[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Audiotechnik und insbesondere auf
die Positionierung von Schallquellen in Systemen, die Delta-Stereophonie-Systeme (DSS)
oder Wellenfeldsynthesesysteme oder beide Systeme umfassen.
[0002] Typische Beschallungsanlagen zum Versorgen einer relativ großen Umgebung, wie beispielsweise
in einem Konferenzraum einerseits oder einer Konzertbühne in einer Halle oder sogar
unter freiem Himmel andererseits leiden alle unter der Problematik, dass auf Grund
der üblicherweise verwendeten geringen Anzahl von Lautsprecherkanälen eine ortgetreue
Wiedergabe der Schallquellen ohnehin ausscheidet. Doch auch dann, wenn ein Links-Kanal
und ein Rechts-Kanal zusätzlich zum Monokanal verwendet werden, hat man immer die
Problematik des Pegels. So müssen natürlich die hinteren Plätze, also die Plätze,
die weit entfernt von der Bühne sind, genauso mit Schall versorgt werden, wie die
Plätze, die nah an der Bühne sind. Wenn z. B. nur vorne am Zuhörerraum oder an den
Seiten des Zuhörerraums Lautsprecher angeordnet sind, so ist inhärent problematisch,
dass Personen, die nahe am Lautsprecher sitzen, den Lautsprecher als übertrieben laut
wahrnehmen, damit die Personen ganz hinten noch etwas hören. Anders ausgedrückt werden
auf Grund der Tatsache, dass einzelne Versorgungslautsprecher in einem solchen Beschallungsszenario
als Punktquellen wahrgenommen werden, immer Personen vorhanden sein, die sagen, dass
es zu laut ist, während die anderen Personen sagen, dass es zu leise ist. Die Personen,
denen es normalerweise immer zu laut ist, sind die Personen sehr nahe an den punktquellenartigen
Lautsprechern, während die Personen, denen es zu leise ist, sehr weit entfernt von
den Lautsprechern sitzen werden.
[0003] Um dieser Problematik wenigstens etwas aus dem Weg zu gehen, wird daher versucht,
die Lautsprecher höher anzuordnen, also über den Personen, die nahe an den Lautsprechern
sitzen, so dass sie wenigstens nicht den kompletten Schall voll mitbekommen, sondern
dass sich eine beträchtliche Menge des Schalls des Lautsprechers über den Köpfen der
Zuschauer ausbreitet und damit einerseits von den Zuschauern vorne nicht wahrgenommen
wird und andererseits dennoch für die Zuschauer weiter hinten einen ausreichenden
Pegel liefert. Ferner wird dieser Problematik durch die Lineararraytechnik begegnet.
[0004] Andere Möglichkeiten bestehen darin, dass man, um die Personen in den vorderen Reihen,
also nahe an den Lautsprechern, nicht überzubelasten, einen geringen Pegel fährt,
so dass natürlich dann, weiter hinten im Raum, die Gefahr besteht, dass alles wieder
zu leise ist.
[0005] Bezüglich der Richtungswahrnehmung ist die ganze Sache noch problematischer. So erlaubt
ein einziger Monolautsprecher beispielsweise in einem Konferenzsaal keine Richtungswahrnehmung.
Er erlaubt nur dann eine Richtungswahrnehmung, wenn der Ort des Lautsprechers der
Richtung entspricht. Dies liegt inhärent an der Tatsache, dass es nur einen einzigen
Lautsprecherkanal gibt. Selbst wenn jedoch zwei Stereokanäle vorhanden sind, kann
man höchstens zwischen dem linken und dem rechten Kanal hin- und herblenden, also
gewissermaßen ein Panning machen. Dies mag von Vorteil sein, wenn es nur eine einzige
Quelle gibt. Gibt es jedoch mehrere Quellen, so ist die Lokalisation wie bei zwei
Stereokanälen nur grob in einem kleinen Bereich des Zuschauerraums möglich. Man hat
zwar auch bei Stereo eine Richtungswahrnehmung, jedoch nur im Sweet-Spot. Bei mehreren
Quellen wird insbesondere bei steigender Quellenzahl dieser Richtungseindruck immer
mehr verwaschen.
[0006] In anderen Szenarien sind die Lautsprecher in solchen mittleren bis großen Auditorien,
die mit Stereo- oder Mono-Mischungen versorgt werden, über den Zuhörern angeordnet,
so dass sie ohnehin keine Richtungsinformationen der Quelle wiedergeben können.
[0007] Obgleich sich die Schallquelle, also z. B. ein Sprecher oder ein Theaterspieler auf
der Bühne befindet, wird er aus den seitlichen oder mittig angeordneten Lautsprechern
wahrgenommen. Auf eine natürliche Richtungswahrnehmung wird hier bisher nach wie vor
verzichtet. Man ist bereits zufrieden, wenn es für die hinteren Zuschauer noch ausreichend
laut ist, und wenn es für die vorderen Zuschauer nicht unerträglich laut ist.
[0008] Bei bestimmten Szenarien wird auch mit so genannten "Stützlautsprechern" gearbeitet,
die in der Nähe einer Schallquelle positioniert sind. Damit wird versucht, die natürliche
Gehör-Ortung wieder herzustellen. Diese Stützlautsprecher werden normalerweise ohne
Verzögerung angesteuert, während die Stereobeschallung über die Versorgungslautsprecher
verzögert ist, so dass der Stützlautsprecher zuerst wahrgenommen wird und somit nach
dem Gesetz der ersten Wellenfront eine Lokalisation möglich wird. Auch Stützlautsprecher
haben jedoch die Problematik, dass sie als Punktquelle wahrgenommen werden. Dies führt
zum einen dazu, dass sich eine Differenz zur tatsächlichen Position des Schallemitters
ergibt und dass ferner die Gefahr besteht, dass für die vorderen Zuschauer wieder
alles zu laut ist, während für die hinteren Zuschauer alles zu leise ist.
[0009] Andererseits erlauben Stützlautsprecher nur dann eine reale Richtungswahrnehmung,
wenn sich die Schallquelle, also z. B. ein Sprecher unmittelbar in der Nähe des Stützlautsprechers
befindet. Dies würde dann funktionieren, wenn ein Stützlautsprecher im Rednerpult
eingebaut ist, und ein Redner immer am Rednerpult steht, und in diesem Wiedergaberaum
es ausgeschlossen ist, dass einmal jemand neben dem Rednerpult steht und etwas für
die Zuhörerschaft wiedergibt.
[0010] So stellt sich bei einer lokalen Differenz zwischen Stützlautsprecher und Schallquelle
beim Hörer ein Winkelfehler in der Richtungswahrnehmung ein, der insbesondere für
Zuhörer, die Stützlautsprecher vielleicht nicht gewohnt sind, sondern eine Stereowiedergabe
gewohnt sind, zur weiteren Verunsicherung führt. Es hat sich herausgestellt, dass
insbesondere dann, wenn man mit dem Gesetz der ersten Wellenfront arbeitet und einen
Stützlautsprecher verwendet, es besser ist, den Stützlautsprecher zu deaktivieren,
wenn sich die reale Schallquelle, also der Sprecher z. B. zu weit vom Stützlautsprecher
entfernt hat. Anders ausgedrückt ist dieser Punkt mit der Problematik verwandt, dass
der Stützlautsprecher nicht bewegt werden kann, so dass, um nicht die oben bezeichnete
Verunsicherung bei der Zuhörerschaft zu erzeugen, der Stützlautsprecher ganz deaktiviert
wird, wenn sich der Sprecher zu weit vom Stützlautsprecher entfernt hat.
[0011] Wie es bereits ausgeführt worden ist, werden bei Stützlautsprechern üblicherweise
konventionelle Lautsprecher eingesetzt, die wiederum die akustischen Eigenschaften
einer Punktquelle - genau so wie die Versorgungslautsprecher - aufweisen, wodurch
sich in unmittelbarer Nähe der Systeme ein überhöhter oft als unangenehm empfundener
Pegel ergibt.
[0012] Generell besteht also das Ziel, für Beschallungsszenarien, wie sie im Theater/Schauspiel-Bereich
stattfinden, eine auditive Wahrnehmung von Quellpositionen zu schaffen, wobei übliche
normale Beschallungsanlagen, die lediglich darauf ausgerichtet sind, eine ausreichende
Versorgung des gesamten Zuhörerbereichs mit Lautstärke zu schaffen, durch richtungsgebende
Lautsprechersysteme und deren Steuerung ergänzt werden sollen.
[0013] Typischerweise werden mittlere bis große Auditorien mit Stereo oder Mono und vereinzelt
mit 5.1-Surround-Technik versorgt. Typischerweise sind die Lautsprecher neben oder
über dem Zuhörer angeordnet und können richtige Richtungsinformationen der Quellen
nur für einen kleinen Zuhörerbereich wiedergeben. Die meisten Zuhörer erhalten einen
falschen Richtungseindruck.
[0014] Darüber hinaus existieren jedoch auch Delta-Stereophoniesysteme (DSS), die einen
Richtungsbezug entsprechend dem Gesetz der ersten Schallwellenfront erzeugen. Die
DD 242954 A3 offenbart ein Großraumbeschallungssystem für größere Räume und Flächen, bei denen
Aktions- bzw. Darbietungs- und Rezeptions- bzw. Hörraum direkt aneinander grenzt bzw.
identisch sind. Die Beschallung wird nach Laufzeitprinzipien vorgenommen. Insbesondere
vorkommende Fehlzuordnungen und Sprungeffekte bei Bewegungen, die besonders bei wichtigen
solistischen Schallquellen störend auftreten, werden vermieden, indem eine Laufzeitstaffelung
ohne begrenzte Quellbereiche realisiert wird und die Schalleistung der Quellen berücksichtigt
wird. Eine Steuervorrichtung, die mit den Verzögerungs- bzw. Verstärkungseinrichtungen
verbunden ist, steuert diese analog den Schallwegen zwischen den Quellen- und Schallstrahlerorten.
Hierzu wird eine Position einer Quelle gemessen und dazu verwendet, um Lautsprecher
gemäß Verstärkung und Verzögerung entsprechend einzustellen. Ein Wiedergabeszenario
umfasst mehrere voneinander abgegrenzte Lautsprechergruppen, die jeweils angesteuert
werden.
[0015] Die Delta-Stereophonie führt dazu, dass in der Nähe der realen Schallquelle (z. B.
auf einer Bühne) eine oder mehrere richtungsgebende Lautsprecher vorhanden sind, welche
in weiten Teilen des Zuschauergebiets einen Ortungsbezug realisieren. Es ist eine
annähernd natürliche Richtungswahrnehmung möglich. Diese Lautsprecher sind zeitlich
nach dem richtungsgebenden Lautsprecher angesteuert, um den Ortsbezug zu realisieren.
Dadurch wird immer erst der richtungsgebende Lautsprecher wahrgenommen und somit eine
Lokalisation möglich, wobei dieser Zusammenhang auch als das "Gesetz der ersten Wellenfront"
bezeichnet wird.
[0016] Die Stützlautsprecher werden als Punktquelle wahrgenommen. Es ergibt sich eine Differenz
zur tatsächlichen Position des Schallemitters, also der Originalquelle, wenn z.B.
ein Solist nicht direkt vor oder neben dem Stützlautsprecher steht, sondern von dem
Stützlautsprecher entfernt angeordnet ist.
[0017] Bewegt sich daher eine Schallquelle zwischen zwei Stützlautsprechern, so muss zwischen
unterschiedlich angeordneten solchen Stützlautsprechern geblendet werden. Dies betrifft
sowohl den Pegel als auch die Zeit. Dagegen kann durch Wellenfeldsynthese-Anlagen
ein realer Richtungsbezug über virtuelle Schallquellen erreicht werden.
[0018] Nachfolgend wird zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung auf die Wellenfeldsynthese-Technik
näher eingegangen.
[0020] Infolge der enormen Anforderungen dieser Methode an Rechnerleistung und Übertragungsraten
wurde die Wellenfeldsynthese bis jetzt nur selten in der Praxis angewendet. Erst die
Fortschritte in den Bereichen der Mikroprozessortechnik und der Audiocodierung gestatten
heute den Einsatz dieser Technologie in konkreten Anwendungen. Erste Produkte im professionellen
Bereich werden dieses Jahr erwartet. In wenigen Jahren sollen auch erste Wellenfeldsynthese-Anwendungen
für den Consumerbereich auf den Markt kommen.
[0021] Die Grundidee von WFS basiert auf der Anwendung des Huy-gens'schen Prinzips der Wellentheorie:
[0022] Jeder Punkt, der von einer Welle erfasst wird, ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle,
die sich kugelförmig bzw. kreisförmig ausbreitet.
[0023] Angewandt auf die Akustik kann durch eine große Anzahl von Lautsprechern, die nebeneinander
angeordnet sind (einem so genannten Lautsprecherarray), jede beliebige Form einer
einlaufenden Wellenfront nachgebildet werden. Im einfachsten Fall, einer einzelnen
wiederzugebenden Punktquelle und einer linearen Anordnung der Lautsprecher, müssen
die Audiosignale eines jeden Lautsprechers mit einer Zeitverzögerung und Amplitudenskalierung
so gespeist werden, dass sich die abgestrahlten Klangfelder der einzelnen Lautsprecher
richtig überlagern. Bei mehreren Schallquellen wird für jede Quelle der Beitrag zu
jedem Lautsprecher getrennt berechnet und die resultierenden Signale addiert. Befinden
sich die wiederzugebenden Quellen in einem Raum mit reflektierenden Wänden, dann müssen
auch Reflexionen als zusätzliche Quellen über das Lautsprecherarray wiedergegeben
werden. Der Aufwand bei der Berechnung hängt daher stark von der Anzahl der Schallquellen,
den Reflexionseigenschaften des Aufnahmeraums und der Anzahl der Lautsprecher ab.
[0024] Der Vorteil dieser Technik liegt im Besonderen darin, dass ein natürlicher räumlicher
Klangeindruck über einen großen Bereich des Wiedergaberaums möglich ist. Im Gegensatz
zu den bekannten Techniken werden Richtung und Entfernung von Schallquellen sehr exakt
wiedergegeben. In beschränktem Maße können virtuelle Schallquellen sogar zwischen
dem realen Lautsprecherarray und dem Hörer positioniert werden.
[0025] Obgleich die Wellenfeldsynthese für Umgebungen gut funktioniert, deren Beschaffenheiten
bekannt sind, treten doch Unregelmäßigkeiten auf, wenn sich die Beschaffenheit ändert
bzw. wenn die Wellenfeldsynthese auf der Basis einer Umgebungsbeschaffenheit ausgeführt
wird, die nicht mit der tatsächlichen Beschaffenheit der Umgebung übereinstimmt.
[0026] Eine Umgebungsbeschaffenheit kann durch die Impulsantwort der Umgebung beschrieben
werden.
[0027] Dies wird anhand des nachfolgenden Beispiels näher dargelegt. Es wird davon ausgegangen,
dass ein Lautsprecher ein Schallsignal gegen eine Wand aussendet, deren Reflexion
unerwünscht ist. Für dieses einfache Beispiel würde die Raumkompensation unter Verwendung
der Wellenfeldsynthese darin bestehen, dass zunächst die Reflexion dieser Wand bestimmt
wird, um zu ermitteln, wann ein Schallsignal, das von der Wand reflektiert worden
ist, wieder beim Lautsprecher ankommt, und welche Amplitude dieses reflektierte Schallsignal
hat. Wenn die Reflexion von dieser Wand unerwünscht ist, so besteht mit der Wellenfeldsynthese
die Möglichkeit, die Reflexion von dieser Wand zu eliminieren, indem dem Lautsprecher
ein zu dem Reflexionssignal gegenphasiges Signal mit entsprechender Amplitude zusätzlich
zum ursprünglichen Audiosignal eingeprägt wird, so dass die hinlaufende Kompensationswelle
die Reflexionswelle auslöscht, derart, dass die Reflexion von dieser Wand in der Umgebung,
die betrachtet wird, eliminiert ist. Dies kann dadurch geschehen, dass zunächst die
Impulsantwort der Umgebung berechnet wird und auf der Basis der Impulsantwort dieser
Umgebung die Beschaffenheit und Position der Wand bestimmt wird, wobei die Wand als
Spiegelquelle interpretiert wird, also als Schallquelle, die einen einfallenden Schall
reflektiert.
[0028] Wird zunächst die Impulsantwort dieser Umgebung gemessen und wird dann das Kompensationssignal
berechnet, das dem Audiosignal überlagert dem Lautsprecher eingeprägt werden muss,
so wird eine Aufhebung der Reflexion von dieser Wand stattfinden, derart, dass ein
Hörer in dieser Umgebung schallmäßig den Eindruck hat, dass diese Wand überhaupt nicht
existiert.
[0029] Entscheidend für eine optimale Kompensation der reflektierten Welle ist jedoch, dass
die Impulsantwort des Raums genau bestimmt wird, damit keine Über- oder Unterkompensation
auftritt.
[0030] Die Wellenfeldsynthese ermöglicht somit eine korrekte Abbildung von virtuellen Schallquellen
über einen großen Wiedergabebereich. Gleichzeitig bietet sie dem Tonmeister und Toningenieur
neues technisches und kreatives Potential bei der Erstellung auch komplexer Klanglandschaften.
Die Wellenfeldsynthese (WFS oder auch Schallfeldsynthese), wie sie Ende der 80-er
Jahre an der TU Delft entwickelt wurde, stellt einen holographischen Ansatz der Schallwiedergabe
dar. Als Grundlage hierfür dient das Kirchhoff-Helmholtz-Integral. Dieses besagt,
dass beliebige Schallfelder innerhalb eines geschlossenen Volumens mittels einer Verteilung
von Monopol- und Dipolschallquellen (Lautsprecherarrays) auf der Oberfläche dieses
Volumens erzeugt werden können. Details hierzu finden sich in
M.M. Boone, E.N.G. Verheijen, P. F. v. Tol, "Spatial Sound-Field Reproduktion by Wave-Field
Synthesis", Delft University of Technology Laboratory of Seismics and Acoustics, Journal
of J. Audio Eng. Soc., Bd. 43, Nr. 12, Dezember 1995 und
Diemer de Vries, "Sound Reinforcement by Wavefield Synthesis: Adaption of the Synthesis
Operator to the Loudspeaker Directivity Characteristics", Delft University of Technology
Laboratory of Seismics and Acoustics, Journal of J. Audio Eng. Soc., Bd. 44, Nr. 12,
Dezember 1996.
[0031] Bei der Wellenfeldsynthese wird aus einem Audiosignal, das eine virtuelle Quelle
an einer virtuellen Position aussendet, eine Synthesesignal für jeden Lautsprecher
des Lautsprecherarrays berechnet, wobei die Synthesesignale derart hinsichtlich Amplitude
und Phase gestaltet sind, dass eine Welle, die sich aus der Überlagerung der einzelnen
durch die im Lautsprecherarray vorhandenen Lautsprecher ausgegebenen Schallwelle ergibt,
der Welle entspricht, die von der virtuellen Quelle an der virtuellen Position herrühren
würde, wenn diese virtuelle Quelle an der virtuellen Position eine reale Quelle mit
einer realen Position wäre.
[0032] Typischerweise sind mehrere virtuelle Quellen an verschiedenen virtuellen Positionen
vorhanden. Die Berechnung der Synthesesignale wird für jede virtuelle Quelle an jeder
virtuellen Position durchgeführt, so dass typischerweise eine virtuelle Quelle in
Synthesesignalen für mehrere Lautsprecher resultiert. Von einem Lautsprecher aus betrachtet
empfängt dieser Lautsprecher somit mehrere Synthesesignale, die auf verschiedene virtuelle
Quellen zurückgehen. Eine Überlagerung dieser Quellen, die aufgrund des linearen Superpositionsprinzips
möglich ist, ergibt dann das von dem Lautsprecher tatsächlich ausgesendete Wiedergabesignal.
[0033] Die Möglichkeiten der Wellenfeldsynthese können um so besser ausgeschöpft werden,
je geschlossener die Lautsprecherarrays sind, d. h. um so mehr einzelne Lautsprecher
möglichst nah beieinander angeordnet werden können. Damit steigt jedoch auch die Rechenleistung,
die eine Wellenfeldsyntheseeinheit vollbringen muss, da typischerweise auch Kanalinformationen
berücksichtigt werden müssen. Dies bedeutet im einzelnen, dass von jeder virtuellen
Quelle zu jedem Lautsprecher prinzipiell ein eigener Übertragungskanal vorhanden ist,
und dass prinzipiell der Fall vorhanden sein kann, dass jede virtuelle Quelle zu einem
Synthesesignal für jeden Lautsprecher führt, bzw. dass jeder Lautsprecher eine Anzahl
von Synthesesignalen erhält, die gleich der Anzahl von virtuellen Quellen ist.
[0034] Darüber hinaus sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Qualität der Audiowiedergabe
mit der Anzahl der zur Verfügung gestellten Lautsprecher steigt. Dies bedeutet, dass
die Audiowiedergabequalität um so besser und realistischer wird, um so mehr Lautsprecher
in dem bzw. den Lautsprecherarrays vorhanden sind.
[0035] Im obigen Szenario könnten die fertig gerenderten und Analog-Digital-gewandelten
Wiedergabesignale für die einzelnen Lautsprecher beispielsweise über Zweidrahtleitungen
von der Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit zu den einzelnen Lautsprechern übertragen
werden. Dies hätte zwar den Vorteil, dass nahezu sichergestellt ist, dass alle Lautsprecher
synchron arbeiten, so dass hier zu Synchronisationszwecken keine weiteren Maßnahmen
erforderlich wären. Andererseits könnte die Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit immer
nur für einen speziellen Wiedergaberaum bzw. für eine Wiedergabe mit einer festgelegten
Anzahl von Lautsprechern hergestellt werden. Dies bedeutet, dass für jeden Wiedergaberaum
eine eigene Wellenfeldsynthese-Zentraleinheit gefertigt werden müsste, die ein erhebliches
Maß an Rechenleistung zu vollbringen hat, da die Berechnung der Audiowiedergabesignale
insbesondere im Hinblick auf viele Lautsprecher bzw. viele virtuelle Quellen zumindest
teilweise parallel und in Echtzeit erfolgen muss.
[0036] Die Delta-Stereophonie ist insbesondere problematisch, da sich beim Überblenden zwischen
unterschiedlichen Schallquellen Positionen-Artefakte durch Phasen- und Pegelfehler
einstellen. Ferner kommen bei unterschiedlichen Bewegungsgeschwindigkeiten der Quellen
Phasenfehler und Fehllokalisationen vor. Darüber hinaus ist das Überblenden von einem
Stützlautsprecher zu einem anderen Stützlautsprecher mit einem sehr großen Aufwand
an Programmierung verbunden, wobei zugleich Probleme bestehen, die Übersicht über
die ganze Audioszene zu bewahren, insbesondere wenn mehrere Quellen von verschiedenen
Stützlautsprechern hin- und hergeblendet werden, und wenn insbesondere viele Stützlautsprecher,
die unterschiedlich angesteuert werden können, existieren.
[0037] Ferner sind die Wellenfeldsynthese einerseits und die Delta-Stereophonie andererseits
eigentlich gegenläufige Verfahren, während jedoch beide Systeme in unterschiedlichen
Anwendungen Vorteile haben können.
[0038] So ist die Delta-Stereophonie wesentlich weniger aufwendig bezüglich der Berechnung
der Lautsprechersignale als die Wellenfeldsynthese. Andererseits kann aufgrund der
Wellenfeldsynthese artefaktfrei gearbeitet werden. Jedoch können Wellenfeldsynthesearrays
wegen des Platzbedarfs und der Anforderung an ein Array mit eng beabstandeten Lautsprechern
nicht überall eingesetzt werden. Insbesondere im Bereich der Bühnentechnik ist es
sehr problematisch, auf der Bühne ein Lautsprecherband oder ein Lautsprecherarray
anzuordnen, da solche Lautsprecherarrays schlecht versteckt werden können und damit
sichtbar sind und den visuellen Eindruck der Bühne beeinträchtigen. Dies ist insbesondere
dann problematisch, wenn, wie es bei Theater/Musical-Aufführungen normalerweise der
Fall ist, der visuelle Eindruck einer Bühne Vorrang vor allen anderen Angelegenheiten,
und insbesondere vor dem Ton bzw. der Tonerzeugung hat. Andererseits ist durch die
Wellenfeldsynthese kein festes Raster an Stützlautsprechern vorgegeben, sondern es
kann kontinuierlich eine bewegung einer virtuellen Quelle stattfinden. Ein Stützlautsprecher
kann sich dagegen nicht bewegen. Die Bewegung des Stützlautsprechers kann jedoch durch
Richtungsblendung virtuell erzeugt werden.
[0039] Beschränkungen der Delta-Stereophonie liegen also insbesondere darin, dass die Anzahl
der möglichen Stützlautsprecher, die in einer Bühne untergebracht werden, aus Aufwandsgründen
(abhängig vom Bühnenbild) und Soundverwaltungsgründen begrenzt ist. Darüber hinaus
benötigt jeder Stützlautsprecher, wenn er nach dem Prinzip der ersten Wellenfront
arbeiten soll, weitere Lautsprecher, die die nötige Lautstärke erzeugen. Hierin besteht
gerade der Vorteil der Delta-Stereophonie, dass eigentlich ein relativ kleiner und
damit gut unterbringbarer Lautsprecher zur Lokalisationserzeugung ausreicht, während
jedoch viele weitere Lautsprecher, die in der Nähe angeordnet sind, dazu dienen, die
nötige Lautstärke für den Zuhörer zu erzeugen, der ja in einem relativ großen Zuhörerraum
ziemlich weit hinten sitzen kann.
[0040] Man kann daher sämtliche Lautsprecher auf der Bühne unterschiedlichen Richtungsgebieten
zuordnen, wobei jedes Richtungsgebiet einen Lokalisationslautsprecher (oder eine kleine
Gruppe von gleichzeitig angesteuerten Lokalisationslautsprechern) hat, der ohne oder
mit nur einer geringen Delay angesteuert wird, während die anderen Lautsprecher der
Richtungsgruppe mit demselben Signal, aber zeitverzögert angesteuert werden, um die
nötige Lautstärke zu erzeugen, während der Lokalisationslautsprecher die genau definierte
Lokalisation geliefert hatte.
[0041] Nachdem man eine ausreichende Lautstärke braucht, ist die Anzahl der Lautsprecher
in einer Richtungsgruppe nach unten hin nicht beliebig reduzierbar. Andererseits hätte
man gerne sehr viele Richtungsgebiete, um eine kontinuierliche Schallversorgung wenigstens
anzustreben. Aufgrund der Tatsache, dass jedes Richtungsgebiet neben dem Lokalisationslautsprecher
auch genügend Lautsprecher benötigt, um eine ausreichende Lautstärke zu erzeugen,
ist die Anzahl der Richtungsgebiete begrenzt, wenn ein Bühnenraum in aneinander angrenzende
nicht-überlappende Richtungsgebiete eingeteilt wird, wobei jedem Richtungsgebiet ein
Lokalisationslautsprecher oder eine kleine Gruppe von eng aneinander benachbarten
Lokalisationslautsprechern zugeordnet ist.
[0042] Typische Delta-Stereophonie-Konzepte basieren darauf, dass zwischen zwei Orten übergeblendet
wird, wenn sich eine Quelle von einem Ort zum anderen Ort bewegen soll. Dieses Konzept
ist dann problematisch, wenn z. B. manuell in ein programmiertes Set-Up eingegriffen
werden soll, oder wenn eine Fehlerkorrektur stattzufinden hat. Stellt sich nämlich
beispielsweise heraus, dass sich ein Sänger nicht an die vereinbarte Route über die
Bühne hält, sondern anders läuft, so wird zunehmend eine Abweichung zwischen der wahrgenommenen
Position und der tatsächlichen Position des Sängers stattfinden, was natürlich nicht
erstrebenswert ist.
[0043] Wird für einen solchen Fall eine Korrektureingriffsmöglichkeit gewünscht, so könnte
ein Benutzer zu Korrekturzwecken eingeben, dass die Audio-Position zu einem bestimmten
Zeitpunkt oder unmittelbar der tatsächlichen Position des Sängers auf der Bühne entsprechen
soll. Dies würde jedoch einen harten Quellensprung mit sich führen, der unter Umständen
zu noch größeren Artefakten führen würde als die Nicht-Übereinstimmung der Audioquelle
und der wahrgenommenen Audioquelle.
[0044] Um einen solchen Sprung zu vermeiden, könnte man den bereits angefangenen Überblendungsprozess
vollenden, um dann, ausgehend von einer Position innerhalb eines Richtungsgebiets
also nach einem kompletten Überblendvorgang das Ziel des nächsten Überblendvorgangs
zu korrigieren. Damit würde sichergestellt werden, dass keine harten Sprünge auftreten.
Allerdings ist an diesem Konzept nachteilhaft, dass keine Möglichkeit besteht, innerhalb
eines Überblendvorgangs einzugreifen. Es wird also zu einer erheblichen Verzögerung
kommen, insbesondere dann, wenn ein relativ langer Überblendvorgang gerade läuft,
nämlich z. B. von einer Quelle ganz links auf der Bühne zu einer Quelle ganz rechts
auf einer großen Bühne. Dies führt dazu, dass ein relativ langer Zeitabschnitt existiert,
in dem die wahrgenommene von der tatsächlichen Position der Audioquelle abweicht.
Ferner muss natürlich die tatsächliche Position, die vielleicht bereits wieder in
Bewegung ist, eingeholt werden, was nur durch einen relativ schnellen Durchlauf einer
Quelle über die Bühne zur gesuchten Position bewerkstelligt werden kann. Dieser sehr
schnelle Durchlauf kann wiederum zu Artefakten führen, oder führt zumindest dazu,
dass sich ein Benutzer wundert, warum sich die wahrgenommenen Audioposition so stark
bewegt, obgleich sich der Sänger selbst nicht oder nur wenig bewegt hat.
[0045] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein flexibles und doch Artefakt-reduziertes
Konzept zum Steuern einer Mehrzahl von Lautsprechern zu schaffen.
[0046] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Steuern einer Mehrzahl von Lautsprechern
gemäß Patentanspruch 1, ein Verfahren zum Steuern einer Mehrzahl von Lautsprechern
gemäß Patentanspruch 15 oder ein Computer-Programm gemäß Patentanspruch 16 gelöst.
[0047] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Artefakt-reduzierte
und schnelle manuelle Eingriffsmöglichkeit in den Verlauf der Bewegung von Quellen
dadurch erreicht wird, dass ein Kompensationspfad zugelassen wird, auf dem sich eine
Quelle bewegen kann. Der Kompensationspfad unterscheidet sich vom normalen Quellenpfad
dadurch, dass er nicht an einer Richtungsgruppenposition beginnt, sondern dass er
an einer Verbindungslinie zwischen zwei Richtungsgruppen, und zwar an irgendeiner
beliebigen Stelle dieser Verbindungslinie beginnt und sich von dort zu einer neuen
Ziel-Richtungsgruppe erstreckt. Dadurch ist es nicht mehr möglich, eine Quelle durch
die Angabe von zwei Richtungsgruppen zu beschreiben, sondern die Quelle muss durch
wenigstens drei Richtungsgruppen beschrieben werden, wobei bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung eine Positionsbeschreibung der Quelle eine Identifikation
der drei beteiligten Richtungsgruppen sowie zwei Blend-Faktoren umfasst, wobei der
erste Blend-Faktor angibt, wo auf dem Quellenpfad "abgebogen" worden ist, und wobei
der zweite Blend-Faktor angibt, wo sich die Quelle gerade auf dem Kompensationspfad
befindet, also wie weit die Quelle bereits vom Quellenpfad entfernt ist bzw. wie lange
die Quelle noch bis zur neuen Ziel-Richtung laufen muss.
[0048] Die Berechnung der Gewichtungsfaktoren für die Lautsprecher der drei beteiligten
Richtungsgebiete findet erfindungsgemäß basierend auf dem Quellenpfad, dem gespeicherten
Wert des Quellenpfadparameters und Informationen über den Kompensationspfad statt.
Die Informationen über den Kompensationspfad können das neue Ziel an sich oder aber
den zweiten Blend-Faktor umfassen. Ferner kann für die Bewegung der Quelle auf dem
Kompensationspfad eine vordefinierte Geschwindigkeit verwendet werden, die systemmäßig
vorgegeben sein kann, da die Bewegung auf dem Kompensationspfad typischerweise eine
Kompensationsbewegung ist, die nicht von der Audioszene abhängt, sondern die dazu
da ist, etwas in einer vorprogrammierten Szene zu ändern bzw. zu korrigieren. Aus
diesem Grund wird die Geschwindigkeit der Audioquelle auf dem Kompensationspfad typischerweise
relativ schnell stattfinden, jedoch nicht so schnell, dass problematische hörbare
Artefakte auftreten.
[0049] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die Einrichtung
zum Berechnen der Gewichtungsfaktoren ausgebildet, um Gewichtungsfaktoren zu berechnen,
die linear von den Blend-Faktoren abhängen. Alternative Konzepte, wie beispielsweise
nicht-lineare Abhängigkeiten im Sinne einer Sinus
2-Funktion oder eine Kosinus
2-Funktion können jedoch ebenfalls verwendet werden.
[0050] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die
Vorrichtung zum Steuern der Mehrzahl von Lautsprechern ferner eine Sprungkompensationseinrichtung,
die vorzugsweise hierarchisch basierend auf verschiedenen zur Verfügung gestellten
Kompensationsstrategien arbeitet, um einen harten Quellensprung mittels eines Sprungkompensations-Pfads
zu vermeiden.
[0051] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel basiert darauf, dass von den aneinander angrenzenden
Richtungsgebieten, die das "Raster" der gut lokalisierbaren Bewegungspunkte auf einer
Bühne festlegen, weggegangen werden muss. So war aufgrund der Forderung, dass die
Richtungsgebiete nicht überlappend sind, damit klare Verhältnisse bei der Ansteuerung
vorhanden sind, die Anzahl der Richtungsgebiete begrenzt, da jedes Richtungsgebiet
neben dem Lokalisationslautsprecher auch eine genügend große Anzahl von Lautsprechern
benötigte, um neben der ersten Wellenfront, die durch den Lokalisationslautsprecher
erzeugt wird, auch eine ausreichende Lautstärke zu erzeugen.
[0052] Vorzugsweise wird eine Einteilung des Bühnenraums in einander überlappende Richtungsgebiete
vorgenommen, wobei damit die Situation entsteht, dass ein Lautsprecher nicht nur zu
einem einzigen Richtungsgebiet gehören kann, sondern zu einer Mehrzahl von Richtungsgebieten,
also wie beispielsweise zu zumindest dem ersten Richtungsgebiet und dem zweiten Richtungsgebiet
und gegebenenfalls zu einem dritten oder einem weiteren vierten Richtungsgebiet.
[0053] Die Zugehörigkeit eines Lautsprechers zu einem Richtungsgebiet erfährt der Lautsprecher
dadurch, dass ihm dann, wenn er zu einem Richtungsgebiet gehört, ein bestimmter Lautsprecherparameter,
der durch das Richtungsgebiet bestimmt ist, zugeordnet ist. Ein solcher Lautsprecherparameter
kann eine Verzögerung sein, die für die Lokalisationslautsprecher des Richtungsgebiets
klein sein wird und für die anderen Lautsprecher des Richtungsgebiets größer sein
wird. Ein weiterer Parameter kann eine Skalierung sein oder eine Filterkurve, die
durch einen Filterparameter (Equalizerparameter) bestimmt sein kann.
[0054] Typischerweise wird hier jeder Lautsprecher auf einer Bühne einen eigenen Lautsprecherparameter
haben, und zwar abhängig davon, zu welchem Richtungsgebiet er gehört. Diese Werte
der Lautsprecherparameter, die davon abhängen, zu welchem Richtungsgebiet der Lautsprecher
gehört, werden typischerweise bei einem Soundcheck von einem Toningenieur teils heuristisch
teils empirisch für einen speziellen Raum festgelegt und dann, wenn der Lautsprecher
arbeitet, eingesetzt.
[0055] Nachdem jedoch zugelassen wird, dass ein Lautsprecher zu mehreren Richtungsgebieten
gehören kann, hat der Lautsprecher für den Lautsprecherparameter zwei unterschiedliche
Werte. So würde ein Lautsprecher, wenn er zu Richtungsgebiet A gehört, eine erste
Delay DA haben. Der Lautsprecher hätte jedoch dann, wenn er zu dem Richtungsgebiet
B gehört, einen anderen Delay-Wert DB.
[0056] So wird nunmehr dann, wenn von der Richtungsgruppe A in eine Richtungsgruppe B gegangen
werden soll, bzw. wenn eine Position einer Schallquelle wiedergegeben werden soll,
die zwischen der Richtungsgebietsposition A der Richtungsgruppe A und der Richtungsgebietsposition
B der Richtungsgruppe B liegt, die Lautsprecherparameter verwendet, um das Audiosignal
für diesen Lautsprecher und für die gerade betrachtete Audioquelle zu verwenden. Erfindungsgemäß
wird der eigentlich unauflösliche Widerspruch, nämlich dass ein Lautsprecher zwei
unterschiedliche Delay-Einstellungen, Skalierungs-Einstellungen oder Filtereinstellungen
hat, dadurch ausgeräumt, dass zur Berechnung des Audiosignals, das von dem Lautsprecher
ausgegeben werden soll, die Lautsprecher-Parameterwerte für alle beteiligten Richtungsgruppen
verwendet werden.
[0057] Vorzugsweise hängt die Berechnung des Audiosignals von dem Abstandmaß ab, also von
der räumlichen Position zwischen den beiden Richtungsgruppenpositionen, wobei das
Abstandsmaß typischerweise ein Faktor sein wird, der zwischen Null und Eins liegt,
wobei ein Faktor von Null bestimmt, dass der Lautsprecher bei der Richtungsgruppenposition
A ist, während ein Faktor von Eins bestimmt, dass der Lautsprecher auf der Richtungsgruppenposition
B ist.
[0058] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird abhängig
davon, wie schnell sich eine Quelle zwischen der Richtungsgruppenposition A und der
Richtungsgruppenposition B bewegt, eine echte Lautsprecherparameterwertinterpolation
vorgenommen oder eine Überblendung eines Audiosignals, das auf dem ersten Lautsprecherparameter
basiert, in ein Lautsprechersignal, das auf dem zweiten Lautsprecherparameter basiert.
Insbesondere bei Delay-Einstellungen, also bei einem Lautsprecherparameter, der eine
Delay des Lautsprechers (bezüglich einer Bezugsdelay) wiedergibt, muss besonders darauf
geachtet werden, ob Interpolation oder Überblendung eingesetzt wird. Wird nämlich
bei einer sehr schnellen Bewegung einer Quelle eine Interpolation verwendet, so führt
dies zu hörbare Artefakten, die zu einem schnell ansteigenden Ton oder zu einem schnell
abfallenden Ton führen werden. Für schnelle Bewegungen von Quellen wird daher eine
Überblendung bevorzugt, die zwar zu Kammfiltereffekten führt, die jedoch aufgrund
der schnellen Überblendung nicht bzw. kaum hörbar sind. Andererseits wird für langsame
Bewegungsgeschwindigkeiten die Interpolation bevorzugt, um die bei langsamen Überblendungen
auftretenden Kammfiltereffekte, die zudem noch deutlich hörbar werden, zu vermeiden.
Um weitere Artefakte, wie ein Knacksen, das hörbar wäre, bei der "Umschaltung" von
Interpolation auf Überblendung zu vermeiden, wird ferner das Umschalten nicht schlagartig,
also von einem Sample zum nächsten vorgenommen, sondern es wird, gesteuert von einem
Umschaltparameter, eine Überblendung innerhalb eines Überblendungsbereich, der mehrere
Samples umfassen wird, basierend auf einer Überblendungsfunktion, die vorzugsweise
linear ist, die jedoch auch nichtlinear z. B. trigonometrisch sein kann, vorgenommen.
[0059] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird
eine graphische Benutzerschnittstelle zur Verfügung gestellt, auf der Wege einer Schallquelle
von einem Richtungsgebiet zu einem anderen Richtungsgebiet graphisch dargestellt sind.
Vorzugsweise werden auch Kompensationspfade berücksichtigt, um schnelle Veränderungen
des Wegs einer Quelle zu erlauben, bzw. um harte Sprünge von Quellen, wie sie bei
Szenenumbrüchen auftreten könnten, zu vermeiden. Der Kompensationspfad stellt sicher,
dass ein Weg einer Quelle nicht nur dann geändert werden kann, wenn sich die Quelle
in der Richtungsposition befindet, sondern auch dann, wenn sich die Quelle zwischen
zwei Richtungspositionen befindet. Damit wird sichergestellt, dass eine Quelle von
ihrem programmierten Weg auch zwischen zwei Richtungspositionen abbiegen kann. In
anderen Worten ausgedrückt wird dies insbesondere dadurch erreicht, dass die Position
einer Quelle durch drei (benachbarte) Richtungsgebiete definierbar ist, und zwar insbesondere
durch Identifikation der drei Richtungsgebiete sowie die Angabe von zwei Blend-Faktoren.
[0060] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird
dort, wo Wellenfeldsynthese-Lautsprecherarrays möglich sind, im Beschallungsraum ein
Wellenfeldsynthese-Array angebracht, das ebenfalls durch Angabe einer virtuellen Position
(z.B. in der Mitte des Arrays) ein Richtungsgebiet mit einer Richtungsgebietsposition
darstellt.
[0061] Damit wird dem Benutzer der Anlage die Entscheidung abgenommen, ob es sich bei einer
Schallquelle um eine Wellenfeldsynthese-Schallquelle oder eine Delta-Stereophonie-Schallquelle
handelt.
[0062] Somit wird ein benutzerfreundliches und flexibles System geschaffen, das eine flexible
Einteilung eines Raums in Richtungsgruppen ermöglicht, da Richtungsgruppenüberlappungen
zugelassen werden, wobei Lautsprecher in einer solchen Überlappungszone im Hinblick
auf ihre Lautsprecherparameter mit von den zu den Richtungsgebieten gehörigen Lautsprecherparametern
abgeleiteten Lautsprecherparametern versorgt werden, wobei diese Ableitung vorzugsweise
durch Interpolation oder Überblendung erfolgt. Alternativ könnte auch eine harte Entscheidung
vorgenommen werden, z.B. dann, wenn sich die Quelle näher an dem einen Richtungsgebiet
befindet, den einen Lautsprecherparameter zu nehmen, um dann, wenn sich die Quelle
näher an dem anderen Richtungsgebiet befindet, den anderen Lautsprecherparameter zu
nehmen, wobei der dann auftretende harte Sprung zur Artefaktreduktion einfach geglättet
werden könnte. Eine Abstands-gesteuerte Überblendung oder eine Abstands-gesteuerte
Interpolation wird jedoch bevorzugt.
[0063] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Einteilung eines Beschallungsraums in überlappende Richtungsgruppen;
- Fig. 2a
- eine schematische Lautsprecherparameter-Tabelle für Lautsprecher in den verschiedenen
Bereichen;
- Fig. 2b
- eine speziellere Darstellung der für die Lautsprecherparameter-Verarbeitung nötigen
Schritte für die verschiedenen Bereiche;
- Fig. 3a
- eine Darstellung einer linearen Zwei-Wege-Überblendung;
- Fig. 3b
- eine Darstellung einer Drei-Wege-Überblendung;
- Fig. 4
- ein schematisches Blockschaltbild der Vorrichtung zum Ansteuern einer Mehrzahl von
Lautsprechern mit einem DSP;
- Fig. 5
- eine detailliertere Darstellung der Einrichtung zum Berechnen eines Lautsprechersignals
von Fig. 4 gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 6
- eine bevorzugte Implementierung eines DSP zur Implementierung der Delta-Stereophonie;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung des Zustandekommens eines Lautsprechersignals aus mehreren
Einzel-Lautsprechersignalen, die von verschiedenen Audioquellen herrühren;
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Steuern einer Mehrzahl von Lautsprechern,
die auf einer graphischen Benutzerschnittstelle basieren kann;
- Fig. 9a
- ein typisches Szenario der Bewegung einer Quelle zwischen einer ersten Richtungsgruppe
A und einer zweiten Richtungsgruppe C;
- Fig. 9b
- eine schematische Darstellung der Bewegung gemäß einer Kompensationsstrategie, um
einen harten Sprung einer Quelle zu vermeiden;
- Fig. 9c
- eine Legende für die Figuren 9d bis 9i;
- Fig. 9d
- eine Darstellung der Kompensationsstrategie "InpathDual";
- Fig. 9e
- eine schematische Darstellung der Kompensations-strategie "InpathTriple";
- Fig. 9f
- eine schematische Darstellung der Kompensations-strategien AdjacentA, AdjacentB, AdjacentC;
- Fig. 9g
- eine schematische Darstellung der Kompensations-strategien OutsideM und OutsideC;
- Fig. 9h
- eine schematische Darstellung eines Cader-Kompensationspfads;
- Fig. 9i
- eine schematische Darstellung von drei Cader-Kompensationsstrategien;
- Fig. 10a
- eine Darstellung zur Definition des Quellenpfads (DefaultSector) und des Kompensationspfads
(CompensationSector);
- Fig. 10b
- eine schematische Darstellung der Rückwärtsbewegung einer Quelle mit dem Cader mit
geändertem Kompensationspfad;
- Fig. 10c
- eine Darstellung der Auswirkung von BlendAC auf die anderen Blend-Faktoren;
- Fig. 10d
- eine schematische Darstellung zum Berechnen der Blend-Faktoren und damit der Gewichtungsfaktoren
abhängig von BlendAC;
- Fig. 11a
- eine Darstellung einer Input/Output-Matrix für dynamische Quellen; und
- Fig. 11b
- eine Darstellung einer Input/Output-Matrix für statische Quellen.
