[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem Molke durch Ultrafiltration Eiweiß
entzogen wird, dem so gewonnenen Permeat durch ein Membrantrennverfahren, oder eine
Elektrodialyse und/oder durch Eindampfen Wasser entzogen wird, die Konzentration des
erhaltenen Retentats durch Eindampfen auf ungefähr 60% Trockenmasse erhöht wird, die
Konzentration in einem weiteren Schritt auf 70 bis 85% Trockenmasse erhöht wird, und
das Konzentrat in einem Sprühtrockner getrocknet wird.
[0002] Wenn bei der Herstellung von Permeatpulver die Sprühtrocknung nach dem Eindampfen
des Retentats durchgeführt wird, zeigt sich aufgrund der geringen Trockenmasse des
Produktes eine eingeschränkte Stundenleistung des Sprühtrockners. Es wurde deshalb
bereits versucht, die Konzentration des Retentats nach dem Eindampfen mit Hilfe eines
thermischen Hochkonzentrators weiter zu erhöhen. Der durch diese Maßnahme erzielbaren
Steigerung der Stundenleistung des Sprühtrockners stehen jedoch die hohen Investitionskosten
eines Hochkonzentrators und sein hoher Energieverbrauch entgegen.
[0003] Die
FR-A-2493679 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Permeatpulver, bei dem Molke ultrafiltriert
und sodann eingedampft wird. Das dabei erhaltene Konzentrat wird durch Zentrifugieren
getrennt in grobe Laktosekristalle und in eine feine Laktokristalle enthaltende flüssige
Phase. Die abgetrennten groben Laktosekristalle werden ausgeschieden, und ein Teil
der flüssigen Phase wird sprühgetrocknet, während der restliche Teil neuerlich eingedampft
und zentrifugiert wird.
[0004] Die
US 2004/191381 offenbart ein Verfahren zur Umwandlung von Molke in Pulver, bei dem Molke eingedampft
und das dabei erhaltene Konzentrat in zwei Teilströme aufgeteilt wird. Während der
eine Teilstrom sprühgetrocknet wird, wird der andere Teilstrom zurückgeführt und neuerlich
eingedampft.
[0005] Die
US-A-6048565 offenbart ein Verfahren zur Umwandlung von Molke in Pulver, bei dem ein kristallisierter
Teilstrom von dem kristallisierten Produkt abgetrennt, mit dem gekühlten Molkekonzentrat
vermischt und dieses Gemisch anschließend weiter kristallisiert wird.
[0006] Die
US-A-4001198 offenbart ein Verfahren zur Gewinnung von Laktose aus Molke durch Entziehen von Eiweiß,
Ultrafiltration mit Membranen, die für Milchzucker undurchlässig sind, zweifaches
Aufkonzentrieren des erhaltenen Molkezuckerkonzentrats und anschließendes Trocknen
desselben.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Permeatpulver
zu schaffen, das eine hohe Wirtschaftlichkeit aufweist.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Verfahren der eingangs genannten Gattung
gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daß das Konzentrat nach dem Eindampfen in
einem Dekanter mechanisch getrennt wird in ein kristallines Konzentrat mit 85 bis
95% Trockenmasse und in eine flüssige Phase mit 30 bis 40% Trockenmasse, daß die Konzentration
der flüssigen Phase durch Eindampfen auf 50 bis 60% Trockenmasse erhöht wird, daß
ein Teil der hochkonzentrierten flüssigen Phase bei dem kontinuierlich durchgeführten
Herstellungsprozeß dem kristallinen Konzentrat beigemischt wird, so daß das erhaltene
Gemisch eine Konzentration von 70 bis 85% Trockenmasse aufweist, und daß dieses Gemisch
im Sprühtrockner getrocknet wird.
[0009] Im Vergleich zu einem thermischen Hochkonzentrator sind die Investitionskosten und
der Energieaufwand eines Dekanters gering. Das in dem Dekanter mechanisch abgetrennte
kristalline Konzentrat hat einen Gehalt an Mineralien (Asche) von ungefähr 1 %, wogegen
die abgetrennte flüssige Phase einen Mineralgehalt von 10 bis 12% hat. Die Hygroskopizität
des erhaltenen Permeatpulvers und damit seine Neigung zur Klumpenbildung steigt mit
dem Anteil amorpher Laktose. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Hygroskopizität
des Permeatpulvers über den Anteil der rezirkulierten hochkonzentrierten flüssigen
Phase beeinflußt werden. Je größer dieser Anteil ist, desto größer ist die Hygroskopizität
des erhaltenen Molkepulvers und damit seine Neigung zur Klumpenbildung.
[0010] Ein günstiger Kompromiß hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und einer
geringen Hygroskopizität des Permeatpulvers kann erreicht werden, wenn der Aschegehalt
des Permeatpulvers 3 bis 5% beträgt.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend näher erläutert.
[0012] In der einzigen Figur der Zeichnung sind die einzelnen Schritte eines Verfahrens
zur Herstellung von Permeatpulver schematisch dargestellt und entsprechend ihrer zeitlichen
Reihenfolge fortlaufend nummeriert.
[0013] Der als Ausgangsstoff dienenden Molke, die beispielsweise bei der Herstellung von
Käse anfällt, wird in einem ersten Verfahrensschritt durch Ultrafiltration Eiweiß
entzogen. Dem so gewonnenen Permeat wird sodann in einem zweiten Verfahrensschritt
durch ein Membrantrennverfahren oder eine Elektrodialyse und/oder ein Eindampfverfahren
Wasser entzogen. Das dadurch gewonnene Retentat kann in einem Tank zwischengelagert
werden. In einem dritten Verfahrensschritt wird die Konzentration des Retentats durch
Eindampfen auf 60 - 65% Trockenmasse erhöht. Das konzentrierte Retentat wird sodann
in einem vierten Arbeitsschritt über einen gesteuerten Temperatur - Zeit Verlauf kristallisiert.
In einem fünften Arbeitsschritt wird das kristallisierte Konzentrat in einem Dekanter
in ein Konzentrat mit 85 - 95% Trockenmasse und in eine flüssige Phase mit 30 - 40%
Trockenmasse mechanisch getrennt. In einem sechsten Verfahrensschritt wird die Konzentration
der flüssigen Phase durch Eindampfen auf 50 - 60% Trockenmasse erhöht. Bei der Durchführung
des sechsten Arbeitsschrittes wird ein Teil der flüssigen Phase, die sogenannten Brüden,
abgeschieden.
[0014] In einem siebten Arbeitsschritt wird sodann die hochkonzentrierte flüssige Phase
anteilsmäßig dem beim fünften Arbeitsschritt in dem Dekanter abgetrennten kristallinen
Konzentrat beigemischt, so daß ein Gemisch mit 75 -80% Trockenmasse und weniger als
5% Asche erhalten wird. Dieses Gemisch wird in einem achten Verfahrensschritt in einem
Sprühtrockner getrocknet, so daß ein Permeatpulver mit 98% Trockenmasse und 4 bis
5% Asche gewonnen wird.
[0015] Bei einem Versuchsbeispiel wurden im dritten Verfahrensschritt 8.163 kg/h konzentriertes
Retentat mit 60% Trockenmasse erzeugt. Dieses konzentrierte Retentat wurde beim fünften
Verfahrensschritt getrennt in 3.841 kg/h kristallines Konzentrat mit 90% Trockenmasse
und 1% Asche und in 4.322 kg/h flüssige Phase mit 34% Trockenmasse, davon 10% Asche.
Die flüssige Phase wurde beim sechsten Verfahrensschritt getrennt in 1.383 kg/h Brüden
und 2.939 kg/h hochkonzentrierte flüssige Phase mit 50% Trockenmasse. Durch das Mischen
eines Teils der hochkonzentrierten flüssigen Phase mit dem kristallinen Konzentrat
wurden 5208 kg/h Gemisch mit 80% Trockenmasse und ca. 3,7% Asche erhalten. Nach dem
Sprühtrocknen des Gemischs wurden 4.225 kg Permeatpulver mit 98% Trockenmasse und
4,3% Asche erreicht.
[0016] Da der Aschegehalt der beim fünften Verfahrensschritt im Dekanter abgetrennten flüssigen
Phase wesentlich größer ist als derjenige des kristallinen Konzentrats, kann der Aschegehalt
des nach dem Sprühtrocknen erhaltenen Permeatpulvers über das Mischungsverhältnis
der hochkonzentrierten flüssigen Phase mit dem kristallinen Konzentrat verändert werden.
Mit zunehmendem Anteil der rezirkulierten hochkonzentrierten flüssigen Phase steigt
der Aschegehalt und der Anteil an amorpher Laktose in der Mischung und damit die Hygroskopizität
des erhaltenen Permeatpulvers.
1. Verfahren zur Herstellung von Permeatpulver, bei dem Molke durch Ultrafiltration Eiweiß
entzogen wird, dem so gewonnenen Permeat durch ein Membrantrennverfahren oder eine
Elektrodialyse und/oder ein Eindampfverfahren Wasser entzogen wird, die Konzentration
des erhaltenen Retentats durch Eindampfen auf ungefähr 60% Trockenmasse erhöht wird,
die Konzentration in einem weiteren Schritt auf 70 bis 85% Trockenmasse erhöht wird,
und das Konzentrat in einem Sprühtrockner getrocknet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Konzentrat nach dem Eindampfen in einem Dekanter mechanisch getrennt wird in
ein kristallines Konzentrat mit 85 bis 95% Trockenmasse und in eine flüssige Phase
mit 30 bis 40% Trockenmasse,
daß die Konzentration der flüssigen Phase durch Eindampfen auf 50 bis 60% Trockenmasse
erhöht wird,
daß ein Teil der hochkonzentrierten flüssigen Phase bei dem kontinuierlich durchgeführten
Herstellungsprozeß dem kristallinen Konzentrat beigemischt wird, so daß das erhaltene
Gemisch eine Konzentration von 70 bis 85% Trockenmasse aufweist, und
daß dieses Gemisch im Sprühtrockner getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem kristallinen Konzentrat ein solcher Teil der flüssigen Phase beigemischt wird,
daß der Aschegehalt des durch Sprühtrocknen des Gemisches erhaltenen Permeatpulvers
3 bis 15% beträgt.
1. Process for producing a permeate powder, in which albumin is extracted from whey by
means of ultrafiltration, water is extracted from the permeate gained in this way
by means of a membrane separation process or electro-dialysis and/or an evaporation
process, the concentration of the retentate is increased to approximately 60% dry
matter by means of evaporation, the concentration is increased in a further stage
to 70 to 85% and the concentrate is dried in a spray dryer,
characterized in that
the concentrate, after evaporation, is mechanically separated in a decanter into a
crystalline concentrate with 85 to 95% dry matter and a liquid phase with 30 to 40%
dry matter,
the concentration of the liquid phase is increased by evaporation to 50 to 60% dry
matter,
a part of the highly concentrated liquid phase has crystalline concentrate mixed with
it in the continuously operated manufacturing process, such that the mixture obtained
has a concentration of from 70 to 85% dry matter and,
in that this mixture is dried in the spray dryer.
2. Process in accordance with claim 1, characterized in that the crystalline concentrate has a portion of the liquid phase mixed with it such
that the ash content of the permeate powder obtained by spray drying is 3 to 15%.
1. Procédé de fabrication de perméat de lactosérum en poudre, dans lequel on débarrasse
le lactosérum de ses protéines par ultrafiltration, on chasse l'eau du perméat ainsi
obtenu, par un procédé de séparation sur membrane ou une électrodialyse et/ou un procédé
d'évaporation, on accroît par évaporation la concentration du rétentat ainsi obtenu
jusqu'à environ 60 % de matière sèche, on augmente cette concentration lors d'une
étape supplémentaire jusqu'à 70 à 85 % de matière sèche, et l'on fait sécher le concentré
dans un sécheur à pulvérisation, lequel procédé est
caractérisé en ce que :
- après l'évaporation, on sépare mécaniquement le concentré dans un décanteur, ce
qui donne un concentré cristallin renfermant 85 à 95 % de matière sèche et une phase
liquide renfermant 30 à 40 % de matière sèche,
- on augmente par évaporation la concentration de cette phase liquide jusqu'à 50 à
60 % de matière sèche,
- dans le processus de fabrication mené en continu, on combine une fraction de la
phase liquide très concentrée au concentré cristallin, de sorte que le mélange ainsi
obtenu présente une concentration de 70 à 85 % de matière sèche,
- et l'on fait sécher ce mélange dans un sécheur à pulvérisation.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la fraction de la phase liquide que l'on combine au concentré cristallin est telle
que le perméat de lactosérum en poudre, qui est produit par séchage par pulvérisation
du mélange ainsi obtenu, présente une teneur en cendres de 3 à 15 %.
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