(19)
(11) EP 1 867 469 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.12.2007  Patentblatt  2007/51

(21) Anmeldenummer: 06012074.8

(22) Anmeldetag:  12.06.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B30B 15/04(2006.01)
B30B 15/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Haulick + Roos GmbH
75175 Pforzheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Siegel, Andreas
    75417 Mühlacher (DE)

(74) Vertreter: Hoeger, Stellrecht & Partner Patentanwälte 
Uhlandstrasse 14 c
70182 Stuttgart
70182 Stuttgart (DE)

   


(54) Stanz- oder Umformautomat


(57) Die Erfindung betrifft einen Stanz- oder Umformautomaten mit einem Gestell (12), das einen Stößel (20) in einer Hubrichtung linear verfahrbar lagert und eine den Stößel (20) zu einer Hin- und Herbewegung antreibende Antriebseinrichtung aufnimmt, wobei der Stößel (20) mittels mehrerer Führungseinrichtungen gelagert ist, die jeweils eine Führungsschiene (44, 45, 46, 47) aufweisen, an der mindestens ein Führungskörper (64) anliegt. Um den Stanz- oder Umformautomaten derart weiterzubilden, dass er kostengünstig herstellbar ist und die Bearbeitungsqualität der Werkstücke möglichst wenig durch Kippschwingungen des Stößels beeinträchtigt wird, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) ortsfest mit dem Stößel (20) und die Führungskörper (64) ortsfest mit dem Gestell (12) verbunden sind, wobei die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) länger sind als der Stößel (20).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Stanz- oder Umformautomaten mit einem Gestell, das einen Stößel in einer Hubrichtung linear verfahrbar lagert und eine den Stößel zu einer Hin- und Herbewegung antreibende Antriebseinrichtung aufnimmt, wobei der Stößel mittels mehrerer Führungseinrichtungen gelagert ist, die jeweils eine Führungsschiene aufweisen, an der mindestens ein Führungskörper anliegt.

[0002] Um mittels derartiger Stanz- oder Umformautomaten Werkzeuge präzise bearbeiten und einen vorzeitigen Werkzeugverschleiß vermeiden zu können, ist es erforderlich, den Stößel in vertikaler Richtung und in horizontaler Richtung möglichst exakt zu führen. Hierzu werden in der deutschen Offenlegungsschrift DE 26 31 598 A1 Führungseinrichtungen vorgeschlagen mit am Gestell angeordneten Führungsschienen und diesen jeweils zugeordneten Führungskörpern, die am Stößel gehalten sind. Der Stößel ist im Wesentlichen rechteckförmig ausgestaltet und weist an jeder seiner vier Seiten in seinen Eckbereichen zwei im Abstand parallel zueinander angeordnete Führungskörper auf, die an entsprechenden, am Gestell gehaltenen Führungsschienen anliegen.

[0003] Aus der europäischen Patentschrift EP 0 728 573 B1 ist eine Presse bekannt, bei der unterschiedlich ausgestaltete Führungseinrichtungen zum Einsatz kommen. Eine erste Führungseinrichtung umfasst eine am Stößel gehaltene Führungssäule, der als Kugel- oder Rollenführungen ausgestaltete Führungskörper zugeordnet sind, die am Gestell festgelegt sind. Der Stößel umgreift nach Art einer Klammer die beiden Enden der Säule und stützt sich zusätzlich ungefähr in der Mitte der Säule an dieser ab. Eine zweite Führungseinrichtung weist eine am Gestell gehaltene Führungsschiene auf, an der stößelfest angeordnete Führungskörper in Form von Rollenumlaufschuhen anliegen. Die Führung der Säule gestaltet sich somit aufwendig und erfordert unterschiedliche Führungseinrichtungen. Dies ist mit beträchtlichen Herstellungs- und Lagerkosten verbunden.

[0004] Bei der Bearbeitung eines Werkstückes wird der Stößel häufig mit außermittig angreifenden Umformkräften beaufschlagt. Dies kann zu einer Kippung des Stößels führen. Insbesondere beim Einsatz von modular aufgebauten Mehrstufenwerkzeugen kommt es häufig zu einer relativ hohen außermittigen Belastung, da sich im Verlauf der Umformoperationen der Schwerpunkt der Kraftbelastung verschiebt, so dass der Stößel zu Kippschwingungen angeregt werden kann. Dies beeinträchtigt die Bearbeitungsqualität der Werkstücke.

[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Stanz- oder Umformautomaten der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass er kostengünstig herstellbar ist und die Bearbeitungsqualität der Werkstücke möglichst wenig durch Kippschwingungen des Stößels beeinträchtigt wird.

[0006] Diese Aufgabe wird einem Stanz- oder Umformautomaten der gattungsgemäβen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Führungsschienen ortsfest mit dem Stößel und die Führungskörper ortsfest mit dem Gestell verbunden sind, wobei die Führungsschienen länger sind als der Stößel.

[0007] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kommen mit dem Stößel mitlaufende Führungsschienen zum Einsatz, denen am Gestell gehaltene Führungskörper zugeordnet sind. Da die Führungsschienen länger ausgestaltet sind als der Stößel, kann der Abstand der Führungskörper größer gewählt werden als die Länge, das heißt die vertikale Ausdehnung des Stößels. Dies hat zur Folge, dass die Gefahr einer Kippung des Stößels reduziert werden kann, und ermöglicht es, die gesamte Steifigkeit des Stanz- oder Umformautomaten zu erhöhen. Außerdem wird durch die verhältnismäßig langen Führungsschienen der Kipppunkt des Stößels, d. h. der Drehpunkt eventueller Kippschwingungen, in Richtung der Bandlaufebene verlagert. Die Bandlaufebene bildet hierbei die Ebene aus, innerhalb derer zu bearbeitende Werkstücke beim Betrieb des Stanz- oder Umformautomaten positioniert werden. Die Verlagerung des Kipppunktes hat zur Folge, dass eventuell auftretende Kippschwingungen nur eine sehr geringe Auswirkung auf die Bearbeitungsqualität der Werkstücke haben.

[0008] Von Vorteil ist es, wenn die Führungsschienen sowohl oberseitig als auch unterseitig über den Stößel hervorstehen. Dies ermöglicht es, die einer Führungsschiene zugeordneten Führungskörper in besonders großem Abstand zueinander anzuordnen und dadurch eine besonders große Kippsteifigkeit zu erzielen.

[0009] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind in der Bandlaufebene des Stanz- oder Umformautomaten Führungskörper angeordnet. Es hat sich gezeigt, dass durch eine Anordnung von Führungskörpern in der Bandlaufebene der Kipppunkt besonders nahe an die Bandlaufebene verlagert werden kann und somit der Werkzeugversatz in der Bandlaufebene besonders gering gehalten werden kann.

[0010] Die Führungsschienen können beispielsweise in Form einer Flachführung oder einer V-Führung ausgestaltet sein. Von besonderem Vorteil ist es jedoch, wenn die Führungsschienen als Profilschienen und die Führungskörper als die Profilschienen umgreifende Führungswagen ausgestaltet sind. Der Einsatz von Führungswagen, die jeweils eine Profilschiene umgreifen, verhindert das Abheben der Führungsschienen von den zugeordneten Führungskörpern.

[0011] Günstig ist es, wenn der Stößel einen im Wesentlichen rechteckförmigen Querschnitt aufweist und an jedem Eckbereich des Stößels eine Führungsschiene angeordnet ist.

[0012] Zur Führung des Stößels in vertikaler und in horizontaler Richtung können jeder Führungsschiene mehrere Führungskörper zugeordnet sein. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn jeder Führungsschiene zwei im Abstand zueinander angeordnete Führungskörper angeordnet sind.

[0013] Hierbei ist es von besonderem Vorteil, wenn ein erster Führungskörper oberhalb der Bandlaufebene und ein zweiter Führungskörper in oder unterhalb der Bandlaufebene angeordnet ist. Bei Einsatz von vier Führungsschienen ergibt sich somit eine achtfache Lagerung des Stößels am Gestell, der dadurch eine besonders hohe Kippsteifigkeit erhält.

[0014] Um die Steifigkeit des Stößels und des gesamten Stanz- oder Umformautomaten weiter zu erhöhen, ist bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass die Führungsschienen jeweils an einem Tragrohr gehalten sind. Die Führungsschienen können hierbei mit dem Tragrohr lösbar verbunden, beispielsweise verschraubt sein. Es kann auch eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Tragrohr und der jeweiligen Führungsschiene zum Einsatz kommen. Das Tragrohr weist ein Hohlprofil auf. Dies erhöht die Steifigkeit der Anordnung und hat außerdem den Vorteil, dass die bewegten Massen des Stanz- oder Umformautomaten besonders gering gehalten werden können. Die dynamische Belastung wird dadurch reduziert.

[0015] Günstig ist es, wenn das Tragrohr ein Vierkantprofil aufweist, denn dadurch kann dem Tragrohr ein besonders hohes Widerstandsmoment und dadurch auch eine besonders hohe Steifigkeit verliehen werden.

[0016] Bevorzugt ist das Tragrohr an einem Schlitten gehalten, der am Stößel festgelegt ist. Der Schlitten kann mit dem Stößel lösbar verbunden, beispielsweise verschraubt sein. Es kann auch eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Schlitten und dem Stößel zum Einsatz kommen. Eine lösbare Verbindung zwischen dem Schlitten und dem Stößel vereinfacht die Montage des erfindungsgemäßen Stanz- oder Umformautomaten.

[0017] Das Tragrohr ist günstigerweise einstückig oder stoffschlüssig mit dem Schlitten verbunden. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass Tragrohr und Schlitten ein einteiliges Gussteil ausbilden, oder aber das Tragrohr ist mit dem Schlitten verschweißt.

[0018] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist der Schlitten als Hohlprofil ausgebildet, denn dadurch können die bewegten Massen des Stanz- oder Umformautomaten zusätzlich reduziert werden.

[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an zwei einander abgewandten Seiten des Stößels jeweils ein Schlitten gehalten, der zwei parallel und im Abstand zueinander ausgerichtete Tragrohre trägt. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass an den quer zu einer Materialdurchlaufrichtung des Stanz- oder Umformautomaten ausgerichteten Seiten des Stößels jeweils ein sich vorzugsweise über die gesamte Seite des Stößels erstreckender Schlitten angeordnet ist, der jeweils zwei Tragrohre trägt. Die Tragrohre können jeweils an einem Eckbereich des Stößels positioniert und über den Schlitten starr miteinander verbunden sein. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die beiden Tragrohre und der Schlitten einteilig oder stoffschlüssig miteinander verbunden sind, und der Schlitten kann mit dem Stößel verschraubt und/oder auch formschlüssig verbunden sein. Dies ermöglicht eine besonders einfache Montage des Führungssystems des Stanz- oder Umformautomaten.

[0020] Um die Führungseinrichtungen vor mechanischen Beeinträchtigungen zu schützen, ist es günstig, wenn sie zumindest in Höhe der Bandlaufebene auf ihren dem Werkzeugeinbauraum des Stanz- oder Umformautomaten zugewandten Seiten abgedeckt sind. Als Werkzeugeinbauraum wird hierbei der Raum zwischen der Stirnseite des Stößels und der Oberseite einer dem Stößel zugeordneten Aufspannplatte verstanden. Im Werkzeugeinbauraum werden an der Stirnseite des Stößels und an der Oberseite der Aufspannplatte einander zugeordnete Werkzeuge zur Bearbeitung eines Werkstückes positioniert, das beispielsweise mittels einer Vorschubeinrichtung dem Werkzeugeinbauraum entlang einer Materialdurchlaufrichtung zugeführt werden kann. Insbesondere in Höhe der Bandlaufebene besteht die Gefahr einer mechanischen Beeinträchtigung der Führungseinrichtungen, die deshalb bei einer bevorzugten Ausführungsform auf ihren dem Werkzeugeinbauraum zugewandten Seite abgedeckt sind.

[0021] Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Führungseinrichtungen zumindest in Höhe der Bandlaufebene in Umfangsrichtung vollständig von einer Abdeckung umgeben sind.

[0022] Ein besonders wirksamer Schutz der Führungseinrichtungen wird bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung dadurch erzielt, dass das Gestell ein Gestelloberteil, ein Gestellunterteil sowie das Gestelloberteil am Gestellunterteil abstützende Ständer aufweist, wobei an den oberen und unteren Endbereichen der Ständer Seitenwangen angeordnet sind, die die Führungseinrichtungen umgreifen. Die Seitenwangen können einstückig oder stoffschlüssig mit den Ständern verbunden sein. Als günstig hat es sich erwiesen, wenn die Seitenwangen L-förmig ausgestaltet sind mit einem ersten Schenkel, der senkrecht zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtet und dem Werkzeugeinbauraum zugewandt ist, und einem zweiten Schenkel, der parallel zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtet ist.

[0023] Die Fixierung der Führungskörper erfolgt bei einer bevorzugten Ausführungsform jeweils mittels einer Trägerplatte, die am Gestell gehalten ist. Die Trägerplatte kann mit dem Gestell lösbar verbunden, insbesondere verschraubt sein, es kann auch eine formschlüssige Verbindung zwischen Trägerplatte und Gestell zum Einsatz kommen. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Trägerplatte mit einem Ständer des Gestells verschraubt werden kann.

[0024] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Trägerplatten jeweils einen Führungsraum abdecken, in den eine Führungsschiene eintaucht. Der Führungsraum kann horizontal beispielsweise von einer Trägerplatte und zwei Schenkeln einer Seitenwange sowie von einem Ständer begrenzt sein. Dies ermöglicht einen besonders guten Schutz der Führungseinrichtungen vor mechanischer Beeinträchtigung und vor Verschmutzung.

[0025] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
Figur 1:
eine schematische Darstellung eines Stanz- oder Umformautomaten;
Figur 2:
eine Schnittansicht längs der Linie 2-2 in Figur 1 und
Figur 3:
eine Schnittansicht längs der Linie 3-3 in Figur 1.


[0026] In der Zeichnung ist schematisch ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 belegter Stanz- oder Umformautomat dargestellt mit einem rahmenartigen Gestell 12, das ein Gestellunterteil 14 und ein Gestelloberteil 15 aufweist. Das Gestelloberteil 15 ist mittels vier in einer Horizontalebene an den Eckpunkten eines Rechtecks angeordneter Ständer 16 am Gestellunterteil 14 abgestützt.

[0027] Das Gestelloberteil 15 nimmt eine an sich bekannte und deshalb in der Zeichnung nicht dargestellte Antriebseinrichtung auf, die über zwei Pleuel 18, 19 einen Stößel 20 zu einer vertikal ausgerichteten Hin- und Herbewegung antreibt. Die Antriebseinrichtung kann beispielsweise eine im Gestelloberteil 15 mittels Wälz- oder Gleitlager drehbar gelagerte Exzenterwelle aufweisen, die von einem in der Zeichnung nicht dargestellten Antriebsmotor drehend antreibbar ist.

[0028] Der Stößel 20 weist eine Stirnseite 22 auf, die einer Aufspannplatte 23 des Gestellunterteils 14 zugewandt ist. An der Stirnseite 22 können Oberwerkzeuge und an der Aufspannplatte 23 können den Oberwerkzeugen zugeordnete Unterwerkzeuge montiert werden zur Bearbeitung der Werkstücke. Die Bearbeitung erfolgt in einer Bandlaufebene 25, wobei die Werkstücke in einer Materialdurchlaufrichtung, die in den Figuren 2 und 3 durch die Pfeile 26 symbolisiert ist, zugeführt werden können. Hierzu kommt eine an sich bekannte und deshalb in der Zeichnung ebenfalls nicht dargestellte Vorschubeinrichtung zum Einsatz.

[0029] Der Stößel 20 ist im Querschnitt im Wesentlichen rechteckförmig ausgestaltet und weist zwei parallel zur Materialdurchlaufrichtung 26 ausgerichtete Längsseiten 28, 29 und zwei senkrecht zur Materialdurchlaufrichtung ausgerichtete Querseiten 31, 32 auf. An den Querseiten 31, 32 ist jeweils ein Schlitten 33 bzw. 34 angeordnet, der die jeweilige Querseite vollständig überdeckt und an den Stößel 20 angeschraubt ist. Zusätzlich zu einer Schraubverbindung kann eine formschlüssige Verbindung zwischen den Schlitten 33, 34 und dem Stößel 20 vorgesehen sein.

[0030] Die beiden Schlitten 33, 34 tragen jeweils zwei parallel und im Abstand zueinander angeordnete Tragrohre 36, 37 bzw. 38, 39, die in der dargestellten Ausführungsform einstückig mit den jeweiligen Schlitten 33, 34 verbunden sind. Die Tragrohre 36, 37, 38, 39 sind als Vierkantrohre ausgebildet und ragen vertikal sowohl über die Rückseite 41 als auch über die Stirnseite 22 des Stößels 20 hervor, wobei der stirnseitige Überstand deutlich größer gewählt ist als der rückseitige Überstand.

[0031] An den Tragrohren 36, 37, 38, 39 ist jeweils eine Führungsschiene in Form einer Profilschiene 44, 45, 46, 47 gehalten, die mit dem jeweiligen Tragrohr 36, 37, 38 bzw. 39 verschraubt und zusätzlich formschlüssig mit diesem verbunden ist. Die Länge der Profilschienen 44 bis 47 ist identisch mit der Länge der Tragrohre 36 bis 39. Sie sind damit deutlich länger als der Stößel 20 und ragen bis in einen Bereich unterhalb der Bandlaufebene 25.

[0032] In Höhe der Bandlaufebene 25, das heißt im unteren Endbereich der Ständer 16, sind ebenso wie im oberen Endbereich der Ständer 16 an die Ständer 16 Seitenwangen 49, 50, 51, 52 angeformt, die mit dem jeweiligen Ständer 16 sowie mit dem Gestellunterteil 14 bzw. dem Gestelloberteil 15 einstückig verbunden sind. Die Seitenwangen 49 bis 52 sind L-förmig ausgebildet und weisen jeweils einen ersten, senkrecht zur Materialdurchlaufrichtung 26 ausgerichteten Schenkel 54 und einen zweiten, parallel zur Materialdurchlaufrichtung 26 ausgerichteten Schenkel 55 auf. Zusammen mit dem jeweiligen Ständer definieren die Seitenwangen 49 bis 52 jeweils einen Führungsraum 57, in den die Tragrohre 36 bis 39 zusammen mit den Profilschienen 44 bis 47 mit ihrem oberen bzw. unteren Endbereich eintauchen. Außenseitig werden die Führungsräume 57 jeweils von einer Trägerplatte 59, 60, 61 bzw. 62 abgedeckt, die mit dem jeweiligen Ständer 16 und dem zweiten Schenkel 55 der jeweiligen Seitenwange 49 bis 52 verschraubt und zusätzlich formschlüssig verbunden sind.

[0033] Auf ihrer dem Führungsraum 57 zugewandten Innenseite tragen die Trägerplatten 59 bis 62 jeweils einen Führungskörper in Form eines Führungswagens 64, der die zugeordnete Profilschiene 44, 45, 46 bzw. 47 umgreift. Jeweils zwei Führungswagen 64 sind einer Profilschiene 44 bis 47 zugeordnet, so dass die jeweiligen Profilschienen 44 bis 47 zum einen oberhalb der Bandlaufebene 25 und zum anderen in der Bandlaufebene 25 in horizontaler Richtung und in vertikaler Richtung geführt ist.

[0034] Mittels der Führungswagen 64 und der Profilschienen 44 bis 47 ist somit der Stößel 20 insgesamt achtfach gelagert, wobei vier mit dem Stößel 20 mitlaufende Profilschienen 44, 45, 46, 47 zum Einsatz kommen, die jeweils mittels zwei Führungswagen 64 gelagert sind. Der Abstand der Führungswagen 64, die jeweils einer Profilschiene 44 bis 47 zugeordnet sind, ist größer als die vertikale Ausdehnung des Stößels 20. Dies ermöglicht eine besonders kippsteife Lagerung des Stößels 20.

[0035] Die Führungswagen 64 sind jeweils in einem Führungsraum 57 positioniert und dadurch vor mechanischer Beeinträchtigung sowie vor Verschmutzung gesichert.

[0036] Die Montage der Führungseinrichtungen kann auf einfache Weise dadurch erfolgen, dass an die Querseiten 31, 32 jeweils ein Schiltten 33 bzw. 34 angeschraubt wird, wobei die mit dem Schlitten verbundenen Tragrohre 36 bis 39 mit ihren freien Enden in einen Führungsraum 57 eintauchen, der von einer Trägerplatte 59, 60, 61 bzw. 62 mit daran angeschraubtem Führungswagen 64 abgedeckt wird.


Ansprüche

1. Stanz- oder Umformautomat mit einem Gestell (12), das einen Stößel (20) in einer Hubrichtung linear verfahrbar lagert und eine den Stößel (20) zu einer Hin- und Herbewegung antreibende Antriebseinrichtung aufnimmt, wobei der Stößel (20) mittels mehrerer Führungseinrichtungen gelagert ist, die jeweils eine Führungsschiene (44, 45, 46, 47) aufweisen, an der mindestens ein Führungskörper (64) anliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) ortsfest mit dem Stößel (20) und die Führungskörper (64) ortsfest mit dem Gestell (12) verbunden sind, wobei die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) länger sind als der Stößel (20).
 
2. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) oberseitig und unterseitig über den Stößel (20) hervorstehen.
 
3. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Bandlaufebene (25) des Stanz- oder Umformautomaten Führungskörper (64) angeordnet sind.
 
4. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen als Profilschienen (44, 45, 46, 47) und die Führungskörper als die Profilschienen (44, 45, 46, 47) umgreifende Führungswagen (64) ausgestaltet sind.
 
5. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (20) einen rechteckigen Querschnitt aufweist und an jedem Eckbereich des Stößels (20) eine Führungsschiene (44, 45, 46, 47) angeordnet ist.
 
6. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungsschiene (44, 45, 46, 47) zwei im Abstand zueinander angeordnete Führungskörper (64) zugeordnet sind.
 
7. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Führungskörper (64) oberhalb der Bandlaufebene (25) und ein zweiter Führungskörper (64) in oder unterhalb der Bandlaufebene (25) angeordnet ist.
 
8. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen (44, 45, 46, 47) jeweils an einem Tragrohr (36, 37, 38, 39) gehalten sind.
 
9. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) ein Vierkantprofil aufweist.
 
10. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) an einem Schlitten (33, 34) gehalten ist, der am Stößel (20) festgelegt ist.
 
11. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (36, 37, 38, 39) einstückig oder stoffschlüssig mit dem Schlitten (33, 34) verbunden ist.
 
12. Stanz- oder Umformautomat nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass an zwei einander abgewandten Seiten (31, 32) des Stößels (20) jeweils ein Schlitten (33, 34) gehalten ist, der zwei parallel und im Abstand zueinander ausgerichtete Tragrohre (36, 37; 38, 39) trägt.
 
13. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtungen in Höhe der Bandlaufebene (25) auf ihren dem Werkzeugeinbauraum des Stanz- oder Umformautomaten zugewandten Seiten abgedeckt sind.
 
14. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (12) ein Gestelloberteil (15), ein Gestellunterteil (14) und das Gestelloberteil (15) am Gestellunterteil (14) abstützende Ständer (16) aufweist, wobei an den oberen und unteren Endbereichen der Ständer (16) Seitenwangen (49, 50, 51, 52) angeordnet sind, die die Führungseinrichtungen umgreifen.
 
15. Stanz- oder Umformautomat nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskörper (64) jeweils an einer Trägerplatte (59, 60, 61, 62) fixiert sind, die am Gestell (12) gehalten ist.
 
16. Stanz- oder Umformautomat nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatten (59, 60, 61, 62) jeweils einen Führungsraum (57) abdecken, in den eine Führungsschiene eintaucht.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente