[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluss für einen Treibstangenbeschlag eines gegen
einen Rahmen schwenkbaren Flügels eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen
mit einem auf einer längsverschieblich geführten Treibstange angeordneten ersten Verschlussteil
und einem der Treibstange gegenüberstehend angeordneten zweiten Verschlussteil, wobei
die Verschlussteile in Schließstellung des Treibstangenbeschlages bei im Rahmen liegendem
Flügel formschlüssig ineinander greifen. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Fenster,
eine Fenstertür oder dergleichen mit einem solchen Verschluss.
[0002] Ein Fenster mit einem solchen Verschluss ist beispielsweise aus der
DE 33 28 138 A1 bekannt. Bei diesem Fenster ist das erste Verschlussteil als Schließzapfen ausgebildet
und dringt in Schließstellung in ein mit Ausnehmungen versehenes Hohlprofil ein. Das
Hohlprofil ist an dem Rahmen befestigt und übergreift einen Rand des Flügels. Hierdurch
ist der Verschluss außerhalb einer um den Flügel umlaufenden Falzluft zwischen dem
Flügel und dem Rahmen angeordnet, so dass die Falzluft sehr klein gestaltet sein kann.
Nachteilig bei dem bekannten Verschluss ist jedoch, dass Toleranzen zwischen dem Flügel
und dem Rahmen zu einem Klemmen des Verschlusses führen können.
[0003] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Verschluss der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass er einen Ausgleich von Toleranzen des Flügels gegenüber
dem Rahmen ermöglicht. Weiterhin soll ein Fenster, eine Fenstertür oder dergleichen
mit einem solchen Verschluss geschaffen werden, welches auch bei Toleranzen ein zuverlässiges
Zusammenwirken der Verschlussteile zueinander ermöglicht.
[0004] Das erstgenannte Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das erste Verschlussteil
ein auf einem von der Treibstange angetriebenen Führungselement angeordnetes Kopfteil
hat und dass das Führungselement eine quer zur Bewegungsrichtung der Treibstange angeordnete
Führung für das Kopfteil aufweist.
[0005] Durch diese Gestaltung kann sich das Kopfteil des ersten Verschlussteils entlang
der Führung quer zur Bewegungsrichtung der Treibstange verschieben. Damit wird sichergestellt,
dass die Verschlussteile zuverlässig zusammenwirken und der Flügel in Schließstellung
zuverlässig in dem Rahmen verriegelt wird. Der erfindungsgemäße Verschluss vermag
daher die Toleranzen zwischen dem Flügel und dem Rahmen stufenlos und selbstjustierend
auszugleichen.
[0006] Die Treibstange könnte beispielsweise einstückig mit dem Führungselement gefertigt
sein. Die Montage des erfindungsgemäßen Verschlusses gestaltet sich jedoch besonders
einfach, wenn die Treibstange formschlüssig mit dem Führungselement verbunden ist.
[0007] Häufig wird auf der Treibstange ein Sperrriegel befestigt, während dem Sperrriegel
gegenüberstehend ein Schließblech angeordnet ist. Der erfindungsgemäße Verschluss
weist jedoch eine hohe Stabilität und geringe Abmessungen auf, wenn das zweite Verschlussteil
als Sperrriegel und das Kopfteil des ersten Verschlussteils als Schließblech mit einer
langgestreckten Ausnehmung zur Aufnahme des als Sperrriegel ausgebildeten zweiten
Verschlussteils ausgebildet ist. Durch diese Gestaltung versteift das Schließblech
das erste Verschlussteil.
[0008] Zur weiteren Erhöhung der Stabilität des erfindungsgemä-ßen Verschlusses trägt es
bei, wenn das Führungselement in einem Führungsblech parallel zur Bewegungsrichtung
der Treibstange verschieblich geführt ist. Durch diese Gestaltung lassen sich bei
einem unberechtigten Entriegelungsversuch des mit dem erfindungsgemäßen Verschluss
ausgestatteten Fensters Belastungen von der Treibstange fern halten.
[0009] Die Verbindung der Treibstange mit dem Führungselement gestaltet sich gemäß einer
anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn
die Treibstange eine Reihe von abstehenden Vorsprüngen hat und wenn das Führungselement
formschlüssig in der Reihe der Vorsprünge gehalten ist. Weiterhin lässt sich hierdurch
die Position des Führungselementes gegenüber der Treibstange durch die Wahl der Verbindung
der Vorsprünge mit dem Führungselement einfach einstellen.
[0010] Ein zuverlässiges Zusammenwirken der Verschlussteile lässt sich gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung auch bei verschobenem Führungselement sicherstellen,
wenn die langgestreckte Ausnehmung des Kopfteils des ersten Verschlussteils einen
dem als Sperrriegel ausgebildeten Verschlussteil zugewandten Einführtrichter aufweist.
[0011] Ein vorgesehener Anzug des Flügels gegen den Rahmen mit dem erfindungsgemäßen Verschluss
gestaltet sich besonders einfach, wenn die langgestreckte Ausnehmung des Kopfteils
des zweiten Verschlussteils eine Auflaufschräge für eine radiale Verbreiterung des
ersten, als Sperrriegel ausgebildeten Verschlussteils hat.
[0012] Hervorstehende Bauteile des erfindungsgemäßen Verschlusses bei geöffnetem Fenster
lassen sich einfach vermeiden, wenn das zweite, als Sperrriegel ausgebildete Verschlussteil
von einer zurückgezogenen Stellung in eine hervorstehende Stellung beweglich geführt
ist.
[0013] Die Steuerung der Bewegung des zweiten, als Sperrriegel ausgebildeten Verschlussteils
gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders
einfach, wenn das zweite, als Sperrriegel ausgebildete Verschlussteil auf einer Wippe
angeordnet ist und wenn auf dem die Treibstange aufweisenden Bauteil des Fensters,
der Fenstertür oder dergleichen ein hervorstehendes Auslöseelement zur Betätigung
der Wippe bei im Rahmen liegendem Flügel angeordnet ist.
[0014] Das zweitgenannte Problem, nämlich die Schaffung eines Fensters, einer Fenstertür
oder dergleichen mit einem solchen Verschluss, bei welchem auch bei Toleranzen ein
zuverlässiges Zusammenwirken der Verschlussteile zueinander ermöglicht ist, wird erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass das Kopfteil des ersten Verschlussteils in einer Nut des Flügels
oder des Rahmens angeordnet ist und schmaler ist als die Nut.
[0015] Durch diese Gestaltung wird ein Verschieben des Kopfteils des ersten Verschlussteils
aus seinem vorgesehenen Bewegungsbereich vermieden. Daher wird sichergestellt, dass
das als Schließzapfen ausgebildete Verschlussteil zuverlässig mit dem die langgestreckte
Ausnehmung aufweisenden Verschlussteil zusammenwirkt. Durch diese Gestaltung kann
das Kopfteil des ersten Verschlussteils im montierten Zustand nicht aus dem Fenster
herausfallen. Weiterhin werden hervorstehende Bauteile des Verschlusses weitgehend
vermieden.
[0016] Eine Behinderung des Öffnens und des Schließens des Fensters durch den Verschluss
lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden,
wenn die Verschlussteile unter einem einen Rand des Rahmens überdeckenden Flügelüberschlag
angeordnet sind. Durch diese Gestaltung ist der Verschluss außerhalb einer Falzluft
des Fensters angeordnet. Daher lässt sich das Fenster mit einer besonders kleinen
Falzluft ausstatten, ohne dass die Bauteile des Verschlusses zu einer Behinderung
der Bewegungen des Flügels führen. Der Flügel ist daher auch bei einer sehr kleinen
Falzluft besonders leichtgängig zu öffnen und zu schließen.
[0017] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1 ein Fenster mit mehreren erfindungsgemäßen Verschlüssen,
Fig. 2 stark vergrößert eine Schnittdarstellung durch das Fenster aus Figur 1 im Bereich
einer der Verschlüsse entlang der Linie II - II,
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Verschlussteils des Verschlusses aus Figur
2,
Fig. 4 das Verschlussteil aus Figur 3 in einer verschobenen Position.
[0018] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem an einem Rahmen 1 gelagerten Flügel 2 und mit
einem Treibstangenbeschlag 3. Der Flügel 2 ist über Lagerungen 4 mit dem Rahmen 1
verbunden und hat eine Handhabe 5 zum Antrieb des Treibstangenbeschlages 3. Der Treibstangenbeschlag
3 weist mehrere Verschlüsse 6 auf, mit denen der Flügel 2 in dem Rahmen 1 verriegelbar
ist. Eine längsverschieblich geführte Treibstange 7 des Treibstangenbeschlages 3 und
die Verschlüsse 6 sind unter einem einen inneren Rand des Rahmens 1 überdeckenden
Flügelüberschlag 8 des Flügels 2 angeordnet.
[0019] Figur 2 zeigt stark vergrößert in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II -
II aus Figur 1 einen der Verschlüsse 6 des Treibstangenbeschlages 3 aus Figur 1 in
Schließstellung, in der der Flügel 2 mit dem Rahmen 1 verriegelt ist. Der Verschluss
6 hat ein auf der Treibstange 7 angeordnetes erstes Verschlussteil 9 und ein auf dem
Rahmen 1 angeordnetes zweites Verschlussteil 10. Die Treibstange 7 und das erste Verschlussteil
9 sind in einer Nut 11 des Flügelüberschlages 8 des Flügels 2 angeordnet. Das erste
Verschlussteil 9 ist formschlüssig mit der Treibstange 7 gekoppelt und hat ein als
Schließblech mit einer langgestreckten Ausnehmung 12 zur Aufnahme des zweiten Verschlussteils
10 ausgebildetes Kopfteil 13. Das erste Verschlussteil 9 hat einen eine umlaufende
Verbreiterung 14 des zweiten Verschlussteils 10 hintergreifenden Rand 15. Der Rand
15 weist eine Auflaufschräge 16 für die radiale Verbreiterung 14 auf. Damit wird in
der dargestellten Schließstellung der Flügel 2 gegen den Rahmen 1 gezogen.
[0020] Das zweite Verschlussteil 10 ist als Schließzapfen ausgebildet und auf einer Wippe
17 angeordnet. In der dargestellten, im Rahmen 1 liegenden Stellung des Flügels 2
drückt ein auf dem Flügel 2 angeordnetes Auslöseelement 18 gegen einen Taster 19 der
Wippe 17. Dabei wird die Wippe 17 um eine Lagerung 20 verschwenkt und das als Schließzapfen
ausgebildete zweite Verschlussteil 10 in die dargestellte, hervorstehende Stellung
gedrückt. Bei der Entfernung des Flügels 2 von dem Rahmen 1 wird das Auslöseelement
18 von dem Taster 19 der Wippe 17 entfernt und das als Schließzapfen ausgebildete
Verschlussteil 10 von einem Federelement 21 in eine zurückgezogene Stellung bewegt.
Damit hat der Rahmen 1 bei geöffnetem Fenster eine glatte Oberfläche.
[0021] Figur 3 zeigt perspektivisch das erste Verschlussteil 9 mit der Verbindung mit der
Treibstange 7. Die Treibstange 7 weist eine Reihe von Vorsprüngen 22 auf, zwischen
denen Mitnehmer 23 eines Führungselementes 24 des ersten Verschlussteils 10 formschlüssig
gehalten sind. Damit wird das Führungselement 24 bei der Bewegung der Treibstange
7 mit bewegt. Das Kopfteil 13 des ersten Verschlussteils 9 ist in einer quer zur Bewegungsrichtung
der Treibstange 7 angeordneten Führung 25 des Führungselementes 24 verschieblich geführt.
Die Führung 25 ist hier als Schwalbenschwanzführung ausgebildet. Die Ausnehmung 12
des Kopfteils 13 hat an ihren Enden jeweils einen Einführtrichter 27. Damit dringt
beim Antrieb der Treibstange 7 das zweite, als Schließzapfen ausgebildete Verschlussteil
10 in die Ausnehmung 12 ein und verschiebt das Kopfteil 13 in der Führung 25 quer
zur Bewegungsrichtung der Treibstange 7. Hierdurch werden Toleranzen zwischen dem
Flügel 2 und dem Rahmen 1 ausgeglichen. Das Führungselement 24 ist auf einem an dem
Flügel 2 befestigten Führungsblech 26 längsverschieblich geführt. Bei einem unberechtigten
Entriegelungsversuch des in Figur 1 dargestellten Fensters werden die Kräfte von dem
Führungsblech 26 direkt in den Flügel 1 eingeleitet. Die Treibstange 7 wird damit
nicht belastet.
[0022] Figur 4 zeigt das erste Verschlussteil 9 in einer gegenüber der Stellung aus Figur
3 verschobenen Stellung. Weiterhin ist strichpunktiert die Nut 11 des Flügels 2 dargestellt.
Das erste Verschlussteil 9 ist vollständig in der Nut 11 angeordnet. Das Kopfteil
13 ist schmaler als die Nut 11. Damit begrenzt die Nut 11 die Bewegung des Kopfteils
13 auf der Führung 25.
1. Verschluss für einen Treibstangenbeschlag eines gegen einen Rahmen schwenkbaren Flügels
eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen mit einem auf einer längsverschieblich
geführten Treibstange angeordneten ersten Verschlussteil und einem der Treibstange
gegenüberstehend angeordneten zweiten Verschlussteil, wobei die Verschlussteile in
Schließstellung des Treibstangenbeschlages bei im Rahmen liegendem Flügel formschlüssig
ineinander greifen, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschlussteil (9) ein auf einem von der Treibstange (7) angetriebenen
Führungselement (24) angeordnetes Kopfteil (13) hat und dass das Führungselement (24)
eine quer zur Bewegungsrichtung der Treibstange (7) angeordnete Führung (25) für das
Kopfteil (13) aufweist.
2. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange (7) formschlüssig mit dem Führungselement (24) verbunden ist.
3. Verschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verschlussteil (10) als Sperrriegel und das Kopfteil (13) des ersten Verschlussteils
(9) als Schließblech mit einer langgestreckten Ausnehmung (12) zur Aufnahme des als
Sperrriegel ausgebildeten, zweiten Verschlussteils (10) ausgebildet ist.
4. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (24) in einem Führungsblech (26) parallel zur Bewegungsrichtung
der Treibstange (7) verschieblich geführt ist.
5. Verschluss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange (7) eine Reihe von abstehenden Vorsprüngen (22) hat und dass das
Führungselement (24) formschlüssig in der Reihe der Vorsprünge (22) gehalten ist.
6. Verschluss nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die langgestreckte Ausnehmung (12) des Kopfteils (13) des ersten Verschlussteils
(9) einen dem als Sperrriegel ausgebildeten Verschlussteil (10) zugewandten Einführtrichter
(27) aufweist.
7. Verschluss nach Anspruch 3 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die langgestreckte Ausnehmung (12) des ersten Verschlussteils (9) eine Auflaufschräge
(16) für eine radiale Verbreiterung (14) des zweiten, als Sperrriegel ausgebildeten
Verschlussteils (10) hat.
8. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite, als Sperrriegel ausgebildete Verschlussteil (10) von einer zurückgezogenen
Stellung in eine hervorstehende Stellung beweglich geführt ist.
9. Verschluss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite, als Sperrriegel ausgebildete Verschlussteil (10) auf einer Wippe (17)
angeordnet ist und dass auf dem die Treibstange (7) aufweisenden Bauteil des Fensters,
der Fenstertür oder dergleichen ein hervorstehendes Auslöseelement (18) zur Betätigung
der Wippe (17) bei im Rahmen (1) liegendem Flügel (2) angeordnet ist.
10. Fenster, Fenstertür oder dergleichen mit einem Verschluss nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (13) des ersten Verschlussteils (9) in einer Nut (11) des Flügels (2)
oder des Rahmens (1) angeordnet ist und schmaler ist als die Nut (11).
11. Fenster, Fenstertür oder dergleichen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussteile (9, 10) unter einem einen Rand des Rahmens (1) überdeckenden
Flügelüberschlag (8) angeordnet sind.