 in einer Kippbereitschaftsstellung;
- Fig. 5
- eine Seitenansicht des Fensterabschnitts der Fig. 1 in einer Kippöffnungsstellung;
- Fig. 6
- eine perspektivische Darstellung einer Entriegelungsanordnung;
- Fig. 7
- eine Darstellung einer alternativen Ausführungsform einer Entriegelungsanordnung;
- Fig. 8
- eine Schnittdarstellung durch einen festen Rahmen und einen Flügelrahmen, an dem eine
Entriegelungsanordnung gemäß Fig. 7 angeordnet ist.
[0024] In der Fig. 1 ist ein Fenster 10 gezeigt, welches einen festen Rahmen 11 und einen
Flügelrahmen 12 eines Flügels umfasst. An dem Flügelrahmen 12 ist eine Entriegelungsanordnung
13 angeordnet. Die Entriegelungsanordnung 13 umfasst eine als Grundplatte ausgebildete
Montageeinrichtung 14, die an den Flügelrahmen 12 geschraubt ist. Weiterhin umfasst
die Entriegelungsanordnung 13 ein Gehäuse 15, in dem eine Antriebsanordnung 16 angeordnet
ist. Die Antriebsanordnung 16 umfasst einen nicht näher dargestellten elektromotorischen
Antrieb 17 und einen Antriebsmechanismus 18, der im Ausführungsbeispiel eine Spindel
19 aufweist, auf der eine Mutter 20 über ein Gewinde geführt ist. Wenn demnach der
Antrieb 10 die Spindel 19 antreibt, kann die Mutter 20, je nach Antriebsrichtung,
vertikal nach oben oder unten bewegt werden.
[0025] An der Mutter 20 ist eine Koppeleinrichtung 21 über einen Drehpunkt 22 schwenkbar
angeordnet. Die Koppeleinrichtung 21 weist ein Langloch 23 auf, in dem ein (Treibstangen)Mitnehmer
24 eines Verriegelungsbeschlags angeordnet ist. Über die Koppeleinrichtung 21 und
den Mitnehmer 24 ist die Antriebsanordnung 16 daher mit einem nicht näher beschriebenen
Verriegelungsbeschlag koppelbar.
[0026] Ein Abschnitt 25 der als flacher Blechstreifen ausgebildeten Koppeleinrichtung 21
ist vertikal verschieblich in einem Halteteil 26 einer Kippöffnungsbegrenzung geführt.
[0027] An dem Gehäuse 15 ist ein als Betätigungsgriff 30 ausgebildeter zweiter Antrieb angeordnet,
der einen Griffdorn 31 aufweist, der das Gehäuse 15 durchragt und mit einer als Exzenterscheibe
32 ausgebildeten Übersetzungseinrichtung zusammenwirkt. Die Exzenterscheibe 32 ist
schwenkbar an der Montageeinrichtung 14 angeordnet.
[0028] Über die Entriegelungsanordnung 13 kann die Koppeleinrichtung 21 begrenzt in Doppelpfeilrichtung
33 verlagert werden. Bei einer solchen Verlagerung wird auch der (Treibstangen)Mitnehmer
24 in Doppelpfeilrichtung 33 verlagert. Dadurch können ein oder mehrere als Schließbolzen
ausgebildete Verriegelungselemente 40 in unterschiedliche Relativpositionen zu einem
Schließstück 41 gebracht werden.
[0029] Eine Draufsicht auf drei Stellungen eines Verriegelungselements 40 relativ zu einem
Schließstück ist in der Fig. 2 gezeigt. In der Geschlosseristellung, die in der Fig.
1 gezeigt ist, befindet sich das Verriegelungselement 40 in der mittleren Position
45 der Fig. 2. Dies bedeutet, dass das Verriegelungselement 40 einen Abschnitt des
Schließstücks 41 hintergreift und der Flügel des Flügelrahmens 12 verriegelt ist,
also nicht geöffnet werden kann.
