(19)
(11) EP 1 865 754 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.04.2016  Patentblatt  2016/17

(21) Anmeldenummer: 07108901.5

(22) Anmeldetag:  25.05.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H05B 6/06(2006.01)

(54)

Induktionskochmulde und Verfahren zur Ermittlung einer Temperatur eines Bodens eines Zubereitungsbehälters

Induction cooking hob and method for determining the temperature of the base of a cooking container

Table de cuisson à induction et procédé de calcul d'une température d'un sol d'un récipient de préparation


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 09.06.2006 DE 102006026907

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.12.2007  Patentblatt  2007/50

(73) Patentinhaber: BSH Hausgeräte GmbH
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Has, Uwe
    84579, Unterneukirchen (DE)
  • Vetterl, Peter
    83355, Grabenstätt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
JP-A- 3 208 288
JP-A- 2003 347 028
JP-A- 2001 065 870
JP-A- 2005 011 618
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Induktionskochmulde.

    [0002] Beim Zubereiten von verzehrbaren Zubereitungsgut und somit Lebensmitteln, werden diese im Allgemeinen in ein Zubereitungsbehältnis, beispielsweise ein Kochgeschirr, wie eine Pfanne oder einen Topf, eingebracht und darin zubereitet. Ein Zubereitungsbehälter wird dabei üblicherweise auf einer Zubereitungszone, insbesondere einer Kochzone, eines Zubereitungsfeldes, insbesondere eines Kochfeldes, abgestellt. In modernen Kochfeldern kommen Sensoren zum Einsatz, welche wesentliche Informationen zu Eigenschaften des zuzubereitendes Gutes im Kochgeschirr bzw. zu wesentlichen Betriebszuständen des Kochfeldes oder des Kochgeschirrs erfassen.

    [0003] Bei Kochfelder mit Strahlungsheizkörpern ist die Temperatur des Kochgeschirrbodens eine ausführliche Information über den Betriebszustand des gesamten Systems aus Heizkörper und der Zubereitungszone im Kochfeld, welche als Glaskeramik ausgebildet sein kann. Darüber hinaus werden auch Temperaturinformationen über das zuzubereitende Lebensmittel selbst erfasst. Die Kenntnis des Verlaufs der Temperatur des Bodens des Zubereitungsbehälters erlaubt eine Regelung der Zubereitungstemperatur, indem insbesondere eine Heizleistung eines Heizkörpers mittels einer Steuer- und/oder Regeleinheit geregelt wird.

    [0004] In Induktionsmulden bzw. bei Zubereitungszonen, welche induktiv heizbar sind, ist eine derartige Temperatursensorik, welche aus Strahlungs-Kochfeldern bekannt ist, nicht einsetzbar. Zur Ermittlung einer Temperatur eines Bodens eines Zubereitungsbehälters bei induktiv geheizten Zubereitungszonen kann eine Sensorik verwendet werden, wie sie in der JP 03208288 A beschrieben ist. Die Vorrichtung umfasst zwei separate Infrarot-Sensoreinheiten, welche an einer Unterseite der Zubereitungsplatte positioniert sind. Die beiden Sensoren sind nebeneinander angeordnet, wobei der erste Sensor zur Temperaturerfassung der Zubereitungsplatte ausgebildet ist. Der zweite Sensor ist ausgebildet zur Erfassung der Temperatur des Bodens eines Zubereitungsbehälters, welcher auf der Oberseite der Zubereitungsplatte aufgestellt ist. Dazu ist in der Zubereitungsplatte ein spezielles Einsatzteil eingebaut, welches eine Transmission von Infrarotstrahlung ermöglicht. Die beiden Sensoren sind somit als separate Einheiten ausgebildet, welche unabhängige Temperaturinformationen detektieren. Der zweite Sensor detektiert ausschließlich eine vom Boden des Zubereitungsbehälters abgestrahlte Wärmestrahlung.

    [0005] Darüber hinaus ist aus der JP 2003347028 A eine Kocheinheit bekannt, welche eine Zubereitungsplatte aufweist, auf der ein Zubereitungsbehälter abgestellt ist. An der gegenüberliegenden Seite der Zubereitungsplatte sind zwei separate und beabstandet zueinander angeordnete Sensoren angeordnet. Der Boden des Zubereitungsbehälters ist induktiv heizbar. Einer der beiden Sensoren ist zur Detektion einer Wärmestrahlung ausgebildet, welche sowohl Wärmestrahlung des Bodens des Zubereitungsbehälters als auch Wärmestrahlung der Zubereitungsplatte aufweist. Der zweite Sensor, welcher ebenso wie der erste Sensor als IR-Sensor ausgebildet ist, ist zur Detektion einer Wärmestrahlung einer Reflektorplatte ausgebildet. Die Reflektorplatte ist dabei an der Unterseite der Zubereitungsplatte angebracht und der zweite Sensor ist in unmittelbarer Nähe zu dieser Reflektorplatte angeordnet. Somit detektiert dieser zweite Sensor lediglich Wärmestrahlung von dieser Reflektorplatte. Beide Sensoren sind mit einer Auswerteeinheit verbunden, wobei in der Auswerteeinheit ein Differenzsignal aus den beiden Sensorsignalen im Hinblick auf eine Temperaturermittlung erzeugt wird.

    [0006] Aus der JP 2001065870 A ist ein Kochgerät bekannt, welches einen Infrarotsensor aufweist, der zur Erzeugung mehrerer Erfassungsbereiche, die überlappend erzeugbar sind, ausgebildet ist.

    [0007] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Induktionskochmulde zu schaffen, mit welcher die Temperatur eines Bodens eines Zubereitungsbehälters genauer bestimmt werden kann.

    [0008] Diese Aufgabe wird durch eine Induktionskochmulde, welche die Merkmale nach Patentanspruch 1 aufweist, gelöst.

    [0009] Eine lösungsgemäße Induktionskochmulde gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Sensoren derart angeordnet sind, dass ihre örtlichen Erfassungsbereiche zumindest bereichsweise überlappend, insbesondere im Wesentlichen vollständig überlappend, angeordnet sind. Beide Sensoren detektieren zumindest bereichsweise im selben Flächenbereich, wodurch eine wesentlich präzisere Ermittlung der Bodentemperatur des Zubereitungsbehälters ermöglicht werden kann.

    [0010] Der erste Sensor ist als NTC-Widerstand oder als PTC-Widerstand ausgebildet. Es kann auch vorgesehen sein, dass auch der erste Sensor zur Erfassung Messwerte zur Bestimmung der Temperatur der Zubereitungszone als IR-Sensor ausgebildet ist.

    [0011] Sind beide Sensoren als IR-Sensoren ausgebildet, so ist ein Dual-Sensorsystem realisiert, welches als Zwei-Kanal-Pyrometer ausgebildet ist.

    [0012] Die beiden Sensoren weisen bevorzugt einen gleichen Raumwinkel des Erfassungsbereichs auf. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die beiden Sensoren derart angeordnet sind, dass ihre Erfassungsbereiche an einer Unterseite der Zubereitungszone einen gemeinsamen überlappenden Flächenbereich aufweisen.

    [0013] Bevorzugt sind die Erfassungsbereiche derart, dass dieser Flächenbereich auf der Unterseite der Zubereitungszone im Wesentlichen deckungsgleich ausgebildet ist. Insbesondere bei einer Ausgestaltung als Zwei-Kanal-Pyrometer bzw. als Dual-Sensorsystem kann dann neben den messtechnischen Vorteilen von optimal aufeinander abgestimmten Elektroniken und Optiken gewährleistet werden, dass die beiden IR-Sensoren durch den selben Messfleck der Zubereitungszone "hindurchsehen".

    [0014] Die Sensoren bzw. das Sensorsystem der Vorrichtung sind bzw. ist insbesondere als Bratsensorik ausgebildet und entsprechend positioniert.

    [0015] Bevorzugt ist der erste Sensor und/oder der IR-Sensor auf einer dem Boden abgewandten Seite der Zubereitungszone angeordnet. Dort kann bevorzugt eine Anordnung ausgebildet sein, bei welcher zumindest ein Sensor beabstandet zu dieser abgewandten Seite positioniert ist.

    [0016] Es kann auch vorgesehen sein, dass der erste Sensor an der dem Boden abgewandten Seite der Zubereitungszone befestigt ist und somit unmittelbar an der angewandten Seite angeordnet ist.

    [0017] Die beiden Sensoren sind bevorzugt benachbart und relativ nahe zueinander angeordnet.

    [0018] Bevorzugt sind die beiden Sensoren in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet. Die beiden Sensoren sind darüber hinaus in bevorzugter Weise von einer für die induktive Heizung vorgesehenen Induktionsvorrichtung, insbesondere Induktionsspulen, abgeschirmt angeordnet. Bevorzugt kann dabei vorgesehen sein, dass das Gehäuse selbst eine derartige Abschirmung ermöglicht. Die Erfassung der Sensoren wird dadurch durch die induktive Heizung nicht beeinflusst. Die Sensorergebnisse werden dadurch verbessert.

    [0019] In bevorzugter Weise ist das Zubereitungsfeld als Glaskeramikfeld ausgebildet. Bevorzugt ist dieses Zubereitungsfeld als homogenes Feld ausgebildet, welches keine speziellen Detektionsbereiche aufweist, wie dies im Stand der Technik für eine entsprechende Detektion durch die Zubereitungszone hindurch erforderlich ist. Ein derartiges Detektionsfenster ist somit nicht erforderlich und nicht vorgesehen.

    [0020] Bei der vorgeschlagenen Induktionskochmulde ist ein Differenzsignal in der Auswerteeinheit erzeugbar, welches eine exakte Ermittlung der Temperatur des Bodens des Zubereitungsbehälters ermöglicht. Indem ein Sensor, der IR-Sensor, ein Signal erzeugt, welches sowohl Temperaturinformationen der Zubereitungszone als auch Temperaturinformationen des Bodens des Zubereitungsbehälters enthält, wird dadurch ein Signal bereitgestellt, welches eine Mischtemperatur charakterisiert. Der andere Sensor ist derart ausgebildet und angeordnet, dass er lediglich die explizite Temperatur der Zubereitungszone erfasst. Im Unterschied zum Stand der Technik wird somit genau die Temperatur der Zubereitungszone unmittelbar und nicht die Temperatur einer an einer Unterseite der Zubereitungszone angeordneten Reflektorplatte erfasst. Mit der lösungsgemäßen Induktionskochmulde kann somit in der Auswerteeinheit ein sehr genaues Ermitteln der Temperatur des Bodens des Zubereitungsbehälters ermöglicht werden, da der in beiden Sensorsignalen im Wesentlichen mit gleichen Betrag vorhandene Temperaturanteil der Zubereitungszone exakt und einfach herausgerechnet werden kann. Des Weiteren muss kein eigener separater und aus einem anderen Material ausgebildeter Detektionsbereich in der Zubereitungszone ausgebildet werden, durch welchen dann ein Sensor die Temperatur des Bodens erfassen kann, wie dies im Stand der Technik erfolgt. Die Zubereitungszone muss daher nicht eigens mit einer Aussparung ausgebildet und aufwändig gefertigt werden, in die dieser Detektionsbereich eingebracht wird.

    [0021] Bei einem Verfahren zum Ermitteln einer Temperatur eines Bodens eines Zubereitungsbehälters für ein Zubereitungsgut wird der Zubereitungsbehälter auf eine Zubereitungszone eines Zubereitungsfeldes aufgestellt, wobei die Zubereitungszone induktiv geheizt wird. Zumindest ein Messwert zur Bestimmung der Temperatur der Zubereitungszone wird mit einem ersten Sensor erfasst und eine Wärmestrahlung der Zubereitungszone sowie eine Wärmestrahlung des Bodens des Zubereitungsbehälters wird mittels einem IR-Sensor erfasst. Die von den beiden Sensoren detektierten Temperaturinformationen werden an eine Auswerteeinheit übertragen, wobei mittels der Auswerteeinheit abhängig von diesen Informationen die Temperatur des Bodens des Zubereitungsbehälters ermittelt wird. Durch das lösungsgemäße Verfahren kann eine relativ einfache und dennoch sehr präzise Ermittlung der Temperatur des Bodens des Zubereitungsbehälters erreicht werden.

    [0022] Durch die induktive Kopplung des Bodens des Zubereitungsbehälters wird dieser aufgeheizt. Die dann von dem Boden abgestrahlte Wärmestrahlung erwärmt dann auch die Zubereitungszone, insbesondere die Glaskeramik, wodurch sowohl von der Zubereitungszone als auch von dem Boden Wärmestrahlung abgestrahlt wird. Diese Wärmestrahlungen werden als Mischsignal von dem IR-Sensor detektiert. Der erste Sensor detektiert lediglich Messwerte, die die Temperatur der erwärmten Zubereitungszone charakterisieren.

    [0023] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Induktionskochmulde sind als vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens anzusehen.

    [0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine perspektivische Darstellung eines Zubereitungsfeldes mit einem Zubereitungsbehälter und einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
    Fig. 2
    eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
    Fig. 3
    ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung; und
    Fig. 4
    ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.


    [0025] In den Figuren werden gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0026] In Fig. 1 ist in schematischer perspektivischer Darstellung symbolisch eine Vorrichtung 1 zur Ermittlung einer Temperatur eines Bodens 31 eines als Kochtopf 3 ausgebildeten Zubereitungsbehälters gezeigt, welche einer Induktionskochmulde zugeordnet ist. Die Vorrichtung 1 und der Kochtopf 3 sind an gegenüberliegenden Seiten eines als Kochfeld 2 ausgebildeten Zubereitungsfelds, welches als Glaskeramikplatte oder Glasplatte ausgebildet ist, positioniert. Das Kochfeld 2 umfasst im Ausführungsbeispiel vier als Kochzonen 21, 22, 23 und 24 ausgebildete Zubereitungszonen, von denen zumindest die Kochzone 24, auf welcher der Kochtopf 3 steht, induktiv heizbar ist. Der Kochtopf 3 ist dabei an einer Oberseite 2a des Kochfeldes 2 auf der Kochzone 24 aufgestellt. Die Vorrichtung 1 ist an oder beabstandet zu einer Unterseite 2b des Kochfeldes positioniert.

    [0027] Die in Fig. 1 lediglich als Blockelement dargestellte Vorrichtung 1 wird in Fig. 2 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel näher erläutert. In Fig. 2 ist eine schematische Darstellung eines Teilausschnitts gezeigt, bei dem die Vorrichtung 1 eine Sensorvorrichtung aufweist. Die Sensorvorrichtung umfasst einen ersten Sensor 11, welcher als NTC-Widerstand oder als PTC-Widerstand ausgebildet ist. Dieser erste Sensor 11 ist an der Unterseite 2b des Kochfeldes 2 unmittelbar angeordnet und zur Erfassung ausschließlich der Temperatur dieses Kochfeldes 2 ausgebildet. Durch diesen Sensor 11 wird somit direkt die Temperatur der Glaskeramikplatte des Kochfeldes 2 unmittelbar erfasst, ohne dass Zwischenelemente oder dergleichen angeordnet sind.

    [0028] Darüber hinaus umfasst die Sensorvorrichtung einen zweiten Sensor, welcher als IR-Sensor 12 ausgebildet ist. Der IR-Sensor 12 ist beabstandet zur Unterseite 2b positioniert und weist einen Erfassungsbereich 12a auf, welcher an der Unterseite 2b des Kochfeldes 2 einen flächigen Bereich 12b ausbildet. Wie dabei zu erkennen ist, ist der Sensor 11 und der IR-Sensor 12 derart zueinander positioniert, dass der erste Sensor 11 zumindest teilweise auch im Erfassungsbereich 12a enthalten ist. Der Sensor 11 und der IR-Sensor 12 detektieren somit Messwerte für eine weitere Temperaturermittlung zumindest bereichsweise von einem gemeinsamen Messfleck. Der IR-Sensor 12 ist durch einen geeigneten Filter zur Detektion von Wärmestrahlung ausgebildet, welche sowohl von dem Kochfeld 2 als auch von dem Boden 31 des Kochtopfs 3 abgestrahlt wird. Somit detektiert der IR-Sensor 12 quasi ein Mischsignal, welches sich aus den Wärmestrahlungen des Bodens 31 als auch des Kochfeldes 2 zusammensetzt.

    [0029] Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung 1 zumindest eine Auswerteeinheit 13, welche mit dem Sensor 11 und dem IR-Sensor 12 elektrisch verbunden ist. Mittels dieser Auswerteeinheit 13 wird das Sensorsignal des ersten Sensors 11, welches ausschließlich die unmittelbare Temperatur des Kochfeldes 2 charakterisierende Messwerte enthält, mit dem Sensorsignal mit dem IR-Sensors 12, welches sowohl Temperaturinformationen des Kochfeldes 2 als auch des Bodens 3 enthält, verglichen. Beispielsweise durch Differenzbildung dieser beiden Signale kann die Temperatur des Bodens 31 des Kochtopfes 3 exakt ermittelt werden; der Einfluss der Temperatur der Glaskeramikplatte kann kompensiert werden.

    [0030] In Fig. 2 sind auch in schematischer Weise Induktoren 4, insbesondere Induktionsspulen, schematisch dargestellt, welche zur induktiven Heizung des Bodens 31 des Kochtopfs 3 ausgebildet sind.

    [0031] In der gezeigten Ausführung gemäß Fig. 2 ist die Detektionsempfindlichkeit des IR-Sensors 12 im Hinblick auf eine Detektion der Wärmestrahlung und somit eines entsprechenden Wellenlängenbereichs bezüglich des homogen ausgebildeten Kochfeldes 2 abgestimmt. Der IR-Sensor 12 kann somit auch durch das Kochfeld 2 hindurch detektieren und Wärmestrahlung des Bodens 31 erfassen, bzw. die Wärmestrahlung des Bodens durchdringt in einen ersten bestimmten Wellenlängenbereich die Glaskeramik und kann von den IR-Sensor detektiert weden.

    [0032] Mit der aus der direkten Messung exakt bekannten Temperatur des Kochfeldes 2 kann aus dem Mischsignal des IR-Sensors 12 der Einfluss des Kochfeldes 2 eliminiert werden, wobei dies in der Auswerteeinheit 13 durch eine explizite Rechnung oder durch ein abgelegtes Kennfeld erfolgen kann. Dadurch ist die Temperatur des Bodens 31 relativ einfach und aufwandsarm bestimmbar. Die direkte Erfassung der Temperatur des Kochfeldes ermöglicht eine wesentlich präzisere Bestimmung der Temperatur des Bodens 31.

    [0033] Bei der in Fig. 2 gezeigten Darstellung ist der Boden 31 minimal beabstandet zur Oberseite 2a des Kochfeldes 2 positioniert. Dies ist lediglich aufgrund der Bombierung des Bodens 31 des Kochtopfes 3 der Fall. Ansonsten ist der Kochtopf 3 unmittelbar auf der Oberseite 2a abgestellt. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Vorrichtung 1 an einer Position angeordnet ist, bei der aufgrund der Ausgestaltung des Bodens 31 dieser unmittelbar auf der Oberseite 2a aufliegt.

    [0034] In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1 in schematischer Weise dargestellt. Im Unterschied zur Ausgestaltung gemäß Fig. 2 umfasst die Vorrichtung hier zwei IR-Sensoren 12 und 14, welche als separate Komponenten ausgebildet sind. Beide IR-Sensoren 12 und 14 sind beabstandet zur Unterseite 2b des Kochfeldes 2 angeordnet und mit ihren Erfassungsbereichen 12a und 14a in Richtung des Kochfeldes 2 orientiert. Darüber hinaus sind die IR-Sensoren 12 und 14 derart positioniert, dass ihre Erfassungsbereiche 12a und 14a auf der Unterseite 2b Flächen 12b und 14b ausbilden, welche an der Unterseite 2b in einem Flächenbereich 15 überlappen. In diesem überlappenden Flächenbereich 15 wird somit ein gemeinsamer Messfleck ausgebildet. Die Präzision kann durch eine derartige überlappende Ausgestaltung der Erfassungsbereiche 12a und 14a verbessert werden, da zumindest bereichsweise von einem gemeinsamen Messfleck 15 Wärmestrahlung detektiert wird.

    [0035] Der IR-Sensor 12 ist durch einen geeigneten ersten Filter wiederum zur Detektion von Wärmestrahlung des Kochfeldes 2 und von Wärmestrahlung des Bodens 31 ausgebildet. Der IR-Sensor 14 ist im Hinblick auf seine Detektionsempfindlichkeit und seinen detektierbaren Wellenlängenbereich durch einen geeigneten zweiten Filter derart ausgestaltet, dass er lediglich und unmittelbar die Wärmestrahlung des Kochfeldes 2 detektieren kann. In der Auswerteeinheit 13 wird analog zur Ausgestaltung gemäß Fig. 2 wiederum ein Differenzsignal aus den beiden von den IR-Sensoren 12 und 14 übertragenen Sensorsignalen die Temperatur des Bodens 31 ermittelt.

    [0036] Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung 1 ist in der schematischen Darstellung gemäß Fig. 4 gezeigt. Bei dieser Ausgestaltung umfasst die Vorrichtung 1 ein Sensorsystem, welches als Zwei-Kanal-Pyrometer ausgebildet ist, wobei das Sensorsystem 16 als IR-Sensorsystem ausgebildet ist und zur intern getrennten Betrachtung von zwei Bereichen ausgebildet ist. Bei diesem Sensorsystem 16 werden somit nicht zwei separate Sensoren, wie dies in den Ausführungen gemäß Fig. 2 und Fig. 3 realisiert ist, angeordnet, sondern diese beiden Sensoren werden praktisch integral ausgebildet und sind beide in dem einen Sensorsystem 16 realisiert. Das Sensorsystem 16 ist dabei einerseits zur unmittelbaren Detektion der Temperatur des Kochfeldes 2 ausgebildet, andererseits zur Erfassung eines Mischsignals, welches Wärmestrahlung sowohl des Kochfeldes 2 als auch des Bodens 31 enthält. Die beiden in dem Sensorsystem 16 realisierten Sensoren weisen bei dieser Ausgestaltung einen im Wesentlichen gleichen Erfassungsbereich 16a auf, welcher auf der Unterseite 2b zu einem im Wesentlichen deckungsgleichen Flächenbereich 16b führt. Das Sensorsystem 16 bzw. die darin realisierten Sensoren beobachten somit quasi stets den gleichen Messfleck.

    [0037] Bei der Ausgestaltung in Fig. 4 ist das Sensorsystem 16 in einem Gehäuse 17 angeordnet, welches eine Abschirmung des Sensorsystems 16 vor induktiven Einflüssen der Induktoren 4 ermöglicht. Dieses Gehäuse 17 kann auch bei den Ausgestaltungen gemäß Fig. 2 und Fig. 3 ausgebildet sein.

    [0038] Die für die Erfassung der Temperatur des Kochfeldes 2 vorgesehenen Sensoren 11, 14 und der des Sensorsystems 16 sind bevorzugt derart ausgebildet, dass eine über die gesamte Höhe h des Kochfeldes 2 gemittelte Temperatur detektierbar ist. Es kann auch vorgesehen sein, dass diese Sensoren 11, 14 und der entsprechende Sensor des Sensorsystems 16 lediglich zur Erfassung der Temperatur der Unterseite 2b des Kochfeldes 2 ausgebildet sind.