[0064] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Bühnenraums, der in drei Richtungsgebiete
RGA, RGB und RGC eingeteilt ist, wobei jedes Richtungsgebiet einen geometrischen Bereich
10a, 10b, 10c der Bühne umfasst, wobei die Bereichsgrenzen nicht entscheidend sind.
Lediglich entscheidend ist, ob sich Lautsprecher in den verschiedenen Bereichen befinden,
die in Fig. 1 gezeigt sind. Im Bereich I befindliche Lautsprecher gehören bei dem
in Fig. 1 gezeigten Beispiel nur zur Richtungsgruppe A, wobei die Position der Richtungsgruppe
A bei 11a bezeichnet ist. Per Definition wird der Richtungsgruppe RGA die Position
11a zugewiesen, an der vorzugsweise der Lautsprecher der Richtungsgruppe A vorhanden
ist, der nach dem Gesetz der ersten Wellenfront eine Verzögerung hat, die kleiner
als die Verzögerungen sämtlicher anderer Lautsprecher ist, die der Richtungsgruppe
A zugeordnet sind. Im Bereich II befinden sich Lautsprecher, die nur der Richtungsgruppe
RGB zugeordnet sind, die definitionsgemäß eine Richtungsgruppenposition 11b hat, an
der sich der Stützlautsprecher der Richtungsgruppe RGB befindet, der eine kleinere
Delay als alle anderen Lautsprecher der Richtungsgruppe RGB hat. In einem Bereich
III befinden sich wiederum nur Lautsprecher, die der Richtungsgruppe C zugeordnet
sind, wobei die Richtungsgruppe C per Definition eine Position 11c hat, an der der
Stützlautsprecher der Richtungsgruppe RGC angeordnet ist, der mit einem kürzeren Delay
als alle anderen Lautsprecher der Richtungsgruppe RGC senden wird.
[0065] Darüber hinaus existiert bei der in Fig. 1 gezeigten Einteilung des Bühnenraums in
Richtungsgebiete ein Bereich IV, in dem Lautsprecher angeordnet sind, die sowohl der
Richtungsgruppe RGA als auch der Richtungsgruppe RGB zugeordnet sind. Entsprechend
existiert ein Bereich V, in dem Lautsprecher angeordnet sind, die sowohl der Richtungsgruppe
RGA als auch der Richtungsgruppe RGC zugeordnet sind.
[0066] Ferner existiert ein Bereich VI, in dem Lautsprecher angeordnet sind, die sowohl
der Richtungsgruppe RGC als auch der Richtungsgruppe RGB zugeordnet sind. Schließlich
existiert ein Überlappungsbereich zwischen allen drei Richtungsgruppen, wobei dieser
Überlappungsbereich VII Lautsprecher umfasst, die sowohl der Richtungsgruppe RGA als
auch der Richtungsgruppe RGB als auch der Richtungsgruppe RGC zugeordnet sind.
[0067] Typischerweise wird jedem Lautsprecher in einem Bühnensetting vom Toningenieur bzw.
vom für den Ton zuständigen Regisseur ein Lautsprecherparameter oder eine Mehrzahl
von Lautsprecherparametern zugeordnet. Diese Lautsprecherparameter umfassen, wie es
in Fig. 2a in Spalte 12 gezeigt ist, einen Delay-Parameter, einen Scale-Parameter
und einen EQ-Filter-Parameter. Der Delay-Parameter D gibt an, wie stark ein Audiosignal,
das von diesem Lautsprecher ausgegeben wird, bezüglich eines Referenzwerts (der für
einen anderen Lautsprecher gilt, jedoch nicht unbedingt real vorhanden sein muss)
verzögert ist. Der Scale-Parameter gibt an, wie stark ein Audiosignal verstärkt oder
gedämpft ist, das von diesem Lautsprecher ausgegeben wird, und zwar im Vergleich zu
einem Referenzwert.
[0068] Der EQ-Filter-Parameter gibt an, wie der Frequenzgang eines Audiosignals, das von
einem Lautsprecher ausgegeben werden soll, aussehen soll. So könnte für bestimmte
Lautsprecher der Wunsch bestehen, die hohen Frequenzen im Vergleich zu den tiefen
Frequenzen zu verstärken, was beispielsweise dann Sinn machen würde, wenn der Lautsprecher
in der Nähe eines Bühnenteils liegt, das eine starke Tiefpasscharakteristik hat. Anderseits
könnte für einen Lautsprecher, der in einem Bühnenbereich ist, der keine Tiefpasscharakteristik
hat, der Wunsch bestehen, eine solche Tiefpasscharakteristik einzuführen, wobei dann
der EQ-Filter-Parameter einen Frequenzgang anzeigen würde, bei dem die hohen Frequenzen
bezüglich der tiefen Frequenzen gedämpft sind. Generell kann für jeden Lautsprecher
jeder beliebige Frequenzgang über einen EQ-Filter-Parameter eingestellt werden.
[0069] Für alle Lautsprecher, die in den Bereichen I, II, III, angeordnet sind, gibt es
nur einen einzigen Delay-Parameter Dk, Scale-Parameter Sk und EQ-Filter-Parameter
Eqk. Immer dann, wenn eine Richtungsgruppe aktiv sein soll, wird das Audiosignal für
einen Lautsprecher in den Bereichen I, II und III einfach unter Berücksichtigung des
entsprechenden Lautsprecher-Parameters bzw. der entsprechenden Lautsprecher-Parameter
berechnet.
[0070] Befindet sich dagegen ein Lautsprecher in den Bereichen IV, V, VI, so hat jeder Lautsprecher
zwei zugeordnete Lautsprecher-Parameterwerte für jeden Lautsprecher-Parameter. Wenn
beispielsweise nur die Lautsprecher in der Richtungsgruppe RGA aktiv sind, wenn also
eine Quelle z.B. genau auf der Richtungsgruppenposition A (11a) sitzt, so spielen
nur die Lautsprecher der Richtungsgruppe A für diese Audioquelle. In diesem Fall würde
zur Berechnung des Audiosignals für den Lautsprecher die Spalte von Parameterwerte
verwendet werden, die der Richtungsgruppe RGA zugeordnet ist.
[0071] Sitzt dagegen die Audioquelle z.B. genau in der Position 11b in der Richtungsgruppe
RGB, so würde dann, wenn ein Audiosignal für den Lautsprecher berechnet wird, nur
die Mehrzahl von Parameterwerten, die der Richtungsgruppe RGB zugeordnet sind, verwendet
werden.
[0072] Ist eine Audioquelle dagegen zwischen den Quellen AB angeordnet, also an irgendeinem
Punkt auf der Verbindungslinie zwischen 11a und 11b in Fig. 1, wobei diese Verbindungslinie
mit 12 bezeichnet ist, so würden alle Lautsprecher, die im Bereich IV und III vorhanden
sind, widersprüchliche Parameterwerte umfassen.
[0073] Erfindungsgemäß wird nunmehr das Audiosignal unter Berücksichtigung beider Parameterwerte
und vorzugsweise unter Berücksichtigung des Abstandsmaßes, wie später noch dargelegt
werden wird, berechnet. Vorzugsweise wird eine Interpolation oder Überblendung zwischen
den Parameterwerten Delay und Scale vorgenommen. Ferner wird bevorzugt, eine Mischung
der Filtercharakteristika durchzuführen, um auch unterschiedliche Filter-Parameter,
die ein und demselben Lautsprecher zugeordnet sind, zu berücksichtigen.
[0074] Befindet sich die Audioquelle dagegen an einer Position, die nicht auf der Verbindungslinie
12 liegt, sondern z.B. unterhalb dieser Verbindungslinie 12, so müssen auch die Lautsprecher
der Richtungsgruppe RGC aktiv sein. Für Lautsprecher, die im Bereich VII angeordnet
sind, wird dann eine Berücksichtigung der drei typischerweise unterschiedlichen Parameter-Werte
für denselben Lautsprecher-Parameter stattfinden, während für den Bereich V und den
Bereich VI eine Berücksichtigung der Lautsprecher-Parameterwerte für die Richtungsgruppen
A und C für ein und denselben Lautsprecher stattfinden wird.
[0075] Dieses Szenario ist in Fig. 2b noch einmal zusammengefasst. Für die Bereiche I, II,
III in Fig. 1 muss keine Interpolation oder Mischung von Lautsprecher-Parameterwerten
vorgenommen werden. Stattdessen können einfach die dem Lautsprecher zugeordneten Parameterwerte
genommen werden, da ein Lautsprecher in eindeutiger Zuordnung einen einzigen Satz
von Lautsprecher-Parametern hat. Allerdings muss für die Bereiche IV, V und VI eine
Interpolation/Mischung aus zwei unterschiedlichen Parameterwerten vorgenommen werden,
um einen neuen Lautsprecher-Parameterwert für ein und denselben Lautsprecher zu haben.
[0076] Für den Bereich VII muss nicht nur bei der Berechnung des neuen Lautsprecher-Parameters
eine Berücksichtigung von zwei unterschiedlichen tabellarisch typischerweise gespeicherten
Lautsprecher-Parameterwerten folgen, sondern es muss eine Interpolation von drei Werten,
bzw. eine Mischung aus drei Werten stattfinden.
[0077] Es sei darauf hingewiesen, dass auch Überlappungen höherer Ordnung zugelassen werden
können, nämlich dass ein Lautsprecher zu einer beliebigen Anzahl von Richtungsgruppen
gehört.
[0078] In diesem Fall verändert sich lediglich die Anforderung an die Mischung/Interpolation
und die Anforderung an die Berechnung der Gewichtungsfaktoren, auf die später noch
eingegangen wird.
[0079] Nachfolgend wird auf Fig. 3a und 9a eingegangen, wobei Fig. 9a den Fall zeigt, dass
sich eine Quelle vom Richtungsgebiet A (11a) in das Richtungsgebiet C (11c) bewegt.
Das Lautsprechersignal LsA für einen Lautsprecher im Richtungsgebiet A wird abhängig
von der Position der Quelle zwischen A und B, also von BlendAC in Fig. 9a immer weiter
reduziert, S1 nimmt von 1 auf 0 linear ab, während gleichzeitig das Lautsprechersignal
der Quelle C immer weniger gedämpft wird. Dies ist daran zu sehen, dass S
2 linear von 0 auf 1 ansteigt. Die Überblendfaktoren S
1, S
2 sind so gewählt, dass zu jedem Zeitpunkt die Summe der beiden Faktoren 1 ergibt.
Alternative Überblendungen, wie beispielsweise nicht-lineare Überblendungen können
ebenfalls eingesetzt werden. Es wird für alle diese Überblendungen bevorzugt, dass
für jeden BlendAC-Wert die Summe der Überblendfaktoren für die betroffenen Lautsprecher
gleich 1 ist. Solche nicht-lineare Funktionen sind beispielsweise für den Faktor S1
eine COS
2-Funktion, während für den Gewichtungsfaktor S2 eine SIN
2-Funktion eingesetzt wird. Weitere Funktionen sind in der Technik bekannt.
[0080] Es sei darauf hingewiesen, dass die Darstellung in Fig. 3a eine komplette Fading-Vorschrift
für alle Lautsprecher in den Bereichen I, II, III liefert. Es sei auch darauf hingewiesen,
dass die einem Lautsprecher zugeordneten Parameter der Tabelle in Fig. 2a aus den
entsprechenden Bereichen bereits in das Audiosignal AS rechts oben in Fig. 3a eingerechnet
worden sind.
[0081] Fig. 3b zeigt neben dem Regelfall, der in Fig. 9a definiert worden ist, bei dem sich
eine Quelle auf einer Verbindungslinie zwischen zwei Richtungsgebieten befindet, wobei
die genaue Stelle zwischen dem Start- und dem Zielrichtungsgebiet durch den Blendfaktor
AC beschrieben wird, den Kompensationsfall, der dann beispielsweise eintritt, wenn
der Pfad einer Quelle bei laufender Bewegung geändert wird. Dann soll die Quelle von
jeder aktuellen Position, die sich zwischen zwei Richtungsgebieten befindet, wobei
diese Position durch BlendAB in Fig. 3b dargestellt ist, auf eine neue Position geblendet
werden. Dadurch ergibt sich der Kompensationspfad, der in Fig. 3b mit 15b bezeichnet
ist, während der (reguläre) Pfad ursprünglich zwischen den Richtungsgebieten A und
B programmiert wurde und als Quellenpfad 15a bezeichnet wird. Fig. 3b zeigt also den
Fall, dass sich während einer Bewegung der Quelle von A nach B etwas geändert hatte
und daher die ursprüngliche Programmierung dahingehend geändert wird, dass die Quelle
nunmehr nicht ins Richtungsgebiet B laufen soll, sondern ins Richtungsgebiet C.
[0082] Die unter Fig. 3b dargestellten Gleichungen geben die drei Gewichtungsfaktoren g
1, g
2, g
3 an, welche die Fading-Eigenschaft für die Lautsprecher in den Richtungsgebieten A,
B, C liefern. Es sei wiederum darauf hingewiesen, dass in dem Audiosignal AS für die
einzelnen Richtungsgebiete wieder die Richtungsgebiete-spezifischen Lautsprecher-Parameter
bereits berücksichtigt sind. Für die Bereiche I, II, III können die Audiosignale AS
a, AS
b, AS
c von dem ursprünglichen Audiosignal AS einfach durch Verwendung der für die entsprechenden
Lautsprecher gespeicherten Lautsprecher-Parameter der Spalte 16a in Fig. 2a berechnet
werden, um dann letztendlich die abschließende Fading-Gewichtung mit dem Gewichtungsfaktor
g
1 durchzuführen. Alternativ müssen diese Gewichtungen jedoch nicht in unterschiedliche
Multiplikationen aufgesplittet werden, sondern sie werden typischerweise in ein und
derselben Multiplikation stattfinden, wobei dann der Scale-Faktor Sk mit dem Gewichtungsfaktor
g
1 multipliziert wird, um dann einen Multiplikator zu erhalten, der schließlich mit
dem Audiosignal multipliziert wird, um das Lautsprechersignal LS
a zu erhalten. Für die Überlappungsbereiche wird dieselbe Gewichtung g
1, g
2, g
3 verwendet, wobei jedoch zur Berechnung des zugrunde liegenden Audiosignals AS
a, AS
b oder AS
c eine Interpolation/Mischung der Lautsprecher-Parameterwerte, die für ein und denselben
Lautsprecher vorgegeben sind, statt zu finden hat, wie es nachfolgend erläutert wird.
[0083] Es sei darauf hingewiesen, dass die Drei-Wege-Gewichtungsfaktoren g
1, g
2, g
3 in die Zwei-Wege-Überblendung von Fig. 3a übergehen, wenn entweder BlendAbC zu Null
gesetzt wird, wobei dann noch g
1, g
2 verbleiben, während im anderen Fall, also wenn BlendAB zu Null gesetzt wird, nur
noch g
1 und g
3 verbleiben.
[0084] Die Vorrichtung zum Ansteuern wird nachfolgend bezugnehmend auf Fig. 4 erläutert.
Fig. 4 zeigt eine Vorrichtung zum Ansteuern einer Mehrzahl von Lautsprechern, wobei
die Lautsprecher in Richtungsgruppen gruppiert sind, wobei einer ersten Richtungsgruppe
eine erste Richtungsgruppenposition zugeordnet ist, wobei einer zweiten Richtungsgruppe
eine zweite Richtungsgruppenposition zugeordnet ist, wobei wenigstens ein Lautsprecher
der ersten und der zweiten Richtungsgruppe zugeordnet ist, und wobei dem Lautsprecher
ein Lautsprecher-Parameter zugeordnet ist, der für die erste Richtungsgruppe einen
ersten Parameterwert hat, und der für die zweite Richtungsgruppe einen zweiten Parameterwert
hat. Die Vorrichtung umfasst zunächst die Einrichtung 40 zum Liefern einer Quellenposition
zwischen zwei Richtungsgruppenpositionen, also beispielsweise zum Liefern einer Quellenposition
zwischen der Richtungsgruppenposition 11a und der Richtungsgruppenposition 11b, wie
sie z.B. durch BlendAB in Fig. 3b spezifiziert ist.
[0085] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine Einrichtung 42 zum Berechnen
eines Lautsprechersignals für den wenigstens einen Lautsprecher basierend auf dem
ersten Parameterwert, der über einem ersten Parameterwerteingang 42a bereitgestellt
wird, der für die Richtungsgruppe RGA gilt, und basierend auf einem zweiten Parameterwert,
der an einen zweiten Parameterwerteingang 42b bereitgestellt wird, und der für die
Richtungsgruppe RGB gilt. Ferner erhält die Einrichtung 42 zum Berechnen das Audiosignal
über einen Audiosignaleingang 43, um dann ausgangsseitig das Lautsprechersignal für
den betrachteten Lautsprecher in dem Bereich IV, V, VI oder VII zu liefern. Das Ausgangssignal
der Einrichtung 42 am Ausgang 44 wird das tatsächliche Audiosignal sein, wenn der
Lautsprecher, der gerade betrachtet wird, nur aufgrund einer einzigen Audioquelle
aktiv ist. Ist der Lautsprecher dagegen aufgrund mehrerer Audioquellen aktiv, so wird,
wie es in Fig. 7 gezeigt ist, für jede Quelle mittels eines Prozessors 71, 72 oder
73 eine Komponente für das Lautsprechersignal des betrachteten Lautsprechers aufgrund
dieser einen Audioquelle 70a, 70b, 70c berechnet, um dann letztendlich die in Fig.
7 bezeichneten N Komponentensignale in einem Summierer 74 zu summieren. Die zeitliche
Synchronisation hierbei findet über einen Steuer-Prozessor 75 statt, der ebenfalls
wie die DSS-Prozessoren 71, 72, 73 vorzugsweise als DSP (digitaler Signalprozessor)
ausgebildet ist.
[0086] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf die Realisierung mit anwendungsspezifischer
Hardware (DSP) beschränkt. Auch eine integrierte Implementierung mit einem oder mehreren
PC oder Workstations ist ebenfalls möglich und kann für bestimmte Anwendungen sogar
von Vorteil sein..
[0087] Es sei darauf hingewiesen, dass in Fig. 7 eine Sample-weise Berechnung dargestellt
ist. Der Summierer 74 führt eine Sample-weise Summierung durch, während die Delta-Stereophonie-Prozessoren
71, 72, 73 ebenfalls Sample für Sample ausgeben, und wobei das Audiosignal ferner
für die Quellen sampleweise geliefert wird. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass
dann, wenn zu einer blockweisen Verarbeitung übergegangen wird, sämtliche Verarbeitungen
auch im Frequenzbereich durchgeführt werden können, nämlich dann, wenn im Summierer
74 Spektren miteinander aufsummiert werden. Selbstverständlich kann bei jeder Verarbeitung
mittels einer Hin/Her-Transformation eine bestimmte Verarbeitung im Frequenzbereich
oder im Zeitbereich durchgeführt werden, je nach dem, welche Implementierung günstiger
für die spezielle Anwendung ist. Genauso kann eine Verarbeitung auch in der Filterbankdomäne
stattfinden, wobei hierfür dann eine Analysefilterbank und eine Synthesefilterbank
benötigt werden.
[0088] Nachfolgend wird bezugnehmend auf Fig. 5 eine detailliertere Ausführungsform der
Einrichtung 42 zum Berechnen eines Lautsprechersignals von Fig. 4 erläutert.
[0089] Das Audiosignal, das einer Audioquelle zugeordnet ist, wird über den Audiosignaleingang
43 zunächst einem Filtermischungsblock 44 zugeführt. Der Filtermischungsblock 44 ist
ausgebildet, um dann, wenn ein Lautsprecher im Bereich VII berücksichtigt wird, alle
drei Filter-Parametereinstellungen EQ1, EQ2, EQ3 zu berücksichtigen. Das Ausgangssignal
des Filtermischungsblocks 44 stellt dann ein Audiosignal dar, das in entsprechenden
Anteilen, wie es später noch beschrieben wird, gefiltert worden ist, um gewissermaßen
Einflüsse von den Filter-Parametereinstellungen aller drei beteiligten Richtungsgebiete
zu haben. Dieses Audiosignal am Ausgang des Filtermischungsblocks 44 wird dann einer
Delay-Verarbeitungsstufe 45 zugeführt. Die Delay-Verarbeitungsstufe 45 ist ausgebildet,
um ein verzögertes Audiosignal zu erzeugen, dessen Verzögerung nunmehr jedoch auf
einem interpolierten Verzögerungswert basiert, oder, wenn keine Interpolation möglich
ist, dessen Signalform von den drei Verzögerungen D1, D2, D3 abhängt. Im Falle der
Verzögerungsinterpolation werden die drei Verzögerungen, die einem Lautsprecher für
die drei Richtungsgruppen zugeordnet sind, einem Verzögerungsinterpolationsblock 46
zur Verfügung gestellt, um einen interpolierten Verzögerungswert D
int zu berechnen, der dann in den Delay-Verarbeitungsblock 45 eingespeist wird.
[0090] Schließlich wird noch eine Skalierung 47 durchgeführt, wobei die Skalierung 47 unter
Verwendung eines Gesamtskalierungsfaktors ausgeführt wird, der von den drei Skalierungsfaktoren
abhängt, die ein und demselben Lautsprecher aufgrund der Tatsache, dass der Lautsprecher
zu mehreren Richtungsgruppen gehört, zugeordnet sind. Dieser Gesamtskalierungsfaktor
wird in einem Skalierungsinterpolationsblock 48 berechnet. Vorzugsweise wird dem Skalierungsinterpolationsblock
48 ferner auch der Gewichtungsfaktor, der das insgesamte Fading für das Richtungsgebiet
beschreibt und in Verbindung mit Fig. 3b dargelegt worden ist, ebenfalls eingespeist,
wie es durch einen Eingang 49 dargestellt ist, so dass durch die Skalierung im Block
47 die endgültige Lautsprecher-Signal-Komponente aufgrund einer Quelle für einen Lautsprecher
ausgegeben wird, der bei dem in Fig. 5 gezeigten Ausführungsbeispiel zu drei unterschiedlichen
Richtungsgruppen gehören kann.
[0091] Alle Lautsprecher der anderen Richtungsgruppen außer den drei betroffenen Richtungsgruppen
durch die eine Quelle definiert ist, geben keine Signale für diese Quelle aus, können
aber selbstverständlich für andere Quellen aktiv sein.
[0092] Es sei darauf hingewiesen, dass dieselben Gewichtungsfaktoren zum Interpolieren der
Verzögerung D
int oder zum Interpolieren des Skalierungsfaktors S verwendet werden können, wie sie
zum Fading eingesetzt werden, wie es durch die Gleichungen in Fig. 5 neben dem Blöcken
45 bzw. 47 dargelegt ist.
[0093] Nachfolgend wird bezugnehmend auf Fig. 6 ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung dargestellt, das auf einem DSP implementiert ist. Das Audiosignal
wird über einen Audiosignaleingang 43 bereitgestellt, wobei dann, wenn das Audiosignal
in einem Integer-Format vorhanden ist, zunächst eine Ganzzahl/Gleitkomma-Transformation
in einem Block 60 durchgeführt wird. Fig. 6 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
des Filtermischungsblocks 44 in Fig. 5. Insbesondere umfasst Fig. 6 Filter EQ1, EQ2,
EQ3, wobei die Übertragungsfunktionen bzw. Impulsantworten der Filter EQ1, EQ2, EQ3
von entsprechenden Filter-Koeffizienten über einen Filter-Koeffizienteneingang 440
gesteuert werden. Die Filter EQ1, EQ2, EQ3 können digitale Filter sein, die eine Faltung
eines Audiosignals mit der Impulsantwort des entsprechenden Filters durchführen, oder
es können Transformationseinrichtungen vorhanden sein, wobei eine Gewichtung von Spektralkoeffizienten
durch Frequenzübertragungsfunktionen durchgeführt wird. Die mit den Equalizer-Einstellungen
in EQ1, EQ2, EQ3 gefilterten Signale, die alle auf ein und dasselbe Audiosignal zurückgehen,
wie es durch einen Verteilungspunkt441 gezeigt ist, werden dann in jeweiligen Skalierungsblöcken
mit den Gewichtungsfaktoren g
1, g
2, g
3 gewichtet, um dann die Ergebnisse der Gewichtungen in einem Summierer aufzusummieren.
Am Ausgang des Blocks 44, also am Ausgang des Summierers wird dann in einen Ringpuffer
eingespeist, der Teil der Delay-Verarbeitung 45 von Fig. 5 ist. Bei einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung werden die Equalizer-Parameter EQ1,
EQ2, EQ3 nicht direkt, wie sie in der Tabelle, die in Fig. 2a dargestellt worden ist,
stehen, genommen, sondern es wird vorzugsweise eine Interpolation der Equalizer-Parameter
vorgenommen, was in einem Block 442 geschieht.
[0094] Der Block 442 erhält jedoch eingangsseitig tatsächlich die einem Lautsprecher zugeordneten
Equalizer-Koeffizienten, wie es durch einen Block 443 in Fig. 6 dargestellt ist. Die
Interpolationsaufgabe des Filter-Ramping-Blocks führt gewissermaßen eine Tiefpass-Filterung
von aufeinanderfolgenden Equalizer-Koeffizienten durch, um Artefakte aufgrund von
sich schnell veränderten Equalizer-Filter-Parameter EQ1, EQ2, EQ3 zu vermeiden.
[0095] Die Quellen können also über mehrere Richtungsgebiete geblendet werden, wobei diese
Richtungsgebiete sich durch unterschiedliche Einstellungen für die Equalizer auszeichnen.
Zwischen den verschiedenen Equalizer-Einstellungen wird geblendet, wobei, wie es in
Fig. 6 im Block 44 gezeigt ist, alle Equalizer parallel durchlaufen und die Ausgänge
überblendet werden.
[0096] Es sei ferner darauf hingewiesen, dass die Gewichtungsfaktoren g1, g2, g3, wie sie
in Block 44 zum Überblenden bzw. Mischen der Equalizer-Einstellungen verwendet werden,
die Gewichtungsfaktoren sind, die in Fig. 3b dargestellt sind. Um die Gewichtungsfaktoren
zu berechnen, ist ein Gewichtungsfaktor-Umwandlungsblock 61 vorhanden, der eine Position
einer Quelle in Gewichtungsfaktoren für vorzugsweise drei umgebende Richtungsgebiete
umrechnet. Der Block 61 ist ein Positions-Interpolator 62 vorgeschaltet, der typischerweise
abhängig von einer Eingabe einer Startposition (POS1) und einer Zielposition (POS2)
und den entsprechenden Blending-Faktoren, welche bei dem in Fig. 3b gezeigten Szenario
die Faktoren Blend-AB und Blend-ABC sind, und typischerweise abhängig von einer Bewegungsgeschwindigkeitseingabe
zu einem aktuellen Zeitpunkt eine aktuelle Position berechnet. Die Positionseingabe
findet in einem Block 63 statt. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass auch zu jedem
Zeitpunkt eine neue Position eingegeben werden kann, so dass der Positions-Interpolator
nicht vorgesehen werden muss. Ferner sei darauf hingewiesen, dass die Positions-Aktualisierungsrate
beliebig einstellbar ist. So könnte für jedes Sample ein neuer Gewichtungsfaktor berechnet
werden. Dies wird jedoch nicht bevorzugt. Statt dessen hat es sich herausgestellt,
dass die Gewichtungsfaktor-Aktualisierungsrate auch im Hinblick auf eine sinnvolle
Artefaktsvermeidung lediglich mit einem Bruchteil der Abtastfrequenz erfolgen muss.
[0097] Die Skalierungsberechnung, die in Fig. 5 anhand der Blöcke 47 und 48 dargestellt
worden ist, ist in Fig. 6 nur teilweise gezeigt. Die Berechnung des Gesamtskalierungsfaktors,
die im Block 48 von Fig. 5 vorgenommen worden ist, findet nicht in dem in Fig. 6 dargestellten
DSP statt, sondern in einem vorgeschalteten Steuer-DSP. Der Gesamt-Skalierungsfaktor
wird, wie es durch "Scales" 64 gezeigt ist, bereits eingegeben und in einem Skalierungs/Interpolations-Block
65 interpoliert, um schließlich eine abschließende Skalierung in einem Block 66a durchzuführen,
bevor dann, wie es in einem Block 67a gezeigt ist, zum Summierer 74 von Fig. 7 gegangen
wird.
[0098] Nachfolgend wird bezugnehmend auf Fig. 6 die bevorzugte Ausführungsform der Delay-Verarbeitung
45 von Fig. 5 dargestellt.
[0099] Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt zwei Delay-Verarbeitungen. Die eine Delay-Verarbeitung
ist die Delay-Mischung 451, während die andere Delay-Verarbeitung die Delay-Interpolation
ist, die durch einen IIR-Allpass 452 ausgeführt wird.
[0100] Das Ausgangssignal des Blocks 44, das im Ringpuffer 450 gespeichert worden ist, wird
in der nachfolgend erläuterten Delay-Mischung mit drei verschiedenen Delays bereitgestellt,
wobei die Delays, mit denen die Delay-Blöcke im Block 451 angesteuert werden, die
nicht-geglätteten Delays sind, die in der Tabelle, die anhand von Fig. 2a für einen
Lautsprecher erläutert worden ist, angegeben sind. Diese Tatsache wird auch durch
einen Block 66b verdeutlicht, der darauf hinweist, dass hier die Richtungsgruppen-Delays
eingegeben werden, während in einem Block 67b nicht die Richtungsgruppen-Delays eingegeben
werden, sondern zu einem Zeitpunkt nur für einen Lautsprecher ein Delay, nämlich der
interpolierte Delay-Wert Dint, der von Block 46 in Fig. 5 erzeugt wird.
[0101] Das mit drei unterschiedlichen Delays vorliegende Audiosignal im Block 451 wird dann
jeweils, wie es in Fig. 6 gezeigt ist, mit einem Gewichtungsfaktor gewichtet, wobei
Gewichtungsfaktoren nunmehr jedoch vorzugsweise nicht die Gewichtungsfaktoren sind,
die durch lineare Überblendung erzeugt werden, wie es in Fig. 3b gezeigt ist. Statt
dessen wird es bevorzugt, in einem Block 453 eine Lautheitskorrektur der Gewichte
durchzuführen, um hier eine nicht-lineare dreidimensionale Überblendung zu erreichen.
