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EP 1 869 991 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.06.2012 Patentblatt 2012/23 |
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Anmeldetag: 02.04.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Ziergegenstand aus Glas
Decorative object made of glass
Objet d'ornement en verre
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Priorität: |
23.06.2006 AT 4862006 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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26.12.2007 Patentblatt 2007/52 |
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Patentinhaber: D. Swarovski KG |
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6112 Wattens (AT) |
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Erfinder: |
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- Fasching, Georg
6060 Hall (AT)
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Vertreter: Hofinger, Stephan et al |
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Torggler & Hofinger
Patentanwälte
Wilhelm-Greil-Strasse 16 6020 Innsbruck 6020 Innsbruck (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-B- 316 906
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US-A- 5 044 123
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ziergegenstand aus Glas, mit einer geschliffene
Facetten aufweisenden Oberfläche, welcher eine Naturform, insbesondere die Form von
Tieren oder Pflanzen approximiert.
[0002] Ziergegenstände aus Glas, durch welche natürliche Formen nachgebildet werden sollen,
werden derzeit durch Erzeugung unregelmäßiger Polyeder, also Körper mit ebenen Facetten
hergestellt, wobei man versucht, der natürlichen Gestalt möglichst nahe zu kommen.
Die Facetten bedeuten einen weitgehenden Verzicht auf Naturtreue, bringen aber andererseits
durch die sprunghafte Änderung der Normalenrichtung an den die Facetten begrenzenden
Kanten interessante optische Effekte. Durch Verkleben mehrerer Komponenten kann man
eine Verbesserung der Nachahmung erreichen, indem beispielsweise der aus mehreren
geschliffenen Steinen zusammengesetzte Körper eines Schwans mit einem aus gepresstem
Glas hergestellten Schwanenhals von naturnaher Form verklebt wird.
[0003] An sich hat die heute durchgehend übliche ebene Ausbildung facettierter Flächen an
Ziergegenständen den Vorteil einer einfachen Herstellung. Das Abtragen von Glas bei
der Herstellung facettierter Flächen erfolgt durch einen Schleifvorgang, wobei man
auf eine möglichst großflächige Berührung von Werkzeug und Substrat Wert legt. Im
Allgemeinen bringt man das Material mit der Stirnseite der Schleifwalzen in Kontakt.
Auch die Umfangsfläche von Schleifwalzen kann zu Herstellung facettierter Glasstücke
verwendet werden. Diese erscheinen dann als Ebene, wenn die Erstreckung der Facettenflächen
in der Querschnittsebene der Walzen um ein Vielfaches kleiner ist, als jene der Walzen
selbst.
[0004] Die
US 5,044,123 zeigt eine Schleifvorrichtung mit einem Schleifmittel, mit dessen Außenseite konkave
Flächen geschliffen werden können, während die Innenseite zum Schliff konvexer Bereiche
dient.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Annäherung an eine realistische Formgebung bei
weitgehender Erhaltung der optischen Kristallwirkung zu erzielen.
[0006] Erfindungsgemäß ist demgegenüber eine Annäherung an eine realistische Formgebung
bei weitgehender Erhaltung der optischen Kristallwirkung erzielbar, indem vorgesehen
wird dass zumindest eine Facette konvex und konkav gekrümmte Bereiche aufweisen. Zusätzlich
zur Krümmung des Körpers an den zwischen den Facetten auftretenden Kanten sind also
die Facetten selbst gekrümmt, wobei der Krümmungsradius wesentlich größer ist als
jener auch stark abgerundeter Kanten.
[0007] In Kauf genommen wird hierbei ein weniger einfaches Herstellungsverfahren, da die
Schleifwalze, welche die Facette erzeugt, in variablem Abstand zum Zentrum des herzustellenden
Ziergegenstandes zu führen ist, während sie entlang des Gegenstandes normal zur Walzenachse
bewegt wird. Schleifgeräte zur Herstellung von gekrümmten, sphärischen Facetten an
Edelsteinen sind aber bereits bekannt (
DE 33 32 673 A), sodass gegenüber deren Übertragung auf Glas kein grundsätzliches Vorurteil besteht.
[0008] Üblicherweise wird man die erfindungsgemäßen Facetten als Teil einer Mantelfläche
eines geraden Zylinders mit einer Leitkurve variabler Krümmung ausbilden, die Schleifwalze
beim Herstellungsvorgang relativ zum herzustellenden Gegenstand, also auf und ab und
vor und zurück bewegen. Anschließend wird gezeigt werden, dass man diesen beiden Bewegungen
auch eine Drehung der Schleifwalze und damit dazugehörigen Facette überlagern kann.
