[0001] Die Erfindung betrifft eine Eisenbahnbrücke mit Trägern und darauf quer zur Trägerlängsrichtung
angeordnete, insbesondere I-förmig ausgebildete Stahlschwellen, die zur Aufnahme von
Schienen vorgesehen sind, wobei zwischen den Trägern und den Stahlschwellen mindestens
eine, einen Schwellenschuh aufnehmende Grundplatte sowie mindestens eine im Bereich
des Schwellenschuhs vorgesehene Zwischenplatte angeordnet ist und die Stahlschwellen
in gesicherter Form gegenüber den Trägern vorgesehen sind.
[0002] Durch die
DE-A 101 24 842 ist eine stähleme Eisenbahnbrücke bekannt geworden, mit Trägern und darauf quer zur
Trägerlängsrichtung angeordneten, insbesondere I-förmig ausgebildeten Stahlbrückenschwellen,
die zur Aufnahme der Schienen vorgesehen und mit den Trägern verbunden sind. Zwischen
den Trägern und den Stahlbrückenschwellen ist mindestens eine, einen Schwellenschuh
aufnehmende Grundplatte sowie mindestens eine im Bereich des Schwellenschuhs vorgesehene
Zwischenplatte angeordnet. Die Stahlbrückenschwellen sind in gesicherter Form gegenüber
den Trägern vorgesehen. Im Bereich der Stahlbrückenschwellen sind Bleche angeordnet,
über welche die Stahlbrückenschwellen gegenüber den Trägern festlegbar sind. Mindestens
ein als Frontblech ausgebildetes Blech erstreckt sich zwischen Oberund Untergurt der
Stahlbrückenschwelle und steht mit einem im Bereich der Träger festlegbaren Sicherungsblech
in Wirkverbindung.
[0003] Nachteilig bei diesem Stand der Technik ist, dass hier kein ausreichender Kraftschluss
im Verbindungsbereich zwischen Stahlschwellen und Trägern hergestellt werden kann
und die Stahlschwellen auf der Baustelle schwierig zu montieren sind. Dies im Hinblick
auf durchzuführende Ausrichte- und Bohrarbeiten. Das in der
DE-A 101 24 842 dargestellte System ist aus diesem Grund nicht wirtschaftlich herstellbar.
[0004] Ziel des Erfindungsgegenstandes ist es, die in der
DE-A 101 24 842 beschriebene Eisenbahnbrücke, respektive das Aufnahmesystem für Schienen, dahingehend
zu verbessern, dass auf der Baustelle eine leichtere Montage und ein optimierter Kraftschluss
möglich ist und somit eine bessere Wirtschaftlichkeit erzeugt werden kann.
[0005] Dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass der Verbindungsbereich zwischen der jeweiligen
Stahlschwelle und dem zugehörigen Trägerbereich durch mehrere, stahlschwellenseitig
vorgesehene, vertikal verlaufende Bleche und damit in Wirkverbindung stehende Querriegel
gebildet ist, wobei die jeweilige Stahlschwelle entweder an mindestens einem trägerseitig
vorhandenen Brückenwinkel durch Verschraubung oder bei fehlendem Brückenwinkel über
ein Klemmwinkelsystem am Träger festlegbar ist.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Eisenbahnbrücke sind den zugehörigen
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Dieses Ziel wird bei einem Aufnahmesystem für Schienen auch dadurch erreicht, dass
der Verbindungsbereich zwischen der jeweiligen Stahlschwelle und dem zugehörigen Trägerbereich
durch mehrere stahlschwellenseitig vorgesehene, vertikal verlaufende Bleche und damit
in Wirkverbindung stehende Querriegel gebildet ist.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Aufnahmesystems sind den zugehörigen
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0009] Das erfindungsgemäße Aufnahmesystem ist zum Einbau in eine Eisenbahnbrücke geeignet,
wobei die jeweilige Stahlschwelle entweder an mindestens einem trägerseitig vorhandenen
Brückenwinkel durch Verschraubung oder bei fehlendem Brückenwinkel über ein Klemmwinkelsystem
am Träger festlegbar ist.
[0010] Da sich der konstruktive Aufbau gemäß
DE-A 101 24 842, mit Ausnahme der nicht ausreichenden Klemmkraft zwischen Schwellen und Trägem, bewährt
hat, kann auch die erfindungsgemäße Eisenbahnbrücke sowie das erfindungsgemäße Aufnahmesystem
für Schienen in analoger Weise mit gleichartigen oder ähnlichen Bauteilen ausgerüstet
werden. Insofern sind die in diesem Stand der Technik genannten Bauteile auch der
erfindungsgemäßen Eisenbahnbrücke sowie dem erfindungsgemäßen Aufnahmesystem für Schienen
zuzuordnen.
[0011] Dadurch, dass nun mindestens zwei vertikal und parallel verlaufende, als Frontbleche
ausgebildete, Bleche mit den Stahlschwellen, beispielsweise durch Schweißen, verbunden
sind und der angesprochene Querriegel sich zwischen diesen Frontblechen erstreckt,
wird ein besserer Kraftschluss zwischen den Stahlschwellen und den Trägern herbeigeführt.
[0012] Vielfach sind bei Umbaumaßnahmen von Eisenbahnbrücken bereits Brückenwinkel vorgesehen,
an welchen vormals Holzschwellen befestigt waren, so dass diese Brückenwinkel problemlos
weiterverwendet und in Wirkverbindung mit dem Querriegel gebracht werden können.
[0013] Die Querriegel können bereits werksseitig in ihren Endbereichen mit passgenauen Durchgangsbohrungen
versehen werden, so dass auf der Baustelle durch Körnern der dahinter liegenden vertikal
verlaufenden Bleche und Entfernen der Querriegel entsprechende Durchgangsbohrungen
in den Blechen eingebracht werden können. Diese Maßnahme stellt eine erhebliche Montageerleichterung
gegenüber dem Stand der Technik dar. Da auch der Vertikalschenkel des Brückenwinkels
bereits mit einem vorhandenen Durchgangsloch ausgestattet ist, kann in analoger Weise
der dann davor liegende Querriegel gekömert und entsprechend gebohrt werden.
[0014] Wie bereits dargelegt, kann es geschehen, dass eisenbahnbrückenseitig keine Brückenwinkel
vorhanden sind, so dass hier eine andersartige Lösung zur Verbindung der Stahlschwellen
mit den darunter liegenden Trägern realisiert werden muss. Hier kommt ein Klemmwinkelsystem
zum Einsatz, bei welchem trägerseitig beispielsweise eine Zentrierleiste vorgesehen
wird, die einen abgewinkelten Teilbereich eines Klemmschuhs, bedarfsweise des Schwellenschuhs,
aufnimmt und über eine Verschraubung relativ zum Träger festlegbar ist.
[0015] Der Erfindungsgegenstand ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung dargestellt
und wird wie folgt beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- Schnitt durch eine stählerne Eisenbahnbrücke, beinhaltend Träger und Stahlschwellen
in verschiedenen Ansichten;
- Figur 2
- Querriegel in verschiedenen Ansichten;
- Figur 3
- Schwellenschuh in verschiedenen Ansichten.
[0016] Der Grundaufbau der erfindungsgemäßen Eisenbahnbrücke, respektive des erfindungsgemäßen
Aufnahmesystems für Schienen, ist im Wesentlichen in Analogie zum Stand der Technik
gemäß
DE-A 101 24 842 zu sehen, so dass zur Erläuterung des Erfindungsgegenstandes auf diese Druckschrift
verwiesen wird.
[0017] Figur 1 zeigt einen Schnitt durch eine stählerne Eisenbahnbrücke 1, beinhaltend ein
Aufnahmesystem 1' für Schienen 2. Die Eisenbahnbrücke 1 beinhaltet Stahlträger 3,
die als Doppel-T-Träger ausgeführt sind und in Längsrichtung der Eisenbahnbrücke 1
verlaufen. Der jeweilige Träger 3 steht mit Stahl-(Brücken-) schwellen 4 in Wirkverbindung.
Das vorliegende Beispiel stellt eine bereits bestehende stählerne Eisenbahnbrücke
1 dar, wobei verschlissene, aus Holz bestehende Brückenschwellen durch Stahlschwellen
4 ersetzt werden sollen. Die jeweilige Stahlschwelle 4 ist ebenfalls als Doppel-T-Träger
mit Obergurt 5 und Untergurt 6 ausgebildet. Im Bereich einer jeden Schiene 2 verfügt
die jeweilige Stahlschwelle 4 über zwei vertikal und parallel zueinander verlaufende
beabstandete Bleche 7,8, die mit den Gurten 5,6, beispielsweise durch Schweißen, fest
verbunden sind. Die jeweilige Stahlschwelle 4 wird bereits werksseitig mit den Blechen
7,8 ausgestattet. Bei der Montage der Stahlschwelle 4 in die Eisenbahnbrücke 1 wird
selbige auf Brückenwinkel 9 beinhaltenden Trägern 3 aufgelegt. Die nicht vorgebohrten
Bleche 7,8 werden mit einem Querriegel 10 in Wirkverbindung gebracht, der bereits
passgenaue Durchgangsbohrungen 11 beinhaltet. Durch Körnern der dahinter liegenden
Bleche 7,8 und Entfernen des Querriegels 10 können nun problemlos auf der Baustelle
entsprechende Durchgangsbohrungen 12 in die Bleche 7,8 eingebracht werden. Über eine
Schraubverbindung 13 kann dann der Vertikalschenkel des Brückenwinkels 9 mit dem jeweiligen
Blech 7,8 lösbar verbunden werden. Der Horizontalschenkel des Brückenwinkels 9 kann
ebenfalls über eine Schraubverbindung 14 mit dem Obergurt 15 des Trägers 3 fest verbunden
werden. Sollte die Breite des Obergurtes 15 nicht ausreichend dimensioniert werden
können, kommen bedarfsweise Distanzstücke 16 zum Einsatz. Vor der Erzeugung der Verbindung
zwischen Obergurt 15 und Brückenwinkel 9 wird die jeweilige Stahlschwelle 4 vor den
Brückenwinkeln 9 positioniert und durch das vorhandene Loch eine entsprechende Kennzeichnung
auf der Oberfläche des Querriegels 10 erzeugt, so dass auch hier eine passende Durchgangsbohrung
erzeugt werden kann, über welche dann eine Verbindung zwischen Brückenwinkel 9 und
Querriegel 10 durch Verschraubung 17 herbeigeführt werden kann.
[0018] Im Bild unten rechts ist eine Alternative dargestellt. Sofern kein Brückenwinkel
9 auf der Eisenbahnbrücke 1 vorhanden ist, kommt in diesem Beispiel ein Klemmwinkelsystem
18 zum Einsatz, das in diesem Beispiel gebildet wird durch eine entlang des Obergurtes
15 verlaufende Zentrierleiste 19, einem Klemmschuh 20 sowie eine weitere Schraube
21.
[0019] Figur 2 zeigt den Querriegel 10 in verschiedenen Ansichten. Der Querriegel 10 beinhaltet
ein rechtwinkliges Profil vorgebbarer Materialstärke und ist in seinen Endbereichen
10',10" mit passgenauen Durchgangsbohrungen 11 versehen, die bereits werksseitig vorgesehen
wurden. Die in Figur 1 angesprochene Durchgangsbohrung 22, die zur Aufnahme der Schraubverbindung
17 (hier nicht dargestellt) dient, wird auf der Baustelle erzeugt.
[0020] Figur 3 zeigt eine Variante eines Schwellenschuh-Bauteiles 23 in verschiedenen Ansichten,
wie es beispielsweise im Untergurt 6 der Stahlschiene 4 eingebaut werden kann. Erkennbar
ist eine Höhenzwischenplatte 24, der eigentliche Schwellenschuh 25, der über abgewinkelte
Ansätze 26 verfügt sowie eine Grundplatte 27. Die Höhenzwischenplatte 24 und die Grundplatte
27 sind mit Profilen 28,29 versehen.
Bezugszeichen
[0021]
- 1
- Eisenbahnbrücke
- 1'
- Aufnahmesystem
- 2
- Schienen
- 3
- Träger
- 4
- Stahlschwellen
- 5
- Obergurt
- 6
- Untergurt
- 7
- Blech
- 8
- Blech
- 9
- Brückenwinkel
- 10
- Querriegel
- 10'
- Endbereich
- 10"
- Endbereich
- 11
- Durchgangsbohrung
- 12
- Durchgangsbohrung
- 13
- Schraubverbindung
- 14
- Schraubverbindung
- 15
- Obergurt
- 16
- Distanzstück
- 17
- Schraubverbindung
- 18
- Klemmwinkelsystem
- 19
- Zentrierleiste
- 20
- Klemmschuh
- 21
- Schraube
- 22
- Durchgangsbohrung
- 23
- Schwellenschuh-Bauteil
- 24
- Höhenzwischenplatte
- 25
- Schwellenschuh
- 26
- abgewinkelter Ansatz
- 27
- Grundplatte
- 28
- Profil
- 29
- Profil
1. Eisenbahnbrücke mit Trägern (3) und darauf quer zur Trägerlängsrichtung angeordnete,
insbesondere I-förmig ausgebildete Stahlschwellen (4), die zur Aufnahme von Schienen
(2) vorgesehen sind, wobei zwischen den Trägern (3) und den Stahlschwellen (4) mindestens
eine, einen Schwellenschuh (25) aufnehmende Grundplatte (27) sowie mindestens eine
im Bereich des Schwellenschuhs vorgesehene Zwischenplatte (24) angeordnet ist und
die Stahlschwellen (4) in gesicherter Form gegenüber den Trägern (3) vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich zwischen der jeweiligen Stahlschwelle (4) und dem zugehörigen
Trägerbereich durch mehrere stahlschwellenseitig vorgesehene, vertikal verlaufende
Bleche (7,8) und damit in Wirkverbindung stehende Querriegel (10) gebildet ist, wobei
die jeweilige Stahlschwelle (4) entweder an mindestens einem trägerseitig vorhandenen
Brückenwinkel (9) durch Verschraubung (13) oder bei fehlendem Brückenwinkel über ein
Klemmwinkelsystem (18) am Träger (3) festlegbar ist.
2. Eisenbahnbrücke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Querriegel (10) bereits mit passgenauen Durchgangsbohrungen (11) versehen
ist, so dass vor Ort lediglich entsprechende Bohrungen in den Blechen (7,8) einbringbar
sind und die Verbindung zwischen Querriegel (10) und Blechen (7,8) durch Verschraubung
(13) herbeiführbar ist.
3. Eisenbahnbrücke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die Verbindung der Bleche (7,8) mit dem Querriegel (10) letzterer
durch Bohren von Durchgangslöchern mit dem Vertikalschenkel des Brückenwinkels (9)
durch Verschraubung (17) verbindbar ist.
4. Eisenbahnbrücke nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Querriegel (10) im Querschnitt etwa rechteckig ausgebildet ist und
im montierten Zustand mit seinen seitlichen Endbereichen (10',10") im Wesentlichen
bündig mit den Blechen (7,8) abschließt.
5. Aufnahmesystem für Schienen (2), beinhaltend in Längsrichtung verlaufende Träger (3)
sowie damit verbundene, quer dazu verlaufende Stahlschwellen (4), wobei zwischen den
Trägern (3) und den Stahlschwellen (4) mindestens eine einen Schwellenschuh (25) aufweisende
Grundplatte (27) sowie mindestens eine im Bereich des Schwellenschuhs (23) vorgesehene
Zwischenplatte (24) angeordnet und die Stahlschwellen (4) in gesicherter Form gegenüber
den Trägern (3) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich zwischen der jeweiligen Stahlschwelle (4) und dem zugehörigen
Trägerbereich durch mehrere stahlschwellenseitig vorgesehene, vertikal verlaufende
Bleche (7,8) und einem damit in Wirkverbindung stehenden Querriegel (10) gebildet
ist.
6. Aufnahmesystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Querriegel (10) bereits mit passgenauen Durchgangsbohrungen (11) versehen
ist, so dass vor Ort lediglich entsprechende Bohrungen in den Blechen (7,8) einbringbar
sind und die Verbindung zwischen Querriegel (10) und Blechen (7,8) durch Verschraubung
(13) herbeiführbar ist.
7. Aufnahmesystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Querriegel (10) im Querschnitt etwa rechteckig ausgebildet ist und
im montierten Zustand mit seinen seitlichen Endbereichen (10',10") im Wesentlichen
bündig mit den Blechen (7,8) abschließt.
8. Aufnahmesystem nach einem der Ansprüche 5 bis 7, das zum Einbau in eine Eisenbahnbrücke
(1) vorgesehen ist, wobei die jeweilige Stahlschwelle (4) entweder an mindestens einem
trägerseitig vorhanden Brückenwinkel (9) durch Verschraubung (13) oder bei fehlendem
Brückenwinkel über ein Klemmwinkelsystem (18) am Träger (3) festlegbar ist.