[0030] In der Fig. 3 ist eine Drehöffnungsstellung gezeigt. Hierzu wurde der Betätigungsgriff
30 um 180° verdreht. Aufgrund der Exzenterscheibe 32 wurde dadurch das Gehäuse 15
und somit auch die Antriebsanordnung 16 in Pfeilrichtung 46 nach oben verlagert. Es
versteht sich, dass dadurch auch die Koppeleinrichtung 21 und der Treibstangenmitnehmer
24 nach oben verlagert wurden. Durch diese Verlagerung geriet der Abschnitt 25 der
Koppeleinrichtung 21 außer Eingriff mit dem Halteteil 26, das am festen Rahmen angeordnet
ist. Außerdem wurde durch die Bewegung des Treibstangenmitnehmers 24 das Verriegelungselement
40 in die in der Figur mit 47 gezeigte Stellung verlagert, in der dieses durch das
Schließstück 41 nicht blockiert wird. Der Flügel kann somit drehgeöffnet werden, ohne
den Antrieb 17 zu betätigen.
[0031] In der Fig. 4 ist eine Kippbereitschaftsstellung der Entriegelungsanordnung 13 gezeigt.
Ausgehend von der in der Figur 1 gezeigten Geschlossenstellung wurde der Antrieb 17
derart aktiviert, dass die drehfest angeordnete Mutter 20 in Pfeilrichtung 50 nach
unten bewegt wurde. Dadurch wurden auch das Koppelelement 21 und der Mitnehmer 24
in Pfeilrichtung 50 nach unten bewegt. Durch diese Maßnahme wurde das Verriegelungselement
40 in die mit 51 bezeichnete Stellung (Fig. 2) bewegt. In der Fig. 2 ist ein am unteren
Querholm des festen Rahmens vorgesehenes Schließstück 41 gezeigt. Dies bedeutet, dass
auch in der gezeigten Stellung das Verriegelungselement 40 in der Position 51 durch
das Schließstück 41 blockiert wird, da der Flügel unten nicht aufschwenken darf.
[0032] Es ist zu erkennen, dass der Abschnitt 25 der Koppeleinrichtung 21 mit seinem freien
Ende gerade noch in dem Halteteil 26 geführt ist. Während der Verlagerung der Koppeleinrichtung
21 wurde diese auch relativ zu einem fest an der Montageeinrichtung 17 angeordneter
Steuerteil 52 verschoben. Das Steuerteil 52 ragt in eine als Steuernut ausgebildete
Steuereinrichtung 53. Um in die in der Fig. 4 gezeigte Stellung zu gelangen, erfolgte
nur eine Relativbewegung entlang des vertikal ausgerichteten Abschnitts der Steuereinrichtung
52.
[0033] In der Fig. 5 ist eine Klppöffnungsstellung gezeigt. Um in diese Stellung zu gelangen,
wurde der Antrieb 17 weiter angetrieben, so dass die Mutter 20 noch weiter nach unten
bewegt wurde. Durch diese Maßnahme gelangte das Steuerteil 52 in den schrägen Abschnitt
54 der Steuereinrichtung 53. Dies hatte zur Folge, dass die Koppeleinrichtung 21 relativ
zur Mutter 20 verschwenkt wurde und das Kippöffnen des Flügels erfolgte. Zu beachten
ist, dass der Abschnitt 25 nach wie vor in dem Halteteil 26 geführt ist. Dadurch wird
in Zusammenwirkung mit dem Endanschlag des Steuerteils 52 im Abschnitt 54 sichergestellt,
dass sich der Flügel nicht weiter öffnet. Halteteil 26 und Steuereinrichtung 53 stellen
also eine Kippöffnungsbegrenzung dar.
[0034] Hier wird auch klar, weshalb ein Langloch 23 vorgesehen ist. Somit kann sich die
Koppeleinrichtung 21 beim Verschwenken zwischen einer Kippbereitschafrsstellung und
einer Kippöffnungsstellung relativ zum Mitnehmer 24 bewegen, ohne diesen zu verlagern.
