[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Regelung des Betriebsverhaltens
eines Dieselmotors eines Kraftfahrzeugs, bei dem ein Fahrzeugführungsrechner eine
elektronische Kraftstoffeinspritzung in Abhängigkeit von der Motordrehzahl regelt.
[0002] Aus der
EP 0 732 491 B1 ist ein Verfahren zur Regelung des Betriebsverhaltens eines Dieselmotors eines Kraftfahrzeugs
bekannt, unter Anwendung einer elektronischen Diesel-Einspritzregelung, bei der die
maximale Einspritzmenge in Abhängigkeit der Drehzahl des Motors geregelt wird. Die
aus den Betriebsparametern bezeichnete Einspritzmenge wird zusätzlich in Abhängigkeit
der Beschleunigung der Drehzahl geregelt, derart, dass bei Überschreiten einer maximal
zulässigen Beschleunigungssollkurve eine Treibstoffübermenge reduziert wird. Die Treibstoffübermenge
ist einem Beschleunigungsüberhang, dem Unterschied zwischen Ist- und Sollbeschleunigung
zugeordnet, einem Korrekturwert, der sich aus einer aus Fahrversuchen ermittelten
progressiven Kurve aus Beschleunigungsüberhang und einer Treibstoffübermengenkorrektur
ergibt.
[0003] Nachteilig ist dabei, dass für jedes, mit einem solchen Dieselmotor ausgerüsteten
Kraftfahrzeug in Abhängigkeit des jeweiligen Antriebsstrangs und des Einsatzgebietes
der Sollwert individuell festgelegt werden muss.
[0004] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Regelung des Betriebsverhaltens
eines Dieselmotors eines Kraftfahrzeugs zu schaffen, das für eine Vielzahl von, mit
entsprechenden Dieselmotoren ausgerüsteten Kraftfahrzeugen einheitlich verwendbar
ist.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Beschleunigung der Motordrehzahl
durch ein, in den Fahrzeugführungsrechner einprogrammiertes Kennfeld geregelt wird,
das die Sollwerte der Drehzahlbeschleunigung, der Motordrehzahl und der Fahrzeuggeschwindigkeit
in Relation zueinander vergibt.
[0006] Moderne Dieselmotoren für Kraftfahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge, verfügen heute
über ein Drehzahlbeschleunigungsverhalten, das die jeweiligen Anforderungen im unbeladenen
Zustand im normalen Straßenverkehr weit übersteigt. Die Erfindung ermöglicht, dass
die Drehzahlbeschleunigung des Motors mittels eines Kennfeldes, das dem Fahrzeugführungsrechner
einprogrammiert wird, Geschwindigkeits- und Drehzahlabhängig begrenzt werden kann.
Die Sollwerte der einzelnen Parameter Drehzahlbeschleunigung, Motordrehzahl und Fahrzeuggeschwindigkeit
werden der Motorsteuerung übermittelt und führen dort zu einem, dem jeweiligen Beladungszustand
angemessenen und dem gewünschten Dynamikverhalten entsprechenden Motorhochlauf. Die
Sollwerte können dabei so gewählt werden, dass bei beladenem Fahrzeug keine Einschränkung
der Fahrdynamik erfolgt und somit die volle Leistungsfähigkeit des Antriebsstrangs
erhalten bleibt. Der Parameter der Fahrzeuggeschwindigkeit stellt sicher, dass die
vorstellbaren Konfigurationsmöglichkeiten eines modernen Antriebsstrangs durch ein
einheitliches Kennfeld abgedeckt sind. Die Erfindung ermöglicht, dass für die im Nutzfahrzeugbau
z. B. im Bezug auf die Getriebebestückung, die Hinterachs-übersetzung oder die Reifengröße
möglichen Fahrzeugkonfigurationen ein einziges Kennfeld ausreichend ist. Vorteilhaft
ist eine Verminderung der Geräuschemission durch Anpassung des Beschleunigungsverhaltens
im stadtüblichen Geschwindigkeitsbereich. Im Abregelbereich des Motors werden darüber
hinaus eine Verbesserung des Überschwingverhaltens und eine Glättung der dynamischen
Anregung erreicht, die aus der Elastizität des Triebsstrangs herrührt und den Drehzahlhochlauf
überlagert. Vorteilhaft ist auch, dass das erfindungsgemäße Verfahren zur Absenkung
des Kraftstoffverbrauchs bei Leerfahrten führt, da bei verminderter Leistungsanforderung
weniger Kraftstoff eingespritzt und ein bei herkömmlichen Fahrzeugen üblicher Rauchstoß
vermieden wird. Das Verfahren wirkt sich daher positiv auf die Abgasemission aus,
da der Schwarzrauch, als Anteil des unverbrannten Kraftstoffs im Abgas vermindert
wird. Eine verminderte Überschussleistung der Drehzahlbeschleunigung des Motors führt
zu einer Verminderung des Radschlupfes insbesondere bei feuchten oder glatten Straßen,
was zu einer Verbesserung des Fahrverhaltens des Fahrzeugs vorwiegend bei Leerfahrten
führt. Nach Maßgabe der Erfindung ist es auch denkbar, die Drehzahlbeschleunigung
im Stand oder die oberen Motorleerlaufdrehzahlen im Fahrtbetrieb z. B. in Abhängigkeit
von der Fahrzeuggeschwindigkeit zu regeln. Hierdurch wird eine weitere Senkung der
Geräuschemission erreicht. Die Anwendung des Verfahrens bei Omnibussen wirkt sich
positiv auf das Fahrgefühl der Businsassen aus, da zu schnelle Beschleunigungsvorgänge,
die bei den Passagieren zu Schwindelgefühl oder auch zum Sturz führen können, weitgehend
ausgeschlossen sind.
[0007] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Verfahren in mindestens
einem definierten Fahrzeuggeschwindigkeitsbereich angewandt werden.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Verfahren in einem Fahrzeuggeschwindigkeitsbereich
von 0 bis 50 Kilometer pro Stunde angewandt werden.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind aus der nachstehenden Beispielsbeschreibung anhand der Zeichnung näher
entnehmbar.
[0010] In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- ein Kennfeld im Sinn des Verfahrens.
[0011] Die Figur zeigt ein Kennfeld, im Sinn des Verfahrens, bei dem beispielhaft auf der
X-Achse 2 die Motordrehzahl in Umdrehungen pro Minute (rpm), auf der Y-Achse 3 die
Beschleunigung der Motordrehzahl in Umdrehungen pro Minute pro Sekunde (dn/dt in rpm/s)
und auf der Z-Achse 4 die Fahrgeschwindigkeit in Kilometer pro Stunde (km/h) abgebildet
ist. Die Motordrehzahl weist einen Drehzahlbereich von 0 bis 3000 (rpm) auf, die Beschleunigung
der Motordrehzahl ist in einem Bereich von 0 bis 2000 (rpm/s) dargestellt und die
Geschwindigkeit in einem Bereich 0 bis 120 (km/h). Die genannten Wertebereiche sind
rein beispielhaft und sind nicht begrenzend gemeint, so dass auch andere Werte angenommen
werden können. Anstatt der Parameter Motordrehzahl, Drehzahlbeschleunigung des Motors
und Fahrgeschwindigkeit können auch andere Parameter wie z. B. der Beladungszustand
eingesetzt werden. Entsprechend dem der Figur 1 zugrunde liegenden Beispiel ist die
Drehzahlbeschleunigung über einen verfügbaren Motordrehzahlbereich von 0 bis 3000
(rpm) in einem Bereich einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 15 bis 40 (km/h) auf einen
Bereich zwischen ca. 400 bis 600 (rpm/s) begrenzt. Die Figur 1 der Zeichnung zeigt,
dass bei einem Motordrehzahlspektrum von 0 bis etwa 3000 (rpm) die Beschleunigung
der Motordrehzahl bei Aufnahme der Fahrgeschwindigkeit bis etwa zu einer Fahrgeschwindigkeit
von ca. 15 (km/h) von einem maximal möglichen Wert von etwa 2000 (rpm/s) auf eine
Drehzahlbeschleunigung von etwa 600 (rpm/s) beschränkt wird. In einer flacher werdenden
Kurve sinkt die Drehbeschleunigung des Motors in geringerem Umfang bis auf ein beispielhaft
gewähltes Minimum von ca. 400 (rpm/s) bei einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 25 (km/h).
Bei weiterer Beschleunigung des Fahrzeugs bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von etwa
40 (km/h) steigt die Drehzahlbeschleunigung des Motors bei einem zur Verfügung stehenden
Motordrehzahlspektrum von 500 bis 3000 (rpm) wieder auf einen Wert von ungefähr 600
(rpm/s) an, um dann bei weiterer Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs unbeeinflusst
durch das erfindungsgemäße Verfahren wieder auf einen beispielhaft gewählten maximal
möglichen Wert von 2000 (rpm/s) zu steigen. Durch die Figur wird also ersichtlich,
dass in einem gegebenen Motordrehzahlbereich die Drehzahlbeschleunigung des Motors
veranlasst durch die verfahrensbedingte Begrenzung der Drehzahlbeschleunigung im beispielhaft
gewählten Wert von ca. 15-40 km/h erst stark und dann verlangsamt auf einen Minimalbereich
abfällt, um dann bei zunehmender Geschwindigkeit erst durch das Verfahren verlangsamt
und dann vom Verfahren unbeeinflusst wieder auf einen möglichen maximalen Wert anzusteigen.
Das Kennfeld kann also so abgestimmt werden, dass sich ein "natürliches" Beschleunigungsverhalten
des Fahrzeugs entsprechend zur bekannten Zugkrafthyperbel ergibt.
Bezugszeichen
[0012]
- 1. Kennfeld
- 2. X-Achse
- 3. Y-Achse
- 4. Z-Achse
1. Verfahren zur Regelung des Betriebsverhaltens eines Dieselmotors eines Kraftfahrzeuges,
bei dem ein Fahrzeugführungsrechner eine elektronische Kraftstoffeinspritzung in Abhängigkeit
von der Motordrehzahl regelt, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigung der Motordrehzahl durch ein, in den Fahrzeugführungsrechner einprogrammiertes
Kennfeld (1) geregelt wird, das die Sollwerte der Drehzahlbeschleunigung, der Motordrehzahl
und der Fahrzeuggeschwindigkeit in Relation zueinander vergibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in mindestens einem definierten Fahrzeuggeschwindigkeitsbereich angewandt
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in einem Fahrzeuggeschwindigkeitsbereich von 0 bis 50 km/h angewandt
ist.
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