[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Etui bzw. ein Behältnis zum Aufbewahren eines
Hörgeräts mit einer aus einem ersten Kunststoff gefertigten äußeren Schale und einer
aus einem zweiten Kunststoff gefertigten Innenauskleidung, die an der Innenwand der
äußeren Schale angebracht ist, wobei der zweite Kunststoff weicher ist als der erste
Kunststoff.
[0002] Etuis für Hörgeräte kommen gebrauchsgemäß mit Cerumen (Ohrenschmalz) in Kontakt,
wenn die Hörgeräte nach Gebrauch darin aufbewahrt werden. Mit den Hörgeräten werden
aber auch andere Verschmutzungen wie Staub und dergleichen in das Etui eingebracht.
Dies erfordert eine regelmäßige Reinigung des Etuis. Die Reinigung der Etuis kann
bislang nur durch Auswischen erfolgen, was dem Anwender aufgrund weiterer körperlicher
Beeinträchtigungen, die sich oftmals in höherem Alter einstellen, teilweise sehr schwer
fällt. Auch sind nicht alle Bereiche der Etuis leicht erreichbar. Unter diesen Unzulänglichkeiten
leidet vielfach die Hygiene.
[0003] Eine Reinigung des Etuis unter fließendem Wasser ist oftmals nicht akzeptabel, da
zwischen einer Innenauskleidung und der harten Außenschale Feuchtigkeit eindringen
kann, die bei Lagerung von Hörgeräten negative Auswirkungen auf die Lebensdauer und/oder
Funktion der Geräte haben kann.
[0004] Beispielsweise befinden sich auf dem Markt aufklappbare Hörgeräteetuis, deren Innenauskleidung
eine Art Blasebalg umfasst, der zum Niederhalten eines Hörgeräts in dem Etui dient.
Beim Niederdrücken entweicht aus der Blase Luft und es wird ein definierter Druck
auf das Hörgerät ausgeübt. Dies bedeutet aber auch, dass beim intensiven Spülen des
Etuis Wasser in die Blase gelangen kann. Dieses Wasser lässt sich dann kaum mehr restlos
aus der Blase entfernen, wodurch das Hörgerät ständig einer erhöhten Luftfeuchtigkeit
oder Wasser ausgesetzt wäre.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, ein Etui für ein Hörgerät
vorzuschlagen, das leicht mit Wasser zu reinigen und anschließend ebenso komfortabel
und wirkungsvoll zu trocknen ist.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Behältnis zum Aufbewahren eines
Hörgeräts mit einer aus einem ersten Kunststoff gefertigten äußeren Schale und einer
aus einem zweiten Kunststoff gefertigten Innenauskleidung, die an der Innenwand der
äußeren Schale angebracht ist, wobei der zweite Kunststoff weicher ist als der erste
Kunststoff. Die Innenauskleidung ist an die äußere Schale angespritzt und einer oder
mehrere Niederhalter, der/die einteilig mit der Innenauskleidung gebildet sind, ragen
in den Innenraum der Innenauskleidung, um das Hörgerät dort zu halten.
[0007] In vorteilhafter Weise kann ein derart konstruiertes Behältnis unter fließendem Wasser
oder gar in der Spülmaschine gereinigt werden, da sich kein Wasser im Etui halten
und das Hörgerät beeinträchtigen kann. Die Reinigung erfolgt somit auf einfache Art,
ist leicht zu handhaben und führt zu einer verbesserten Hygiene.
[0008] Das System der Niederhalter hat auch den Vorteil, dass Hörgeräte mit dünnem Schallschlauch
oder externen Hörer (z.B. für offene Versorgung) leicht fixiert werden können, ohne
den dünnen Schlauch bzw. die Hörerzuleitung zu beschädigen.
[0009] Vorzugsweise sind die Niederhalter zumindest zum Teil borstenartig ausgebildet. Damit
kann sanfter Druck auf das Gerät in dem Etui ausgeübt werden, der mit der Stärke der
Borsten geeignet eingestellt werden kann.
[0010] Die Niederhalter können zumindest zum Teil auch lamellenförmig ausgebildet sein.
Mit der Lamellenstärke lässt sich auch hier der Druck auf das aufzubewahrende Hörgerät
in geeigneter Weise einstellen. Selbstverständlich sind auch Mischformen von borstenartigen,
lamellenförmigen und ähnlichen Niederhaltern bzw. Niederhaltersystemen möglich.
[0011] Der zweite Kunststoff ist vorteilhafterweise gummiartig ausgebildet. Mit einer derartigen
Innenauskleidung können Beschädigungen des aufzubewahrenden Hörgeräts praktisch ausgeschlossen
werden.
[0012] Günstigerweise werden an die Innenauskleidung Fußabschnitte angespritzt, die durch
entsprechende Fußaussparungen in der äußeren Schale nach außen vorstehen und Füße
des Behältnisses bilden. Dadurch, dass der zweite Kunststoff weicher als der erste
Kunststoff ist, ergibt sich damit in der Regel auch eine bessere Rutschfestigkeit
der Füße im Gegensatz zu der harten Außenschale. Hierzu ist es besonders günstig,
wenn der zweite Kunststoff gummiartig ist, so dass eine entsprechend hohe Griffigkeit
der Füße des Behältnisses erreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil derartiger Füße
besteht darin, dass sie nicht als separate Teile an das Behältnis angebracht werden
müssen, so dass der Logistik- und Montageaufwand reduziert werden kann.
[0013] Anlog zu den Füßen kann an die Innenauskleidung auch mindestens ein Griffabschnitt
angespritzt sein, der durch eine entsprechende Griffaussparung in der äußeren Schale
nach außen vorsteht bzw. von außen greifbar ist, und einen Griff des Behältnisses
bildet. Hierdurch kann beispielsweise die Griffigkeit eines Deckels des Behältnisses
erhöht werden. Wiederum sind besondere Vorteile zu erwarten, wenn der zweite Kunststoff,
d. h. der Griffabschnitt, gummiartig ausgebildet ist, so dass eine entsprechend hohe
Griffigkeit geboten ist. Da der Griffabschnitt auch hier einteilig mit der Innenauskleidung
ausgebildet ist, ergeben sich wiederum Vorteile aufgrund des reduzierten Logistik-
und Montageaufwands.
[0014] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert,
die ein erfindungsgemäßes Etui für ein Hörgerät zeigt.
[0015] Die nachfolgend näher geschilderten Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung dar.
[0016] Das in der Figur wiedergegebene erfindungsgemäße Etui für ein Hörgerät besitzt einen
Grundkörper 1 und einen daran schwenkbar befestigten Deckel 2. Der Grundkörper 1 besteht
aus einer harten Außenschale 10 und einer gummiartigen, weichen Innenauskleidung 11.
In gleicher Weise besitzt der Deckel 2 eine harte Außenschale 20 und eine darin eingefügte
weiche, gummiartige Innenauskleidung 21. Die weiche Innenauskleidung 11, 21 wird im
Zwei-Komponenten-Verfahren an die jeweilige harte Außenschale 10, 20 angespritzt und
geht eine fugenlose Verbindung mit der jeweiligen Schale ein. Damit kann das Etui
unter fließendem Wasser oder gar in der Spülmaschine gereinigt werden, da sich kein
Wasser im Etui halten und das Hörgerät beeinträchtigen kann. Die Reinigung kann somit
auf einfache Art und Weise erfolgen. Hierdurch lässt sich eine deutliche Verbesserung
der Hygiene erzielen.
[0017] Durch die fugenlose Verbindung können Kapillareffekte verhindert werden, die gegebenenfalls
dafür verantwortlich sind, dass sich Wasser über längere Zeit zwischen der Außenschale
10, 20 und der Innenauskleidung 11, 21 hält.
[0018] Die Fixierung des Hörgeräts oder der Hörgeräte im Etui erfolgt hier nicht über luftgefüllte
Kissenkonstruktionen, sondern über dünne, flexible Niederhalter. In dem Beispiel von
FIG 1 sind die Niederhalter als Borsten 22 ausgestaltet. Da sie aus dem gleichen nachgiebigen,
gummiartigen Material wie die Innenauskleidung 21 gefertigt sind, schädigen sie das
aufzubewahrende Hörgerät nicht. Vielmehr üben Sie einen sanften Druck auf das bzw.
die Hörgeräte aus, so dass das bzw. die Hörgeräte in dem Etui nicht oder kaum verrutschen
können.
[0019] Hierzu ist es auch günstig, wenn die Oberfläche der Innenauskleidung entsprechend
rutschfest ist. Ein gummiartiges Material, das hohe Reibkräfte bedingt, ist somit
für die Innenauskleidung von Vorteil. Das System von Niederhaltern hat auch den Vorteil,
dass Hörgeräte mit dünnem Schallschlauch oder externem Hörer ohne Weiteres in dem
Etui eingeschlossen werden können, ohne dass der dünne Schlauch bzw. die Hörerzuleitung
beschädigt wird.
[0020] Das in der Figur wiedergegebene Etui besitzt ferner an den Ecken des Deckels Griffbereiche
23 und 24. Die Griffbereiche 23 und 24 bestehen in diesem Beispiel aus parallelen,
kleinen, wulstartigen Streifen 25. Diese Streifen 25 ragen durch entsprechende Aussparungen
in der Außenschale 20 nach außen und sind mit der Innenauskleidung 21 einteilig gespritzt.
Dadurch dass sie aus einem weichen, gummiartigen und damit griffigen Material bestehen,
eignen sie sich in besonderer Weise, die Griffigkeit des Deckels 2 zum Öffnen des
Etuis zu erhöhen.
[0021] In gleicher Weise sind am Boden des Grundkörpers 1 Füße an die Innenauskleidung 11
angespritzt, die wiederum durch dafür vorgesehene Aussparungen der Außenschale 10
ragen. Diese gummiartigen Füße verbessern die Rutschfestigkeit des Etuis.
[0022] Grundsätzlich können die Niederhalter auch anders geformt sein, als in dem Ausführungsbeispiel
der Figur dargestellt ist. So können die Niederhalter beispielsweise auch gemischt
aus Borsten und Lamellen bestehen. Darüber hinaus können die Niederhalter auch in
konzentrischen Kreisen angeordnet werden. Unter Umständen ist es günstig, zusätzlich
oder alternativ in dem Grundkörper 1 derartige Niederhalter vorzusehen. Wesentlich
ist lediglich, dass die Niederhalter flexibel sind und einteilig mit der jeweiligen
Innenauskleidung 11, 21 gebildet sind.
1. Behältnis zum Aufbewahren eines Hörgeräts mit
- einer aus einem ersten Kunststoff gefertigten äußeren Schale (10,20) und
- einer aus einem zweiten Kunststoff gefertigten Innenauskleidung (11, 21), die an
der Innenwand der äußeren Schale angebracht ist, wobei der zweite Kunststoff weicher
ist als der erste Kunststoff,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Innenauskleidung (11, 21) an die äußere Schale (10,20) angespritzt ist und
- einer oder mehrere Niederhalter (22), der/die einteilig mit der Innenauskleidung
(11, 21) gebildet sind, in den Innenraum der Innenauskleidung ragen, um das Hörgerät
dort zu halten.
2. Behältnis nach Anspruch 1, wobei die Niederhalter (22) mindestens zum Teil borstenartig
ausgebildet sind.
3. Behältnis nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Niederhalter (22) mindestens zum Teil
lamellenförmig ausgebildet sind.
4. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zweite Kunststoff gummiartig
ist.
5. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an die Innenauskleidung (11,21)
Fußabschnitte angespritzt sind, die durch entsprechend Fußaussparungen in der äußeren
Schale (10,20) nach außen vorstehen und Füße des Behältnisses bilden.
6. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an die Innenauskleidung (11,
21) mindestens ein Griffabschnitt (23, 24) angespritzt ist, der durch eine entsprechende
Griffaussparung in der äußeren Schale (10, 20) nach außen vorsteht und einen Griff
des Behältnisses bildet.