[0035] Bei der Ausführungsform einer Entriegelungsanordnung 60 gemäß der Fig. 6 ist die
Koppeleinrichtung 61 gabelförmig ausgebildet. Die Koppeleinrichtung 61 ist in diesem
Fall nicht am festen Rahmen befestigt. Die Kippöffnungsbegrenzung muss anderweitig
bewerkstelligt werden. Zu erkennen ist, dass in der Montageeinrichtung 62 ein Querschlitz
63 vorgesehen ist, der mit der Exzenterscheibe 64 zusammenwirkt. Der Mitnehmer 24
kann in dem Schlitz der Koppeleinrichtung 61 geführt werden. Die Koppeleinrichtung
61 ist in diesem Fall einfacher gehalten. Insbesondere weist sie keine Steuereinrichtung
zum Klppöffnen auf. Bei dieser Ausführungsform müssen daher beispielsweise Ausstelleinrichtungen,
insbesondere Ausstellscheren, vorgesehen werden, die beispielsweise durch den Treibstangenbeschlag
getrieben werden und die Ausstellung des Flügels bewirken und begrenzen.
[0036] In den Figuren 7 und 8 ist eine Koppeleinrichtung 70 gezeigt, die im Wesentlichen
S-förmig ausgebildet ist, so dass ein Flügelüberschlag 71 umgriffen werden kann. Durch
diese Maßnahme kann die Entriegelungsanordnung 72 nachgerüstet werden, ohne einen
Schlitz in die Montageeinrichtung 73 oder den Flügelüberschlag 71 einbringen zu müssen.
1. Entriegelungsanordnung (13, 60, 72) für Fenster, Türen oder dgl. mit einer Montageeinrichtung
(14, 62, 73) zur ortsfesten Montage der Entriegelungsanordnung (13, 60, 72) an einem
festen Rahmen (11) oder einem Flügel eines Fensters (10), einer Tür oder dgl., sowie
einer elektromotorischen Antriebsanordnung (16), die mit einem Verriegelungsbeschlag
des Fensters (10), der Tür oder dgl, bewegungskoppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Antrieb vorgesehen ist, über den die elektromotorische Antriebsanordnung
(16) zumindest teilweise relativ zur Montageeinrichtung (14, 62, 73) bewegbar ist.
2. Entriegelungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, der zweite Antrieb einen Betätigungsgriff (30) umfasst.
3. Entriegelungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Antrieb, insbesondere der Betätigungsgriff (30), mit einer die Relativbewegung
zwischen Antriebsanordnung (16) und Montageeinrichtung (17, 62, 73) bewirkenden Übersetzungseinrichtung
zusammenwirkt.
4. Enriegelungsanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Übersetzungseinrichtung eine Exzenterscheibe (32) aufweist, die mit einem Dorn
(31) des drehbar angeordneten Betätigungsgriffs (30) gekoppelt ist und drehbar an
der Montageeinrichtung (14, 62, 73) angeordnet ist.
5. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gehäuse (15) vorgesehen ist, in dem die Antriebsanordnung (16) angeordnet ist.
6. Entriegelungsanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (15) relativ zur Montageeinrichtung (14, 62, 73) bewegbar ist.
7. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entriegelungsanordnung (13, 60, 72) als elektromotorische Kippöffnungseinrichtung
zum Kippöffnen eines Flügels ausgebildet ist.
8. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Koppeleinrichtung (21, 61, 70) zur Kopplung der Antriebsanordnung (16) und eines
Mitnehmers (24) eines Verriegelungsbeschlags vorgesehen ist.
9. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsanordnung (16) einen elektromotorischen Antrieb (17) und einen dadurch
antreibbaren Antriebsmechanismus (18) umfasst, wobei die Koppeleinrichtung (21, 61,
70) mit einem Antriebsmechanismus (18) gekoppelt ist.
10. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kippöffnungsbegrenzung vorgesehen ist.
11. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppeleinrichtung (21, 61, 70) oder die Montageeinrichtung (für 10, 62, 73) eine
Steuereinrichtung (14, 62, 73), aufweist, in der ein Steuerteil (52) der Montageeinrichtung
(14, 62, 73) oder der Koppeleinrichtung (21, 61, 70) geführt ist.
12. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageeinrichtung (14, 62, 73) einen Schlitz aufweist, den die Koppeleinrichtung
(21, 61, 70) durchgreift.
13. Entriegelungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppeleinrichtung (21, 61, 70) zum Übergreifen eines Flügelüberschlags (71) S-förmig
ausgebildet ist.
14. Fenster (10), Tür oder dergleichen mit einer Entriegelungsanordnung (13, 60, 70) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche.