[0001] Die Erfindung betrifft einen Stanz- oder Umformautomaten mit einem Gestell, das einen
Stößel in einer Hubrichtung linear verfahrbar lagert und eine den Stößel zu einer
Hin- und Herbewegung antreibende Antriebseinrichtung aufnimmt, wobei der Stößel mittels
mehrerer Führungseinrichtungen gelagert ist, die jeweils eine Führungsschiene aufweisen,
an der mindestens ein Führungskörper anliegt.
[0002] Um mittels derartiger Stanz- oder Umformautomaten Werkzeuge präzise bearbeiten und
einen vorzeitigen Werkzeugverschleiß vermeiden zu können, ist es erforderlich, den
Stößel in vertikaler Richtung und in horizontaler Richtung möglichst exakt zu führen.
Hierzu werden in der
deutschen Offenlegungsschrift DE 26 31 598 A1 Führungseinrichtungen vorgeschlagen mit am Gestell angeordneten Führungsschienen
und diesen jeweils zugeordneten Führungskörpern, die am Stößel gehalten sind. Der
Stößel ist im Wesentlichen rechteckförmig ausgestaltet und weist an jeder seiner vier
Seiten in seinen Eckbereichen zwei im Abstand parallel zueinander angeordnete Führungskörper
auf, die an entsprechenden, am Gestell gehaltenen Führungsschienen anliegen.
[0003] Aus der
europäischen Patentschrift EP 0 728 573 B1 ist eine Presse bekannt, bei der unterschiedlich ausgestaltete Führungseinrichtungen
zum Einsatz kommen. Eine erste Führungseinrichtung umfasst eine am Stößel gehaltene
Führungssäule, der als Kugel- oder Rollenführungen ausgestaltete Führungskörper zugeordnet
sind, die am Gestell festgelegt sind. Der Stößel umgreift nach Art einer Klammer die
beiden Enden der Säule und stützt sich zusätzlich ungefähr in der Mitte der Säule
an dieser ab. Eine zweite Führungseinrichtung weist eine am Gestell gehaltene Führungsschiene
auf, an der stößelfest angeordnete Führungskörper in Form von Rollenumlaufschuhen
anliegen. Die Führung der Säule gestaltet sich somit aufwendig und erfordert unterschiedliche
Führungseinrichtungen. Dies ist mit beträchtlichen Herstellungs- und Lagerkosten verbunden.
[0004] Bei der Bearbeitung eines Werkstückes wird der Stößel häufig mit außermittig angreifenden
Umformkräften beaufschlagt. Dies kann zu einer Kippung des Stößels führen. Insbesondere
beim Einsatz von modular aufgebauten Mehrstufenwerkzeugen kommt es häufig zu einer
relativ hohen außermittigen Belastung, da sich im Verlauf der Umformoperationen der
Schwerpunkt der Kraftbelastung verschiebt, so dass der Stößel zu Kippschwingungen
angeregt werden kann. Dies beeinträchtigt die Bearbeitungsqualität der Werkstücke.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Stanz- oder Umformautomaten der
eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass er kostengünstig herstellbar ist
und die Bearbeitungsqualität der Werkstücke möglichst wenig durch Kippschwingungen
des Stößels beeinträchtigt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird einem Stanz- oder Umformautomaten der gattungsgemäβen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Führungsschienen ortsfest mit dem Stößel und die Führungskörper
ortsfest mit dem Gestell verbunden sind, wobei die Führungsschienen länger sind als
der Stößel.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kommen mit dem Stößel mitlaufende Führungsschienen
zum Einsatz, denen am Gestell gehaltene Führungskörper zugeordnet sind. Da die Führungsschienen
länger ausgestaltet sind als der Stößel, kann der Abstand der Führungskörper größer
gewählt werden als die Länge, das heißt die vertikale Ausdehnung des Stößels. Dies
hat zur Folge, dass die Gefahr einer Kippung des Stößels reduziert werden kann, und
ermöglicht es, die gesamte Steifigkeit des Stanz- oder Umformautomaten zu erhöhen.
Außerdem wird durch die verhältnismäßig langen Führungsschienen der Kipppunkt des
Stößels, d. h. der Drehpunkt eventueller Kippschwingungen, in Richtung der Bandlaufebene
verlagert. Die Bandlaufebene bildet hierbei die Ebene aus, innerhalb derer zu bearbeitende
Werkstücke beim Betrieb des Stanz- oder Umformautomaten positioniert werden. Die Verlagerung
des Kipppunktes hat zur Folge, dass eventuell auftretende Kippschwingungen nur eine
sehr geringe Auswirkung auf die Bearbeitungsqualität der Werkstücke haben.
[0008] Von Vorteil ist es, wenn die Führungsschienen sowohl oberseitig als auch unterseitig
über den Stößel hervorstehen. Dies ermöglicht es, die einer Führungsschiene zugeordneten
Führungskörper in besonders großem Abstand zueinander anzuordnen und dadurch eine
besonders große Kippsteifigkeit zu erzielen.
[0009] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind in der Bandlaufebene
des Stanz- oder Umformautomaten Führungskörper angeordnet. Es hat sich gezeigt, dass
durch eine Anordnung von Führungskörpern in der Bandlaufebene der Kipppunkt besonders
nahe an die Bandlaufebene verlagert werden kann und somit der Werkzeugversatz in der
Bandlaufebene besonders gering gehalten werden kann.
[0010] Die Führungsschienen können beispielsweise in Form einer Flachführung oder einer
V-Führung ausgestaltet sein. Von besonderem Vorteil ist es jedoch, wenn die Führungsschienen
als Profilschienen und die Führungskörper als die Profilschienen umgreifende Führungswagen
ausgestaltet sind. Der Einsatz von Führungswagen, die jeweils eine Profilschiene umgreifen,
verhindert das Abheben der Führungsschienen von den zugeordneten Führungskörpern.
[0011] Günstig ist es, wenn der Stößel einen im Wesentlichen rechteckförmigen Querschnitt
aufweist und an jedem Eckbereich des Stößels eine Führungsschiene angeordnet ist.
[0012] Zur Führung des Stößels in vertikaler und in horizontaler Richtung können jeder Führungsschiene
mehrere Führungskörper zugeordnet sein. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn
jeder Führungsschiene zwei im Abstand zueinander angeordnete Führungskörper angeordnet
sind.
[0013] Hierbei ist es von besonderem Vorteil, wenn ein erster Führungskörper oberhalb der
Bandlaufebene und ein zweiter Führungskörper in oder unterhalb der Bandlaufebene angeordnet
ist. Bei Einsatz von vier Führungsschienen ergibt sich somit eine achtfache Lagerung
des Stößels am Gestell, der dadurch eine besonders hohe Kippsteifigkeit erhält.
[0014] Um die Steifigkeit des Stößels und des gesamten Stanz- oder Umformautomaten weiter
zu erhöhen, ist bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass die Führungsschienen jeweils an einem Tragrohr gehalten sind. Die Führungsschienen
können hierbei mit dem Tragrohr lösbar verbunden, beispielsweise verschraubt sein.
Es kann auch eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Tragrohr und der jeweiligen
Führungsschiene zum Einsatz kommen. Das Tragrohr weist ein Hohlprofil auf. Dies erhöht
die Steifigkeit der Anordnung und hat außerdem den Vorteil, dass die bewegten Massen
des Stanz- oder Umformautomaten besonders gering gehalten werden können. Die dynamische
Belastung wird dadurch reduziert.
[0015] Günstig ist es, wenn das Tragrohr ein Vierkantprofil aufweist, denn dadurch kann
dem Tragrohr ein besonders hohes Widerstandsmoment und dadurch auch eine besonders
hohe Steifigkeit verliehen werden.
[0016] Bevorzugt ist das Tragrohr an einem Schlitten gehalten, der am Stößel festgelegt
ist. Der Schlitten kann mit dem Stößel lösbar verbunden, beispielsweise verschraubt
sein. Es kann auch eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Schlitten und dem Stößel
zum Einsatz kommen. Eine lösbare Verbindung zwischen dem Schlitten und dem Stößel
vereinfacht die Montage des erfindungsgemäßen Stanz- oder Umformautomaten.
[0017] Das Tragrohr ist günstigerweise einstückig oder stoffschlüssig mit dem Schlitten
verbunden. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass Tragrohr und Schlitten ein
einteiliges Gussteil ausbilden, oder aber das Tragrohr ist mit dem Schlitten verschweißt.
[0018] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist der Schlitten als Hohlprofil ausgebildet,
denn dadurch können die bewegten Massen des Stanz- oder Umformautomaten zusätzlich
reduziert werden.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an zwei einander
abgewandten Seiten des Stößels jeweils ein Schlitten gehalten, der zwei parallel und
im Abstand zueinander ausgerichtete Tragrohre trägt. Es kann beispielsweise vorgesehen
sein, dass an den quer zu einer Materialdurchlaufrichtung des Stanz- oder Umformautomaten
ausgerichteten Seiten des Stößels jeweils ein sich vorzugsweise über die gesamte Seite
des Stößels erstreckender Schlitten angeordnet ist, der jeweils zwei Tragrohre trägt.
Die Tragrohre können jeweils an einem Eckbereich des Stößels positioniert und über
den Schlitten starr miteinander verbunden sein. Insbesondere kann vorgesehen sein,
dass die beiden Tragrohre und der Schlitten einteilig oder stoffschlüssig miteinander
verbunden sind, und der Schlitten kann mit dem Stößel verschraubt und/oder auch formschlüssig
verbunden sein. Dies ermöglicht eine besonders einfache Montage des Führungssystems
des Stanz- oder Umformautomaten.
[0020] Um die Führungseinrichtungen vor mechanischen Beeinträchtigungen zu schützen, ist
es günstig, wenn sie zumindest in Höhe der Bandlaufebene auf ihren dem Werkzeugeinbauraum
des Stanz- oder Umformautomaten zugewandten Seiten abgedeckt sind. Als Werkzeugeinbauraum
wird hierbei der Raum zwischen der Stirnseite des Stößels und der Oberseite einer
dem Stößel zugeordneten Aufspannplatte verstanden. Im Werkzeugeinbauraum werden an
der Stirnseite des Stößels und an der Oberseite der Aufspannplatte einander zugeordnete
Werkzeuge zur Bearbeitung eines Werkstückes positioniert, das beispielsweise mittels
einer Vorschubeinrichtung dem Werkzeugeinbauraum entlang einer Materialdurchlaufrichtung
zugeführt werden kann. Insbesondere in Höhe der Bandlaufebene besteht die Gefahr einer
mechanischen Beeinträchtigung der Führungseinrichtungen, die deshalb bei einer bevorzugten
Ausführungsform auf ihren dem Werkzeugeinbauraum zugewandten Seite abgedeckt sind.
[0021] Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Führungseinrichtungen zumindest in Höhe der
Bandlaufebene in Umfangsrichtung vollständig von einer Abdeckung umgeben sind.
[0022] Ein besonders wirksamer Schutz der Führungseinrichtungen wird bei einer vorteilhaften
Ausführungsform der Erfindung dadurch erzielt, dass das Gestell ein Gestelloberteil,
ein Gestellunterteil sowie das Gestelloberteil am Gestellunterteil abstützende Ständer
aufweist, wobei an den oberen und unteren Endbereichen der Ständer Seitenwangen angeordnet
sind, die die Führungseinrichtungen umgreifen. Die Seitenwangen können einstückig
oder stoffschlüssig mit den Ständern verbunden sein. Als günstig hat es sich erwiesen,
wenn die Seitenwangen L-förmig ausgestaltet sind mit einem ersten Schenkel, der senkrecht
zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtet und dem Werkzeugeinbauraum zugewandt ist,
und einem zweiten Schenkel, der parallel zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtet
ist.
[0023] Die Fixierung der Führungskörper erfolgt bei einer bevorzugten Ausführungsform jeweils
mittels einer Trägerplatte, die am Gestell gehalten ist. Die Trägerplatte kann mit
dem Gestell lösbar verbunden, insbesondere verschraubt sein, es kann auch eine formschlüssige
Verbindung zwischen Trägerplatte und Gestell zum Einsatz kommen. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass die Trägerplatte mit einem Ständer des Gestells verschraubt
werden kann.
[0024] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Trägerplatten jeweils einen Führungsraum
abdecken, in den eine Führungsschiene eintaucht. Der Führungsraum kann horizontal
beispielsweise von einer Trägerplatte und zwei Schenkeln einer Seitenwange sowie von
einem Ständer begrenzt sein. Dies ermöglicht einen besonders guten Schutz der Führungseinrichtungen
vor mechanischer Beeinträchtigung und vor Verschmutzung.
[0025] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung eines Stanz- oder Umformautomaten;
- Figur 2:
- eine Schnittansicht längs der Linie 2-2 in Figur 1 und
- Figur 3:
- eine Schnittansicht längs der Linie 3-3 in Figur 1.
[0026] In der Zeichnung ist schematisch ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 belegter
Stanz- oder Umformautomat dargestellt mit einem rahmenartigen Gestell 12, das ein
Gestellunterteil 14 und ein Gestelloberteil 15 aufweist. Das Gestelloberteil 15 ist
mittels vier in einer Horizontalebene an den Eckpunkten eines Rechtecks angeordneter
Ständer 16 am Gestellunterteil 14 abgestützt.
[0027] Das Gestelloberteil 15 nimmt eine an sich bekannte und deshalb in der Zeichnung nicht
dargestellte Antriebseinrichtung auf, die über zwei Pleuel 18, 19 einen Stößel 20
zu einer vertikal ausgerichteten Hin- und Herbewegung antreibt. Die Antriebseinrichtung
kann beispielsweise eine im Gestelloberteil 15 mittels Wälz- oder Gleitlager drehbar
gelagerte Exzenterwelle aufweisen, die von einem in der Zeichnung nicht dargestellten
Antriebsmotor drehend antreibbar ist.
[0028] Der Stößel 20 weist eine Stirnseite 22 auf, die einer Aufspannplatte 23 des Gestellunterteils
14 zugewandt ist. An der Stirnseite 22 können Oberwerkzeuge und an der Aufspannplatte
23 können den Oberwerkzeugen zugeordnete Unterwerkzeuge montiert werden zur Bearbeitung
der Werkstücke. Die Bearbeitung erfolgt in einer Bandlaufebene 25, wobei die Werkstücke
in einer Materialdurchlaufrichtung, die in den Figuren 2 und 3 durch die Pfeile 26
symbolisiert ist, zugeführt werden können. Hierzu kommt eine an sich bekannte und
deshalb in der Zeichnung ebenfalls nicht dargestellte Vorschubeinrichtung zum Einsatz.
[0029] Der Stößel 20 ist im Querschnitt im Wesentlichen rechteckförmig ausgestaltet und
weist zwei parallel zur Materialdurchlaufrichtung 26 ausgerichtete Längsseiten 28,
29 und zwei senkrecht zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtete Querseiten 31, 32
auf. An den Querseiten 31, 32 ist jeweils ein Schlitten 33 bzw. 34 angeordnet, der
die jeweilige Querseite vollständig überdeckt und an den Stößel 20 angeschraubt ist.
Zusätzlich zu einer Schraubverbindung kann eine formschlüssige Verbindung zwischen
den Schlitten 33, 34 und dem Stößel 20 vorgesehen sein.
[0030] Die beiden Schlitten 33, 34 tragen jeweils zwei parallel und im Abstand zueinander
angeordnete Tragrohre 36, 37 bzw. 38, 39, die in der dargestellten Ausführungsform
einstückig mit den jeweiligen Schlitten 33, 34 verbunden sind. Die Tragrohre 36, 37,
38, 39 sind als Vierkantrohre ausgebildet und ragen vertikal sowohl über die Rückseite
41 als auch über die Stirnseite 22 des Stößels 20 hervor, wobei der stirnseitige Überstand
deutlich größer gewählt ist als der rückseitige Überstand.
[0031] An den Tragrohren 36, 37, 38, 39 ist jeweils eine Führungsschiene in Form einer Profilschiene
44, 45, 46, 47 gehalten, die mit dem jeweiligen Tragrohr 36, 37, 38 bzw. 39 verschraubt
und zusätzlich formschlüssig mit diesem verbunden ist. Die Länge der Profilschienen
44 bis 47 ist identisch mit der Länge der Tragrohre 36 bis 39. Sie sind damit deutlich
länger als der Stößel 20 und ragen bis in einen Bereich unterhalb der Bandlaufebene
25.
[0032] In Höhe der Bandlaufebene 25, das heißt im unteren Endbereich der Ständer 16, sind
ebenso wie im oberen Endbereich der Ständer 16 an die Ständer 16 Seitenwangen 49,
50, 51, 52 angeformt, die mit dem jeweiligen Ständer 16 sowie mit dem Gestellunterteil
14 bzw. dem Gestelloberteil 15 einstückig verbunden sind. Die Seitenwangen 49 bis
52 sind L-förmig ausgebildet und weisen jeweils einen ersten, senkrecht zur Materialdurchlaufrichtung
26 ausgerichteten Schenkel 54 und einen zweiten, parallel zur Materialdurchlaufrichtung
26 ausgerichteten Schenkel 55 auf. Zusammen mit dem jeweiligen Ständer definieren
die Seitenwangen 49 bis 52 jeweils einen Führungsraum 57, in den die Tragrohre 36
bis 39 zusammen mit den Profilschienen 44 bis 47 mit ihrem oberen bzw. unteren Endbereich
eintauchen. Außenseitig werden die Führungsräume 57 jeweils von einer Trägerplatte
59, 60, 61 bzw. 62 abgedeckt, die mit dem jeweiligen Ständer 16 und dem zweiten Schenkel
55 der jeweiligen Seitenwange 49 bis 52 verschraubt und zusätzlich formschlüssig verbunden
sind.
[0033] Auf ihrer dem Führungsraum 57 zugewandten Innenseite tragen die Trägerplatten 59
bis 62 jeweils einen Führungskörper in Form eines Führungswagens 64, der die zugeordnete
Profilschiene 44, 45, 46 bzw. 47 umgreift. Jeweils zwei Führungswagen 64 sind einer
Profilschiene 44 bis 47 zugeordnet, so dass die jeweiligen Profilschienen 44 bis 47
zum einen oberhalb der Bandlaufebene 25 und zum anderen in der Bandlaufebene 25 in
horizontaler Richtung und in vertikaler Richtung geführt ist.
[0034] Mittels der Führungswagen 64 und der Profilschienen 44 bis 47 ist somit der Stößel
20 insgesamt achtfach gelagert, wobei vier mit dem Stößel 20 mitlaufende Profilschienen
44, 45, 46, 47 zum Einsatz kommen, die jeweils mittels zwei Führungswagen 64 gelagert
sind. Der Abstand der Führungswagen 64, die jeweils einer Profilschiene 44 bis 47
zugeordnet sind, ist größer als die vertikale Ausdehnung des Stößels 20. Dies ermöglicht
eine besonders kippsteife Lagerung des Stößels 20.
[0035] Die Führungswagen 64 sind jeweils in einem Führungsraum 57 positioniert und dadurch
vor mechanischer Beeinträchtigung sowie vor Verschmutzung gesichert.
[0036] Die Montage der Führungseinrichtungen kann auf einfache Weise dadurch erfolgen, dass
an die Querseiten 31, 32 jeweils ein Schiltten 33 bzw. 34 angeschraubt wird, wobei
die mit dem Schlitten verbundenen Tragrohre 36 bis 39 mit ihren freien Enden in einen
Führungsraum 57 eintauchen, der von einer Trägerplatte 59, 60, 61 bzw. 62 mit daran
angeschraubtem Führungswagen 64 abgedeckt wird.
1. Stanz- oder Umformautomat mit einem Gestell (12), das einen Stößel (20) in einer Hubrichtung
linear verfahrbar lagert und eine den Stößel (20) zu einer Hin- und Herbewegung antreibende
Antriebseinrichtung aufnimmt, wobei der Stößel (20) mittels mehrerer Führungseinrichtungen
gelagert ist, die jeweils eine Führungsschiene (44, 45, 46, 47) aufweisen, an der
mindestens ein Führungskörper (64) anliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) ortsfest mit dem Stößel (20) und die Führungskörper
(64) ortsfest mit dem Gestell (12) verbunden sind, wobei die Führungsschienen (44,
45, 46, 47) länger sind als der Stößel (20).
2. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) oberseitig und unterseitig über den Stößel
(20) hervorstehen.
3. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Bandlaufebene (25) des Stanz- oder Umformautomaten Führungskörper (64) angeordnet
sind.
4. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen als Profilschienen (44, 45, 46, 47) und die Führungskörper als
die Profilschienen (44, 45, 46, 47) umgreifende Führungswagen (64) ausgestaltet sind.
5. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (20) einen rechteckigen Querschnitt aufweist und an jedem Eckbereich des
Stößels (20) eine Führungsschiene (44, 45, 46, 47) angeordnet ist.
6. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungsschiene (44, 45, 46, 47) zwei im Abstand zueinander angeordnete Führungskörper
(64) zugeordnet sind.
7. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Führungskörper (64) oberhalb der Bandlaufebene (25) und ein zweiter Führungskörper
(64) in oder unterhalb der Bandlaufebene (25) angeordnet ist.
8. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) jeweils an einem Tragrohr (36, 37, 38, 39)
gehalten sind.
9. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) ein Vierkantprofil aufweist.
10. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) an einem Schlitten (33, 34) gehalten ist, der am Stößel
(20) festgelegt ist.
11. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) einstückig oder stoffschlüssig mit dem Schlitten (33,
34) verbunden ist.
12. Stanz- oder Umformautomat nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass an zwei einander abgewandten Seiten (31, 32) des Stößels (20) jeweils ein Schlitten
(33, 34) gehalten ist, der zwei parallel und im Abstand zueinander ausgerichtete Tragrohre
(36, 37; 38, 39) trägt.
13. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtungen in Höhe der Bandlaufebene (25) auf ihren dem Werkzeugeinbauraum
des Stanz- oder Umformautomaten zugewandten Seiten abgedeckt sind.
14. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (12) ein Gestelloberteil (15), ein Gestellunterteil (14) und das Gestelloberteil
(15) am Gestellunterteil (14) abstützende Ständer (16) aufweist, wobei an den oberen
und unteren Endbereichen der Ständer (16) Seitenwangen (49, 50, 51, 52) angeordnet
sind, die die Führungseinrichtungen umgreifen.
15. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskörper (64) jeweils an einer Trägerplatte (59, 60, 61, 62) fixiert sind,
die am Gestell (12) gehalten ist.
16. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatten (59, 60, 61, 62) jeweils einen Führungsraum (57) abdecken, in den
eine Führungsschiene eintaucht.