Es hat sich herausgestellt, dass dann die Audioqualität bei der Delay-Mischung besser
und artefaktfreier wird, obgleich die Gewichtungsfaktoren g
1, g
2, g
3 ebenfalls verwendet werden könnten, um die Skalierer im Delay-Mischungsblock 451
anzusteuern. Die Ausgangssignale der Skalierer im Delay-Mischungsblock werden dann
summiert, um ein Delay-Mischungs-Audiosignal an einem Ausgang 453 zu erhalten.
[0102] Alternativ kann die erfindungsgemäße Delay-Verarbeitung (Block 45 in Fig. 5) auch
eine Delay-Interpolation durchführen. Hierzu wird bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ein Audiosignal mit der (interpolierten) Delay, die über
den Block 67b bereitgestellt wird, und die zusätzlich in einem Delay-Ramping-Block
68 geglättet worden ist, aus dem Ringpuffer 450 ausgelesen. Darüber hinaus wird bei
dem in Fig. 6 gezeigten Ausführungsbeispiel dasselbe Audiosignal, jedoch um einen
Abtastwert weniger verzögert, ebenfalls ausgelesen. Diese beiden Audiosignale bzw.
gerade betrachtete Samples der Audiosignale werden dann einem IIR-Filter zur Interpolation
zugeführt, um an einem Ausgang 453b ein Audiosignal zu erhalten, das aufgrund einer
Interpolation erzeugt worden ist.
[0103] Wie es bereits erläutert worden ist, hat das Audiosignal am Eingang 453a aufgrund
der Delay-Mischung kaum Filter-Artefakte. Dagegen ist das Audiosignal am Ausgang 453b
kaum Filter-Artefakt-frei. Allerdings kann dieses Audiosignal Frequenzhöhen-Verschiebungen
haben. Wird die Delay von einem langen Delaywert auf einen kurzen Delaywert interpoliert,
so wird die Frequenzverschiebung eine Verschiebung zu höheren Frequenzen sein, während
dann, wenn die Delay von einer kurzen Verzögerung auf eine lange Verzögerung interpoliert
wird, die Frequenzverschiebung eine Verschiebung zu niedrigeren Frequenzen sein wird.
[0104] Erfindungsgemäß wird zwischen dem Ausgang 453a und dem Ausgang 453b in dem Überblendungsblock
457, gesteuert durch ein Steuersignal, das aus dem Block 65 kommt, und auf dessen
Berechnung noch eingegangen wird, hin- und hergeschaltet.
[0105] Im Block 65 wird ferner gesteuert, ob der Block 457 das Ergebnis der Mischung oder
der Interpolation weiterleitet oder in welchem Verhältnis die Ergebnisse gemischt
werden. Hierzu wird der geglättete bzw. gefilterte Wert aus dem Block 68 mit dem nicht
geglätteten verglichen, um davon abhängig welcher größer ist die (gewichtete) Umschaltung
in 457 vorzunehmen.
[0106] Das Blockschaltbild in Fig. 6 umfasst ferner einen Zweig für eine statische Quelle,
die in einem Richtungsgebiet sitzt und nicht überblendet werden muss.. Die Delay für
diese Quelle ist die Delay, die dem Lautsprecher für diese Richtungsgruppe zugeordnet
ist.
[0107] Der Delay-Berechnungs-Algorithmus schaltet daher bei zu langsamen oder zu schnellen
Bewegungen um. Derselbe physikalische Lautsprecher ist in zwei Richtungsgebieten mit
unterschiedlichen Pegel- und Verzögerungseinstellungen vorhanden. Bei einer langsamen
Bewegung der Quelle zwischen den beiden Richtungsgebieten wird der Pegel geblendet
und die Verzögerung interpoliert mittels eines Alpassfilters, es wird also das Signal
am Ausgang 453b genommen. Diese Interpolation der Verzögerung führt jedoch zu einer
Tonhöhenänderung des Signals, die jedoch bei langsamen Änderungen nicht kritisch ist.
Überschreitet die Geschwindigkeit der Interpolation dagegen einen bestimmten Wert,
wie beispielsweise 10 ms pro Sekunde, so können diese Tonhöhenänderungen wahrgenommen
werden. Im Falle einer zu hohen Geschwindigkeit wird die Verzögerung daher nicht mehr
interpoliert, sondern die Signale mit den zwei konstanten unterschiedlichen Verzögerungen
werden geblendet, wie es im Block 451 dargestellt ist. Dadurch kommt es zwar zu Kammfilterartefakten.
Diese werden jedoch aufgrund der hohen Blendgeschwindigkeit nicht hörbar sein.
[0108] Wie es ausgeführt worden ist, findet die Umschaltung zwischen den beiden Ausgängen
453a und 453b, abhängig von der Bewegung der Quelle bzw. genauer gesagt, abhängig
von dem zu interpolierenden Delay-Wert statt. Muss viel Delay interpoliert werden,
so wird der Ausgang 453a durch den Block 457 durchgeschaltet. Muss dagegen wenig Delay
in einem bestimmten Zeitraum interpoliert werden, so wird der Ausgang 453b genommen.
[0109] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung findet jedoch
die Umschaltung durch den Block 457 nicht hart statt. Der Block 475 ist derart ausgebildet,
dass ein Überblendungsbereich existiert, der um den Schwellwert herum angeordnet ist.
Ist daher die Geschwindigkeit der Interpolation auf dem Schwellwert, so ist der Block
457 ausgebildet, um das ausgangsseitige Sample derart zu berechnen, dass das aktuelle
Sample auf dem Ausgang 453a und das aktuelle Sample auf dem Ausgang 453b addiert werden
und das Ergebnis durch zwei geteilt wird. Der Block 457 führt daher in einem Überblendungsbereich
um den Schwellwert herum einen weichen Übergang von dem Ausgang 453b zum Ausgang 453a
oder umgekehrt statt. Dieser Überblendungsbereich kann beliebig groß gestaltet werden,
derart, dass der Block 457 nahezu durchgängig im Überblendungsmodus arbeitet. Für
eine eher härtere Umschaltung kann der Überblendungsbereich kleiner gewählt werden,
so dass der Block 457 allermeistens entweder nur den Ausgang 453a oder nur den Ausgang
453b zum Skalierer 66a durchschaltet.
[0110] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Überblendungsblock
457 ferner ausgebildet, um eine Jitterunterdrückung über einen Tiefpass und eine Hysterese
des Verzögerungs-Änderungs-Schwellwerts durchzuführen. Aufgrund der nicht-garantierten
Laufzeit des Steuerdatenflusses zwischen dem System zur Konfiguration und den DSP-Systemen,
kann es zu einem Jitter in den Steuerdaten kommen, die zu Artefakten in der Audiosignalverarbeitung
führen können. Es wird daher bevorzugt, durch eine Tiefpassfilterung des Steuerdatenstroms
am Eingang des DSP-Systems diesen Jitter auszugleichen. Dieses Verfahren verringert
die Reaktionszeit der Steuerzeiten. Dafür können sehr große Jitterschwankungen ausgeglichen
werden. Werden aber für die Umschaltung von Verzögerungsinterpolationen auf Verzögerungsblendung
und Verzögerungsblendung auf Verzögerungsinterpolation unterschiedliche Schwellwerte
verwendet, so kann der Jitter in den Steuerdaten alternativ zum Tiefpassfiltern ohne
Verminderung der Steuerdatenreaktionszeit vermieden werden.
[0111] Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist
der Überblendungsblock 457 ferner ausgebildet, um eine Steuerdatenmanipulation beim
Blenden von Verzögerungsinterpolationen auf Verzögerungsblendung durchzuführen.
[0112] Ändert sich die Verzögerungsänderung sprunghaft auf einen Wert größer dem Umschaltschwellwert
zwischen Verzögerungsinterpolationen und Verzögerungsblendung, so wird bei einer herkömmlichen
Blendung immer noch ein Teil der Tonhöhenschwankung aus der Verzögerungsinterpolation
zu hören sein. Um diesen Effekt zu vermeiden, ist der Überblendungsblock 457 ausgebildet,
um die Verzögerungssteuerdaten solange konstant zu halten, bis die komplette Umblendung
zur Verzögerungsblendung vollzogen ist. Erst dann werden die Verzögerungssteuerdaten
dem tatsächlichen Wert angeglichen. Mit Hilfe dieser Steuerdatenmanipulation können
auch schnelle Verzögerungsänderungen mit einer kurzen Steuerdatenreaktionszeit ohne
hörbare Tonänderungen realisiert werden.
[0113] Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst das Ansteuersystem
ferner eine Metering-Einrichtung 80, die ausgebildet ist, um pro Richtungsgebiet/Audioausgang
ein digitales (imaginäres) Metering durchzuführen. Dies wird anhand der Fig. 11a und
11b erklärt. So zeigt Fig. 11a eine Audiomatrix 1110, während Fig. 11b dieselbe Audiomatrix
1110 zeigt, jedoch unter besonderer Berücksichtung der statischen Quellen, während
in Fig. 11a die Audiomatrix unter Berücksichtung der dynamischen Quellen dargestellt
ist.
[0114] Generell führt das DSP-System, von dem ein Teil in Fig. 6 gezeigt ist, dazu, dass
aus der Audiomatrix an jedem Maxtrixpunkt eine Verzögerung und ein Pegel gerechnet
werden, wobei der Pegel-Skalierungswert durch AmP in Fig. 11a und Fig. 11b dargestellt
ist, während die Verzögerung durch "Delay-Interpolation" für dynamische Quellen bzw.
"Delay" für statische Quellen bezeichnet ist.
[0115] Um diese Einstellungen dem Benutzer darzustellen, werden diese Einstellungen in Richtungsgebieten
aufgesplittet gespeichert, und es werden den Richtungsgebieten dann Eingangssignale
zugewiesen. Dabei können auch mehrere Eingangssignale einem Richtungsgebiet zugewiesen
werden.
[0116] Um nunmehr eine Überwachung der Signale auf Nutzerseite zu ermöglichen, wird für
die Richtungsgebiete ein Metering durch den Block 80 angezeigt, welches jedoch "virtuell"
aus den Pegeln der Knotenpunkte der Matrix und den entsprechenden Gewichtungen ermittelt
wird.
[0117] Die Ergebnisse werden vom Metering-Block 80 an eine Anzeigenschnittstelle geliefert,
was durch einen Block "ATM" 82 (ATM = Asynchronous Transfer Mode) symbolisch dargestellt
ist.
[0118] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass typischerweise mehrere Quellen gleichzeitig
in Richtungsgebieten spielen, wenn beispielsweise der Fall betrachtet wird, dass von
zwei unterschiedlichen Richtungen zwei getrennte Quellen in ein- und dasselbe Richtungsgebiet
"eintreten". Im Zuhörerraum kann niemals der Beitrag einer einzigen Quelle pro Richtungsgebiet
gemessen werden. Dies wird jedoch durch das Metering 80 erreicht, weshalb diese Messung
als virtuelle Messung bezeichnet wird, da sich gewissermaßen im Zuhörerraum immer
alle Beiträge aller Richtungsgruppen für alle Quellen überlagern.
[0119] Darüber hinaus kann durch das Metering 80 auch der Gesamtpegel einer einzigen Schallquelle
unter mehreren Schallquellen über alle Richtungsgebiete, die für diese Schallquelle
aktiv sind, berechnet werden. Dieses Ergebnis würde sich ergeben, wenn für eine Eingangsquelle
die Matrixpunkte für alle Ausgänge aufsummiert werden. Dagegen kann ein Beitrag einer
Richtungsgruppe für eine Schaltquelle dadurch erreicht werden, wenn die Ausgänge der
Gesamtanzahl von Ausgängen, die zu der betrachteten Richtungsgruppe gehören, aufsummiert
werden, während die anderen Ausgänge nicht berücksichtigt werden.
[0120] Generell liefert das erfindungsgemäße Konzept ein universelles Bedienkonzept zur
Repräsentation von Quellen unabhängig von dem verwendeten Wiedergabesystem. Hierbei
wird auf eine Hierarchie zurückgegriffen. Das unterste Hierarchie-Glied ist der einzelne
Lautsprecher. Die mittlere Hierarchie-Stufe ist ein Richtungsgebiet, wobei auch Lautsprecher
in zwei unterschiedlichen Richtungsgebieten vorhanden sein können.
[0121] Das oberste Hierarchie-Gebiet sind Richtungsgebiete-Presets, derart, dass für bestimmte
Audioobjekte/Anwendungen bestimmte Richtungsgebiete zusammengenommen als ein "Über-Richtungsgebiet"
auf der Benutzerschnittstelle betrachtet werden können.
[0122] Das erfindungsgemäße System zur Positionierung von Schallquellen gliedert sich in
Hauptkomponenten, die ein System zum Durchführen einer Vorstellung, ein System zum
Konfigurieren einer Vorstellung, ein DSP-System zur Berechnung der Delta-Stereophonie,
ein DSP-System zur Berechnung der Wellenfeldsynthese und ein Havarie-System für Notfalleingriffe
umfasst. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird
eine graphische Benutzerschnittstelle verwendet, um eine visuelle Zuordnung der Akteure
zu Bühne oder Kamerabild zu erreichen. Dem Systembetreiber wird eine zweidimensionale
Abbildung des 3D-Raums präsentiert, die derart gestaltet sein kann, wie es in Fig.
1 dargestellt ist, die jedoch auch in der Weise implementiert sein kann, wie es in
den Fig. 9a bis 10b für lediglich eine geringe Anzahl von Richtungsgruppen dargestellt
ist. Mit Hilfe einer geeigneten Benutzerschnittstelle ordnet der Benutzer über eine
ausgewählte Symbolik Richtungsgebiete und Lautsprecher aus dem dreidimensionalen Raum
der zweidimensionalen Abbildung zu. Dies geschieht durch eine Konfigurationseinstellung.
Für das System erfolgt ein Mapping der zweidimensionalen Position der Richtungsgebiete
auf dem Bildschirm auf die reale dreidimensionale Position der zu den entsprechenden
Richtungsgebieten zugeordneten Lautsprecher. Mit Hilfe seines Kontexts über den dreidimensionalen
Raum ist der Betreiber in der Lage, die reale dreidimensionale Position von Richtungsgebieten
zu rekonstruieren und eine Anordnung von Klängen in den dreidimensionalen Raum zu
realisieren.
[0123] Über ein weiteres User-Interface-(Mixer) und die dortige Zuordnung von Klängen/Akteuren
und deren Bewegungen zu den Richtungsgebieten, wobei der Mixer einen DSP gemäß Fig.
6 umfassen kann, erfolgt die indirekte Positionierung der Klangquellen im realen dreidimensionalen
Raum. Mit Hilfe dieses User-Interfaces ist der User in der Lage, die Klänge in allen
Raumdimensionen zu positionieren, ohne die Ansicht wechseln zu müssen, d.h., es ist
möglich, Klänge in der Höhe und der Tiefe zu positionieren. Nachfolgend wird auf die
Positionierung von Schallquellen bzw. ein Konzept zur flexiblen Kompensation von Abweichungen
vom programmierten Bühnenablauf gemäß Fig. 8 dargestellt.
[0124] Fig. 8 zeigt eine Vorrichtung zum Steuern einer Mehrzahl von Lautsprechern vorzugsweise
unter Verwendung einer graphischen Benutzerschnittstelle, die in wenigstens drei Richtungsgruppen
gruppiert sind, wobei jeder Richtungsgruppe eine Richtungsgruppenposition zugeordnet
ist. Die Vorrichtung umfasst zunächst eine Einrichtung 800 zum Empfangen eines Quellenpfads
von einer ersten Richtungsgruppenposition zu einer zweiten Richtungsgruppenposition
und einer Bewegungsinformation für den Quellenpfad. Die Vorrichtung von Fig. 8 umfasst
ferner eine Einrichtung 802 zum Berechnen eines Quellenpfadparameters für verschiedene
Zeitpunkte, basierend auf der Bewegungsinformation, wobei der Quelgewissermaßen ohne
Kompensationspfad direkt vom Ausgangspunkt zum neuen Ziel zu wandeln. Diese Möglichkeit
ist dann sinnvoll, wenn die Quelle feststellt, dass sie erst eine kurze Distanz auf
dem Quellenpfad zurückgelegt hat und der Vorteil, nunmehr einen neuen Kompensationspfad
einzuschlagen, nur ein kleiner Vorteil ist. Alternative Implementierungen, bei denen
ein Kompensationspfad zwar als Anlass genommen wird, umzukehren und den Quellenpfad
wieder zurückzugehen, ohne den Kompensationspfad zu beschreiten, können dann vorliegen,
wenn der Kompensationspfad Bereiche im Zuhörerraum betreffen würde, die aus irgendwelchen
anderen Gründen keine Bereiche sein sollen, in denen eine Schallquelle lokalisiert
werden soll.
[0125] Die erfindungsgemäße Bereitstellung eines Kompensationspfads ist im Hinblick auf
ein System, bei dem nur zugelassen wird, dass komplette Wege zwischen zwei Richtungsgebieten
beschritten werden, von besonderem Vorteil, da die Zeit, zu der eine Quelle auf der
neuen (geänderten) Position ist, insbesondere dann, wenn Richtungsgebiete weit auseinander
angeordnet sind, erheblich reduziert wird. Ferner werden für den Benutzer verwirrende
bzw. künstliche Wege einer Quelle, die als seltsam empfunden werden würden, eliminiert.
Wenn beispielsweise der Fall betrachtet wird, dass sich eine Quelle ursprünglich auf
dem Quellenpfad von links nach rechts bewegen sollte und nunmehr auf eine andere Position
ganz links, die nicht sehr weit von der Ursprungsposition entfernt ist, gehen soll,
so würde das Nicht-Zulassen eines Kompensationspfads dazu führen, dass die Quelle
nahezu zweimal über die gesamte Bühne läuft, während erfindungsgemäß dieser Vorgang
abgekürzt wird.
[0126] Ermöglicht wird der Kompensationspfad dadurch, dass eine Position nicht mehr durch
zwei Richtungsgebiete und einen Faktor bestimmt wird, sondern dass eine Position durch
drei Richtungsgebiete und zwei Faktoren definiert wird, derart, dass auch andere Punkte
außer den direkten Verbindungslilenpfadparameter auf eine Position einer Audioquelle
auf den Quellenpfad hinweist.
[0127] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine Einrichtung 804 zum Empfangen
eines Pfadänderungsbefehls, um einen Kompensationspfad zu dem dritten Richtungsgebiet
zu definieren. Ferner ist eine Einrichtung 806 zum Speichern eines Werts des Quellenpfadparameters
an einer Stelle, an der der Kompensationspfad von dem Quellenpfad abzweigt, vorgesehen.
Vorzugsweise ist ferner eine Einrichtung zum Berechnen eines Kompensationspfadparameters
(BlendAC) vorhanden, welcher auf eine Position der Audioquelle auf dem Kompensationspfad
hinweist, die in Fig. 8 mit 808 dargestellt ist. Sowohl der Quellenpfadparameter,
der von der Einrichtung 806 berechnet worden ist, als auch der Kompensationspfadparameter,
der von der Einrichtung 808 berechnet worden ist, werden in eine Einrichtung 810 zum
Berechnen von Gewichtungsfaktoren für die Lautsprecher der drei Richtungsgebiete eingespeist.
[0128] Allgemein gesagt ist die Einrichtung 810 zum Berechnen der Gewichtungsfaktoren ausgebildet,
um basierend auf dem Quellenpfad, dem gespeicherten Wert des Quellenpfadparameters
und Informationen über den Kompensationspfad zu arbeiten, wobei Informationen über
den Kompensationspfad entweder nur das neue Ziel, also das Richtungsgebiet C, umfassen,
oder wobei die Informationen über den Kompensationspfad zusätzlich noch eine Position
der Quelle auf dem Kompensationspfad, also den Kompensationspfadparameter, umfasst.
Es sei darauf hingewiesen, dass diese Informationen der Position auf dem Kompensationspfad
dann nicht nötig ist, wenn der Kompensationspfad noch nicht beschritten ist, sondern
sich die Quelle noch auf dem Quellenpfad befindet. So ist der Kompensationspfadparameter,
der eine Position der Quelle auf dem Kompensationspfad angibt, nicht unbedingt nötig,
wenn die Quelle nämlich den Kompensationspfad nicht beschreitet, sondern den Kompensationspfad
zum Anlass nimmt, auf dem Quellenpfad umzukehren zurück zum Ausgangspunkt, um nien
zwischen zwei Richtungsgruppenpositionen durch eine Quelle "angesteuert" werden können.
[0129] Damit erlaubt das erfindungsgemäße Konzept, dass jeder beliebige Punkt in einem Wiedergaberaum
durch eine Quelle angesteuert werden kann, wie es unmittelbar aus Fig. 3b ersichtlich
wird.
[0130] Fig. 9a zeigt einen Regelfall, in dem sich eine Quelle auf einer Verbindungslinie
zwischen dem Startrichtungsgebiet 11a und dem Zielrichtungsgebiet 11c befindet. Die
genaue Position der Quelle zwischen dem Start- und dem Zielrichtungsgebiet wird durch
einen Blendfaktor Blend AC beschrieben.
[0131] Neben dem Regelfall gibt es jedoch, wie es bereits ausgeführt worden ist und in Verbindung
mit Fig. 3b erläutert worden ist, den Kompensationsfall, der dann auftritt, wenn der
Pfad einer Quelle bei laufender Bewegung geändert wird. Die Änderung des Pfads einer
Quelle bei laufender Bewegung kann dadurch dargestellt werden, dass sich das Ziel
der Quelle während die Quelle sich auf dem Weg zum Ziel befindet, ändert. Dann muss
die Quelle von ihrer aktuellen Quellenposition auf dem Quellenpfad 15a in Fig. 3b
auf ihre neue Position, nämlich das Ziel 11c, geblendet werden. Dadurch ergibt sich
der Kompensationspfad 15b, auf dem die Quelle dann läuft, bis sie das neue Ziel 11c
erreicht hat. Der Kompensationspfad 15b läuft also von der ursprünglichen Position
der Quelle direkt auf die neue ideale Position der Quelle. Im Kompensationsfall wird
die Quellposition deshalb über drei Richtungsgebiete und zwei Blendwerten gebildet.
Das Richtungsgebiet A, das Richtungsgebiet B und der Blend-faktor BlendAB bilden den
Anfang des Kompensationspfads. Das Richtungsgebiet C bildet das Ende des Kompensationspfads.
Der Blendfaktor BlendAbC definiert die Position der Quelle zwischen Anfang und Ende
des Kompensationspfads.
[0132] Beim Übergang einer Quelle in den Kompensationspfad ergeben sich folgende Änderungen
an den Positionen: Das Richtungsgebiet A bleibt erhalten. Das Richtungsgebiet C wird
zum Richtungsgebiet B und der Blendfaktor BlendAC wird zu BlendAB, und das neue Zielrichtungsgebiet
wird nach Zielrichtungsgebiet C geschrieben. In anderen Worten ausgedrückt wird also
der Blendfaktor BlendAC zum Zeitpunkt zu dem die Richtungsänderung stattfinden soll,
also zu dem Zeitpunkt, zu dem die Quelle den Quellenpfad verlassen soll und auf den
Kompensationspfad einschwenken soll, durch die Einrichtung 806 gespeichert und für
die nachfolgende Berechnung als BlendAB verwendet. Das neue Zielrichtungsgebiet wird
nach Richtungsgebiet C geschrieben.
[0133] Erfindungsgemäß wird es ferner bevorzugt, harte Quellensprünge zu verhindern. Generell
können Quellbewegungen so programmiert werden, dass Quellen springen, also sich schnell
von einem Platz zum anderen bewegen können. Dies ist beispielsweise dann der Fall,
wenn Szenen übersprungen werden, wenn ein ChannelHOLD-Modus deaktiviert wird, oder
eine Quelle in Szene 1 auf einem andern Richtungsgebiet endet als in Szene 2. Würden
Quellsprünge hart umgeschaltet, so hätte dies hörbare Artefakte zur Folge. Daher wird
erfindungsgemäß ein Konzept zur Verhinderung harter Quellsprünge eingesetzt. Hierzu
wird wieder ein Kompensationspfad verwendet, der aufgrund einer bestimmten Kompensationsstrategie
ausgewählt wird. Generell kann sich eine Quelle an unterschiedlichen Stellen eines
Pfads befinden. Je nachdem, ob sie sich am Anfang oder am Ende, zwischen zwei oder
drei Richtungsgebieten befindet, gibt es unterschiedliche Wege, wie eine Quelle am
schnellsten auf ihre gewünschte Position kommt.
[0134] Fig. 9b zeigt eine mögliche Kompensationsstrategie, gemäß der eine Quelle, die sich
auf einem Punkt eines Kompensationspfads befindet (900), auf eine Zielposition (902)
gebracht werden soll. Die Position 900 ist die Position, die eine Quelle beispielsweise
hat, wenn eine Szene endet. Beim Start der neuen Szene soll die Quelle auf ihre dort
initiale Position, nämlich die Position 906, kommen. Um dort hinzugelangen, wird erfindungsgemäß
von einer sofortigen Umschaltung von 900 zu 906 abgesehen. Statt dessen läuft die
Quelle zunächst auf ihr persönliches Zielrichtungsgebiet zu, also auf das Richtungsgebiet
904, um dann von dort auf das initiale Richtungsgebiet der neuen Szene, nämlich 906
zu laufen. Damit ist die Quelle an dem Punkt, bei dem sie beim Start der Szene hätte
sein sollen. Nachdem die Szene jedoch schon begonnen hat und die Quelle eigentlich
bereits losgelaufen wäre, muss die zu kompensierende Quelle noch mit erhöhter Geschwindigkeit
auf dem programmierten Pfad zwischen dem Richtungsgebiet 906 und dem Richtungsgebiet
908 laufen, bis sie ihre Soll-Position 902 wieder eingeholt hat.
[0135] Generell wird nachfolgend in den Fig. 9d bis 9i eine Darstellung von verschiedenen
Kompensationsstrategien gegeben, die alle der in Fig. 9c gegebenen Notation für das
Richtungsgebiet, den Kompensationsweg, die neue Idealposition der Quelle und die aktuelle
Realposition der Quelle gehorchen.
[0136] Eine einfache Kompensationsstrategie befindet sich in Fig. 9d. Diese wird mit "InPathDual"
bezeichnet. Die Zielposition der Quelle ist durch dieselben Richtungsgebiete A, B,
C angegeben wie die Ausgangsposition der Quelle. Eine erfindungsgemäße Sprungkompensationseinrichtung
ist daher ausgebildet, um festzustellen, dass die Richtungsgebiete zur Definition
der Startposition identisch zu den Richtungsgebieten zur Definition der Zielposition
sind. In diesem Fall wird die in Fig. 9d gezeigte Strategie gewählt, in der einfach
auf demselben Quellenpfad weitergegangen wird. Wenn also die durch die Kompensation
zu erreichende Position (Idealposition) sich zwischen den gleichen Richtungsgebieten
befindet, wie die gegenwärtige Position der Quelle (Realposition), dann kommen die
InPath-Strategien zum Einsatz. Diese haben zwei Arten, nämlich InPathDual, wie es
in Fig. 9d gezeigt ist, und InPathTriple, wie es in Fig. 9e gezeigt ist. Fig. 9e zeigt
ferner den Fall, dass sich Real- und Idealposition der Quelle nicht zwischen zwei,
sondern zwischen drei Richtungsgebieten befinden. In diesem Fall kommt die in Fig.
9e gezeigte Kompensationsstrategie zum Einsatz. Insbesondere zeigt Fig. 9e den Fall,
wo sich die Quelle bereits auf einem Kompensationspfad befindet und diesen Kompensationspfad
wieder zurückgeht, um auf dem Quellenpfad einen bestimmten Punkt zu erreichen.
[0137] Wie es ausgeführt worden ist, wird die Position einer Quelle über maximal drei Richtungsgebiete
definiert. Haben Idealposition und Realposition genau ein gemeinsames Richtungsgebiet,
dann kommen die Adjacent-Strategien zum Einsatz, die in Fig. 9f gezeigt sind. Hier
gibt es drei Arten, wobei sich der Buchstabe "A", "B" und "C" auf das gemeinsame Richtungsgebiet
beziehen. Insbesondere stellt die Stromkompensationseinrichtung fest, dass die Realposition
und die neue Idealposition Durchsätze von Richtungsgebieten definiert werden, die
ein einziges Richtungsgebiet gemeinsam haben, welches im Fall von AdjacentA das Richtungsgebiet
A ist, welches im Fall von AdjacentB, das Richtungsgebiet B ist, und welches im Fall
von AdjacentC das Richtungsgebiet C ist, wie es aus Fig. 9f ersichtlich ist.
[0138] Die in Fig. 9g gezeigten Outside-Strategien kommen dann zum Einsatz, wenn die Realposition
und die Idealposition kein gemeinsames Richtungsgebiet gemeinsam haben. Hier gibt
es zwei Arten, nämlich die OutsideM-Strategien und die OutsideC-Strategien. OutsideC
kommt zum Einsatz, wenn sich die Realposition sehr nah an der Position des Richtungsgebiets
C befindet. OutsideM kommt zum Einsatz, wenn die Realposition der Quelle zwischen
zwei Richtungsgebieten ist, oder wenn die Position der Quelle zwar zwischen drei Richtungsgebieten,
aber sehr nahe am Knie ist.
[0139] Es sei ferner darauf hingewiesen, dass bei der bevorzugten Implementierung der vorliegenden
Erfindung jedes Richtungsgebiet mit jedem Richtungsgebiet verbunden werden kann, dass
also die Quelle, um von einem Richtungsgebiet zu einem anderen Richtungsgebiet zu
kommen, niemals ein drittes Richtungsgebiet überschreiten muss, sondern von jedem
Richtungsgebiet zu jedem anderen Richtungsgebiet ein programmierbarer Quellenpfad
existiert.
[0140] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird die Quelle
manuell bewegt, d.h. mit einem sog. Cader. So existieren erfindungsgemäß Cader-Strategien,
die verschiedene Kompensationspfade liefern. Es wird gewünscht, dass bei den Cader-Strategien
in der Regel ein Kompensationspfad entsteht, der Richtungsgebiet A und Richtungsgebiet
C der Idealposition mit der aktuellen Position der Quelle verbindet. Einen solchen
Kompensationspfad sieht man in Fig. 9h. Die neu angenommene Realposition ist das Richtungsgebiet
C der Idealposition, wobei in Fig. 9h der Kompensationspfad entsteht, wenn das Richtungsgebiet
C der Realposition vom Richtungsgebiet 920 ins Richtungsgebiet 921 verändert wird.
[0141] Insgesamt gibt es drei Cader-Strategien, die in Fig. 9i gezeigt sind. Die linke Strategie
in Fig. 9i kommt zum Einsatz, wenn das Zielrichtungsgebiet C der Realposition verändert
wurde. Vom Pfadverlauf her entspricht Cader der Strategie OutsideM. CaderInverse kommt
zum Einsatz, wenn das Startrichtungsgebiet A der Realposition verändert wird. Der
entstehende Kompensationspfad verhält sich genauso wie der Kompensationsfall im Normalfall
(Cader), wobei sich jedoch die Berechnung innerhalb des DSP unterscheiden kann. CaderTriplestart
kommt zum Einsatz, wenn sich die Realposition der Quelle zwischen drei Richtungsgebieten
befindet, und eine neue Szene geschaltet ist. In diesem Fall muss ein Kompensationspfad
von der Realposition der Quelle auf das Startrichtungsgebiet der neuen Szene gebaut
werden.
[0142] Der Cader kann dazu verwendet werden, um eine Animation einer Quelle durchzuführen.
Im Hinblick auf die Berechnung der Gewichtungsfaktoren liegt kein Unterschied vor,
der davon abhängt, ob die Quelle manuell oder automatisch bewegt wird. Ein prinzipieller
Unterschied besteht jedoch darin, dass die Bewegung der Quelle nicht durch einen Timer
gesteuert wird, sondern durch ein Cader-Event ausgelöst wird, das die Einrichtung
(804) zum Empfangen eines Pfadänderungsbefehls erhält. Das Cader-Event ist daher der
Pfadänderungsbefehl. Ein Sonderfall, den die erfindungsgemäße Quellenanimation mittels
Cader liefert, ist die Rückwärtsbewegung von Quellen. Entspricht die Position einer
Quelle dem Regelfall, dann bewegt sich die Quelle egal ob mit dem Cader oder automatisch
auf dem vorgesehen Pfad mit dem Kompensationsfall jedoch unterliegt die Rückwärtsbewegung
der Quelle einem Sonderfall. Zur Beschreibung dieses Sonderfalls wird der Pfad einer
Quelle in den Quellenpfad 15a und den Kompensationspfad 15b aufgeteilt, wobei der
Defaultsektor ein Teil des Quellenpfads 15a und der Compensationsektor in Fig. 10a
den Kompensationspfad darstellt. Der Defaultsektor entspricht dem ursprünglichen programmierten
Abschnitt des Pfads der Quelle. Der Compensationsektor beschreibt den Pfadabschnitt,
der von der programmierten Bewegung abweicht.
[0143] Wird die Quelle mit dem Cader rückwärts bewegt, dann hat es unterschiedliche Auswirkungen,
je nachdem ob sich die Quelle auf den Compensationsektor oder auf dem Defaultsektor
befindet. Wenn angenommen wird, dass sich die Quelle auf dem Compensationsektor befindet,
so wird eine Bewegung des Caders nach links zu einer Rückwärtsbewegung der Quelle
führen. Solange die Quelle noch auf dem Compensationsektor ist, erfolgt alles nach
Erwartung. Sobald die Quelle aber den Compensationsektor verlässt und den Defaultsektor
betritt, geschieht folgendes, die Quelle bewegt sich ganz normal auf dem Defaultsektor,
aber der Compensationsektor wird dahingehend neu berechnet, dass man, wenn der Cader
wieder nach rechts bewegt wird, die Quelle nicht erst auf dem Defaultsektor wieder
entlang läuft, sondern direkt über den neu berechneten Compensationsektor auf das
aktuelle Zielrichtungsgebiet zuläuft. Diese Situation ist in Fig. 10b dargestellt.
Durch Rückwärtsbewegen einer Quelle und dann wieder Vorwärtsbewegen einer Quelle wird
also dann, wenn durch das Rückwärtsbewegen ein Default-Sektor verkürzt wird, ein geänderter
Kompensationssektor berechnet.
[0144] Im Folgenden wird die Berechnung der Position einer Quelle veranschaulicht. A, B
und C sind die Richtungsgebiete, über die die Position einer Quelle definiert ist.
A, B und BlendAB beschreiben die Startposition des Compensationsektors. C und BlendAbC
beschreiben die Position der Quelle auf dem Compensationsektor. BlendAC beschreibt
die Position der Quelle auf dem Gesamtpfad.
[0145] Es wird eine Quellenpositionierung gesucht, bei der auf die umständliche Eingabe
von zwei Werten für BlendAB und Blend-AbC verzichtet wird. Statt dessen soll die Quelle
direkt über ein BlendAC gesetzt werden. Wird BlendAC auf Null gesetzt, dann soll die
Quelle am Anfang des Pfads sein. Wird BlendAC gleich 1 gesetzt, dann soll die Quelle
am Ende des Pfads positioniert sein. Ferner soll der Benutzer bei der Eingabe nicht
mit Kompensationssektoren oder Defaultsektoren "belästigt" werden. Andererseits hängt
das Setzen des Werts für BlendAC aber davon ab, ob sich die Quelle auf dem Kompensationssektor
oder auf dem Defaultsektor befindet. Allgemein gilt die in Fig. 10c oben beschriebene
Gleichung für BlendAC.
[0146] Man könnte nun auf die Idee kommen, die Position einer Quelle auf dem aktuellen Pfadabschnitt
durch eine eindeutige Angabe des BlendAC-Werts zu definieren. Fig. 10c zeigt einige
Beispiele, wie sich BlendAB und BlendAbC verhalten, wenn BlendAC gesetzt wird.
[0147] Nunmehr wird darauf eingegangen, was passiert, wenn BlendAC auf 0,5 gesetzt wird.
Was hier genau passiert, hängt davon ab, ob die Quelle auf dem Kompensation-Sektor
oder auf dem Default-Sektor liegt. Wenn die Quelle auf dem Default-Sektor ist, dann
gilt:

[0148] Befindet sich die Quelle dagegen am Ende des Default-Sektors bzw. am Anfang des Compensationssektors,
dann gilt:

und

[0149] Fig. 10d zeigt die Ermittlung der Parameter BlendAB und BlendAbC, abhängig von BlendAC,
wobei in den Punkten 1 und 2 unterschieden wird, ob sich die Quelle auf dem Default-sektor
oder auf dem Compensationsektor befindet, und wobei in Punkt 3 die Werte für den Default-Sektor
gerechnet werden, während in Punkt 4 die Werte für den Compensationsektor berechnet
werden.
[0150] Die gemäß Fig. 10d erhaltenen Blend-Faktoren werden dann, wie es anhand von Fig.
3b dargestellt worden ist, von der Einrichtung zum Berechnen der Gewichtungsfaktoren
verwendet, um schließlich die Gewichtungsfaktoren g
1, g
2, g
3 zu berechnen, aus denen dann wiederum die Audiosignale und Interpolationen etc.,
wie es anhand von Fig. 6 beschrieben worden ist, berechnet werden können.
[0151] Das erfindungsgemäße Konzept kann besonders gut mit der Wellenfeldsynthese kombiniert
werden. In einem Szenario, in dem auf der Bühne aus optischen Gründen keine Wellenfeld-synthese-Lautsprecherarrays
platziert werden können, und statt dessen, um eine Schalllokalisation zu erreichen,
die Deltastereophonie mit Richtungsgruppen eingesetzt werden muss, ist es typischerweise
möglich, wenigstens an den Seiten des Zuhörraums und hinten am Zuhörerraum Wellenfeldsynthese-Arrays
aufzustellen. Erfindungsgemäß muss sich ein Benutzer jedoch nicht darum kümmern, ob
eine Quelle nunmehr durch ein Wellenfeldsynthese-Array oder eine Richtungsgruppe hörbar
gemacht wird.
[0152] Ein entsprechendes gemischtes Szenario ist auch dann möglich, wenn z.B. in einem
bestimmten Bereich der Bühne keine Wellenfeldsynthese-Lautsprecherarrays möglich sind,
weil sie sonst den optischen Eindruck stören würden, während in einem anderen Bereich
der Bühne durchaus Wellenfeld-Synthese-Lautsprecherarrays eingesetzt werden können.
Auch hier tritt eine Kombination der Deltastereophonie und der Wellenfeldsynthese
statt. Erfindungsgemäß wird jedoch der Benutzer sich nicht darum kümmern müssen, wie
seine Quelle aufbereitet wird, da das graphische Benutzer-Interface auch Bereiche,
an denen Wellenfeld-Synthese-Lautsprecherarrays angeordnet sind, als Richtungsgruppen
bereitstellt. Auf Seiten des Systems zur Durchführung einer Vorstellung wird daher
immer der Richtungsgebietsmechanismus zur Positionierung bereitgestellt, derart, dass
in einem gemeinsamen U-serinterface die Zuordnung von Quellen zur Wellenfeldsynthese
oder zur Deltastereophonie-Richtungsbeschallung ohne Benutzereingriff stattfinden
kann. Das Konzept der Richtungsgebiete kann dabei universell angewendet werden, wobei
der Benutzer immer auf die gleiche Art und Weise Schallquellen positioniert. In anderen
Worten ausgedrückt sieht der Benutzer nicht, ob er eine Schallquelle in einem Richtungsgebiet
positioniert, das ein Wellenfeldsynthesearray umfasst, oder ob er eine Schallquelle
in einem Richtungsgebiet positioniert, das tatsächlich einen Stützlautsprecher hat,
der mit dem Prinzip der ersten Wellenfront arbeitet.
[0153] Eine Quellenbewegung findet allein dadurch statt, dass der Benutzer Bewegungspfade
zwischen Richtungsgebieten liefert, wobei dieser vom Benutzer gesetzte Bewegungspfad
durch die Einrichtung zum Empfangen des Quellenpfads gemäß Fig. 8 empfangen wird.
Erst auf Seiten des Konfigurationssystems wird durch eine entsprechende Umsetzung
entschieden, ob eine Wellenfeldsynthese-Quelle oder eine Deltastereophonie-Quelle
aufzubereiten ist. Insbesondere wird dies dadurch entschieden, dass ein Eigenschafts-Parameter
des Richtungsgebiets untersucht wird.
[0154] Jedes Richtungsgebiet kann hierbei eine beliebige Anzahl von Lautsprechern und immer
genau eine Wellenfeldsynthese-Quelle enthalten, die durch ihre virtuelle Position
an einer festgelegten Stelle innerhalb des Lautsprecherarrays bzw. bezüglich des Lautsprecherarrays
gehalten wird und insofern der (realen) Position des Stützlautsprechers in einem Deltastereophonie-System
entspricht. Die Wellenfeldsynthese-Quelle repräsentiert dann einen Kanal des Wellenfeldsynthesesystems,
wobei in einem Wellenfeldsynthesesystem, wie es bekannt ist, pro Kanal ein eigenes
Audioobjekt, also eine eigene Quelle verarbeitet werden kann. Die Wellenfeld-synthese-Quelle
zeichnet sich durch entsprechende Wellenfeldsynthese-spezifische Parameter aus.
[0155] Die Bewegung der Wellenfeldsynthese-Quelle kann je nach Zurverfügungstellung der
Rechenleistung auf zwei Arten erfolgen. Die fix positionierten Wellenfeldsynthese-Quellen
werden durch eine Überblendung angesteuert. Wenn sich eine Quelle aus einem Richtungsgebiet
hieraus bewegt, werden die Lautsprecher gedämpft werden, während in zunehmendem Maße
die Lautsprecher des Richtungsgebiets, in das die Quelle hinein läuft, weniger gedämpft
werden.
[0156] Alternativ kann aus den eingegebenen fixen Positionen eine neue Position interpoliert
werden, die dann tatsächlich als virtuelle Position einem Wellenfeldsynthese-Renderer
zur Verfügung gestellt wird, so dass ohne Überblendung und durch eine echte Wellenfeldsynthese
eine virtuelle Position erzeugt wird, was in Richtungsgebieten, die auf der Basis
der Delta-Stereophonie arbeiten, natürlich nicht möglich ist.
[0157] Die vorliegende Erfindung ist dahingehend vorteilhaft, dass ein freies Positionieren
von Quellen und Zuordnungen zu den Richtungsgebieben erfolgen kann, und dass insbesondere
dann, wenn überlappende Richtungsgebiete vorhanden sind, also wenn Lautsprecher zu
mehreren Richtungsgebieten gehören, eine große Anzahl von Richtungsgebieten mit einer
hohen Auflösung an Richtungsgebiete-Positionen erreicht werden kann. Prinzipiell könnte
aufgrund der zugelassenen Überlappung jeder Lautsprecher auf der Bühne ein eigenes
Richtungsgebiet darstellen, das um sich herum angeordnete Lautsprecher hat, die mit
einer größeren Delay abstrahlen, um die Lautstärkeanforderungen zu erfüllen. Diese
(umgebenden) Lautsprecher werden jedoch dann, wenn andere Richtungsgebiete betroffen
sind, auf einmal zu Stützlautsprechern und werden nicht mehr "Hilfslautsprecher" sein.
[0158] Das erfindungsgemäße Konzept zeichnet sich ferner durch ein intuitives Bedienerinterface
ab, das dem Benutzer soviel als möglich abnimmt, und daher eine sichere Bedienung
auch durch Benutzer ermöglicht, die nicht in allen Tiefen des Systems bewandert sind.
[0159] Ferner wird eine Kombination der Wellenfeldsynthese mit der Deltastereophonie über
ein gemeinsames Bedienerinterface erreicht, wobei bei bevorzugten Ausführungsbeispielen
ein dynamisches Filtern bei Quellbewegungen aufgrund der Equalizer-Parameter erreicht
wird und zwischen zwei Blend-Algorithmen umgeschalten wird, um eine Artefakterzeugung
aufgrund des Übergangs von einem Richtungsgebiet zum nächsten Richtungsgebiet zu vermeiden.
Darüber hinaus wird erfindungsgemäß sichergestellt, dass keine Pegeleinbrüche beim
Blenden zwischen den Richtungsgebieten stattfinden,
wobei ferner auch eine dynamische Blendung vorgesehen ist, um weitere Artefakte zu
reduzieren. Die Bereitstellung eines Kompensationspfads ermöglicht eine Live-Anwendungstauglichkeit,
da nunmehr Eingriffsmöglichkeiten bestehen, zum beispielsweise bei der Nachführung
von Klängen zu reagieren, wenn ein Akteur den spezifizierten Pfad verlässt, der programmiert
worden ist.
[0160] Die vorliegende Erfindung ist besonders bei der Beschallung in Theatern, Musicalbühnen,
Open-Air-Bühnen mit meist größeren Auditorien oder in Konzertstätten vorteilhaft.
[0161] Abhängig von den Gegebenheiten kann das erfindungsgemäße Verfahren in Hardware oder
in Software implementiert werden. Die Implementierung kann auf einem digitalen Speichermedium,
insbesondere einer Diskette oder CD mit elektronisch auslesbaren Steuersignalen erfolgen,
die so mit einem programmierbaren Computersystem zusammenwirken können, dass das Verfahren
ausgeführt wird. Allgemein besteht die Erfindung somit auch in einem Computer-Programm-Produkt
mit einem auf einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, wenn das Computer-Programm-Produkt auf einem Rechner
abläuft. In anderen Worten ausgedrückt, kann die Erfindung somit als ein Computer-Programm
mit einem Programmcode zur Durchführung des Verfahrens realisiert werden, wenn das
Computer-Programm auf einem Computer abläuft.