    [0039] Das Kochfeld 2 kann beispielsweise als eine Glaskeramik-Kochfläche ausgebildet sein, welche beispielsweise materiell derart beschaffen ist, dass ein Transmissionsgrad von etwa 45 % bis 55% bei einer Wärmestrahlung mit einer Wellenlänge von etwa 1,5 µm bis etwa 2, 7 11m gegeben ist. Des Weiteren kann dieses Kochfeld 2 auch einen Transmissionsgrad von etwa 37% bis etwa 40% bei einer Wellenlänge von etwa 3,5 11m bis etwa 4 11m der Wärmestrahlung aufweisen. Die IR-Sensoren 12 und 16 weisen dann bevorzugt eine für diesen Bereich entsprechende Detektionsempfindlichkeit auf. Die Angaben sind lediglich beispielhaft und können abhängig vom Material des Kochfeldes 2 variieren, weshalb dann auch die Detektionsempfindlichkeit der IR-Sensoren 12 und 16 bzw. deren Filter entsprechend zu ändern sind.


    Ansprüche

    1. Induktionskochmulde mit einer Sensorvorrichtung mit einem ersten Sensor (11, 14, 16), welcher zur Erfassung von Messwerten zur Bestimmung einer Temperatur einer Zubereitungszone (21 bis 24), auf der ein Zubereitungsbehälter (3) zur Aufnahme eines Zubereitungsguts aufstellbar ist, ausgebildet ist, und einem IR-Sensor (12, 16), welcher zur Detektion von Wärmestrahlung der Zubereitungszone (21 bis 24) und eines Bodens (31) des Zubereitungsbehälters (3) ausgebildet ist, und einer Auswerteeinheit (13), welche mit dem ersten Sensor (11, 14, 16) und dem IR-Sensor (12, 16) elektrisch verbunden ist und mit welcher abhängig von den von den Sensoren (11, 12, 14, 16) übertragenen Informationen die Temperatur des Bodens (31) ermittelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Sensoren (11, 12, 14, 16) derart angeordnet sind, dass deren örtliche Erfassungsbereiche (12a, 14a, 16a) zumindest bereichsweise überlappend, insbesondere im Wesentlichen vollständig überlappend, angeordnet sind, wobei der erste Sensor (11, 14, 16) ein NTC-Widerstand oder ein PTC-Widerstand ist oder der erste Sensor ein IR-Sensor (11, 14, 16) ist, und die beiden IR-Sensoren als (11, 14, 16, 12) 2-Kanal-Pyrometer ausgebildet sind.
     
    2. Induktionskochmulde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sensor (11, 14, 16) und/oder der IR-Sensor (12, 16) auf einer dem Boden (31) abgewandten Seite (2b) der Zubereitungszone (21 bis 24) angeordnet sind.
     
    3. Induktionskochmulde nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sensor (11) an der dem Boden (31) abgewandten Seite (2b) der Zubereitungszone (21 bis 24) befestigt ist.
     
    4. Induktionskochmulde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Sensoren (11, 12, 14, 16) von einer Induktionsvorrichtung (4) zum induktiven Heizen der Zubereitungszone (21 bis 24) abgeschirmt angeordnet ist.
     
    5. Induktionskochmulde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sensor (11, 14, 16) und der IR-Sensor (12, 16) benachbart zueinander angeordnet sind.
     
    6. Induktionskochmulde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sensor (11, 14, 16) und der IR-Sensor (12, 16) in einem Gehäuse (17) angeordnet sind.
     
    7. Induktionskochmulde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zubereitungsfeld (2) als Glaskeramik ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. Induction cooking hob with a sensor apparatus with a first sensor (11, 14, 16) which is embodied for detecting measured values to determine a temperature of a cooking zone (21 to 24), on which a cooking container (3) for accommodating a cooking item can be placed, and an IR sensor (12, 16) which is embodied for the detection of heat radiation of the cooking zone (21 to 24) and a bottom (31) of the cooking container (3), and an evaluation unit (13) which is electrically connected to the first sensor (11, 14, 16) and the IR sensor (12, 16) and with which the temperature of the bottom (31) can be ascertained as a function of the information transmitted by the sensors (11, 12, 14, 16), characterised in that the two sensors (11, 12, 14, 16) are disposed such that their local detection regions (12a, 14a, 16a) are disposed so as to overlap at least in regions, in particular so as to essentially overlap completely, wherein the first sensor (11, 14, 16) is an NTC thermistor or a PTC thermistor or the first sensor is an IR sensor (11, 14, 16) and the two IR sensors are embodied as (11, 14, 16, 12) 2-channel pyrometers.
     
    2. Induction cooking hob according to claim 1, characterised in that the first sensor (11, 14, 16) and/or the IR sensor (12, 16) are disposed on a side (2b) of the cooking zone (21 to 24) facing away from the bottom (31).
     
    3. Induction cooking hob according to claim 1 or 2, characterised in that the first sensor (11) is fastened to the side (2b) of the cooking zone (21 to 24) facing away from the bottom (31).
     
    4. Induction cooking hob according to one of the preceding claims, characterised in that the two sensors (11, 12, 14, 16) are disposed so as to be shielded from an induction apparatus (4) for the inductive heating of the cooking zone (21 to 24).
     
    5. Induction cooking hob according to one of the preceding claims, characterised in that the first sensor (11, 14, 16) and the IR sensor (12, 16) are disposed adjacently to one another.
     
    6. Induction cooking hob according to one of the preceding claims, characterised in that the first sensor (11, 14, 16) and the IR sensor (12, 16) are disposed in a housing (17).
     
    7. Induction cooking hob according to one of the preceding claims, characterised in that the cooking field (2) is embodied as glass-ceramic.
     


    Revendications

    1. Table de cuisson à induction avec un dispositif de capteurs comprenant un premier capteur (11, 14, 16) exécuté afin de saisir des valeurs de mesure pour la détermination d'une température d'une zone de préparation (21 à 24) sur laquelle un récipient de cuisine (3) servant à accueillir des aliments à préparer peut être disposé, et un capteur IR (12, 16), exécuté afin de détecter la radiation thermique de la zone de préparation (21 à 24) et d'un fond (31) du récipient de cuisine (3), et une unité d'évaluation (13) reliée électriquement au premier capteur (11, 14, 16) et au capteur IR (12, 16) et avec laquelle la température du fond (31) peut être déterminée en fonction des informations transmises par les capteurs (11, 12, 14, 16), caractérisée en ce que les deux capteurs (11, 12, 14, 16) sont disposés de telle manière que leurs zones de perception locales (12a, 14a, 16a) se chevauchent au moins par zones, en particulier essentiellement intégralement, dans laquelle le premier capteur (11,14,16) est une thermistance CTN ou une thermistance CTP ou le premier capteur un capteur IR (11, 14, 16), et les deux capteurs IR (11, 14, 16, 12) sont exécutés sous la forme d'un pyromètre à 2 canaux.
     
    2. Table de cuisson à induction selon la revendication 1, caractérisée en ce que le premier capteur (11,14, 16) et/ou le capteur IR (12,16) sont disposés sur un côté (2b) de la zone de préparation (21 à 24) éloigné du fond (31).
     
    3. Table de cuisson à induction selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le premier capteur (11) est fixé sur le côté (2b) de la zone de préparation (21 à 24) éloigné du fond (31).
     
    4. Table de cuisson à induction selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les deux capteurs (11, 12, 14, 16) sont disposés de manière protégée par rapport à un dispositif à induction (4) servant à chauffer la zone de préparation (21 à 24) par induction.
     
    5. Table de cuisson à induction selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le premier capteur (11, 14, 16) et le capteur IR (12, 16) sont disposés dans le voisinage l'un de l'autre.
     
    6. Table de cuisson à induction selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le premier capteur (11, 14, 16) et le capteur IR (12, 16) sont disposés dans un boîtier (17).
     
    7. Table de cuisson à induction selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le champ de préparation (2) est exécuté sous forme de vitrocéramique.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente