[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Strahlkopf für eine Hochdruck-Sprühvorrichtung
zum Versprühen von abrasiven Partikeln und/oder einem Reinigungsmittel und auf ein
Verfahren zum Versprühen von abrasiven Partikeln und/oder einem Reinigungsmittel mittels
einer Hochdruck-Sprühvorrichtung.
[0002] Im Stand der Technik sind Sandstrahlgeräte und Verfahren bekannt, bei denen feine
abrasive Strahlpartikel mit Druckluft beaufschlagt und über eine Lanze auf eine zu
bearbeitende Objektoberfläche aufgebracht werden, um diese abrasiv zu bearbeiten.
[0003] Ferner sind, z.B. aus der
DE 29517853 U1 auch sogenannte Naß-Sandstrahler in Form von Sprühköpfen bekannt, bei denen ein Wasserstahl
durch eine Hochdruck-Sprühvorrichtung erzeugt wird und dieser Wasserstrahl in einen
Venturi-Verengungseinlauf gerichtet wird, so dass sich in einer Strahlkammer ein Unterdruck
bildet, durch den Sand in den Wasserstrahl angesaugt und durch diesen beschleunigt
und als Wasser-Sand-Gemisch aus einer Düsenöffnung ausgestossen wird.
[0004] Ein genereller Nachteil dieser Geräte und Verfahren besteht darin, dass die abrasiven
Partikel (z.B. der Sand) nur schlecht mit dem Wasserstrahl vermischt werden kann und
es häufig zu unhomogenen Gemischen sowie zu Verklumpungen und Verstopfungen der Düsen
und Strahlkammern kommt.
[0005] Ferner sind Hochdruckreiniger bekannt, bei denen ein Reinigungsmittel aus einem separaten
Behälter optional vor der Druckbeaufschlagung in einem Kompressor oder vor der Druckerhöhung
in einer Sprühlanze dem Wasser zugeführt wird. Diese Lösung hat den Nachteil, dass
ein bestehender Hochdruckreiniger ohne diese Funktion kaum nachgerüstet werden kann
und dass Reinigungsmittel häufig korrosiv wirken und einen schädlichen Einfluss auf
die internen Komponenten des Reinigers haben, die alternativ aus korrosionsbeständigen
Materialien gefertigt werden müssten und damit teuer in der Herstellung sind. Ferner
ist es bei dieser Lösung oft nicht möglich eine zufriedenstellende Schaumbildung am
Austritt der Sprühlanze zu erreichen.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin einen verbesserten Strahlkopf für eine Hochdruck-Sprühvorrichtung
sowie ein verbessertes Verfahren bereitzustellen, mit denen abrasive Partikel und/oder
ein Reinigungsmittel ohne die genannten Störungen versprüht werden können.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Strahlkopf für eine Hochdruck-Sprühvorrichtung
gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren zum Versprühen von abrasiven Partikeln und/oder
einem Reinigungsmittel mittels einer Hochdruck-Sprühvorrichtung gemäß Anspruch 10.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Strahlkopfes und des Verfahrens sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0008] Indem bei dem Verfahren die abrasiven Partikel in Form einer Strahlmittelaufschlämmung
dem Sprühkopf zugeführt werden können bzw. in dieser Form in einen Hochdruckstrahl
einer Hochdruck-Sprühvorrichtung eingebracht werden, wird zum einen eine kontinuierliche
Zufuhr von Strahlmittel in den Strahlkopf und darin eine gleichmäßige Vermischung
des Strahlmittels in Form der abrasiven Partikel mit dem Hochdruckstrahl erreicht,
ohne dass es zu Verklumpungen oder Unterbrechungen der Zufuhr kommt.
[0009] Der gleichmäßige Transport wird auch dann erreicht, wenn keine ausgeprägter Unterdruck
im Strahlkopf aufgrund des Venturieffekt und/oder ein Überdruck auf die Aufschlämmung
erzeugt wird.
[0010] Alternativ oder zusammen mit der Aufschlämmung kann auch ein Reinigungsmittel in
den Hochdruckstrahl der Hochdruck-Sprühvorrichtung eingebracht werden. Hierbei wird
die Vermischung mit dem Strahlmittel gegenüber bisherigen Lösungen deutlich verbessert.
[0011] Der erfindungsgemäße Strahlkopf kann in einfacher Weise als Zusatzteil für eine bestehende
Sprühlanze eines Hochdruckreinigers ausgeführt sein. Dadurch ist es möglich, einen
bestehenden Hochdruckreiniger nachträglich um die Funktionalität des Versprühens eines
abrasiven Strahlmittels und/oder eines Reinigungsmittels zu erweiteren, ohne dass
es konstruktiver Änderungen am Hochdruckreiniger oder der Lanze bedarf.
[0012] Besonders ausgeprägt ist diese vorteilhafte Wirkung, wenn als Hochdruckstrahl ein
Hochdruck-Flüssigkeitsstrahl eingesetzt wird.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand bevorzugter Ausführungsformen beispielhaft
erläutert. In der beigefügten Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform eines Strahlkopfes zum Aufstecken auf einen Sprühkopf
einer Sprühlanze,
Fig. 2 einen Strahlkopf gemäß der ersten Ausführungsform, aufgesteckt auf den Sprühkopf
der Sprühlanze,
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform eines Strahlkopfes zum Aufstecken auf einen Sprühkopf
einer Sprühlanze, und
Fig. 4 eine dritte Ausführungsform eines Strahlkopfes zum Aufstecken auf einen Sprühkopf
einer Sprühlanze mit Verwirbelungselementen.
[0014] Der Strahlkopf gemäß der in den Fig. 1 und 2 gezeigten ersten Ausführungsform besitzt
einen Düsenkörper 4, der in der dargestellten Variante als separates Teil zum Aufstecken
auf einen Sprühkopf 9 einer Sprühlanze 8, z.B. eines an sich bekannten Hochdruckstrahlers,
ausgebildet ist. In dem Düsenkörper 4 ist ein Mischraum 6 ausgebildet, mit dem eine
Einlassöffnung 7 für ein Fluid, ein Einlass 3 für ein Strahlmittel in Form der abrasiven
Partikel und/oder für ein Reinigungsmittel, sowie eine Strahlaustrittsöffnung 5 für
den aus dem Fluid unter Druck und den abrasiven Partikeln und/oder dem Reinigungsmittel
gebildeten Strahl kommunizieren.
[0015] Die Einlassöffnung 7 für das Fluid ist hier so ausgebildet, dass sie auf den Sprühkopf
9 der Sprühlanze aufgesteckt und/oder ggf. über eine (nicht dargestellte), beispielsweise
form- und/oder kraftschlüssige Befestigungsvorrichtung wie eine Klemme oder eine Schraubverbindung
an diesem lösbar angebracht werden kann.
[0016] Das Fluid wird in dem Mischraum als Hochdruckfluid mit dem über den Einlass 3 zugeführten
Strahlmittel in Form der abrasiven Partikel vermischt. Deshalb kommt als Fluid ein
Hochdruckfluid, als Flüssigkeitsstrahl oder als Luftstrahl oder als eine Mischung
davon, in Frage, wie er z.B. durch die Düse am Ende einer Lanze eines Hochdruckstrahlers
erzeugt wird. Bevorzugt ist ein Hochdruck-Flüssigkeitsstrahl wie er durch einen an
sich bekannten Hochdruckreiniger erzeugt wird.
[0017] Die Düse zum Erzeugen des Hochdruck-Flüssigkeitsstrahls kann, wie gezeigt, Teil der
Lanze des Hochdruckstrahlers sein, wenn der Strahlkopf als Zusatzteil konzipiert ist.
Die Düse zum Erzeugen des Hochdruck-Flüssigkeitsstrahls kann aber auch in den Strahlkopf
selbst vor dem Mischraum 6 integriert sein. In diesem Fall wäre der so gebildete Strahlkopf
unmittelbar am Ende einer Lanze oder eines Schlauches für das durch die Hochdruckvorrichtung
vorkomprimierte Fluid anzubringen.
[0018] Der Mischraum 6 hat eine im wesentlichen konische Form, die sich zu der Strahlöffnung
5 hin verjüngt. Die Form ist so dimensioniert, dass nach dem Aufstecken auf den Sprühkopf
9 der Sprühlanze 8, wie Fig. 2 zeigt, ein ausreichender Freiraum verbleibt, in den
eine (später noch zu beschreibende) Strahlmittelaufschlämmung und/oder ein Reinigungsmittel
einfließen und sich mit dem Fluidstrahl vermischen kann. In einem Bereich 6' des Mischraumes
stromauf des Einlasses 3 für die Strahlmittelaufschlämmung bzw. das Reinigungsmittel
können eine oder mehrere Luftzuführöffnungen um den Umfang des Düsenkörpers verteilt
münden(nicht dargestellt), über die zusätzliche Umgebungsluft in den Mischraum 6 angesaugt
werden kann. Diese Belüftungsöffnung(en) verbessert bzw. verbessern die Einströmung
der Strahlmittelaufschlämmung und/oder des Reinigungsmittels und die Vermischung mit
dem Hochdruckfluid.
[0019] Erfindungsgemäß wird das Strahlmittel in Form der abrasiven Partikel in Form einer
Aufschlämmung bzw. Suspension in den Mischraum 6 des Düsenkörpers 4 eingebracht und
dort mit dem Hochdruckstrahl aus der Hochdruck-Sprühvorrichtung vermischt und zusammen
mit diesem durch die Strahlaustrittsöffnung 5 versprüht. Die Aufschlämmung wird aus
den abrasiven Partikeln und einer Trägerflüssigkeit, beispielsweise Wasser und beispielsweise
aus annähernd gleichen Volumenteilen hiervon hergestellt. Dieser Aufschlämmung können
weitere Zusätze, beispielsweise Reinigungsmittel zugesetzt werden. Die Konsistenz
der Aufschlämmung und die Abmessung des Einlasses 3 ist so zu bestimmen, dass die
Aufschlämmung gleichmäßig und kontinuierlich durch den Einlass 3 in den Mischraum
6 fließen kann. Diese Strömung kann allein durch die Schwerkraft oder durch einen
externen Überdruck bewirkt werden. Der ggf. durch das Eintreten des Hochdruckstrahls
in den Mischraum aufgrund des Venturieffekts erzeugte Unterdruck ist hilfreich aber
für den Transport nicht unbedingt erforderlich.
[0020] Das Reinigungsmittel kann aber auch anstelle der Aufschlämmung durch den Einlass
in den Mischraum eingebracht werden. Alternativ ist es möglich mehrere Einlässe für
unterschiedliche zu versprühende Zusätze am Düsenkörper vorzusehen. Für den oder die
Einlässe können Abdeckungen vorgesehen sein, mit denen nicht benötigte Einlässe verschlossen
werden können.
[0021] Zur Aufnahme der Strahlmittelaufschlämmung und/oder des Reinigungsmittels ist ein
Behälter 2 vorgesehen, der in der ersten Ausführungsform von Fig. 1 mit dem Düsenkörper
und dem Einlass 3 verbunden ist oder aber daran lösbar anbringbar ist. Er kann wie
in der zweiten Ausführungsform gemäß Fig. 3 gezeigt auch als ein von dem Düsenkörper
getrennter Behälter 2' ausgeführt sein, der mit dem Einlass 3 über eine Verbindungsleitung
6 in Form einer Rohr- oder Schlauchleitung verbunden oder verbindbar ist. Bei dieser
Ausführungsform kann der Behälter 2' an einem externen Gestell aufgehängt oder an
der Sprühlanze der Hochdruck-Sprühvorrichtung angebracht sein. Es können auch mehrere
Behälter oder ein in mehrere Kammern unterteilter Behälter vorgesehen werden, sofern
unterschiedliche Substanzen zugeführt werden sollen.
[0022] Um die Menge der von dem oder den Behälter(n) 2,2' oder Kammern eines Behälters in
den Mischraum 6 strömenden Strahlmittelaufschlämmung (bzw. des Reinigungsmittel oder
anderer Substanzen) zu steuern und ggf. zu unterbrechen kann jeweils eine (nicht dargestellte)
Ventileinrichtung zwischen dem jeweiligen Behälter 2 und dem Mischraum 6, beispielsweise
an dem Düsenkörper 4 oder dem Behälter 2,2' oder an der Verbindungsleitung 6 vorgesehen
sein.
[0023] Der erfindungsgemäße Strahlkopf bzw. das Verfahren eignet sich zum Versprühen aller
abrasiven, losen Partikel, z.B. Quarzsand oder dergleichen, sofern aus diesen Teilchen
eine fließfähige Aufschlämmung hergestellt werden kann.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform, die in Fig. 4 nur schematisch angedeutet ist und
die sich besonders zum Versprühen eines Reinigungsmittels eignet aber hierauf nicht
beschränkt ist, ist in dem Mischraum 6 und/oder der Strahlaustrittsöffnung 5 des Düsenkörpers,
vorzugsweise stromab des Einlasses 3 für die Strahlmittelaufschlämmung und/oder das
Reinigungsmittel, eine Verwirbelungseinrichtung 11',11'' vorgesehen. Die Verwirbelungseinrichtung
kann in Form von in die Strömung ragenden Nuten und/oder Vorsprüngen ausgebildet sein,
so dass beim Durchtritt des Hochdruckfluids die jeweils gewünschte Verwirbelung und
Vermischung mit der durch den Einlass 3 zugeführten Substanz erreicht wird. Bei einem
Einsatz der Verwirbelungseinrichtung mit einem Reinigungsmittel kann auf einfache
Weise eine ausgeprägte Schaumbildung im Mischraum und am Austritt erzeugt werden.
Sie dient aber auch einer verbesserten Vermischung von Hochdruckfluidstrahl und abrasiven
Partikeln beim Einsatz mit dem Strahlmittel.
[0025] Die Verwirbelungseinrichtung kann direkt in dem Düsenkörper oder auch als ein von
Außen, beispielsweise von der Seite der Einlassöffnung 7 für das Hochdruckfluid her
entfernbar in den Düsenkörper 4 einbringbarer Einsatz ausgebildet sein, so dass der
Sprühkopf selektiv mit der Verwirbelungsfunktion versehen werden kann.
1. Strahlkopf (1) für eine Hochdruck-Sprühvorrichtung, mit
einem Düsenkörper (4) mit einem Mischraum (6), mit dem eine Strahlaustrittsöffnung
(5), eine Einlassöffnung (7) für ein Hochdruckfluid und ein Einlass (3) für eine Strahlmittelaufschlämmung
und/oder ein Reinigungsmittel kommunizieren, wobei mit dem Einlass (3) mindestens
ein Behälter (2) zur Aufnahme der Strahlmittelaufschlämmung und/oder des Reinigungsmittels
verbindbar oder verbunden ist.
2. Strahlkopf (1) nach Anspruch 1, wobei der oder mindestens einer der Behälter (2) an
dem Düsenkörper (4) angebracht ist.
3. Strahlkopf (1) nach Anspruch 1, wobei der oder mindestens einer der Behälter (2) getrennt
von dem Düsenkörper (4) ausgebildet und über eine Verbindungsleitung (10) mit dem
Einlass (3) verbunden oder verbindbar ist.
4. Strahlkopf (1) nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei eine Ventileinrichtung zwischen dem/den
Behälter(n) (2) und dem Mischraum (6) vorgesehen ist, um die Strömung der Strahlmittelaufschlämmung
von dem/den Behälter(n) (2) in den Mischraum (6) zu steuern.
5. Strahlkopf (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Düsenkörper mit der Einlassöffnung
(7) für das Hochdruckfluid mit einem Sprühkopf (9) einer Sprühlanze (8) verbindbar
ist, insbesondere durch eine Steck- oder Schraubverbindung.
6. Strahlkopf (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei eine oder mehrere Luftzuführöffnungen
vorgesehen sind, die stromauf des Einlasses (3) für die Strahlmittelaufschlämmung
und/oder das Reinigungsmittel in den Mischraum (6) münden.
7. Strahlkopf (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei eine Verwirbelungseinrichtung
(11',11'') in dem Mischraum (6) und/oder der Strahlaustrittsöffnung (5) vorgesehen
ist.
8. Strahlkopf (1) nach Anspruch 7, wobei die Verwirbelungseinrichtung (11',11'') in dem
Mischraum (6) stromab des Einlasses (3) für die Strahlmittelaufschlämmung und/oder
das Reinigungsmittel angeordnet ist.
9. Strahlkopf (1) nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Verwirbelungseinrichtung (11',11'')
als ein von Außen entfernbar in den Düsenkörper (4) einbringbarer Einsatz ausgebildet
ist.
10. Verfahren zum Versprühen von abrasiven Partikeln und/oder einem Reinigungsmittel mittels
einer Hochdruck-Sprühvorrichtung, wobei
die abrasiven Partikel in Form einer Aufschlämmung und/oder das Reinigungsmittel in
einen Hochdruckstrahl der Hochdruck-Sprühvorrichtung eingebracht und über diesen versprüht
werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Aufschlämmung aus Flüssigkeit und abrasiven
Partikeln und/oder das Reinigungsmittel durch Schwerkraft oder Überdruck in den Hochdruckstrahl
der Hochdruck-Sprühvorrichtung eingebracht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, wobei die Aufschlämmung aus annähernd gleichen
Teilen der abrasiven Partikel und Flüssigkeit hergestellt wird.