[0001] Die Erfindung betrifft einen Scheinwerfer, insbesondere für Fahrzeuge, umfassend
ein Scheinwerfergehäuse mit einer Lichtaustrittsöffnung, eine Abdeckscheibe zur Abdeckung
der Lichtaustrittsöffnung, eine Straahlungsquelle sowie eine Heizeinrichtung.
[0002] Scheinwerfer, wie beispielsweise Frontscheinwerfer, Heckscheinwerfer und andere Beleuchtungseinrichtungen
für Kraftfahrzeuge, benötigen in der Regel keine spezielle Enteisumgsvorrichtung bzw.
Vorrichtung zur Vermeidung von Beschlagsbildung, sofern herkömmlich Halogenlampe oder
Gasentladungslampen verwendet werden. Diese produzieren genügend viel Wärme, um Bis
und Schnee abzutauen und Beschlagsbildung durch Kondenswasser zu entfernen, Scheinwerfer
mit kalten Leuchtmitteln wie Licht emittierende Dioden (LED, light emitting diode)
oder auch Scheinwerfer mit Xenonlampen erzeugen hingegen keine ausreichende Wärmemenge
und zeigen daher eine zu geringe Abtauleistung. Eisbildung oder Beschlagsbildung auf
der Abdeckscheibe von Scheinwerfern ist nicht nur aus ästhetischen Gründe störend.
Aus Sicherheitsgunden sollte der Lichtstrahl beim Austritt aus dem Scheinwerfer nicht
gedämpft oder gestreut werden.
[0003] Aus DB 103 46 270 A ist ein Fahrzeugscheinwerfer bekannt in dessen Gechäuse eine
Heizeinrichtung, vorzugsweise ein PTC-Heizelement (positive temperature coefficient),
augeordnet ist. In
DE 103 46 270 A wird auch eine Kombination eines PTC-Heizelament mit einer herkömmlichen Lichtquelle
beschrieben, welche einen hohen Infrarot-Anteil besitzt, wie beispielsweise Halogenlampen.
Ein Hauptvorteil von LED-Scheinwerfer ist jedoch der geringere Bauraum und die größere
Designfreiheit. Eine Kombination aus Halogen- und LED-Scheinwerfer ist daher nicht
wünschenswert.
[0004] JP 2003197013 A,
JP 2002150812 A und
JP 2002211309 A beschreiben den Einbau von Heizdrähten in die Abdeckscheibe von Fahrzeugscheinwerfern.
Herkömmliche Heizdrähte sind aber deutlich sichtbar und sind aus ästhetischen Gründen
nicht akzeptabel. Gewünscht sind nicht sichtbare oder nur schwer erkennbare Enteisungsmöglichkeiten.
[0005] JP 10312705 A beschreibt den Einbau von Folien oder Platten in Fahrzeugscheinwerfern durch - Forlienhinterspritzen.
Die Folien oder Platten sind mit Leitpasten versehen.
[0006] In der
DE 197 24 098 A wird ein Scheinwerfer beschrieben, der auf der Innenseite der Abdeckscheibe eine
Heizvorrichtung aufweist. Ausführungsformen der elektrisch leitenden Schicht können
unter anderem eine Metallschicht oder elektrisch leitender Kunststoff sein. Es wird
nicht offenbart, aus welchem Material ein solche Schicht vorzugsweise sein sollte
oder welche Eigenschaften diese aufweisen sollte.
[0007] Aus der
DE 100 55 162 A ist eine Schutzscheibe für Außenleuchten eines Kraftfahrzeugs enthaltend eine Beschichtung
aus einem elektrisch leitendem Material, welches jedoch nicht näher spezifiziert wird,
bekannt.
[0008] In der
DE 43 33 655 A, die eine Heizvorrichtung für einen KFZ-Scheinwerfer mit spezieller Anordnung beansprucht,
wird ebenfalls nur allgemein eine elektrisch leitfähige, lichtdurchlässige Beschichtung
der Abdeckscheibe beschrieben.
[0009] Die
WO 2004/049763 A beschreibt Heizfolien enthaltend mindestens eine aufgedampfte metallische Leitschicht.
Die Heizfolien können optional eine Schicht aus einem leitfähigen Polymeren, die zur
Überbrückung von Bruchstellen in der Leitschicht dienen soll, enthalten. Anwendungen,
bei denen Transparenz gefordert ist, sind für diese Heizfolien nicht erwähnt.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Scheinwerfer, insbesondere
für Fahrzeuge, bereitzustellen, der auf einfache Weise Enteisung oder Kondenswasserentfernung
ermöglicht. Die Enteisungsvorrichtung soll dabei nicht sichtbar oder nur schwer erkennbar
sein.
[0011] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Abdeckscheibe des Scheinwerfers mit wenigstens
einer transparenten elektrisch leitfähigen Schicht bedeckt ist.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist ein Scheinwerfer für Fahrzeuge, umfassend ein Scheinwerfergehäuse
mit einer Lichtaustrittsöffnung, eine Abdeckscheibe zur Abdeckung der Lichtaustrittsöffnung
und eine Strahlungsquelle sowie eine Heizeinrichtung, wobei die Heizeinrichtung wenigstens
eine transparente elektrisch leitfähige Schicht ist, welche auf der Abdeckscheibe
aufgebracht ist
[0013] Als Scheinwerfer eignen sich alle bekannten Scheinwerfer, insbesondere Fahrzeugscheinwerfer.
Vorzugsweise handelt es sich um Scheinwerfer mit wenigstens einer Licht emittierenden
Diode als Lichtquelle.
[0014] Die Abdeckscheibe zur Abdeckung der Lichtaustrittsöffnung kann aus jedem beliebigen
transparenten Werkstoff bestehen. Die Oberfläche kann strukturiert oder unstrukturiert
sein. Die Abdeckscheibe kann auch aus mehreren Schichten aufgebaut sein. Beispielsweise
können Silikatgläser eingesetzt werden. Auch transparente Thermoplasten können verwendet
werden. Die Thermoplasten können lackiert oder unlackiert sein. Als Lacke kommen handelsübliche
Kratzfestlacke, z.B. auf Siloxan-, Polyurethan- oder Acrylatbasis, in Frage.
[0015] Als Thermoplasten eignen sich z.B. Polycarbonate oder Copolycarbonate auf Basis von
Diphenolen, der Poly- oder Copolyacrylate und Poly- oder Copolymethacrylate, vorzugsweise
Polymethylmethacrylat, Poly- oder Copolymere mit Styrol, vorzugsweise transparentes
Polystyrol oder Polystyrolacrylnitril. (SAN), transparente thermoplastische Polyurethane,
sowie Polyolefme, vorzugsweise transparente Polypropylentypen, oder Polyolefine auf
der Basis von cyclischen Olefinen (z.B. TOPAS
®, Ticona), Poly- oder Copolykondensate der Terephthalsäure, vorzugsweise Poly- oder
Copolyethylenterephthalat (PET oder CoPET) oder glycol-modifiziertes PET (PETG).
[0016] Besonders bevorzugte Materialien für Scheinwerferabdeckscheiben sind Silikatglas,
Bisphenol-A-polycarbonat, Copolycarbonate aus Bisphenol-A und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan,
sowie Poly- und Comethylmethacrylate.
[0017] Die Abdeckscheibe des erfindungsgemäßen Scheinwerfers ist mit wenigstens einer transparenten
leitfähigen Schicht versehen. Die transparente leitfähige Schicht kann entweder auf
die Außenseite oder die Innenseite der Abdeckscheibe des Scheinwerfers aufgebracht
sein. Bevorzugt ist sie auf der Innenseite der Abdeckscheibe aufgebracht Die transparente
leitfähige Schicht kann entweder die gesamte Abdeckscheibe oder nur Bereiche, z.B.
bänderförmige oder streifenförmige Bereiche, der Abdeckscheibe bedecken.
[0018] Als Materialien für eine transparente leitfähige Schicht kommen TCOs (transparent
conductive oxides), z.B. ITO (Zinndotiertes Indiumoxid), ATO (Antimonzinnoxid), FTO
(Fluordotiertes Zinnoxid) oder AZO (Aluminiumzinkoxid), oder organische transparente
leitfähige Beschichtungen in Frage.
[0019] Bevorzugt werden organische leitfähige Beschichtungen verwendet. Geeignete Polymere
zur Herstellung einer transparenten elektrisch leitfähigen Beschichtung sind Polyaniline,
Polypyrrole oder Polythiophene. Bevorzugt sind Polythiophene auf Basis von gegebenenfalls
substituierten 3,4-Ethylendioxythiophenen. Die Herstellung dieser 3,4-Polyethylendioxythiophene
ist z.B. in
EP 440 957 A beschrieben. Besonders bevorzugt ist 3,4-Polyethylendioxythiophen/Polystyrolsulfonat.
[0020] Die transparente elektrisch leitfähige Schicht kann durch an sich bekannte Verfahren
wie Aufsprühen, Rakeln oder Vorhanggießen auf die Scheinwerferabdeckscheibe aufgebracht
werden.
[0021] Die Schichtdicke der transparenten elektrisch leitfähigen Schicht beträgt vorzugsweise
0,1 bis 10 µm, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 µm als Trockenfilm.
[0022] Die transparente elektrisch leitfähige Schicht als Heizeinrichtung ist zweckmäßigerweise
mit geeigneten Sensoren und einer geeigneten Regelungselektronik versehen, um die
Leistungsaufnahme der Beschichtung automatisch zu betreiben und mit dem jeweiligen
Belastungszustand des Bordnetzes abzustimmen.
Beispiel
[0023] Zum Nachweis der Heizwirkung einer Schicht aus 3,4-Polyethylen-dioxythiophen/Polystyrolsulfonat
wurde eine Polycarbonatfolie der Dicke 125 µm mit einer 3,4-Polyethylendioxythiophen/Polystyrolsulfonat
enthaltenen Dispersion Baytron F HC (Hersteller: H. C. Starck GmbH) in einer Nassfilmdicke
von 24 µm beschichtet und anschließend 5 Minuten bei 130°C getrocknet.
[0024] Die Probe hatte gute optische Eigenschaften wie Transparenz, Farbe und war frei von
sichtbarer Trübung. Die Beschichtung hattte einen Oberflächenwiderstand von 130 ohm/sq.
[0025] Die beschichtete Polycarbonatfolie wurde auf 10 cm x 10 cm geschnitten und an zwei
gegenüberliegenden Seiten mit einer elektrischen Spannungsversorgung kontaktiert.
Das gemessene Strom-Spannungsverhalten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Die Folie wurde dabei spürbar warm.
| Spannung (V) |
Strom (mA) |
| 5 |
39 |
| 10 |
78 |
| 15 |
117 |
| 20 |
157 |
| 25 |
197 |
| 30 |
235 |
| 35 |
274 |
1. Scheinwerfer umfassend ein Scheinwerfergehäuse mit einer Lichtaustrittsöffnung, eine
Abdeckscheibe zur Abdeckung der Lichtaustrittsöffnung und eine Strahlungsquelle sowie
eine Heizeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung wenigstens eine transparente elektrisch leitfähige Schicht ist,
welche auf der Abdeckscheibe aufgebracht ist, wobei die transparente elektrisch leitfähige
Schicht eine organische elektrisch leitfähige Schicht aus einem Polythiophen ist.
2. Scheinwerfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die transparente elektrisch leitfähige Schicht auf der Innenseite der Abdeckscheibe
angebracht ist.
3. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die transparente elektrisch leitfähige Schicht eine organische elektrisch leitfähige
Schicht aus 3,4-Polyethylendioxythiophen/Polystyrolsulfonat ist.
4. Scheinwerfer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsquelle eine Licht emittierende Diode ist.
1. Light-projector comprising a light-projector casing with a light-exit aperture, a
cover disc for covering the light-exit aperture, and a radiation-source as well as
a heating device, characterised in that the heating device is at least one transparent electrically conductive layer that
has been applied to the cover disc, wherein the transparent electrically conductive
layer is an organic electrically conductive layer consisting of a polythiophene.
2. Light-projector according to Claim 1, characterised in that the transparent electrically conductive layer has been applied on the inside of the
cover disc.
3. Light-projector according to either of Claims 1 or 2, characterised in that the transparent electrically conductive layer is an organic electrically conductive
layer consisting of 3,4-polyethylene dioxythiophene / polystyrene sulfonate.
4. Light-projector according to either of Claims 1 or 2, characterised in that the radiation-source is a light-emitting diode.
1. Projecteur ou phare comprenant un boitier de projecteur présentant une ouverture de
sortie de lumière, une vitre de projecteur pour recouvrir l'ouverture de sortie de
lumière, et une source de rayonnement ainsi qu'un dispositif de chauffage, caractérisé en ce que le dispositif de chauffage est constitué par au moins une couche transparente et
électriquement conductrice, qui est appliquée sur la vitre de recouvrement, la couche
transparente électriquement conductrice est une couche organique électriquement conductrice
en un poly-thiophène.
2. Projecteur ou phare selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche transparente électriquement conductrice est rapportée sur le côté intérieur
de la vitre de recouvrement.
3. Projecteur ou phare selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la couche transparente électriquement conductrice est une couche organique électriquement
conductrice en en 3,4-polyéthylène-dioxythiophène/sulfonate de polystyrène.
4. Projecteur ou phare selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la source de rayonnement est une diode émettrice de lumière ou diode électroluminescente.