[0009] In der Zeichnung stellt
- Fig. 1 bis 3
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung in Vorderansicht, Seitenansicht sowie
schaubildlich dar,
- Fig. 4
- die schaubildliche Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels und
- Fig. 5
- erläutert die Drehung erzeugenden Geraden bei der Herstellung einer Facette.
[0010] Als Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigen Fig. 1 bis 3 eine Maus und Fig. 2 eine
Birne. Wie gut ersichtlich ist, sind beide Ziergegenstände mit streifenförmigen Facetten
1 versehen, welche jeweils Teile der Mantelflächen von verallgemeinerten geraden Zylindern
darstellen. Die konvex und konkav gekrümmten Bereiche 5, 6 der Facetten 1 sind jeweils
die Folge der Entfernung bzw. Annäherung des Umfanges einer Schleifwalze an den Rohling,
wenn sich die Schleifwalze beim Herstellungsvorgang entlang einer Leitkurze 2 bewegt.
Wenn die Facetten 1 Teile der Mantelflächen von geraden Zylindern sind, sind die Leitkurven
2, welche aneinandergrenzende Facetten 1 trennen, ebene Kurven.
[0011] Am Beispiel eines geometrischen Körpers (Sanduhr) ist in Fig. 3 dargestellt, dass
die erzeugende Gerade 3 einer Facette 1 während ihrer Bewegung längs einer Leitkurve
2 sich um die Achse 4 des Rohlings drehen kann. Dadurch entsteht eine gewundene Fläche,
welche eine weitere Annäherung an natürliche Formen erlaubt.
1. Ziergegenstand aus Glas, mit einer geschliffene Facetten (1) aufweisenden Oberfläche,
welcher eine Naturform, insbesondere die Form von Tieren oder Pflanzen approximiert,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Facette (1) konvex und konkav gekrümmte Bereiche (5, 6) aufweist.
2. Ziergegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Facette (1) mit konvex und konkav gekrümmten Bereichen (5, 6) Teil einer Fläche
ist, die durch Parallelverschiebung einer geraden Erzeugenden (3) längs einer Leitkurve
(2) mit variabler Krümmung entsteht.
3. Ziergegenstand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitkurve (2) in einer Ebene verläuft.
4. Ziergegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Facette (1) mit konvex und konkav gekrümmten Bereichen (5, 6) ein Teil einer
Fläche ist, die durch Verschiebung einer geraden Erzeugenden (3) längs einer Leitkurve
(2) unter gleichzeitiger Drehung der Erzeugenden (3) um eine Achse (4) entsteht, welche
etwa in Richtung der Leitkurve (2) verläuft.
1. An ornamental article of glass having a surface which has ground facets (1) and to
which a natural shape approximates, in particular the shape of animals or plants,
characterised in that at least one facet (1) has convexly and concavely curved regions (5, 6).
2. An ornamental article according to claim 1 characterised in that the facet (1) with convexly and concavely curved regions (5, 6) is part of a surface
which is produced by parallel displacement of a straight generatrix (3) along a directrix
curve (2) of variable curvature.
3. An ornamental article according to claim 2 characterised in that the directrix curve (2) extends in a plane,
4. An ornamental article according to claim 1 characterised in that the facet (1) with convexly and concavely curved regions (5, 6) is part of a surface
which is produced by displacement of a straight generatrix (3) along a directrix curve
(2) with simultaneous rotation of the generatrix (3) about an axis (4) extending approximately
in the direction of the directrix curve (2).
1. Objet d'ornement en verre, avec une surface présentant des facettes (1) polies, qui
se rapproche d'une forme naturelle, en particulier de la forme d'animaux ou de plantes,
caractérisé en ce qu'au moins une facette (1) présente des zones (5, 6) courbées de façon convexe et concave.
2. Objet d'ornement selon la revendication 1, caractérisé en ce que la facette (1) avec des zones (5, 6) courbées de façon convexe et concave fait partie
d'une surface qui résulte du déplacement parallèle d'une génératrice (3) rectiligne
le long d'une courbe directrice (2) de courbure variable.
3. Objet d'ornement selon la revendication 2, caractérisé en ce que la courbe directrice (2) se situe dans un plan.
4. Objet d'ornement selon la revendication 1, caractérisé en ce que la facette (1) avec des zones (5, 6) courbées de façon convexe et concave fait partie
d'une surface qui résulte du déplacement d'une génératrice (3) rectiligne le long
d'une courbe directrice (2), accompagné simultanément d'une rotation de la génératrice
(3) autour d'un axe (4) qui est à peu près dans la direction de la directrice (2).

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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